Bildnis
des Führers.
Großformatige
auf Karton montierte Original-Farbtafel von 1942.
Nach
einem Originalgemälde von Rudolf Gerhard Zill, Berlin.
In
der Platte signiert.
Grosse
Deutsche Kunstausstellung 1942 im Haus der Deutschen
Kunst.
Größe 360 x 505 mm.
Mit minimalen
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Beschädigung, sonst sehr guter Zustand.
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1933 – 1945, 1942, 20. Jahrhundert, 3. Reich, 40er –
Jahre, Adolf Hitler, Akademische Kunst, Akademische Malerei, Altmeisterlichkeit,
Ars gratia artis, Ästhetik, Bildnis, Bildniskunst, D-10117 Berlin, D-80538
München, Deutsche Geschichte, Deutsches Reich, Drittes Reich, Ehrenzeichen,
Eisernes Kreuz, EK, Elite, Führer und Reichskanzler, Gemälde, Goldenes
Parteiabzeichen, Großdeutschland, Heer, Heerführer, Heerwesen, Historische
Bilder, III. Reich, konservative Revolution, Kriegsauszeichnung,
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Kunstgeschichte, Militär, Militaria, Nationalsozialismus, NS, NSDAP, Orden,
Patriotismus, Persönlichkeiten, Politik, Politiker, Politikgeschichte, Porträt,
Porträtmalerei, Reichshauptstadt Berlin, Staatsoberhaupt, Tradition, Uniform ,
Vaterland, Verwundetenabzeichen, Weltanschauung, Zeitgeschehen, Zeitgeschichte
Rudolf Gerhard Zill, deutscher Maler, Zeichner und
Gebrauchsgraphiker. Geboren 1913 in Leipzig als Sohn des Maler Richard Zill,
gestorben 2007. War lange ansässig in Markleeberg bei Leipzig. Er studierte an
der Akademie Leipzig bei Host Schulze und W. Tiemann. Seine Sujets umfassten
hauptsächlich Landschaften, Stillleben, Bildnisse und Figürliches. Er wurde
unter anderem auch durch ein Porträt Adolf Hitlers von 1943 oder dem Entwurf zu
dem Plakat für den Deutschen Studententag 1938 mit einem Adler, der ein
Hakenkreuz in seinen Fängen hält, bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er
u.a. als geschätzter Portraitmaler tätig.
Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Braunau am Inn,
Österreich-Ungarn; † 30. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Politiker und
Diktator österreichischer Herkunft. Er war ab 1921 Parteichef der NSDAP, seit
1933 Reichskanzler und von 1934 bis zu seinem Suizid unter der Bezeichnung
Führer und Reichskanzler zugleich Regierungschef und Staatsoberhaupt des
Deutschen Reiches.
Biografie
Fast alle Biografen Hitlers weisen auf die enorme
Diskrepanz zwischen dessen erster und zweiter Lebenshälfte hin. Bis zu seinem
30. Lebensjahr war er, gemessen an den bürgerlichen Maßstäben seiner Zeit, nicht
erfolgreich, da er weder eine Berufsausbildung noch nennenswerte soziale
Bindungen hatte. Danach schwang sich Hitler innerhalb weniger Jahre zum
deutschen Reichskanzler und schließlich zum diktatorischen Herrscher über weite
Teile Europas auf.
Die frühen Jahre
Um seine Herkunft und sein Leben vor dem Eintritt in die
Politik machte Hitler stets ein Geheimnis. „Sie dürfen nicht wissen“, sagte er
1930 über seine politischen Gegner, „woher ich komme und aus welcher Familie ich
stamme.“ Döllersheim und Strones, die Heimatdörfer seiner Eltern und Großeltern,
ließ er im Sommer 1938, gleich nach dem Anschluss Österreichs evakuieren, um
einen Truppenübungsplatz anzulegen (heute: Truppenübungsplatz Allentsteig).
Krockow, Kershaw und andere Biografen Hitlers vermuten, dass die Gründe dafür in
dessen ungeklärter und von Inzest nicht freien Herkunft zu suchen sind. Hitlers
eigene Angaben in Mein Kampf zu seinen frühen Jahren dienten vor allem der
Selbststilisierung zu einem idealen nationalsozialistischen Kämpfer, gingen kaum
über das hinaus, was damals ohnehin schon bekannt war, und sind daher wenig
vertrauenswürdig.
Herkunft
Hitlers Familie stammte aus dem niederösterreichischen
Waldviertel an der Grenze zu Böhmen. Im 19. Jahrhundert schwankte der
damals in Österreich nicht unübliche Name der Familie noch zwischen Hüttler,
Hiedler, Hittler und Hitler. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich die
verschiedenen Namensvarianten, die sich in der dialektalen Aussprache phonetisch
kaum unterscheiden, von Hütte ableiten, der Name also so viel bedeutet wie
Kleinbauer oder Häusler. Der spätere Diktator wurde in der oberösterreichischen
Stadt Braunau am Inn geboren – am 20. April 1889 um 18:30 Uhr im Gasthof
Pommer, Salzburger Vorstadt 219 (heute Hausnummer 15). Er war das
vierte von sechs Kindern des Zollbeamten Alois Hitler und dessen dritter Frau
Klara (geb. Pölzl). Der Vater wurde unter dem Namen Alois Schickelgruber als
unehelicher Sohn der später verehelichten Anna Maria Schicklgruber und Johann
Georg Hiedler geboren, wurde aber erst posthum, wohl auf Betreiben seines Onkels
Johann Nepomuk Hiedler, bei dem er als Ziehkind aufgewachsen war, legitimiert
und nahm als 39-Jähriger den Namen Hitler an. Die Mutter Klara (geb. Pölzl) war
die Tochter von Johann Nepomuk Hiedlers ältester Tochter Johanna Hiedler und
ihrem Mann Johann Babtist Pölzl. Somit waren Hitlers Eltern Onkel und Nichte
zweiten Grades.
Die drei älteren Geschwister Adolf Hitlers verstarben
bereits im Kindesalter, noch vor Adolfs Geburt. Von den sechs Kindern des
katholischen Paares erreichten nur Adolf und seine Schwester Paula das
Schulalter. Aus zweiter Ehe seines Vaters hatte Adolf einen Halbbruder und eine
Halbschwester: Alois junior und Angela, die ebenfalls im Haushalt aufwuchsen, da
ihre Mutter verstorben war. In Mein Kampf schildert Hitler den Vater als streng,
autoritär, mitunter auch jähzornig und gewalttätig. Es ist jedoch umstritten, ob
Hitlers Erziehung strenger war als zu dieser Zeit
üblich.
Obwohl es keinen Grund zur Annahme gibt, dass Adolf
Hitler an Johann Georg Hiedler als Großvater gezweifelt hat, musste die nicht
mit völliger Sicherheit geklärte Abstammung für den Propagandisten einer
rassistischen Ideologie politisch brisant werden, als er seit Anfang der
1920er-Jahre zunehmend bekannter wurde. Politische Gegner haben schon damals
immer wieder nachzuweisen versucht, dass der Führer der antisemitischen und
extrem nationalistischen NSDAP selbst jüdische oder tschechische Vorfahren habe.
Bereits seit Mitte der 1920er-Jahre gab es Gerüchte über eine vermeintlich
jüdische Abstammung Hitlers. Hans Frank griff diese in den Nürnberger Prozessen
und in seiner Autobiografie mit der Aussage auf, Hitlers Großmutter sei mit
seinem Vater Alois schwanger geworden, als sie als Dienstmagd im Haushalt eines
Grazer Juden namens Frankenberger gearbeitet habe. Die sich auf Frank beziehende
Literatur verbreitete diese Behauptung weiter, bis sie überzeugend widerlegt
wurde. Für Hitler waren derartige Gerüchte und die zum Teil inzestuösen
Verhältnisse in seiner Familie Grund genug, seine Herkunft möglichst zu
verschleiern.
Kindheit
Wegen seines Berufs zog Alois Hitler mit seiner Familie
häufig um: von Braunau zunächst nach Passau, später nach Lambach und schließlich
nach Leonding bei Linz.
Auf den verschiedenen Volksschulen, die Adolf Hitler
besuchte, war er ein guter Schüler, auf der Realschule in Linz versagte er
dagegen völlig. Bereits das erste Jahr dort, 1900/1901, musste er wiederholen,
und seine Lehrer bescheinigten ihm „mangelnde Arbeitslust“. An der Realschule in
Linz begeisterten sich Schüler, darunter auch Hitler, für die Thesen Georg von
Schönerers, sie begrüßten sich mit „Heil!“-Rufen und hefteten sich Kornblumen
ans Revers. Die dritte Klasse in der Realschule in Linz schloss er 1904 erneut
mit so mangelhaften Noten ab, dass eine Wiederholung der Klasse drohte. Da sein
Vater aber in diesem Jahr gestorben war, bot die Schule Hitlers Mutter an, ihn
zu versetzen, allerdings nur unter der Bedingung, dass er die Schule wechselte.
Hitler besuchte daher nun die Realschule in Steyr, die als weniger anspruchsvoll
galt. Aber auch dort besserten sich seine Leistungen nicht. Er blieb sitzen,
schaffte die Wiederholungsprüfung nicht und verließ die Schule sechzehnjährig,
im Herbst 1905, ohne Abschluss.
Hitler stellte dies später als eine Art von Lernstreik
gegen den Vater dar, der ihn in eine Beamtenlaufbahn habe drängen wollen,
während er selbst den Beruf des Kunstmalers anstrebte. An dieser Darstellung ist
insofern etwas Wahres, als Hitler sich zeitlebens als verkannter Künstler sah,
mit regelmäßiger Arbeit nicht zurechtkam, und außerdem Egozentrik zu seinen
hervorstechendsten Eigenschaften gehörte. Gegen Hitlers Darstellung spricht
jedoch, dass sein Vater schon am 3. Januar 1903 im Alter von 65 Jahren
gestorben war. Der Erziehungsdruck auf den 13-Jährigen ließ also nach, ohne dass
seine Leistungen deshalb besser wurden.
Jahre in Wien und München
Von 1903 an bezog Hitler eine Halbwaisenrente. Damit und
mit der Unterstützung durch seine Mutter war er ab 1905 finanziell unabhängig.
Im September 1907 reiste er nach Wien und unterzog sich an der Allgemeinen
Malerschule der Wiener Kunstakademie zusammen mit weiteren 112 Kandidaten der
Aufnahmeprüfung.
Durch seine mitgebrachte Arbeitsmappe qualifizierte er
sich wie 79 weitere Bewerber zur Teilnahme am zweiten Auswahlverfahren, dem
Probezeichnen am 1. und 2. Oktober. Nur 28 bestanden diese Prüfung. Die
restlichen Bewerber, darunter auch Hitler und Robin Christian Andersen waren zum
Studium nicht zugelassen. Er blieb zunächst in Wien. Am 24. Oktober teilte der
jüdische Hausarzt Eduard Bloch der Familie mit, die Mutter sei unheilbar krank
und habe nicht mehr lange zu leben. Adolf kehrte nach Linz zurück, bevor seine
Mutter am 21. Dezember 1907 an Brustkrebs starb. Nach ihrem Tod distanzierte er
sich zunehmend von seinen Verwandten.
Anders als die Schilderungen seiner Jugendzeit in Mein
Kampf suggerieren, konnte Hitler von seiner Waisenrente anfangs relativ gut
leben. Sein Einkommen, zusätzlich aufgebessert durch den Verkauf selbst gemalter
Bilder und Postkarten, lag über dem Anfangsgehalt eines Lehrers. Das
Empfehlungsschreiben einer Bekannten an den renommierten Bühnenbildner Alfred
Roller, der sich zu einem Empfang Hitlers bereit erklärte, führte letztlich zu
keinem Ergebnis. Im Herbst 1909 konnte er sich bei seiner zweiten Bewerbung an
der Kunstakademie nicht mehr zum Probezeichnen qualifizieren. Danach bemühte er
sich kaum, einen Beruf oder auch nur eine Berufsausbildung in Angriff zu
nehmen.
In Wien kam er mit den Schriften des Rassenideologen und
Antisemiten Jörg Lanz von Liebenfels in Kontakt. Auch die antisemitischen
Polemiken von Politikern wie Georg von Schönerer, dem Führer der Alldeutschen
Bewegung, und dem Wiener Bürgermeister Karl Lueger nahm er auf. Seine
Vorstellung von einer überlegenen arischen so genannten Herrenrasse dürfte sich
damals gebildet haben, seine Vorbilder ließ er aber stets unerwähnt. Mehr als
für Politik hat sich Hitler nach Aussagen seines damaligen Freundes August
Kubizek für Opern interessiert, insbesondere für die Richard
Wagners.
Nach der zweiten Ablehnung durch den Vorstand der
Kunstakademie ging Hitler allmählich das Geld aus. Zudem musste er fürchten, zum
Militär eingezogen zu werden. Ob er deshalb allerdings im Herbst 1909
tatsächlich für einige Monate obdachlos war bzw. im Obdachlosenasyl in Meidling
Zuflucht suchte ist nicht wirklich gesichert. Sicher ist, dass er Anfang 1910 in
das Männerwohnheim in der Meldemannstraße zog. Als Maler von Sehenswürdigkeiten
Wiens fand er ein bescheidenes Auskommen. Hitler malte und zeichnete in Wien bis
Mitte 1910 zahlreiche kleinformatige Bilder. Da er selbst eher kontaktscheu war,
übernahm ein Mitbewohner, Reinhold Hanisch, den Verkauf seiner Bilder. Weil er
sich bei einem Geschäft von Hanisch betrogen fühlte, übertrug er den Verkauf
einem jüdischen Mitbewohner namens Siegfried Löffner. Im August 1910 wurde
Hanisch durch Löffner wegen der angeblichen Unterschlagung eines Hitler-Bildes
bei der Wiener Polizei angezeigt. Da sich bei dieser Gelegenheit herausstellte,
dass Hanisch in Wien unter dem falschen Namen Fritz Walter gemeldet war, wurde
er am 11. August 1910 zu einer Gefängnisstrafe von sieben Tagen verurteilt. 1912
wurde Hitler seinerseits von einer anonymen Person wegen des unberechtigten
Führens des Titels eines „akademischen Malers“ bei der Polizei angezeigt und
ermahnt, diesen Titel zukünftig nicht mehr zu gebrauchen. In der Forschung wird
angenommen, dass der Maler Karl Leidenroth, ein Freund Hanischs, die Anzeige in
dessen Auftrag erstattete, um sich für die Anzeige aus dem Jahr 1910 zu
revanchieren. Danach schränkte Hitler seine künstlerische Tätigkeit ein.
Bemerkenswerterweise arbeitete er beim Handel mit seinen Bildern mit zahlreichen
weiteren Juden zusammen, so mit dem ungarischen Männerheimbewohner Josef
Neumann, der als sein Verkäufer fungierte, sowie den Händlern Jakob Altenberg
und Samuel Morgenstern. Es ist daher fraglich, ob Hitlers Antisemitismus damals
bereits so ausgeprägt war, wie er in Mein Kampf
behauptete.
Die Historiker gingen davon aus, dass Hitler Hanisch
30 Jahre später 1938 verhaften ließ – beziehungsweise ihn nach dem
Einmarsch in Österreich bereits verhaftet vorfand – um ihn dann im
Konzentrationslager Buchenwald ermorden zu lassen. Wahrscheinlicher ist jedoch,
dass Hanisch bereits am 4. Februar 1937 während seines Aufenthaltes im Wiener
Inquisitenspital an einem Herzschlag starb. Brigitte Hamann förderte nach
intensiven Recherchen zu Hitlers Zeit in Wien nicht nur einen Bericht des
untersuchenden Gerichtsarztes in der Wiener Todesfallaufnahme zu Tage, sondern
auch einen Brief von Hitlers Wiener Emissär Franz Feiler vom 11. Mai 1938, in
dem Feiler seinem Vertrauensmann im NSDAP-Hauptarchiv Ernst Schulte-Strathaus
mitteilte, Hanisch sei „vor 1,5 Jahren gestorben.“
Nachdem Hitler im Mai 1913 das Erbe des Vaters ausgezahlt
worden war, zog er vom Männerwohnheim in Wien nach München um, wo er bei dem
Schneider Josef Popp in der Maxvorstadt zur Untermiete wohnte. Der Umzug hatte
auch den Zweck, dem Militärdienst in Österreich zu entgehen. In Mein Kampf
schrieb er später, er habe sich nach einer „deutschen Stadt“ gesehnt. Hier las
er die rassistischen Schriften Houston Stewart Chamberlains. Hitler malte in
München weiterhin Aquarelle und gelegentlich Ölbilder, meist
Architekturdarstellungen nach fotografischen Vorlagen. Er verkaufte die Arbeiten
vornehmlich in der Kunsthandlung Stuffle am
Maximiliansplatz.
Nach längerer Suche durch die österreichische Polizei und
Vorführung beim österreichischen Konsulat in München durch Beamte der Münchner
Kriminalpolizei am 19. Januar 1914 fuhr er am 5. Februar 1914 zur Musterung nach
Salzburg. Hier wurde er als waffenunfähig beurteilt und vom Militärdienst in
Österreich zurückgestellt. Dass Hitler nicht prinzipiell dem Kriegsdienst aus
dem Weg gehen wollte, zeigte er als Kriegsfreiwilliger im Ersten
Weltkrieg.
Im Ersten Weltkrieg
Der 25-jährige Hitler begrüßte begeistert den
Kriegsausbruch im Jahr 1914. Eine Fotografie Heinrich Hoffmanns zeigt ihn
inmitten der Großdemonstration am 2. August 1914 auf dem Odeonsplatz. Diese
Fotografie wurde später massenhaft verbreitet.
Hitler trat am 16. August 1914 als Freiwilliger in die
Bayerische Armee ein. Dort wurde der Österreicher am 8. Oktober 1914 auf den
König von Bayern und anschließend auf den österreichischen Kaiser Franz Joseph
vereidigt. Als Soldat des 16. Kgl. Bay. Reserve-Infanterie-Regiments (6.
Königlich Bayerische Reserve-Division) verbrachte er fast die gesamte Kriegszeit
als Meldegänger an der Westfront. Man beurteilt die Teilnahme am Ersten
Weltkrieg für Hitlers späteres Leben als kaum überschätzbar: „Der Krieg und die
Folgen haben Hitler geschaffen.“
Nach seiner Beteiligung an der Ersten Flandernschlacht
erhielt Hitler am 3. November rückwirkend zum 1. November 1914 seine Beförderung
zum Gefreiten. Am 2. Dezember desselben Jahres wurde er mit dem Eisernen Kreuz
II. Klasse ausgezeichnet. Den spontanen Weihnachtsfrieden 1914 missbilligte
er. Hitler hinterließ mehrere Feldpostbriefe, von denen der vom 5. Februar 1915
der bedeutendste ist. Nach einer detailreichen Schilderung der Kampfhandlungen
äußert er am Schluss seine Hoffnung auf die endgültige Abrechnung mit den
Feinden im Inneren.
Seit dem 26. September 1916 war er Teilnehmer der
Schlacht an der Somme. Bei Le Bargur wurde Hitler am 5. Oktober 1916 (nach
eigenen Angaben am 7. Oktober) am linken Oberschenkel verwundet, als im
Unterstand der Meldegänger eine Granate explodierte. Man schickte ihn vom 9.
Oktober bis zum 4. Dezember in das Vereinslazarett Beelitz, das ihm mit seinen
weißen Betten und sorgenden Krankenschwestern geradezu unwirklich vorkam.
Erst im März 1917 kam er wieder an die Front und nahm im
Sommer an der Dritten Flandernschlacht teil, woraufhin er das
Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Schwertern erhielt. Nach einem
Heimaturlaub in Berlin im Oktober 1917 war er ab Ende März 1918 an der Deutschen
Frühjahrsoffensive beteiligt. Im Mai erhielt er ein Regimentsdiplom für
hervorragende Tapferkeit und das Verwundetenabzeichen in Schwarz; am 4. August
wurde er auf Initiative des jüdischen Regimentsadjutanten Hugo Gutmann mit dem
Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.
Hitler galt als korrekter Soldat, der aber bei seinen
Kameraden wegen seiner unkritischen Haltung gegenüber den Offizieren eher
unbeliebt war: „Den Vorgesetzten achten, niemandem widersprechen, blindlings
sich fügen“, so schilderte er selbst seine damalige Haltung während des
Putschistenprozesses im Jahr 1924. Kurz vor Kriegsende wurde Hitler nach einem
am 15. Oktober 1918 mit Senfgas durchgeführten britischen Angriff am 21. Oktober
in das Lazarett der vorpommerschen Stadt Pasewalk eingewiesen, wo er sich bis
zum 19. November aufhielt. Die vorübergehende Blindheit, derentwegen er
behandelt wurde, führte er selbst auf eine Augenverletzung infolge des
Gasangriffs zurück. Hier wurde er mit den anderen Verwundeten am 10. November
durch den Lazarettgeistlichen über die Novemberrevolution und die laufenden
Waffenstillstandsverhandlungen im Wald von Compiègne informiert, was Hitler
selbst später als seelische Krise schilderte, bei der es ihm „um die Augen
wieder schwarz ward“. Demnach hatte es nicht nur mit Hitlers österreichischer
Staatsbürgerschaft zu tun, dass er – obwohl mehrfach verwundet und mit dem
Eisernen Kreuz beider Klassen sowie weiteren Ehrenzeichen versehen – nie über
den Status eines Gefreiten hinauskam. Fritz Wiedemann und Max Amann betonten in
diesem Zusammenhang, Hitler selbst habe eine Berücksichtigung bei Beförderungen
abgelehnt.
Hitlers Aufstieg
Politische Anfänge
Hitler behauptete später, die Empörung über den
verlorenen Krieg und den „Verrat der Novemberverbrecher“ habe in ihm den
Entschluss reifen lassen, Politiker zu werden. Auch dies darf angezweifelt
werden angesichts der unklaren Haltung zu den Zeitereignissen, die er in den
ersten Monaten nach Kriegsende erkennen ließ.
Von politischen Ambitionen Hitlers ist unmittelbar nach
dem Krieg nichts festzustellen. Am 21. November 1918 verließ er das Lazarett in
Pasewalk. Er kehrte in die Kaserne des 2. bayerischen Infanterie-Regiments, die
Oberwiesenfeldkaserne in München zurück und zeigte zunächst nur das Bestreben,
nicht entlassen zu werden. Zwischendurch bewachte er vom 12. Februar bis zum 7.
März 1919 in Traunstein französische und russische Kriegsgefangene bis zur
Auflösung des dortigen Lagers. Er ließ sich mehrfach zu einem der
Vertrauensleute seines Regiments wählen und war damit eine Art Verbindungsmann
zur aus der Novemberrevolution hervorgegangenen neuen bayrischen Staatsregierung
unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner
(USPD).
Hitler war im April 1919 Vertrauensmann seiner Kompanie
in München und wurde am 15. April zum Ersatz-Bataillons-Rat der Soldatenräte der
– seit 13. April kommunistischen – Münchner Räterepublik gewählt. Die Münchner
Garnison stand seit November 1918 fest hinter der Revolution und dem radikalen
Wandel zur Räterepublik. Hitler teilte in jenen Monaten offensichtlich die
Ansichten der sozialistischen Regierung in einem gewissen Maße, auf jeden Fall
äußerte er keine abweichende Meinung, andernfalls wäre er nicht als
Vertrauensmann der Soldaten gewählt worden. Vermutlich trug er sogar die rote
Armbinde der Revolution, wie alle Soldaten der Münchner Garnison, weswegen
Hitler später über diese Zeit wenig verlauten ließ. Als Erklärungen sind
opportunistische Erwägungen (Hinauszögerung der Demobilisierung) und/oder das
seinerzeitige allgemeine „ideologische Durcheinander in den Köpfen“ denkbar.
Unter den engeren Kameraden war Hitler spätestens seit Mitte April 1919 als
Konterrevolutionär bekannt, wofür auch die Denunziation zweier Kollegen aus dem
Bataillons-Rat bei einem Tribunal wenige Tage nach Niederschlagung der
Räterepublik spricht.
Gerade jetzt begann Hitler, erstmals eine gewisse
politische Aktivität zu entwickeln. Nach der blutigen Niederwerfung der
Räterepublik ließ er sich von einer Untersuchungskommission der Münchener
Reichswehrverwaltung anwerben, die damals den entscheidenden Machtfaktor in
Bayern darstellte. Es gibt Hinweise darauf, dass er sich das Wohlwollen der
neuen Machthaber erkaufte, indem er Regimentskameraden verriet, die sich auf
Seiten der Räteregierung engagiert hatten. Offensichtlich erfüllte er die in ihn
gesetzten Erwartungen, denn die entscheidenden Männer der so genannten schwarzen
Reichswehr – beispielsweise der Hauptmann Ernst Röhm – scheinen in dem Gefreiten
Hitler bald einen potenziellen Agitator gesehen zu haben, mit dessen Hilfe sich
nationalistische Ideen unter Arbeitern verbreiten ließen. Seine Vorgesetzten
schickten Hitler vom 5. bis 12. Juni und vom 26. Juni bis zum 5. Juli 1919 zu
Schulungen für Propaganda-Redner. Einer der Vortragenden war Professor Karl
Alexander von Müller. Danach setzten sie Hitler als V-Mann ein und beauftragten
ihn im Rahmen eines Aufklärungskommandos damit, politische Parteien und Zirkel
zu bespitzeln, die im nachrevolutionären München wie Pilze aus dem Boden
schossen.
Dazu gehörte auch die von dem Journalisten Karl Harrer
und dem Schlosser Anton Drexler gegründete Deutsche Arbeiterpartei (DAP), die
fremdenfeindliche, antisemitische und sozialistische Ideen propagierte. Am 12.
September 1919 besuchte Hitler, aufgrund einer Empfehlung von Hauptmann Karl
Mayr aus der völkisch-nationalistischen Vereinigung „Eiserne Faust“, erstmals
eine ihrer Versammlungen. Als dabei ein Redner die Trennung Bayerns vom Reich
forderte, widersprach Hitler ihm so energisch wie wortreich und fiel durch sein
Rednertalent auf. Erstmals hatten er selbst und andere eine gewisse Begabung an
ihm entdeckt: Er konnte Zuhörer fesseln und Emotionen wecken. Drexler meinte
angeblich sofort zu Harrer: „Dör hot a Goschn, den kennt ma braucha!“
(Hochdeutsch: „Der hat Rednertalent, den könnten wir brauchen!“) und versuchte,
ihn noch am gleichen Abend anzuwerben. Im Auftrag seiner Vorgesetzten trat
Hitler am 19. Oktober 1919 der DAP bei – als 55. Mitglied, nicht als siebentes,
wie er später stets behauptete. Seine Mitgliedsnummer 555 rührte daher, dass die
DAP mit der Zählung ab 501 begann, um etwas mehr Größe vorzutäuschen. Zu dieser
Zeit kam Hitler auch erstmals mit dem antisemitischen Schriftsteller Dietrich
Eckart von der Thule-Gesellschaft in Kontakt. Eckart war auf der Suche nach
einem Agitator, der Arbeiter und Angehörige der Unterschichten für
rechtsradikale Ideen gewinnen sollte. Als einer der ersten sah Eckart, der im
August 1921 Chefredakteur des Völkischen Beobachters wurde, in Hitler diesen
Mann und förderte ihn seither mit Rat und Tat.
Da Hitler mit seinen aufputschenden Reden immer mehr
Zuhörer und Mitglieder anlockte, gewann er bald größere Bedeutung für die kleine
DAP. Zunächst war er dort als Werbeobmann tätig und im Frühjahr 1920 an der
Ausarbeitung des 25-Punkte-Programms der DAP beteiligt, die sich auf sein
Betreiben in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannte.
Als er am 31. März 1920 schließlich aus der Armee entlassen wurde, konnte er
bereits von seinen Honoraren als Redner leben. Als Agitator war er für die noch
wenig beachtete NSDAP unersetzlich. Dies nutzte er aus, als er im Juli 1921 die
alte Parteiführung entmachtete und mit einem Ultimatum seine Wahl zum
Vorsitzenden der NSDAP erzwang.
Hitler war nun eine politische Lokalgröße, die vom
instabilen, antidemokratischen und militaristischen politischen Klima in Bayern
profitieren konnte und dort „sowohl in der intellektuellen Öffentlichkeit wie
bei der bayerischen Regierung und Verwaltung […] vielfach Unterstützung fand.“
Außerhalb Bayerns erregte er eher Belustigung als Furcht. 1921 und 1922 suchte
er in mehreren Reden vor dem Berliner Nationalklub die Unterstützung des oberen
Bürgertums.
Putsch und Inhaftierung
Gustav Ritter von Kahr hatte nach der Niederschlagung der
Münchner Räterepublik 1919 versucht, die „Ordnungszelle Bayern“ zu etablieren,
durch die zuerst in Bayern „Ruhe und Ordnung“ wiederhergestellt werden sollten,
um anschließend auf die gesamte Weimarer Republik auszustrahlen und dort einen
monarchistischen und militaristischen „nationalen Wiederaufbau“ einzuleiten. Am
26. September 1923 erhielt Kahr als „Generalstaatskommissar“ diktatorische
Vollmachten von der bayerischen Regierung unter Eugen von Knilling und
verbündete sich mit Landespolizeichef Hans von Seißer und dem gerade aus Berlin
amtsenthobenen Landeskommandanten der Reichswehr, Otto von Lossow zu einem
„Triumvirat“, das den offenen Konflikt mit der „roten Reichsregierung“ suchte.
Hitler plante, sich an die Spitze dieser Bewegung zu setzen, um mit
Unterstützung von Kahr und Erich Ludendorff, dem früheren Generalquartiermeister
der Obersten Heeresleitung (OHL), inzwischen Sympathisant der NSDAP, nach dem
Vorbild von Mussolinis Marsch auf Rom vom Oktober 1922 die Regierung in Berlin
gewaltsam zu stürzen. Aufgrund der französischen Ruhrbesetzung, der enormen
Inflation und heftiger innerer Unruhen in Deutschland glaubte er, auch bei
breiten Bevölkerungsschichten Unterstützung zu finden.
Am Abend des 8. November 1923 betrat Hitler mit einigen
Bewaffneten den Münchner Bürgerbräukeller, in dem Kahr eine Rede vor 3.000
geladenen Gästen hielt, darunter ein Großteil der bayerischen Regierung. Hitler
schoss einmal in die Luft, und rief die „nationale Revolution“ aus. Mit
Ludendorff und dem anwesenden Triumvirat um Kahr einigte er sich durch „Druck
und Überredung“ auf den sofortigen Putsch und eine „provisorische deutsche
Nationalregierung“ unter der Leitung Hitlers. Obwohl man die anwesenden Minister
verhaftete und das Hauptquartier im Bürgerbräu aufschlug, scheiterte der
Hitler-Ludendorff-Putsch noch in der Nacht, da Kultusminister Franz Matt nach
Regensburg fliehen konnte, Ernst Röhm nur die Besetzung des Wehrkreiskommandos
VII, nicht aber der Münchner Kasernen, gelang, und Kahrs Triumvirat seine
Zustimmung widerrief. Am nächsten Morgen versuchten die 2.000 teilweise
bewaffneten Putschisten, verstärkt von herbeigeeilten Nationalsozialisten aus
anderen bayerischen Städten, Röhm im Wehrkreiskommando zu erreichen, „um dort
die militärische Gewalt zu übernehmen und die ‚nationale Revolution‘ mit einem
‚Marsch auf Berlin‘ ins ganze Deutsche Reich zu exportieren.“ Die dem
Kahr-treuen Polizeichef Seißer unterstehende Landespolizei stoppte den Zug nahe
der Feldherrnhalle, wo Schüsse fielen, die 20 Todesopfer forderten, davon vier
Polizisten. Ludendorff wurde noch am 9. November verhaftet, Hitler, der
geflohen war, als die Putschisten auseinandergetrieben wurden, einige Tage
später.
Der Hitler-Prozess gegen zehn Putsch-Teilnehmer begann am
26. Februar 1924 vor dem bayerischen Volksgericht unter Vorsitz des
Hitlersympathisanten Georg Neithardt. Obwohl Ludendorff der allgemein
bekannteste Teilnehmer war, stellte Hitler sich als alleinigen Initiator des
ganzen Unternehmens dar. Er bestritt den Vorwurf des Hochverrats, indem er
behauptete, die „Novemberverbrecher“ von 1918 seien die eigentlichen Verräter.
Schließlich wurde Ludendorff freigesprochen, fünf Angeklagte wegen Beihilfe zum
Hochverrat, Hitler und drei weitere Angeklagte wegen Hochverrats zur
Mindeststrafe von fünf Jahren Festungshaft und einer Geldbuße von 200
Goldmark.
Das Gericht betonte Hitlers „ehrenhafte Gesinnung“ und
lehnte die im Gesetz zum Schutz der Republik für straffällig gewordene Ausländer
vorgesehene Ausweisung mit der Begründung ab, Hitler denke und fühle deutsch,
sei viereinhalb Jahre freiwillig im deutschen Heer Soldat gewesen und dabei
verwundet worden, so dass Hitlers Ausweisung nicht in Frage komme. Auch von
seiner Haftstrafe musste er wegen guter Führung nur neun Monate in der Festung
Landsberg absitzen. Bereits am 20. Dezember 1924 wurde Hitler entlassen. Er
hatte die Haftzeit genutzt, um das Manuskript des ersten Teils seines Werks Mein
Kampf zu verfassen, in dem er in autobiographischer Form offen seine politischen
Ziele und die Ideologie des Nationalsozialismus
beschrieb.
Dank der Berichterstattung über den Prozess wurde Hitler
nun auch im Norden Deutschlands als der radikalste aller völkischen Politiker
bekannt. Seine Stellung in der NSDAP war gefestigter denn je und in der
völkischen Bewegung gewann seine Stimme erheblich an Gewicht. Hatte er sich bis
dahin eher als Trommler der Bewegung gesehen, der den Weg für einen anderen
Retter Deutschlands wie etwa Ludendorff frei machen sollte, so sah er sich nun
zunehmend selbst in der Rolle des großen Führers. All das nützte ihm jedoch
zunächst wenig. Zwar wurde die NSDAP nach einem anfänglichen Verbot wieder
zugelassen, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Weimarer Republik
stabilisierten sich. Der bis 1929 anhaltende wirtschaftliche Aufschwung bot
radikalen Parteien kaum Ansätze für ihre Agitation.
Neubeginn und Aufstieg der
NSDAP
Nach seiner Haftentlassung begann Hitler damit, die NSDAP
unter seine alleinige Kontrolle zu bringen. In Norddeutschland hatte sich unter
Gregor Strasser ein starker Parteiflügel gebildet, der Hitlers Anlehnung an die
alten, monarchistischen Machteliten nicht mittragen wollte und einen
sozialrevolutionären Kurs befürwortete. Hitler gelang es rasch, Strasser und
seine Anhänger entweder politisch kaltzustellen oder wie Joseph Goebbels auf
seine Seite zu ziehen.
Aus dem fehlgeschlagenen Putsch hatte Hitler den Schluss
gezogen, dass es die Macht im Staat nicht auf revolutionärem, sondern auf
legalem Weg zu erobern galt. Ihm ging es darum, die Demokratie mit ihren eigenen
Waffen zu schlagen und zu untergraben. Die NSDAP sollte in die Parlamente
einziehen, aber ohne dort konstruktiv mitzuarbeiten. Zudem sollte die SA mit
spektakulären Aufmärschen, Straßenschlachten und Krawallen die Blicke der
Öffentlichkeit auf die Partei und ihren Führer lenken und zugleich die Schwäche
des demokratischen Systems offenbaren. Für die späteren Wahlerfolge der Partei
waren nicht zuletzt ihre für die damaligen deutschen Verhältnisse völlig neuen
Methoden der Werbung und Massenbeeinflussung verantwortlich. Ein Grundstein für
den Erfolg dieses Vorgehens war die Fähigkeit Hitlers, massenwirksame politische
Reden zu halten. Mit seiner Ruhrkampagne versuchte er jedoch vergeblich, die
Unterstützung der Ruhrindustrie zu gewinnen.
Eine erste Möglichkeit, in ganz Deutschland
propagandistisch tätig zu werden, war das 1929 von NSDAP und DNVP gemeinsam
initiierte Volksbegehren gegen den Young-Plan, der eine abschließende Regelung
der Reparationsfragen zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Kriegsgegnern
vorsah. Das Volksbegehren scheiterte zwar, aber Hitler und die NSDAP gewannen in
den Reihen des nationalistisch-konservativen Bürgertums erheblich an Zustimmung,
was sich bei den Landtagswahlen in Thüringen im Herbst 1929 erstmals in einem
deutlichen Zuwachs an Wählerstimmen auszahlte. Vor allem konnte Hitler seither
auf die publizistische Unterstützung durch das Presseimperium des
DNVP-Vorsitzenden Alfred Hugenberg setzen. Dieser sah – wie zuvor Ludendorff und
später Papen – in Hitler und der NSDAP nur willige, lenkbare Instrumente, um den
deutschnationalen Kräften zu einer Massenbasis zu
verhelfen.
Zum Durchbruch auf nationaler Ebene verhalf Hitler aber
erst die Weltwirtschaftskrise, die Ende 1929 ausbrach und Deutschland besonders
hart traf. Über die Finanzkrise des Reichs brach am 27. März 1930 die Weimarer
Koalition auseinander. Hermann Müller (SPD), dem letzten Kanzler, der noch über
eine demokratisch gesinnte Reichstagsmehrheit verfügte, folgte das erste
Präsidialkabinett des Zentrums-Abgeordneten Heinrich Brüning, das sich allein
auf das Vertrauen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg stützen konnte. Bei
den Neuwahlen am 14. September steigerte die NSDAP ihren Stimmenanteil mit einem
Schlag von 2,6 auf 18,3 Prozent. Statt mit 12 Abgeordneten, wie bis dahin, zog
sie nun mit 107 in den Reichstag ein. Die staatstragenden, demokratischen
Parteien der Mitte hatten keine Mehrheit mehr, und Hitler war endgültig zu einem
Machtfaktor in der deutschen Politik geworden.
1931 erhielt Hitler durch die Vermittlung von Ernst Röhm,
der Verbindungen zu Kurt von Schleicher hatte, eine Einladung zu einem Termin
bei Hindenburg. Am 10. Oktober, einen Tag vor dem Treffen der Harzburger Front,
trat Hitler gemeinsam mit Hermann Göring vor den Reichspräsidenten. Diese
Begegnung soll wenig erfolgreich verlaufen sein. Hitler sei in gewohnter Manier
in lange Monologe verfallen, statt die Fragen des Feldmarschalls abzuwarten. In
diesem Zusammenhang ist überliefert, dass Hindenburg später zu Schleicher gesagt
habe, er hätte ihm da einen sonderbaren Kerl geschickt: Dieser „böhmische
Gefreite“ wolle Reichskanzler werden? Niemals! „Höchstens Postminister“.
Hindenburg verwechselte Hitlers Geburtsort, das österreichische Braunau, mit dem
gleichnamigen Ort in Böhmen.
Hitlers Weg zur
Kanzlerschaft
Den nach freiwilliger Aufgabe der österreichischen
Staatsbürgerschaft seit 1925 staatenlosen Hitler machte erst die Anstellung als
Regierungsrat beim Landeskultur- und Vermessungsamt des Freistaates Braunschweig
mit sofortiger Abordnung an die Braunschweigische Gesandtschaft beim Reichsrat
in Berlin Ende Februar 1932 zum deutschen Staatsangehörigen. Damit erfüllte er
eine formale Voraussetzung zur Kandidatur bei der Reichspräsidentenwahl im
selben Jahr. Nachdem Hindenburg im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit
verfehlt und sich erst im zweiten Wahlgang im Unterschied zu Hitler (36,8 %) mit
53 % durchgesetzt hatte, bedurfte es weiterer Etappen bis zur
Reichskanzlerschaft. Am 31. Juli 1932 wurde die NSDAP mit 37,3 % stärkste Partei
bei den Reichstagswahlen, verlor aber bei erneuten Reichstagswahlen am 6.
November 1932 beträchtlich, wobei sie mit 33,1 % relativ stärkste Partei blieb.
Als die NSDAP bei den Landtagswahlen in Lippe 39,5 % der Stimmen erzielte,
wertete die Partei das als Zeichen ihrer Stabilisierung, so dass nach dem
Rücktritt Schleichers am 28. Januar 1933 der Weg für Hitler frei wurde, der seit
Ende 1932 zusammen mit Goebbels und Göring kompromisslos auf seine Kanzlerschaft
gedrängt hatte.
Die Kamarilla um Paul von Hindenburg trieb zur
Unterstützung einer nationalistisch ausgerichteten Regierung die Ernennung
Hitlers zum Reichskanzler voran. Unterstützung suchte Hitler weiterhin bei
Großindustrie und Banken. Schon in der Frühphase der NSDAP hatte er
antikapitalistische Tendenzen in der Partei klein zu halten versucht und stets
darauf bestanden, allein die Juden für die Misere der Wirtschaft verantwortlich
zu machen. Bei einer Rede vor dem Düsseldorfer Industriellenclub 1932 hob Hitler
die Rolle der Wirtschaftseliten lobend hervor und betonte, dass das deutsche
Volk nicht überleben könne, solange die Hälfte der Deutschen „Eigentum als
Diebstahl“ betrachtete – eine Anspielung auf das immer noch große
Wählerpotential von SPD und KPD. Trotz dieser Bemühungen blieb der Anteil der
großindustriellen Spenden an den Finanzen der NSDAP aber gering, was sich unter
anderem an der erheblichen Finanznot zeigte, in die die Partei im Herbst 1932
geriet – gerade zu dem Zeitpunkt, als sich in der berühmten Industrielleneingabe
mehrere Bankiers, Agrariern und Industrielle bei Hindenburg für eine
Kanzlerschaft Hitlers einsetzten. Größere Bedeutung für den Aufstieg der NSDAP
hatte ihre Selbstfinanzierung durch Mitgliedsbeiträge und Eintrittsgelder bei
Redeveranstaltungen.
Die
Befürwortung seiner Ernennung zum Reichskanzler durch die nationalkonservativen
Kreise um Franz von Papen sicherte sich Adolf Hitler, indem Papen zum
Vizekanzler mit dem Recht, bei allen Vorträgen des Kanzlers beim
Reichspräsidenten zugegen zu sein, ernannt wurde und die klassischen Ministerien
von Konservativen besetzt wurden. Papen glaubte, Hitler dadurch „einrahmen“ zu
können. Beim Treffen Papens mit Hitler im Haus des Bankiers Schröder einigten
sich beide auf eine Reichskanzlerschaft Hitlers. Das Militär erhoffte sich von
einem Reichskanzler Hitler eine Beseitigung oder zumindest eine Lockerung der
Fesseln des Versailler Vertrags sowie eine Aufrüstung beziehungsweise
Vergrößerung der Reichswehr. Nationalkonservative aus Wirtschaft und Politik
wollten durch Hitler eine Stabilisierung der Regierung und auch eine
Neuorientierung der politischen Kultur in Richtung einer autoritären Monarchie
erreichen.