Stellungswechsel.
Originale,
farbige Offset-Lithographie von 1942.
Nach
einer Originalzeichnung von SS-Kriegsberichter
Palmowski.
In
der Platte signiert.
Größe 235 x 160 mm.
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Historische
Informationen zum Artikel:
Erich
Palmowski, deutscher Maler und Zeichner, Geboren am 31. Januar 1912 im Bochum,
gestorben am 25. Juli 2006 in Bochum. Als Vierzehnjähriger Arbeit mit seinem
Vater auf der Zeche Carolinenglück. Von 1926 bis 1929 Studium an der
Kunstgewerbeschule. Erich Palmowski war seit 1934 Mitglied der NSDAP und für die
Wehrmacht als zeichnender Kriegsberichterstatter, Leiter der Abteilung Zeichnen
tätig. Mitgliedschaft in der SS. Bergbaumotive prägen das Schaffen des
Künstlers. Seit den 1950er-Jahren betreibt er erfolgreich eine Werbeagentur in
Bochum. Bis Mitte der siebziger
Jahre prägen Palmowskis Grafiken das Bild seiner Heimatstadt in Anzeigen,
Werbebroschüren und auf Plakaten.
Die
Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) wurde in der Weimarer Republik am 4.
April 1925 als Sonderorganisation der NSDAP zunächst zum persönlichen Schutz
Adolf Hitlers gegründet. Sie unterstand seit dem Reichsparteitag 1926 der
Sturmabteilung (SA) und wurde nach dem vermeintlichen „Röhm-Putsch“ 1934 zu
einer eigenständigen paramilitärischen Organisation der NSDAP, die zugleich den
parteiinternen „Polizeidienst“ ausübte. In der Zeit des Nationalsozialismus war
die SS maßgeblich am Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische
Organisation verboten.
Geschichte
Stabswache und
Stoßtrupp Adolf Hitler
Vorläuferorganisation der SS war der Stoßtrupp Adolf
Hitler. Im Mai 1923 wurde auf Anordnung Adolf Hitlers ein Saal-Schutz der NSDAP
gebildet. Dieser setzte sich ursprünglich aus den zwei SA-Angehörigen Julius
Schreck und Joseph Berchtold sowie einigen Angehörigen des Münchener
Infanterie-Regimentes 19 zusammen. Mitte 1923 wurde dann, nachdem sich Hermann
Ehrhardt mit Ernst Röhm und Adolf Hitler überworfen hatte, dieser Saal-Schutz
aufgelöst und nun aus zwölf SA-Angehörigen der Stoßtrupp Adolf Hitler gebildet.
Er sollte Hitler vor Übergriffen der parteieigenen Sturmabteilungen schützen.
Der Gruppe standen die zwei ehemaligen Angehörigen der Stabswache, Julius
Schreck und Josef Berchtold, vor. Die weiteren Mitglieder waren Ulrich Graf,
Emil Maurice, Christian Weber, Josef Dietrich, Rudolf Heß, Jakob Grimminger und
Walter Buch sowie Karl Fiehler. Nach dem missglückten Hitler-Ludendorff-Putsch
(8./9. November 1923) wurde dieser mit der NSDAP verboten und
aufgelöst.
Aufstellung
Am 1. April
1925 erhielt Julius Schreck den Auftrag Hitlers, eine neue Einheit zu bilden,
die den Saalschutz der NSDAP-Veranstaltungen übernehmen sollte. Bereits am 4.
April wurde aus acht Angehörigen des ehemaligen „Stoßtrupps Adolf Hitler“ diese
neue Einheit gebildet, die rasch ausgebaut und über das ganze Deutsche Reich
ausgedehnt wurde. Über verschiedene Namensstufen wie Saal-Schutz, Schutzkommando
und Sturmstaffel wurde schließlich am 9. November des gleichen Jahres auf dem
NSDAP-Reichsparteitag der Name Schutzstaffel offiziell eingeführt. Diesen Namen
schlug der damalige SA-Führer Hermann Göring in Anlehnung an eine
Fliegerbegleitstaffel Manfred von Richthofens im November vor. Schreck wurde nun
als „Oberleiter“ Kommandant der SS.
Die Aufgaben
der Organisation beschrieb Hitler in einem Führerbefehl vom 7. November 1930 wie
folgt: „Die Aufgabe der SS ist zunächst die Ausübung des Polizeidienstes
innerhalb der Partei.“
Das Symbol der
Schutzstaffel bildete sich seit 1930 aus zwei nebeneinander liegenden,
blitzähnlichen weißen „Sig-Runen“ im schwarzen
Feld.
Konkurrenz zur
SA
Mit einer
Beschränkung der Sollstärke auf zehn Prozent der Sturmabteilung wollte die
SA-Führung die SS kleinhalten. In den Gauen durfte mit dem Aufbau einer
Schutzstaffel erst begonnen werden, wenn der Aufbau eines vollständigen
SA-Sturmes abgeschlossen war. Mit Ausnahme Berlins, wo die SS die doppelte
Stärke haben sollte, wurde die Sollstärke auf höchstens zehn Männer und einen
Führer festgelegt.
Unzufrieden
mit seinem geringen Handlungsspielraum trat Joseph Berchtold 1927 als
Reichsführer SS zurück. Berchtolds Nachfolger wurde Erhard Heiden, der ein
27-jähriges Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge zu seinem Stellvertreter
ernannte: Heinrich Himmler. Heiden wurde von der SA und ihrer Führung nicht
ernst genommen. Die übergeordnete SA bestand in den Augen der SS-Mitglieder nur
aus „Vertretern des Rabaukentums“, während die SA ihrerseits die SS aufgrund
ihres selbsternannten „Elitetums“ argwöhnisch betrachtete, zumal ihr Hitler am
9. November 1926 die Betreuung der sogenannten „Blutfahne“ überlassen hatte. Am
5. Januar 1929 wurde Heiden von Hitler als Reichsführer SS entlassen. Der Grund
für seine Entlassung war, dass er seine schwarzen SS-Uniformhosen bei einem
befreundeten jüdischen Schneider anfertigen ließ. Heiden wünschte nun am 22.
Januar 1929 seine komplette Streichung aus allen SS-Mitglieder- und
Organisationslisten und wandte sich wieder der SA zu. Im April 1933 wurde Heiden
auf Befehl Heinrich Himmlers in München ermordet.
Beteiligungen
an Kriegshandlungen
Am 12. März
1938 nahmen auch Truppenteile der SS-Verfügungstruppe am Einmarsch der Wehrmacht
in Österreich teil, wo sie in Wien ein bewaffnetes SS-Regiment aufbauten: die
SS-Standarte Der Führer.
Im Oktober
1938 zog die SS-Verfügungstruppe ins tschechische Sudetenland ein, das die
Tschechoslowakei nach dem ihr Ende September aufgezwungenen Münchner Abkommen an
das Deutsche Reich abzutreten hatte. Im März 1939 wurde die so genannte
„Rest-Tschechei“ besetzt und als Reichsprotektorat Böhmen und Mähren
organisiert. Die SS wurde mit der Zerschlagung des Widerstandes beauftragt. Der
Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich wurde später
stellvertretender Reichsprotektor des besetzten Gebietes. Im Herbst 1939 wurden
die Leibstandarte, die Verfügungstruppe und die Totenkopfverbände langsam zur
Waffen-SS verschmolzen. Heinrich Himmler wollte als Reichsführer-SS seine
Schutzstaffel zu einem umfassenden Staatsschutzkorps ausbauen, das an allen
Fronten die inneren und äußeren Feinde des NS-Staates bekämpfen sollte. Trotz
aller Differenzen innerhalb der verzweigten SS-Organisationsstruktur blieb die
SS auf ein einheitliches ideologisches Ziel ausgerichtet. Dementsprechend gab es
eine einheitliche Ausbildung der Führungskräfte in den beiden SS-Junkerschulen
in Bad Tölz und Braunschweig. Die militärische und ideologische Schulung
unterschied nicht, ob die Führungskräfte in der SS-Verwaltung, an der
militärischen Front, im SD oder in den Konzentrationslagern eingesetzt werden
sollten.
Der erste
Kampfeinsatz der SS erfolgte beim Polenfeldzug. Die Wehrmacht befürchtete eine
zunehmende Konkurrenz durch die SS-Verfügungstruppe, konnte aber die
Zusammenlegung der bisherigen Regimenter Germania, Der Führer, Totenkopf und der
Leibstandarte-SS Adolf Hitler zur SS-Verfügungsdivision nicht verhindern. Aber:
Die kämpfenden SS-Verbände dieser SS-VT-Division unterstanden weiterhin dem
Oberkommando der Wehrmacht und wurden nun auf verschiedene Heeresteile verteilt,
d. h. die SS-VT-Division kämpfte nicht als einheitlicher Verband. Seit 1943
beteiligten sich insbesondere die Panzerverbände der SS am Kampf im Osten, so
z. B. in der Orel-Kursk Schlacht im Rahmen der Operation Zitadelle. Ab 1943
wurden auch wehrpflichtige Deutsche und Männer aus Nordwesteuropa in die
SS-VT-Division eingezogen, um an der Front neben den Wehrmachtsoldaten zu
kämpfen, später wurde auch der Versuch unternommen, SS-Einheiten aus anderen
Ländern wie z. B. Albanien aufzustellen. Diese Versuche hatten allerdings eher
geringen Erfolg, so zerfiel die albanische SS-Division „Skanderbeg“ bereits vor
ihrem ersten Kampfeinsatz.
Weitere, vom
Oberkommando unabhängige SS-Verbände (einige Totenkopfstandarten und
nichtmilitärische Verbände) kamen hinter der Front bei „Säuberungsaktionen“ zum
Einsatz und begannen mit der systematischen Verfolgung und Ermordung von Juden
und Angehörigen der polnischen Intelligenz. Gemäß den Richtlinien zu
Zusammenarbeit des Heeres mit den Einsatzgruppen rückten die SS-Verbände
unmittelbar nach der Wehrmacht in die eroberten Ortschaften ein. Aus
rassenideologischen Gründen verfolgte Menschen mussten sich auf Befehl des
ranghöchsten Offiziers der Wehrmacht im Ort an einem bestimmten Platz versammeln
und wurden von dort oft sofort durch die SS zu einem abgelegenen Ort gebracht
und ermordet. Wehrmachtssoldaten waren oftmals Zeugen dieser Hinrichtungen und
auch die Wehrmacht und deutsche Polizeibataillone führten Massenexekutionen
durch.
Da diese
Verbrechen ganz auf der Linie der SS- und NS-Führung im Reich lagen, ging der
Ausbau der kämpfenden SS-Verbände rasch voran. Beim Angriff auf Frankreich
verfügte die inzwischen gegründete Waffen-SS bereits über drei Divisionen (Das
Reich, Totenkopf und die SS-Polizei-Division) und das motorisierte Regiment LAH.
Die SS-Divisionen erlitten an der Front teilweise schwere Verluste. Als
Freiwilligentruppe hochmotiviert, mit einer den Wehrmachtsverbänden in der Regel
überlegenen Ausrüstung, wurden diese Eliteeinheiten oft an den gefährlichsten
Einsatzorten verwendet. Auch im Frankreichfeldzug wurden von SS-Verbänden
zahlreiche Kriegsverbrechen verübt. Massaker an hunderten sich ergebender
Soldaten und an einer Vielzahl von Kriegsgefangenen sind
dokumentiert.
Kriegsverbrechen und Völkermord
Im Verlauf des
Zweiten Weltkriegs verübten Teile der Waffen-SS allein und in Zusammenarbeit mit
der Wehrmacht zahllose Kriegsverbrechen wie die Folterung und Ermordung von
Kriegsgefangenen, Massenexekutionen von Zivilisten und die Vertreibung
zahlreicher Menschen aus den besetzten Gebieten.
Über das
SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt mit der Inspektion der Konzentrationslager
(IKL) betrieb die NSDAP die Verwaltung der Konzentrations- und
Vernichtungslager. Deren Bewachung und Ausübung der Polizeigewalt wurden von den
SS-Totenkopf-Wach-Einheiten direkt und in der Regel alleinverantwortlich
durchgeführt. Die SS war damit verantwortlich für Demütigung, Folterung und die
Ermordung von Millionen Menschen.
In den
Nürnberger Prozessen wurde die SS als Gesamtorganisation der NSDAP (d.h.,
einschließlich der Waffen-SS, der SS-Totenkopfverbände und des SD) – mit
Ausnahme der so genannten Reiter-SS und des SS-eigenen Vereins Lebensborn – als
Hauptinstrument des politischen Terrors zur verbrecherischen Organisation
erklärt.
Dies sollte
dem Umstand Rechnung tragen, dass bei einer Gesamtzahl von mehreren
hunderttausend SS-Angehörigen nicht jeder einzelne direkt an Kriegsverbrechen
beteiligt war, allerdings die verbrecherischen Handlungen nicht ohne die
organisatorische, praktische und moralisch-ideologische Unterstützung der
gesamten Organisation hätten durchgeführt werden können. Zudem erwies es sich
als schwierig, die Gräueltaten dem einzelnen SS-Mitglied zuzuordnen, so dass sie
zunächst nur einer relativen Minderheit im Einzelnen nachgewiesen
wurden.
Organisation
Organisationsentwicklung
Zunächst der
SA unterstellt, entwickelte sie sich zu einer Organisation mit
„Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP. Mit der Berufung Heinrich Himmlers zum
Reichsführer-SS 1929 begann ein grundlegender Wandel der Organisation. Vordem
eine kleine Gruppierung von wenigen hundert Mann innerhalb der SA, sollte sie
nach Himmler zur Kampftruppe der NSDAP ausgebaut werden, „ein
nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter Männer, von
denen jeder bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom Führer kommt.“ Die SS
wurde von ihm gleichzeitig zu einer „Elite“- und einer Massenorganisation
ausgebaut.
Der elitäre
Charakter zeigte sich in den rassebiologischen und weltanschaulichen Kriterien,
die erfüllt werden mussten, um der SS angehören zu können. Die SS sollte als
„Sippengemeinschaft“ eine Verkörperung der nationalsozialistischen
Herrenmenschenideologie darstellen und als „Bewahrer der Blutsreinheit“ zur
Keimzelle der nordischen Rassendominanz werden. Die Auswahlkriterien
beschränkten sich daher nicht auf die Bewerber selbst; auch Ehefrauen der
SS-Mitglieder wurden hinsichtlich ihrer „Rassenreinheit“ überprüft. Die
Ideologie der SS als Führungsorden manifestierte sich auch in der Anlehnung an
Vorstellungen mittelalterlicher Rittergemeinschaften, mit deren Hilfe sie sich –
etwa durch Rituale in Weihestätten oder Symbole wie den SS-Totenkopfring und die
Verwendung verschiedener Runensymbole (heute umgangssprachlich als „SS-Runen“
bezeichnet) oder den Ehrendolch – eine quasireligiöse Dimension zu geben
versuchte.
Nach der
Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt die SS, wie auch SA und
Stahlhelm, polizeiliche Privilegien zur Verfolgung politischer Gegner. Im April
1933 befanden sich bereits über 25.000 Regimegegner in „Schutzhaft“. SA und SS
begannen mit der Errichtung erster Konzentrationslager (KZ) in Dachau und
Oranienburg.
Vom
30. Juni bis zum 2. Juli 1934 ermordeten Teile der bewaffneten
SS-Verbände, namentlich die erste und zweite Schützenkompanie der
Leibstandarte-SS Adolf Hitler und der Dachauer SS-Wachsturmbann „Oberbayern“,
unter dem Vorwand eines vermeintlichen „Röhm-Putsches“, die Führung der SA. Auch
Konservative, andere politische Gegner und Unbeteiligte waren unter den
Todesopfern. Am 20. Juli 1934 koppelte Hitler die SS von der SA ab: „Im
Hinblick auf die großen Verdienste der SS, besonders im Zusammenhang mit den
Ereignissen vom 30. Juni 1934, erhebe ich dieselbe zu einer selbständigen
Organisation im Rahmen der NSDAP.“ Die SS übernahm nun in alleiniger
Verantwortung die Zuständigkeit für alle frühen Konzentrationslager (KZ) im
Reich, die bis dahin teilweise noch von der SA kontrolliert worden waren. Die
SS-Totenkopfverbände wurden nun ausschließlich mit der Bewachung der Lager
beauftragt. Die frühen, improvisierten Haftorte und Konzentrationslager wurden –
mit Ausnahme des KZ Dachau – nach und nach geschlossen. Es begann die
systematische Entwicklung des NS-Lagersystems, Hitler ließ Lager nach dem
Prototyp Dachau erbauen.
Im November
1934 wurde das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102 in Berlin in den
Komplex der Gebäude an der Prinz-Albrecht-Straße 8 miteinbezogen und zum Sitz
des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS.
Ab 1935
benannten sich die Verwaltungseinheiten der SS in Allgemeine SS um. Sie wollten
sich dadurch von ihren inzwischen bewaffneten Verbänden, der SS-Verfügungstruppe
und den SS-Totenkopfverbänden unterscheiden, die später die Waffen-SS bildeten.
Diese Allgemeine SS, nun auch Heimat- oder Schwarze-SS genannt, unterstand nun
dem neuen Kommandoamt der Allgemeinen SS in Berlin.
Damit kam es
zur klassischen Dreiteilung der SS, die informell bis 1945 Bestand
hatte:
Allgemeine
SS
SS-Totenkopfstandarten
SS-Verfügungstruppe
Abschließende
Organisationsstruktur
Der Begriff
„SS“ bildete ab 1939/40 den „Dachverband“ für verschiedene Hauptämter und deren
Unterabteilungen:
Das
Führungshauptamt (FHA) war die betriebliche Stabsstelle (Hauptquartier) der SS.
Es leitete und verwaltete die Offiziers-Schulen, medizinische Versorgung,
Transportvorgänge, Lohnzahlungen und Ausrüstungen.
Rasse- und
Siedlungshauptamt (RuSHA) hatte die Aufgabe, eine „rassisch wertvolle“
Führungselite herauszubilden.
Das
Reichssicherheitshauptamt (RSHA) entstand aus der Zusammenlegung von SD und SiPo
und war die zentrale Stelle zur Ausübung der polizeilichen Funktionen der
SS.
Das SD-Amt
Reinhard Heydrichs diente als Geheimdienst zur Bekämpfung äußerer wie innerer
Gegner und zur Bespitzelung der Bevölkerung.
Die
Sicherheitspolizei (Sipo) war für die Kriminal- und die Geheime Staatspolizei
(Gestapo) zuständig.
Militärischer
Zweig der SS war die aus Verfügungstruppen und Totenkopfverbänden gebildete
Waffen-SS
Das
Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) steuerte die Konzentrationslager und
deren Konstruktion und verwaltete die SS-eigenen Industrien, Gewerbe- und
Landwirtschaftsbetriebe.
SS-Wirtschaftsbetriebe
Die SS
gründete zahlreiche Firmen, u. a. 1938 die Deutsche Erd- und Steinwerke
GmbH (DEST), die sie 1940 in den Deutschen Wirtschaftsbetrieben (DWB)
zusammenfasste. Die DWB wurden von leitenden Mitarbeitern der SS-Verwaltung
geführt. 1942 wurden sämtliche wirtschaftlichen Angelegenheiten im
SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt konzentriert. Dieses betrieb über das
Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft die Verwaltung der Konzentrations- und
Vernichtungslager mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kriegsgefangenen und
KZ-Häftlinge. 1943/44 gehörten etwa 30 Unternehmen mit über 100 Betrieben, in
denen mehr als 40.000 Konzentrationslagerhäftlinge arbeiten mussten, zum
Wirtschaftsimperium der SS. Der Hauptsitz der DWB befand sich in Oranienburg bei
Berlin.
Die SS erwarb
auch mehrere Mineralwasserkonzerne, so etwa die Heinrich Mattoni AG und die
Apollinaris Brunnen AG.
Weiterhin gab
es die „künstlerischen“ Unternehmungen der SS:
Porzellanmanufaktur Allach
Nordland-Verlag
Schwertschmiede der SS
Personalentwicklung
Als Heinrich
Himmler am 6. Januar 1929 die Führung der SS von Erhard Heiden übernahm,
umfasste diese Organisation nur 280 Mann als „aktive Mitglieder“. Es begann nun
unter Himmler ein stetiger Ausbau der SS: Schon im Dezember desselben Jahres
wurde das 1000. Mitglied verzeichnet, 1932 war sie bereits auf rund 52.000 und
bis zum Herbst 1933 auf gut 204.000 Mitglieder
angewachsen.
Zu
Kriegsbeginn am 1. September 1939 wurden rund 60 % ihrer Mitglieder zur
Wehrmacht eingezogen. Das hieß, dass von den damaligen 260.000 SS-Mitgliedern
170.000 ihren Kriegsdienst in den drei Wehrmachtsteilen Heer, Luftwaffe und
Marine taten. Nur ca. 36.000 wurden von der Waffen-SS übernommen. Die übrigen
Mitglieder waren entweder für den Kriegsdienst zu alt oder waren auf
„unabkömmliche Posten“ im Öffentlichen Dienst oder bei den Polizeikräften
eingesetzt.
Gegen Ende des
Krieges (1944/45) umfasste die SS formal über 840.000 Mitglieder, zu denen auch
das „SS-Führerkorps“ (d. h. Führungsschicht in den SS-Hauptämtern und die
Offiziere sowie die Unteroffiziere der Waffen-SS) und auch Polizeioffiziere
gehörten, sobald ihr Dienstgrad einem SS-Rang entsprach. Die Zugehörigkeit der
Offiziere von Waffen-SS und Polizei zur SS wurde von Amts wegen begründet; für
die Mannschaften der Waffen-SS und Polizei war eine Übernahme in die SS erst für
die Zeit nach Ende des Krieges vorgesehen. Vor dem Internationalen Gerichtshof
in Nürnberg machte Robert Brill, ehemaliger Leiter des „Ergänzungsamtes der
Waffen-SS“, am 5. und 6. August 1946 Angaben zur Personalentwicklung der
Waffen-SS.
„Bei
Kriegsende war die Waffen-SS noch ca. 550.000 Mann stark, bis Ende Oktober 1944
sind 320.000 Mann gefallen oder schwerstverletzt worden. (…) In der Waffen-SS
dienten etwa 400.000 Reichsdeutsche, 300.000 Volksdeutsche und 200.000
Angehörige anderer Völker. (…) Im Jahr 1944 wurde die Masse der noch
Kriegsverwendungsfähigen aus den Wachmannschaften der Konzentrationslager
herausgezogen und für den Wehrdienst freigemacht. Bis dahin wurden die
Wachmannschaften aus Notdienstverpflichteten der Allgemeinen SS und des
ehemaligen Frontkämpferbundes 'Kyffhäuser' gestellt. 1944 kam noch ein starkes
Kontingent aus der Wehrmacht. Es handelte sich meines Wissens zunächst um 10.000
Mann. Später mehr. (…) Meines Wissens setzten sich die Wachverbände in den KZs
im Jahre 1944 aus 6.000 Notdienstverpflichteten, 7.000 Volksdeutschen, 7.000
Heeresangehörigen und einer Anzahl von Luftwaffenangehörigen zusammen.
(…)“
– Documents of
the Major War Criminals Vol. XX, p. 371–471
Blutgruppentätowierung
Angehörige der
Allgemeinen SS, die sich zur Waffen-SS gemeldet hatten und auch von dieser
übernommen wurden, trugen eine Tätowierung der Blutgruppe auf der Innenseite des
linken Oberarms. Dieser Umstand erleichterte den Alliierten während und nach dem
Krieg die Zuordnung angeblicher Wehrmachtsangehöriger und Zivilisten zur
Waffen-SS. Oft versuchten deren Angehörige, sich vor der Gefangennahme durch
andere Uniformen und Kleidung zu tarnen.
SS-Angehörige,
die in den drei Wehrmachtteilen eingesetzt waren, betraf diese Tätowierung
nicht, da die Blutgruppe auf deren Wehrmachts-Kennmarken vermerkt
war.
Waffen-SS war
ab 1939 die Bezeichnung für die schon früher gegründeten militärischen Verbände
der nationalsozialistischen Parteitruppe SS. Seit Mitte 1940 war sie
organisatorisch eigenständig und unterstand dem direkten Oberbefehl des
Reichsführers SS Heinrich Himmler. Ihr gehörten sowohl Kampfverbände als auch
die Wachmannschaften der Konzentrationslager an.
Ihre
Kampfverbände wurden im Zweiten Weltkrieg dem Oberbefehl der Wehrmacht
unterstellt, kämpften an der Front und wurden zur Sicherung besetzter Gebiete
gegen Partisanen und potenzielle Gegner eingesetzt. Aufgrund ihrer Beteiligung
am Holocaust, am Porajmos und an zahlreichen Kriegsverbrechen wurde sie 1946 vom
Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zur verbrecherischen Organisation
erklärt. In der Bundesrepublik Deutschland sind zudem die Verbreitung von
Propagandamaterial und Verwendung von Symbolen der SS (§§ 86 und 86a StGB)
strafbar.
Überblick
Die Waffen-SS
entstand im Dezember 1939 nach dem Angriff auf Polen aus der Zusammenführung von
SS-Verfügungsdivision, SS-Totenkopfdivision und SS-Totenkopfverbänden. Seit 1940
wurde sie zu einer selbstständigen militärischen Organisation ausgebaut, die
insgesamt bis zu 914.000, im Juni 1944 noch etwa 600.000 Mitglieder hatte. Sie
bestand zunächst überwiegend aus Freiwilligen, ab 1943 auch aus unter Zwang
rekrutierten Soldaten. Seit 1941 warb die Waffen-SS zunehmend ausländische
Freiwillige an. Ab 1944 betrug deren Anteil mehr als die Hälfte.
Einheiten der
Waffen-SS wurden an der Front und zur Sicherung besetzter Gebiete eingesetzt und
waren für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich, zum Beispiel in
Oradour-sur-Glane und Sant’Anna di Stazzema. Angehörige der Waffen-SS waren
unter dem Deckmantel der „Partisanenbekämpfung“, als bewaffnete Ausführende der
Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD sowie mit ihren
Totenkopfverbänden und zwei Brigaden auch direkt am Holocaust beteiligt. Nach
dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler, an dem
Wehrmachtsoffiziere maßgeblich beteiligt waren, wurden der Waffen-SS weitere bis
dahin der Wehrmacht zustehende Kompetenzen übertragen; so erhielt Himmler den
Befehl über das Ersatzheer und die Abwehr.
Die
NS-Propaganda stellte die Waffen-SS als Elitetruppe mit dem Nimbus der
Unbesiegbarkeit dar. Sie tat sich aber vor allem durch besondere Härte und
Grausamkeit, insbesondere gegen die Zivilbevölkerung hervor. Mit der SS wurde
die Waffen-SS im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1946 als
verbrecherische Organisation verboten. In Österreich wurde darüber hinaus ein
Werbungs- und Propagandaverbot erlassen.
Ab 1951
organisierten sich bis zu 250.000 westdeutsche Veteranen der Waffen-SS in der
Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS
(HIAG), um ihre Interessen zu vertreten. Neben der HIAG gilt in Österreich die
„Kameradschaft IV“ (K IV) als Interessen- und Traditionsverband der Waffen-SS.
Die Rolle der Waffen-SS wurde im Rahmen der Bitburg-Kontroverse (1985) und der
von Günter Grass bekanntgegebenen Waffen-SS-Mitgliedschaft (2006) erneut
diskutiert.
Wurzeln
Der Kern der
Waffen-SS entstand aus drei verschiedenen Einheiten, der Leibstandarte SS Adolf
Hitler, einer auf Adolf Hitler verpflichteten persönlichen Leibwache, der
SS-Verfügungstruppe, die 1934 aus den „Politischen Bereitschaften“ der SS
entstand und den SS-Totenkopfstandarten, die für die Bewachung der
Konzentrationslager zuständig waren.
Leibstandarte
Nur die
Leibstandarte SS Adolf Hitler wurde auf direkten Führerbefehl im März 1933
aufgestellt. Sie rekrutierte sich zum Zeitpunkt ihrer Aufstellung überwiegend
aus ehemaligen SA-Männern. Finanziert wurde die Truppe durch die preußische
Landespolizei, auf deren Soldliste die Angehörigen der Leibstandarte standen.
Die Einheit erhielt ihre militärische Grundausbildung vom 9. (Preußisches)
Infanterie-Regiment, das als Eliteverband galt. Die anfangs sehr kleine Truppe,
die in ihrer Zwitterstellung rechtlich und formal keine vergleichbaren Vorläufer
hatte, erregte bei der Reichswehr, die für sich das Militärmonopol beanspruchte,
zunächst keinen Argwohn.
Die erste
maßgebliche innenpolitische Aufgabe war die Teilnahme an der Entmachtung der SA,
(Exekution der SA-Führung unter dem Vorwand ein „Röhm-Putsch“ stünde bevor),
gemeinsam mit Teilen der SS-Wachverbände, im Juni 1934. Danach wurde die SS
selbständig.
Verfügungstruppe
Die
SS-Verfügungstruppe wurde von Reichswehrminister Werner von Blomberg am 24.
September 1934 genehmigt und aus den sogenannten Politischen
Bereitschaften – etwa 120 Mann starke, kasernierte Sonderkommandos, die
jeweils den SS-Oberabschnitten regional und dezentral zugeordnet waren –
aufgestellt. Ursprüngliche Aufgabe der Bereitschaften war der „Schutz höherer
SS- und NSDAP-Führer“. Zusammen mit der SA wurden sie offiziell als Hilfspolizei
im Straßendienst eingesetzt. Dabei nahmen sie an sogenannten wilden Verhaftungen
politischer Gegner teil und betrieben auch eigene Gefängnisse. Trotz der
Regierungsübernahme war die Machtstellung des NS-Regimes politisch noch nicht
gefestigt und sollte durch bewaffnete Einheiten gestützt werden. Die
SS-Verfügungstruppe war trotz ihrer militärischen Ausrichtung zunächst primär
als innenpolitische Eingreifreserve der Partei gedacht und nicht als klassischer
militärischer Verband.
Die SS begann
1934 in Bad Tölz und 1935 in Braunschweig SS-Junkerschulen einzurichten, die als
einheitlich militärische Ausbildungsinstitutionen für den SS-Führungsnachwuchs
vorgesehen waren. Ihre Ausbildungsrichtlinien lehnten sich neben der
ideologischen Indoktrination an die militärfachlichen Vorgaben der Kriegsschulen
des Heeres an. Himmler, der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei,
strebte eine Professionalisierung der Verfügungstruppen an, deren Mitglieder
militärische Ausbildungen erhielten. Das Dienstgrad- und Besoldungssystem wurde
an das des Heeres angeglichen. Die Verfügungstruppe wurde nun etatmäßig an das
Reichsministerium des Innern angegliedert. Mit der Inspektion der
SS-Verfügungstruppe unter dem ehemaligen Generalleutnant der Reichswehr und
späteren SS-Oberst-Gruppenführer Paul Hausser schuf Himmler so etwas wie einen
eigenen Generalstab. 1935 bestand die Verfügungstruppe aus der Leibstandarte mit
2.600 Mann und den SS-Standarten Deutschland und Germania mit 5.040
Mann.
Die Stabswache
Berlin und die Sonderkommandos der SS hatten annähernd militärische
Organisationsformen und wurden auch in der Regel von ehemaligen Reichswehr- oder
Polizeioffizieren geführt. Trotzdem handelte es sich offiziell um keine
militärischen Einheiten, wie ein Befehl des Führers der SS-Totenkopfverbände
Theodor Eicke von 1936 verdeutlicht: „Wir tragen keine Waffen, um dem Heere
ähnlich zu sehen, sondern um sie zu gebrauchen, wenn Führer und Bewegung in
Gefahr sind“.
Totenkopfverbände
Die
SS-Totenkopfverbände rekrutierten sich 1935 auch aus Teilen der anderen
SS-Sonderkommandos, sofern sie zur Bewachung eines Konzentrationslagers
eingesetzt wurden. Im August 1934 wurden alle SS-Einheiten der KZs Theodor Eicke
unterstellt. Offiziell gehörten die als SS-Wachverbände bezeichneten
KZ-Einheiten zur Allgemeinen SS, doch agierten sie innerhalb dieser autonom.
Eicke wurde zum Inspekteur der Konzentrationslager (IKL) befördert und Himmler
innerhalb dieser Dienststelle unmittelbar unterstellt. Als Führer der
SS-Totenkopfstandarten unterstand Eicke ab 1937 dem SS-Hauptamt. Somit wiesen
die Totenkopfverbände eine Zwitterstellung innerhalb der Gesamt-SS auf, die bis
zum Kriegsende 1945 andauern sollte. Die reorganisierten Wachverbände hatten
primär die Aufgabe, weiterhin den Wachdienst in den KZs auszuüben. Sie nahmen
aber auch an den Mord-Einsätzen der Einsatzgruppen in Polen und der Sowjetunion
teil. Es gab einen umfangreichen Personalaustausch der Totenkopfverbände mit den
anderen SS-Einheiten.
Der
militärische Ausbau zur Waffen-SS
Sowohl Ernst
Röhm mit der SA als auch Himmler – ab 1929 Reichsführer SS – hatten
militärpolitische Ambitionen. Himmler war entschlossen, aus seinen Verbänden
nach und nach vollwertige militärische Einheiten zu formen, die auch über
schwere Waffen verfügen sollten.
Nach der
Liquidierung Röhms versicherte Hitler, die Reichswehr bleibe der „einzige
Waffenträger der Nation“. Die Verantwortlichen der Reichswehr begrüßten die
Entmachtung der SA als mögliche bewaffnete Konkurrenz und waren weiterhin
bestrebt, ihr Militärmonopol zu wahren. Sie unternahmen alles, um einen weiteren
Ausbau des paramilitärischen Arms der SS zu vereiteln. Daraus entwickelte sich
eine jahrelange Auseinandersetzung zwischen SS und
Heeresführung.
Nach der
Blomberg-Fritsch-Krise 1938 übernahm Hitler die Nachfolge von Reichswehrminister
von Blomberg, entließ den Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Werner von
Fritsch und der Generalstabschef trat zurück. Damit stellte er alle Weichen für
eine Gleichschaltung des Militärs (sogenannte militärische Machtergreifung), der
einzigen Institution, welche die unumschränkte Macht des NS-Regimes noch
ernsthaft hätte gefährden können; sie verlor in der Folge ihr militärisches
Monopol im Deutschen Reich.
Im
Führererlass vom August 1938 erlaubte er die Aufstellung einer SS-Division mit
eigener Artillerie und legte deren Frontverwendung im Mobilmachungsfall fest.
Hitler hatte sich eine Truppe zu seiner ganz persönlichen Verfügung geschaffen,
die sich durch „unbedingte Treue“ ihm gegenüber auszeichnen sollte. Von diesen
beiden Merkmalen wurde die weitere Entwicklung der SS und ihre rechtliche und
tatsächliche Stellung im Dritten Reich bestimmt. Himmler hat diesen beiden
Merkmalen der SS den „Elitegedanken“ hinzugefügt. Die SS sollte nicht nur im
Einsatz für Hitler politisch zuverlässig sein, sondern zu einer rassischen und
politischen Führerschicht im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie
gebildet werden.
Die Waffen-SS
wurde schließlich ab Ende 1939 aus heterogenen Teilen aufgebaut. Binnen weniger
Monate wurde sie auf dreieinhalb Divisionen erweitert: die Verfügungsdivision,
die später in „Das Reich“ umbenannt wurde, die aus den Totenkopfverbänden
hervorgegangene Totenkopfdivision mit zunächst 18.000 Mann und die aus Kräften
der Ordnungspolizei gebildete Polizeidivision. Die Leibstandarte wurde zu einem
verstärkten motorisierten Infanterieregiment
ausgebaut.
Organisatorischer Aufbau Ende
1939
Der Begriff
Waffen-SS wurde Anfang November 1939 informell in den Sprachgebrauch der
SS-Administration eingeführt und setzte sich etwa innerhalb eines Jahres
gegenüber den alten Bezeichnungen Verfügungstruppe und Totenkopfverbände
durch.
Das früheste
bekannte Dokument, das den Begriff Waffen-SS verwendet, ist ein SS-Befehl vom 7.
November 1939, in dem Angehörige der Allgemeinen SS darauf hingewiesen wurden,
dass sie bei Meldung Reserveführer in der Waffen-SS und der Polizei werden
könnten. Dabei erscheint Waffen-SS als Sammelbezeichnung für die „bewaffneten
Einheiten der SS und Polizei“. Mit Befehl des Reichsführers SS vom 1. Dezember
1939, wurden folgende Verbände, Dienststellen und Ämter zur Waffen-SS
verschmolzen:
Organisationsstruktur der SS
SS-V-Division
SS-Totenkopf-Division
SS-Polizei
Division
SS-Junkerschulen
SS-Totenkopf-Standarten
Ergänzungsamt
der Waffen-SS (SS-Erg.Amt)
Waffen- und
Geräteamt der Waffen-SS (SS W. u. G.Amt)
Personalamt
der Waffen-SS (SS-Pers.Amt)
Amt R. V. der
Waffen-SS (Amt RV)
Fürsorge- und
Versorgungsamt der Waffen-SS (SS-F. u. V.Amt)
Sanitätsamt
der Waffen-SS (SS-San.Amt)
Verwaltungsamt
der Waffen-SS (SS-V.Amt)
SS-Gericht
Leibstandarte
SS Adolf Hitler
Zwar führte
Himmler die Zuordnung ohne rechtliche Grundlage durch, aber Hitler ließ ihn
anstandslos gewähren. Hitler überließ Himmler die persönliche Entscheidung, wie
er die SS intern gliedern wolle; insgesamt wurden 179 Dienststellen der
Allgemeinen SS der Waffen-SS zugeführt.
Hitler
begründete 1940 die Notwendigkeit der Waffen-SS:
„Das
Großdeutsche Reich in seiner endgültigen Gestalt wird mit seinen Grenzen nicht
ausschließlich Volkskörper umspannen, die von vornherein dem Reich wohlwollend
gegenüber stehen. Über den Kern des Reiches hinaus ist es daher notwendig, eine
Staatstruppenpolizei zu schaffen, die in jeder Situation befähigt ist, die
Autorität des Reiches im Innern zu vertreten und
durchzusetzen.“
Der Historiker
Bernd Wegner bemerkte zur Umbenennung in
„Waffen-SS“:
„Der
ungewöhnlich anmutende Vorgang einer ‚schleichenden‘ Neubenennung stellt sich,
rückblickend betrachtet, als ein äußerst geschickter, freilich eher
psychologisch als machtpolitisch wirksamer Schachzug einer gleichermaßen auf
Expansion wie Integration zielenden Politik dar. Denn die Einführung des
Sammelnamens ‚Waffen-SS‘ signalisierte ebenso den Willen zu einer möglichst
wehrmachtunabhängigen SS-Armee wie den Anspruch auf Gleichwertigkeit aller
SS-Truppenteile untereinander – nahm also die bislang vom Heer abgelehnte
militärdienstliche Gleichbehandlung von Verfügungstruppen, Totenkopfverbänden
und Junkerschulen begrifflich schon vorweg. Aber nicht nur das: Zu einem
Zeitpunkt, als die SS 3½ Divisionen fast gleichzeitig aufgestellt hatte, wurde
deren gemeinsamer Name auch zu einer Chiffre für das von Himmler gewünschte, ihm
aber noch nicht zugebilligte SS-Generalkommando.“
– Bernd
Wegner: Hitlers Politische Soldaten. Die Waffen-SS 1933–1945. 4. Auflage.
Paderborn 1990.
Die Waffen-SS
umfasste schließlich alle Einheiten der Schutzstaffel, die dem Führungshauptamt
und innerhalb dieses Amtes dem Kommandoamt der Waffen-SS unterstellt waren. Dazu
zählten sowohl die SS-Divisionen (operativ dem Heer unterstellt) als auch die
SS-Totenkopf-Wachsturmbanne, die organisatorisch ab 1940/1941 dem Wirtschafts-
und Verwaltungshauptamt der SS zugeordnet waren, das für Konzentrations- und die
Vernichtungslager zuständig war. Truppendienstlich jedoch unterstanden diese
Totenkopfeinheiten weiterhin dem Kommandoamt der Waffen-SS. Die
„SS-Totenkopfstandarten“ waren keine Verbände der Waffen-SS für den
Fronteinsatz. Zwischen den KZ-Wachmannschaften und der SS-Division Totenkopf gab
es jedoch einen regen Personalaustausch, so wurden von den rund 60.000
Angehörigen der Wachmannschaften ca. 20.000 mit Fronteinheiten ausgetauscht.
Militärische
Kompetenz und erste Kriegseinsätze
Nach der
Mobilmachung wurden SS-Verfügungstruppe und einzelne SS-Standarten dem
Oberkommando des Heeres unterstellt, kämpften aber während des Angriffes auf
Polen weder alle an der Front noch als eigenständige Großverbände. So wurden die
Regimenter einschließlich des selbständigen Regiments der Leibstandarte auf
verschiedene Heeresverbände verteilt. Die Totenkopfstandarten Oberbayern,
Thüringen und Brandenburg wurden nicht an der Front eingesetzt, sondern im
Hinterland zu sogenannten Befriedungs- und Säuberungsaktionen, ebenso wie Teile
der SS-Polizeidivision, die aber auch andere Sicherungs- und Ordnungsaufgaben im
gesamten besetzten Gebiet wahrnahm. Nach der Einrichtung des
Generalgouvernements am 26. Oktober 1939 wurden Teile der Totenkopfverbände und
der Polizeidivision dieser NS-Zivilverwaltung
unterstellt.
Die
Leibstandarte fiel durch Gräuel- und Gewalttaten auf, so wurden beispielsweise
polnische Ortschaften in Brand gesetzt, was von übergeordneten
Wehrmacht-Kommandeuren verurteilt wurde. Auch der militärische Wert der an der
Front eingesetzten SS-Einheiten wurde von der Wehrmacht eher kritisch bewertet.
Trotz der durch die Junkerschulen und den Einfluss von Paul Hausser zu diesem
Zeitpunkt einigermaßen gut ausgebildeten Offiziere fehlte es vor allen Dingen an
militärisch qualifizierten Unteroffizieren. Das führte dazu, dass manche
SS-Verbände bei Offiziersverlusten im Gefecht die Ordnung verloren, was sie
(zusätzlich zu den ohnehin vorhandenen Vorbehalten) in den Augen der Wehrmacht
als militärisch eher unzuverlässige Einheiten erscheinen
ließ.
Bei Beginn des
Westfeldzuges verfügte die SS bereits über 56.000 Mann ohne die
Totenkopfverbände, was aber noch immer ein verschwindend geringer Anteil an der
Gesamtstärke der deutschen Truppen darstellte. Hitler ordnete 1939/1940 an, dass
die für die Teilnahme am Westfeldzug vorgesehenen SS-Verbände vollständig
motorisiert sein sollten (Fahrzeuge für den Truppen- und Materialtransport sowie
für die Artillerie), was in diesem Fall durchaus als Bevorzugung anzusehen war,
da 1939 gerade einmal 16 der 157 Divisionen des Heeres motorisiert waren. Da die
Rüstungsbetriebe aber bereits Schwierigkeiten hatten, genügend Lastwagen und
Schützenpanzer zur Deckung des Bedarfs der Wehrmacht zu produzieren, monierte
das SS-Hauptamt Anfang 1940 die ungenügenden Zuteilungszahlen. Ähnliche Probleme
gab es hinsichtlich der schweren Waffen, hier monierte die SS noch im
Februar/März (1940), dass mindestens eine SS-Einheit über gar keine schweren
Waffen (Artillerie, Mörser, PaKs, schw. Maschinengewehre) und über eine zu
geringe Anzahl von Karabinern verfügte. Eine kurzfristige Lösung wurde am
Heereswaffenamt vorbei – da die Wehrmacht hier nicht allzu kooperativ
war – durch das Akquirieren von tschechischen Fahrzeugen, Karabinern und
Maschinengewehren gefunden.
In den
Beneluxländern und Frankreich offenbarten sich dann deutliche Mängel in der
Gefechtsführung, was aber nicht durch überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft
und Motivation kompensiert werden konnte, sondern die Verluste durch übereiltes
und unplanmäßiges Vorgehen noch zusätzlich erhöhte. Immer wieder kam es zu
Auseinandersetzungen zwischen Wehrmacht- und SS-Befehlshabern, was Taktik und
Operationsführung anging. Bei einem Streit zwischen General Erich Hoepner mit
Theodor Eicke, der als Divisionskommandeur über keinerlei militärische
Ausbildung verfügte, kam es zum Eklat, als Eicke aufgrund seiner Äußerung
„Verluste spielen keine Rolle“ von Hoepner als „Schlächter“ bezeichnet wurde.
Auch zeigten sich durch den schnellen Ausbau und die erlittenen Verluste an
erfahrenen Führern erstmals Mängel hinsichtlich der Qualität der
Offiziersausbildung.
Hitler zeigte
sich dennoch nach der Niederlage Frankreichs zufrieden mit den „Leistungen“ der
SS und hob sie anlässlich seiner Rede zur Siegesparade 1940 in Berlin lobend
hervor. Der Begriff Waffen-SS fand nach dem Sieg über Frankreich erstmals auch
offiziell Verwendung.
Personalentwicklung der
Waffen-SS
Die folgende
Tabelle gibt einen groben Überblick zur Entwicklung der tatsächlich vorhandenen
Personalstärke der Verbände der Waffen-SS im Zeitraum von 1937 bis zur
Jahresmitte 1944.
Waffen-SS davon
Feldtruppe
31.12.1937
16.902
31.12.1938
22.718
01.05.1940
90.638
01.09.1942
236.099 141.975
31.12.1943
501.049 257.472
30.06.1944
594.443 368.654
Selbst- und
Fremdwahrnehmung, Motivation
Die Waffen-SS
stilisierte sich nicht nur selbst zu einer Truppe, deren Angehörige als hart und
männlich, verwegen und tapfer sowie unerschütterlich treu und aufopferungsvoll
bis in den Tod galten, sondern sie hatte auch den Ruf, im Krieg besonders
draufgängerisch zu sein, vor allem aber rücksichtslos und brutal gegenüber
Gefangenen und der Zivilbevölkerung zu sein.
Die
amerikanische Military Intelligence, die den Auftrag der Feindaufklärung hatte,
versuchte während des Zweiten Weltkriegs, durch Befragung von Kriegsgefangenen
Aufschluss darüber zu erhalten, was den inneren Zusammenhalt der deutschen
Streitkräfte ausmachte. Sie fanden ihre Annahme vielfach bestätigt, dass ein
harter Kern von Nationalsozialisten die militärischen Einheiten ideologisch und
militärisch zusammenhielt. Die Größe des harten Kerns lag bei zehn bis fünfzehn
Prozent. Fallschirmjäger- und Waffen-SS-Divisionen hätten jedoch einen weit
höheren Anteil überzeugter Nationalsozialisten gehabt, oft die gesamte befragte
Gruppe.
Blutgruppentätowierung
Ein wichtiges
Kennzeichen war die Tätowierung der Blutgruppe, die in der Regel jeder
Angehörige der Waffen-SS auf der Innenseite des linken Oberarms trug. Dieser
Umstand erleichterte den Alliierten während und nach dem Krieg die Zuordnung
angeblicher Wehrmachtangehöriger und Zivilisten zur Waffen-SS. Oft versuchten
Angehörige der Waffen-SS, sich vor der Gefangennahme durch andere Uniformen und
Kleidung zu tarnen.
Verluste
In der
Literatur wurde schon zu Kriegszeiten der falsche Mythos vom „Opfergang der
Waffen-SS“ gepflegt. Dabei lag im Ostkrieg, wo die Waffen-SS ihre schwersten
Verluste erlitt, die Quote der tödlichen Verluste (rund 37 Prozent) weit
niedriger als die Verlustquote der Wehrmacht (60 Prozent).
In den ersten
Kriegsjahren fehlten in den Großverbänden der Waffen-SS ausgebildete
Generalstabsoffiziere, so dass oft ohne ausreichende Beurteilung der Lage und
ohne Rücksicht auf Verluste angegriffen wurde. Zudem bestand nicht nur der
Ehrgeiz, von der skeptischen Wehrmachtführung als gleichwertige Kampftruppe
anerkannt zu werden, sondern auch der, den eigenen Elite-Anspruch zu
bestätigen.
Der
Kriegsverlauf und die vielen neuaufgestellten Verbände minderten den Kampfwert
stetig. Zwar gab es mehr gut ausgebildete Stabsoffiziere und die Führung war
taktisch besser und umsichtiger als zu Kriegsbeginn. Aber die Aufgabe der
Freiwilligkeit, die Lockerung der Aufnahmekriterien und schließlich das
legalisierte Einziehen neuer Rekruten senkten die Kampfmoral der Mannschaften
und der Unterführer nachhaltig.
Das in der
Militärausbildung geltende Prinzip der „Führung von vorne“ ließ die Verluste an
Offizieren hochschnellen. Häufig wurde versucht, fehlende Erfahrung mit
Tollkühnheit und Todesverachtung auszugleichen. Im Laufe des Krieges ging mit
den hohen Verlusten an Führern auch eine Straffung der Offiziersausbildung
einher, was sich wiederum negativ auf die Truppenführung auf Zug- und
Kompanieebene auswirkte. Zudem betrieb Himmler einen regen Führeraustausch
zwischen Fronttruppe, SS-Ämtern, Ausbildungseinheiten und Konzentrationslagern.
So kam es vor, dass gegen Kriegsende SS-Offiziere aus aufgelösten KZs in die
Fronttruppe versetzt wurden (nachdem schon früher der Einsatz der
KZ-Wachmannschaften wegen schlechter Kampfleistungen eingestellt worden war) und
aufgrund der fehlenden Kampferfahrung als taktische Führer vollkommen
versagten.
Eine vor
Jahren vorgenommene Berechnung, die auf Angaben der Wehrmachtauskunftstelle
beruhte, gelangte zu dem Ergebnis, dass die Kriegstotenzahl der Waffen-SS der
des Heeres exakt entsprach. Dies schließt unverhältnismäßig hohe Verluste
einzelner Einheiten oder Verbände nicht aus. Overmans belegt die ähnlichen
Verlustraten von Waffen-SS-Verbänden und entsprechend gegliederten
Heeres-Divisionen im selben Zeitraum und am gleichen Ort und stellt fest, „dass
die Verluste der Waffen-SS insgesamt nicht signifikant höher gewesen sind als
diejenigen des Heeres“.
Organisation
Während
Hausser die „alte Schule“ der Preußen-Militärs in die SS-VT übernehmen wollte,
hatte Steiner sich nach Kriegserfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg für das
damals revolutionäre Konzept der Kampfführung von kleinen Gruppen aus
entschieden (vgl. Stoßtrupp). In eine ähnliche Richtung wie Hausser dachte auch
Cassius Freiherr von Montigny, der im April 1938 zu Steiner stieß. Von Montigny
war ab Spätsommer 1939 organisatorisch den SS-Totenkopfverbänden zugeordnet
worden.
Im Laufe des
Krieges wurde sie propagandistisch als militärische Elitetruppe des
Reichsführers SS Himmler neben den regulären Teilstreitkräften der Wehrmacht
stilisiert und mit einem „Nimbus der Unschlagbarkeit“
umgeben.
Die Divisionen
der Waffen-SS ähnelten organisatorisch denen der Wehrmacht, besaßen jedoch
einige Unterschiede und waren sehr oft von größerer Personal- und
Ausrüstungsstärke und entsprechend wesentlich größerer Schlagkraft als
vergleichbare Heeresverbände.
SS-Infanterie-Divisionen
Diese
enthielten im Gegensatz zur Wehrmacht zusätzlich ein Flak- und ein
Nachschub-Bataillon.
SS-Gebirgs-Divisionen
Die
Gebirgstruppen der Waffen-SS enthielten in einer Division auch eine Panzer- oder
Sturmgeschütz-Kompanie, ebenso ein Flak- und ein
Nachschub-Bataillon.
SS-Panzergrenadier-Divisionen
Obwohl sich
die Gliederung dieser Einheiten motorisierter Infanterie an denen der Wehrmacht
orientierte, waren sie mit 15 anstatt 14 Kompanien und einem Maschinengewehr-,
Flak- und Nachschub-Bataillon wesentlich stärker als vergleichbare
Heeresverbände. Im Vorfeld des Unternehmens Zitadelle wurden die drei
SS-Panzergrenadier-Divisionen bevorzugt mit neuen Panzern ausgestattet, so dass
sie tatsächlich mehr Panzer hatten als die Panzer-Divisionen des
Heeres.
SS-Panzer-Divisionen
Diese hatten
im Vergleich zur Wehrmacht 15 anstatt zehn Panzergrenadier-Kompanien; die
Panzer-Regimenter waren größer und beinhalteten zusätzlich ein
Pionier-Bataillon, zwei Brückenleger-Kompanien, Flak-Bataillon,
Nachschub-Bataillon und ein Mörser-Bataillon. Später – um 1944 – auch oft
zusätzlich ein Werfer-Bataillon (vorwiegend mit dem Raketenwerfer-Typ
„Nebelwerfer“ ausgerüstet, gezogen oder auf Halbkettenfahrzeugen montiert). Die
innerhalb der Panzer-Divisionen selbständigen „schweren Panzer-Abteilungen“ der
Waffen-SS hatten angesichts ihrer Organisation und der Ausstattung mit den
berühmten Panzern Tiger und Königstiger die schlagkräftigsten Panzereinheiten
des Krieges.
SS-Kavallerie-Divisionen
Bestand aus
zwei motorisierten Kavallerie-Brigaden mit einer kleineren Artillerie-Einheit
und einer Panzer-Bergungs- und Reparatureinheit. Daneben gab es die üblichen
Unterstützungsbataillone und wiederum ein Flak- und ein
Nachschub-Bataillon.
SS-Fallschirmjäger-Bataillon
500
Luftlandetruppe der Waffen-SS. Am häufigsten zu
Geheimoperationen herangezogen.
SS-Sonderverbände/SS-Jagdverbände
Diese
Einheiten dienten Aufklärungs-, Sabotage- und Geheimaktionen. Sie wurden im
Oktober 1944 aus den ehemaligen SS-Jäger-Bataillonen und Einheiten der Division
Brandenburg der Wehrmacht gebildet. Oft waren auch Truppenteile des
SS-Fallschirmjäger-Bataillon 500 enthalten.
Die
entscheidenden Unterschiede zu den Divisionen der
Wehrmacht:
Jede
Feld-Division der Waffen-SS hatte ihre eigenen Flak- und
Nachschub-Bataillone.
Jede
Gebirgs-Division hatte entweder eine Panzer- oder
Sturmgeschütz-Einheit.
Jede
Panzer-Division hatte ihre eigene Werfer-Einheit.
Alle
Divisionen hatten mehr Infanterietruppen.
Divisionen der
Waffen-SS
Folgende
Divisionen der Waffen-SS wurden bis Mai 1945 aufgestellt, die ab dem 22. Oktober
1943 durchnummeriert wurden. Durch die Auflösung oder Vernichtung von Divisionen
wurde die entsprechende Nummer für eine neu aufgestellte Division wieder
verwendet:
1.
SS-Panzer-Division „Leibstandarte SS Adolf Hitler“
(LSSAH)
2.
SS-Panzer-Division „Das Reich“
3.
SS-Panzer-Division „Totenkopf“
4.
SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
5.
SS-Panzer-Division „Wiking“
6.
SS-Gebirgs-Division „Nord“
7.
SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“
8. SS-Kavallerie-Division „Florian
Geyer“
9.
SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“
10.
SS-Panzer-Division „Frundsberg“
11.
SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland“
12.
SS-Panzer-Division „Hitler-Jugend“
13.
Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handžar“ (kroatische Nr. 1) (siehe auch Hadsch
Amin)
14.
Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1), später (ukrainische Nr.
1)
15.
Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr. 1)
16.
SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“
17.
SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“
18.
SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Horst
Wessel“
19.
Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr. 2)
20.
Waffen-Grenadier-Division der SS (estnische Nr. 1)
21.
Waffen-Gebirgs-Division der SS „Skanderbeg“ (albanische Nr.
1)
22.
SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division „Maria
Theresia“
23.
Waffen-Gebirgs-Division der SS „Kama“ (kroatische Nr. 2) (frühzeitig wieder
aufgelöst)
23.
SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nederland“ (niederländische Nr.
1)
24.
Waffen-Gebirgs-(Karstjäger-)Division der SS
25.Waffen-Grenadier-Division der SS „Hunyadi“ (ungarische
Nr. 1)
26.
Waffen-Grenadier-Division der SS (ungarische Nr. 2), auch unter den Ehrennamen
Gömbös oder Hungaria bekannt
27.
SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Langemarck“ (flämische Nr.
1)
28.
SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Wallonien“ (wallonische Nr. 1), auch:
„Wallonie“
29.
Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA“ (russische Nr. 1) (aufgelöst im November
1944)
29.
Waffen-Grenadier-Division der SS „Italia“ (italienische Nr. 1) (auch „Legione SS
Italiana“ genannt)
30.
Waffen-Grenadier-Division der SS (russische Nr. 2) (frühzeitig wieder
aufgelöst)
30.
Waffen-Grenadier-Division der SS (weißruthenische Nr.
1)
31.
SS-Freiwilligen-Grenadier-Division (wird oft auch mit dem quellenmäßig nicht
belegten Ehrennamen „Böhmen und Mähren“ geführt)
32.
SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „30. Januar“
33.
Waffen-Kavallerie-Division der SS (ungarische Nr.
3)
33.
Waffen-Grenadier-Division der SS „Charlemagne“ (französische Nr.
1)
34.
SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Landstorm Nederland“ (niederländische Nr.
2)
35. SS- und
Polizei-Grenadier-Division
36.
Waffen-Grenadier-Division der SS
37.
SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division „Lützow“
38.
SS-Grenadier-Division „Nibelungen“
Insgesamt
wurden 38 Divisionsnummern vergeben. Dies bedeutet aber nicht, dass die
Waffen-SS zu irgendeinem Zeitpunkt über 38 Divisionen verfügte oder diese
Divisionen voll einsatzbereit waren und im aktiven Kampf eingesetzt werden
konnten.
Insbesondere
die Verbände ab der Nummer 21 waren aufgrund ihrer Aufstellung überwiegend im
letzten Kriegsjahr lediglich dem Namen nach Divisionen und konnten meist ihre
Aufstellung nicht abschließen, bevor sie bereits wieder aufgelöst wurden, um
andere Verbände zu verstärken oder im Kampf vernichtet wurden. Auch unterschied
sich der Kampfwert der Divisionen, so der Historiker George H. Stein, nach dem
Anteil der Volks- und Nichtdeutschen. Nach Burkhart Müller-Hillebrandt waren
außerdem nie mehr als 22 Divisionen der Waffen-SS im
Einsatz.
Anhand der
vergebenen Divisionsnummern und Namen lässt sich folgendes
identifizieren:
7
Panzer-Divisionen
8
Panzergrenadier-Divisionen
4
Kavallerie-Divisionen
6 Gebirgs- und
Waffen-Gebirgs-Divisionen
5
Grenadier-Divisionen und
12
Waffen-Grenadier-Divisionen
Es wurden noch
sieben Divisionen zur Aufstellung vorgesehen und die Namen dafür zugeteilt,
jedoch konnten diese Einheiten aufgrund mangelnder Ausrüstung und der sich
überschlagenden Ereignisse – das heißt der Kapitulation der Wehrmacht
Anfang Mai 1945 – letztlich nicht mehr aufgestellt
werden:
39.
SS-Gebirgs-Division „Andreas Hofer“
40.
SS-Freiwilligen-Panzer-Division „Feldherrnhalle“ (ex Pz.-Gr.-Div. FHH und ex 13.
Pz.-Div. der Wehrmacht)
41.
Waffen-Grenadier-Division der SS „Kalewala“ (Der Name war 1943 schon einmal für
ein deutsch-finnisches Panzergrenadierregiment in der 5. SS-Division „Wiking“
vorgesehen gewesen, das dann aber wegen politischer Rücksichtnahme nicht
aufgestellt wurde.)
42.
SS-Division „Niedersachsen“
43.
SS-Division „Reichsmarschall“
44.
SS-Division „Wallenstein“ (Die Division kämpfte angeblich gegen Kriegsende in
Prag.)
45.
SS-Division „Waräger“ (Dieser Name wurde bereits für die 11. SS-Division
„Nordland“ während ihrer Aufstellung in Betracht
gezogen.)
Unterscheidungen zwischen SS- und
Waffen-SS-Divisionen
Die
„Waffen-Grenadier-Divisionen“ und „Waffen-Gebirgs-Divisionen“ bestanden
hauptsächlich aus ausländischen Freiwilligen. Diese Verbände, die vorwiegend aus
Nichtdeutschen bestanden, wurden ab 1943 zum Teil aus den so genannten
„Legionen“ gebildet, deren Angehörigen (häufig in ihren Heimatländern) oft als
Legionäre oder SS-Legionäre bezeichnet wurden.
Die
„Freiwilligen“-Divisionen bestanden überwiegend aus Volksdeutschen, die oft
alles andere als freiwillig in der Waffen-SS dienten. Dementsprechend wurde ihr
Kampfwert als gering angesehen. Darüber hinaus erreichten die meisten der ab
1944 aufgestellten Divisionen (ab der 18.) niemals ihre Sollstärke und
kämpften – wenn überhaupt – als Kampfgruppen im Rahmen größerer
Verbände. Auch wurden, vor allem im Frühjahr 1945, SS-Divisionen verstärkt mit
Verbänden der Wehrmacht aufgefüllt, wie etwa im Fall der 36.
Waffen-Grenadier-Division der SS.
Zahlreiche
Divisionen wurden vorzeitig aufgelöst oder im Kampf zerschlagen. Ihre Nummern
wurden an neugebildete Divisionen neu vergeben. Die 23. Waffen-Gebirgs-Division
der SS „Kama“ (kroatische Nr. 2) wurde aus Personalmangel vorzeitig aufgelöst.
Die 29. Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA“ (russische Nr. 1) unter
Waffen-Brigadeführer Bronislaw Kaminski, die aus der berüchtigten
Kaminski-Brigade hervorgegangen war, wurde im November 1944 wegen entsetzlicher
Verbrechen, barbarischen Verhaltens und wilder Plünderungen bei der
Niederschlagung des Warschauer Aufstands aufgelöst. Diese Division bestand nur
wenige Monate, wobei nicht alle ihre Elemente zur Niederschlagung des Warschauer
Aufstands entsandt wurden. Die 30. Waffen-Grenadier-Division wurde wegen
Unzuverlässigkeit des Personals früh wieder aufgelöst und unter der neuen 30.
Waffen-Grenadier-Division (weißruthenische Nr. 1) sowie der Wlassow-Armee
aufgeteilt.
Am 12. Februar
1945 wurden beim Fall von Budapest drei SS-Divisionen (8., 22, und 33.)
zerschlagen. Einige Divisionen – unter anderem auch die Leibstandarte, Das
Reich, Totenkopf und Hitler-Jugend – wurden, zum Teil mehrmals, fast
vollständig zerschlagen, bevor sie aus Ersatzeinheiten neu aufgestellt
wurden.
Die meisten
der im Frühjahr 1945 aufgestellten Divisionen wurden nicht als geschlossene
Verbände eingesetzt, sondern waren zusammengewürfelte Haufen aus Teilen aktiver
Divisionen, rückwärtigen Diensten der Waffen-SS, ehemaligen Marineangehörigen
und hastig aufgestellten
„Freiwilligen“-Formationen.
Ausländische
Freiwillige
Im
europäischen Ausland führte die Beteiligung von Ausländern an der Waffen-SS
beispielsweise in Jugoslawien, den Niederlanden und Frankreich auch lange nach
1945 zu politischen Auseinandersetzungen. Sie stellt unter anderem eine
bleibende Belastung der Beziehungen der baltischen Staaten zu Russland dar.
Sonderformationen
Neben den an
der Front eingesetzten Einheiten und Verbänden gab es auch noch einige kleinere,
die der Waffen-SS unterstellt waren, jedoch spezielle Aufgaben erfüllten und nur
bedingt oder gar nicht zum Kampfeinsatz kamen:
SS-Bahnschutz
(Bahnpolizei-Einheiten zum Schutz von Reichsbahn und allen
Bahnanlagen)
SS-Begleitkommando (Hitlers persönliches
Begleit-Bataillon)
Begleit-Bataillon Reichsführer SS (Himmlers
Begleit-Bataillon)
SS-Flakabteilung B (SS-Flak-Einheit zum Schutz von
Hitlers Berghof in Berchtesgaden gegen
Luftangriffe)
SS-Standarte
Kurt Eggers (Dachverband aller SS-Kriegsberichter-Einheiten, die jeder Division
zugeordnet waren)
SS-Wehrgeologenbataillon (Militärgeologen, die je nach
Bedarf an andere Einheiten angeschlossen wurden)
SS-Röntgensturmbann (spezielles Bataillon, dem alle
Röntgen-Techniker unterstanden)
SS-Helferinnenkorps (Organisation der Frauen, die als
SS-Helferinnen oder „SS-Maiden“ die Waffen-SS in ähnlicher Form wie die
Wehrmachthelferinnen unterstützten)
Dienstgrade
Da die
Allgemeine SS ursprünglich eine Untergruppierung der SA war, benutzte sie
dementsprechend weitestgehend auch die SA-Dienstgradbezeichnungen. SS-Angehörige
mussten ihrem Dienstgrad aber das Präfix SS voranstellen. Eine Tabelle mit allen
Dienstgraden der Organisationen der NSDAP ist im Artikel Organisationsstruktur
der SS dargestellt.
Als Angehörige
der „Gesamt-SS“ trugen Angehörige der Waffen-SS die Dienstgradbezeichnungen der
Allgemeinen SS, oft auch mit dem Zusatz: der Reserve. Mit der Aufstellung von
nichtdeutschen Verbänden wurde das Präfix SS dort durch Waffen-SS ersetzt; zum
Teil führten die nationalen Verbände andere Rangbezeichnungen, die sich an der
militärischen Tradition ihrer Herkunftsländer orientierte, beispielsweise wurden
in der 29. Waffen-Grenadier-Division der SS (italienische Nr. 1) die
italienischen Ränge geführt.
Die
Waffen-SS-Ränge und die entsprechenden Heeresränge
Die Ränge der
SS waren etwa der Rangfolge der Heeresränge nachgebildet. Nicht für alle
SS-Titel gab es ungefähr entsprechende Militärränge. Das Tragen war auch nicht
mit entsprechender Ausbildung und Führungserfahrung bei verschiedenen
Truppenteilen (dienstliche Verwendungen) verbunden, so wie es beim deutschen
Militär die Regel vor einer Beförderung war.
Waffen-SS
Wehrmacht (Heer)
SS-Schütze
(SS-Grenadier,
-Kanonier, -Funker etc. je nach Waffengattung) Soldat (Schütze, Grenadier,
Kanonier, Funker etc. je nach Waffengattung)
SS-Oberschütze
(SS-Obergrenadier -Oberkanonier, -Oberfunker etc. je nach
Waffengattung) Ober…, z. B. Oberschütze … (usw., wie
vor)
SS-Sturmmann
Gefreiter
SS-Rottenführer
Obergefreiter
keine
Entsprechung in der Waffen-SS Stabsgefreiter
SS-Unterscharführer
Unteroffizier
SS-Junker
Fähnrich
SS-Scharführer
Unterfeldwebel
SS-Oberjunker
---
SS-Oberscharführer Feldwebel
SS-Standartenjunker
Oberfähnrich
SS-Hauptscharführer
Oberfeldwebel
SS-Standartenoberjunker
SS-Stabsscharführer (Dienststellung) (Hauptfeldwebel)
(Dienststellung)
SS-Sturmscharführer
Stabsfeldwebel
SS-Untersturmführer Leutnant
SS-Obersturmführer
Oberleutnant
SS-Hauptsturmführer
Hauptmann
SS-Sturmbannführer Major
SS-Obersturmbannführer
Oberstleutnant
SS-Standartenführer Oberst
SS-Oberführer
keine Entsprechung in der Wehrmacht
SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS
Generalmajor
SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS
Generalleutnant
SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS General
der Waffengattung
SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS
Generaloberst
Reichsführer
SS Generalfeldmarschall
Ausrüstung
Die Waffen-SS
war weltweit die erste Truppe, die in großem Umfang mit den heute gebräuchlichen
Flecktarnmustern auf ihren Uniformen ausgestattet war. Aufgrund ihrer großen
Tarnwirkung (feste Körper verschwimmen in ihren Umrissen) verwenden zahlreiche
Armeen (unter anderem auch die Bundeswehr) ähnliche
Flecktarnversionen.
Von Beginn an
stand die Waffen-SS in Konkurrenz zur Wehrmacht um Personal, Waffen und
Ausrüstung. Die deutsche Rüstungsindustrie konnte – trotz enormer
Produktivitätssteigerung bis 1944 (dem Jahr mit der höchsten
Produktionsrate) – den Bedarf der Fronttruppen nicht decken, und so wurde
hinsichtlich Verlässlichkeit und Kampfmoral priorisiert. Daher mussten für die
Ausrüstung der SS-Einheiten mitunter neue Bezugsquellen erschlossen werden. So
wurden Beutebestände genutzt, Aufträge an tschechische oder französische
Betriebe vergeben oder sogar SS-eigene Rüstungsbetriebe
gegründet.
Außer den
Panzer-Divisionen des Heeres, dem Fallschirm-Panzer-Korps Hermann Göring,
einigen Panzergrenadier-Divisionen, ausgesuchten Gebirgs- und
Infanterie-Divisionen und gegen Kriegsende den Volksgrenadier-Divisionen gab es
auch einige Panzer-Divisionen der Waffen-SS (z. B. LSSAH, Das Reich,
Totenkopf), die in der Materialzuteilung bevorzugt und damit zu Elite-Einheiten
hochgerüstet wurden. Obwohl SS-Verbände bereits 1940 während des
Frankreich-Feldzuges an der Front eingesetzt wurden, waren Verbände der
Waffen-SS erst ab 1941 (Griechenland, dann Sowjetunion) in großem Maßstab an
Schwerpunkten der Kämpfe im Einsatz und erlitten dabei teils schwere Verluste.
Im späteren Verlauf des Krieges verschlechterte sich die Personal- und
Materiallage, sodass auch diese Divisionen (wie auch die meisten
Heeres-Divisionen) oft nicht mehr vollständig ausgerüstet werden
konnten.
Die
Vorzeigeverbände (LSSAH, Das Reich, Totenkopf) waren bis 1939 als motorisierte
Infanterie-Verbände gegliedert, zum Teil noch in Regimentsstärke. Gerade bei
diesen Verbänden wurde von Hitler großer Wert auf Mobilität gelegt, was dazu
führte, dass diese Einheiten mitunter über mehr Fahrzeuge für den
Truppentransport verfügten als vergleichbare Heereseinheiten. Bis 1943 wurden
diese Verbände zu SS-Panzer-Divisionen ausgebaut und umgegliedert. Dieser Umbau
begann bereits zu einem Zeitpunkt, als diese zumindest offiziell noch
Panzergrenadier-Divisionen waren, sie wurden aber schrittweise zu
Panzer-Divisionen ausgebaut, obwohl dazu von Hitler noch gar keine Genehmigung
vorlag. Solche Verbände hätten dann, wenn man nur nach der Bezeichnung ginge,
eine höhere Anzahl an Infanterie-Kompanien als eine Panzergrenadier-Division der
Wehrmacht gehabt. Dieses Vorgehen wurde seitens der Wehrmacht mit Argwohn
verfolgt und Himmler wurde schriftlich aufgefordert, Angaben zu Personalstärke,
Gliederung und Ausbauvorhaben der SS-Einheiten zu machen, was er weitgehend
ignorierte, bis Hitler schließlich den Ausbau offiziell
genehmigte.
Im Detail
stellt sich die höhere Personalstärke der SS-Panzergrenadier-Divisionen als ein
Relikt aus der Zeit dar, zu der diese SS-Verbände noch als motorisierte
Infanterie-Verbände gegliedert waren, obwohl sich die Gliederung der daraus
entstandenen SS-Panzer-Divisionen grundsätzlich an der Gliederung der
Panzer-Divisionen der Wehrmacht orientierte. Ein weiterer Unterschied war die
Tatsache, dass die SS Mängel hinsichtlich der organischen Struktur (geringere
Artillerieunterstützung, anf. nur „leichte Artillerie-Abteilungen“ etc.)
kompensieren musste, das heißt, dass schwere Waffen zur Infanterieunterstützung
bereits in die SS-Divisionen (z. B. Sturmgeschütz-Abteilungen bei
SS-Panzergrenadier-Divisionen) eingegliedert werden mussten, anstatt wie beim
Heer zeitweilig unterstellt zu werden. Dies verleitet oft zu der falschen
Annahme, dass Divisionen der Waffen-SS deutlich größer bzw. schlagkräftiger als
vergleichbare Heereseinheiten waren. Die Waffen-SS hatte aber tatsächlich –
im Gegensatz zu Heeresverbänden – auf Korps-/Armee-Ebene keine
Einheiten/Waffen (Flak-Artillerie, schwere Artillerie, schwere Mörser etc.) zur
Infanteriebekämpfung, das heißt, dass divisionseigene Artillerie-Abteilungen
bzw. -Regimenter in der Praxis oft nicht ausreichten und wenig mobil waren, was
zur Folge hatte, dass man vor der Eingliederung der Sturmgeschütz-Abteilungen
oft auf Artillerieunterstützung durch Einheiten der übergeordneten
(Heeres-)Armee oder des Korps angewiesen war.
Der von der
Waffen-SS initiierte Bau der Versuchsfahrzeuge, die 8-cm-Vielfachwerfer der SS,
auch „Himmler-Orgel“ genannt (13 Fahrzeuge im Einsatz), der diesen Mangel
beheben sollte, erwies sich aufgrund der großen Streuung und der ungenügenden
Verfügbarkeit dieser Waffen als wenig erfolgreiches Projekt, sodass die
vorhandenen drei SS-Vielfachwerfer-Batterien 1944 schließlich auf Nebelwerfer
umgerüstet und je einem SS-Panzer-Korps unterstellt wurden. Die ab 1943 in den
neu aufgestellten SS-Werfer-Abteilungen (ca. 10–15 bis Kriegsende) eingesetzten
Nebelwerfer, die bereits ab 1940 für die Wehrmacht produziert wurden, erwiesen
sich als erfolgreicher, führten zu einer geringeren Abhängigkeit der SS von
Artillerie-Einheiten des Heeres und ermöglichten mehr Flexibilität in der
Kampfführung bzw. Planung, da diese Waffen wesentlich leichter und damit mobiler
als Artilleriegeschütze waren.
Die Waffen-SS
hatte bis zum Kriegsende mindestens ein Artillerie-Regiment mit insgesamt vier
Abteilungen. Hier kamen zum Beispiel in der 4. („schweren“) Abteilung des
SS-Artillerie-Regiments zwei Batterien mit je drei „17-cm-Kanonen 18“ (auf
Mörserlafetten montiert, 1941 eingeführt, Reichweite: ca. 29 km), und eine
Batterie mit drei bis vier „21-cm-Mörsern 18“ (ebenfalls auf Mörserlafetten,
1939 eingeführt, Reichweite: ca. 16 km) zum Einsatz. Diese Geschütztypen
bildeten zwar das Rückgrat der deutschen schweren Heeresartillerie, die
Lebensdauer der Rohre und die Feuergeschwindigkeit (30 Schuss pro Stunde beim
21-cm-Mörser) waren jedoch ungenügend, und das Gewicht der Kanonen recht hoch
(23+16 Tonnen), was die Verfügbarkeit von Artillerieunterstützung durch
SS-eigene Einheiten deutlich einschränkte. Der Einsatz von Nebelwerfern
versprach hier mehr Erfolg und kam der generell hohen Mobilität von
Waffen-SS-Einheiten eher entgegen.
Die Wehrmacht
übernahm mitunter Gliederungen von der Waffen-SS, beispielsweise im Falle der
zusätzlichen Sturmgeschütz-Abteilungen bei SS-Panzergrenadier-Divisionen
(spätestens 1944), allerdings sollten hier die Sturmgeschütze beim Heer die
Panzerabwehrfähigkeiten der Divisionen stärken, wobei aber dann aufgrund
ausbleibender Erfolge die Sturmgeschütze wie bei der Waffen-SS zur
Infanterieunterstützung zum Einsatz kamen. SS-Divisionen waren bzgl. der
Versorgung (Verpflegung, Munition, Treibstoff) auf die Infrastruktur der
übergeordneten Organisationseinheit (Armee) der Wehrmacht angewiesen, da sie nur
kleine Trosse hatten. Die Nachschubeinheiten der SS-Divisionen waren
vergleichsweise klein, aber meist voll motorisiert.
Die 1944/45
aufgestellten SS-Divisionen erreichten das Personal- und Ausrüstungs-Soll nie,
oft fand die Umgliederung in eine Division nur auf dem Papier statt. Die
Bewaffnung dieser Grenadier-, Gebirgs- und Panzergrenadier-Divisionen war oft
unzureichend, veraltet oder bestand aus Beute-Waffen. Auch solche SS-Verbände
wurden oft an Kampfschwerpunkten eingesetzt, hatten aber dann hohe
Verluste.
Ehemalige nach
dem Krieg
Bekannte
Personen des Nachkriegs-Deutschland in der
Waffen-SS
Günter Grass
(Nobelpreisträger, Schriftsteller): 10. SS-Panzer-Division
"Frundsberg"
Hardy Krüger
(Filmschauspieler, Schriftsteller): 38. SS-Grenadier-Division
„Nibelungen“
Horst Tappert
(Filmschauspieler, „Derrick“): 3. SS-Panzer-Division
"Totenkopf"
Bernhard
Heisig (Maler, u. a. Lehrer von Neo Rauch): 12. SS-Panzer-Division
"Hitlerjugend"
Otto Beisheim
(Metro-Mitbegründer, Unternehmer): 1. SS-Panzer-Division "Leibstandarte SS Adolf
Hitler"
Fremdenlegion
Nach 1945
rekrutierte Frankreich ehemalige deutsche Soldaten für die französische
Fremdenlegion. Viele meldeten sich aus Kriegsgefangenenlagern und aufgrund der
desolaten wirtschaftlichen Lage in der Heimat. Darunter waren auch ehemalige
Angehörige der Waffen-SS, die mit dem Eintritt die Möglichkeit bekamen, eine
neue Identität anzunehmen. Diese Möglichkeit gab es auch für Franzosen, die in
der Waffen-SS-Division „Charlemagne“ gedient
hatten.
Übernahme
ehemaliger SS-Angehöriger in die Bundeswehr nach
1961
Nach der
Wiederbewaffnung blieb die neu gegründete Bundeswehr ehemaligen höheren
Offizieren der Waffen-SS oberhalb des Dienstranges des Hauptsturmführers
(entspricht dem Rang eines Hauptmannes) verschlossen. Der
Personalgutachterausschuss hatte 1961 nach Überprüfung 159 ehemalige Offiziere,
330 Unteroffiziere und 210 Mannschaften der Waffen-SS in das Dienstverhältnis
eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit
berufen.
Veteranen und
Traditionsverbände nach 1945
Die Veteranen
der Waffen-SS schlossen sich zu einem Traditionsverband – der
Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS
(HIAG) – zusammen, der bis in die 1970er-Jahre erheblichen Einfluss im
Netzwerk der Soldaten- und Traditionsverbände hatte, aber auch intensive
Kontakte zu den Parteien der Bundesrepublik pflegte. Erst in den 1980er-Jahren
kam es zur Distanzierung: CDU-Bundestagsabgeordnete beendeten ihre Mitarbeit,
die SPD beschloss die Unvereinbarkeit. Der Bundesverband der HIAG, der wegen
seiner Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen vom Verfassungsschutz beobachtet
worden war, löste sich Ende 1992 auf. Bis heute bestehen Verbände aber weiterhin
auf Landesebene. Auch die Zeitung des HIAG Der Freiwillige, die im
rechtsextremen Munin-Verlag erscheint, wird noch herausgegeben. Hauptinhalt
dieser Publikation ist die Darstellung der Waffen-SS als normale kämpfende
Truppe und Militärnostalgie; daneben finden sich auch geschichtsrevisionistische
Artikel, die nicht allein die Geschichte der Waffen-SS betreffen. Neben der HIAG
gilt in Österreich die „Kameradschaft IV“ (K IV) als Interessen- und
Traditionsverband der Waffen-SS. Die Kameradschaft IV veranstaltet traditionell
einen Tag vor dem Ulrichsbergtreffen in Kärnten einen Kameradschaftsabend in
Krumpendorf am Wörthersee, der 1995 durch den Auftritt Jörg Haiders in die
Schlagzeilen kam. Beim „Europaabend“ nehmen etliche ehemalige Mitglieder der
Waffen-SS und Wehrmacht aus ganz Europa teil, bei dem neben ehemaligen
Kriegsteilnehmern auch rechtsextreme Parteien und Neonazis wie Florentine Rost
van Tonningen und Gudrun Burwitz, Tochter von Himmler, zu Gast sind. 1995 geriet
auch Sören Kam in die Schlagzeilen, als er in Kärnten am Ulrichsbergtreffen der
Veteranen der Waffen-SS in Krumpendorf teilnahm.
FPÖ-Landeshauptmann Jörg Haider sprach 1995 vor der
Anwesenheit von Kam und den anwesenden Waffen-SS-Soldaten seinen Dank
aus:
„Dass es in
dieser regen Zeit, wo es noch anständige Menschen gibt, die einen Charakter
haben und die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer
Überzeugung bis heute treu geblieben sind. […] Wir geben Geld für Terroristen,
für gewalttätige Zeitungen, für arbeitsscheues Gesindel, und wir haben kein Geld
für anständige Menschen.“
– Jörg Haider,
30. September 1995 in Krumpendorf am Wörthersee gegenüber Veteranen der
Waffen-SS anlässlich der Ulrichsbergfeiern.
Bei den
Feierlichkeiten 2007 nahmen auch Mitglieder des flämischen rechtsradikalen
Traditionsverbandes „Voorpost“ teil.
Waffen-SS-Soldaten für Kuba
Im Oktober
2012 berichtete Bodo Hechelhammer in den Mitteilungen der Forschungs- und
Arbeitsgruppe „Geschichte des BND“, dass Fidel Castro 1962 versuchte, ehemalige
Offiziere der Waffen-SS als Ausbilder für seine Truppen zu werben. Über den
Ritterkreuzträger der Waffen-SS und zwischenzeitlichen Waffenhändler
Ernst-Wilhelm Springer versuchte Kuba, Waffen zu kaufen.