Historischer Hintergrund
Das Hanseatenkreuz wurde im Ersten Weltkrieg von den drei freien Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck gestiftet, um Verdienste im Krieg anzuerkennen – sowohl militärische als auch zivile.
• Die Stiftung erfolgte 1915: Lübeck am 21. August, Hamburg am 10. September, Bremen am 14. September.
• Verliehen wurde das Kreuz für Verdienste im Krieg („Für Verdienst im Kriege 1914“) – ein Pendant zur Auszeichnung ähnlich dem Eisernes Kreuz bei den Hansestädten.
• Es war nur eine Klasse („einfaches Kreuz“) – keine Unterteilungen in mehrere Klassen wie bei manchen Ordenssystemen.
• Die Verleihung erfolgte von 1915 bis etwa 1918 im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg.
Varianten nach Stadt-Gemeinschaft
Obwohl das Grundprinzip gleich blieb, gibt es Varianten des Hanseatenkreuzes, je nach Stadtstaat:
Hamburg - Das „Hamburgische Hanseatenkreuz“ war vermutlich am häufigsten verliehen (ca. 50.000 Stück). Das Band zeigt zwei rote Streifen auf weißem Grund.
Bremen - Das „Bremer Hanseatenkreuz“ wurde etwa 20.000 Mal verliehen. Das Band zeigt vier rote Streifen auf weißem Grund.
Lübeck - Das „Lübecker Hanseatenkreuz“ war die seltenste Variante mit ca. 8.000–10.000 Verleihungen. Das Band war halb rot, halb weiß.
Gemeinsame Merkmale:
• Form: Kreuz mit roter Emaille auf den Kreuzarmen.
• Mittelmedaillon vorne: Wappen der jeweiligen Stadt.
• Rückseite: Inschrift „Für Verdienst im Kriege 1914“ auf dem Medaillon.
Hersteller und technische Details
Die Website www.ehrenzeichen-orden.de liefert für z. B. die Lübecker Variante folgende technische Daten:
• Material: versilbertes Kupfer, teilweise emailliert.
• Größe: ca. 40 mm Durchmesser.
• Gewicht: etwa 18 g.
• Bandbreite und Farben wie oben beschrieben
.
Was die Hersteller angeht:
• Für viele Exemplare ist kein exakt genannter Hersteller bekannt.
• Bei verwandten Auszeichnungen gibt es Hinweise auf Firmen wie Godet & Sohn (Berlin) etwa bei den hanseatischen Vereinen vom Roten Kreuz.
• Beim Hanseatenkreuz selbst finden sich in den Quellen keine durchgängig verlässlichen Herstellerangaben – Sammler achten deshalb auf Details wie Öse, Befestigung, Emaillequalität usw.
Bedeutung und Sammler-Hinweise
• Das Hanseatenkreuz ist heute eine begehrte militärhistorische Auszeichnung – insbesondere wegen seiner Verbindung zu den Hansestädten und dem Ersten Weltkrieg.
• Seltenheit: Die wenigen Verleihungen, insbesondere der Lübecker Variante, führen zu einem höheren Sammlerwert.
• Zustand ist entscheidend: Emaille‐Schäden, Ersatzringe mindern den Wert.
Fazit
Das Hanseatenkreuz ist eine einheitlich gestiftete Auszeichnung der drei Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck aus dem Ersten Weltkrieg, die dennoch in jeder Variante ihre spezifische Stadtidentität trägt. Es verbindet historischen Kontext (Krieg, Hansestädte, Stadtregimenter) mit militärischer Symbolik (Kreuzgestalt, Emaille, Verleihung für Verdienste). Für Sammler ist es ein attraktives Stück mit guter Provenienz – allerdings sind Genauigkeit, Zustand und Originalität zentral.
Varianten mit Bildern
Lübeck


• Vorderseite: rotem Emaille-Kreuz auf versilbertem/ kupfernem Grund, Mittelschild mit dem Doppeladler von Lübeck.
• Rückseite: mit Inschrift „Für Verdienst im Kriege 1914“.
• Band: weiß/rot (Farben der Hansestadt Lübeck) mit Breite ca. 30 mm.
Hamburg

• Vorderseite: wie oben, aber mit dem Hamburger Stadtwappen im Mittelschild.
• Rückseite: ebenfalls mit „Für Verdienst im Kriege 1914“.
• Band: weiß mit roten Seitenstreifen.
Bremen

• Vorderseite: Mittelschild mit dem schrägen Bremer Schlüssel.
• Rückseite: ebenfalls mit der Inschrift „Für Verdienst im Kriege 1914“.
• Band: weiß mit mehreren roten Streifen – fünf weiße und vier rote Streifen je 3 mm.