Kampf
um eine Stadt im Osten.
Originale
farbige Offset-Lithographie, um 1941.
Auf
braunem Karton aufgezogen.
Nach
dem Originalgemälde von Elk Eber.
In
der Platte monogrammiert.
Originaltitel
des Gemäldes: „Kampf in Warschau-Vorstadt“.
Größe 198 x 228 mm.
Mit minimalen
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Zeitgeschichte
Wilhelm Emil
"Elk" Eber (* 18. April 1892; † 12. August 1941 in München) war ein namhafter
deutscher Maler und Grafiker, der auch indianische Ethnografica sammelte und mit
Patty Frank eng befreundet war. Von ihm stammen einige Gemälde im
Karl-May-Museum.
Leben
Emil Eber ging
nach dem Abitur 1910 sofort als Student der Kunstgeschichte und Anatomie an die
Universität München, wechselte 1911 zunächst an die Kunstgewerbeschule und
studierte danach mit Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg von 1912 bis 1918
an der Akademie der bildenden Künste München.
Die
Studienzeit Ebers wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrochen.
Eber meldete sich freiwillig und nahm als Kriegsmaler an Kämpfen teil. Er kehrte
schwerhörig zurück.
Am 30. August
1919 heiratet er, wurde aber bereits im März 1921 Witwer. Über diese erste
(kinderlose) Ehe ist nicht viel bekannt.
Er wurde
Mitglied des Freikorps Werdenfels und nahm an verschiedenen Aufmärschen (u.a.
dem "H.-Putsch" 1923) teil. Dafür erhielt er 1934 den "BO" der N., der er
bereits 1925 beigetreten war.
Am 28. Februar
1924 heiratet Emil Eber das zweite Mal. Am 5. Mai 1925 wurde ein Sohn, Kurt,
geboren. 1936 kam es zur Scheidung.
Mit der M. der
N. wurde der in der Bewegung engagierte Eber plötzlich auch "künstlerisch"
aufgewertet. Bereits im Jahr 1935 kaufte die Münchner Galerie am Lenbachhaus ca.
40 Zeichnungen Ebers aus der Zeit des ersten Weltkrieges und Skizzen der Kämpfe
in München im Zusammenhang mit den H.-Putsch 1923 auf. Ab 1931 war er zwar als
Zeichner für n. Zeitungen wie den "V.B." und ".A-Mann" tätig.
Ab 1937
stellte Elk Eber alljährlich auf der "GDK" in München aus. Insgesamt 16 seiner
Ölgemälde wurden im Laufe der Jahre dort gezeigt. Einige Werke wurden von H., A.
persönlich erworben, wie z.B. das Bild "Die letzte Handgranate".
Am 14.
September 1938 heiratete Elk Eber zum dritten Mal.
Am 12. August
1941 um 3 Uhr nachts verstarb der "Kunstmaler Professor Wilhelm Emil (genannt
Elk) Eber" in der AH-Straße 58 in Garmisch-Partenkirchen an
Bauchfelltuberkulose. Auch der Karl-May-Verlag, ein Schriftstellerclub und der
Cowboy-Club München legten Kränze zum letzten Gruß nieder.
Elk Eber und
das Karl-May-Musuem
"Chief Black
Wolf"
Am 25. März
1925 porträtierte er in seinem Atelier "Chief Black Wolf", einen, wie es hieß,
105 Jahre alten Häuptling. Es entstand ein Ölbild (heute im Karl-May-Museum in
Radebeul). Gast im Atelier war Franz Xaver Lehner, ein Mitglied des "Cowboy-Club
München Süd", dessen Mitglied Elk Eber war. Von da an entstanden einige Bilder
mit indianischen Motiven.
Zirkus
Sarrasani
Im Juli 1929
gastierte der Dresdener Zirkus Sarrasani auf der Münchner Theresienwiese.
Sarrasani hatte, dem Beispiel früherer Wild-West-Shows à la Buffalo Bill oder
von Völkerschauen wie denen von Hagenbeck folgend, schon ab 1913 zeitweise
Indianertruppen unter Vertrag. Eber besuchte er die Vorstellung und ließ sich
zusammen mit White Buffalo Man fotografieren.
Natürlich
fanden auch außerhalb der regulären Zirkusveranstaltungen Treffen statt.
Aufnahme in
den Stamm der Sioux
In seinem
Atelier Elisabethplatz wird Elk Eber im August 1929 im Kreise seiner Freunde vom
Cowboy-Club München feierlich in den Stamm der Sioux aufgenommen. Die in diesem
Zusammenhang ausgestellte "Stammesurkunde" hat folgenden Wortlaut: "By the Grace
of God. This is to certyfy that on August 1929 I conferred upon Herrn Elk Eber
painter artist the title and name Chief He-Ha-Ka-Ska of the Dakota tribe. Big
Chief White Horse Eagle". Die mit dieser Ernennung zum Häuptling aller Dakota
verbundene Ehre kann man sicher erst richtig würdigen, wenn man die Schilderung
von Hans Stosch Sarrasani zu dieser Thematik liest: "Von irgendwo hatte er
(Sarrasani) gehört, daß in Berlin ein 107 Jahre alter Indianerhäuptling
eingetroffen sei, der nachweislich der Fürst aller in den USA lebenden Indianer
sei. ... Der Häuptling lebte im Centralhotel auf ganz großem Fuß und weigerte
sich in der Manege aufzutreten. ... Wir wurden uns einig, daß er als Gast unsere
Sioux besuchen und sie inspizieren sollte. Wir schlossen unter vielen Zeremonen
diesen Vertrag. ... Weißes Pferd Adler wurde augenblicklich der Liebling des
Publikums, und er wurde gefeiert wie ein Held ohnegleichen. ... Er schlug die
Bürgermeister, Stadträte, Stadtverordneten, Polizeidirektoren scharenweise zu
Siouxhäuptlingen, und er unternahm und erledigte solche Feierlichkeiten mit
einem (von dem neuen Häuptling zu bezahlenden) erheblichen Quantum Alkohol. ...
Es war geradezu ein literarischer Leckerbissen, mit welch genialem Tempo er für
die neuen Häuptlinge Namen erfand".
Der
Indianername Hehaka Ska für Elk Eber war äußerst zutreffend, da ja "Elk" im
Amerikanischen den Wapiti-Hirsch bezeichnete, was in der Lakotasprache "Hehaka".
hieß. Möglicherweise stand das "Ska" (weiß) dafür, dass er nun einmal ein
"Weißer" war.
Vermutlich war
es ein "Wunschname" von Eber selbst. Auf jeden Fall dürfte der Ursprung des
Künstlernamens "Elk" in diesem "indianischen" Zusammenhang zu suchen sein und
nicht auf eine "Germanisierung" zurückzuführen sein, wie einige n. Chronisten zu
wissen glauben. Die früheste Erwähnung dieses Namens stammt aus dem Jahr 1925.
Er gab auch in offiziellen Fragebögen seinen Namen mit Elk-Eber und den Vornamen
Emil an. Neben den Indianerbildern des Malers ist auch die Eber´sche Sammlung
indianischer Ethnografika in diesen Jahren schon sehr ansehnlich.
Der Sammler
von Indianer-Ethnografika
Fotos vom
September 1929 belegen, dass Elk Eber bereits zu dieser Zeit über einen
umfangreichen Bestand an indianischen Ethnografika verfügte. In seinem Atelier
stand ein kleines Tipi, und diverse indianische Gegenstände vornehmlich der
Plainskultur waren malerisch an den Wänden ausgestellt. Ab und zu zog der Maler
diese Kleidungsstücke auch selbst an, wie zahlreiche Fotos von Franz Xaver
Lehner belegen. Offensichtlich wurde im Atelier öfter mit den Freunden vom
Cowboy-Club "indianisches Brauchtum" gepflegt. Es ist aber anzunehmen, dass bei
jeder Begegnung mit Indianern einige Stücke durch Kauf erworben wurden.
Elk Eber stand
auch in Verbindung mit vielen bekannten Sammlern der damaligen Zeit, z.B. auch
mit Patty Frank, mit denen getauscht wurde. Bei den Radebeuler Objekten aus der
Sammlung Eber handelt es sich um den Quill-Brustschmuck (Kat. Nr. 985) "nach Art
der Knochenbrustschmucke aus einem Stück Rohaut hergestellt ... die mit
Stachelschweinborsten umwickelt sind" und um eine Weste der Crow (Kat. Nr. 1019)
"... Weste von rein europäischen Schnitt ... Beide Vorderteile mit
Stachelschweinborsten bestickt". Auf beiden Karteikarten des Museums (von
Hermann Dengler erstellt) befinden sich keine Erwerbsangaben. Den umgekehrten
Weg ging ein Frauenumhang der Apachen, welcher unter Kat. Nr. 489 geführt wurde
und der auf den Fotos der Eber´schen Sammlung von 1931 gut zu erkennen ist. Hier
ist allerdings auf der Karteikarte vermerkt "vertauscht Eber".
Verbindungen
zum Karl-May-Museum
Vom 7. bis zum
12. Dezember 1929 besuchte Elk Eber erstmals das Radebeuler Museum. Seine
Eintragung in das Gästebuch des Museums verband er mit einer Zeichnung. Im
September 1930 reinigte und bemalte Eber im Auftrag des Museums für 35 RM eine
Büste in seinem Münchner Atelier. Vermutlich handelte es sich hier um die
Winnetou-Büste, was Franz Xaver Lehner wieder im Foto festgehalten hat (diese
Büsten aus Pappmache und Gips waren eine Serienfertigung des Karl-May-Verlages,
die zu Werbezwecken vertrieben wurden).
Im Jahr 1932
war Elk Eber wieder mit Arbeiten für das Karl-May-Museum Radebeul betraut. Die
Präsentation der Ausstellungsstücke mittels lebensgroßer Indianerfiguren war von
Vittorio Güttner, ebenfalls ein Münchner Künstler, begonnen worden. Eber und
Güttner kannten sich gut, sie waren beide Mitglieder des Cowboy-Clubs München
und passionierte Sammler indianischer Ethnographica. Eber bemalte die Figuren
des Comanchen und des Sioux-Hauptlings für das Radebeuler Museum. Zu diesem
Zweck wurden die Figuren wahrscheinlich nach ihrer Fertigstellung durch Güttner
in Ebers Münchner Atelier gebracht. Es gibt keine gesicherten Belege dafür, dass
Eber selbst an der Schaffung dieser Figuren beteiligt war. Fotos beider Figuren
in Ebers Atelier belegen lediglich, dass in München verschiedene Varianten der
Bekleidung ausprobiert wurden, bis man sich schließlich auf die noch heute
sichtbare Präsentation einigte.
Elk Eber
reiste Ende Juli nach Dresden, wo er bis zum 2. August daran arbeitete. Bei
seinem Aufenthalt wohnte er im Bahnhof Radebeul, wo es einige Fremdenzimmer gab.
Sein Vorschlag, im Blockhaus zu wohnen und während dieser Zeit mit Patty zu
essen, wurde von Euchar Albrecht Schmid abgelehnt, "da im Blockhaus kein Raum
frei ist". Am 28. Juli quittierte Elk Eber den Erhalt des Honorars. Neben den in
Auftrag gegebenen Werken für das Museum bereicherte er seine Gästebucheintragung
durch die sehr schöne Zeichnung eines indianischen Bogenschützen.
Bereits Anfang
Juli 1933 weilt Elk Eber wieder in Radebeul. Im Tagebuch verewigte er sich am 5.
Juli mit der Zeichnung eines Indianers, der gerade einen Feind skalpiert.
Patty Franks
Erzählungen unter dem Titel "Ein Leben im Banne Karl Mays" wurden durch Elk Eber
illustriert. Die erste Auflage kam 1935 im Karl-May-Verlag heraus und
beinhaltete neun Federzeichnungen Ebers zu persönlichen Erlebnissen seines
Freundes Patty. Das Titelbild der ersten Auflagen war von Carl Lindeberg,
spätere Auflagen erschienen mit einem Titelbild von Elk Eber. Es zeigt Patty
Frank in Wildwest-Kleidung pfeiferauchend am Kamin. Ein ähnliches Motiv von Elk
Eber, bei dem Patty rauchend im Kreise von Indianern sitzt, wurde damals
übrigens als Werbemarke des Karl-May-Museums verbreitet.
1936 wurden
Umbauten zur Erweiterung des Karl-May-Museums durchgeführt. Neben der baulichen
Erweiterung durch großzügigere Ausstellungsräume, die an das Blockhaus angebaut
wurden, ohne den Charakter des Wildwest-Blockhauses zu zerstören, wurde die
Wohnung von Patty Frank in das ausgebaute Dachgeschoss verlegt und im ehemaligen
Schlafzimmer Pattys das Diorama "Heimkehr von der Schlacht" konzipiert. Die Wand
wurde mit Leinwand beklebt, so dass mit Ölfarben gemalt werden konnte. Elk Eber
gestaltete die Rückwand des Dioramas mit einem Bild lebensgroßer heimkehrender
Krieger, die in vollem Galopp auf das Lager zu reiten. Im Hintergrund des Bildes
ragen die steilen Berge des "Felsengebirges" auf, was so manchen Dresdener an
die Kulisse der Basteifelsen in der nahen sächsischen Schweiz erinnern mochte.
Die Figuren wurden wiederum von Vittorio Güttner geschaffen, der allerdings kurz
vor deren Vollendung verstarb, und so mußte sein Sohn Bruno Güttner diese
vollenden.
"Custers
letzte Schlacht"
Die einzige
Indianerplastik im Radebeuler Museum, die höchstwahrscheinlich von Elk Eber
selbst stammt, ist die (ca. 70 cm) hohe und 1932 signierte Figur von Sitting
Bull. Bei der Wiedereröffnung des Museums am 19. Februar 1937 wurde den
Besuchern noch eine Neuerwerbung präsentiert: Das Ölgemälde der Custer-Schlacht.
Es kostete damals übrigens 3.000 RM. Seit 1929, wo die ersten Aquarellstudien
dazu entstanden, war Eber mit diesem seinem bekanntesten Bild zur indianischen
Thematik beschäftigt. Zentrale Figur des Aquarells und auch des späteren
Ölgemäldes ist ein Indianer, der mit einer Keule den Fahnenträger
niedergeschlagen und die Flagge erbeutet hat. Bei dem Indianer soll es sich um
den Hunkpapa Rain in the Face (Ite o magazu) handeln. In einem Bericht über die
Schlacht sagte Rain in the Face einmal: "... Ich stuerzte mich hinein und nahm
ihre Fahne. Mein Pony fiel tot nieder als ich sie nahm. Ich sprang auf und
schlug den Langmesser-Fahnenmann mit der Kriegskeule den Schaedel ein und rannte
mit der Fahne zurueck zu unserer Linie ...".
Am Beispiel
dieser Bilder lässt sich gut nachweisen, dass Eber zwischen dem
Entstehungszeitpunkt des Aquarells (signiert 1929) und der Fertigstellung des
Ölbildes (signiert 1936) sowohl seine Kenntnisse der ethnografischen als auch
der militärhistorischen Seite dieser Schlacht verbessert hat. So wurde die Keule
verändert. Statt der noch auf dem Aquarell zu sehenden "Gewehrkolbenkeule" wurde
im Ölbild eine Steinkeule mit elastischem Stiel verwendet, die für die
Hunkpapa-Lakota typischer war. Eine wichtige Änderung gibt es außerdem bei der
erbeuteten Fahne. Im Aquarell handelt es sich noch um die amerikanische
Nationalflagge ("Star Sprangled Banner"), im Ölbild ist es die persönliche
Flagge General George Armstrong Custers. Zwar hatte jede der 12 Kompanien eine
seidene Kompaniestandarte mit einem Sternen- und Streifen-Muster, aber die
persönliche Flagge Custers drückt noch besser den Kampf "mitten im Zentrum der
Schlacht" aus. In einem Artikel über die verschiedenen Darstellungen der
Schlacht wird sogar behauptet, dass Elk Eber der Sohn eines Weißen und einer
Sioux-Indianerin namens Little Elk, welche die Schlacht als Kind miterlebt
hatte, war. Damit lebte eine Legende auf, die von einigen anderen Autoren
ungeprüft übernommen wurde. Motive aus dem Eber-Bild bildeten interessanterweise
auch von den vierziger Jahren an bis 1969 das Titelbild des "Custer Battlefield
Handbook" - ein Zeichen der hohen Wertschätzung, welche Ebers Gemälde in
amerikanischen Fachkreisen genoss.
Februar 1937
erfolgte dann in Radebeul die Wiedereröffnung des umgestalteten und erweiterten
Karl-May-Museums. In einer Pressekonferenz wird auch über den Anteil Ebers an
dieser Neugestaltung gesprochen. Damit wird der Öffentlichkeit erstmals der
Indianerfreund Elk Eber vorgestellt. Der Maler Elk Eber war bis zum damaligen
Zeitpunkt meist nur durch seine Landschafts- und Sportlerbilder sowie zunehmend
durch Soldaten- und SA-Bilder bekannt, und von seinem Interesse für die
Ureinwohner Amerikas wusste bis dahin nur ein kleiner Kreis von Freunden. Im
"Illustrierten Beobachter", Folge 33 von 1937, wird Elk Eber als heroischer
"deutscher" Maler und erstmals auch als Kenner des Indianerlebens vorgestellt,
"dessen künstlerischer Ruf als Indianerbildmaler auch nach Amerika gedrungen
ist".
Mit Landser
wurden vereinzelt im Ersten und verbreiteter im Z. W. volkstümlich oder
Volkstümlichkeit vortäuschend einfache deutsche Heeressoldaten
bezeichnet.
Ungeklärte
Etymologie
Vor dem Ersten
Weltkrieg finden sich vereinzelte Belege mit der Schreibung Lanzer. Nach Pfeifer
ist der Begriff Ende des 19. Jahrhunderts „unter sächsischen Soldaten im Sinne
von ‚Landsmann‘ entstanden“. Das Handbuch der Soldatensprache von 1905 teilt
mit: „Besonders die Sachsen nennen sich gegenseitig Lanzer („Guten Tag, Lanzer“)
und werden daher allgemein von den Preußen so geheißen“. 1907 wird Lanzer neben
Kamerad für Soldat angegeben. 1910 nennt ein in Sachsen entstandenes Handbuch
der Pennälersprache Lanzer für Soldat.
Zur Herkunft
des im Ersten Weltkrieg im Deutschen durch die Soldatensprache in der Bedeutung
„Soldat“ allgemein verbreiteten Wortes finden sich von Anfang an
unterschiedliche Angaben. Wie für einen solchen Jargon-Ausdruck nicht
ungewöhnlich, werden mannigfache volksetymologische Erklärungen angeboten. Die
Erklärungen stimmen darin überein, dass Landser eine Verkürzung eines längeren
Wortes sei.
Kluge hält
einen Anschluss des Wortes an Lanz(t) in Lanzknecht für möglich. Duden online
schließt das Wort an „Lanz“ an, eine Kurzform von „Lanzknecht“, dies wiederum
eine frühneuhochdeutsche Schreibweise für Landsknecht unter Anlehnung an Lanze
oder Lanze (Militärischer Verband). Schon das Handwörterbuch der deutschen
Sprache von Daniel Sanders (8., neubearb. u. verm. Aufl. von Ernst Wülfing,
Leipzig u. Wien 1912, S. 394) führt Lanzener, Lanzer als Lanzenbewaffneter. Die
Leipziger Zeitung sieht darin eine Verkürzung von Landsmann. Die sächsischen
Soldaten sollen sich untereinander mit „Landser“ „ursprünglich wohl Landsknecht,
dann aber wie Landsmann gebraucht“ angeredet haben, was die Preußen übernommen
hätten. Der Freiherr von Ompteda betont: Landser heißt „doch nichts anderes als
Landsmann“. Der Feldgraue Büchmann von 1916 stellt Landser neben Landstrich.
Der
Neue Brockhaus schreibt 1941 unter Landser schlicht „Soldatensprache: Soldat“.
1945 wurde das Wort „Landser“ in den Monatsheften für deutschen Unterricht der
University of Wisconsin als das zu jener Zeit gebräuchliche für Soldaten
eingestuft. Nach dem Bertelsmann Volkslexikon von 1956 steht das Wort Landser
für „Landsmann“ und „Soldat“