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E. Palmowski SS Elite Ostfront Winterschlacht PaK 1942 Auction number: 0007912178 
End of auction: 12/16/25  at  12:37 PM a o clock    2 d. 9 h. 28 min. 27 sec.  
Number of bids: 0 Bids

Article Place: 83454 Anger (Deutschland)
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Condition: Used
Start of auction: 12/02/25  at  12:37 PM a o clock
Price: 99.95 €
Quantity: 1
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Visitor: 3
SELLER INFORMATION
   kumelek (121) 
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      Member since 03/28/08
      City: 83454 Anger
      Country: Deutschland
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DESCRIPTION

Stellungswechsel.

 

Originale, farbige Offset-Lithographie von 1942.

 

Nach einer Originalzeichnung von SS-Kriegsberichter Palmowski.

In der Platte signiert.

 

Größe 235 x 160 mm.

 

Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, sonst sehr guter Zustand.

 

Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!

 

100%-Echtheitsgarantie – kein Repro, kein Nachdruck!!!

Besichtigung jederzeit möglich.

 

100% guarantee of authenticity - not a reproduction, not a reprint!

Visit any time.

 

Stichworte: 1933 – 1945, 1942, 2. Weltkrieg, 2. WK, 2.WK, 20. Jahrhundert, 3. Reich, 40er – Jahre, Armee, D-44787 Bochum, Deutsche Geschichte, Deutsches Reich, Deutschland, Drittes Reich, Elite, Elitetruppe, Fourties, Freiheitskampf, Freiwillige, Front, German soldiers, German SS, Großdeutschland, Heer, Heerführer, Heerwesen, Historische Bilder, III. Reich, konservative Revolution, Kriegsgeschichte, Kriegstechnik, Militär, Militärgeschichte, Militaria, Militärtechnik, Nationalsozialismus, nationalsozialistische Bewegung, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Nordland, Nordrhein-Westfalen, NS, NSDAP, Ostfront, Patriotismus, Politik, Politikgeschichte, Politische Organisationen, Regierungsbezirk Arnsberg, Schutzstaffel, Soldat, Soldaten, SS, Stahlhelm, Technik, Technikgeschichte, Tradition, Truppe, Uniform, Vaterland, Vierziger Jahre, Waffen, Waffen-SS, Waffentechnik, Wehrmacht, Weltanschauung, World War II, Zeitgeschehen, Zeitgeschichte, Wintertarn, Schnee, Sturm, Angriff

 

 

Versand nur per Einwurf-Einschreiben (auf Wunsch auch Übergabe-Einschreiben und/oder auch versichert).

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Deutschland: 4,00 Euro

Europa: 5,00 Euro

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Aus großem Bildarchiv, weitere Angebote in meinen anderen Angeboten!!!

 

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Das Angebot wird als Sammlerstück verkauft  - Urheberrechte sind im Kauf ausdrücklich NICHT enthalten!!!

 

This offer is sold as a collector's item only and no copyrights are being sold here.

 

 

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Verkaufs- und Lieferungsbedingungen
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Bücher und Alben sind, wenn nicht ausdrücklich erwähnt, nicht auf Vollständigkeit geprüft. Normale Alters- und Gebrauchsspuren, Unterstreichungen usw. werden nicht erwähnt, sind aber im Preis berücksichtigt.

 

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Historische Informationen zum Artikel:

 

Erich Palmowski, deutscher Maler und Zeichner, Geboren am 31. Januar 1912 im Bochum, gestorben am 25. Juli 2006 in Bochum. Als Vierzehnjähriger Arbeit mit seinem Vater auf der Zeche Carolinenglück. Von 1926 bis 1929 Studium an der Kunstgewerbeschule. Erich Palmowski war seit 1934 Mitglied der NSDAP und für die Wehrmacht als zeichnender Kriegsberichterstatter, Leiter der Abteilung Zeichnen tätig. Mitgliedschaft in der SS. Bergbaumotive prägen das Schaffen des Künstlers. Seit den 1950er-Jahren betreibt er erfolgreich eine Werbeagentur in Bochum.  Bis Mitte der siebziger Jahre prägen Palmowskis Grafiken das Bild seiner Heimatstadt in Anzeigen, Werbebroschüren und auf Plakaten.

 

Die Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) wurde in der Weimarer Republik am 4. April 1925 als Sonderorganisation der NSDAP zunächst zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet. Sie unterstand seit dem Reichsparteitag 1926 der Sturmabteilung (SA) und wurde nach dem vermeintlichen „Röhm-Putsch“ 1934 zu einer eigenständigen paramilitärischen Organisation der NSDAP, die zugleich den parteiinternen „Polizeidienst“ ausübte. In der Zeit des Nationalsozialismus war die SS maßgeblich am Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten.

Geschichte

Stabswache und Stoßtrupp Adolf Hitler

Vorläuferorganisation der SS war der Stoßtrupp Adolf Hitler. Im Mai 1923 wurde auf Anordnung Adolf Hitlers ein Saal-Schutz der NSDAP gebildet. Dieser setzte sich ursprünglich aus den zwei SA-Angehörigen Julius Schreck und Joseph Berchtold sowie einigen Angehörigen des Münchener Infanterie-Regimentes 19 zusammen. Mitte 1923 wurde dann, nachdem sich Hermann Ehrhardt mit Ernst Röhm und Adolf Hitler überworfen hatte, dieser Saal-Schutz aufgelöst und nun aus zwölf SA-Angehörigen der Stoßtrupp Adolf Hitler gebildet. Er sollte Hitler vor Übergriffen der parteieigenen Sturmabteilungen schützen. Der Gruppe standen die zwei ehemaligen Angehörigen der Stabswache, Julius Schreck und Josef Berchtold, vor. Die weiteren Mitglieder waren Ulrich Graf, Emil Maurice, Christian Weber, Josef Dietrich, Rudolf Heß, Jakob Grimminger und Walter Buch sowie Karl Fiehler. Nach dem missglückten Hitler-Ludendorff-Putsch (8./9. November 1923) wurde dieser mit der NSDAP verboten und aufgelöst.

Aufstellung

Am 1. April 1925 erhielt Julius Schreck den Auftrag Hitlers, eine neue Einheit zu bilden, die den Saalschutz der NSDAP-Veranstaltungen übernehmen sollte. Bereits am 4. April wurde aus acht Angehörigen des ehemaligen „Stoßtrupps Adolf Hitler“ diese neue Einheit gebildet, die rasch ausgebaut und über das ganze Deutsche Reich ausgedehnt wurde. Über verschiedene Namensstufen wie Saal-Schutz, Schutzkommando und Sturmstaffel wurde schließlich am 9. November des gleichen Jahres auf dem NSDAP-Reichsparteitag der Name Schutzstaffel offiziell eingeführt. Diesen Namen schlug der damalige SA-Führer Hermann Göring in Anlehnung an eine Fliegerbegleitstaffel Manfred von Richthofens im November vor. Schreck wurde nun als „Oberleiter“ Kommandant der SS.

Die Aufgaben der Organisation beschrieb Hitler in einem Führerbefehl vom 7. November 1930 wie folgt: „Die Aufgabe der SS ist zunächst die Ausübung des Polizeidienstes innerhalb der Partei.“

Das Symbol der Schutzstaffel bildete sich seit 1930 aus zwei nebeneinander liegenden, blitzähnlichen weißen „Sig-Runen“ im schwarzen Feld.

Konkurrenz zur SA

Mit einer Beschränkung der Sollstärke auf zehn Prozent der Sturmabteilung wollte die SA-Führung die SS kleinhalten. In den Gauen durfte mit dem Aufbau einer Schutzstaffel erst begonnen werden, wenn der Aufbau eines vollständigen SA-Sturmes abgeschlossen war. Mit Ausnahme Berlins, wo die SS die doppelte Stärke haben sollte, wurde die Sollstärke auf höchstens zehn Männer und einen Führer festgelegt.

Unzufrieden mit seinem geringen Handlungsspielraum trat Joseph Berchtold 1927 als Reichsführer SS zurück. Berchtolds Nachfolger wurde Erhard Heiden, der ein 27-jähriges Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge zu seinem Stellvertreter ernannte: Heinrich Himmler. Heiden wurde von der SA und ihrer Führung nicht ernst genommen. Die übergeordnete SA bestand in den Augen der SS-Mitglieder nur aus „Vertretern des Rabaukentums“, während die SA ihrerseits die SS aufgrund ihres selbsternannten „Elitetums“ argwöhnisch betrachtete, zumal ihr Hitler am 9. November 1926 die Betreuung der sogenannten „Blutfahne“ überlassen hatte. Am 5. Januar 1929 wurde Heiden von Hitler als Reichsführer SS entlassen. Der Grund für seine Entlassung war, dass er seine schwarzen SS-Uniformhosen bei einem befreundeten jüdischen Schneider anfertigen ließ. Heiden wünschte nun am 22. Januar 1929 seine komplette Streichung aus allen SS-Mitglieder- und Organisationslisten und wandte sich wieder der SA zu. Im April 1933 wurde Heiden auf Befehl Heinrich Himmlers in München ermordet.

Beteiligungen an Kriegshandlungen

Am 12. März 1938 nahmen auch Truppenteile der SS-Verfügungstruppe am Einmarsch der Wehrmacht in Österreich teil, wo sie in Wien ein bewaffnetes SS-Regiment aufbauten: die SS-Standarte Der Führer.

Im Oktober 1938 zog die SS-Verfügungstruppe ins tschechische Sudetenland ein, das die Tschechoslowakei nach dem ihr Ende September aufgezwungenen Münchner Abkommen an das Deutsche Reich abzutreten hatte. Im März 1939 wurde die so genannte „Rest-Tschechei“ besetzt und als Reichsprotektorat Böhmen und Mähren organisiert. Die SS wurde mit der Zerschlagung des Widerstandes beauftragt. Der Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich wurde später stellvertretender Reichsprotektor des besetzten Gebietes. Im Herbst 1939 wurden die Leibstandarte, die Verfügungstruppe und die Totenkopfverbände langsam zur Waffen-SS verschmolzen. Heinrich Himmler wollte als Reichsführer-SS seine Schutzstaffel zu einem umfassenden Staatsschutzkorps ausbauen, das an allen Fronten die inneren und äußeren Feinde des NS-Staates bekämpfen sollte. Trotz aller Differenzen innerhalb der verzweigten SS-Organisationsstruktur blieb die SS auf ein einheitliches ideologisches Ziel ausgerichtet. Dementsprechend gab es eine einheitliche Ausbildung der Führungskräfte in den beiden SS-Junkerschulen in Bad Tölz und Braunschweig. Die militärische und ideologische Schulung unterschied nicht, ob die Führungskräfte in der SS-Verwaltung, an der militärischen Front, im SD oder in den Konzentrationslagern eingesetzt werden sollten.

Der erste Kampfeinsatz der SS erfolgte beim Polenfeldzug. Die Wehrmacht befürchtete eine zunehmende Konkurrenz durch die SS-Verfügungstruppe, konnte aber die Zusammenlegung der bisherigen Regimenter Germania, Der Führer, Totenkopf und der Leibstandarte-SS Adolf Hitler zur SS-Verfügungsdivision nicht verhindern. Aber: Die kämpfenden SS-Verbände dieser SS-VT-Division unterstanden weiterhin dem Oberkommando der Wehrmacht und wurden nun auf verschiedene Heeresteile verteilt, d. h. die SS-VT-Division kämpfte nicht als einheitlicher Verband. Seit 1943 beteiligten sich insbesondere die Panzerverbände der SS am Kampf im Osten, so z. B. in der Orel-Kursk Schlacht im Rahmen der Operation Zitadelle. Ab 1943 wurden auch wehrpflichtige Deutsche und Männer aus Nordwesteuropa in die SS-VT-Division eingezogen, um an der Front neben den Wehrmachtsoldaten zu kämpfen, später wurde auch der Versuch unternommen, SS-Einheiten aus anderen Ländern wie z. B. Albanien aufzustellen. Diese Versuche hatten allerdings eher geringen Erfolg, so zerfiel die albanische SS-Division „Skanderbeg“ bereits vor ihrem ersten Kampfeinsatz.

Weitere, vom Oberkommando unabhängige SS-Verbände (einige Totenkopfstandarten und nichtmilitärische Verbände) kamen hinter der Front bei „Säuberungsaktionen“ zum Einsatz und begannen mit der systematischen Verfolgung und Ermordung von Juden und Angehörigen der polnischen Intelligenz. Gemäß den Richtlinien zu Zusammenarbeit des Heeres mit den Einsatzgruppen rückten die SS-Verbände unmittelbar nach der Wehrmacht in die eroberten Ortschaften ein. Aus rassenideologischen Gründen verfolgte Menschen mussten sich auf Befehl des ranghöchsten Offiziers der Wehrmacht im Ort an einem bestimmten Platz versammeln und wurden von dort oft sofort durch die SS zu einem abgelegenen Ort gebracht und ermordet. Wehrmachtssoldaten waren oftmals Zeugen dieser Hinrichtungen und auch die Wehrmacht und deutsche Polizeibataillone führten Massenexekutionen durch.

Da diese Verbrechen ganz auf der Linie der SS- und NS-Führung im Reich lagen, ging der Ausbau der kämpfenden SS-Verbände rasch voran. Beim Angriff auf Frankreich verfügte die inzwischen gegründete Waffen-SS bereits über drei Divisionen (Das Reich, Totenkopf und die SS-Polizei-Division) und das motorisierte Regiment LAH. Die SS-Divisionen erlitten an der Front teilweise schwere Verluste. Als Freiwilligentruppe hochmotiviert, mit einer den Wehrmachtsverbänden in der Regel überlegenen Ausrüstung, wurden diese Eliteeinheiten oft an den gefährlichsten Einsatzorten verwendet. Auch im Frankreichfeldzug wurden von SS-Verbänden zahlreiche Kriegsverbrechen verübt. Massaker an hunderten sich ergebender Soldaten und an einer Vielzahl von Kriegsgefangenen sind dokumentiert.

Kriegsverbrechen und Völkermord

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs verübten Teile der Waffen-SS allein und in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht zahllose Kriegsverbrechen wie die Folterung und Ermordung von Kriegsgefangenen, Massenexekutionen von Zivilisten und die Vertreibung zahlreicher Menschen aus den besetzten Gebieten.

Über das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt mit der Inspektion der Konzentrationslager (IKL) betrieb die NSDAP die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager. Deren Bewachung und Ausübung der Polizeigewalt wurden von den SS-Totenkopf-Wach-Einheiten direkt und in der Regel alleinverantwortlich durchgeführt. Die SS war damit verantwortlich für Demütigung, Folterung und die Ermordung von Millionen Menschen.

In den Nürnberger Prozessen wurde die SS als Gesamtorganisation der NSDAP (d.h., einschließlich der Waffen-SS, der SS-Totenkopfverbände und des SD) – mit Ausnahme der so genannten Reiter-SS und des SS-eigenen Vereins Lebensborn – als Hauptinstrument des politischen Terrors zur verbrecherischen Organisation erklärt.

Dies sollte dem Umstand Rechnung tragen, dass bei einer Gesamtzahl von mehreren hunderttausend SS-Angehörigen nicht jeder einzelne direkt an Kriegsverbrechen beteiligt war, allerdings die verbrecherischen Handlungen nicht ohne die organisatorische, praktische und moralisch-ideologische Unterstützung der gesamten Organisation hätten durchgeführt werden können. Zudem erwies es sich als schwierig, die Gräueltaten dem einzelnen SS-Mitglied zuzuordnen, so dass sie zunächst nur einer relativen Minderheit im Einzelnen nachgewiesen wurden.

Organisation

Organisationsentwicklung

Zunächst der SA unterstellt, entwickelte sie sich zu einer Organisation mit „Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP. Mit der Berufung Heinrich Himmlers zum Reichsführer-SS 1929 begann ein grundlegender Wandel der Organisation. Vordem eine kleine Gruppierung von wenigen hundert Mann innerhalb der SA, sollte sie nach Himmler zur Kampftruppe der NSDAP ausgebaut werden, „ein nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter Männer, von denen jeder bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom Führer kommt.“ Die SS wurde von ihm gleichzeitig zu einer „Elite“- und einer Massenorganisation ausgebaut.

Der elitäre Charakter zeigte sich in den rassebiologischen und weltanschaulichen Kriterien, die erfüllt werden mussten, um der SS angehören zu können. Die SS sollte als „Sippengemeinschaft“ eine Verkörperung der nationalsozialistischen Herrenmenschenideologie darstellen und als „Bewahrer der Blutsreinheit“ zur Keimzelle der nordischen Rassendominanz werden. Die Auswahlkriterien beschränkten sich daher nicht auf die Bewerber selbst; auch Ehefrauen der SS-Mitglieder wurden hinsichtlich ihrer „Rassenreinheit“ überprüft. Die Ideologie der SS als Führungsorden manifestierte sich auch in der Anlehnung an Vorstellungen mittelalterlicher Rittergemeinschaften, mit deren Hilfe sie sich – etwa durch Rituale in Weihestätten oder Symbole wie den SS-Totenkopfring und die Verwendung verschiedener Runensymbole (heute umgangssprachlich als „SS-Runen“ bezeichnet) oder den Ehrendolch – eine quasireligiöse Dimension zu geben versuchte.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt die SS, wie auch SA und Stahlhelm, polizeiliche Privilegien zur Verfolgung politischer Gegner. Im April 1933 befanden sich bereits über 25.000 Regimegegner in „Schutzhaft“. SA und SS begannen mit der Errichtung erster Konzentrationslager (KZ) in Dachau und Oranienburg.

Vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1934 ermordeten Teile der bewaffneten SS-Verbände, namentlich die erste und zweite Schützenkompanie der Leibstandarte-SS Adolf Hitler und der Dachauer SS-Wachsturmbann „Oberbayern“, unter dem Vorwand eines vermeintlichen „Röhm-Putsches“, die Führung der SA. Auch Konservative, andere politische Gegner und Unbeteiligte waren unter den Todesopfern. Am 20. Juli 1934 koppelte Hitler die SS von der SA ab: „Im Hinblick auf die großen Verdienste der SS, besonders im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 30. Juni 1934, erhebe ich dieselbe zu einer selbständigen Organisation im Rahmen der NSDAP.“ Die SS übernahm nun in alleiniger Verantwortung die Zuständigkeit für alle frühen Konzentrationslager (KZ) im Reich, die bis dahin teilweise noch von der SA kontrolliert worden waren. Die SS-Totenkopfverbände wurden nun ausschließlich mit der Bewachung der Lager beauftragt. Die frühen, improvisierten Haftorte und Konzentrationslager wurden – mit Ausnahme des KZ Dachau – nach und nach geschlossen. Es begann die systematische Entwicklung des NS-Lagersystems, Hitler ließ Lager nach dem Prototyp Dachau erbauen.

Im November 1934 wurde das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102 in Berlin in den Komplex der Gebäude an der Prinz-Albrecht-Straße 8 miteinbezogen und zum Sitz des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS.

Ab 1935 benannten sich die Verwaltungseinheiten der SS in Allgemeine SS um. Sie wollten sich dadurch von ihren inzwischen bewaffneten Verbänden, der SS-Verfügungstruppe und den SS-Totenkopfverbänden unterscheiden, die später die Waffen-SS bildeten. Diese Allgemeine SS, nun auch Heimat- oder Schwarze-SS genannt, unterstand nun dem neuen Kommandoamt der Allgemeinen SS in Berlin.

Damit kam es zur klassischen Dreiteilung der SS, die informell bis 1945 Bestand hatte:

Allgemeine SS

SS-Totenkopfstandarten

SS-Verfügungstruppe

Abschließende Organisationsstruktur

Der Begriff „SS“ bildete ab 1939/40 den „Dachverband“ für verschiedene Hauptämter und deren Unterabteilungen:

Das Führungshauptamt (FHA) war die betriebliche Stabsstelle (Hauptquartier) der SS. Es leitete und verwaltete die Offiziers-Schulen, medizinische Versorgung, Transportvorgänge, Lohnzahlungen und Ausrüstungen.

Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) hatte die Aufgabe, eine „rassisch wertvolle“ Führungselite herauszubilden.

Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) entstand aus der Zusammenlegung von SD und SiPo und war die zentrale Stelle zur Ausübung der polizeilichen Funktionen der SS.

Das SD-Amt Reinhard Heydrichs diente als Geheimdienst zur Bekämpfung äußerer wie innerer Gegner und zur Bespitzelung der Bevölkerung.

Die Sicherheitspolizei (Sipo) war für die Kriminal- und die Geheime Staatspolizei (Gestapo) zuständig.

Militärischer Zweig der SS war die aus Verfügungstruppen und Totenkopfverbänden gebildete Waffen-SS

Das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) steuerte die Konzentrationslager und deren Konstruktion und verwaltete die SS-eigenen Industrien, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe.

SS-Wirtschaftsbetriebe

Die SS gründete zahlreiche Firmen, u. a. 1938 die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST), die sie 1940 in den Deutschen Wirtschaftsbetrieben (DWB) zusammenfasste. Die DWB wurden von leitenden Mitarbeitern der SS-Verwaltung geführt. 1942 wurden sämtliche wirtschaftlichen Angelegenheiten im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt konzentriert. Dieses betrieb über das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge. 1943/44 gehörten etwa 30 Unternehmen mit über 100 Betrieben, in denen mehr als 40.000 Konzentrationslagerhäftlinge arbeiten mussten, zum Wirtschaftsimperium der SS. Der Hauptsitz der DWB befand sich in Oranienburg bei Berlin.

Die SS erwarb auch mehrere Mineralwasserkonzerne, so etwa die Heinrich Mattoni AG und die Apollinaris Brunnen AG.

Weiterhin gab es die „künstlerischen“ Unternehmungen der SS:

Porzellanmanufaktur Allach

Nordland-Verlag

Schwertschmiede der SS

Personalentwicklung

Als Heinrich Himmler am 6. Januar 1929 die Führung der SS von Erhard Heiden übernahm, umfasste diese Organisation nur 280 Mann als „aktive Mitglieder“. Es begann nun unter Himmler ein stetiger Ausbau der SS: Schon im Dezember desselben Jahres wurde das 1000. Mitglied verzeichnet, 1932 war sie bereits auf rund 52.000 und bis zum Herbst 1933 auf gut 204.000 Mitglieder angewachsen.

Zu Kriegsbeginn am 1. September 1939 wurden rund 60 % ihrer Mitglieder zur Wehrmacht eingezogen. Das hieß, dass von den damaligen 260.000 SS-Mitgliedern 170.000 ihren Kriegsdienst in den drei Wehrmachtsteilen Heer, Luftwaffe und Marine taten. Nur ca. 36.000 wurden von der Waffen-SS übernommen. Die übrigen Mitglieder waren entweder für den Kriegsdienst zu alt oder waren auf „unabkömmliche Posten“ im Öffentlichen Dienst oder bei den Polizeikräften eingesetzt.

Gegen Ende des Krieges (1944/45) umfasste die SS formal über 840.000 Mitglieder, zu denen auch das „SS-Führerkorps“ (d. h. Führungsschicht in den SS-Hauptämtern und die Offiziere sowie die Unteroffiziere der Waffen-SS) und auch Polizeioffiziere gehörten, sobald ihr Dienstgrad einem SS-Rang entsprach. Die Zugehörigkeit der Offiziere von Waffen-SS und Polizei zur SS wurde von Amts wegen begründet; für die Mannschaften der Waffen-SS und Polizei war eine Übernahme in die SS erst für die Zeit nach Ende des Krieges vorgesehen. Vor dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg machte Robert Brill, ehemaliger Leiter des „Ergänzungsamtes der Waffen-SS“, am 5. und 6. August 1946 Angaben zur Personalentwicklung der Waffen-SS.

„Bei Kriegsende war die Waffen-SS noch ca. 550.000 Mann stark, bis Ende Oktober 1944 sind 320.000 Mann gefallen oder schwerstverletzt worden. (…) In der Waffen-SS dienten etwa 400.000 Reichsdeutsche, 300.000 Volksdeutsche und 200.000 Angehörige anderer Völker. (…) Im Jahr 1944 wurde die Masse der noch Kriegsverwendungsfähigen aus den Wachmannschaften der Konzentrationslager herausgezogen und für den Wehrdienst freigemacht. Bis dahin wurden die Wachmannschaften aus Notdienstverpflichteten der Allgemeinen SS und des ehemaligen Frontkämpferbundes 'Kyffhäuser' gestellt. 1944 kam noch ein starkes Kontingent aus der Wehrmacht. Es handelte sich meines Wissens zunächst um 10.000 Mann. Später mehr. (…) Meines Wissens setzten sich die Wachverbände in den KZs im Jahre 1944 aus 6.000 Notdienstverpflichteten, 7.000 Volksdeutschen, 7.000 Heeresangehörigen und einer Anzahl von Luftwaffenangehörigen zusammen. (…)“

– Documents of the Major War Criminals Vol. XX, p. 371–471

Blutgruppentätowierung

Angehörige der Allgemeinen SS, die sich zur Waffen-SS gemeldet hatten und auch von dieser übernommen wurden, trugen eine Tätowierung der Blutgruppe auf der Innenseite des linken Oberarms. Dieser Umstand erleichterte den Alliierten während und nach dem Krieg die Zuordnung angeblicher Wehrmachtsangehöriger und Zivilisten zur Waffen-SS. Oft versuchten deren Angehörige, sich vor der Gefangennahme durch andere Uniformen und Kleidung zu tarnen.

SS-Angehörige, die in den drei Wehrmachtteilen eingesetzt waren, betraf diese Tätowierung nicht, da die Blutgruppe auf deren Wehrmachts-Kennmarken vermerkt war.

 

 

Waffen-SS war ab 1939 die Bezeichnung für die schon früher gegründeten militärischen Verbände der nationalsozialistischen Parteitruppe SS. Seit Mitte 1940 war sie organisatorisch eigenständig und unterstand dem direkten Oberbefehl des Reichsführers SS Heinrich Himmler. Ihr gehörten sowohl Kampfverbände als auch die Wachmannschaften der Konzentrationslager an.

Ihre Kampfverbände wurden im Zweiten Weltkrieg dem Oberbefehl der Wehrmacht unterstellt, kämpften an der Front und wurden zur Sicherung besetzter Gebiete gegen Partisanen und potenzielle Gegner eingesetzt. Aufgrund ihrer Beteiligung am Holocaust, am Porajmos und an zahlreichen Kriegsverbrechen wurde sie 1946 vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zur verbrecherischen Organisation erklärt. In der Bundesrepublik Deutschland sind zudem die Verbreitung von Propagandamaterial und Verwendung von Symbolen der SS (§§ 86 und 86a StGB) strafbar.

Überblick

Die Waffen-SS entstand im Dezember 1939 nach dem Angriff auf Polen aus der Zusammenführung von SS-Verfügungsdivision, SS-Totenkopfdivision und SS-Totenkopfverbänden. Seit 1940 wurde sie zu einer selbstständigen militärischen Organisation ausgebaut, die insgesamt bis zu 914.000, im Juni 1944 noch etwa 600.000 Mitglieder hatte. Sie bestand zunächst überwiegend aus Freiwilligen, ab 1943 auch aus unter Zwang rekrutierten Soldaten. Seit 1941 warb die Waffen-SS zunehmend ausländische Freiwillige an. Ab 1944 betrug deren Anteil mehr als die Hälfte.

Einheiten der Waffen-SS wurden an der Front und zur Sicherung besetzter Gebiete eingesetzt und waren für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich, zum Beispiel in Oradour-sur-Glane und Sant’Anna di Stazzema. Angehörige der Waffen-SS waren unter dem Deckmantel der „Partisanenbekämpfung“, als bewaffnete Ausführende der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD sowie mit ihren Totenkopfverbänden und zwei Brigaden auch direkt am Holocaust beteiligt. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler, an dem Wehrmachtsoffiziere maßgeblich beteiligt waren, wurden der Waffen-SS weitere bis dahin der Wehrmacht zustehende Kompetenzen übertragen; so erhielt Himmler den Befehl über das Ersatzheer und die Abwehr.

Die NS-Propaganda stellte die Waffen-SS als Elitetruppe mit dem Nimbus der Unbesiegbarkeit dar. Sie tat sich aber vor allem durch besondere Härte und Grausamkeit, insbesondere gegen die Zivilbevölkerung hervor. Mit der SS wurde die Waffen-SS im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1946 als verbrecherische Organisation verboten. In Österreich wurde darüber hinaus ein Werbungs- und Propagandaverbot erlassen.

Ab 1951 organisierten sich bis zu 250.000 westdeutsche Veteranen der Waffen-SS in der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS (HIAG), um ihre Interessen zu vertreten. Neben der HIAG gilt in Österreich die „Kameradschaft IV“ (K IV) als Interessen- und Traditionsverband der Waffen-SS. Die Rolle der Waffen-SS wurde im Rahmen der Bitburg-Kontroverse (1985) und der von Günter Grass bekanntgegebenen Waffen-SS-Mitgliedschaft (2006) erneut diskutiert.

Wurzeln

Der Kern der Waffen-SS entstand aus drei verschiedenen Einheiten, der Leibstandarte SS Adolf Hitler, einer auf Adolf Hitler verpflichteten persönlichen Leibwache, der SS-Verfügungstruppe, die 1934 aus den „Politischen Bereitschaften“ der SS entstand und den SS-Totenkopfstandarten, die für die Bewachung der Konzentrationslager zuständig waren.

Leibstandarte

Nur die Leibstandarte SS Adolf Hitler wurde auf direkten Führerbefehl im März 1933 aufgestellt. Sie rekrutierte sich zum Zeitpunkt ihrer Aufstellung überwiegend aus ehemaligen SA-Männern. Finanziert wurde die Truppe durch die preußische Landespolizei, auf deren Soldliste die Angehörigen der Leibstandarte standen. Die Einheit erhielt ihre militärische Grundausbildung vom 9. (Preußisches) Infanterie-Regiment, das als Eliteverband galt. Die anfangs sehr kleine Truppe, die in ihrer Zwitterstellung rechtlich und formal keine vergleichbaren Vorläufer hatte, erregte bei der Reichswehr, die für sich das Militärmonopol beanspruchte, zunächst keinen Argwohn.

Die erste maßgebliche innenpolitische Aufgabe war die Teilnahme an der Entmachtung der SA, (Exekution der SA-Führung unter dem Vorwand ein „Röhm-Putsch“ stünde bevor), gemeinsam mit Teilen der SS-Wachverbände, im Juni 1934. Danach wurde die SS selbständig.

Verfügungstruppe

Die SS-Verfügungstruppe wurde von Reichswehrminister Werner von Blomberg am 24. September 1934 genehmigt und aus den sogenannten Politischen Bereitschaften – etwa 120 Mann starke, kasernierte Sonderkommandos, die jeweils den SS-Oberabschnitten regional und dezentral zugeordnet waren – aufgestellt. Ursprüngliche Aufgabe der Bereitschaften war der „Schutz höherer SS- und NSDAP-Führer“. Zusammen mit der SA wurden sie offiziell als Hilfspolizei im Straßendienst eingesetzt. Dabei nahmen sie an sogenannten wilden Verhaftungen politischer Gegner teil und betrieben auch eigene Gefängnisse. Trotz der Regierungsübernahme war die Machtstellung des NS-Regimes politisch noch nicht gefestigt und sollte durch bewaffnete Einheiten gestützt werden. Die SS-Verfügungstruppe war trotz ihrer militärischen Ausrichtung zunächst primär als innenpolitische Eingreifreserve der Partei gedacht und nicht als klassischer militärischer Verband.

Die SS begann 1934 in Bad Tölz und 1935 in Braunschweig SS-Junkerschulen einzurichten, die als einheitlich militärische Ausbildungsinstitutionen für den SS-Führungsnachwuchs vorgesehen waren. Ihre Ausbildungsrichtlinien lehnten sich neben der ideologischen Indoktrination an die militärfachlichen Vorgaben der Kriegsschulen des Heeres an. Himmler, der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, strebte eine Professionalisierung der Verfügungstruppen an, deren Mitglieder militärische Ausbildungen erhielten. Das Dienstgrad- und Besoldungssystem wurde an das des Heeres angeglichen. Die Verfügungstruppe wurde nun etatmäßig an das Reichsministerium des Innern angegliedert. Mit der Inspektion der SS-Verfügungstruppe unter dem ehemaligen Generalleutnant der Reichswehr und späteren SS-Oberst-Gruppenführer Paul Hausser schuf Himmler so etwas wie einen eigenen Generalstab. 1935 bestand die Verfügungstruppe aus der Leibstandarte mit 2.600 Mann und den SS-Standarten Deutschland und Germania mit 5.040 Mann.

Die Stabswache Berlin und die Sonderkommandos der SS hatten annähernd militärische Organisationsformen und wurden auch in der Regel von ehemaligen Reichswehr- oder Polizeioffizieren geführt. Trotzdem handelte es sich offiziell um keine militärischen Einheiten, wie ein Befehl des Führers der SS-Totenkopfverbände Theodor Eicke von 1936 verdeutlicht: „Wir tragen keine Waffen, um dem Heere ähnlich zu sehen, sondern um sie zu gebrauchen, wenn Führer und Bewegung in Gefahr sind“.

Totenkopfverbände

Die SS-Totenkopfverbände rekrutierten sich 1935 auch aus Teilen der anderen SS-Sonderkommandos, sofern sie zur Bewachung eines Konzentrationslagers eingesetzt wurden. Im August 1934 wurden alle SS-Einheiten der KZs Theodor Eicke unterstellt. Offiziell gehörten die als SS-Wachverbände bezeichneten KZ-Einheiten zur Allgemeinen SS, doch agierten sie innerhalb dieser autonom. Eicke wurde zum Inspekteur der Konzentrationslager (IKL) befördert und Himmler innerhalb dieser Dienststelle unmittelbar unterstellt. Als Führer der SS-Totenkopfstandarten unterstand Eicke ab 1937 dem SS-Hauptamt. Somit wiesen die Totenkopfverbände eine Zwitterstellung innerhalb der Gesamt-SS auf, die bis zum Kriegsende 1945 andauern sollte. Die reorganisierten Wachverbände hatten primär die Aufgabe, weiterhin den Wachdienst in den KZs auszuüben. Sie nahmen aber auch an den Mord-Einsätzen der Einsatzgruppen in Polen und der Sowjetunion teil. Es gab einen umfangreichen Personalaustausch der Totenkopfverbände mit den anderen SS-Einheiten.

Der militärische Ausbau zur Waffen-SS

Sowohl Ernst Röhm mit der SA als auch Himmler – ab 1929 Reichsführer SS – hatten militärpolitische Ambitionen. Himmler war entschlossen, aus seinen Verbänden nach und nach vollwertige militärische Einheiten zu formen, die auch über schwere Waffen verfügen sollten.

Nach der Liquidierung Röhms versicherte Hitler, die Reichswehr bleibe der „einzige Waffenträger der Nation“. Die Verantwortlichen der Reichswehr begrüßten die Entmachtung der SA als mögliche bewaffnete Konkurrenz und waren weiterhin bestrebt, ihr Militärmonopol zu wahren. Sie unternahmen alles, um einen weiteren Ausbau des paramilitärischen Arms der SS zu vereiteln. Daraus entwickelte sich eine jahrelange Auseinandersetzung zwischen SS und Heeresführung.

Nach der Blomberg-Fritsch-Krise 1938 übernahm Hitler die Nachfolge von Reichswehrminister von Blomberg, entließ den Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Werner von Fritsch und der Generalstabschef trat zurück. Damit stellte er alle Weichen für eine Gleichschaltung des Militärs (sogenannte militärische Machtergreifung), der einzigen Institution, welche die unumschränkte Macht des NS-Regimes noch ernsthaft hätte gefährden können; sie verlor in der Folge ihr militärisches Monopol im Deutschen Reich.

Im Führererlass vom August 1938 erlaubte er die Aufstellung einer SS-Division mit eigener Artillerie und legte deren Frontverwendung im Mobilmachungsfall fest. Hitler hatte sich eine Truppe zu seiner ganz persönlichen Verfügung geschaffen, die sich durch „unbedingte Treue“ ihm gegenüber auszeichnen sollte. Von diesen beiden Merkmalen wurde die weitere Entwicklung der SS und ihre rechtliche und tatsächliche Stellung im Dritten Reich bestimmt. Himmler hat diesen beiden Merkmalen der SS den „Elitegedanken“ hinzugefügt. Die SS sollte nicht nur im Einsatz für Hitler politisch zuverlässig sein, sondern zu einer rassischen und politischen Führerschicht im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie gebildet werden.

Die Waffen-SS wurde schließlich ab Ende 1939 aus heterogenen Teilen aufgebaut. Binnen weniger Monate wurde sie auf dreieinhalb Divisionen erweitert: die Verfügungsdivision, die später in „Das Reich“ umbenannt wurde, die aus den Totenkopfverbänden hervorgegangene Totenkopfdivision mit zunächst 18.000 Mann und die aus Kräften der Ordnungspolizei gebildete Polizeidivision. Die Leibstandarte wurde zu einem verstärkten motorisierten Infanterieregiment ausgebaut.

Organisatorischer Aufbau Ende 1939

Der Begriff Waffen-SS wurde Anfang November 1939 informell in den Sprachgebrauch der SS-Administration eingeführt und setzte sich etwa innerhalb eines Jahres gegenüber den alten Bezeichnungen Verfügungstruppe und Totenkopfverbände durch.

Das früheste bekannte Dokument, das den Begriff Waffen-SS verwendet, ist ein SS-Befehl vom 7. November 1939, in dem Angehörige der Allgemeinen SS darauf hingewiesen wurden, dass sie bei Meldung Reserveführer in der Waffen-SS und der Polizei werden könnten. Dabei erscheint Waffen-SS als Sammelbezeichnung für die „bewaffneten Einheiten der SS und Polizei“. Mit Befehl des Reichsführers SS vom 1. Dezember 1939, wurden folgende Verbände, Dienststellen und Ämter zur Waffen-SS verschmolzen:

Organisationsstruktur der SS

SS-V-Division

SS-Totenkopf-Division

SS-Polizei Division

SS-Junkerschulen

SS-Totenkopf-Standarten

Ergänzungsamt der Waffen-SS (SS-Erg.Amt)

Waffen- und Geräteamt der Waffen-SS (SS W. u. G.Amt)

Personalamt der Waffen-SS (SS-Pers.Amt)

Amt R. V. der Waffen-SS (Amt RV)

Fürsorge- und Versorgungsamt der Waffen-SS (SS-F. u. V.Amt)

Sanitätsamt der Waffen-SS (SS-San.Amt)

Verwaltungsamt der Waffen-SS (SS-V.Amt)

SS-Gericht

Leibstandarte SS Adolf Hitler

Zwar führte Himmler die Zuordnung ohne rechtliche Grundlage durch, aber Hitler ließ ihn anstandslos gewähren. Hitler überließ Himmler die persönliche Entscheidung, wie er die SS intern gliedern wolle; insgesamt wurden 179 Dienststellen der Allgemeinen SS der Waffen-SS zugeführt.

Hitler begründete 1940 die Notwendigkeit der Waffen-SS:

„Das Großdeutsche Reich in seiner endgültigen Gestalt wird mit seinen Grenzen nicht ausschließlich Volkskörper umspannen, die von vornherein dem Reich wohlwollend gegenüber stehen. Über den Kern des Reiches hinaus ist es daher notwendig, eine Staatstruppenpolizei zu schaffen, die in jeder Situation befähigt ist, die Autorität des Reiches im Innern zu vertreten und durchzusetzen.“

Der Historiker Bernd Wegner bemerkte zur Umbenennung in „Waffen-SS“:

„Der ungewöhnlich anmutende Vorgang einer ‚schleichenden‘ Neubenennung stellt sich, rückblickend betrachtet, als ein äußerst geschickter, freilich eher psychologisch als machtpolitisch wirksamer Schachzug einer gleichermaßen auf Expansion wie Integration zielenden Politik dar. Denn die Einführung des Sammelnamens ‚Waffen-SS‘ signalisierte ebenso den Willen zu einer möglichst wehrmachtunabhängigen SS-Armee wie den Anspruch auf Gleichwertigkeit aller SS-Truppenteile untereinander – nahm also die bislang vom Heer abgelehnte militärdienstliche Gleichbehandlung von Verfügungstruppen, Totenkopfverbänden und Junkerschulen begrifflich schon vorweg. Aber nicht nur das: Zu einem Zeitpunkt, als die SS 3½ Divisionen fast gleichzeitig aufgestellt hatte, wurde deren gemeinsamer Name auch zu einer Chiffre für das von Himmler gewünschte, ihm aber noch nicht zugebilligte SS-Generalkommando.“

– Bernd Wegner: Hitlers Politische Soldaten. Die Waffen-SS 1933–1945. 4. Auflage. Paderborn 1990.

Die Waffen-SS umfasste schließlich alle Einheiten der Schutzstaffel, die dem Führungshauptamt und innerhalb dieses Amtes dem Kommandoamt der Waffen-SS unterstellt waren. Dazu zählten sowohl die SS-Divisionen (operativ dem Heer unterstellt) als auch die SS-Totenkopf-Wachsturmbanne, die organisatorisch ab 1940/1941 dem Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS zugeordnet waren, das für Konzentrations- und die Vernichtungslager zuständig war. Truppendienstlich jedoch unterstanden diese Totenkopfeinheiten weiterhin dem Kommandoamt der Waffen-SS. Die „SS-Totenkopfstandarten“ waren keine Verbände der Waffen-SS für den Fronteinsatz. Zwischen den KZ-Wachmannschaften und der SS-Division Totenkopf gab es jedoch einen regen Personalaustausch, so wurden von den rund 60.000 Angehörigen der Wachmannschaften ca. 20.000 mit Fronteinheiten ausgetauscht.

Militärische Kompetenz und erste Kriegseinsätze

Nach der Mobilmachung wurden SS-Verfügungstruppe und einzelne SS-Standarten dem Oberkommando des Heeres unterstellt, kämpften aber während des Angriffes auf Polen weder alle an der Front noch als eigenständige Großverbände. So wurden die Regimenter einschließlich des selbständigen Regiments der Leibstandarte auf verschiedene Heeresverbände verteilt. Die Totenkopfstandarten Oberbayern, Thüringen und Brandenburg wurden nicht an der Front eingesetzt, sondern im Hinterland zu sogenannten Befriedungs- und Säuberungsaktionen, ebenso wie Teile der SS-Polizeidivision, die aber auch andere Sicherungs- und Ordnungsaufgaben im gesamten besetzten Gebiet wahrnahm. Nach der Einrichtung des Generalgouvernements am 26. Oktober 1939 wurden Teile der Totenkopfverbände und der Polizeidivision dieser NS-Zivilverwaltung unterstellt.

Die Leibstandarte fiel durch Gräuel- und Gewalttaten auf, so wurden beispielsweise polnische Ortschaften in Brand gesetzt, was von übergeordneten Wehrmacht-Kommandeuren verurteilt wurde. Auch der militärische Wert der an der Front eingesetzten SS-Einheiten wurde von der Wehrmacht eher kritisch bewertet. Trotz der durch die Junkerschulen und den Einfluss von Paul Hausser zu diesem Zeitpunkt einigermaßen gut ausgebildeten Offiziere fehlte es vor allen Dingen an militärisch qualifizierten Unteroffizieren. Das führte dazu, dass manche SS-Verbände bei Offiziersverlusten im Gefecht die Ordnung verloren, was sie (zusätzlich zu den ohnehin vorhandenen Vorbehalten) in den Augen der Wehrmacht als militärisch eher unzuverlässige Einheiten erscheinen ließ.

Bei Beginn des Westfeldzuges verfügte die SS bereits über 56.000 Mann ohne die Totenkopfverbände, was aber noch immer ein verschwindend geringer Anteil an der Gesamtstärke der deutschen Truppen darstellte. Hitler ordnete 1939/1940 an, dass die für die Teilnahme am Westfeldzug vorgesehenen SS-Verbände vollständig motorisiert sein sollten (Fahrzeuge für den Truppen- und Materialtransport sowie für die Artillerie), was in diesem Fall durchaus als Bevorzugung anzusehen war, da 1939 gerade einmal 16 der 157 Divisionen des Heeres motorisiert waren. Da die Rüstungsbetriebe aber bereits Schwierigkeiten hatten, genügend Lastwagen und Schützenpanzer zur Deckung des Bedarfs der Wehrmacht zu produzieren, monierte das SS-Hauptamt Anfang 1940 die ungenügenden Zuteilungszahlen. Ähnliche Probleme gab es hinsichtlich der schweren Waffen, hier monierte die SS noch im Februar/März (1940), dass mindestens eine SS-Einheit über gar keine schweren Waffen (Artillerie, Mörser, PaKs, schw. Maschinengewehre) und über eine zu geringe Anzahl von Karabinern verfügte. Eine kurzfristige Lösung wurde am Heereswaffenamt vorbei – da die Wehrmacht hier nicht allzu kooperativ war – durch das Akquirieren von tschechischen Fahrzeugen, Karabinern und Maschinengewehren gefunden.

In den Beneluxländern und Frankreich offenbarten sich dann deutliche Mängel in der Gefechtsführung, was aber nicht durch überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft und Motivation kompensiert werden konnte, sondern die Verluste durch übereiltes und unplanmäßiges Vorgehen noch zusätzlich erhöhte. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Wehrmacht- und SS-Befehlshabern, was Taktik und Operationsführung anging. Bei einem Streit zwischen General Erich Hoepner mit Theodor Eicke, der als Divisionskommandeur über keinerlei militärische Ausbildung verfügte, kam es zum Eklat, als Eicke aufgrund seiner Äußerung „Verluste spielen keine Rolle“ von Hoepner als „Schlächter“ bezeichnet wurde. Auch zeigten sich durch den schnellen Ausbau und die erlittenen Verluste an erfahrenen Führern erstmals Mängel hinsichtlich der Qualität der Offiziersausbildung.

Hitler zeigte sich dennoch nach der Niederlage Frankreichs zufrieden mit den „Leistungen“ der SS und hob sie anlässlich seiner Rede zur Siegesparade 1940 in Berlin lobend hervor. Der Begriff Waffen-SS fand nach dem Sieg über Frankreich erstmals auch offiziell Verwendung.

Personalentwicklung der Waffen-SS

Die folgende Tabelle gibt einen groben Überblick zur Entwicklung der tatsächlich vorhandenen Personalstärke der Verbände der Waffen-SS im Zeitraum von 1937 bis zur Jahresmitte 1944.

 Waffen-SS davon Feldtruppe

31.12.1937 16.902

31.12.1938 22.718

01.05.1940 90.638

01.09.1942 236.099 141.975

31.12.1943 501.049 257.472

30.06.1944 594.443 368.654

Selbst- und Fremdwahrnehmung, Motivation

Die Waffen-SS stilisierte sich nicht nur selbst zu einer Truppe, deren Angehörige als hart und männlich, verwegen und tapfer sowie unerschütterlich treu und aufopferungsvoll bis in den Tod galten, sondern sie hatte auch den Ruf, im Krieg besonders draufgängerisch zu sein, vor allem aber rücksichtslos und brutal gegenüber Gefangenen und der Zivilbevölkerung zu sein.

Die amerikanische Military Intelligence, die den Auftrag der Feindaufklärung hatte, versuchte während des Zweiten Weltkriegs, durch Befragung von Kriegsgefangenen Aufschluss darüber zu erhalten, was den inneren Zusammenhalt der deutschen Streitkräfte ausmachte. Sie fanden ihre Annahme vielfach bestätigt, dass ein harter Kern von Nationalsozialisten die militärischen Einheiten ideologisch und militärisch zusammenhielt. Die Größe des harten Kerns lag bei zehn bis fünfzehn Prozent. Fallschirmjäger- und Waffen-SS-Divisionen hätten jedoch einen weit höheren Anteil überzeugter Nationalsozialisten gehabt, oft die gesamte befragte Gruppe.

Blutgruppentätowierung

Ein wichtiges Kennzeichen war die Tätowierung der Blutgruppe, die in der Regel jeder Angehörige der Waffen-SS auf der Innenseite des linken Oberarms trug. Dieser Umstand erleichterte den Alliierten während und nach dem Krieg die Zuordnung angeblicher Wehrmachtangehöriger und Zivilisten zur Waffen-SS. Oft versuchten Angehörige der Waffen-SS, sich vor der Gefangennahme durch andere Uniformen und Kleidung zu tarnen.

Verluste

In der Literatur wurde schon zu Kriegszeiten der falsche Mythos vom „Opfergang der Waffen-SS“ gepflegt. Dabei lag im Ostkrieg, wo die Waffen-SS ihre schwersten Verluste erlitt, die Quote der tödlichen Verluste (rund 37 Prozent) weit niedriger als die Verlustquote der Wehrmacht (60 Prozent).

In den ersten Kriegsjahren fehlten in den Großverbänden der Waffen-SS ausgebildete Generalstabsoffiziere, so dass oft ohne ausreichende Beurteilung der Lage und ohne Rücksicht auf Verluste angegriffen wurde. Zudem bestand nicht nur der Ehrgeiz, von der skeptischen Wehrmachtführung als gleichwertige Kampftruppe anerkannt zu werden, sondern auch der, den eigenen Elite-Anspruch zu bestätigen.

Der Kriegsverlauf und die vielen neuaufgestellten Verbände minderten den Kampfwert stetig. Zwar gab es mehr gut ausgebildete Stabsoffiziere und die Führung war taktisch besser und umsichtiger als zu Kriegsbeginn. Aber die Aufgabe der Freiwilligkeit, die Lockerung der Aufnahmekriterien und schließlich das legalisierte Einziehen neuer Rekruten senkten die Kampfmoral der Mannschaften und der Unterführer nachhaltig.

Das in der Militärausbildung geltende Prinzip der „Führung von vorne“ ließ die Verluste an Offizieren hochschnellen. Häufig wurde versucht, fehlende Erfahrung mit Tollkühnheit und Todesverachtung auszugleichen. Im Laufe des Krieges ging mit den hohen Verlusten an Führern auch eine Straffung der Offiziersausbildung einher, was sich wiederum negativ auf die Truppenführung auf Zug- und Kompanieebene auswirkte. Zudem betrieb Himmler einen regen Führeraustausch zwischen Fronttruppe, SS-Ämtern, Ausbildungseinheiten und Konzentrationslagern. So kam es vor, dass gegen Kriegsende SS-Offiziere aus aufgelösten KZs in die Fronttruppe versetzt wurden (nachdem schon früher der Einsatz der KZ-Wachmannschaften wegen schlechter Kampfleistungen eingestellt worden war) und aufgrund der fehlenden Kampferfahrung als taktische Führer vollkommen versagten.

Eine vor Jahren vorgenommene Berechnung, die auf Angaben der Wehrmachtauskunftstelle beruhte, gelangte zu dem Ergebnis, dass die Kriegstotenzahl der Waffen-SS der des Heeres exakt entsprach. Dies schließt unverhältnismäßig hohe Verluste einzelner Einheiten oder Verbände nicht aus. Overmans belegt die ähnlichen Verlustraten von Waffen-SS-Verbänden und entsprechend gegliederten Heeres-Divisionen im selben Zeitraum und am gleichen Ort und stellt fest, „dass die Verluste der Waffen-SS insgesamt nicht signifikant höher gewesen sind als diejenigen des Heeres“.

Organisation

Während Hausser die „alte Schule“ der Preußen-Militärs in die SS-VT übernehmen wollte, hatte Steiner sich nach Kriegserfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg für das damals revolutionäre Konzept der Kampfführung von kleinen Gruppen aus entschieden (vgl. Stoßtrupp). In eine ähnliche Richtung wie Hausser dachte auch Cassius Freiherr von Montigny, der im April 1938 zu Steiner stieß. Von Montigny war ab Spätsommer 1939 organisatorisch den SS-Totenkopfverbänden zugeordnet worden.

Im Laufe des Krieges wurde sie propagandistisch als militärische Elitetruppe des Reichsführers SS Himmler neben den regulären Teilstreitkräften der Wehrmacht stilisiert und mit einem „Nimbus der Unschlagbarkeit“ umgeben.

Die Divisionen der Waffen-SS ähnelten organisatorisch denen der Wehrmacht, besaßen jedoch einige Unterschiede und waren sehr oft von größerer Personal- und Ausrüstungsstärke und entsprechend wesentlich größerer Schlagkraft als vergleichbare Heeresverbände.

SS-Infanterie-Divisionen

Diese enthielten im Gegensatz zur Wehrmacht zusätzlich ein Flak- und ein Nachschub-Bataillon.

SS-Gebirgs-Divisionen

Die Gebirgstruppen der Waffen-SS enthielten in einer Division auch eine Panzer- oder Sturmgeschütz-Kompanie, ebenso ein Flak- und ein Nachschub-Bataillon.

SS-Panzergrenadier-Divisionen

Obwohl sich die Gliederung dieser Einheiten motorisierter Infanterie an denen der Wehrmacht orientierte, waren sie mit 15 anstatt 14 Kompanien und einem Maschinengewehr-, Flak- und Nachschub-Bataillon wesentlich stärker als vergleichbare Heeresverbände. Im Vorfeld des Unternehmens Zitadelle wurden die drei SS-Panzergrenadier-Divisionen bevorzugt mit neuen Panzern ausgestattet, so dass sie tatsächlich mehr Panzer hatten als die Panzer-Divisionen des Heeres.

SS-Panzer-Divisionen

Diese hatten im Vergleich zur Wehrmacht 15 anstatt zehn Panzergrenadier-Kompanien; die Panzer-Regimenter waren größer und beinhalteten zusätzlich ein Pionier-Bataillon, zwei Brückenleger-Kompanien, Flak-Bataillon, Nachschub-Bataillon und ein Mörser-Bataillon. Später – um 1944 – auch oft zusätzlich ein Werfer-Bataillon (vorwiegend mit dem Raketenwerfer-Typ „Nebelwerfer“ ausgerüstet, gezogen oder auf Halbkettenfahrzeugen montiert). Die innerhalb der Panzer-Divisionen selbständigen „schweren Panzer-Abteilungen“ der Waffen-SS hatten angesichts ihrer Organisation und der Ausstattung mit den berühmten Panzern Tiger und Königstiger die schlagkräftigsten Panzereinheiten des Krieges.

SS-Kavallerie-Divisionen

Bestand aus zwei motorisierten Kavallerie-Brigaden mit einer kleineren Artillerie-Einheit und einer Panzer-Bergungs- und Reparatureinheit. Daneben gab es die üblichen Unterstützungsbataillone und wiederum ein Flak- und ein Nachschub-Bataillon.

SS-Fallschirmjäger-Bataillon 500

Luftlandetruppe der Waffen-SS. Am häufigsten zu Geheimoperationen herangezogen.

SS-Sonderverbände/SS-Jagdverbände

Diese Einheiten dienten Aufklärungs-, Sabotage- und Geheimaktionen. Sie wurden im Oktober 1944 aus den ehemaligen SS-Jäger-Bataillonen und Einheiten der Division Brandenburg der Wehrmacht gebildet. Oft waren auch Truppenteile des SS-Fallschirmjäger-Bataillon 500 enthalten.

Die entscheidenden Unterschiede zu den Divisionen der Wehrmacht:

Jede Feld-Division der Waffen-SS hatte ihre eigenen Flak- und Nachschub-Bataillone.

Jede Gebirgs-Division hatte entweder eine Panzer- oder Sturmgeschütz-Einheit.

Jede Panzer-Division hatte ihre eigene Werfer-Einheit.

Alle Divisionen hatten mehr Infanterietruppen.

Divisionen der Waffen-SS

Folgende Divisionen der Waffen-SS wurden bis Mai 1945 aufgestellt, die ab dem 22. Oktober 1943 durchnummeriert wurden. Durch die Auflösung oder Vernichtung von Divisionen wurde die entsprechende Nummer für eine neu aufgestellte Division wieder verwendet:

1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ (LSSAH)

2. SS-Panzer-Division „Das Reich“

3. SS-Panzer-Division „Totenkopf“

4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division

5. SS-Panzer-Division „Wiking“

6. SS-Gebirgs-Division „Nord“

7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“

8. SS-Kavallerie-Division „Florian Geyer“

9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“

10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“

11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland“

12. SS-Panzer-Division „Hitler-Jugend“

13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handžar“ (kroatische Nr. 1) (siehe auch Hadsch Amin)

14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1), später (ukrainische Nr. 1)

15. Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr. 1)

16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“

17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“

18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Horst Wessel“

19. Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr. 2)

20. Waffen-Grenadier-Division der SS (estnische Nr. 1)

21. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Skanderbeg“ (albanische Nr. 1)

22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division „Maria Theresia“

23. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Kama“ (kroatische Nr. 2) (frühzeitig wieder aufgelöst)

23. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nederland“ (niederländische Nr. 1)

24. Waffen-Gebirgs-(Karstjäger-)Division der SS

25.Waffen-Grenadier-Division der SS „Hunyadi“ (ungarische Nr. 1)

26. Waffen-Grenadier-Division der SS (ungarische Nr. 2), auch unter den Ehrennamen Gömbös oder Hungaria bekannt

27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Langemarck“ (flämische Nr. 1)

28. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Wallonien“ (wallonische Nr. 1), auch: „Wallonie“

29. Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA“ (russische Nr. 1) (aufgelöst im November 1944)

29. Waffen-Grenadier-Division der SS „Italia“ (italienische Nr. 1) (auch „Legione SS Italiana“ genannt)

30. Waffen-Grenadier-Division der SS (russische Nr. 2) (frühzeitig wieder aufgelöst)

30. Waffen-Grenadier-Division der SS (weißruthenische Nr. 1)

31. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division (wird oft auch mit dem quellenmäßig nicht belegten Ehrennamen „Böhmen und Mähren“ geführt)

32. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „30. Januar“

33. Waffen-Kavallerie-Division der SS (ungarische Nr. 3)

33. Waffen-Grenadier-Division der SS „Charlemagne“ (französische Nr. 1)

34. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Landstorm Nederland“ (niederländische Nr. 2)

35. SS- und Polizei-Grenadier-Division

36. Waffen-Grenadier-Division der SS

37. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division „Lützow“

38. SS-Grenadier-Division „Nibelungen“

Insgesamt wurden 38 Divisionsnummern vergeben. Dies bedeutet aber nicht, dass die Waffen-SS zu irgendeinem Zeitpunkt über 38 Divisionen verfügte oder diese Divisionen voll einsatzbereit waren und im aktiven Kampf eingesetzt werden konnten.

Insbesondere die Verbände ab der Nummer 21 waren aufgrund ihrer Aufstellung überwiegend im letzten Kriegsjahr lediglich dem Namen nach Divisionen und konnten meist ihre Aufstellung nicht abschließen, bevor sie bereits wieder aufgelöst wurden, um andere Verbände zu verstärken oder im Kampf vernichtet wurden. Auch unterschied sich der Kampfwert der Divisionen, so der Historiker George H. Stein, nach dem Anteil der Volks- und Nichtdeutschen. Nach Burkhart Müller-Hillebrandt waren außerdem nie mehr als 22 Divisionen der Waffen-SS im Einsatz.

Anhand der vergebenen Divisionsnummern und Namen lässt sich folgendes identifizieren:

7 Panzer-Divisionen

8 Panzergrenadier-Divisionen

4 Kavallerie-Divisionen

6 Gebirgs- und Waffen-Gebirgs-Divisionen

5 Grenadier-Divisionen und

12 Waffen-Grenadier-Divisionen

Es wurden noch sieben Divisionen zur Aufstellung vorgesehen und die Namen dafür zugeteilt, jedoch konnten diese Einheiten aufgrund mangelnder Ausrüstung und der sich überschlagenden Ereignisse – das heißt der Kapitulation der Wehrmacht Anfang Mai 1945 – letztlich nicht mehr aufgestellt werden:

39. SS-Gebirgs-Division „Andreas Hofer“

40. SS-Freiwilligen-Panzer-Division „Feldherrnhalle“ (ex Pz.-Gr.-Div. FHH und ex 13. Pz.-Div. der Wehrmacht)

41. Waffen-Grenadier-Division der SS „Kalewala“ (Der Name war 1943 schon einmal für ein deutsch-finnisches Panzergrenadierregiment in der 5. SS-Division „Wiking“ vorgesehen gewesen, das dann aber wegen politischer Rücksichtnahme nicht aufgestellt wurde.)

42. SS-Division „Niedersachsen“

43. SS-Division „Reichsmarschall“

44. SS-Division „Wallenstein“ (Die Division kämpfte angeblich gegen Kriegsende in Prag.)

45. SS-Division „Waräger“ (Dieser Name wurde bereits für die 11. SS-Division „Nordland“ während ihrer Aufstellung in Betracht gezogen.)

Unterscheidungen zwischen SS- und Waffen-SS-Divisionen

Die „Waffen-Grenadier-Divisionen“ und „Waffen-Gebirgs-Divisionen“ bestanden hauptsächlich aus ausländischen Freiwilligen. Diese Verbände, die vorwiegend aus Nichtdeutschen bestanden, wurden ab 1943 zum Teil aus den so genannten „Legionen“ gebildet, deren Angehörigen (häufig in ihren Heimatländern) oft als Legionäre oder SS-Legionäre bezeichnet wurden.

Die „Freiwilligen“-Divisionen bestanden überwiegend aus Volksdeutschen, die oft alles andere als freiwillig in der Waffen-SS dienten. Dementsprechend wurde ihr Kampfwert als gering angesehen. Darüber hinaus erreichten die meisten der ab 1944 aufgestellten Divisionen (ab der 18.) niemals ihre Sollstärke und kämpften – wenn überhaupt – als Kampfgruppen im Rahmen größerer Verbände. Auch wurden, vor allem im Frühjahr 1945, SS-Divisionen verstärkt mit Verbänden der Wehrmacht aufgefüllt, wie etwa im Fall der 36. Waffen-Grenadier-Division der SS.

Zahlreiche Divisionen wurden vorzeitig aufgelöst oder im Kampf zerschlagen. Ihre Nummern wurden an neugebildete Divisionen neu vergeben. Die 23. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Kama“ (kroatische Nr. 2) wurde aus Personalmangel vorzeitig aufgelöst. Die 29. Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA“ (russische Nr. 1) unter Waffen-Brigadeführer Bronislaw Kaminski, die aus der berüchtigten Kaminski-Brigade hervorgegangen war, wurde im November 1944 wegen entsetzlicher Verbrechen, barbarischen Verhaltens und wilder Plünderungen bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands aufgelöst. Diese Division bestand nur wenige Monate, wobei nicht alle ihre Elemente zur Niederschlagung des Warschauer Aufstands entsandt wurden. Die 30. Waffen-Grenadier-Division wurde wegen Unzuverlässigkeit des Personals früh wieder aufgelöst und unter der neuen 30. Waffen-Grenadier-Division (weißruthenische Nr. 1) sowie der Wlassow-Armee aufgeteilt.

Am 12. Februar 1945 wurden beim Fall von Budapest drei SS-Divisionen (8., 22, und 33.) zerschlagen. Einige Divisionen – unter anderem auch die Leibstandarte, Das Reich, Totenkopf und Hitler-Jugend – wurden, zum Teil mehrmals, fast vollständig zerschlagen, bevor sie aus Ersatzeinheiten neu aufgestellt wurden.

Die meisten der im Frühjahr 1945 aufgestellten Divisionen wurden nicht als geschlossene Verbände eingesetzt, sondern waren zusammengewürfelte Haufen aus Teilen aktiver Divisionen, rückwärtigen Diensten der Waffen-SS, ehemaligen Marineangehörigen und hastig aufgestellten „Freiwilligen“-Formationen.

Ausländische Freiwillige

Im europäischen Ausland führte die Beteiligung von Ausländern an der Waffen-SS beispielsweise in Jugoslawien, den Niederlanden und Frankreich auch lange nach 1945 zu politischen Auseinandersetzungen. Sie stellt unter anderem eine bleibende Belastung der Beziehungen der baltischen Staaten zu Russland dar.

Sonderformationen

Neben den an der Front eingesetzten Einheiten und Verbänden gab es auch noch einige kleinere, die der Waffen-SS unterstellt waren, jedoch spezielle Aufgaben erfüllten und nur bedingt oder gar nicht zum Kampfeinsatz kamen:

SS-Bahnschutz (Bahnpolizei-Einheiten zum Schutz von Reichsbahn und allen Bahnanlagen)

SS-Begleitkommando (Hitlers persönliches Begleit-Bataillon)

Begleit-Bataillon Reichsführer SS (Himmlers Begleit-Bataillon)

SS-Flakabteilung B (SS-Flak-Einheit zum Schutz von Hitlers Berghof in Berchtesgaden gegen Luftangriffe)

SS-Standarte Kurt Eggers (Dachverband aller SS-Kriegsberichter-Einheiten, die jeder Division zugeordnet waren)

SS-Wehrgeologenbataillon (Militärgeologen, die je nach Bedarf an andere Einheiten angeschlossen wurden)

SS-Röntgensturmbann (spezielles Bataillon, dem alle Röntgen-Techniker unterstanden)

SS-Helferinnenkorps (Organisation der Frauen, die als SS-Helferinnen oder „SS-Maiden“ die Waffen-SS in ähnlicher Form wie die Wehrmachthelferinnen unterstützten)

Dienstgrade

Da die Allgemeine SS ursprünglich eine Untergruppierung der SA war, benutzte sie dementsprechend weitestgehend auch die SA-Dienstgradbezeichnungen. SS-Angehörige mussten ihrem Dienstgrad aber das Präfix SS voranstellen. Eine Tabelle mit allen Dienstgraden der Organisationen der NSDAP ist im Artikel Organisationsstruktur der SS dargestellt.

Als Angehörige der „Gesamt-SS“ trugen Angehörige der Waffen-SS die Dienstgradbezeichnungen der Allgemeinen SS, oft auch mit dem Zusatz: der Reserve. Mit der Aufstellung von nichtdeutschen Verbänden wurde das Präfix SS dort durch Waffen-SS ersetzt; zum Teil führten die nationalen Verbände andere Rangbezeichnungen, die sich an der militärischen Tradition ihrer Herkunftsländer orientierte, beispielsweise wurden in der 29. Waffen-Grenadier-Division der SS (italienische Nr. 1) die italienischen Ränge geführt.

Die Waffen-SS-Ränge und die entsprechenden Heeresränge

Die Ränge der SS waren etwa der Rangfolge der Heeresränge nachgebildet. Nicht für alle SS-Titel gab es ungefähr entsprechende Militärränge. Das Tragen war auch nicht mit entsprechender Ausbildung und Führungserfahrung bei verschiedenen Truppenteilen (dienstliche Verwendungen) verbunden, so wie es beim deutschen Militär die Regel vor einer Beförderung war.

Waffen-SS Wehrmacht (Heer)

SS-Schütze

(SS-Grenadier, -Kanonier, -Funker etc. je nach Waffengattung) Soldat (Schütze, Grenadier, Kanonier, Funker etc. je nach Waffengattung)

SS-Oberschütze

(SS-Obergrenadier -Oberkanonier, -Oberfunker etc. je nach Waffengattung) Ober…, z. B. Oberschütze … (usw., wie vor)

SS-Sturmmann Gefreiter

SS-Rottenführer Obergefreiter

keine Entsprechung in der Waffen-SS Stabsgefreiter

 

SS-Unterscharführer Unteroffizier

SS-Junker Fähnrich

SS-Scharführer Unterfeldwebel

SS-Oberjunker ---

SS-Oberscharführer Feldwebel

SS-Standartenjunker Oberfähnrich

SS-Hauptscharführer Oberfeldwebel

SS-Standartenoberjunker

SS-Stabsscharführer (Dienststellung) (Hauptfeldwebel) (Dienststellung)

SS-Sturmscharführer Stabsfeldwebel

 

SS-Untersturmführer Leutnant

SS-Obersturmführer Oberleutnant

SS-Hauptsturmführer Hauptmann

SS-Sturmbannführer Major

SS-Obersturmbannführer Oberstleutnant

SS-Standartenführer Oberst

SS-Oberführer keine Entsprechung in der Wehrmacht

 

SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Generalmajor

SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Generalleutnant

SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS General der Waffengattung

SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS Generaloberst

Reichsführer SS Generalfeldmarschall

Ausrüstung

Die Waffen-SS war weltweit die erste Truppe, die in großem Umfang mit den heute gebräuchlichen Flecktarnmustern auf ihren Uniformen ausgestattet war. Aufgrund ihrer großen Tarnwirkung (feste Körper verschwimmen in ihren Umrissen) verwenden zahlreiche Armeen (unter anderem auch die Bundeswehr) ähnliche Flecktarnversionen.

Von Beginn an stand die Waffen-SS in Konkurrenz zur Wehrmacht um Personal, Waffen und Ausrüstung. Die deutsche Rüstungsindustrie konnte – trotz enormer Produktivitätssteigerung bis 1944 (dem Jahr mit der höchsten Produktionsrate) – den Bedarf der Fronttruppen nicht decken, und so wurde hinsichtlich Verlässlichkeit und Kampfmoral priorisiert. Daher mussten für die Ausrüstung der SS-Einheiten mitunter neue Bezugsquellen erschlossen werden. So wurden Beutebestände genutzt, Aufträge an tschechische oder französische Betriebe vergeben oder sogar SS-eigene Rüstungsbetriebe gegründet.

Außer den Panzer-Divisionen des Heeres, dem Fallschirm-Panzer-Korps Hermann Göring, einigen Panzergrenadier-Divisionen, ausgesuchten Gebirgs- und Infanterie-Divisionen und gegen Kriegsende den Volksgrenadier-Divisionen gab es auch einige Panzer-Divisionen der Waffen-SS (z. B. LSSAH, Das Reich, Totenkopf), die in der Materialzuteilung bevorzugt und damit zu Elite-Einheiten hochgerüstet wurden. Obwohl SS-Verbände bereits 1940 während des Frankreich-Feldzuges an der Front eingesetzt wurden, waren Verbände der Waffen-SS erst ab 1941 (Griechenland, dann Sowjetunion) in großem Maßstab an Schwerpunkten der Kämpfe im Einsatz und erlitten dabei teils schwere Verluste. Im späteren Verlauf des Krieges verschlechterte sich die Personal- und Materiallage, sodass auch diese Divisionen (wie auch die meisten Heeres-Divisionen) oft nicht mehr vollständig ausgerüstet werden konnten.

Die Vorzeigeverbände (LSSAH, Das Reich, Totenkopf) waren bis 1939 als motorisierte Infanterie-Verbände gegliedert, zum Teil noch in Regimentsstärke. Gerade bei diesen Verbänden wurde von Hitler großer Wert auf Mobilität gelegt, was dazu führte, dass diese Einheiten mitunter über mehr Fahrzeuge für den Truppentransport verfügten als vergleichbare Heereseinheiten. Bis 1943 wurden diese Verbände zu SS-Panzer-Divisionen ausgebaut und umgegliedert. Dieser Umbau begann bereits zu einem Zeitpunkt, als diese zumindest offiziell noch Panzergrenadier-Divisionen waren, sie wurden aber schrittweise zu Panzer-Divisionen ausgebaut, obwohl dazu von Hitler noch gar keine Genehmigung vorlag. Solche Verbände hätten dann, wenn man nur nach der Bezeichnung ginge, eine höhere Anzahl an Infanterie-Kompanien als eine Panzergrenadier-Division der Wehrmacht gehabt. Dieses Vorgehen wurde seitens der Wehrmacht mit Argwohn verfolgt und Himmler wurde schriftlich aufgefordert, Angaben zu Personalstärke, Gliederung und Ausbauvorhaben der SS-Einheiten zu machen, was er weitgehend ignorierte, bis Hitler schließlich den Ausbau offiziell genehmigte.

Im Detail stellt sich die höhere Personalstärke der SS-Panzergrenadier-Divisionen als ein Relikt aus der Zeit dar, zu der diese SS-Verbände noch als motorisierte Infanterie-Verbände gegliedert waren, obwohl sich die Gliederung der daraus entstandenen SS-Panzer-Divisionen grundsätzlich an der Gliederung der Panzer-Divisionen der Wehrmacht orientierte. Ein weiterer Unterschied war die Tatsache, dass die SS Mängel hinsichtlich der organischen Struktur (geringere Artillerieunterstützung, anf. nur „leichte Artillerie-Abteilungen“ etc.) kompensieren musste, das heißt, dass schwere Waffen zur Infanterieunterstützung bereits in die SS-Divisionen (z. B. Sturmgeschütz-Abteilungen bei SS-Panzergrenadier-Divisionen) eingegliedert werden mussten, anstatt wie beim Heer zeitweilig unterstellt zu werden. Dies verleitet oft zu der falschen Annahme, dass Divisionen der Waffen-SS deutlich größer bzw. schlagkräftiger als vergleichbare Heereseinheiten waren. Die Waffen-SS hatte aber tatsächlich – im Gegensatz zu Heeresverbänden – auf Korps-/Armee-Ebene keine Einheiten/Waffen (Flak-Artillerie, schwere Artillerie, schwere Mörser etc.) zur Infanteriebekämpfung, das heißt, dass divisionseigene Artillerie-Abteilungen bzw. -Regimenter in der Praxis oft nicht ausreichten und wenig mobil waren, was zur Folge hatte, dass man vor der Eingliederung der Sturmgeschütz-Abteilungen oft auf Artillerieunterstützung durch Einheiten der übergeordneten (Heeres-)Armee oder des Korps angewiesen war.

Der von der Waffen-SS initiierte Bau der Versuchsfahrzeuge, die 8-cm-Vielfachwerfer der SS, auch „Himmler-Orgel“ genannt (13 Fahrzeuge im Einsatz), der diesen Mangel beheben sollte, erwies sich aufgrund der großen Streuung und der ungenügenden Verfügbarkeit dieser Waffen als wenig erfolgreiches Projekt, sodass die vorhandenen drei SS-Vielfachwerfer-Batterien 1944 schließlich auf Nebelwerfer umgerüstet und je einem SS-Panzer-Korps unterstellt wurden. Die ab 1943 in den neu aufgestellten SS-Werfer-Abteilungen (ca. 10–15 bis Kriegsende) eingesetzten Nebelwerfer, die bereits ab 1940 für die Wehrmacht produziert wurden, erwiesen sich als erfolgreicher, führten zu einer geringeren Abhängigkeit der SS von Artillerie-Einheiten des Heeres und ermöglichten mehr Flexibilität in der Kampfführung bzw. Planung, da diese Waffen wesentlich leichter und damit mobiler als Artilleriegeschütze waren.

Die Waffen-SS hatte bis zum Kriegsende mindestens ein Artillerie-Regiment mit insgesamt vier Abteilungen. Hier kamen zum Beispiel in der 4. („schweren“) Abteilung des SS-Artillerie-Regiments zwei Batterien mit je drei „17-cm-Kanonen 18“ (auf Mörserlafetten montiert, 1941 eingeführt, Reichweite: ca. 29 km), und eine Batterie mit drei bis vier „21-cm-Mörsern 18“ (ebenfalls auf Mörserlafetten, 1939 eingeführt, Reichweite: ca. 16 km) zum Einsatz. Diese Geschütztypen bildeten zwar das Rückgrat der deutschen schweren Heeresartillerie, die Lebensdauer der Rohre und die Feuergeschwindigkeit (30 Schuss pro Stunde beim 21-cm-Mörser) waren jedoch ungenügend, und das Gewicht der Kanonen recht hoch (23+16 Tonnen), was die Verfügbarkeit von Artillerieunterstützung durch SS-eigene Einheiten deutlich einschränkte. Der Einsatz von Nebelwerfern versprach hier mehr Erfolg und kam der generell hohen Mobilität von Waffen-SS-Einheiten eher entgegen.

Die Wehrmacht übernahm mitunter Gliederungen von der Waffen-SS, beispielsweise im Falle der zusätzlichen Sturmgeschütz-Abteilungen bei SS-Panzergrenadier-Divisionen (spätestens 1944), allerdings sollten hier die Sturmgeschütze beim Heer die Panzerabwehrfähigkeiten der Divisionen stärken, wobei aber dann aufgrund ausbleibender Erfolge die Sturmgeschütze wie bei der Waffen-SS zur Infanterieunterstützung zum Einsatz kamen. SS-Divisionen waren bzgl. der Versorgung (Verpflegung, Munition, Treibstoff) auf die Infrastruktur der übergeordneten Organisationseinheit (Armee) der Wehrmacht angewiesen, da sie nur kleine Trosse hatten. Die Nachschubeinheiten der SS-Divisionen waren vergleichsweise klein, aber meist voll motorisiert.

Die 1944/45 aufgestellten SS-Divisionen erreichten das Personal- und Ausrüstungs-Soll nie, oft fand die Umgliederung in eine Division nur auf dem Papier statt. Die Bewaffnung dieser Grenadier-, Gebirgs- und Panzergrenadier-Divisionen war oft unzureichend, veraltet oder bestand aus Beute-Waffen. Auch solche SS-Verbände wurden oft an Kampfschwerpunkten eingesetzt, hatten aber dann hohe Verluste.

Ehemalige nach dem Krieg

Bekannte Personen des Nachkriegs-Deutschland in der Waffen-SS

Günter Grass (Nobelpreisträger, Schriftsteller): 10. SS-Panzer-Division "Frundsberg"

Hardy Krüger (Filmschauspieler, Schriftsteller): 38. SS-Grenadier-Division „Nibelungen“

Horst Tappert (Filmschauspieler, „Derrick“): 3. SS-Panzer-Division "Totenkopf"

Bernhard Heisig (Maler, u. a. Lehrer von Neo Rauch): 12. SS-Panzer-Division "Hitlerjugend"

Otto Beisheim (Metro-Mitbegründer, Unternehmer): 1. SS-Panzer-Division "Leibstandarte SS Adolf Hitler"

Fremdenlegion

Nach 1945 rekrutierte Frankreich ehemalige deutsche Soldaten für die französische Fremdenlegion. Viele meldeten sich aus Kriegsgefangenenlagern und aufgrund der desolaten wirtschaftlichen Lage in der Heimat. Darunter waren auch ehemalige Angehörige der Waffen-SS, die mit dem Eintritt die Möglichkeit bekamen, eine neue Identität anzunehmen. Diese Möglichkeit gab es auch für Franzosen, die in der Waffen-SS-Division „Charlemagne“ gedient hatten.

Übernahme ehemaliger SS-Angehöriger in die Bundeswehr nach 1961

Nach der Wiederbewaffnung blieb die neu gegründete Bundeswehr ehemaligen höheren Offizieren der Waffen-SS oberhalb des Dienstranges des Hauptsturmführers (entspricht dem Rang eines Hauptmannes) verschlossen. Der Personalgutachterausschuss hatte 1961 nach Überprüfung 159 ehemalige Offiziere, 330 Unteroffiziere und 210 Mannschaften der Waffen-SS in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit berufen.

Veteranen und Traditionsverbände nach 1945

Die Veteranen der Waffen-SS schlossen sich zu einem Traditionsverband – der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS (HIAG) – zusammen, der bis in die 1970er-Jahre erheblichen Einfluss im Netzwerk der Soldaten- und Traditionsverbände hatte, aber auch intensive Kontakte zu den Parteien der Bundesrepublik pflegte. Erst in den 1980er-Jahren kam es zur Distanzierung: CDU-Bundestagsabgeordnete beendeten ihre Mitarbeit, die SPD beschloss die Unvereinbarkeit. Der Bundesverband der HIAG, der wegen seiner Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen vom Verfassungsschutz beobachtet worden war, löste sich Ende 1992 auf. Bis heute bestehen Verbände aber weiterhin auf Landesebene. Auch die Zeitung des HIAG Der Freiwillige, die im rechtsextremen Munin-Verlag erscheint, wird noch herausgegeben. Hauptinhalt dieser Publikation ist die Darstellung der Waffen-SS als normale kämpfende Truppe und Militärnostalgie; daneben finden sich auch geschichtsrevisionistische Artikel, die nicht allein die Geschichte der Waffen-SS betreffen. Neben der HIAG gilt in Österreich die „Kameradschaft IV“ (K IV) als Interessen- und Traditionsverband der Waffen-SS. Die Kameradschaft IV veranstaltet traditionell einen Tag vor dem Ulrichsbergtreffen in Kärnten einen Kameradschaftsabend in Krumpendorf am Wörthersee, der 1995 durch den Auftritt Jörg Haiders in die Schlagzeilen kam. Beim „Europaabend“ nehmen etliche ehemalige Mitglieder der Waffen-SS und Wehrmacht aus ganz Europa teil, bei dem neben ehemaligen Kriegsteilnehmern auch rechtsextreme Parteien und Neonazis wie Florentine Rost van Tonningen und Gudrun Burwitz, Tochter von Himmler, zu Gast sind. 1995 geriet auch Sören Kam in die Schlagzeilen, als er in Kärnten am Ulrichsbergtreffen der Veteranen der Waffen-SS in Krumpendorf teilnahm.

FPÖ-Landeshauptmann Jörg Haider sprach 1995 vor der Anwesenheit von Kam und den anwesenden Waffen-SS-Soldaten seinen Dank aus:

„Dass es in dieser regen Zeit, wo es noch anständige Menschen gibt, die einen Charakter haben und die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind. […] Wir geben Geld für Terroristen, für gewalttätige Zeitungen, für arbeitsscheues Gesindel, und wir haben kein Geld für anständige Menschen.“

– Jörg Haider, 30. September 1995 in Krumpendorf am Wörthersee gegenüber Veteranen der Waffen-SS anlässlich der Ulrichsbergfeiern.

Bei den Feierlichkeiten 2007 nahmen auch Mitglieder des flämischen rechtsradikalen Traditionsverbandes „Voorpost“ teil.

Waffen-SS-Soldaten für Kuba

Im Oktober 2012 berichtete Bodo Hechelhammer in den Mitteilungen der Forschungs- und Arbeitsgruppe „Geschichte des BND“, dass Fidel Castro 1962 versuchte, ehemalige Offiziere der Waffen-SS als Ausbilder für seine Truppen zu werben. Über den Ritterkreuzträger der Waffen-SS und zwischenzeitlichen Waffenhändler Ernst-Wilhelm Springer versuchte Kuba, Waffen zu kaufen.

 

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