Ministerpräsident
General Göring.
Luftfahrtminister
und spätere Reichsmarschall und Reichsjägermeister General Hermann Göring zu
Pferd.
Originale
Farb-Autotypie von 1934.
Nach
dem Originalgemälde von Hermann Junker.
In
der Platte signiert: „Hermann Junker MCMXXXIV“.
Größe 152 x 200 mm.
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Zeitgeschichte
Prof. Hermann Simon Juncker, der Jüngere, deutscher
Pferdemaler. Geboren am 21.03.1867 in Frankfurt am Main, gestorben am 06.03.1944
in Berlin.
Hermann Junker studierte in Frankfurt am Städelschen Institut und
in Karlsruhe bei Hermann Baisch. Ab 1908 war er in Berlin tätig, wo er u.a. den
deutschen Kronprinzen und weitere Mitglieder des Kaiserhauses auf ihren Pferden
portraitierte und in Kreisen des Rennsports mit seinen Pferdebildern hohes
Ansehen erwarb. Er wohnte in der Droysenstraße 15 in Berlin-Charlottenburg Er
starb an einem Herzleiden.
Hermann Wilhelm Göring (* 12. Januar 1893 in Rosenheim; †
15. Oktober 1946 in Nürnberg) war der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe
im Zweiten Weltkrieg und einer der führenden Politiker in der Zeit des
Nationalsozialismus. Göring war maßgeblich an der Ausschaltung und Verfolgung
der Opposition beteiligt. Er war für die Gründung der Gestapo sowie die
Einrichtung der ersten Konzentrationslager verantwortlich. Ab Oktober 1936
betrieb er als Beauftragter für den Vierjahresplan die Aufrüstung Deutschlands
und bereitete so den Krieg vor. Am 31. Juli 1941 beauftragte er Heydrich mit der
Organisation der so genannten Endlösung der
Judenfrage.
Göring gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die
Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten
Personen und wurde am 1. Oktober 1946 in allen vier Anklagepunkten schuldig
gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Der Vollstreckung des
Urteils entzog er sich durch Suizid.
Leben
Familie und Herkunft
Hermann Göring wurde als Sohn von Ernst Heinrich Göring
und Franziska Göring (geb. Tiefenbrunn) in Rosenheim geboren. Die Familie war in
Rosenheim nicht ansässig, der Geburtsort kam durch einen Besuchsaufenthalt der
Mutter zustande. Vater Ernst Heinrich war promovierter Jurist und von Bismarck
zum ersten Reichskommissar für Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) (1885 bis
1888) bestimmt worden.
Hermann Göring hatte vier Geschwister, einen älteren
Bruder Karl Ernst Göring (* 3. August 1885; † 4. Oktober 1932), zwei Schwestern
(Olga Therese Sophie und Paula Elisabeth Rosa), die in Österreich mit Juristen
verheiratet waren und einen jüngeren Bruder, Albert Göring, der die
nationalsozialistische Ideologie ablehnte.
Kindheit und Jugend
Seine Mutter gab ihn die ersten drei Jahre zu Pflege bei
der Familie Graf in Rosenheim, während sie mit ihrem Mann im Ausland war. Ab
1901 lebte Göring zusammen mit seinen Eltern und seinen vier Geschwistern auf
den Ländereien seines Patenonkels Hermann von Epenstein, eines Arztes jüdischer
Herkunft, mit dem sich Görings Vater in Afrika angefreundet hat. Epenstein
stellte der Familie Göring die Burg Veldenstein (ca. 30 Kilometer nordöstlich
von Nürnberg) als Wohnsitz zur Verfügung. Hin und wieder besuchte die Familie
Epenstein auf seinem Schloss Mauterndorf (ca. 120 Kilometer südlich von
Salzburg).
Seine Mutter pflegte offen ein Verhältnis mit Epenstein.
Bei Besuchen wohnte sie bei ihm, während der Vater abseits untergebracht wurde.
Hermann Göring besuchte von 1898 bis 1903 die Volksschule
Fürth und mit mäßigem Erfolg die Gymnasien in Fürth und Ansbach. Von 1903 bis
1905 lebte er in Ansbach in einem Internat. In „seinen Kinderspielen ging es
ständig um Krieg“.
Mit zwölf Jahren schickte ihn sein Vater, der 1911 starb,
in das Kadettenhaus in Karlsruhe. 1909 wechselte Hermann Göring an die
Hauptkadettenanstalt (Oberstufe) in Lichterfelde bei
Berlin.
Erster Weltkrieg
Am 10. Januar 1914 wurde er Zugführer beim 4. Badischen
Infanterie-Regiment Nr. 112 „Prinz Wilhelm“ in Mülhausen, seit dem 20. Januar
1914 im Range eines Leutnants. Im Ersten Weltkrieg nahm er an den ersten
Gefechten im Elsass teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse
ausgezeichnet. Wegen seines Gelenkrheumatismus wurde er am 23. September 1914 in
ein Krankenhaus in Metz, anschließend in Freiburg im Breisgau eingeliefert, wo
er von seinem Freund und Regimentskameraden Bruno Loerzer, einem Kampfflieger,
überzeugt wurde, der Fliegertruppe beizutreten. Göring verließ ohne Genehmigung
das Krankenhaus, wurde am 16. Oktober zur Ausbildung als Beobachter zur
Fliegerersatzabteilung 3 in Darmstadt abkommandiert und am 28. Oktober zur
Feldfliegerabteilung 25 versetzt.
Er diente kurz darauf als Beobachter in einer
Fliegertruppe. Am 25. März 1915 erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse. Im Juni
bis September 1915 bekam er in Freiburg offiziell eine Pilotenausbildung. Er
wurde im September zur 5. Armee abkommandiert. Am 16. November 1915 errang er
seinen ersten Luftsieg. Anfangs eskortierte er Bomberverbände, später wurde er
Jagdflieger.
Am 14. März 1916 schoss er den ersten feindlichen Bomber
ab. Nach einer Bruchlandung am 28. September 1916 verbrachte Göring die Zeit vom
2. November 1916 bis zum Februar 1917 in verschiedenen
Lazaretten.
Am 17. Mai 1917 wurde ihm die Führung der Jagdstaffel 27
übertragen. Er stieg am 18. August 1917 zum Oberleutnant auf, und am 2. Juni
1918, nach seinem 19. Abschuss, wurde ihm der Orden Pour le Mérite
verliehen.
Als der Kommandeur des Jagdgeschwaders Nr. 1, Hauptmann
Wilhelm Reinhard, im Juli 1918 bei einem Testflug tödlich verunglückte, wurde
Göring am 6. Juli 1918 Kommandeur dieses als Richthofens „Fliegender Zirkus“
bekannten Geschwaders. In seiner neuen Position errang er schließlich seinen 22.
und letzten Luftsieg.
Zeit der Weimarer
Republik
Nach dem Waffenstillstand 1918 verlegte er sein
Geschwader noch nach Deutschland zurück. Bei einer öffentlichen Versammlung in
Berlin fiel er durch heftige Kritik an Kriegsminister Walther Reinhardt wegen
dessen Eintretens für die Republik auf. Er ging als Militärberater nach Dänemark
und später nach Schweden. Dort führte er die Maschinen von Anthony Fokker vor.
Am 2. August 1919 erwarb er eine schwedische Fluglizenz und übernahm Aufträge
für die Svenska Lufttrafik AB.
Am 13. Februar 1920 reichte er von Stockholm aus seinen
Abschied bei der Reichswehr ein, die nach den Bestimmungen des Versailler
Vertrages keine Luftstreitkräfte besitzen durfte. Dabei beantragte er seine
nachträgliche Beförderung zum Hauptmann und verzichtete auf etwaige
Versorgungsansprüche. Im Juni 1920 wurde seinem Antrag
stattgegeben.
Am 20. Februar 1920 beförderte er Eric von Rosen auf
dessen Gut Rockelstad und lernte dort seine erste Frau, die verheiratete Carin
Freifrau von Kantzow geb. Freiin von Fock, kennen. Sie verließ ihren Mann und
lebte mit Göring an verschiedenen Orten in Schweden und ab 1921 in Hochkreuth
bei Bayrischzell. Am 13. Dezember willigte Carins Ehemann Nils von Kantzow in
die Scheidung ein. Am 25. Januar 1923 heiratete er die um vier Jahre ältere
Carin in Stockholm. Am 3. Februar 1923 wurde die Trauung am neuen Wohnort der
Görings in München-Obermenzing wiederholt.
Göring immatrikulierte sich 1921 an der Universität
München, um Geschichte, Volkswirtschaft und Staatswissenschaften zu studieren.
Vermutlich besuchte er mehrere Veranstaltungen der NSDAP, bevor er am 12.
Oktober 1922 erstmals Adolf Hitler um eine Unterredung bat. Dieser ernannte ihn
im Dezember 1922 zum Führer der SA.
In dieser Funktion nahm Göring am 9. November 1923 am
Hitlerputsch teil, der von einer Einheit der bayerischen Landespolizei beendet
wurde. Göring wurde durch einen Schuss in den Oberschenkel verletzt. Mit seiner
Verwundung wurde er von Mitputschisten in den Hof des Hauses Residenzstraße 25
getragen. Der jüdische Eigentümer des Anwesens, Robert Ballin, nahm den stark
blutenden Göring bei sich auf. Ballin und seine Frau wurden dafür durch Göring
nach dem Novemberpogrom aus dem KZ befreit.
Göring gelang die Flucht nach Österreich. Wegen der
Schmerzen erhielt er in einem Innsbrucker Krankenhaus Morphin – der Beginn von
Görings Morphinismus, der bis zu seiner Gefangennahme durch die US-Streitkräfte
1945 andauerte. Als in München der Hitler-Prozess stattfand, hielt Göring sich
nach wie vor in Österreich auf. Ende April 1924 wurde er zum Verlassen
Österreichs aufgefordert. Er ging nach Italien und befand sich als
Bevollmächtigter Hitlers in Venedig und Rom, während seine Frau nach Deutschland
zurückgekehrt war.
Im Frühjahr 1925 zog er mit Carin in eine Wohnung in
Stockholm und verfiel hier erstmals der Drogensucht. Im August 1925 wurde er in
eine Klinik eingewiesen, und nach einer Entziehungskur erlitt er im Oktober
einen Rückfall, weshalb er in die Nervenheilanstalt Långbro eingeliefert wurde.
Schon nach wenigen Wochen konnte er die Klinik als geheilt wieder verlassen und
erhielt zudem eine ärztliche Bescheinigung, dass er während der Behandlung nie
Anzeichen einer Geisteskrankheit gezeigt habe.
Die Generalamnestie des neuen Reichspräsidenten Paul von
Hindenburg 1926 erlaubte ihm die Rückkehr nach Deutschland. Er nahm im selben
Jahr am NSDAP-Parteitag in Weimar teil, wo sich herausstellte, dass man ihn aus
der Liste der Parteimitglieder gestrichen hatte. Göring kehrte nach Schweden
zurück, wo er wegen Morphiummissbrauch erneut in die Klinik von Långbro
eingeliefert wurde. Nach nur 19 Tagen Aufenthalt konnte er die Klinik am 26.
September 1927 wieder verlassen.
Er kehrte Ende 1927 endgültig nach Deutschland zurück und
trat erneut in die NSDAP und SA ein. Göring knüpfte Kontakte zu alten
Fliegerkameraden wie Bruno Loerzer, Ernst Udet und Paul Körner. Der zu Geld
gekommene Lörzer stellte ihn dem Vorstandsmitglied der Lufthansa Erhard Milch
vor und führte ihn in die besseren Kreise ein. Mit Carin wohnte er nun in
Berlin-Schöneberg, zog nach den Reichstagswahlen vom 20. Mai 1928 in den
Reichstag ein und wurde von Hitler im gleichen Jahr zum SA-Obergruppenführer
ernannt.
Bei seinen Besuchen in Berlin war Hitler ein häufiger
Gast bei den Görings. Nach den Reichstagswahlen vom 14. September 1930, die der
NSDAP beträchtliche Stimmengewinne brachten, ernannte ihn Hitler, der weiter in
München blieb, formell zu seinem „politischen Beauftragten in der
Reichshauptstadt“. Göring versuchte, die nationalsozialistische Bewegung in der
besseren Gesellschaft hoffähig zu machen. So veranstaltete er 1931 in seiner
Wohnung ein Treffen zwischen Fritz Thyssen, Hjalmar Schacht und Adolf Hitler.
Nach diesem Treffen verteilte Thyssen einige Spenden an nationalsozialistische
Zeitungen. Vor allem aber unterstützte er seinen Freund Hermann Göring, um ihm
einen adäquaten Lebens- und Wohnstil zu ermöglichen.
Carin Göring starb 1931 an Tuberkulose. Später nannte er
in Andenken an sie sein pompöses Anwesen in der Schorfheide bei Groß Schönebeck
„Carinhall“.
1935 heiratete er die Schauspielerin Emmy Sonnemann
(Adolf Hitler war bei dieser Hochzeit Trauzeuge), mit ihr hatte er eine Tochter,
Edda Göring, die am 2. Juni 1938 geboren wurde.
Reichstagspräsident 1932
Nachdem in der Reichstagswahl Juli 1932 die NSDAP
erstmals zur stärksten Partei geworden war, wurde nach parlamentarischem Brauch
Göring als Vertreter der stärksten Fraktion in der ersten Sitzung des Reichstags
am 30. August 1932 zum Reichstagspräsidenten gewählt. Damit hatte die NSDAP
zunächst das dritthöchste Amt in der Weimarer Republik
besetzt.
In der Reichstagssitzung vom 12. September 1932 erreichte
Göring durch einen Verfahrenstrick, dass trotz einer bereits erlassenen
Verfügung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zur Auflösung des Reichstags
noch über ein Misstrauensvotum gegen das Kabinett Papen abgestimmt werden
konnte: Vor Beginn der Abstimmung, als von Papen die wenige Minuten zuvor
erlassene und von ihm gegengezeichnete Auflösungsverfügung Hindenburgs
bekanntgeben wollte, übersah Göring absichtlich den sich stehend zu Wort
meldenden Reichskanzler (dem er zu diesem Zeitpunkt nach der Geschäftsordnung
des Reichstags sofort das Wort hätte erteilen müssen), und erklärte die
Abstimmung für eröffnet. Anschließend verwies er auf die Geschäftsordnung,
wonach während einer Abstimmung keinerlei Wortmeldungen mehr zulässig seien. Mit
513 zu 42 Stimmen sprach der Reichstag dem Kabinett Papen daraufhin das
Misstrauen aus. Erst jetzt nahm Göring die Auflösungsverfügung zu Kenntnis, tat
sie aber mit der Bemerkung ab, sie sei von Männern gegengezeichnet, denen der
Reichstag gerade das Misstrauen ausgesprochen habe. Da Papen allerdings die
Mappe mit der Auflösungsverfügung noch vor dem Ende der Abstimmung auf Görings
Pult gelegt hatte, waren der Reichstag dennoch rechtskräftig aufgelöst und das
Misstrauensvotum formal ungültig; das für Papen blamable Ergebnis der Abstimmung
aber war öffentlich.
Bei den daraufhin für den 4. November 1932
ausgeschriebenen Neuwahlen zum Reichstag musste die NSDAP zwar Stimmenverluste
hinnehmen, blieb aber stärkste Fraktion, so dass Göring erneut zum
Reichstagspräsidenten gewählt wurde. In den folgenden Monaten hatte er
entscheidenden Anteil an der Zerschlagung der Weimarer
Republik.
Zeit des
Nationalsozialismus
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident von
Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Dieser holte Göring und Wilhelm Frick
als einzige nationalsozialistische Minister in sein Kabinett. Göring wurde
Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Reichskommissar für das preußische
Innenministerium und Reichskommissar für Luftfahrt. Als kommissarischer
Innenminister war er Dienstherr der gesamten preußischen Polizei. Damit spielte
er bei der Machtübernahme und dem Aufbau des nationalsozialistischen Regimes
eine entscheidende Rolle, da man sich nur mittels der Kontrolle über die
Ordnungsorgane der politischen Gegner entledigen konnte. Den ihm vorgesetzten
kommissarischen Ministerpräsidenten Franz von Papen überging er. Nach dem
Rücktritt von Papens in dieser Funktion wurde Göring am 10. April 1933 zum
Ministerpräsidenten von Preußen ernannt.
Auf seine Initiative hin wurden die ersten, zunächst noch
gefängnisähnlichen Konzentrationslager gebaut (teilweise als „wilde KZs“
bezeichnet), in die Oppositionelle durch Polizei und SA verschleppt wurden. Die
Gründung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), aus der später das
Reichssicherheitshauptamt (RSHA) hervorging, wurde von Göring veranlasst. Der
erste Chef der Gestapo, Rudolf Diels, war mit Göring familiär verbunden. Beim
Röhm-Putsch im Juni 1934 übernahm die Gestapo eine Schlüsselrolle bei der von
Göring veranlassten Ermordung von Ernst Röhm und etwa 150 bis 200 weiterer
Personen.
Göring entwickelte sich in der Zeit des
Nationalsozialismus – zumindest in den Augen der Öffentlichkeit – nach Hitler
zum zweiten Mann im nationalsozialistischen Staat. 1934 wurde er per Gesetz zum
Nachfolger Hitlers im Falle dessen Todes bestimmt. Görings Popularität (vor dem
Bombenkrieg) zeigt sich etwa daran, dass er – anders als Hitler – zur stehenden
Hauptfigur zahlreicher und nicht nur regimekritischer Witze
wurde.
1933 wurde er Reichskommissar für die Luftfahrt, kurz
darauf Reichsminister der Luftfahrt. Am 30. August 1933 wurde Göring zum General
der Infanterie befördert, was ein Überspringen von fünf Rängen bedeutete, da er
als Hauptmann aus der Reichswehr ausgetreten war. Dies sollte ihm in
militärischen Kreisen eine gewisse Autorität beim Aufbau der Luftwaffe
verschaffen. Im Mai 1935 wurde ihm unter gleichzeitiger Umernennung zum General
der Flieger der Oberbefehl über die neu gegründete Luftwaffe übertragen. Zu
Hitlers Geburtstag am 20. April 1936 wurde er zum Generaloberst
befördert.
1934 wurde Göring Reichsforstmeister, Reichsjägermeister
und Oberster Beauftragter für den Naturschutz. In dieser Funktion setzte er das
im Wesentlichen noch geltende Reichsjagdgesetz vom 3. Juli 1934
durch.
Am 18. Oktober 1936 wurde Göring zum Leiter des
Vierjahresplans ernannt. Damit war er faktisch Wirtschaftsdiktator in
Deutschland. Den Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht verdrängte er schnell. Sein
Auftrag war es, die deutsche Wirtschaft kriegsbereit zu machen. Letztlich
scheiterte er an dieser Aufgabe. Sein Nachfolger in dieser Funktion wurde 1942
Albert Speer.
Während der Blomberg-Fritsch-Krise Anfang 1938 hoffte
Göring, Werner von Blombergs Nachfolger als Oberbefehlshaber der Wehrmacht
werden zu können. Auf Vorschlag Blombergs entschloss sich Hitler jedoch dazu,
selbst den Oberbefehl über die Wehrmacht zu übernehmen. Göring wurde am 4.
Februar 1938 zum Generalfeldmarschall befördert. Nach Blombergs Rücktritt war
Göring bis 1939 der einzige Träger dieses Dienstgrades und wurde somit zum
ranghöchsten Offizier der Wehrmacht.
Am 12. November 1938, im Anschluss an die auch als
„Kristallnacht“ bekannten Novemberpogrome, berief Göring eine Sitzung im
Reichsluftfahrtministerium ein, um Maßnahmen zu beschließen, die reichsdeutschen
Juden zu enteignen und zur Auswanderung zu zwingen. So schlug er vor, den
deutschen Juden eine Geldbuße von einer Milliarde Reichsmark aufzuerlegen. Des
Weiteren forderte er, eine Uniform für die Juden einzuführen, um sie für die
Öffentlichkeit zu kennzeichnen. Am 1. September 1941 wurde dieses, durch Tragen
des Judensterns, im Rahmen der Nürnberger Gesetze im Deutschen Reich umgesetzt.
Die Ausschreitungen, bei denen zahlreiche Synagogen abgebrannt und Geschäfts-
und Wohnungseinrichtungen jüdischer Bürger zerstört worden waren, kommentierte
er mit den Worten
„Mir wäre lieber gewesen, ihr hättet 200 Juden erschlagen
und hättet nicht solche Werte vernichtet.“
Seine Beteiligung an der Vorbereitung und Durchführung
des Holocaust ist durch einen Befehl vom 31. Juli 1941 belegt, dessen Echtheit
er auch in den Nürnberger Prozessen bestätigte. In diesem beauftragt er Reinhard
Heydrich, alle notwendigen Vorbereitungen zur „Endlösung der Judenfrage“ zu
treffen und einen „Gesamtentwurf“ hierfür zu erarbeiten. In den Nürnberger
Prozessen stritt er allerdings jede Verantwortung und Kenntnis über den
Holocaust ab. Nach der Sichtung eines Films über ein Konzentrationslager äußerte
er, dass er die genauen Zustände in den Lagern nicht gekannt habe, die
Darstellungen im Film aber für übertrieben
halte.
Hermann Göring war als Sammler von Kunstwerken ebenso
berühmt wie berüchtigt. Seine Leidenschaft für schöne Bilder und andere
Gegenstände machte ihn zum bedeutenden Kunsträuber. Der zweite Mann
im »Dritten Reich« häufte so viele Objekte zusammen, wie kaum ein
anderer Funktionär. Seine Sammlung bestand aus rund 1800 Gemälden. Zu diesen
kamen noch zahlreiche Wandteppiche, Skulpturen und andere kunsthandwerkliche
Objekte. Göring war beim Aufbau seiner Sammlung äußerst rücksichtslos. Er
arbeitete mit dem als Kunsträuber bekannten Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg
(ERR) zusammen. Er setzte auch eine eigene Organisation,
die »Devisenschutzkommandos« ein, die in seinem Auftrag in den
besetzen Gebieten Kunst beschlagnahmten. Seiner Bau- und Sammelleidenschaft kam
eine ihm 1943 von Hitler gewährte Dotation in Höhe von 6 Millionen Reichsmark
sehr zustatten.
Hitlers Kriegsplänen stand Göring skeptisch gegenüber, da
er deren Erfolgsmöglichkeiten bezweifelte. Hingegen äußerte er auf einer
Besprechung mit Luftfahrtindustriellen in Carinhall am 8. Juli
1938:
„Wir müssen uns ganz klar darauf einstellen. Ich glaube,
so wie die Lage ist, ist es zu 10, zu 15% so, daß sich irgendwie die Sache
verhältnismäßig noch in kleineren Aktionen lösen kann. Aber zu 80, 85, 90% bin
ich überzeugt, daß es doch einmal einen größeren Kladderadatsch geben wird und
daß wir dann einmal den großen Kampf machen müssen, den ich nicht scheue. Es
kommt nur darauf an, daß nicht wieder schlapp gemacht wird. [...] Dann ist
Deutschland die erste Macht der Welt, dann gehört Deutschland der Markt der
Welt, dann kommt die Stunde, wo Deutschland reich ist. Aber man muß was
riskieren, man muß was einsetzen.“
1938, in der Tschechienkrise, arrangierte er hinter dem
Rücken des Außenministers Ribbentrop gemeinsam mit Mussolini die Münchner
Konferenz. Im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges wurde Göring außenpolitisch
kaltgestellt, um nicht noch einmal Hitlers Pläne zu stören. Im Juli 1940 wurde
Göring vom Generalfeldmarschall zum Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches
befördert, ein eigens für ihn geschaffener Dienstgrad. In diese Zeit fällt auch
seine Freundschaft zu seinem Amtskollegen Italo
Balbo.
Bis zum Frankreichfeldzug im Mai und Juni 1940 wurde
Göring als Held der Luftwaffe gefeiert. Wegen seiner katastrophalen
Luftkriegsstrategie gegen England (siehe Luftschlacht um England) fiel er mehr
und mehr in Ungnade. Er war auch mitverantwortlich für das Debakel von
Stalingrad, weil er Hitler wider besseres Wissen zusagte, die eingekesselte
Armee aus der Luft versorgen zu können. In seiner Funktion als Beauftragter für
den Vierjahresplan organisierte er die wirtschaftliche Ausbeutung der besetzten
Gebiete. Dass dem von ihm mitverantworteten Hungerplan Millionen von Menschen
zum Opfer fallen würden, bezeichnete er als notwendig und erwünscht. So sagte er
am 25. November dem italienischen Außenminister Graf Graf
Ciano:
„In diesem Jahr werden 20 bis 30 Millionen Menschen in
Russland verhungern. Vielleicht ist es gut so, da bestimmte Völker dezimiert
werden müssen.“
Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher
bestätigte er, sich in einer Anordnung gegenüber den Reichskommissaren für die
besetzten Gebiete im August 1942 unter anderem wie folgt geäußert zu
haben:
„Früher schien mir die Sache doch verhältnismäßig
einfacher zu sein. Da nannte man das plündern. Das stand dem Betreffenden zu,
das wegzunehmen, was man eroberte. Nun, die Formen sind humaner geworden. Ich
gedenke trotzdem zu plündern, und zwar ausgiebig.“
Seit 1942 ließ sich Göring bei den Lagebesprechungen
häufig vertreten. Er reiste viel umher und widmete sich seiner Sammel- und
Jagdleidenschaft, während er an der Entwicklung des Krieges nur noch wenig
Anteil nahm.
Ende Januar 1943 hielt er anläßlich der Niederlage von
Stalingrad eine leidenschaftliche Rede um Parallelen zur historischen Schlacht
an den Thermopylen zu ziehen.
Am 20. April 1945 verließ Göring nach dem offiziellen
Geburtstagsempfang für Adolf Hitler Berlin in Richtung Berchtesgaden. Er
verabschiedete sich von Hitler mit der Begründung, dass in Süddeutschland
wichtige Aufgaben auf ihn warteten.
In seinem politischen Testament vom 29. April 1945 stieß
Hitler ihn aus allen Staatsämtern wie auch der NSDAP aus und ließ ihn verhaften.
Direkt vorangegangen war Görings Versuch, nach dem Gesetz von 1934 die Nachfolge
Hitlers anzutreten. Der Reichsmarschall hatte Hitlers Ankündigung, er werde bis
zum Schluss in der Reichskanzlei bleiben, als Abdankung
angenommen.
Gefangennahme, Prozess und
Tod
Nach Hitlers Selbstmord am 30. April 1945 wurde Göring
aus der Haft entlassen. Auf seine Frage, wohin er nun wolle, antwortete er: „Auf
die Burg meiner Jugend.“ Er begab sich am 7. Mai 1945 auf die Fahrt zur Burg
Mauterndorf (Österreich), und da es unsicher war, ob es den sowjetischen
Streitkräften nicht doch noch gelingen würde, ins Murtal, also bis in den
Salzburger Lungau vorzustoßen, entschied er sich, nach Schloss Fischhorn im
Salzburger Pinzgau zu fliehen und sich in die Hände der 7. US-Armee zu
begeben.
Am 21. Mai 1945 wurde Göring in Begleitung seiner Frau
Emmy und seiner Tochter Edda in das geheime US-Lager Camp Ashcan im
luxemburgischen Bad Mondorf gebracht, in dem zwischen Mai und September 1945 ein
Großteil der bis dahin gefangenen NS-Funktionäre und hochrangige Militärs
festgehalten und verhört wurden. Ab November 1945 war er dann als ranghöchster
Nationalsozialist in Nürnberg angeklagt. Nach seinem Morphinentzug wirkte er auf
viele Protagonisten der Nürnberger Prozesse lebendiger und schlagfertiger als in
all den Jahren des Dritten Reiches zuvor.
Er wurde in allen vier Anklagepunkten (Verschwörung gegen
den Weltfrieden; Planung, Entfesselung und Durchführung eines Angriffskrieges;
Verbrechen gegen das Kriegsrecht; Verbrechen gegen die Menschlichkeit) schuldig
gesprochen und zum Tod durch Erhängen verurteilt. Göring stellte beim Gericht
den Antrag, erschossen zu werden, was aber abgelehnt wurde. Der Vollstreckung
des Urteils entzog er sich dann am 15. Oktober 1946, in der Nacht vor dem
Hinrichtungstermin, durch Selbsttötung mit einer
Zyankali-Giftkapsel.
Woher Göring das Gift hatte, wurde bald Gegenstand
zahlreicher Spekulationen. Erich von dem Bach-Zelewski, ein ehemaliger
Obergruppenführer der Waffen-SS, behauptete in Untersuchungshaft, es sei von
ihm. Er habe schon vor Beginn des Prozesses den Kontakt zum ehemaligen
Reichsmarschall gesucht und ihm im Korridor das Gift in einem Stück Seife
zukommen lassen. Diese Behauptung belegte Bach-Zelewski damit, dass er den
Amerikanern 1951 eine weitere Ampulle lieferte, deren Glas aus derselben
Herstellungsserie stammte wie die Splitter, die in Görings Mundhöhle gefunden
worden waren. Nach einer anderen Version soll Jack G. Wheelis, ein Leutnant der
US Army, mit dem sich Göring angefreundet hatte, ihm das Gift zugesteckt haben.
Anfang 2005 meldete sich schließlich der ehemalige Wachsoldat Herbert Lee
Stivers, der bei den Nürnbergern Prozessen seinen Dienst getan hatte, und
behauptete, dass er damals von einer Frau („Mona“) und einem Mann gebeten worden
sei, Göring Notizen und eine in einem Füllfederhalter versteckte Kapsel
zuzustecken. Die Männer hätten ihm gesagt, dass Göring ein sehr kranker Mann sei
und Medizin benötige. Herbert Lee Stivers sei nach dem Bekanntwerden von Görings
Suizid davon überzeugt, dass es sich bei der „Medizin“ um das Zyankali für den
Selbstmord gehandelt habe; aus Furcht vor Strafverfolgung aber habe er bis dahin
geschwiegen.
Göring selbst legte die Planung seiner Selbsttötung in
einem Abschiedsbrief an den Gefängniskommandanten dar. Danach hatte er von
Anfang an drei Zyankalikapseln bei sich. Eine versteckte er so, dass sie
„gefunden“ wurde, eine weitere wurde so gründlich versteckt, dass sie nicht
gefunden wurde, während des Nürnberger Prozesses hatte Göring diese Kapsel bei
sich im Stiefel. Die dritte Kapsel befand sich in einer Dose mit Hautcreme in
Görings Gepäck, auf die Göring durch den amerikanischen Offizier Jack Wheelis
Zugriff hatte.
Görings Leichnam wurde eingeäschert und die Asche in
einen Seitenarm der Isar gestreut.
Ämtervielfalt
Göring bekleidete unzählige Posten, die er sich alle hoch
bezahlen ließ. Seine wichtigsten Ämter waren:
politischer Beauftragter des Führers in der
Reichshauptstadt (1932–33)
Preußischer Minister des Innern
(1933–34)
Preußischer Ministerpräsident
(1933–45)
stellvertretender Reichsstatthalter von Preußen
(1933–45)
Präsident des Preußischen Staatsrates
(1933–45)
Präsident des Reichstags
(1932–45)
Reichsminister ohne Geschäftsbereich
(1933)
Reichsforstmeister
(1934–45)
Reichsjägermeister
(1934–45)
Mitglied des Geheimen Kabinettsrats
(1938–45)
Vorsitzender des Ministerrats für Reichsverteidigung
(1939–45)
designierter Nachfolger des Führers
(1933–45)
Präsident des Reichsforschungsrats
(1943–45)
Reichskommissar für die Luftfahrt
(1933)
Reichsluftfahrtminister
(1933–45)
Präsident des Reichsluftschutzverbandes
(1933)
Oberbefehlshaber der Luftwaffe
(1935–45)
Reichskommissar für Rohstoffe und Devisen
(1936)
Beauftragter für den Vierjahresplan
(1936–45)
Vorsitzender des Zentralen Planungsamts
(1943–45)
Hauptleiter der Reichswerke Hermann Göring
(1937–45)
Sonstiges
Im Volksmund wurde Göring wegen seiner auffälligen, oft
aus Uniform und vielen Orden bestehenden Garderobe „Goldfasan“ oder
„Lametta-Heini“ genannt.
Er war für sein Streben nach Auszeichnungen, seine
Sammelleidenschaft und seine Vorliebe für Prunk bekannt, so ließ er Gemälde, die
ihm gefielen, konfiszieren. Trotz der angespannten Lage der deutschen
Streitkräfte in der Sowjetunion feierte Göring seinen 50. Geburtstag 1943 mit
enormem Aufwand und forderte vom Finanzminister weitere zwei Millionen
Reichsmark zur Vergrößerung von „Carinhall“. Hitler kannte und duldete diese
Forderungen.
Wie Hitler und Himmler unterstanden auch Hermann Göring
bewaffnete „Elite-Einheiten“: Die SA-Standarte „Feldherrnhalle“, deren
„Ehren-Standartenführer“ er wurde, und das Polizeiregiment „General Göring“, das
später in die Luftwaffe überführt und während des Krieges zum
Fallschirm-Panzerkorps „Hermann Göring“ ausgebaut
wurde.
Besonders bekannt wurde er in seiner Eigenschaft als
Reichsforst- und -jägermeister. In der Schorfheide bei Berlin und in der
Rominter Heide in Ostpreußen hielt er große Jagden ab. Er errichtete zu diesem
Zwecke in der Schorfheide das Jagdschloss Carinhall benannt nach seiner ersten
Frau. Der ehemalige Leiter der Forstverwaltung Rominten, Oberforstmeister Walter
Frevert, berichtete in seinen Büchern über einen vermeintlichen Jagdneid
Görings, wenn einer seiner Gäste einen zu starken Hirsch geschossen
hatte.
Teile von Görings Weinsammlung sind seit dem Ende des
Zweiten Weltkrieges in der moldawischen Kellerei Cricova
gelagert.
Wie in einem Propagandafilm des NS-Regimes zu sehen ist,
hielt sich Hermann Göring einen zahmen Löwen.
Bei dem IQ-Test im Nürnberger Prozess wurde bei Göring
ein IQ von 138 festgestellt.
2002 wurde von der Bundesagentur für Arbeit und dem Land
Brandenburg die Instandsetzung eines steinernen Wegweisers für das frühere
Anwesen Görings „Carinhall“ bei Klein Dölln in der Schorfheide finanziell
gefördert, wie die Landesregierung bestätigte.
1974 ließ der Freistaat Bayern den Nachlass Görings
versteigern. Dieser Vorgang wurde von den ostdeutschen Dokumentarfilmern Walter
Heynowski und Gerhard Scheumann in ihrem Kurzfilm „Meiers Nachlaß“
problematisiert.
Carinhall war ein repräsentatives Anwesen des
Reichsmarschalls und führenden Nationalsozialisten Hermann Göring. Es lag in der
Schorfheide zwischen Großdöllner See und Wuckersee, in der Nähe von Groß Dölln
im Norden des heutigen Bundeslandes Brandenburg. Architekt des nach 1933 in
mehreren Etappen errichteten Gebäudekomplexes war zunächst Werner March, der
Schöpfer des Berliner Olympiastadions. Später übernahm Friedrich Hetzelt den
Bau.
Der Name des Anwesens bezieht sich auf Görings erste
Frau, die 1931 verstorbene Carin Göring, geborene Freiin Fock, geschiedene von
Kantzow, mit der er seit 1923 verheiratet gewesen war. Nach einem Besuch an
ihrem Grab in Schweden hielt Göring eine Rede und hinterließ ein Gebinde aus
roten Rosen. Dieses wurde kurz darauf von empörten Schweden entfernt, die eine
Protestnote hinterließen. Diese richtete sich gegen die Politisierung einer
schwedischen Staatsbürgerin zu Propagandazwecken. Göring ließ den Vorfall in der
gleichgeschalteten Presse zu einer Grabschändung umdeklarieren. Dies benutzte er
als Vorwand, um die Tote in einem Staatsakt von Schweden nach Deutschland zu
überführen. Ihr Leichnam wurde in einer Gruft auf dem Gelände von Carinhall zur
Ruhe gebettet.
In den Ausstellungsräumen von Carinhall war die
Privatsammlung von Hermann Göring untergebracht, die zum großen Teil aus Raub-
und Beutekunst bestand. Dort empfing er gern ausländische Staatsgäste, mit denen
er Jagdausflüge in die Schorfheide unternahm.
Einige Zeit bezeichnete ein Granitfindling nahe dem
ehemaligen Eingang den Ort des Anwesens, dessen Gebäude gegen Ende des Zweiten
Weltkrieges 1945 auf Weisung von Göring gesprengt wurden. Dieser Findling wurde
inzwischen entfernt. Nur sehr wenige Grundmauern, eingefallene Keller und
Überreste von Säulen sind erhalten. Die Amazonenstatue, die westlich des
Hauptflügels stand, wurde nach Eberswalde überführt. Dort stand sie lange
unterhalb der Maria-Magdalenen-Kirche, bevor sie in den nahen Weidendamm-Park
umgesetzt wurde. Noch vollständig erhalten und in gutem Erhaltungszustand sind
dagegen die beiden Wächterhäuschen am ehemaligen Haupttor. Im Hof von Carinhall
stand die Bronzeplastik Kronenhirsch von Darsow. Sie wurde extra für die
internationale Jagdauststellung 1937 in Berlin entworfen. Es handelt sich um den
Hirsch RAUFBOLD, den Hermann Göring am 9. Februar 1936 (Schonzeit) im Forstamt
Warnen in der Rominter Heide erlegte. Nach der Jagdausstellung kam die
Bronzeplastik nach Carinhall und nach 1945 in den Tierpark
Berlin-Friedrichsfelde. Das Ebenbild Hubertushirsch steht seit 1939 im Park von
Schloss Grillenburg am Neuen Jägerhaus im Tharandter
Wald.
Im Jahr 1943 ließ Göring einen Teil seiner Privatsammlung
im Bergungsort Salzbergwerk Altaussee bei Altaussee im Bezirk Bad Aussee in der
Steiermark einlagern. Diese Kunstwerke wurden ab 1945 von den Alliierten in
Lastwagen zur zentralen Sammelstelle (Central Collecting Point) in München
gebracht, die sich im vormaligen Führerbau und im Verwaltungsbau der NSDAP
befand.
Der andere Teil der Privatsammlung blieb in den
Ausstellungsräumen von Carinhall. Im Januar 1945 ließ Göring die Kunstsammlung
in Sonderzügen nach Berchtesgaden bringen und dort in Tunneln unterstellen. Die
Kunstschätze wurden danach ausgeladen und in Luftschutzbunker gebracht. Ein Teil
der Gemälde und Tapisserien wurde in diesen letzten Kriegstagen aus den Zügen
geplündert.
Am 20. April 1945 verließ Göring Carinhall für immer.
Zurück blieb ein kleiner Trupp der Luftwaffe, der beim Näherrücken der Roten
Armee die Gebäude des Anwesens sprengen sollte. Als die Rote Armee nur noch
wenige Kilometer entfernt war, wurde Carinhall am 28. April 1945 mit über 80
Fliegerbomben gesprengt.
In der Nähe befinden sich eine Funkstation und sieben
Kilometer nördlich an der L 100 bei Ahlimbsmühle eine wenig bekannte
Scheinanlage aus Brettern und Netzen zur Täuschung der alliierten
Luftaufklärung.
Nach dem Krieg
Das Gebäude der Funkstation ist noch erhalten. Etwa
sieben Kilometer nordwestlich liegt der Sonderlandeplatz Templin/Groß Dölln, der
1987/88 mit einer 2,8 km langen Notlandebahn für die russische Raumfähre Buran
ausgebaut wurde.
Die
Reste des Landsitzes Carinhall, bestehend aus zwei Unterkunftshäusern für
Wachmannschaften, einer Toranlage mit zwei Postenhäuschen und einer
Kastanienallee dahinter sind als Baudenkmale von Templin aufgeführt. Von der
eigentlichen Anlage ist nichts mehr erhalten, lediglich einige wenige Mauerreste
sind im Wald auffindbar. Bis in die 90er Jahre waren Keller und Bunker
teilverschüttet und betretbar, diese Eingänge wurden mittlerweile beseitigt. Am
ehemaligen Grab von Carin Göring ist nur noch eine Vertiefung im Boden
erkennbar.