Läufer
am Ziel.
Originale,
farbige Offset-Lithographie von 1938.
Nach
dem Originalgemälde von Nikolaus Sagrekow.
In
der Platte signiert.
Größe 238 x 162 mm.
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Artikel:
1933 – 1945, 1938, 20. Jahrhundert, 3. Reich, 30er –
Jahre, Akademische Malerei, Armee, Aschenbahn, Ästhetik, Athlet, Athletik,
Beschleunigung, Bewegung, D-10178 Berlin, D-13581, D-13583, D-13585, D-13587,
D-13597, D-14052, Deutsche Geschichte, Deutsches Reich, Deutschland, Dreißiger
Jahre, Drittes Reich, Elite, Elitetruppe, Freiwillige, Gemälde, Geschwindigkeit,
Historische Bilder, III. Reich, Individualsportart, Jugend, konservative
Revolution, Körper, Körperbeherrschung, Körperhaltung, Körperkultur, Kraft durch
Freude, Künstler, Kurzstreckenlauf, Landeskunde, Laufen, Läufer,
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Wettkampfwesen, Wolgadeutsche, Zeitgeschehen,
Zeitgeschichte
Nikolaus Sagrekow (russisch: Николай Александрович
Загреков) war ein russischer und deutscher Künstler des zwanzigsten
Jahrhunderts. Geboren am 20. Mai
1897 in Saratow, Russisches Kaiserreich; verstorben am 13. Juli 1992 in Berlin,
Deutschland. Nationalität: Deutschland, Russland, Russisches Kaiserreich. Er ist
als Maler, Vertreter der "Neuen Sachlichkeit" und als Architekt bekannt.
Nikolaus Sagrekow zog 1921 mit seiner deutschen Frau nach Deutschland und blieb
dort bis an sein Lebensende. Er unterrichtete Porträtmalerei und Aktmalerei. In
den späten 1920er und frühen 1930er Jahren erreichte der Künstler den Höhepunkt
seines Schaffens. Er nahm an zahlreichen Ausstellungen in Berlin, München, Paris
und Wien teil. Im Jahr 1952 erhielt der Meister die deutsche Staatsbürgerschaft
und wurde stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Berliner Künstler. Ab
Mitte der 1930er Jahre begann er, sich mit architektonischen Arbeiten zu
beschäftigen, und in den Jahren 1960-1970 schuf er zahlreiche Gemälde, darunter
Porträts deutscher Politiker. Spezialisierung: Architekt, Künstler, Bildmaler,
Porträtist. Genre: Landschaftsmalerei, Porträt, Stillleben. Kunststil:
Zeitgenössische Kunst, Neue Sachlichkeit. Ehrenmitglied des Vereins Berliner
Künstler (gegr. 1841) und dessen langjähriger
Vize-Präsident.
Werdegang:
1915 - 1919 Ausbildung an der Saratower
Bogoljubow-Kunstschule
1919 - 1921 Ausbildung an den WCHUTEMAS in Moskau. 1919
übersiedelt er nach Moskau und tritt in die Malklassen von P.P.Kontschelowski
und I.I.Maschkow an den WCHUTEMAS ein; gleichzeitig setzt er seine Studien bei
dem Saratower Prof. W.I.Sawinow fort
1921 - Ausreise nach Berlin -mit Zwischenaufenthalt in
Riga.
1922 - 1925 vervollkommnet er seine Ausbildungg bei Prof.
Harold Bengen an der Kunstgewerbeschule
Berlin-Charlottenburg
1925 - 1933 Lehrtätigkeit - Zeichnen und Aktmalerei - an
der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg; rege Ausstellungstätigkeit in
Berlin, München, Paris, Wien und anderen Orten.
1933 wird er von den Nazionalsozialisten aus dem
Schuldienst entlassen
1934 - 1944 Lehrtätigkeit an einer privaten
Freilicht-Malschule in Berlin-Siemensstadt - ab 1937 deren
Direktor
1937 - mit dem Tod der Mutter und der Verhaftung des
Bruders brechen alle Verbindungen nach Russland
ab
1945 wird in Sagrekows Wohnhaus in Berlin-Spandau eine
sowjetische Militärkommandantur einquartiert; er malt Porträts sowjetischer
Heerführer, darunter der Marschälle G.K.Schukow und K.K.Rokosowski. Mit der
Spaltung Berlins gehört Spandau zu West-Berlin
40er-Jahre: Beteiligung als Architekt am Wiederaufbau des
kriegszerstörten Berlins
1950 - Ernennung zum Ehrenmitglied des Vereins Berliner
Künstler - gegr. 1841 - und Wahl zu dessen Vize-Präsident; später wurde Sagrekow
zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
1952 erhält Nikolaus Sagrekow die deutsche
Staatsbürgerschaft; nachfolgend Landschafts- und Portätmalerei als
freischaffender Künstler
u.a. Porträts von Bundespräsident Walter Scheel,
Bundeskanzler Willy Brandt. Wiederaufnahme der
Ausstellungstätigkeit
1979 - Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz. N.
Sagrekow erhält die Goldmedaille der Accademia Italia delle Arti e del
Lavorowird und wird deren Ehrenmitglied
1986 wird ihm der "Goldenen Palmenzweig Europa" der
Europäischen Akademie der Künste überreicht
1985 vereint eine große Einzelausstellung in Berlin 69
seiner bedeutendsten Arbeiten
1991 letzte Ausstellung seiner Bilder zu
Lebzeiten
1992 am 13. Juli stirbt Nikolaus Sagrekow in seinem
Wohnhaus in Berlin-Spandau.
Die Leichtathletik (frühere Bezeichnung auch Volksturnen)
hat die seit Urzeiten natürlichen und grundlegenden menschlichen
Bewegungsabläufe des Laufens, Springens und Werfens in feste Bahnen des Sports
gelenkt und durch ein umfangreiches Regelwerk die individuelle Leistung exakt
vergleichbar und messbar gemacht. Sie steht damit Pate für das Motto „Schneller,
höher, weiter“ und bildet mit ihren Disziplinen das Herzstück der Olympischen
Spiele. Breitensportliche Bedeutung jenseits des Leistungsanspruchs hat vor
allem der Ausdauerlauf gewonnen.
Die Leichtathletik ist eine Individualsportart. Für
Leistungssportler steht die persönliche Leistung im Mittelpunkt. Im Wettkampf
geht es um die beste Leistung, die über Sieg und Platzierung entscheidet. Aber
auch das Übertreffen einer bestimmten absoluten Leistung kann ein Ziel sein,
wenn damit z. B. das Aufstellen eines Rekords oder einer persönlichen
Bestleistung oder die Qualifikation für eine höherwertige Veranstaltung
verbunden ist.
Das Messen der Leistung und alle zu erfüllenden
Randbedingungen für die Anerkennung einer Leistung sind in den Internationalen
Wettkampfregeln (IWR) für alle Disziplinen der Leichtathletik genau definiert.
Die erzielten Leistungen sind deshalb weltweit
vergleichbar.
Als Mannschaftssport zeigt sich die Leichtathletik
lediglich im Staffellauf. Darüber können auch Mannschaftswertungen bei
bestimmten Veranstaltungen nicht hinwegtäuschen, da sie oft nur die Summe der
bewerteten Einzelleistungen darstellen. Typische Beispiele hierfür sind ein
Medaillenspiegel oder eine erzielte Punktesumme aufgrund von Platzierungen eines
Länderteams. In Deutschland versucht der DLV seit dem Jahr 2011 der
Kinderleichtathletik (Altersklasse U12) einen Mannschaftscharakter zu verleihen,
um die Attraktivität der Sportart zu steigern. Naturgemäß liegt dabei der
Schwerpunkt auf Staffelwettbewerben, wie etwa der Pendelstaffel, und auf
vergleichbare Randbedingungen und exakte Leistungsermittlung wird weitgehend
verzichtet.
Wie viele andere Sportarten auch, folgt die
Leichtathletik einem Jahreszyklus. Ein typischer Verlauf beginnt mit einer
langen Vorbereitungszeit im Winter, bei der gelegentlich Hallenwettkämpfe oder
Crossläufe absolviert werden. Das Sommerhalbjahr ist die eigentliche
Wettkampfsaison, in der auch der Saisonhöhepunkt liegt. Das Jahr endet mit einer
etwa einmonatigen Pause in der Zeit um Oktober.
Als Breitensport ist die Leichtathletik in der Vielfalt
des Laufens, Springens und Werfens vor allem im Schulsport und beim Erwerb des
Sportabzeichens zu finden. Der Bereich des Langstreckenlaufs ist darüber hinaus
zu einem Volkssport geworden, der ganzjährig betrieben wird und Läufer in
Lauftreffs und Volkslaufveranstaltungen zusammen bringt. Auch das Walking als
breitensportliche Variante des Gehens findet immer mehr Anhänger und wird in
viele Volkslaufveranstaltungen integriert.
Leichtathletik als Mannschaftssport. Hier ist, im
Gegenteil zum Einzel-Wettbewerb, eine Teamfähigkeit gefordert, um ein Erfolg
versprechendes Wettkampfergebnis (Summe der Einzelleistungen) zu erzielen. Das
bedeutet, dass man auch in der Leichtathletik die Teamfähigkeit besitzen muss,
um erfolgreich in einer Gruppe zu agieren. Da die Mannschaftswertung im
Vordergrund steht, muss der Athlet/die Athletin auf die Fehlversuchsregeln
achten, um eine Wertung mit "Null Punkten" für das Team zu vermeiden. In den
Laufwettbewerben ist besonders auf die Fehlstartregeln zu achten. Individuelle
Interessen zur Erzielung einer besseren Einzelleistung verhindern bei einem
Versagen ein besseres Mannschaftsergebnis.
Die Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) wurde in der
Weimarer Republik am 4. April 1925 als Sonderorganisation der NSDAP zunächst zum
persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet. Sie unterstand seit dem
Reichsparteitag 1926 der Sturmabteilung (SA) und wurde nach dem vermeintlichen
„Röhm-Putsch“ 1934 zu einer eigenständigen paramilitärischen Organisation der
NSDAP, die zugleich den parteiinternen „Polizeidienst“ ausübte. In der Zeit des
Nationalsozialismus war die SS maßgeblich am Holocaust beteiligt und wurde nach
1945 als verbrecherische Organisation verboten.
Geschichte
Stabswache und Stoßtrupp Adolf
Hitler
Vorläuferorganisation der SS war der Stoßtrupp Adolf
Hitler. Im Mai 1923 wurde auf Anordnung Adolf Hitlers ein Saal-Schutz der NSDAP
gebildet. Dieser setzte sich ursprünglich aus den zwei SA-Angehörigen Julius
Schreck und Joseph Berchtold sowie einigen Angehörigen des Münchener
Infanterie-Regimentes 19 zusammen. Mitte 1923 wurde dann, nachdem sich Hermann
Ehrhardt mit Ernst Röhm und Adolf Hitler überworfen hatte, dieser Saal-Schutz
aufgelöst und nun aus zwölf SA-Angehörigen der Stoßtrupp Adolf Hitler gebildet.
Er sollte Hitler vor Übergriffen der parteieigenen Sturmabteilungen schützen.
Der Gruppe standen die zwei ehemaligen Angehörigen der Stabswache, Julius
Schreck und Josef Berchtold, vor. Die weiteren Mitglieder waren Ulrich Graf,
Emil Maurice, Christian Weber, Josef Dietrich, Rudolf Heß, Jakob Grimminger und
Walter Buch sowie Karl Fiehler. Nach dem missglückten Hitler-Ludendorff-Putsch
(8./9. November 1923) wurde dieser mit der NSDAP verboten und
aufgelöst.
Aufstellung
Am 1. April 1925 erhielt Julius Schreck den Auftrag
Hitlers, eine neue Einheit zu bilden, die den Saalschutz der
NSDAP-Veranstaltungen übernehmen sollte. Bereits am 4. April wurde aus acht
Angehörigen des ehemaligen „Stoßtrupps Adolf Hitler“ diese neue Einheit
gebildet, die rasch ausgebaut und über das ganze Deutsche Reich ausgedehnt
wurde. Über verschiedene Namensstufen wie Saal-Schutz, Schutzkommando und
Sturmstaffel wurde schließlich am 9. November des gleichen Jahres auf dem
NSDAP-Reichsparteitag der Name Schutzstaffel offiziell eingeführt. Diesen Namen
schlug der damalige SA-Führer Hermann Göring in Anlehnung an eine
Fliegerbegleitstaffel Manfred von Richthofens im November vor. Schreck wurde nun
als „Oberleiter“ Kommandant der SS.
Die Aufgaben der Organisation beschrieb Hitler in einem
Führerbefehl vom 7. November 1930 wie folgt: „Die Aufgabe der SS ist zunächst
die Ausübung des Polizeidienstes innerhalb der
Partei.“
Das Symbol der Schutzstaffel bildete sich seit 1930 aus
zwei nebeneinander liegenden, blitzähnlichen weißen „Sig-Runen“ im schwarzen
Feld.
Konkurrenz zur SA
Mit einer Beschränkung der Sollstärke auf zehn Prozent
der Sturmabteilung wollte die SA-Führung die SS kleinhalten. In den Gauen durfte
mit dem Aufbau einer Schutzstaffel erst begonnen werden, wenn der Aufbau eines
vollständigen SA-Sturmes abgeschlossen war. Mit Ausnahme Berlins, wo die SS die
doppelte Stärke haben sollte, wurde die Sollstärke auf höchstens zehn Männer und
einen Führer festgelegt.
Unzufrieden mit seinem geringen Handlungsspielraum trat
Joseph Berchtold 1927 als Reichsführer SS zurück. Berchtolds Nachfolger wurde
Erhard Heiden, der ein 27-jähriges Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge zu
seinem Stellvertreter ernannte: Heinrich Himmler. Heiden wurde von der SA und
ihrer Führung nicht ernst genommen. Die übergeordnete SA bestand in den Augen
der SS-Mitglieder nur aus „Vertretern des Rabaukentums“, während die SA
ihrerseits die SS aufgrund ihres selbsternannten „Elitetums“ argwöhnisch
betrachtete, zumal ihr Hitler am 9. November 1926 die Betreuung der sogenannten
„Blutfahne“ überlassen hatte. Am 5. Januar 1929 wurde Heiden von Hitler als
Reichsführer SS entlassen. Der Grund für seine Entlassung war, dass er seine
schwarzen SS-Uniformhosen bei einem befreundeten jüdischen Schneider anfertigen
ließ. Heiden wünschte nun am 22. Januar 1929 seine komplette Streichung aus
allen SS-Mitglieder- und Organisationslisten und wandte sich wieder der SA zu.
Im April 1933 wurde Heiden auf Befehl Heinrich Himmlers in München ermordet.
Beteiligungen an
Kriegshandlungen
Am 12. März 1938 nahmen auch Truppenteile der
SS-Verfügungstruppe am Einmarsch der Wehrmacht in Österreich teil, wo sie in
Wien ein bewaffnetes SS-Regiment aufbauten: die SS-Standarte Der
Führer.
Im Oktober 1938 zog die SS-Verfügungstruppe ins
tschechische Sudetenland ein, das die Tschechoslowakei nach dem ihr Ende
September aufgezwungenen Münchner Abkommen an das Deutsche Reich abzutreten
hatte. Im März 1939 wurde die so genannte „Rest-Tschechei“ besetzt und als
Reichsprotektorat Böhmen und Mähren organisiert. Die SS wurde mit der
Zerschlagung des Widerstandes beauftragt. Der Chef des
Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich wurde später stellvertretender
Reichsprotektor des besetzten Gebietes. Im Herbst 1939 wurden die Leibstandarte,
die Verfügungstruppe und die Totenkopfverbände langsam zur Waffen-SS
verschmolzen. Heinrich Himmler wollte als Reichsführer-SS seine Schutzstaffel zu
einem umfassenden Staatsschutzkorps ausbauen, das an allen Fronten die inneren
und äußeren Feinde des NS-Staates bekämpfen sollte. Trotz aller Differenzen
innerhalb der verzweigten SS-Organisationsstruktur blieb die SS auf ein
einheitliches ideologisches Ziel ausgerichtet. Dementsprechend gab es eine
einheitliche Ausbildung der Führungskräfte in den beiden SS-Junkerschulen in Bad
Tölz und Braunschweig. Die militärische und ideologische Schulung unterschied
nicht, ob die Führungskräfte in der SS-Verwaltung, an der militärischen Front,
im SD oder in den Konzentrationslagern eingesetzt werden
sollten.
Der erste Kampfeinsatz der SS erfolgte beim Polenfeldzug.
Die Wehrmacht befürchtete eine zunehmende Konkurrenz durch die
SS-Verfügungstruppe, konnte aber die Zusammenlegung der bisherigen Regimenter
Germania, Der Führer, Totenkopf und der Leibstandarte-SS Adolf Hitler zur
SS-Verfügungsdivision nicht verhindern. Aber: Die kämpfenden SS-Verbände dieser
SS-VT-Division unterstanden weiterhin dem Oberkommando der Wehrmacht und wurden
nun auf verschiedene Heeresteile verteilt, d. h. die SS-VT-Division kämpfte
nicht als einheitlicher Verband. Seit 1943 beteiligten sich insbesondere die
Panzerverbände der SS am Kampf im Osten, so z. B. in der Orel-Kursk Schlacht im
Rahmen der Operation Zitadelle. Ab 1943 wurden auch wehrpflichtige Deutsche und
Männer aus Nordwesteuropa in die SS-VT-Division eingezogen, um an der Front
neben den Wehrmachtsoldaten zu kämpfen, später wurde auch der Versuch
unternommen, SS-Einheiten aus anderen Ländern wie z. B. Albanien aufzustellen.
Diese Versuche hatten allerdings eher geringen Erfolg, so zerfiel die albanische
SS-Division „Skanderbeg“ bereits vor ihrem ersten
Kampfeinsatz.
Weitere, vom Oberkommando unabhängige SS-Verbände (einige
Totenkopfstandarten und nichtmilitärische Verbände) kamen hinter der Front bei
„Säuberungsaktionen“ zum Einsatz und begannen mit der systematischen Verfolgung
und Ermordung von Juden und Angehörigen der polnischen Intelligenz. Gemäß den
Richtlinien zu Zusammenarbeit des Heeres mit den Einsatzgruppen rückten die
SS-Verbände unmittelbar nach der Wehrmacht in die eroberten Ortschaften ein. Aus
rassenideologischen Gründen verfolgte Menschen mussten sich auf Befehl des
ranghöchsten Offiziers der Wehrmacht im Ort an einem bestimmten Platz versammeln
und wurden von dort oft sofort durch die SS zu einem abgelegenen Ort gebracht
und ermordet. Wehrmachtssoldaten waren oftmals Zeugen dieser Hinrichtungen und
auch die Wehrmacht und deutsche Polizeibataillone führten Massenexekutionen
durch.
Da diese Verbrechen ganz auf der Linie der SS- und
NS-Führung im Reich lagen, ging der Ausbau der kämpfenden SS-Verbände rasch
voran. Beim Angriff auf Frankreich verfügte die inzwischen gegründete Waffen-SS
bereits über drei Divisionen (Das Reich, Totenkopf und die SS-Polizei-Division)
und das motorisierte Regiment LAH. Die SS-Divisionen erlitten an der Front
teilweise schwere Verluste. Als Freiwilligentruppe hochmotiviert, mit einer den
Wehrmachtsverbänden in der Regel überlegenen Ausrüstung, wurden diese
Eliteeinheiten oft an den gefährlichsten Einsatzorten verwendet. Auch im
Frankreichfeldzug wurden von SS-Verbänden zahlreiche Kriegsverbrechen verübt.
Massaker an hunderten sich ergebender Soldaten und an einer Vielzahl von
Kriegsgefangenen sind dokumentiert.
Kriegsverbrechen und Völkermord
Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs verübten Teile der
Waffen-SS allein und in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht zahllose
Kriegsverbrechen wie die Folterung und Ermordung von Kriegsgefangenen,
Massenexekutionen von Zivilisten und die Vertreibung zahlreicher Menschen aus
den besetzten Gebieten.
Über das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt mit der
Inspektion der Konzentrationslager (IKL) betrieb die NSDAP die Verwaltung der
Konzentrations- und Vernichtungslager. Deren Bewachung und Ausübung der
Polizeigewalt wurden von den SS-Totenkopf-Wach-Einheiten direkt und in der Regel
alleinverantwortlich durchgeführt. Die SS war damit verantwortlich für
Demütigung, Folterung und die Ermordung von Millionen
Menschen.
In den Nürnberger Prozessen wurde die SS als
Gesamtorganisation der NSDAP (d.h., einschließlich der Waffen-SS, der
SS-Totenkopfverbände und des SD) – mit Ausnahme der so genannten Reiter-SS und
des SS-eigenen Vereins Lebensborn – als Hauptinstrument des politischen Terrors
zur verbrecherischen Organisation erklärt.
Dies sollte dem Umstand Rechnung tragen, dass bei einer
Gesamtzahl von mehreren hunderttausend SS-Angehörigen nicht jeder einzelne
direkt an Kriegsverbrechen beteiligt war, allerdings die verbrecherischen
Handlungen nicht ohne die organisatorische, praktische und
moralisch-ideologische Unterstützung der gesamten Organisation hätten
durchgeführt werden können. Zudem erwies es sich als schwierig, die Gräueltaten
dem einzelnen SS-Mitglied zuzuordnen, so dass sie zunächst nur einer relativen
Minderheit im Einzelnen nachgewiesen wurden.
Organisation
Organisationsentwicklung
Zunächst der SA unterstellt, entwickelte sie sich zu
einer Organisation mit „Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP. Mit der Berufung
Heinrich Himmlers zum Reichsführer-SS 1929 begann ein grundlegender Wandel der
Organisation. Vordem eine kleine Gruppierung von wenigen hundert Mann innerhalb
der SA, sollte sie nach Himmler zur Kampftruppe der NSDAP ausgebaut werden, „ein
nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter Männer, von
denen jeder bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom Führer kommt.“ Die SS
wurde von ihm gleichzeitig zu einer „Elite“- und einer Massenorganisation
ausgebaut.
Der elitäre Charakter zeigte sich in den
rassebiologischen und weltanschaulichen Kriterien, die erfüllt werden mussten,
um der SS angehören zu können. Die SS sollte als „Sippengemeinschaft“ eine
Verkörperung der nationalsozialistischen Herrenmenschenideologie darstellen und
als „Bewahrer der Blutsreinheit“ zur Keimzelle der nordischen Rassendominanz
werden. Die Auswahlkriterien beschränkten sich daher nicht auf die Bewerber
selbst; auch Ehefrauen der SS-Mitglieder wurden hinsichtlich ihrer
„Rassenreinheit“ überprüft. Die Ideologie der SS als Führungsorden manifestierte
sich auch in der Anlehnung an Vorstellungen mittelalterlicher
Rittergemeinschaften, mit deren Hilfe sie sich – etwa durch Rituale in
Weihestätten oder Symbole wie den SS-Totenkopfring und die Verwendung
verschiedener Runensymbole (heute umgangssprachlich als „SS-Runen“ bezeichnet)
oder den Ehrendolch – eine quasireligiöse Dimension zu geben
versuchte.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt
die SS, wie auch SA und Stahlhelm, polizeiliche Privilegien zur Verfolgung
politischer Gegner. Im April 1933 befanden sich bereits über 25.000 Regimegegner
in „Schutzhaft“. SA und SS begannen mit der Errichtung erster
Konzentrationslager (KZ) in Dachau und
Oranienburg.
Vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1934 ermordeten
Teile der bewaffneten SS-Verbände, namentlich die erste und zweite
Schützenkompanie der Leibstandarte-SS Adolf Hitler und der Dachauer
SS-Wachsturmbann „Oberbayern“, unter dem Vorwand eines vermeintlichen
„Röhm-Putsches“, die Führung der SA. Auch Konservative, andere politische Gegner
und Unbeteiligte waren unter den Todesopfern. Am 20. Juli 1934 koppelte
Hitler die SS von der SA ab: „Im Hinblick auf die großen Verdienste der SS,
besonders im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 30. Juni 1934, erhebe ich
dieselbe zu einer selbständigen Organisation im Rahmen der NSDAP.“ Die SS
übernahm nun in alleiniger Verantwortung die Zuständigkeit für alle frühen
Konzentrationslager (KZ) im Reich, die bis dahin teilweise noch von der SA
kontrolliert worden waren. Die SS-Totenkopfverbände wurden nun ausschließlich
mit der Bewachung der Lager beauftragt. Die frühen, improvisierten Haftorte und
Konzentrationslager wurden – mit Ausnahme des KZ Dachau – nach und nach
geschlossen. Es begann die systematische Entwicklung des NS-Lagersystems, Hitler
ließ Lager nach dem Prototyp Dachau erbauen.
Im November 1934 wurde das Prinz-Albrecht-Palais in der
Wilhelmstraße 102 in Berlin in den Komplex der Gebäude an der
Prinz-Albrecht-Straße 8 miteinbezogen und zum Sitz des Sicherheitsdienstes des
Reichsführers-SS.
Ab 1935 benannten sich die Verwaltungseinheiten der SS in
Allgemeine SS um. Sie wollten sich dadurch von ihren inzwischen bewaffneten
Verbänden, der SS-Verfügungstruppe und den SS-Totenkopfverbänden unterscheiden,
die später die Waffen-SS bildeten. Diese Allgemeine SS, nun auch Heimat- oder
Schwarze-SS genannt, unterstand nun dem neuen Kommandoamt der Allgemeinen SS in
Berlin.
Damit kam es zur klassischen Dreiteilung der SS, die
informell bis 1945 Bestand hatte:
Allgemeine SS
SS-Totenkopfstandarten
SS-Verfügungstruppe
Abschließende
Organisationsstruktur
Der Begriff „SS“ bildete ab 1939/40 den „Dachverband“ für
verschiedene Hauptämter und deren
Unterabteilungen:
Das Führungshauptamt (FHA) war die betriebliche
Stabsstelle (Hauptquartier) der SS. Es leitete und verwaltete die
Offiziers-Schulen, medizinische Versorgung, Transportvorgänge, Lohnzahlungen und
Ausrüstungen.
Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) hatte die Aufgabe,
eine „rassisch wertvolle“ Führungselite
herauszubilden.
Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) entstand aus der
Zusammenlegung von SD und SiPo und war die zentrale Stelle zur Ausübung der
polizeilichen Funktionen der SS.
Das SD-Amt Reinhard Heydrichs diente als Geheimdienst zur
Bekämpfung äußerer wie innerer Gegner und zur Bespitzelung der
Bevölkerung.
Die Sicherheitspolizei (Sipo) war für die Kriminal- und
die Geheime Staatspolizei (Gestapo) zuständig.
Militärischer Zweig der SS war die aus Verfügungstruppen
und Totenkopfverbänden gebildete Waffen-SS
Das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) steuerte
die Konzentrationslager und deren Konstruktion und verwaltete die SS-eigenen
Industrien, Gewerbe- und
Landwirtschaftsbetriebe.
SS-Wirtschaftsbetriebe
Die SS gründete zahlreiche Firmen, u. a. 1938 die
Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST), die sie 1940 in den Deutschen
Wirtschaftsbetrieben (DWB) zusammenfasste. Die DWB wurden von leitenden
Mitarbeitern der SS-Verwaltung geführt. 1942 wurden sämtliche wirtschaftlichen
Angelegenheiten im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt konzentriert. Dieses
betrieb über das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft die Verwaltung der
Konzentrations- und Vernichtungslager mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der
Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge. 1943/44 gehörten etwa 30 Unternehmen mit über
100 Betrieben, in denen mehr als 40.000 Konzentrationslagerhäftlinge arbeiten
mussten, zum Wirtschaftsimperium der SS. Der Hauptsitz der DWB befand sich in
Oranienburg bei Berlin.
Die SS erwarb auch mehrere Mineralwasserkonzerne, so etwa
die Heinrich Mattoni AG und die Apollinaris Brunnen AG.
Weiterhin gab es die „künstlerischen“ Unternehmungen der
SS:
Porzellanmanufaktur
Allach
Nordland-Verlag
Schwertschmiede der SS
Personalentwicklung
Als Heinrich Himmler am 6. Januar 1929 die Führung der SS
von Erhard Heiden übernahm, umfasste diese Organisation nur 280 Mann als „aktive
Mitglieder“. Es begann nun unter Himmler ein stetiger Ausbau der SS: Schon im
Dezember desselben Jahres wurde das 1000. Mitglied verzeichnet, 1932 war sie
bereits auf rund 52.000 und bis zum Herbst 1933 auf gut 204.000 Mitglieder
angewachsen.
Zu Kriegsbeginn am 1. September 1939 wurden rund
60 % ihrer Mitglieder zur Wehrmacht eingezogen. Das hieß, dass von den
damaligen 260.000 SS-Mitgliedern 170.000 ihren Kriegsdienst in den drei
Wehrmachtsteilen Heer, Luftwaffe und Marine taten. Nur ca. 36.000 wurden von der
Waffen-SS übernommen. Die übrigen Mitglieder waren entweder für den Kriegsdienst
zu alt oder waren auf „unabkömmliche Posten“ im Öffentlichen Dienst oder bei den
Polizeikräften eingesetzt.
Gegen Ende des Krieges (1944/45) umfasste die SS formal
über 840.000 Mitglieder, zu denen auch das „SS-Führerkorps“ (d. h.
Führungsschicht in den SS-Hauptämtern und die Offiziere sowie die Unteroffiziere
der Waffen-SS) und auch Polizeioffiziere gehörten, sobald ihr Dienstgrad einem
SS-Rang entsprach. Die Zugehörigkeit der Offiziere von Waffen-SS und Polizei zur
SS wurde von Amts wegen begründet; für die Mannschaften der Waffen-SS und
Polizei war eine Übernahme in die SS erst für die Zeit nach Ende des Krieges
vorgesehen. Vor dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg machte Robert Brill,
ehemaliger Leiter des „Ergänzungsamtes der Waffen-SS“, am 5. und 6. August 1946
Angaben zur Personalentwicklung der Waffen-SS.
„Bei Kriegsende war die Waffen-SS noch ca. 550.000 Mann
stark, bis Ende Oktober 1944 sind 320.000 Mann gefallen oder schwerstverletzt
worden. (…) In der Waffen-SS dienten etwa 400.000 Reichsdeutsche, 300.000
Volksdeutsche und 200.000 Angehörige anderer Völker. (…) Im Jahr 1944 wurde die
Masse der noch Kriegsverwendungsfähigen aus den Wachmannschaften der
Konzentrationslager herausgezogen und für den Wehrdienst freigemacht. Bis dahin
wurden die Wachmannschaften aus Notdienstverpflichteten der Allgemeinen SS und
des ehemaligen Frontkämpferbundes 'Kyffhäuser' gestellt. 1944 kam noch ein
starkes Kontingent aus der Wehrmacht. Es handelte sich meines Wissens zunächst
um 10.000 Mann. Später mehr. (…) Meines Wissens setzten sich die Wachverbände in
den KZs im Jahre 1944 aus 6.000 Notdienstverpflichteten, 7.000 Volksdeutschen,
7.000 Heeresangehörigen und einer Anzahl von Luftwaffenangehörigen zusammen.
(…)“
– Documents of the Major War Criminals Vol. XX, p.
371–471
Blutgruppentätowierung
Angehörige der Allgemeinen SS, die sich zur Waffen-SS
gemeldet hatten und auch von dieser übernommen wurden, trugen eine Tätowierung
der Blutgruppe auf der Innenseite des linken Oberarms. Dieser Umstand
erleichterte den Alliierten während und nach dem Krieg die Zuordnung angeblicher
Wehrmachtsangehöriger und Zivilisten zur Waffen-SS. Oft versuchten deren
Angehörige, sich vor der Gefangennahme durch andere Uniformen und Kleidung zu
tarnen.
SS-Angehörige,
die in den drei Wehrmachtteilen eingesetzt waren, betraf diese Tätowierung
nicht, da die Blutgruppe auf deren Wehrmachts-Kennmarken vermerkt
war.