Porträt
Adolf Hitlers in der Uniform der Alten Kämpfer.
Originale
Farbautotypie des Verlages Hanfstaengl, München, um
1925.
Mit
Faksimile-Unterschrift des Führers und späteren Reichskanzlers (Unterschrift in
der Form Mitte der 20er-Jahre).
Nach
dem Originalgemälde von Konrad Immanuel Böhringer.
Größe 177 x 243 mm.
Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, sehr guter
Zustand.
Aus dem
Nachlaß des ehemaligen HJ-Gebietsführers Richard Etzel.
Hervorragende
Bildqualität auf Kunstdruckpapier – von äußerster
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1923,
1924, 1925, 1933 – 1945, 1933 – 1945, 1933-1945, 20. Jahrhundert, 20er-Jahre, 3.
Reich, Abzeichen, Adolf Hitler, Akademische Malerei, Alte Kämpfer, Armbinde,
Bayern, Bildnis, Bildniskunst, Blutzeugen der Bewegung, D-80331 München, D-80539
München, D-80634 München, D-80636, Deutsche Geschichte, Deutsches Reich,
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Konrad
Immanuel Böhringer (auch Conrad Immanuel Böhringer; * 7.
März 1863 in Grimma; † 27.
Juli 1940 in Dresden) war ein
deutscher Porträtmaler.
Leben
und Wirken
Sein
Vater war der Kantor Rudolph Böhringer an der Landesschule Grimma. Sein
Cousin war der Photograph Theodor Conrad Böhringer aus der
Stadt Plauen im Vogtland.
Nach
dem Schulbesuch ging Konrad Immanuel auf die Königlich Sächsische
Kunstakademie nach Dresden, wo er Schüler von Leon
Pohle und Ferdinand Pauwels wurde. Im Anschluss bildete er sich
in München freischaffend weiter. Noch vor der Jahrhundertwende kehrte
er nach Dresden zurück und beteiligte sich bereits 1894 an der akademischen
Kunst-Ausstellung zu Dresden. In der sächsischen Residenzstadt stand er
der Künstlerkolonie Goppeln nahe und porträtierte ab 1900 die
königliche Familie und malte Bildnisse der sächsischen Könige, wofür ihm der
Titel Königlich Sächsischer Hofrat verliehen wurde. Auf das Malen von
Gemälden bekannter Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart spezialisierte
er sich in den folgenden Jahren. In der Zeit des Nationalsozialismus passte er
sich dem System an, malte ein weitverbreitetes Porträt von Adolf
Hitler und Bilder bekannter Größen des NS-Staates sowie von deutschen
Heerführern des Ersten Weltkrieges.
Deutschlandweit
bekannt wurde er durch seine Porträts, die er für den Kunstverlag Franz
Hanfstaengl in München schuf. Der Verlag widmete ihm 1938 zu seinem 75.
Geburtstag eine Festschrift.
1910
ließ er sich in der Uhdestraße 5 in Dresden eine Villa für seine Familie
errichten.
Verheiratet
war er mit Rosa Stephania Marie geborene von Valero (1866–1934). Er wurde 1940
auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden
beigesetzt.
Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Braunau am Inn,
Österreich-Ungarn; † 30. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Politiker und
Diktator österreichischer Herkunft. Er war ab 1921 Parteichef der NSDAP, seit
1933 Reichskanzler und von 1934 bis zu seinem Suizid unter der Bezeichnung
Führer und Reichskanzler zugleich Regierungschef und Staatsoberhaupt des
Deutschen Reiches.
Biografie
Fast alle Biografen Hitlers weisen auf die enorme
Diskrepanz zwischen dessen erster und zweiter Lebenshälfte hin. Bis zu seinem
30. Lebensjahr war er, gemessen an den bürgerlichen Maßstäben seiner Zeit, nicht
erfolgreich, da er weder eine Berufsausbildung noch nennenswerte soziale
Bindungen hatte. Danach schwang sich Hitler innerhalb weniger Jahre zum
deutschen Reichskanzler und schließlich zum diktatorischen Herrscher über weite
Teile Europas auf.
Die frühen Jahre
Um seine Herkunft und sein Leben vor dem Eintritt in die
Politik machte Hitler stets ein Geheimnis. „Sie dürfen nicht wissen“, sagte er
1930 über seine politischen Gegner, „woher ich komme und aus welcher Familie ich
stamme.“ Döllersheim und Strones, die Heimatdörfer seiner Eltern und Großeltern,
ließ er im Sommer 1938, gleich nach dem Anschluss Österreichs evakuieren, um
einen Truppenübungsplatz anzulegen (heute: Truppenübungsplatz Allentsteig).
Krockow, Kershaw und andere Biografen Hitlers vermuten, dass die Gründe dafür in
dessen ungeklärter und von Inzest nicht freien Herkunft zu suchen sind. Hitlers
eigene Angaben in Mein Kampf zu seinen frühen Jahren dienten vor allem der
Selbststilisierung zu einem idealen nationalsozialistischen Kämpfer, gingen kaum
über das hinaus, was damals ohnehin schon bekannt war, und sind daher wenig
vertrauenswürdig.
Herkunft
Hitlers Familie stammte aus dem niederösterreichischen
Waldviertel an der Grenze zu Böhmen. Im 19. Jahrhundert schwankte der
damals in Österreich nicht unübliche Name der Familie noch zwischen Hüttler,
Hiedler, Hittler und Hitler. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich die
verschiedenen Namensvarianten, die sich in der dialektalen Aussprache phonetisch
kaum unterscheiden, von Hütte ableiten, der Name also so viel bedeutet wie
Kleinbauer oder Häusler. Der spätere Diktator wurde in der oberösterreichischen
Stadt Braunau am Inn geboren – am 20. April 1889 um 18:30 Uhr im Gasthof
Pommer, Salzburger Vorstadt 219 (heute Hausnummer 15). Er war das
vierte von sechs Kindern des Zollbeamten Alois Hitler und dessen dritter Frau
Klara (geb. Pölzl). Der Vater wurde unter dem Namen Alois Schickelgruber als
unehelicher Sohn der später verehelichten Anna Maria Schicklgruber und Johann
Georg Hiedler geboren, wurde aber erst posthum, wohl auf Betreiben seines Onkels
Johann Nepomuk Hiedler, bei dem er als Ziehkind aufgewachsen war, legitimiert
und nahm als 39-Jähriger den Namen Hitler an. Die Mutter Klara (geb. Pölzl) war
die Tochter von Johann Nepomuk Hiedlers ältester Tochter Johanna Hiedler und
ihrem Mann Johann Babtist Pölzl. Somit waren Hitlers Eltern Onkel und Nichte
zweiten Grades.
Die drei älteren Geschwister Adolf Hitlers verstarben
bereits im Kindesalter, noch vor Adolfs Geburt. Von den sechs Kindern des
katholischen Paares erreichten nur Adolf und seine Schwester Paula das
Schulalter. Aus zweiter Ehe seines Vaters hatte Adolf einen Halbbruder und eine
Halbschwester: Alois junior und Angela, die ebenfalls im Haushalt aufwuchsen, da
ihre Mutter verstorben war. In Mein Kampf schildert Hitler den Vater als streng,
autoritär, mitunter auch jähzornig und gewalttätig. Es ist jedoch umstritten, ob
Hitlers Erziehung strenger war als zu dieser Zeit
üblich.
Obwohl es keinen Grund zur Annahme gibt, dass Adolf
Hitler an Johann Georg Hiedler als Großvater gezweifelt hat, musste die nicht
mit völliger Sicherheit geklärte Abstammung für den Propagandisten einer
rassistischen Ideologie politisch brisant werden, als er seit Anfang der
1920er-Jahre zunehmend bekannter wurde. Politische Gegner haben schon damals
immer wieder nachzuweisen versucht, dass der Führer der antisemitischen und
extrem nationalistischen NSDAP selbst jüdische oder tschechische Vorfahren habe.
Bereits seit Mitte der 1920er-Jahre gab es Gerüchte über eine vermeintlich
jüdische Abstammung Hitlers. Hans Frank griff diese in den Nürnberger Prozessen
und in seiner Autobiografie mit der Aussage auf, Hitlers Großmutter sei mit
seinem Vater Alois schwanger geworden, als sie als Dienstmagd im Haushalt eines
Grazer Juden namens Frankenberger gearbeitet habe. Die sich auf Frank beziehende
Literatur verbreitete diese Behauptung weiter, bis sie überzeugend widerlegt
wurde. Für Hitler waren derartige Gerüchte und die zum Teil inzestuösen
Verhältnisse in seiner Familie Grund genug, seine Herkunft möglichst zu
verschleiern.
Kindheit
Wegen seines Berufs zog Alois Hitler mit seiner Familie
häufig um: von Braunau zunächst nach Passau, später nach Lambach und schließlich
nach Leonding bei Linz.
Auf den verschiedenen Volksschulen, die Adolf Hitler
besuchte, war er ein guter Schüler, auf der Realschule in Linz versagte er
dagegen völlig. Bereits das erste Jahr dort, 1900/1901, musste er wiederholen,
und seine Lehrer bescheinigten ihm „mangelnde Arbeitslust“. An der Realschule in
Linz begeisterten sich Schüler, darunter auch Hitler, für die Thesen Georg von
Schönerers, sie begrüßten sich mit „Heil!“-Rufen und hefteten sich Kornblumen
ans Revers. Die dritte Klasse in der Realschule in Linz schloss er 1904 erneut
mit so mangelhaften Noten ab, dass eine Wiederholung der Klasse drohte. Da sein
Vater aber in diesem Jahr gestorben war, bot die Schule Hitlers Mutter an, ihn
zu versetzen, allerdings nur unter der Bedingung, dass er die Schule wechselte.
Hitler besuchte daher nun die Realschule in Steyr, die als weniger anspruchsvoll
galt. Aber auch dort besserten sich seine Leistungen nicht. Er blieb sitzen,
schaffte die Wiederholungsprüfung nicht und verließ die Schule sechzehnjährig,
im Herbst 1905, ohne Abschluss.
Hitler stellte dies später als eine Art von Lernstreik
gegen den Vater dar, der ihn in eine Beamtenlaufbahn habe drängen wollen,
während er selbst den Beruf des Kunstmalers anstrebte. An dieser Darstellung ist
insofern etwas Wahres, als Hitler sich zeitlebens als verkannter Künstler sah,
mit regelmäßiger Arbeit nicht zurechtkam, und außerdem Egozentrik zu seinen
hervorstechendsten Eigenschaften gehörte. Gegen Hitlers Darstellung spricht
jedoch, dass sein Vater schon am 3. Januar 1903 im Alter von 65 Jahren
gestorben war. Der Erziehungsdruck auf den 13-Jährigen ließ also nach, ohne dass
seine Leistungen deshalb besser wurden.
Jahre in Wien und
München
Von 1903 an bezog Hitler eine Halbwaisenrente. Damit und
mit der Unterstützung durch seine Mutter war er ab 1905 finanziell unabhängig.
Im September 1907 reiste er nach Wien und unterzog sich an der Allgemeinen
Malerschule der Wiener Kunstakademie zusammen mit weiteren 112 Kandidaten der
Aufnahmeprüfung.
Durch seine mitgebrachte Arbeitsmappe qualifizierte er
sich wie 79 weitere Bewerber zur Teilnahme am zweiten Auswahlverfahren, dem
Probezeichnen am 1. und 2. Oktober. Nur 28 bestanden diese Prüfung. Die
restlichen Bewerber, darunter auch Hitler und Robin Christian Andersen waren zum
Studium nicht zugelassen. Er blieb zunächst in Wien. Am 24. Oktober teilte der
jüdische Hausarzt Eduard Bloch der Familie mit, die Mutter sei unheilbar krank
und habe nicht mehr lange zu leben. Adolf kehrte nach Linz zurück, bevor seine
Mutter am 21. Dezember 1907 an Brustkrebs starb. Nach ihrem Tod distanzierte er
sich zunehmend von seinen Verwandten.
Anders als die Schilderungen seiner Jugendzeit in Mein
Kampf suggerieren, konnte Hitler von seiner Waisenrente anfangs relativ gut
leben. Sein Einkommen, zusätzlich aufgebessert durch den Verkauf selbst gemalter
Bilder und Postkarten, lag über dem Anfangsgehalt eines Lehrers. Das
Empfehlungsschreiben einer Bekannten an den renommierten Bühnenbildner Alfred
Roller, der sich zu einem Empfang Hitlers bereit erklärte, führte letztlich zu
keinem Ergebnis. Im Herbst 1909 konnte er sich bei seiner zweiten Bewerbung an
der Kunstakademie nicht mehr zum Probezeichnen qualifizieren. Danach bemühte er
sich kaum, einen Beruf oder auch nur eine Berufsausbildung in Angriff zu
nehmen.
In Wien kam er mit den Schriften des Rassenideologen und
Antisemiten Jörg Lanz von Liebenfels in Kontakt. Auch die antisemitischen
Polemiken von Politikern wie Georg von Schönerer, dem Führer der Alldeutschen
Bewegung, und dem Wiener Bürgermeister Karl Lueger nahm er auf. Seine
Vorstellung von einer überlegenen arischen so genannten Herrenrasse dürfte sich
damals gebildet haben, seine Vorbilder ließ er aber stets unerwähnt. Mehr als
für Politik hat sich Hitler nach Aussagen seines damaligen Freundes August
Kubizek für Opern interessiert, insbesondere für die Richard
Wagners.
Nach der zweiten Ablehnung durch den Vorstand der
Kunstakademie ging Hitler allmählich das Geld aus. Zudem musste er fürchten, zum
Militär eingezogen zu werden. Ob er deshalb allerdings im Herbst 1909
tatsächlich für einige Monate obdachlos war bzw. im Obdachlosenasyl in Meidling
Zuflucht suchte ist nicht wirklich gesichert. Sicher ist, dass er Anfang 1910 in
das Männerwohnheim in der Meldemannstraße zog. Als Maler von Sehenswürdigkeiten
Wiens fand er ein bescheidenes Auskommen. Hitler malte und zeichnete in Wien bis
Mitte 1910 zahlreiche kleinformatige Bilder. Da er selbst eher kontaktscheu war,
übernahm ein Mitbewohner, Reinhold Hanisch, den Verkauf seiner Bilder. Weil er
sich bei einem Geschäft von Hanisch betrogen fühlte, übertrug er den Verkauf
einem jüdischen Mitbewohner namens Siegfried Löffner. Im August 1910 wurde
Hanisch durch Löffner wegen der angeblichen Unterschlagung eines Hitler-Bildes
bei der Wiener Polizei angezeigt. Da sich bei dieser Gelegenheit herausstellte,
dass Hanisch in Wien unter dem falschen Namen Fritz Walter gemeldet war, wurde
er am 11. August 1910 zu einer Gefängnisstrafe von sieben Tagen verurteilt. 1912
wurde Hitler seinerseits von einer anonymen Person wegen des unberechtigten
Führens des Titels eines „akademischen Malers“ bei der Polizei angezeigt und
ermahnt, diesen Titel zukünftig nicht mehr zu gebrauchen. In der Forschung wird
angenommen, dass der Maler Karl Leidenroth, ein Freund Hanischs, die Anzeige in
dessen Auftrag erstattete, um sich für die Anzeige aus dem Jahr 1910 zu
revanchieren. Danach schränkte Hitler seine künstlerische Tätigkeit ein.
Bemerkenswerterweise arbeitete er beim Handel mit seinen Bildern mit zahlreichen
weiteren Juden zusammen, so mit dem ungarischen Männerheimbewohner Josef
Neumann, der als sein Verkäufer fungierte, sowie den Händlern Jakob Altenberg
und Samuel Morgenstern. Es ist daher fraglich, ob Hitlers Antisemitismus damals
bereits so ausgeprägt war, wie er in Mein Kampf
behauptete.
Die Historiker gingen davon aus, dass Hitler Hanisch
30 Jahre später 1938 verhaften ließ – beziehungsweise ihn nach dem
Einmarsch in Österreich bereits verhaftet vorfand – um ihn dann im
Konzentrationslager Buchenwald ermorden zu lassen. Wahrscheinlicher ist jedoch,
dass Hanisch bereits am 4. Februar 1937 während seines Aufenthaltes im Wiener
Inquisitenspital an einem Herzschlag starb. Brigitte Hamann förderte nach
intensiven Recherchen zu Hitlers Zeit in Wien nicht nur einen Bericht des
untersuchenden Gerichtsarztes in der Wiener Todesfallaufnahme zu Tage, sondern
auch einen Brief von Hitlers Wiener Emissär Franz Feiler vom 11. Mai 1938, in
dem Feiler seinem Vertrauensmann im NSDAP-Hauptarchiv Ernst Schulte-Strathaus
mitteilte, Hanisch sei „vor 1,5 Jahren gestorben.“
Nachdem Hitler im Mai 1913 das Erbe des Vaters ausgezahlt
worden war, zog er vom Männerwohnheim in Wien nach München um, wo er bei dem
Schneider Josef Popp in der Maxvorstadt zur Untermiete wohnte. Der Umzug hatte
auch den Zweck, dem Militärdienst in Österreich zu entgehen. In Mein Kampf
schrieb er später, er habe sich nach einer „deutschen Stadt“ gesehnt. Hier las
er die rassistischen Schriften Houston Stewart Chamberlains. Hitler malte in
München weiterhin Aquarelle und gelegentlich Ölbilder, meist
Architekturdarstellungen nach fotografischen Vorlagen. Er verkaufte die Arbeiten
vornehmlich in der Kunsthandlung Stuffle am
Maximiliansplatz.
Nach längerer Suche durch die österreichische Polizei und
Vorführung beim österreichischen Konsulat in München durch Beamte der Münchner
Kriminalpolizei am 19. Januar 1914 fuhr er am 5. Februar 1914 zur Musterung nach
Salzburg. Hier wurde er als waffenunfähig beurteilt und vom Militärdienst in
Österreich zurückgestellt. Dass Hitler nicht prinzipiell dem Kriegsdienst aus
dem Weg gehen wollte, zeigte er als Kriegsfreiwilliger im Ersten
Weltkrieg.
Im Ersten Weltkrieg
Der 25-jährige Hitler begrüßte begeistert den
Kriegsausbruch im Jahr 1914. Eine Fotografie Heinrich Hoffmanns zeigt ihn
inmitten der Großdemonstration am 2. August 1914 auf dem Odeonsplatz. Diese
Fotografie wurde später massenhaft verbreitet.
Hitler trat am 16. August 1914 als Freiwilliger in die
Bayerische Armee ein. Dort wurde der Österreicher am 8. Oktober 1914 auf den
König von Bayern und anschließend auf den österreichischen Kaiser Franz Joseph
vereidigt. Als Soldat des 16. Kgl. Bay. Reserve-Infanterie-Regiments (6.
Königlich Bayerische Reserve-Division) verbrachte er fast die gesamte Kriegszeit
als Meldegänger an der Westfront. Man beurteilt die Teilnahme am Ersten
Weltkrieg für Hitlers späteres Leben als kaum überschätzbar: „Der Krieg und die
Folgen haben Hitler geschaffen.“
Nach seiner Beteiligung an der Ersten Flandernschlacht
erhielt Hitler am 3. November rückwirkend zum 1. November 1914 seine Beförderung
zum Gefreiten. Am 2. Dezember desselben Jahres wurde er mit dem Eisernen Kreuz
II. Klasse ausgezeichnet. Den spontanen Weihnachtsfrieden 1914 missbilligte
er. Hitler hinterließ mehrere Feldpostbriefe, von denen der vom 5. Februar 1915
der bedeutendste ist. Nach einer detailreichen Schilderung der Kampfhandlungen
äußert er am Schluss seine Hoffnung auf die endgültige Abrechnung mit den
Feinden im Inneren.
Seit dem 26. September 1916 war er Teilnehmer der
Schlacht an der Somme. Bei Le Bargur wurde Hitler am 5. Oktober 1916 (nach
eigenen Angaben am 7. Oktober) am linken Oberschenkel verwundet, als im
Unterstand der Meldegänger eine Granate explodierte. Man schickte ihn vom 9.
Oktober bis zum 4. Dezember in das Vereinslazarett Beelitz, das ihm mit seinen
weißen Betten und sorgenden Krankenschwestern geradezu unwirklich vorkam.
Erst im März 1917 kam er wieder an die Front und nahm im
Sommer an der Dritten Flandernschlacht teil, woraufhin er das
Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Schwertern erhielt. Nach einem
Heimaturlaub in Berlin im Oktober 1917 war er ab Ende März 1918 an der Deutschen
Frühjahrsoffensive beteiligt. Im Mai erhielt er ein Regimentsdiplom für
hervorragende Tapferkeit und das Verwundetenabzeichen in Schwarz; am 4. August
wurde er auf Initiative des jüdischen Regimentsadjutanten Hugo Gutmann mit dem
Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.
Hitler galt als korrekter Soldat, der aber bei seinen
Kameraden wegen seiner unkritischen Haltung gegenüber den Offizieren eher
unbeliebt war: „Den Vorgesetzten achten, niemandem widersprechen, blindlings
sich fügen“, so schilderte er selbst seine damalige Haltung während des
Putschistenprozesses im Jahr 1924. Kurz vor Kriegsende wurde Hitler nach einem
am 15. Oktober 1918 mit Senfgas durchgeführten britischen Angriff am 21. Oktober
in das Lazarett der vorpommerschen Stadt Pasewalk eingewiesen, wo er sich bis
zum 19. November aufhielt. Die vorübergehende Blindheit, derentwegen er
behandelt wurde, führte er selbst auf eine Augenverletzung infolge des
Gasangriffs zurück. Hier wurde er mit den anderen Verwundeten am 10. November
durch den Lazarettgeistlichen über die Novemberrevolution und die laufenden
Waffenstillstandsverhandlungen im Wald von Compiègne informiert, was Hitler
selbst später als seelische Krise schilderte, bei der es ihm „um die Augen
wieder schwarz ward“. Demnach hatte es nicht nur mit Hitlers österreichischer
Staatsbürgerschaft zu tun, dass er – obwohl mehrfach verwundet und mit dem
Eisernen Kreuz beider Klassen sowie weiteren Ehrenzeichen versehen – nie über
den Status eines Gefreiten hinauskam. Fritz Wiedemann und Max Amann betonten in
diesem Zusammenhang, Hitler selbst habe eine Berücksichtigung bei Beförderungen
abgelehnt.
Hitlers Aufstieg
Politische Anfänge
Hitler behauptete später, die Empörung über den
verlorenen Krieg und den „Verrat der Novemberverbrecher“ habe in ihm den
Entschluss reifen lassen, Politiker zu werden. Auch dies darf angezweifelt
werden angesichts der unklaren Haltung zu den Zeitereignissen, die er in den
ersten Monaten nach Kriegsende erkennen ließ.
Von politischen Ambitionen Hitlers ist unmittelbar nach
dem Krieg nichts festzustellen. Am 21. November 1918 verließ er das Lazarett in
Pasewalk. Er kehrte in die Kaserne des 2. bayerischen Infanterie-Regiments, die
Oberwiesenfeldkaserne in München zurück und zeigte zunächst nur das Bestreben,
nicht entlassen zu werden. Zwischendurch bewachte er vom 12. Februar bis zum 7.
März 1919 in Traunstein französische und russische Kriegsgefangene bis zur
Auflösung des dortigen Lagers. Er ließ sich mehrfach zu einem der
Vertrauensleute seines Regiments wählen und war damit eine Art Verbindungsmann
zur aus der Novemberrevolution hervorgegangenen neuen bayrischen Staatsregierung
unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner
(USPD).
Hitler war im April 1919 Vertrauensmann seiner Kompanie
in München und wurde am 15. April zum Ersatz-Bataillons-Rat der Soldatenräte der
– seit 13. April kommunistischen – Münchner Räterepublik gewählt. Die Münchner
Garnison stand seit November 1918 fest hinter der Revolution und dem radikalen
Wandel zur Räterepublik. Hitler teilte in jenen Monaten offensichtlich die
Ansichten der sozialistischen Regierung in einem gewissen Maße, auf jeden Fall
äußerte er keine abweichende Meinung, andernfalls wäre er nicht als
Vertrauensmann der Soldaten gewählt worden. Vermutlich trug er sogar die rote
Armbinde der Revolution, wie alle Soldaten der Münchner Garnison, weswegen
Hitler später über diese Zeit wenig verlauten ließ. Als Erklärungen sind
opportunistische Erwägungen (Hinauszögerung der Demobilisierung) und/oder das
seinerzeitige allgemeine „ideologische Durcheinander in den Köpfen“ denkbar.
Unter den engeren Kameraden war Hitler spätestens seit Mitte April 1919 als
Konterrevolutionär bekannt, wofür auch die Denunziation zweier Kollegen aus dem
Bataillons-Rat bei einem Tribunal wenige Tage nach Niederschlagung der
Räterepublik spricht.
Gerade jetzt begann Hitler, erstmals eine gewisse
politische Aktivität zu entwickeln. Nach der blutigen Niederwerfung der
Räterepublik ließ er sich von einer Untersuchungskommission der Münchener
Reichswehrverwaltung anwerben, die damals den entscheidenden Machtfaktor in
Bayern darstellte. Es gibt Hinweise darauf, dass er sich das Wohlwollen der
neuen Machthaber erkaufte, indem er Regimentskameraden verriet, die sich auf
Seiten der Räteregierung engagiert hatten. Offensichtlich erfüllte er die in ihn
gesetzten Erwartungen, denn die entscheidenden Männer der so genannten schwarzen
Reichswehr – beispielsweise der Hauptmann Ernst Röhm – scheinen in dem Gefreiten
Hitler bald einen potenziellen Agitator gesehen zu haben, mit dessen Hilfe sich
nationalistische Ideen unter Arbeitern verbreiten ließen. Seine Vorgesetzten
schickten Hitler vom 5. bis 12. Juni und vom 26. Juni bis zum 5. Juli 1919 zu
Schulungen für Propaganda-Redner. Einer der Vortragenden war Professor Karl
Alexander von Müller. Danach setzten sie Hitler als V-Mann ein und beauftragten
ihn im Rahmen eines Aufklärungskommandos damit, politische Parteien und Zirkel
zu bespitzeln, die im nachrevolutionären München wie Pilze aus dem Boden
schossen.
Dazu gehörte auch die von dem Journalisten Karl Harrer
und dem Schlosser Anton Drexler gegründete Deutsche Arbeiterpartei (DAP), die
fremdenfeindliche, antisemitische und sozialistische Ideen propagierte. Am 12.
September 1919 besuchte Hitler, aufgrund einer Empfehlung von Hauptmann Karl
Mayr aus der völkisch-nationalistischen Vereinigung „Eiserne Faust“, erstmals
eine ihrer Versammlungen. Als dabei ein Redner die Trennung Bayerns vom Reich
forderte, widersprach Hitler ihm so energisch wie wortreich und fiel durch sein
Rednertalent auf. Erstmals hatten er selbst und andere eine gewisse Begabung an
ihm entdeckt: Er konnte Zuhörer fesseln und Emotionen wecken. Drexler meinte
angeblich sofort zu Harrer: „Dör hot a Goschn, den kennt ma braucha!“
(Hochdeutsch: „Der hat Rednertalent, den könnten wir brauchen!“) und versuchte,
ihn noch am gleichen Abend anzuwerben. Im Auftrag seiner Vorgesetzten trat
Hitler am 19. Oktober 1919 der DAP bei – als 55. Mitglied, nicht als siebentes,
wie er später stets behauptete. Seine Mitgliedsnummer 555 rührte daher, dass die
DAP mit der Zählung ab 501 begann, um etwas mehr Größe vorzutäuschen. Zu dieser
Zeit kam Hitler auch erstmals mit dem antisemitischen Schriftsteller Dietrich
Eckart von der Thule-Gesellschaft in Kontakt. Eckart war auf der Suche nach
einem Agitator, der Arbeiter und Angehörige der Unterschichten für
rechtsradikale Ideen gewinnen sollte. Als einer der ersten sah Eckart, der im
August 1921 Chefredakteur des Völkischen Beobachters wurde, in Hitler diesen
Mann und förderte ihn seither mit Rat und Tat.
Da Hitler mit seinen aufputschenden Reden immer mehr
Zuhörer und Mitglieder anlockte, gewann er bald größere Bedeutung für die kleine
DAP. Zunächst war er dort als Werbeobmann tätig und im Frühjahr 1920 an der
Ausarbeitung des 25-Punkte-Programms der DAP beteiligt, die sich auf sein
Betreiben in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannte.
Als er am 31. März 1920 schließlich aus der Armee entlassen wurde, konnte er
bereits von seinen Honoraren als Redner leben. Als Agitator war er für die noch
wenig beachtete NSDAP unersetzlich. Dies nutzte er aus, als er im Juli 1921 die
alte Parteiführung entmachtete und mit einem Ultimatum seine Wahl zum
Vorsitzenden der NSDAP erzwang.
Hitler war nun eine politische Lokalgröße, die vom
instabilen, antidemokratischen und militaristischen politischen Klima in Bayern
profitieren konnte und dort „sowohl in der intellektuellen Öffentlichkeit wie
bei der bayerischen Regierung und Verwaltung […] vielfach Unterstützung fand.“
Außerhalb Bayerns erregte er eher Belustigung als Furcht. 1921 und 1922 suchte
er in mehreren Reden vor dem Berliner Nationalklub die Unterstützung des oberen
Bürgertums.
Putsch und Inhaftierung
Gustav Ritter von Kahr hatte nach der Niederschlagung der
Münchner Räterepublik 1919 versucht, die „Ordnungszelle Bayern“ zu etablieren,
durch die zuerst in Bayern „Ruhe und Ordnung“ wiederhergestellt werden sollten,
um anschließend auf die gesamte Weimarer Republik auszustrahlen und dort einen
monarchistischen und militaristischen „nationalen Wiederaufbau“ einzuleiten. Am
26. September 1923 erhielt Kahr als „Generalstaatskommissar“ diktatorische
Vollmachten von der bayerischen Regierung unter Eugen von Knilling und
verbündete sich mit Landespolizeichef Hans von Seißer und dem gerade aus Berlin
amtsenthobenen Landeskommandanten der Reichswehr, Otto von Lossow zu einem
„Triumvirat“, das den offenen Konflikt mit der „roten Reichsregierung“ suchte.
Hitler plante, sich an die Spitze dieser Bewegung zu setzen, um mit
Unterstützung von Kahr und Erich Ludendorff, dem früheren Generalquartiermeister
der Obersten Heeresleitung (OHL), inzwischen Sympathisant der NSDAP, nach dem
Vorbild von Mussolinis Marsch auf Rom vom Oktober 1922 die Regierung in Berlin
gewaltsam zu stürzen. Aufgrund der französischen Ruhrbesetzung, der enormen
Inflation und heftiger innerer Unruhen in Deutschland glaubte er, auch bei
breiten Bevölkerungsschichten Unterstützung zu finden.
Am Abend des 8. November 1923 betrat Hitler mit einigen
Bewaffneten den Münchner Bürgerbräukeller, in dem Kahr eine Rede vor 3.000
geladenen Gästen hielt, darunter ein Großteil der bayerischen Regierung. Hitler
schoss einmal in die Luft, und rief die „nationale Revolution“ aus. Mit
Ludendorff und dem anwesenden Triumvirat um Kahr einigte er sich durch „Druck
und Überredung“ auf den sofortigen Putsch und eine „provisorische deutsche
Nationalregierung“ unter der Leitung Hitlers. Obwohl man die anwesenden Minister
verhaftete und das Hauptquartier im Bürgerbräu aufschlug, scheiterte der
Hitler-Ludendorff-Putsch noch in der Nacht, da Kultusminister Franz Matt nach
Regensburg fliehen konnte, Ernst Röhm nur die Besetzung des Wehrkreiskommandos
VII, nicht aber der Münchner Kasernen, gelang, und Kahrs Triumvirat seine
Zustimmung widerrief. Am nächsten Morgen versuchten die 2.000 teilweise
bewaffneten Putschisten, verstärkt von herbeigeeilten Nationalsozialisten aus
anderen bayerischen Städten, Röhm im Wehrkreiskommando zu erreichen, „um dort
die militärische Gewalt zu übernehmen und die ‚nationale Revolution‘ mit einem
‚Marsch auf Berlin‘ ins ganze Deutsche Reich zu exportieren.“ Die dem
Kahr-treuen Polizeichef Seißer unterstehende Landespolizei stoppte den Zug nahe
der Feldherrnhalle, wo Schüsse fielen, die 20 Todesopfer forderten, davon vier
Polizisten. Ludendorff wurde noch am 9. November verhaftet, Hitler, der
geflohen war, als die Putschisten auseinandergetrieben wurden, einige Tage
später.
Der Hitler-Prozess gegen zehn Putsch-Teilnehmer begann am
26. Februar 1924 vor dem bayerischen Volksgericht unter Vorsitz des
Hitlersympathisanten Georg Neithardt. Obwohl Ludendorff der allgemein
bekannteste Teilnehmer war, stellte Hitler sich als alleinigen Initiator des
ganzen Unternehmens dar. Er bestritt den Vorwurf des Hochverrats, indem er
behauptete, die „Novemberverbrecher“ von 1918 seien die eigentlichen Verräter.
Schließlich wurde Ludendorff freigesprochen, fünf Angeklagte wegen Beihilfe zum
Hochverrat, Hitler und drei weitere Angeklagte wegen Hochverrats zur
Mindeststrafe von fünf Jahren Festungshaft und einer Geldbuße von 200
Goldmark.
Das Gericht betonte Hitlers „ehrenhafte Gesinnung“ und
lehnte die im Gesetz zum Schutz der Republik für straffällig gewordene Ausländer
vorgesehene Ausweisung mit der Begründung ab, Hitler denke und fühle deutsch,
sei viereinhalb Jahre freiwillig im deutschen Heer Soldat gewesen und dabei
verwundet worden, so dass Hitlers Ausweisung nicht in Frage komme. Auch von
seiner Haftstrafe musste er wegen guter Führung nur neun Monate in der Festung
Landsberg absitzen. Bereits am 20. Dezember 1924 wurde Hitler entlassen. Er
hatte die Haftzeit genutzt, um das Manuskript des ersten Teils seines Werks Mein
Kampf zu verfassen, in dem er in autobiographischer Form offen seine politischen
Ziele und die Ideologie des Nationalsozialismus
beschrieb.
Dank der Berichterstattung über den Prozess wurde Hitler
nun auch im Norden Deutschlands als der radikalste aller völkischen Politiker
bekannt. Seine Stellung in der NSDAP war gefestigter denn je und in der
völkischen Bewegung gewann seine Stimme erheblich an Gewicht. Hatte er sich bis
dahin eher als Trommler der Bewegung gesehen, der den Weg für einen anderen
Retter Deutschlands wie etwa Ludendorff frei machen sollte, so sah er sich nun
zunehmend selbst in der Rolle des großen Führers. All das nützte ihm jedoch
zunächst wenig. Zwar wurde die NSDAP nach einem anfänglichen Verbot wieder
zugelassen, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Weimarer Republik
stabilisierten sich. Der bis 1929 anhaltende wirtschaftliche Aufschwung bot
radikalen Parteien kaum Ansätze für ihre
Agitation.
Neubeginn und Aufstieg der
NSDAP
Nach seiner Haftentlassung begann Hitler damit, die NSDAP
unter seine alleinige Kontrolle zu bringen. In Norddeutschland hatte sich unter
Gregor Strasser ein starker Parteiflügel gebildet, der Hitlers Anlehnung an die
alten, monarchistischen Machteliten nicht mittragen wollte und einen
sozialrevolutionären Kurs befürwortete. Hitler gelang es rasch, Strasser und
seine Anhänger entweder politisch kaltzustellen oder wie Joseph Goebbels auf
seine Seite zu ziehen.
Aus dem fehlgeschlagenen Putsch hatte Hitler den Schluss
gezogen, dass es die Macht im Staat nicht auf revolutionärem, sondern auf
legalem Weg zu erobern galt. Ihm ging es darum, die Demokratie mit ihren eigenen
Waffen zu schlagen und zu untergraben. Die NSDAP sollte in die Parlamente
einziehen, aber ohne dort konstruktiv mitzuarbeiten. Zudem sollte die SA mit
spektakulären Aufmärschen, Straßenschlachten und Krawallen die Blicke der
Öffentlichkeit auf die Partei und ihren Führer lenken und zugleich die Schwäche
des demokratischen Systems offenbaren. Für die späteren Wahlerfolge der Partei
waren nicht zuletzt ihre für die damaligen deutschen Verhältnisse völlig neuen
Methoden der Werbung und Massenbeeinflussung verantwortlich. Ein Grundstein für
den Erfolg dieses Vorgehens war die Fähigkeit Hitlers, massenwirksame politische
Reden zu halten. Mit seiner Ruhrkampagne versuchte er jedoch vergeblich, die
Unterstützung der Ruhrindustrie zu gewinnen.
Eine erste Möglichkeit, in ganz Deutschland
propagandistisch tätig zu werden, war das 1929 von NSDAP und DNVP gemeinsam
initiierte Volksbegehren gegen den Young-Plan, der eine abschließende Regelung
der Reparationsfragen zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Kriegsgegnern
vorsah. Das Volksbegehren scheiterte zwar, aber Hitler und die NSDAP gewannen in
den Reihen des nationalistisch-konservativen Bürgertums erheblich an Zustimmung,
was sich bei den Landtagswahlen in Thüringen im Herbst 1929 erstmals in einem
deutlichen Zuwachs an Wählerstimmen auszahlte. Vor allem konnte Hitler seither
auf die publizistische Unterstützung durch das Presseimperium des
DNVP-Vorsitzenden Alfred Hugenberg setzen. Dieser sah – wie zuvor Ludendorff und
später Papen – in Hitler und der NSDAP nur willige, lenkbare Instrumente, um den
deutschnationalen Kräften zu einer Massenbasis zu
verhelfen.
Zum Durchbruch auf nationaler Ebene verhalf Hitler aber
erst die Weltwirtschaftskrise, die Ende 1929 ausbrach und Deutschland besonders
hart traf. Über die Finanzkrise des Reichs brach am 27. März 1930 die Weimarer
Koalition auseinander. Hermann Müller (SPD), dem letzten Kanzler, der noch über
eine demokratisch gesinnte Reichstagsmehrheit verfügte, folgte das erste
Präsidialkabinett des Zentrums-Abgeordneten Heinrich Brüning, das sich allein
auf das Vertrauen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg stützen konnte. Bei
den Neuwahlen am 14. September steigerte die NSDAP ihren Stimmenanteil mit einem
Schlag von 2,6 auf 18,3Prozent. Statt mit 12 Abgeordneten, wie bis dahin, zog
sie nun mit 107 in den Reichstag ein. Die staatstragenden, demokratischen
Parteien der Mitte hatten keine Mehrheit mehr, und Hitler war endgültig zu einem
Machtfaktor in der deutschen Politik geworden.
1931 erhielt Hitler durch die Vermittlung von Ernst Röhm,
der Verbindungen zu Kurt von Schleicher hatte, eine Einladung zu einem Termin
bei Hindenburg. Am 10. Oktober, einen Tag vor dem Treffen der Harzburger Front,
trat Hitler gemeinsam mit Hermann Göring vor den Reichspräsidenten. Diese
Begegnung soll wenig erfolgreich verlaufen sein. Hitler sei in gewohnter Manier
in lange Monologe verfallen, statt die Fragen des Feldmarschalls abzuwarten. In
diesem Zusammenhang ist überliefert, dass Hindenburg später zu Schleicher gesagt
habe, er hätte ihm da einen sonderbaren Kerl geschickt: Dieser „böhmische
Gefreite“ wolle Reichskanzler werden? Niemals! „Höchstens Postminister“.
Hindenburg verwechselte Hitlers Geburtsort, das österreichische Braunau, mit dem
gleichnamigen Ort in Böhmen.
Hitlers Weg zur
Kanzlerschaft
Den nach freiwilliger Aufgabe der österreichischen
Staatsbürgerschaft seit 1925 staatenlosen Hitler machte erst die Anstellung als
Regierungsrat beim Landeskultur- und Vermessungsamt des Freistaates Braunschweig
mit sofortiger Abordnung an die Braunschweigische Gesandtschaft beim Reichsrat
in Berlin Ende Februar 1932 zum deutschen Staatsangehörigen. Damit erfüllte er
eine formale Voraussetzung zur Kandidatur bei der Reichspräsidentenwahl im
selben Jahr. Nachdem Hindenburg im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit
verfehlt und sich erst im zweiten Wahlgang im Unterschied zu Hitler (36,8%) mit
53% durchgesetzt hatte, bedurfte es weiterer Etappen bis zur
Reichskanzlerschaft. Am 31. Juli 1932 wurde die NSDAP mit 37,3% stärkste Partei
bei den Reichstagswahlen, verlor aber bei erneuten Reichstagswahlen am 6.
November 1932 beträchtlich, wobei sie mit 33,1% relativ stärkste Partei blieb.
Als die NSDAP bei den Landtagswahlen in Lippe 39,5% der Stimmen erzielte,
wertete die Partei das als Zeichen ihrer Stabilisierung, so dass nach dem
Rücktritt Schleichers am 28. Januar 1933 der Weg für Hitler frei wurde, der seit
Ende 1932 zusammen mit Goebbels und Göring kompromisslos auf seine Kanzlerschaft
gedrängt hatte.
Die Kamarilla um Paul von Hindenburg trieb zur
Unterstützung einer nationalistisch ausgerichteten Regierung die Ernennung
Hitlers zum Reichskanzler voran. Unterstützung suchte Hitler weiterhin bei
Großindustrie und Banken. Schon in der Frühphase der NSDAP hatte er
antikapitalistische Tendenzen in der Partei klein zu halten versucht und stets
darauf bestanden, allein die Juden für die Misere der Wirtschaft verantwortlich
zu machen. Bei einer Rede vor dem Düsseldorfer Industriellenclub 1932 hob Hitler
die Rolle der Wirtschaftseliten lobend hervor und betonte, dass das deutsche
Volk nicht überleben könne, solange die Hälfte der Deutschen „Eigentum als
Diebstahl“ betrachtete – eine Anspielung auf das immer noch große
Wählerpotential von SPD und KPD. Trotz dieser Bemühungen blieb der Anteil der
großindustriellen Spenden an den Finanzen der NSDAP aber gering, was sich unter
anderem an der erheblichen Finanznot zeigte, in die die Partei im Herbst 1932
geriet – gerade zu dem Zeitpunkt, als sich in der berühmten Industrielleneingabe
mehrere Bankiers, Agrariern und Industrielle bei Hindenburg für eine
Kanzlerschaft Hitlers einsetzten. Größere Bedeutung für den Aufstieg der NSDAP
hatte ihre Selbstfinanzierung durch Mitgliedsbeiträge und Eintrittsgelder bei
Redeveranstaltungen.
Die Befürwortung seiner Ernennung zum Reichskanzler durch
die nationalkonservativen Kreise um Franz von Papen sicherte sich Adolf Hitler,
indem Papen zum Vizekanzler mit dem Recht, bei allen Vorträgen des Kanzlers beim
Reichspräsidenten zugegen zu sein, ernannt wurde und die klassischen Ministerien
von Konservativen besetzt wurden. Papen glaubte, Hitler dadurch „einrahmen“ zu
können. Beim Treffen Papens mit Hitler im Haus des Bankiers Schröder einigten
sich beide auf eine Reichskanzlerschaft Hitlers. Das Militär erhoffte sich von
einem Reichskanzler Hitler eine Beseitigung oder zumindest eine Lockerung der
Fesseln des Versailler Vertrags sowie eine Aufrüstung beziehungsweise
Vergrößerung der Reichswehr. Nationalkonservative aus Wirtschaft und Politik
wollten durch Hitler eine Stabilisierung der Regierung und auch eine
Neuorientierung der politischen Kultur in Richtung einer autoritären Monarchie
erreichen.
Die Sturmabteilung (kurz SA) war die paramilitärische
Kampforganisation der NSDAP während der Weimarer Republik und spielte als
Ordnertruppe eine entscheidende Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten,
indem sie deren Versammlungen vor Gruppen politischer Gegner mit Gewalt
abschirmte, bzw. deren Veranstaltungen massiv
behinderte.
Nach der NS-Machtergreifung wurde die SA von Hermann
Göring, dem Reichskommissar für das preußische Innenministerium und damit
Dienstherr der preußischen Polizei, kurzzeitig auch als staatliche
„Hilfspolizei“ eingesetzt. Nach dem Sommer 1934, als SS-Einheiten die
SA-Führungsspitze ermordet hatten (siehe Röhm-Putsch), verlor sie in der
weiteren Zeit des Nationalsozialismus sehr stark an Bedeutung. Nach der
Kapitulation des Deutschen Reiches 1945 wurde sie wie NSDAP und SS mit dem
Kontrollratsgesetz Nr. 2 verboten und
aufgelöst.
Geschichte
Namenswandel
Die erste Ordnertruppe der NSDAP wurde 1920 als
Saalschutz (kurz S.S.) zunehmend in Saalschlachten eingesetzt und bestand vor
allem aus Angehörigen verschiedener Freikorps sowie einigen Angehörigen der
Bayerischen Reichswehr.
Aus diesem Saalschutz entwickelte sich über mehreren
Schritten die spätere Sturmabteilung (kurz S.A.) als reine Schlägertruppe für
provozierte Zusammenstöße mit linksgerichteten Parteien, die vielfach in
brutalen Straßenkämpfen ausarteten.
Nachdem der Freikorpsführer Hermann Ehrhardt noch 1920
Adolf Hitler die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte (Auslöser war die Weigerung
Hitlers, Ehrhardt bei dem bewaffneten Widerstand der Ruhrbesetzung zu
unterstützen) und aus diesem Grund die Gruppe Ehrhardt aus der NSDAP zurückzog,
wurde von Hitler eine neue Schutztruppe der Parteiführung namens Sturm-Staffel
aufgestellt, deren Abkürzung auch wieder SS lautete und die aus wenigen in der
NSDAP verbliebenden Freikorps-Angehörigen bestand. Diese Sturm-Staffel übernahm
die Funktion der parteiinternen Ordnertruppe. Aus besonders aggressiven
Angehörigen dieser Sturm-Staffel formierte Adolf Hitler seine persönliche
Leibwache, den Stoßtrupp Adolf Hitler.
Nach einer besonders brutal geführten Saalschlacht der
Nationalsozialisten mit Angehörigen der KPD wurden die Angehörigen dieser
Sturm-Staffel und das noch namenslose Gros der uniformierten Freikorps- und
Schlägertruppen, mit Ausnahme des Stoßtrupps Adolf Hitler, am 4. November 1921
von Hitler offiziell in Sturmabteilung umbenannt. Diese waren zuvor unter den
Namen Box- und Sportabteilung der NSDAP
aufgetreten.
Nach der sog. Machtergreifung 1933 waren nur noch die
Kurzbezeichnungen (Akronyme) „SA“ und „SS“ in Gebrauch, die bis zur Ausschaltung
der SA-Führung 1934 als nominell separate Organisationen
bestanden.
Von den Anfängen in den Zwanzigerjahren bis zur
Reichstagsbrandverordnung
Dank Ernst Röhms Kontakten zum bayerischen Militär
stellten Angehörige der Minenwerfer-Kompanie 19 den ersten Saalschutz der
Partei. Unter ihrem Kommandanten, Hauptmann Julius Schreck sollten sie für Ruhe
bei Parteiveranstaltungen sorgen.
Aus dieser Kompanie bezog Röhm die ersten Mitglieder des
parteieigenen Ordnungsdienstes; es fehlten ihm aber erfahrene Kommandanten.
Diese fand er in der ehemaligen Marine-Brigade Ehrhardt, die im April 1920
offiziell aufgelöst worden war. Am 3. August 1921 wurde Hermann Ehrhardt von
Röhm als erster Führer des NSDAP-Versammlungsschutzes eingesetzt - Ehrhardt
delegierte diese Aufgabe jedoch am 8. August an den Leutnant Hans Ulrich
Klintzsch.
Am 4. November 1921, anlässlich einer öffentlichen
Großveranstaltung im Münchner Hofbräuhaus, die von den Nazis als „Saalschlacht“
bezeichnet wurde, bekam der NSDAP-Versammlungsschutz offiziell den Namen
„Sturmabteilung“ verliehen. Die SA sollte nun die offiziellen Versammlungen der
NSDAP schützen und überwachen; sie entwickelte sich aber auch zu einem
Kampfverband zur Einschüchterung der politischen Gegner. Sie wurde militärisch
durch die Bayerische Armee (insbesondere durch das Pionierbataillon 7 und das
Infanterie-Regiment 19) ausgebildet, sah sich selbst als so genannten
„Wehrverband“ und wurde auch von der bayerischen Regierung in eventuelle
Mobilmachungspläne voll eingebunden.
Die Münchner SA umfasste bereits 1923 rund 1150 Mann und
verfügte über Artilleriehundertschaften und Kavalleriezüge. Ihre Kommandanten
legten sich ebenfalls militärische Bezeichnungen wie Gewehr- oder Geschützführer
zu.
Am 9. November 1923 beteiligten sich auch die rund 2000
Mitglieder der SA unter ihrem militärischen Führer Hermann Göring am
Hitler-Ludendorff-Putsch. Bei diesem Putschversuch wurden 16 NSDAP-Mitglieder
(darunter fünf Stoßtrupp-Männer) von der Münchner Polizei und dem Militär
erschossen; die Partei hatte damit ihre ersten „Blutzeugen“. Nach dem Putsch
übertrug Friedrich Ebert dem Chef der Reichswehr – Hans von Seeckt – die
vollziehende Gewalt. Dieser erließ am 23. November ein Verbot der NSDAP und auch
der KPD. Zur Umgehung dieses Verbots wurde die SA von April 1924 bis Februar
1925 als Frontbann bezeichnet.
Nach der Neugründung der Partei im Februar 1925 wurde die
SA unter Franz Pfeffer von Salomon wieder aufgestellt. Ernst Röhm fragte am 30.
April bei Hitler an, ob die SA sich wieder als „Wehrverband“ der Partei sehen
dürfe, erhielt jedoch vier Wochen später folgende Absage: Eine neue Wehrbewegung
gedenkt Herr Hitler nicht aufzuziehen, wenn er es seinerzeit tat, so nur auf
Veranlassung der Herren, die ihn nachher im Stich ließen. Heute braucht er
lediglich einen Saalschutz, wie vor dem Jahre 1923.
Die Hauptaufgaben der SA bestanden nun nach Hitlers
Willen in Aufmärschen und „zivilen“ gewalttätigen Übergriffen gegen politische
Gegner. Dazu gehörten in erster Linie Mitglieder der KPD und der SPD, die in
Straßen- und Saalschlachten mit dem kommunistischen Roten Frontkämpferbund und
dem sozialdemokratisch geprägten republikanischen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold
bekämpft wurden, aber auch Juden sowie christliche Gruppierungen wie die
Kolpingjugend.
In der folgenden Zeit wurde die SA von Pfeffer von
Salomon und Ernst Röhm (nach seiner Rückkehr 1930) zu einer schlagkräftigen und
straff gegliederten Organisation geformt. Das Anwachsen der SA wurde durch
Wirtschaftskrise und Wahlerfolge der NSDAP begünstigt. 1930 hatte die SA
zeitweise 60.000 bis 80.000 Mitglieder und 1932 bereits etwa 220.000
eingetragene Mitglieder.
Ein wegen der Terrorwelle im April 1932 vom Reichskanzler
Heinrich Brüning ausgesprochenes Verbot der SA wurde bereits im Juni von
Brünings Nachfolger Franz von Papen wieder aufgehoben. Im Vorfeld der
Reichstagswahl Juli 1932 gab es bürgerkriegsähnliche Zustände mit insgesamt etwa
300 Toten und über 1100 Verletzten, woran die SA maßgeblich beteiligt
war.
Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30.
Januar 1933 feierte die inzwischen auf über 400.000 Mitglieder angewachsene SA
mit einem nächtlichen Fackelzug, vom Großen Stern in Berlin kommend durch das
Brandenburger Tor zur Reichskanzlei in der
Wilhelmstraße.
Viele SA-Männer erwarteten die sofortige Machtübernahme
im Stile eines gewaltsamen Putsches. Bereits im Herbst 1931 waren die Boxheimer
Dokumente mit Plänen für einen Staatsstreich der SA an die Öffentlichkeit
gelangt.
Doch die Führung der Nationalsozialisten scheute die
Option eines gewaltsamen Putsches der SA, der zu diesem Zeitpunkt einen
Bürgerkrieg gegen den Roten Frontkämpferbund und das Reichsbanner mit unklarem
Ausgang bedeutet hätte. Ob die Reichswehr und vor allem die preußische Polizei,
die während der Weimarer Republik unter starkem sozialdemokratischen Einfluss
gestanden hatte, sich geschlossen den Anweisungen der neuen Regierung fügen
würden, war ebenfalls nicht sicher. Die SA verblieb aktiv. Unmittelbar nach dem
30. Januar 1933 fielen der SA allein in Berlin mehrere Menschen zum Opfer und
viele wurden verletzt. SA-Trupps organisierten auf eigene Faust
Hausdurchsuchungen und Verhaftungen.
Am 22. Februar 1933 wurde durch den kommissarischen
preußischen Innenminister Hermann Göring die preußische Hilfspolizei gegründet.
Sie rekrutierte sich vornehmlich aus den Reihen der SA, die damit in den
staatlichen Machtapparat eingebunden wurde. Die SA konnte nun mit staatlicher
Autorität und umfassenden Zuständigkeiten operieren, was einerseits ihr
Handlungsbedürfnis befriedigte, es andererseits zugleich auch kanalisierte.
Zusätzlich veranlasste die massive Präsenz der SA die regulären Polizeikräfte,
sich den neuen Machthabern anzupassen. Es wird geschätzt, dass allein in Berlin
etwa 3000 bis 5000 SA-Männer zu Hilfspolizisten ernannt
wurden.
In diesem Zusammenhang trat die SA-Feldpolizei, deren
Stammsitz in der Berliner General-Pape-Straße war, in Erscheinung. Während diese
Sondereinheit der SA-Führung anfangs zur Verfolgung und Inhaftierung von
Regimegegnern eingesetzt wurde, erhielt sie später zunehmend
innerorganisatorische Ordnungsaufgaben, die sie unter ihrer neuen Bezeichnung
SA-Feldjägerkorps bis 1935 ausübte. Die preußische Hilfspolizei wurde hingegen
bereits Anfang August 1933 wieder aufgelöst.
Die „Reichstagsbrandverordnung“ wurde unmittelbar nach
dem Reichstagsbrand in der Nacht auf den 28. Februar 1933, einige Tage vor der
Reichstagswahl 1933 erlassen. Damit wurden die Grundrechte der Weimarer
Verfassung praktisch außer Kraft gesetzt und der Weg für die legalisierte
Verfolgung politischer Gegner der NSDAP durch Polizei und SA
bereitet.
Hitlers Doppelspiel
Für Hitler war die SA gerade wegen des Terrors, den sie
ausübte, in der ersten Phase der Machtübernahme extrem nützlich. Einerseits
konnte er mit ihrer Hilfe seine Gegner einschüchtern und terrorisieren,
andererseits konnte er sich bei den Konservativen als die einzige Person
darstellen, die in der Lage war, die SA zu bändigen. Je nach Umständen drohte er
implizit damit, der SA wirklich freie Hand zu lassen, oder versprach, mäßigend
auf sie einzuwirken. Mit dieser Taktik brachte er die Konservativen dazu, dem
Terror zuzustimmen und ihn auch noch dafür zu belohnen, dass er den Terror auf
einem „erträglichen Niveau“ hielt.
„Röhm-Putsch“ 1934
Nachdem Adolf Hitler auch dank der SA im Laufe des Jahres
1933 seine Macht immer weiter gesichert hatte, entzog er ihr im Sommer 1934 die
Gunst. Am 30. Juni 1934 besuchte Hitler Röhm an dessen Urlaubsort Bad
Wiessee. Er beschuldigte ihn, Putschpläne zu hegen, und machte ihm seine
Homosexualität zum Vorwurf. In der Parteiführung war es ein offenes Geheimnis,
dass Röhm und Teile seiner Umgebung homosexuelle Neigungen hatten. Zeitungen
hatten diese Information auch schon vor 1933 verbreitet, wie zum Beispiel Fritz
Gerlichs „Der gerade Weg“. Das gespielte Entsetzen Hitlers über die erst nach
dem „Röhm-Putsch“ offiziell bekannt gegebene Homosexualität Röhms kommentierte
ein politischer Witz sinngemäß: „Wie entsetzt wird Hitler erst sein, wenn er
merkt, dass Göring dick ist und Goebbels einen Klumpfuß hat?“ Röhm und seine
engsten Gefolgsleute (wie auch andere unbequem gewordene Personen) wurden
verhaftet und später ermordet. Es gibt bis heute keine Hinweise darauf, dass ein
Putsch durch Röhm ernsthaft geplant war oder unmittelbar bevorstand. Ermordet
wurden neben Röhm unter anderem SA-Obergruppenführer Heines, der vorherige
Reichskanzler Kurt von Schleicher mit seiner Frau, Gustav von Kahr und Gregor
Strasser.
Die Liquidierung hatte für Hitler mehrere
Vorteile:
Mit der Ruhigstellung der Sturmabteilung präsentierte er
sich dem Ausland und dem deutschen Bürgertum als rechtschaffener Staatsmann.
Mit der Beseitigung der paramilitärischen Konkurrenz
verschaffte er sich das Vertrauen der Reichswehrgeneräle.
Mit der Entmachtung der vornehmlich aus Arbeitslosen und
Kleinbürgern bestehenden SA stieg Hitler in der Gunst der deutschen Groß- und
Schwerindustrie weiter auf.
Durch die Enthauptung der zwischenzeitlich auf 400.000
Mitglieder angewachsenen SA wurde eine potentiell gefährliche innerparteiliche
Macht neutralisiert.
Die Kaltstellung der SA ermöglichte es dem Führer der SS,
Heinrich Himmler, die ursprünglich als Leibwache Hitlers konzipierte SS von der
Mutterorganisation SA zu emanzipieren und auch formal als eigenständige
Organisation im Nationalsozialismus zu etablieren. In den folgenden Jahren
konnte Himmler der SS, ihren Untergliederungen (zum Beispiel SD, Waffen-SS) und
damit auch sich selbst eine im NS-Staat fast beispiellose Machtfülle erarbeiten.
Nach 1934
Nach der Ausschaltung Röhms und seiner Gefolgsleute –
nach Schätzungen gab es etwa 130 Tote – wurde die SA nahezu bedeutungslos und
diente allenfalls als Kaderreservoir für Partei und andere
Organisationen.
Als Viktor Lutze zum neuen Stabschef ernannt wurde, schuf
er innerhalb der SA eine SS-ähnliche Elite-Standarte. Diese trug den Namen
SA-Standarte „Feldherrnhalle“. Sie war eine stehende und bewaffnete Einheit und
galt als SA-Gegenstück zu den Verbänden der
SS-Verfügungstruppe.
Zum landesweiten Einsatz kam die SA nochmals im November
1938 bei den Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung, die als
„Reichskristallnacht“ in die Geschichte eingegangen sind. Auch wurde sie kurz
vor Kriegsende als Reservoir für Kämpfer des Volkssturms genutzt, wobei
SA-Angehörige häufig durch Gewalttaten an Kriegsgefangenen oder
Kapitulationswilligen auffielen.
Hierarchischer Aufbau
Bis 1926 wurde der Kommandant der SA als „Oberster
SA-Führer“ (OSAF) bezeichnet. Bis dahin galt die SA als eine von der NSDAP
unabhängige nationalsozialistische Kampforganisation. Ab Herbst 1926 übernahm
Adolf Hitler die Führung der SA, wurde also selbst Oberster SA-Führer. Für den
bisherigen Amtsinhaber wurde der neue Titel SA-Reichsführer eingeführt; dieser
stand von da an unter der Kontrolle der Partei. Mit der Schaffung des
SA-Reichsführers wurde das Gegenstück des obersten SS-Kommandanten gebildet, der
nun ebenfalls den Rang eines Reichsführers trug, aber formal weiterhin dem
SA-Reichsführer unterstellt war.
Mit der Rückkehr Ernst Röhms in die SA wurde der Rang des
Chef des SA-Stabes oder kurz SA-Stabschef eingeführt. Ernst Röhm war der
bekannteste Inhaber diesen Ranges. Nach seinem Amtsantritt ging er auf Gegenkurs
zu Hitler. Röhm wollte die SA-Kampforganisation erneut der Kontrolle der Partei
entziehen. Nach der Machtergreifung (1933) forderte er die „2. Revolution“
und die Schaffung eines „NS-Volksheeres“, das die Reichswehr ablösen sollte.
Deren Einheiten sollten sich der SA anschließen, in ihr aufgehen und so das
„NS-Volksheer“ bilden.
Hitler, der damals die Unterstützung der Reichswehr für
seine zukünftigen Kriegspläne brauchte, ließ durch bewusst verfälschte und
verbreitete Zitate Röhms den Eindruck verbreiten, Röhm wolle zu einem Aufstand
anstiften. Bei 3,5 Millionen SA-Angehörigen hätte die Ordnungsmacht (Polizei
oder/und Reichswehr) nicht viel dagegen unternehmen können. Röhm betonte
mehrmals intern in Parteikreisen: „Bedenkt, fast vier Millionen Rabauken stehen
hinter mir!“. Auch wenn es nur im Spaß gesagt war, klang das in den Ohren
Hitlers und der Reichswehrführung sehr
bedrohlich.
Verbreitet wurden diese „Revolutionsgerüchte“ vor allem
durch das einstige SA-Oberhaupt Hermann Göring und den Reichsführer-SS Heinrich
Himmler, der damals noch die Dienstgradabzeichen eines SS-Obergruppenführers
trug.
Himmler versicherte Röhm schriftlich mehrmals die
bedingungslose Treue seiner selbst und der SS. Ungeachtet dessen wurde die
SA-Führung am 30. Juni/1. Juli 1934 durch Angehörige des – allgemein
durch seine Brutalität gefürchteten – SS-Totenkopfwachsturmbannes „Oberbayern“
verhaftet und sofort durch ein Exekutionskommando der Leibstandarte-SS Adolf
Hitler erschossen. Dieses aus den Angehörigen der ersten zwei Schützenkompanien
der Leibstandarte gebildete Exekutionskommando stand unter dem Befehl Josef
„Sepp“ Dietrichs.
Röhm selbst wurde am 1. Juli durch den Dachauer
Kommandeur des Wachsturmbanns „Oberbayern“ Theodor Eicke und dessen
Stellvertreter Michel Lippert in Röhms Zelle
erschossen.
Röhms Nachfolger als Stabschef, Viktor Lutze, wurde im
August 1934 als „Reichsleiter SA“ Adolf Hitler persönlich unterstellt. Er
erhielt nun eigene Dienstgradabzeichen. Nach dem Unfalltod Lutzes im Jahre 1943
wurde Wilhelm Schepmann Stabschef.
Interne Gliederung (nach dem Stand von
1934)
Die SA gliederte sich in 21 Gruppen. Diese Anzahl ist im
Verlaufe der folgenden Jahre im Zusammenhang mit administrativen Notwendigkeiten
und der kriegsbedingten Eroberung neuer Gebiete verändert worden. Jede Gruppe
bestand aus mehreren Brigaden. Die weiteren Untergliederungen (Einheiten und
Untereinheiten) waren Standarte, Sturmbann, Sturm, Trupp und Schar. SA-Mann im
weiteren Sinne war die Bezeichnung für alle Angehörigen der SA. Der SA-Mann kann
im speziellen Sinne sein: SA-Führer (vom Sturmführer einschl. aufwärts),
SA-Unterführer (vom Scharführer einschl. bis Obertruppführer einschl.) und
SA-Mann (Rottenführer, Sturmmann, SA-Mann). Alle noch nicht endgültig
eingereihten oder überführten Angehörigen der SA trugen die Bezeichnung
SA-Anwärter. In der Gliederung der SA war die niedrigste Einheit der Sturm;
Trupps und Scharen waren Untereinheiten.
Außer der aktiven SA sind als weitere Formationen zu
erwähnen: SA-Reserve I und SA-Reserve II. Im Jahr 1938 wurde die
Organisationsstruktur der SA nach rein militärischen Gesichtspunkten
reorganisiert. Bei dieser Reorganisierung fielen die SA-Reserven I und II
weg.
Äußeres, visuelles
Auftreten
Uniformierung
Seit 1924 trugen die Angehörigen der
„NS-Kampforganisationen“ das so genannte „Lettow-Hemd“, benannt nach dem
Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika Lettow-Vorbeck. Zuvor wurden
(1920–1923) die Uniformen getragen, mit denen ehemalige Soldaten in der SA
ausgemustert waren. Mitglieder, die nicht ehemalige Soldaten waren, legten sich
graue Windjacken als Uniformersatz zu.
Das auch später offiziell als „Braunhemd“ bezeichnete
Parteihemd wurde nur durch Zufall eingeführt: Der Ende 1923 nach Österreich
geflohene Freikorps- und SA-Führer Gerhard Roßbach konnte einen größeren Posten
brauner Hemden erwerben. Diese waren ursprünglich für die deutsche Schutztruppe
in Afrika unter Lettow-Vorbeck vorgesehen gewesen. Nach seiner Rückkehr führte
Roßbach diese Hemden in der SA ein.
In einem mündlichen Gespräch mit Georg Franz-Willing, der
als Mitarbeiter des Institute for Historical Review und Holocaustleugner
hervorgetreten ist, erklärte Roßbach hingegen, dass er einen bestimmenden
Einfluss auf das Aussehen des Braunhemds gehabt habe. Auch wird im so genannten
„Ehrenbuch der SA“ von 1934 geschildert, dass das Braunhemd ursprünglich von den
„Roßbachabteilungen“ der SA getragen worden sei und erstmalig am 5. April 1925
Verwendung fand. Es ist somit auch durchaus denkbar, dass Roßbach sich mit
seiner ursprünglichen Aussage einer „Zufallsentdeckung“ lediglich vom NS-Regime
distanzieren wollte. Die Uniform musste von jedem SA-Mann selbst erworben
werden, weswegen man auf (vor allem frühen) Bildern häufig unvollständig
ausgerüstete SA-Mitglieder sieht.
Am linken Arm wurde die „Kampfbinde“, ein rotes Band mit
schwarzem Hakenkreuz in einem weißen Kreis,
getragen.
Über die propagandistische Wirkung der Braunhemden in der
Öffentlichkeit waren sich die SA-Leute durchaus bewusst. Als im Jahre 1930 in
Bayern und Preußen das öffentliche Tragen des Braunhemdes verboten wurde, wich
die SA-Führung in einer Blitzaktion auf das Tragen von weißen Hemden aus, ohne
sich ansonsten in ihren Aktivitäten weiter stören zu lassen, was die
Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die SA nur noch weiter verstärkte. Nach
Ablauf des Verbotes kehrte man zum Tragen des Braunhemdes
zurück.
1932 bekam die Firma Hugo Boss von der
NSDAP-Parteileitung den Auftrag, standardisierte Uniformen für die
NS-Organisationen zu entwerfen. Mit Ausnahme der SS wurden bei allen
Parteiorganisationen Uniformen in diversen Brauntönen
eingeführt.
Zum Braunhemd trugen die SA-Männer einen braunen Binder,
braune Breecheshosen und Stiefel (in seltenen Fällen und vorwiegend durch höhere
Führer zu festlichen Anlässen auch „normale lange Hosen“ und eine Uniformjacke
in militärischem Schnitt, ebenfalls mit brauner Grundfarbe). Typisch war die
SA-Mütze, eine Schaftmütze mit brauner Grundfarbe, ursprünglich weich und
einfarbig braun mit Lederschirm und Sturmriemen. Ab August 1929 erhielt die
SA-Mütze einen steifen Korpus, aus dessen oberem farbigen Besatz die
territoriale Zugehörigkeit des SA-Mannes (Gau- und Gebietsgliederung) erkennbar
war. Silberne Litzen in verschiedener Breite deuteten darüber hinaus auf die
Dienststellung des Trägers hin.
Die Rangabzeichen wurden auf dem linken, vom
Standartenführer aufwärts auf beiden Kragenspiegeln getragen, deren Grundfarbe
mit dem farbigen Randbesatz der SA-Mütze übereinstimmte. Um den Kragen des
Braunhemdes verlief bei diesen Rangstufen eine silberne, gedrehte Schnur. Die
Nummern auf dem rechten Spiegel bezeichnen den SA-Sturm und die Standarte, zum
Beispiel: 1/5 bedeutet Sturm 1 der Standarte 5. Die Mitglieder vom Stab führten
nur die Nummer der Standarte, zum Beispiel 5 oder des Sturmbanns, zum Beispiel
III/5. Auf der rechten Schulter wurden Achselstücke getragen in
Zweifarbenschnur, Silber und Gold. Sofern der SA-Mann auch Mitglied der NSDAP
war (was zwar nicht selbstverständlich, bei höheren SA-Führern aber
Voraussetzung für ihre Dienststellung war), wurde auf dem braunen Binder „auf
der Höhe der Brustwarzen“ ein Parteiabzeichen der NSDAP
getragen.
Zur Uniformierung gehörten weiterhin ein braunes
Lederkoppel, an dem auf der linken Hüfte der SA-Dolch getragen wurde, mit
Koppelschloss und ein Schulterriemen.
Fahnenkult
Von Anfang an spielte die Verwendung von Fahnen,
vorwiegend mit dem Symbol des Hakenkreuzes, in der SA als Feldzeichen, aber auch
in bloßer Anhäufung als Dekoration gegenüber der Öffentlichkeit eine bedeutsame
Rolle.
Neben so genannten „Sturmfahnen“, die den jeweiligen
„Sturmabteilungen“ übergeben wurden, führte jede Einheit eine – von Adolf Hitler
im Jahr 1922 entworfene – „SA-Standarte“ als Feldzeichen, die sich in ihrer
Gestaltung an alte römische Vorbilder und Vorbilder aus napoleonischer Zeit
anlehnte und die Gegenstand eines ausgedehnten Fahnenkultes war. Die Standarten
besaßen gegebenüber den „Sturmfahnen“ den Vorteil, dass ihr Abbild unabhängig
von den Witterungsbedingungen immer sichtbar war. Die Aufschrift „DEUTSCHLAND
ERWACHE“ entstammte dem Lied „Sturm, Sturm, Sturm“ von Dietrich Eckart. Die
ersten vier Standarten wurden vom Münchener Goldschmied Gar angefertigt und im
Januar 1923 auf dem Parteitag in Nürnberg feierlich übergeben. Die umfassende
Einführung der SA-Standarten begann 1926 in Weimar, als Adolf Hitler „mit
Treueversprechen“ und einem mystischen, ans Religiöse grenzenden Zeremoniell die
SA-Standarten übergab.
Auf dem Parteitag 1927 in Nürnberg wurden weitere 12
SA-Standarten vor ihrer Übergabe an die Trägereinheiten „feierlich geweiht“. Zu
diesem Zweck verwendete man das Hakenkreuzfahnentuch, das beim Hitlerputsch am
9. November 1923 in München beim Marsch auf die Feldherrnhalle als Fahne
vorausgetragen worden war. Die Fahne wurde zur „Blutfahne“ erklärt, um die
Verbindung mit den ersten „Blutzeugen“ der Bewegung zu demonstrieren. Ob das
Fahnentuch bei dieser Gelegenheit tatsächlich mit dem Blut von verwundeten oder
erschossenen Demonstranten „getränkt“ worden ist, wird widersprüchlich
diskutiert. Mit einem Zipfel dieser „Blutfahne“ berührte Hitler im Verlauf der
Fahnenweihe in dunkler Blut-und-Boden-Symbolik das Fahnentuch jeder neuen
Standarte, um „die Kräfte der Märtyrer der Bewegung“ auf die Fahne und dadurch
auch auf die von ihr geführte SA-Einheit zu
übertragen.
Altgediente SA-Männer
Angehörige der SA, die in der Zeit vom 1. Januar 1925 bis
einschließlich 30. Januar 1933 in die SA eingetreten waren, wurden als
„Altgediente SA-Männer“ bezeichnet. Sie trugen am Ärmelaufschlag beider
Unterärmel grausilberne Ärmelstreifen, deren Zahl und Breite nach dem
Eintrittsjahr gegliedert verschieden war.
Absolventen der SA-Reichsführerschule bekamen seit den
1930er Jahren die Tyr-Rune verliehen.
SA-Sportabzeichen
Das SA-Sportabzeichen wurde geschaffen, um auch in den
Reihen der „unpolitischen“ Sportler eine engere Anknüpfung an das
nationalsozialistische Gedankengut zu schaffen.
Dienstränge
Gliederung, Abzeichen und Ränge der SA dienten als
Vorbild für die Organisationsstruktur der SS sowie der anderen
„NS-Kampforganisationen“ NSKK und NSFK.
Die Dienstränge (siehe dort tabellarischer Vergleich mit
SS, Polizei und Wehrmacht) waren:
SA-Anwärter
SA-Mann
SA-Sturmmann
SA-Obersturmmann (nicht im Bild rechts)
SA-Rottenführer
SA-Scharführer
SA-Oberscharführer
SA-Truppführer (Feldwebel)
SA-Obertruppführer
SA-Haupttruppführer (nicht im Bild rechts)
SA-Sturmführer (Leutnant)
SA-Obersturmführer
SA-Sturmhauptführer (ab Oktober 1934:
SA-Hauptsturmführer)
SA-Sturmbannführer (Major)
SA-Obersturmbannführer
SA-Standartenführer
SA-Oberführer
SA-Brigadeführer (General)
SA-Gruppenführer
SA-Obergruppenführer
SA-Chef des Stabes
Presseorgan
Seit März 1928 erschien im Völkischen Beobachter eine
monatliche Beilage unter dem Titel „Der SA-Mann“, die ab dem 5. Januar 1932
durch die Oberste SA-Führung als selbständiges Wochenblatt herausgegeben wurde.
Chefredakteur der Zeitung, die sich in erster Linie mit militärischen Themen
sowie internen Angelegenheiten von SA und NSDAP beschäftigte, war Joseph
Berchtold.
Die Hitlerjugend oder Hitler-Jugend (abgekürzt HJ) war
die Jugend- und Nachwuchsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen
Arbeiterpartei (NSDAP). Sie wurde in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1933
zum einzigen staatlichen Jugendverband mit bis zu 8,7 Millionen Mitgliedern (98
Prozent aller deutschen Jugendlichen) ausgebaut. Der totalitäre Anspruch sollte
möglichst ungehemmt von Familie und Schule verwirklicht werden: „Die HJ will
sowohl die Gesamtheit der Jugend, wie auch den gesamten Lebensbereich des jungen
Deutschen erfassen.“ Dies galt seit Gründung des Bundes Deutscher Mädel (BDM)
1930 für beide Geschlechter. Der 1939 auch gesetzlich geregelte Pflichtdienst
aller HJ-Angehörigen war nach dem „Führerprinzip“ organisiert und umfasste
ideologische Schulung, gemeinsame Wanderungen bzw. Märsche und körperliche
Übungen im Freien. Diese sollten schon die zehnjährigen männlichen Jugendlichen
abhärten und langfristig auf den Kriegsdienst vorbereiten: „Was sind wir?
Pimpfe! Was wollen wir werden? Soldaten!“ Das Einüben von Befehl und Gehorsam,
Kameradschaft, Disziplin und Selbstaufopferung für die „Volksgemeinschaft“
gehörten zu den vorrangigen Erziehungszielen. Im Zweiten Weltkrieg versahen
HJ-Einheiten spezifische soziale, polizeiliche und militärische Hilfsdienste und
stellten in der Endphase des Krieges einen hohen Anteil der
Kriegsopfer.
Die Nationalsozialistische
Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war eine in der Weimarer
Republik gegründete politische Partei,
deren Programm und Ideologie (der Nationalsozialismus)
von radikalem Antisemitismus und Nationalismus sowie der
Ablehnung von Demokratie und Marxismus bestimmt war. Sie war
als straffe Führerpartei organisiert. Ihr Parteivorsitzender war ab
1921 der spätere Reichskanzler Adolf Hitler, unter dem sie das
sogenannte Dritte Reich von 1933 bis 1945 als einzige zugelassene
Partei beherrschte.
Sie
wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch
die Kontrollratsproklamation Nr. 2 vom 20. September 1945 für
völlig aufgelöst und illegal erklärt sowie durch das
alliierte Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 mit
allen ihren Untergliederungen abgeschafft, als verbrecherische
Organisation eingestuft und damit verboten. Ihr Vermögen wurde, wie
schon 1923, beschlagnahmt und eingezogen. Das bedeutete in der sowjetischen
Besatzungszone – der späteren DDR – das bis zur Deutschen
Wiedervereinigung geltende Verbot, ihre Symbole zu besitzen oder zu zeigen,
gleich aus welchem Grund.
Seit
der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 ist dort
jede Werbung für sie durch Schriften, Worte oder Kennzeichen verboten,
wobei deren privater Besitz nicht eingeschränkt wurde.
Eine
der Bundesrepublik gleichartige Regelung war mit dem Verbotsgesetz in
Österreich vier Jahre zuvor, 1945, getroffen
worden.
In
der Weimarer Republik 1920–1933
Anfänge
und Verbot 1920–1925
Am
Abend des 24. Februar 1920 erfolgte im Münchner Hofbräuhaus die
öffentliche Bekanntgabe der neuen Partei durch Umbenennung der Deutschen
Arbeiterpartei (DAP) in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
(NSDAP), wobei die offizielle Ummeldung von DAP in NSDAP bereits am
20. Februar 1920 vollzogen worden war. Das Kürzel „NS“ sollte die
Besonderheit der Partei hervorheben und wurde von Adolf Hitler, Dietrich
Eckart, Hermann Esser, Ernst Röhm und Gottfried
Feder an der Parteiführung vorbei eingeführt. An jenem Abend
veröffentlichte die NSDAP ihr Parteiprogramm (25-Punkte-Programm) mit den
Hauptpunkten „Aufhebung des Versailler Friedensvertrages“, „Entzug
der deutschen Staatsbürgerschaft von Juden“ und „Stärkung
der Volksgemeinschaft“.
Kurz
zuvor hatte die DAP erste Mitgliedsausweise ausgegeben und eine Mitgliederliste
erstellt. Da sie nicht als „unbedeutende Kleinstpartei“ dastehen wollte, begann
das offizielle Parteiverzeichnis mit der Nummer 501. Hitler wurde in diesem
Verzeichnis mit der Nummer 555 geführt.
Bereits
ab 1920 kooperierte die NSDAP mit der Deutschen Nationalsozialistischen
Arbeiterpartei (DNSAP) in Österreich und der Tschechoslowakei. Im
August 1920 hielten sie ein „zwischenstaatliches Treffen“ in Salzburg
ab, anschließend gab es ein „zwischenstaatliches Sekretariat“ mit Sitz in
Wien. Im August 1923 wurde sogar ein gemeinsamer, länderübergreifender
Parteitag in Salzburg abgehalten, auf dem jedoch Richtungsstreits über die zu
verfolgende politische Strategie und Methoden eskalierten.
1922
ergingen eine Reihe von NSDAP-Verboten in mehreren deutschen Ländern:
In Baden am 4. Juli und in Thüringen am 15. Juli.
Auf Grundlage des Republikschutzgesetzes vom 21. Juli 1922
folgten Verbote
in Braunschweig (13. September), Hamburg (18. Oktober), Preußen (11. November)
und Mecklenburg-Schwerin (30. November). Der Vollzug der Verbote war
von unterschiedlicher Schärfe. In Preußen führte das NSDAP-Verbot auch zum
Verbot der dortigen NSDAP-Tarnorganisation Großdeutsche Arbeiterpartei, die
ursprünglich als erste norddeutsche NSDAP-Ortsgruppe gegründet werden
sollte.
Bis
1923 konnte die NSDAP vor allem in Bayern größeren Anhang gewinnen und
nahm die durch Ruhrkampf und Inflation desolate Lage
im Deutschen Reich zum Anlass für den Hitlerputsch, der am 9.
November 1923 kläglich scheiterte.
Am
selben Tag übertrug Reichspräsident Friedrich Ebert auf Grundlage
von Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung die
vollziehende Gewalt an den Chef der Heeresleitung Hans von Seeckt. Dieser
erließ am 23. November 1923 ein reichsweites Verbot gegen die
NSDAP, das bis zum 27. Februar 1925 gelten sollte. Das gesamte
Parteivermögen wurde konfisziert, die Geschäftsstelle in München geschlossen,
die Parteizeitung Völkischer Beobachter verboten. Ebenfalls verboten
wurden die Deutschvölkische Freiheitspartei (DVFP), deren
Vorsitzender Erich Ludendorff beim Putsch eine zentrale Rolle gespielt
hatte, und die Kommunistische Partei Deutschlands, deren Hamburger
Aufstand wenige Wochen zuvor gescheitert war.
Hitler
befand sich ab dem 11. November 1923 in Untersuchungshaft. In
einem Prozess vor dem Münchner Volksgericht wurde er am
1. April 1924 wegen Hochverrats zu fünf
Jahren Festungshaft verurteilt, von denen er aber nur wenige Monate
verbüßen musste. Zuvor hatte er den Chefredakteur des Völkischen
Beobachters Alfred Rosenberg beauftragt, für den Zusammenhalt der
Nationalsozialisten zu sorgen. Unter dem Pseudonym Rolf Eidhalt
(ein Anagramm aus Adolf Hitler) gründete dieser die Großdeutsche
Volksgemeinschaft. Es fehlte ihm aber die nötige Autorität, um die
Zersplitterung der Bewegung zu verhindern. Von der Parteispitze wurde er
bald durch Hermann Esser und Julius Streicher verdrängt.
Daneben bildete sich ein „Völkischer Block in Bayern“ unter Alexander
Glaser, der ebenfalls um nationalsozialistische Stimmen warb. Andere
Nationalsozialisten wie Gottfried Feder, Gregor
Strasser und Wilhelm Frick schlossen
ein Wahlbündnis mit Ludendorff und seiner eher
bürgerlich-nationalistischen DVFP, die nach dem Freispruch ihres Vorsitzenden im
Hitlerprozess rasch wieder zugelassen worden war. Unter dem
Namen Nationalsozialistische Freiheitspartei traten sie bei
den Reichstagswahlen vom 4. Mai 1924 an und erreichten 6,6 Prozent der
Stimmen. Hitler befürchtete, dadurch würde aus seiner „Bewegung […] eine rein
bürgerliche Konkurrenzpartei“, und lehnte diese Zusammenarbeit entschieden ab.
Aus der Haft konnte er auf die Entwicklung aber keinen Einfluss nehmen. Im
August 1924 schlossen sich Deutschvölkische und Nationalsozialisten
organisatorisch zur „Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands“
zusammen, die von Ludendorff, Gregor Strasser und Albrecht von
Graefe geführt wurde. Die organisatorische Einheit überdeckte nur
oberflächlich die heftigen inneren sachlichen und persönlichen Gegensätze, die
die neue Partei prägten. Bei den Reichstagswahlen vom 7. Dezember
1924, bei der die republikfeindlichen Kräfte allgemein stark verloren, erlangte
sie nur noch 3 Prozent der abgegebenen Stimmen. Eine weitere Splittergruppe
bildete sich in Norddeutschland. Die „Nationalsozialistische
Arbeitsgemeinschaft“ des Lüneburger Rechtsanwalts Adalbert
Volck verstand sich als „reine Hitlerbewegung“ und trat strikt
antiparlamentarisch auf.
Nach
seiner Entlassung aus der Festungshaft am 20. Dezember 1924 wurde
Hitler, obwohl er damals noch österreichischer Staatsbürger war, nicht
ausgewiesen, sondern durfte im Deutschen Reich
bleiben.
Reorganisation
und Splitterpartei 1925–1930
Im
Februar 1925 wurde die NSDAP neu gegründet. Am 26. Mai 1930 kaufte die NSDAP für
805.864 Reichsmark in München das „Braune Haus“, nachdem die
Räume in der Schellingstraße 50, wo sich seit 1925 die Parteizentrale
befunden hatte, zu klein geworden waren.
Im
Juli 1925 erschien der erste Band von Hitlers Buch Mein Kampf; im
Dezember 1926 der zweite. Anders als der Titel vermuten lässt, stellt das Buch
nicht bloß eine Autobiographie dar, vielmehr überwiegen
die programmatischen Aussagen. Für die NSDAP wurden
die Ideologeme, die Hitler hier entfaltete, vor allem die nach „Lebensraum
im Osten“ und einer „Entfernung der Juden“ verbindlich. Es finden sich auch
wütende Angriffe gegen Marxismus und Demokratie.
Hitler
löste die NSDAP aus dem Bündnis mit den Völkischen und begann mit der
Reorganisation zu einer Führerpartei, die er auf eine
strikte Legalitätstaktik festlegte. Entscheidende Schritte dazu wurden
auf der Bamberger Führertagung am 14. Februar 1926 gemacht, in der
Hitler sich gegen eine Gruppe um Gregor Strasser mit seinen
Vorstellungen durchsetzen konnte. Vollendet wurde dies mit dem Beschluss über
die Parteisatzung vom 22. Mai 1926, die ganz Hitlers Vorstellungen
entsprach.
Nachdem
sich die österreichische „Schwesterpartei“ DNSAP mehrmals anhand der Frage, ob
man sich Hitler und der deutschen NSDAP unterordnen oder organisatorisch
selbstständig bleiben sollte, gespalten hatte, gründete der Wiener
Mittelschulprofessor Richard Suchenwirth im Mai 1926
den Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterverein. Er benannte sich bald
darauf in NSDAP – Hitlerbewegung um und funktionierte quasi wie ein
Landesverband der deutschen NSDAP. Zudem gab es mit
dem Vaterländischen Schutzbund auch einen österreichischen Ableger der
SA, der von Hermann Reschny geführt wurde. Hitlers Bevollmächtigter an
der Spitze der österreichischen NSDAP wurde der pensionierte
Oberst Friedrich Jankovic. Bei Wahlen blieb die NSDAP in Österreich
unbedeutend: bei der Nationalratswahl 1927 erhielt sie 0,76 %,
1930 waren es 3 %.
Im
Deutschen Reich war die NSDAP bis zu den Reichstagswahlen 1928 nur
eine von mehreren antisemitischen und völkischen Parteien,
zeigte aber spätestens bei der Reichstagswahl ihre herausragende Stellung in
diesem Spektrum. 1929 erlangte die Partei durch gemeinsame Agitation mit
der DNVP und dem Stahlhelm im Rahmen der Kampagne gegen
den Young-Plan reichsweite Aufmerksamkeit.
Die
viel gelesenen Zeitungen des deutschnationalen Großverlegers Alfred
Hugenberg machten die NSDAP und besonders Adolf Hitler überall
im Reich bekannt, obwohl die Kampagne selbst im Dezember 1929 mit nur
15 Prozent Zustimmung scheiterte. Finanziert wurden diese und die folgenden
Agitationen und Wahlkämpfe weniger durch Spenden aus der Großindustrie, die
vom „Sozialismus“ im Parteinamen abgeschreckt wurde und lieber
die DVP und die DNVP unterstützte (einzelne nationalsozialistische
Schwerindustrielle wie Fritz Thyssen und Emil Kirdorf waren
Ausnahmen). Wichtiger waren Zuwendungen der mittelständischen Industrie, vor
allem aber die vergleichsweise hohen Mitgliedsbeiträge (ein
Finanzierungsinstrument, das die Nationalsozialisten von
der SPD übernommen hatten) sowie die Eintrittsgelder zu
Veranstaltungen mit Hitler oder Goebbels, für die zwischen 50 Pfennig und zwei
Mark verlangt wurden – der durchschnittliche Monatslohn eines Arbeiters lag bei
180 Mark, ein Student oder ein Arbeitsloser mit Familie musste mit etwa 80 Mark
auskommen.
Zwischen
1925 und 1930 stieg die Mitgliederzahl der Partei von 27.000 auf 130.000. Die
NSDAP nutzte die Weltwirtschaftskrise und die damit einhergehende
Massenverelendung, welche
ihr antikapitalistisches, antiliberales und vor allem
antisemitisches Programm gegen das „internationale Finanzjudentum“ in der
Bevölkerung stützte. Schon 1926 wurde parteiintern
der Hitlergruß eingeführt und Hitler als Führer bezeichnet. Nach dem
Tod von Horst Wessel im Jahr 1930 wurde zudem
das Horst-Wessel-Lied die offizielle Parteihymne der
NSDAP.
Nach
dem verheerend schlechten Ergebnis bei den Reichstagswahlen 1928, als sich
die NSDAP mit 2,6 Prozent der Stimmen begnügen musste, erging die Weisung an
alle Parteigliederungen, in ihrer Propaganda den Antisemitismus
zurückzuschrauben, der vor allem auf bürgerliche Kreise abschreckend wirkte. Von
nun an setzte die NSDAP zentral auf
den Straßenterror der SA und andere Themen wie
die Außenpolitik, woraufhin ihre Stimmenanteile bei
den Landtagswahlen 1929 und 1930 auf über 10 Prozent anstiegen (zum
Beispiel in Sachsen mit 14,4 Prozent). Dies lag auch an den nicht
durch Wahlen legitimierten Präsidialkabinetten. Besonders Jugendliche und
junge Männer traten in die Hitlerjugend und die SA ein. Die
nationalsozialistischen Politiker gingen von dem Versuch ab, vor allem die
Arbeiterschaft für sich zu gewinnen, was zur Abspaltung eines „linken“ Flügels
führte, zu dem unter anderen Otto Strasser gehörte. Die NSDAP erhielt
aber immer mehr Unterstützung von Bauern (die Agrarpreise waren ab 1928
zusehends verfallen), Handwerkern und Einzelhändlern (Angst vor der Konkurrenz
durch „jüdisch geführte“ Kaufhauskonzerne) sowie aus den Reihen der Studenten-
und Beamtenschaft (Furcht vor einer drohenden „Proletarisierung“ des
akademischen Bürgertums).
So
konnte die NSDAP die Weltwirtschaftskrise, deren Auswirkungen im Deutschen
Reich besonders spürbar wurden, zur Gewinnung einer Massenbasis in denjenigen
Wählerschichten nutzen, die vorher für die DNVP oder eine der
sonstigen nationalen Kleinparteien gestimmt hatten oder enttäuscht von den
bürgerlichen Parteien (DVP und DDP) seit Jahren ins Nichtwählerlager
gewechselt waren.
Wahlerfolge
ab 1930
Die
Auflösung des Reichstags durch Reichspräsident Paul von
Hindenburg gemäß Artikel 25 der Verfassung kam den
Nationalsozialisten daher sehr gelegen. Bei den Reichstagswahlen am
14. September 1930 wurde die NSDAP mit 18,3 Prozent der abgegebenen Stimmen
zweitstärkste Partei hinter der SPD. Bereits im Januar 1930 trat die NSDAP
in Thüringen („Baum-Frick-Regierung“) und im weiteren Verlauf des
Jahres dann in Braunschweig (Kabinett Küchenthal) in
Koalitionsregierungen ein. Trotz der Regierungsbeteiligungen wurde sie weiterhin
als Opposition gegen das „System“ wahrgenommen. Die Propaganda
der NSDAP stellte vor allem außenpolitische und soziale Themen in den
Vordergrund. In ihrer Polemik gegen den Versailler Vertrag und
namentlich gegen den Young-Plan, die als die Ursache der Verelendung in
der Weltwirtschaftskrise hingestellt wurden, fasste sie beide Themen
zusammen. Mit antisemitischer Polemik hielt sich die Parteipropaganda nach
einer Anweisung von Goebbels aus dem Jahr 1928 deutlich zurück. Dennoch kam
es auch in den Aufstiegsjahren der NSDAP wiederholt
zu pogromartigen Zwischenfällen, wie den Angriffen auf
das Kaufhaus Wertheim am Tag der Reichstagseröffnung
1930 oder dem Kurfürstendamm-Krawall vom 12. September 1931.
Im
Dezember 1930 wurde in der Sitzung der Reichsregierung über ein Verbot der NSDAP
diskutiert, nachdem eine Denkschrift preußischer Beamter, darunter Robert
Kempner, zu dem Ergebnis gekommen war, die NSDAP verfolge eine „Revolution mit
gewaltsamen Mitteln [...], deren Ziel über die nationalsozialistische Diktatur
die Errichtung des nationalsozialistischen ‚Dritten Reichs‘
ist.“ Reichskanzler Heinrich Brüning lehnte ein solches Parteiverbot jedoch
selbst nach Bekanntwerden der Boxheimer Dokumente ab und wollte die
NSDAP im Hinblick auf die Auswirkungen des Sozialistengesetzes von
1878 politisch stellen.
Da
sie ihren parteipolitischen Apparat organisatorisch stark ausgeweitet hatte,
konnte sie für jede soziale Gruppe speziell auf sie zugeschnittene
Organisationen und Propaganda anbieten. In „nacktem Populismus“
(Hans-Ulrich Wehler) versprach sie jeder gesellschaftlichen Gruppe, genau ihre
Wünsche zu erfüllen: Für die Industriearbeiter etwa gab es
die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation und die
Hib-Aktion („Hinein in die Betriebe“), für sie gerierte sich die Partei
als sozialistisch und organisierte auch Streiks. Für kleinere
Ladenbesitzer gab es den Nationalsozialistischen Kampfbund für den
gewerblichen Mittelstand, der gegen die den kleinen Spezialgeschäften ökonomisch
überlegenen Warenhäuser und Einheitspreisläden kämpfte. Auf dem Lande
übernahm die NSDAP die Themen der Landvolkbewegung und konzentrierte
sich auf ihre Blut-und-Boden-Ideologie und ihr Ziel, die deutsche
Wirtschaft vom Weltmarkt abzukoppeln. Dass die Nationalsozialisten
eine Autarkie planten, wurde von Hitler gegenüber den
Großindustriellen dagegen bestritten, so etwa in seiner Rede vor
dem Düsseldorfer Industrie-Club. Gegenüber dieser Klientel, für die es mit
der Arbeitsstelle Dr. Schacht und dem Keppler-Kreis gleich
mehrere, konkurrierende Organisationen innerhalb des Parteiapparats NSDAP gab,
betonte die Propaganda die Ablehnung von Klassenkämpfen und
Demokratie.
Integrierendes
Element dieser widersprüchlichen Forderungen waren der radikale
Nationalismus der Partei und ihre Volksgemeinschaftsideologie, die man
je nach Publikum unterschiedlich auslegen konnte. Zwar gab es sowohl innerhalb
der Partei als auch von außen, zum Beispiel von Seiten der Industrie, die wissen
wollte, wie es denn nun mit dem „Sozialismus“ des Parteiprogramms bestellt war,
immer wieder Ansätze, die NSDAP auf ein konkretes Aktionsprogramm für die Zeit
nach einer Machtergreifung festzulegen. Dies wurde von Hitler stets rundweg
abgelehnt, der programmatisch stets wolkig blieb und unterhalb der Ebene vager
Großforderungen wie der nach einer „Regeneration unseres Volkskörpers“ jede
politische Konkretion vermied: „So unveränderlich […] die Gesetze des Lebens
selbst sind und damit die unserer Bewegung zugrunde liegende Idee, so ewig
fließend ist das Ringen um die Erfüllung“.
Durch
ihre breit adressatendifferenzierte Propaganda gelang es der
NSDAP, Wähler in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten zu
gewinnen. Zwar erwiesen sich das
traditionsbewusst-katholische Milieu und das der organisierten
Industriearbeiter als weniger anfällig als die anderen Milieus, doch blieben
auch sie nicht immun gegenüber der nationalsozialistischen Verlockung.
Überproportional viele Anhänger konnte sie im
alten Mittelstand gewinnen, bei den kleinen Gewerbetreibenden, den
Ladenbesitzern und Inhabern von Handwerksbetrieben. Aus diesem Befund zieht der
Parteienforscher Jürgen W. Falter den Schluss, dass die NSDAP eine
„Volkspartei mit Mittelstandsbauch“ war, die die zum Teil diametral
divergierenden Werte und Interessen aller Teile der Wahlbevölkerung zu
integrieren vermochte.
Im
Oktober 1931 taten sich auf Drängen Hitlers und Alfred Hugenbergs die
NSDAP und die DNVP mit anderen nationalistischen Verbänden zur Harzburger
Front als Gegner der Weimarer Republik zusammen, das Bündnis
hielt aber nicht lange: Bereits wenige Monate später bekämpften sie sich im
Wahlkampf zur Reichspräsidentenwahl 1932. Dennoch gelang Hindenburg seine
Wiederwahl zum Reichspräsidenten erst im zweiten Wahlgang – Hitler kam auf Platz
zwei; bei den Landtagswahlen
in Preußen, Bayern, Württemberg und anderen Reichsländern
erzielte die Partei deutliche Erfolge und wurde bei den Reichstagswahlen am
31. Juli 1932 auch stärkste Partei im Reichstag. Zwar durchlief die Partei
1932 eine schwere Krise, welche in einen deutlichen Rückgang der Stimmen bei
der Reichstagswahl am 6. November 1932 mündete: Die NSDAP blieb zwar
stärkste Partei, hatte aber über vier Prozentpunkte und zwei Millionen Wähler
verloren. Um den weiteren politischen Kurs der Partei nach der aus Sicht
der NSDAP enttäuschenden Wahl führte zu einem parteiinternen Machtkampf;
der Strasser-Krise. Zudem war die Partei durch die aufwändigen Wahlkämpfe
des Jahres 1932 in schwere Finanzprobleme geraten.
Reichsschatzmeister Franz Xaver Schwarz musste im Januar 1933 zu
verzweifelten Maßnahmen greifen: Parteiangestellte wurden entlassen oder ihr
Gehalt wurde gekürzt, Gauen, die mit den abzuführenden Mitgliedsbeiträgen in
Rückstand waren, wurde Zwangsverwaltung angedroht. In einem
parteioffiziellen Rundschreiben teilte Schwarz mit, „der Bestand der Zentrale“
sei in Gefahr. Die Trendumkehr gelang bei der Landtagswahl in Lippe am
15. Januar 1933: Die Mitgliederstärke der NSDAP erhöhte sich auf rund
850.000. Die Wahlerfolge sind auch auf die erfolgreiche Mobilisierung von
Nichtwählern zurückzuführen, welche den bis dahin regierenden Parteien nicht
mehr zutrauten, die Weltwirtschaftskrise zu
überwinden.
Reichspräsident
Hindenburg hegte eine tiefe persönliche Abneigung gegen den „böhmischen
Gefreiten“ Hitler, der außerdem nicht bereit war, sich mit weniger als der
Reichskanzlerschaft zufriedenzugeben. Gleichwohl dachten sowohl
Reichskanzler Heinrich Brüning als auch seine Nachfolger von
Papen und von Schleicher jeweils zumindest zeitweise an eine
Rechtskoalition von Zentrum, DNVP und NSDAP, um eine Reichsreform ohne
Beteiligung der SPD zu Stande zu bringen. Dies scheiterte aber an Hitlers
Bestehen auf der Kanzlerschaft; außerdem gelang es nicht, wenigstens Teile der
Nationalsozialisten (und der Deutschnationalen) zu dieser Koalition zu bewegen
oder zu einer „Querfront“ von Gewerkschaften und linken Nationalsozialisten. Die
Versuche zur Einbindung Hitlers hatten als Kehrseite, dass bereits Brüning die
NSDAP nicht als umstürzlerische und verfassungsfeindliche Partei anprangerte und
dementsprechend bekämpfte.
Anfang
1933 war die „Querfront“-Idee des Kanzlers von Schleicher gescheitert. Dieser
befürwortete ein Weiterregieren unter Ausschaltung des Reichstags, der Ende
Januar wieder zusammentreten und mit Sicherheit die Regierung stürzen würde. In
dieser Situation gelang es Franz von Papen, den Reichspräsidenten zu einer
NSDAP-DNVP-Koalition unter einem Kanzler Hitler zu überreden. Von Papen glaubte,
Hitler „zähmen“ zu können. Am 30. Januar 1933 führte dies zur formal
legalen „Machtübergabe“ (später als „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten
bezeichnet).