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orig. Fotodruck Reichsparteitag 1936 SA-Mann Standarte Auction number: 0007912172 
End of auction: 12/16/25  at  12:37 PM a o clock    4 d. 4 h. 12 min. 9 sec.  
Number of bids: 0 Bids

Article Place: 83454 Anger (Deutschland)
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Condition: Used
Start of auction: 12/02/25  at  12:37 PM a o clock
Price: 69.95 €
Quantity: 1
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      City: 83454 Anger
      Country: Deutschland
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Die Soldaten der Bewegung (auf dem Reichsparteitag 1936 / Reichsparteitag der Ehre).

 

Originaldruck von 1936.

 

Mit zwei Fotoabbildungen auf Vorder- und Rückseite:

 

SA-Mann mit Standarte. 

 

SS ist auf dem Reichsparteitag angetreten.

 

Größe 234 x 332 mm.

 

Papier wellig, am oberen Rand etwas altersfleckig, sonst noch guter bis sehr guter Zustand.

 

Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!

 

100%-Echtheitsgarantie – kein Repro, kein Nachdruck!!!

Besichtigung jederzeit möglich.

 

100% guarantee of authenticity - not a reproduction, not a reprint!

Visit any time.

 

Versand nur per Einwurf-Einschreiben (auf Wunsch auch Übergabe-Einschreiben und/oder auch versichert).

Versandkosten für diesen Artikel: 

Deutschland: 4,00 Euro

Europa: 5,00 Euro

Welt: 6,00 Euro

 

Aus großem Bildarchiv, weitere Angebote in meinen anderen Angeboten!!!

 

Out of a large archiv, more interesting items in my other offers!!!

 

 

Das Angebot wird als Sammlerstück verkauft  - Urheberrechte sind im Kauf ausdrücklich NICHT enthalten!!!

 

This offer is sold as a collector's item only and no copyrights are being sold here.

 

 

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Verkaufs- und Lieferungsbedingungen
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Bücher und Alben sind, wenn nicht ausdrücklich erwähnt, nicht auf Vollständigkeit geprüft. Normale Alters- und Gebrauchsspuren, Unterstreichungen usw. werden nicht erwähnt, sind aber im Preis berücksichtigt.

 

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Verkauf und Lieferung von Gegenständen des Zeitraumes 1933 - 1945 erfolgt gemäss § 86 Abs. 3 u. § 86 a StGB. Der Käufer Verpflichtet sich Gegenstände die mit Emblemen des Dritten Reiches sowie derer Organisationen versehen sind nur für historisch & wissenschaftliche Zwecke zu erwerben und sie in keiner Art u. Weise propagandistisch zu nutzen. Verkauf erfolgt nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungsfeindlicher- u. widriger Bestrebungen, der wissenschaftlich & zeitgenössischen Aufklärung sowie zur militärhistorischen Forschung. Der Besteller verpflichtet sich mit der Bestellung zur absoluten Einhaltung dieser gesetzlichen Vorschriften.

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Historische Informationen zum Artikel:

 

Der Begriff Reichsparteitag wird heute allgemein auf die Reichsparteitage der NSDAP bezogen, die von 1923 bis 1938 in Deutschland stattfanden und besonders ab 1933, in der Zeit des Nationalsozialismus, große Propagandaveranstaltungen der Staatsführung um Adolf Hitler bildeten.

Geschichte

Die ersten Reichsparteitage der NSDAP fanden 1923 (27. bis 29. Januar) in München und 1926 (3. bis 4. Juli) in Weimar statt. 1928 wurde der Reichsparteitag aus Mangel an finanziellen Mitteln abgesagt. Zwei weitere wurden 1927 (19. bis 21. August) und 1929 (1. bis 4. August) in Nürnberg abgehalten. Nürnberg wurde zunächst aus pragmatischen Gründen als Veranstaltungsort gewählt. Nürnberg lag zentral im Deutschen Reich und besaß mit dem Luitpoldhain eine für Großveranstaltungen geeignete Versammlungsstätte. Auch konnte die NSDAP bei der Organisation auf die in Franken gut organisierte Partei unter Gauleiter Julius Streicher zurückgreifen. Die Nürnberger Polizei stand der Veranstaltung wohlwollend gegenüber. Später wurde der Veranstaltungsort gerechtfertigt, indem die Reichsparteitage in die Tradition der Nürnberger Reichstage des mittelalterlich-kaiserlichen Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation gestellt wurden.

Nach 1933 wurden sie als Reichsparteitage des Deutschen Volkes jeweils in der ersten Septemberhälfte in Nürnberg durchgeführt und dauerten in der Regel acht Tage lang. Nach der NSDAP-Ideologie sollte dabei die Verbundenheit von Führung und Volk bekundet werden. Das wurde zum Ausdruck gebracht durch eine jährlich wachsende Zahl von zuletzt mehr als einer halben Million Teilnehmern und Besuchern aus allen Gliederungen der Partei, der Wehrmacht und des Staatsapparates. Seit 1933 wurde jeder Parteitag unter einen programmatischen Titel gestellt, der sich auf bestimmte Ereignisse bezog:

30. August – 3. September 1933: Der Titel Reichsparteitag des Sieges nimmt Bezug auf die Machtergreifung und den Sieg über die Weimarer Republik (eigentlich: Kongreß des Sieges).

5. – 10. September 1934: Dieser Parteitag hatte zunächst kein Motto. Nachträglich wurde er Reichsparteitag der Einheit und Stärke, Reichsparteitag der Macht oder, unter Bezugnahme auf den Riefenstahl-Film Triumph des Willens, Reichsparteitag des Willens genannt (es gab auch die gleiche Bezeichnung für den Reichsparteitag, also Triumph des Willens).

10. – 16. September 1935: Reichsparteitag der Freiheit: Mit Freiheit war die wiedereingeführte allgemeine Wehrpflicht und damit einhergehende 'Befreiung' vom Versailler Vertrag gemeint.

8. – 14. September 1936: Reichsparteitag der Ehre: Durch die Rheinlandbesetzung wurde in den Augen der NSDAP-Führung die deutsche Ehre wiederhergestellt.

6. – 13. September 1937: Beim Reichsparteitag der Arbeit wurde Bezug genommen auf die Verringerung der Arbeitslosigkeit seit der Machtübernahme.

5. – 12. September 1938: Wegen des Anschlusses Österreichs an Deutschland wurde diese Veranstaltung Reichsparteitag Großdeutschland genannt.

2. – 11. September 1939: Der Name Reichsparteitag des Friedens sollte der Bevölkerung und dem Ausland den Friedenswillen Deutschlands dokumentieren. Er sollte am 2. September starten, wurde aber ohne Angabe von Gründen schon Ende August abgesagt. Am 1. September begann mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg.

Ablauf

Wichtigster Inhalt der Reichsparteitage war die fast religiös anmutende Ausrichtung auf Adolf Hitler. Er stand als von der Vorsehung gesandter nationaler Erlöser und Führer großen Menschenmengen gegenüber, die seine Reden hörten, ihm Eide schworen und an ihm vorbei marschierten. Als Sinnbild für die Volksgemeinschaft sollten sie die Stärke des deutschen Volkes demonstrieren. Die Besucher der Reichsparteitage ordneten sich freiwillig der Disziplin und Ordnung unter und sollten unter einem gemeinsamen Willen als "neues Volk" wieder auferstehen.

Wichtiger Bestandteil der Reichsparteitage waren auch zahlreiche Aufmärsche und Paraden aller Organisationen des NSDAP-Staates (Wehrmacht, SA, SS, Hitler-Jugend, Reichsarbeitsdienst, Bund Deutscher Mädel, u. a.) und die Verkündung von wichtigen Eckpunkten der nationalsozialistischen Ideologie. So wurden während des Reichsparteitages 1935 die Nürnberger Rassengesetze „zum Schutz des deutschen Blutes“ verkündet. Aber die Machtdemonstration der NSDAP-Verbände sollte sich nicht nur auf das Reichsparteitagsgelände abseits der Innenstadt beschränken. Die Vorbeimärsche der verschiedenen Formationen vor dem "Führer" auf dem im Herzen der Altstadt gelegenen Hauptmarkt - seit April 1933: Adolf-Hitler-Platz - verbanden das Parteitagsgeschehen eng mit der Stadt. Zahlreiche, nicht selten begeisterte Zuschauer säumten die Strecke der Marschierenden quer durch die Innenstadt. Auf dem Paradeplatz selbst wurden eigens Holztribünen aufgebaut. Die langen Züge der Massen durch die fahnengeschmückte historische Kulisse Nürnbergs stellten die gewünschte Verbindung her zwischen der ehemaligen "Stadt der Reichstage" und der "Stadt der Reichsparteitage". Die Partei ohne lange Geschichte bemächtigte sich der Vergangenheit des traditionsreichen Gemeinwesens.

Bei jedem Parteitag kam es auch zu nicht geplanten Ausartungen in der Nürnberger Innenstadt, da sich die hunderttausende Parteimitglieder nicht an den strengen, von der Parteiführung geplanten Ablauf binden ließen.

Zwischen 1935 und 1938 gehörte auch eine Festaufführung von Richard Wagners Meistersingern am Abend des Eröffnungstages mit zum Programm. Hitler war ein großer Bewunderer Richard Wagners und die Oper galt als Ausdruck der heroisch-deutschen Weltanschauung.

Reichsparteitagsgelände

Mit dem Ausbau des Parteitagsgeländes 1935 erhielt Nürnberg den Beinamen Stadt der Reichsparteitage, mit dem auch symbolhaft der Machtanspruch der Partei dargestellt werden sollte. Der Titel wurde zwar bereits zum Auftakt des Parteitages 1933 von Hitler proklamiert, jedoch mit einem ministeriellen Erlass erst 1936 offiziell. Das Gesamtkonzept für das 11 km2 große Reichsparteitagsgelände entwickelte Albert Speer von 1934 bis 1936, und ab 1935 wurde unter großem Zeitdruck begonnen, die Pläne zu verwirklichen, aber das Gelände wurde niemals ganz fertiggestellt. Mit der Luitpoldarena entstand der damals größte Aufmarschplatz der Welt für die SA und SS für 150.000 Teilnehmer, die Kongresshalle für 50.000 Besucher (nicht fertiggestellt), die seit 2001 das Dokumentationszentrum der Stadt Nürnberg beherbergt, das Zeppelinfeld – für 250.000 Teilnehmer und 70.000 Zuschauer gedacht – sowie eine große Fläche als Teilnehmerlager wurden fertiggestellt. Das Märzfeld mit Tribünen für 500.000 Zuschauer wurde nur zur Hälfte fertiggestellt. Das Deutsche Stadion für 400.000 Zuschauer geplant als größtes Sportstadion der Welt verblieb weitestgehend im Planungsstadium, lediglich ein Grundstein wurde gelegt und der Aushub wurde fertiggestellt. Der heutige Silbersee und Silberbuck (eine Halde aus Müll und Kriegstrümmern der ganzen Stadt) liegen auf dem Gelände und füllen die Baugrube. Die Steinausbauten der Luitpoldarena – wie Sie z. B. im Film Triumph des Willens von Leni Riefenstahl zu sehen sind – wurden bis auf die Ehrenhalle nach dem Krieg wieder abgerissen und renaturiert um die Umnutzung als städtische Grünfläche zu Naherholungszwecken zu ermöglichen. Die Flächen des Reichsparteitagsgeländes dienen auch heute verschiedensten Veranstaltungen.

Die Anlage sollte nach innen und nach außen den Machtanspruch des Regimes demonstrieren. Die Bauten sollten den Besuchern das Gefühl geben, an etwas sehr Großem teilzuhaben, aber gleichzeitig klein und unbedeutend zu sein. Sie unterstützten den Führermythos und sollten durch das Gemeinschaftsgefühl die Volksgemeinschaft stärken. Mit dem nächtlichen Einsatz von Flakscheinwerfern als Lichtdom (Erläuterungen mit zahlreichen Abbildungen (PDF) sollte die sakrale Atmosphäre der Veranstaltungen unterstrichen werden. Albert Speer war auch größtenteils für die Choreographie und den Lichtdom verantwortlich.

Propagandafilme

Über die Reichsparteitage von 1933 und 1934 drehte Leni Riefenstahl jeweils einen Propaganda-Dokumentarfilm. In Anlehnung an das Motto des Parteitages nannte sie den ersten Film Der Sieg des Glaubens. Dieser wurde jedoch nach dem Röhm-Putsch wieder aus dem Verkehr gezogen.

Die Propagandaveranstaltung von 1934 wurde von ihr mit 16 Kamerateams und über 100 Mitarbeitern zum Film Triumph des Willens verarbeitet. Für die wirkungs- und kraftvollen Bilder erhielt sie den Deutschen Filmpreis und die Goldmedaille in Venedig. Nach dem Krieg wurde die Aufführung des Films wegen Verherrlichung des Nazi-Regimes in Deutschland verboten. Die Ausstrahlung ist nur in staatlichen Museen mit einem Hintergrundkommentar erlaubt. Der Film wird unter anderem gelegentlich im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände kommentiert vorgeführt.

Ein weiterer Propagandafilm, der die Reichsparteitags-Thematik behandelt, ist Der Marsch zum Führer aus dem Jahr 1940.

 

Die Sturmabteilung (kurz SA) war die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP während der Weimarer Republik und spielte als Ordnertruppe eine entscheidende Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten, indem sie deren Versammlungen vor Gruppen politischer Gegner mit Gewalt abschirmte, bzw. deren Veranstaltungen massiv behinderte.

Nach der NS-Machtergreifung wurde die SA von Hermann Göring, dem Reichskommissar für das preußische Innenministerium und damit Dienstherr der preußischen Polizei, kurzzeitig auch als staatliche „Hilfspolizei“ eingesetzt. Nach dem Sommer 1934, als SS-Einheiten die SA-Führungsspitze ermordet hatten (siehe Röhm-Putsch), verlor sie in der weiteren Zeit des Nationalsozialismus sehr stark an Bedeutung. Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches 1945 wurde sie wie NSDAP und SS mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 2 verboten und aufgelöst.

Geschichte

Namenswandel

Die erste Ordnertruppe der NSDAP wurde 1920 als Saalschutz (kurz S.S.) zunehmend in Saalschlachten eingesetzt und bestand vor allem aus Angehörigen verschiedener Freikorps sowie einigen Angehörigen der Bayerischen Reichswehr.

Aus diesem Saalschutz entwickelte sich über mehreren Schritten die spätere Sturmabteilung (kurz S.A.) als reine Schlägertruppe für provozierte Zusammenstöße mit linksgerichteten Parteien, die vielfach in brutalen Straßenkämpfen ausarteten.

Nachdem der Freikorpsführer Hermann Ehrhardt noch 1920 Adolf Hitler die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte (Auslöser war die Weigerung Hitlers, Ehrhardt bei dem bewaffneten Widerstand der Ruhrbesetzung zu unterstützen) und aus diesem Grund die Gruppe Ehrhardt aus der NSDAP zurückzog, wurde von Hitler eine neue Schutztruppe der Parteiführung namens Sturm-Staffel aufgestellt, deren Abkürzung auch wieder SS lautete und die aus wenigen in der NSDAP verbliebenden Freikorps-Angehörigen bestand. Diese Sturm-Staffel übernahm die Funktion der parteiinternen Ordnertruppe. Aus besonders aggressiven Angehörigen dieser Sturm-Staffel formierte Adolf Hitler seine persönliche Leibwache, den Stoßtrupp Adolf Hitler.

Nach einer besonders brutal geführten Saalschlacht der Nationalsozialisten mit Angehörigen der KPD wurden die Angehörigen dieser Sturm-Staffel und das noch namenslose Gros der uniformierten Freikorps- und Schlägertruppen, mit Ausnahme des Stoßtrupps Adolf Hitler, am 4. November 1921 von Hitler offiziell in Sturmabteilung umbenannt. Diese waren zuvor unter den Namen Box- und Sportabteilung der NSDAP aufgetreten.

Nach der sog. Machtergreifung 1933 waren nur noch die Kurzbezeichnungen (Akronyme) „SA“ und „SS“ in Gebrauch, die bis zur Ausschaltung der SA-Führung 1934 als nominell separate Organisationen bestanden.

Von den Anfängen in den Zwanzigerjahren bis zur Reichstagsbrandverordnung

Dank Ernst Röhms Kontakten zum bayerischen Militär stellten Angehörige der Minenwerfer-Kompanie 19 den ersten Saalschutz der Partei. Unter ihrem Kommandanten, Hauptmann Julius Schreck sollten sie für Ruhe bei Parteiveranstaltungen sorgen.

Aus dieser Kompanie bezog Röhm die ersten Mitglieder des parteieigenen Ordnungsdienstes; es fehlten ihm aber erfahrene Kommandanten. Diese fand er in der ehemaligen Marine-Brigade Ehrhardt, die im April 1920 offiziell aufgelöst worden war. Am 3. August 1921 wurde Hermann Ehrhardt von Röhm als erster Führer des NSDAP-Versammlungsschutzes eingesetzt - Ehrhardt delegierte diese Aufgabe jedoch am 8. August an den Leutnant Hans Ulrich Klintzsch.

Am 4. November 1921, anlässlich einer öffentlichen Großveranstaltung im Münchner Hofbräuhaus, die von den Nazis als „Saalschlacht“ bezeichnet wurde, bekam der NSDAP-Versammlungsschutz offiziell den Namen „Sturmabteilung“ verliehen. Die SA sollte nun die offiziellen Versammlungen der NSDAP schützen und überwachen; sie entwickelte sich aber auch zu einem Kampfverband zur Einschüchterung der politischen Gegner. Sie wurde militärisch durch die Bayerische Armee (insbesondere durch das Pionierbataillon 7 und das Infanterie-Regiment 19) ausgebildet, sah sich selbst als so genannten „Wehrverband“ und wurde auch von der bayerischen Regierung in eventuelle Mobilmachungspläne voll eingebunden.

Die Münchner SA umfasste bereits 1923 rund 1150 Mann und verfügte über Artilleriehundertschaften und Kavalleriezüge. Ihre Kommandanten legten sich ebenfalls militärische Bezeichnungen wie Gewehr- oder Geschützführer zu.

Am 9. November 1923 beteiligten sich auch die rund 2000 Mitglieder der SA unter ihrem militärischen Führer Hermann Göring am Hitler-Ludendorff-Putsch. Bei diesem Putschversuch wurden 16 NSDAP-Mitglieder (darunter fünf Stoßtrupp-Männer) von der Münchner Polizei und dem Militär erschossen; die Partei hatte damit ihre ersten „Blutzeugen“. Nach dem Putsch übertrug Friedrich Ebert dem Chef der Reichswehr – Hans von Seeckt – die vollziehende Gewalt. Dieser erließ am 23. November ein Verbot der NSDAP und auch der KPD. Zur Umgehung dieses Verbots wurde die SA von April 1924 bis Februar 1925 als Frontbann bezeichnet.

Nach der Neugründung der Partei im Februar 1925 wurde die SA unter Franz Pfeffer von Salomon wieder aufgestellt. Ernst Röhm fragte am 30. April bei Hitler an, ob die SA sich wieder als „Wehrverband“ der Partei sehen dürfe, erhielt jedoch vier Wochen später folgende Absage: Eine neue Wehrbewegung gedenkt Herr Hitler nicht aufzuziehen, wenn er es seinerzeit tat, so nur auf Veranlassung der Herren, die ihn nachher im Stich ließen. Heute braucht er lediglich einen Saalschutz, wie vor dem Jahre 1923.

Die Hauptaufgaben der SA bestanden nun nach Hitlers Willen in Aufmärschen und „zivilen“ gewalttätigen Übergriffen gegen politische Gegner. Dazu gehörten in erster Linie Mitglieder der KPD und der SPD, die in Straßen- und Saalschlachten mit dem kommunistischen Roten Frontkämpferbund und dem sozialdemokratisch geprägten republikanischen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold bekämpft wurden, aber auch Juden sowie christliche Gruppierungen wie die Kolpingjugend.

In der folgenden Zeit wurde die SA von Pfeffer von Salomon und Ernst Röhm (nach seiner Rückkehr 1930) zu einer schlagkräftigen und straff gegliederten Organisation geformt. Das Anwachsen der SA wurde durch Wirtschaftskrise und Wahlerfolge der NSDAP begünstigt. 1930 hatte die SA zeitweise 60.000 bis 80.000 Mitglieder und 1932 bereits etwa 220.000 eingetragene Mitglieder.

Ein wegen der Terrorwelle im April 1932 vom Reichskanzler Heinrich Brüning ausgesprochenes Verbot der SA wurde bereits im Juni von Brünings Nachfolger Franz von Papen wieder aufgehoben. Im Vorfeld der Reichstagswahl Juli 1932 gab es bürgerkriegsähnliche Zustände mit insgesamt etwa 300 Toten und über 1100 Verletzten, woran die SA maßgeblich beteiligt war.

Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 feierte die inzwischen auf über 400.000 Mitglieder angewachsene SA mit einem nächtlichen Fackelzug, vom Großen Stern in Berlin kommend durch das Brandenburger Tor zur Reichskanzlei in der Wilhelmstraße.

Viele SA-Männer erwarteten die sofortige Machtübernahme im Stile eines gewaltsamen Putsches. Bereits im Herbst 1931 waren die Boxheimer Dokumente mit Plänen für einen Staatsstreich der SA an die Öffentlichkeit gelangt.

Doch die Führung der Nationalsozialisten scheute die Option eines gewaltsamen Putsches der SA, der zu diesem Zeitpunkt einen Bürgerkrieg gegen den Roten Frontkämpferbund und das Reichsbanner mit unklarem Ausgang bedeutet hätte. Ob die Reichswehr und vor allem die preußische Polizei, die während der Weimarer Republik unter starkem sozialdemokratischen Einfluss gestanden hatte, sich geschlossen den Anweisungen der neuen Regierung fügen würden, war ebenfalls nicht sicher. Die SA verblieb aktiv. Unmittelbar nach dem 30. Januar 1933 fielen der SA allein in Berlin mehrere Menschen zum Opfer und viele wurden verletzt. SA-Trupps organisierten auf eigene Faust Hausdurchsuchungen und Verhaftungen.

Am 22. Februar 1933 wurde durch den kommissarischen preußischen Innenminister Hermann Göring die preußische Hilfspolizei gegründet. Sie rekrutierte sich vornehmlich aus den Reihen der SA, die damit in den staatlichen Machtapparat eingebunden wurde. Die SA konnte nun mit staatlicher Autorität und umfassenden Zuständigkeiten operieren, was einerseits ihr Handlungsbedürfnis befriedigte, es andererseits zugleich auch kanalisierte. Zusätzlich veranlasste die massive Präsenz der SA die regulären Polizeikräfte, sich den neuen Machthabern anzupassen. Es wird geschätzt, dass allein in Berlin etwa 3000 bis 5000 SA-Männer zu Hilfspolizisten ernannt wurden.

In diesem Zusammenhang trat die SA-Feldpolizei, deren Stammsitz in der Berliner General-Pape-Straße war, in Erscheinung. Während diese Sondereinheit der SA-Führung anfangs zur Verfolgung und Inhaftierung von Regimegegnern eingesetzt wurde, erhielt sie später zunehmend innerorganisatorische Ordnungsaufgaben, die sie unter ihrer neuen Bezeichnung SA-Feldjägerkorps bis 1935 ausübte. Die preußische Hilfspolizei wurde hingegen bereits Anfang August 1933 wieder aufgelöst.

Die „Reichstagsbrandverordnung“ wurde unmittelbar nach dem Reichstagsbrand in der Nacht auf den 28. Februar 1933, einige Tage vor der Reichstagswahl 1933 erlassen. Damit wurden die Grundrechte der Weimarer Verfassung praktisch außer Kraft gesetzt und der Weg für die legalisierte Verfolgung politischer Gegner der NSDAP durch Polizei und SA bereitet.

Hitlers Doppelspiel

Für Hitler war die SA gerade wegen des Terrors, den sie ausübte, in der ersten Phase der Machtübernahme extrem nützlich. Einerseits konnte er mit ihrer Hilfe seine Gegner einschüchtern und terrorisieren, andererseits konnte er sich bei den Konservativen als die einzige Person darstellen, die in der Lage war, die SA zu bändigen. Je nach Umständen drohte er implizit damit, der SA wirklich freie Hand zu lassen, oder versprach, mäßigend auf sie einzuwirken. Mit dieser Taktik brachte er die Konservativen dazu, dem Terror zuzustimmen und ihn auch noch dafür zu belohnen, dass er den Terror auf einem „erträglichen Niveau“ hielt.

„Röhm-Putsch“ 1934

Nachdem Adolf Hitler auch dank der SA im Laufe des Jahres 1933 seine Macht immer weiter gesichert hatte, entzog er ihr im Sommer 1934 die Gunst. Am 30. Juni 1934 besuchte Hitler Röhm an dessen Urlaubsort Bad Wiessee. Er beschuldigte ihn, Putschpläne zu hegen, und machte ihm seine Homosexualität zum Vorwurf. In der Parteiführung war es ein offenes Geheimnis, dass Röhm und Teile seiner Umgebung homosexuelle Neigungen hatten. Zeitungen hatten diese Information auch schon vor 1933 verbreitet, wie zum Beispiel Fritz Gerlichs „Der gerade Weg“. Das gespielte Entsetzen Hitlers über die erst nach dem „Röhm-Putsch“ offiziell bekannt gegebene Homosexualität Röhms kommentierte ein politischer Witz sinngemäß: „Wie entsetzt wird Hitler erst sein, wenn er merkt, dass Göring dick ist und Goebbels einen Klumpfuß hat?“ Röhm und seine engsten Gefolgsleute (wie auch andere unbequem gewordene Personen) wurden verhaftet und später ermordet. Es gibt bis heute keine Hinweise darauf, dass ein Putsch durch Röhm ernsthaft geplant war oder unmittelbar bevorstand. Ermordet wurden neben Röhm unter anderem SA-Obergruppenführer Heines, der vorherige Reichskanzler Kurt von Schleicher mit seiner Frau, Gustav von Kahr und Gregor Strasser.

Die Liquidierung hatte für Hitler mehrere Vorteile:

Mit der Ruhigstellung der Sturmabteilung präsentierte er sich dem Ausland und dem deutschen Bürgertum als rechtschaffener Staatsmann.

Mit der Beseitigung der paramilitärischen Konkurrenz verschaffte er sich das Vertrauen der Reichswehrgeneräle.

Mit der Entmachtung der vornehmlich aus Arbeitslosen und Kleinbürgern bestehenden SA stieg Hitler in der Gunst der deutschen Groß- und Schwerindustrie weiter auf.

Durch die Enthauptung der zwischenzeitlich auf 400.000 Mitglieder angewachsenen SA wurde eine potentiell gefährliche innerparteiliche Macht neutralisiert.

Die Kaltstellung der SA ermöglichte es dem Führer der SS, Heinrich Himmler, die ursprünglich als Leibwache Hitlers konzipierte SS von der Mutterorganisation SA zu emanzipieren und auch formal als eigenständige Organisation im Nationalsozialismus zu etablieren. In den folgenden Jahren konnte Himmler der SS, ihren Untergliederungen (zum Beispiel SD, Waffen-SS) und damit auch sich selbst eine im NS-Staat fast beispiellose Machtfülle erarbeiten.

Nach 1934

Nach der Ausschaltung Röhms und seiner Gefolgsleute – nach Schätzungen gab es etwa 130 Tote – wurde die SA nahezu bedeutungslos und diente allenfalls als Kaderreservoir für Partei und andere Organisationen.

Als Viktor Lutze zum neuen Stabschef ernannt wurde, schuf er innerhalb der SA eine SS-ähnliche Elite-Standarte. Diese trug den Namen SA-Standarte „Feldherrnhalle“. Sie war eine stehende und bewaffnete Einheit und galt als SA-Gegenstück zu den Verbänden der SS-Verfügungstruppe.

Zum landesweiten Einsatz kam die SA nochmals im November 1938 bei den Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung, die als „Reichskristallnacht“ in die Geschichte eingegangen sind. Auch wurde sie kurz vor Kriegsende als Reservoir für Kämpfer des Volkssturms genutzt, wobei SA-Angehörige häufig durch Gewalttaten an Kriegsgefangenen oder Kapitulationswilligen auffielen.

Hierarchischer Aufbau

Bis 1926 wurde der Kommandant der SA als „Oberster SA-Führer“ (OSAF) bezeichnet. Bis dahin galt die SA als eine von der NSDAP unabhängige nationalsozialistische Kampforganisation. Ab Herbst 1926 übernahm Adolf Hitler die Führung der SA, wurde also selbst Oberster SA-Führer. Für den bisherigen Amtsinhaber wurde der neue Titel SA-Reichsführer eingeführt; dieser stand von da an unter der Kontrolle der Partei. Mit der Schaffung des SA-Reichsführers wurde das Gegenstück des obersten SS-Kommandanten gebildet, der nun ebenfalls den Rang eines Reichsführers trug, aber formal weiterhin dem SA-Reichsführer unterstellt war.

Mit der Rückkehr Ernst Röhms in die SA wurde der Rang des Chef des SA-Stabes oder kurz SA-Stabschef eingeführt. Ernst Röhm war der bekannteste Inhaber diesen Ranges. Nach seinem Amtsantritt ging er auf Gegenkurs zu Hitler. Röhm wollte die SA-Kampforganisation erneut der Kontrolle der Partei entziehen. Nach der Machtergreifung (1933) forderte er die „2. Revolution“ und die Schaffung eines „NS-Volksheeres“, das die Reichswehr ablösen sollte. Deren Einheiten sollten sich der SA anschließen, in ihr aufgehen und so das „NS-Volksheer“ bilden.

Hitler, der damals die Unterstützung der Reichswehr für seine zukünftigen Kriegspläne brauchte, ließ durch bewusst verfälschte und verbreitete Zitate Röhms den Eindruck verbreiten, Röhm wolle zu einem Aufstand anstiften. Bei 3,5 Millionen SA-Angehörigen hätte die Ordnungsmacht (Polizei oder/und Reichswehr) nicht viel dagegen unternehmen können. Röhm betonte mehrmals intern in Parteikreisen: „Bedenkt, fast vier Millionen Rabauken stehen hinter mir!“. Auch wenn es nur im Spaß gesagt war, klang das in den Ohren Hitlers und der Reichswehrführung sehr bedrohlich.

Verbreitet wurden diese „Revolutionsgerüchte“ vor allem durch das einstige SA-Oberhaupt Hermann Göring und den Reichsführer-SS Heinrich Himmler, der damals noch die Dienstgradabzeichen eines SS-Obergruppenführers trug.

Himmler versicherte Röhm schriftlich mehrmals die bedingungslose Treue seiner selbst und der SS. Ungeachtet dessen wurde die SA-Führung am 30. Juni/1. Juli 1934 durch Angehörige des – allgemein durch seine Brutalität gefürchteten – SS-Totenkopfwachsturmbannes „Oberbayern“ verhaftet und sofort durch ein Exekutionskommando der Leibstandarte-SS Adolf Hitler erschossen. Dieses aus den Angehörigen der ersten zwei Schützenkompanien der Leibstandarte gebildete Exekutionskommando stand unter dem Befehl Josef „Sepp“ Dietrichs.

Röhm selbst wurde am 1. Juli durch den Dachauer Kommandeur des Wachsturmbanns „Oberbayern“ Theodor Eicke und dessen Stellvertreter Michel Lippert in Röhms Zelle erschossen.

Röhms Nachfolger als Stabschef, Viktor Lutze, wurde im August 1934 als „Reichsleiter SA“ Adolf Hitler persönlich unterstellt. Er erhielt nun eigene Dienstgradabzeichen. Nach dem Unfalltod Lutzes im Jahre 1943 wurde Wilhelm Schepmann Stabschef.

Interne Gliederung (nach dem Stand von 1934)

Die SA gliederte sich in 21 Gruppen. Diese Anzahl ist im Verlaufe der folgenden Jahre im Zusammenhang mit administrativen Notwendigkeiten und der kriegsbedingten Eroberung neuer Gebiete verändert worden. Jede Gruppe bestand aus mehreren Brigaden. Die weiteren Untergliederungen (Einheiten und Untereinheiten) waren Standarte, Sturmbann, Sturm, Trupp und Schar. SA-Mann im weiteren Sinne war die Bezeichnung für alle Angehörigen der SA. Der SA-Mann kann im speziellen Sinne sein: SA-Führer (vom Sturmführer einschl. aufwärts), SA-Unterführer (vom Scharführer einschl. bis Obertruppführer einschl.) und SA-Mann (Rottenführer, Sturmmann, SA-Mann). Alle noch nicht endgültig eingereihten oder überführten Angehörigen der SA trugen die Bezeichnung SA-Anwärter. In der Gliederung der SA war die niedrigste Einheit der Sturm; Trupps und Scharen waren Untereinheiten.

Außer der aktiven SA sind als weitere Formationen zu erwähnen: SA-Reserve I und SA-Reserve II. Im Jahr 1938 wurde die Organisationsstruktur der SA nach rein militärischen Gesichtspunkten reorganisiert. Bei dieser Reorganisierung fielen die SA-Reserven I und II weg.

Äußeres, visuelles Auftreten

Uniformierung

Seit 1924 trugen die Angehörigen der „NS-Kampforganisationen“ das so genannte „Lettow-Hemd“, benannt nach dem Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika Lettow-Vorbeck. Zuvor wurden (1920–1923) die Uniformen getragen, mit denen ehemalige Soldaten in der SA ausgemustert waren. Mitglieder, die nicht ehemalige Soldaten waren, legten sich graue Windjacken als Uniformersatz zu.

Das auch später offiziell als „Braunhemd“ bezeichnete Parteihemd wurde nur durch Zufall eingeführt: Der Ende 1923 nach Österreich geflohene Freikorps- und SA-Führer Gerhard Roßbach konnte einen größeren Posten brauner Hemden erwerben. Diese waren ursprünglich für die deutsche Schutztruppe in Afrika unter Lettow-Vorbeck vorgesehen gewesen. Nach seiner Rückkehr führte Roßbach diese Hemden in der SA ein.

In einem mündlichen Gespräch mit Georg Franz-Willing, der als Mitarbeiter des Institute for Historical Review und Holocaustleugner hervorgetreten ist, erklärte Roßbach hingegen, dass er einen bestimmenden Einfluss auf das Aussehen des Braunhemds gehabt habe. Auch wird im so genannten „Ehrenbuch der SA“ von 1934 geschildert, dass das Braunhemd ursprünglich von den „Roßbachabteilungen“ der SA getragen worden sei und erstmalig am 5. April 1925 Verwendung fand. Es ist somit auch durchaus denkbar, dass Roßbach sich mit seiner ursprünglichen Aussage einer „Zufallsentdeckung“ lediglich vom NS-Regime distanzieren wollte. Die Uniform musste von jedem SA-Mann selbst erworben werden, weswegen man auf (vor allem frühen) Bildern häufig unvollständig ausgerüstete SA-Mitglieder sieht.

Am linken Arm wurde die „Kampfbinde“, ein rotes Band mit schwarzem Hakenkreuz in einem weißen Kreis, getragen.

Über die propagandistische Wirkung der Braunhemden in der Öffentlichkeit waren sich die SA-Leute durchaus bewusst. Als im Jahre 1930 in Bayern und Preußen das öffentliche Tragen des Braunhemdes verboten wurde, wich die SA-Führung in einer Blitzaktion auf das Tragen von weißen Hemden aus, ohne sich ansonsten in ihren Aktivitäten weiter stören zu lassen, was die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die SA nur noch weiter verstärkte. Nach Ablauf des Verbotes kehrte man zum Tragen des Braunhemdes zurück.

1932 bekam die Firma Hugo Boss von der NSDAP-Parteileitung den Auftrag, standardisierte Uniformen für die NS-Organisationen zu entwerfen. Mit Ausnahme der SS wurden bei allen Parteiorganisationen Uniformen in diversen Brauntönen eingeführt.

Zum Braunhemd trugen die SA-Männer einen braunen Binder, braune Breecheshosen und Stiefel (in seltenen Fällen und vorwiegend durch höhere Führer zu festlichen Anlässen auch „normale lange Hosen“ und eine Uniformjacke in militärischem Schnitt, ebenfalls mit brauner Grundfarbe). Typisch war die SA-Mütze, eine Schaftmütze mit brauner Grundfarbe, ursprünglich weich und einfarbig braun mit Lederschirm und Sturmriemen. Ab August 1929 erhielt die SA-Mütze einen steifen Korpus, aus dessen oberem farbigen Besatz die territoriale Zugehörigkeit des SA-Mannes (Gau- und Gebietsgliederung) erkennbar war. Silberne Litzen in verschiedener Breite deuteten darüber hinaus auf die Dienststellung des Trägers hin.

Die Rangabzeichen wurden auf dem linken, vom Standartenführer aufwärts auf beiden Kragenspiegeln getragen, deren Grundfarbe mit dem farbigen Randbesatz der SA-Mütze übereinstimmte. Um den Kragen des Braunhemdes verlief bei diesen Rangstufen eine silberne, gedrehte Schnur. Die Nummern auf dem rechten Spiegel bezeichnen den SA-Sturm und die Standarte, zum Beispiel: 1/5 bedeutet Sturm 1 der Standarte 5. Die Mitglieder vom Stab führten nur die Nummer der Standarte, zum Beispiel 5 oder des Sturmbanns, zum Beispiel III/5. Auf der rechten Schulter wurden Achselstücke getragen in Zweifarbenschnur, Silber und Gold. Sofern der SA-Mann auch Mitglied der NSDAP war (was zwar nicht selbstverständlich, bei höheren SA-Führern aber Voraussetzung für ihre Dienststellung war), wurde auf dem braunen Binder „auf der Höhe der Brustwarzen“ ein Parteiabzeichen der NSDAP getragen.

Zur Uniformierung gehörten weiterhin ein braunes Lederkoppel, an dem auf der linken Hüfte der SA-Dolch getragen wurde, mit Koppelschloss und ein Schulterriemen.

Fahnenkult

Von Anfang an spielte die Verwendung von Fahnen, vorwiegend mit dem Symbol des Hakenkreuzes, in der SA als Feldzeichen, aber auch in bloßer Anhäufung als Dekoration gegenüber der Öffentlichkeit eine bedeutsame Rolle.

Neben so genannten „Sturmfahnen“, die den jeweiligen „Sturmabteilungen“ übergeben wurden, führte jede Einheit eine – von Adolf Hitler im Jahr 1922 entworfene – „SA-Standarte“ als Feldzeichen, die sich in ihrer Gestaltung an alte römische Vorbilder und Vorbilder aus napoleonischer Zeit anlehnte und die Gegenstand eines ausgedehnten Fahnenkultes war. Die Standarten besaßen gegebenüber den „Sturmfahnen“ den Vorteil, dass ihr Abbild unabhängig von den Witterungsbedingungen immer sichtbar war. Die Aufschrift „DEUTSCHLAND ERWACHE“ entstammte dem Lied „Sturm, Sturm, Sturm“ von Dietrich Eckart. Die ersten vier Standarten wurden vom Münchener Goldschmied Gar angefertigt und im Januar 1923 auf dem Parteitag in Nürnberg feierlich übergeben. Die umfassende Einführung der SA-Standarten begann 1926 in Weimar, als Adolf Hitler „mit Treueversprechen“ und einem mystischen, ans Religiöse grenzenden Zeremoniell die SA-Standarten übergab.

Auf dem Parteitag 1927 in Nürnberg wurden weitere 12 SA-Standarten vor ihrer Übergabe an die Trägereinheiten „feierlich geweiht“. Zu diesem Zweck verwendete man das Hakenkreuzfahnentuch, das beim Hitlerputsch am 9. November 1923 in München beim Marsch auf die Feldherrnhalle als Fahne vorausgetragen worden war. Die Fahne wurde zur „Blutfahne“ erklärt, um die Verbindung mit den ersten „Blutzeugen“ der Bewegung zu demonstrieren. Ob das Fahnentuch bei dieser Gelegenheit tatsächlich mit dem Blut von verwundeten oder erschossenen Demonstranten „getränkt“ worden ist, wird widersprüchlich diskutiert. Mit einem Zipfel dieser „Blutfahne“ berührte Hitler im Verlauf der Fahnenweihe in dunkler Blut-und-Boden-Symbolik das Fahnentuch jeder neuen Standarte, um „die Kräfte der Märtyrer der Bewegung“ auf die Fahne und dadurch auch auf die von ihr geführte SA-Einheit zu übertragen.

Altgediente SA-Männer

Angehörige der SA, die in der Zeit vom 1. Januar 1925 bis einschließlich 30. Januar 1933 in die SA eingetreten waren, wurden als „Altgediente SA-Männer“ bezeichnet. Sie trugen am Ärmelaufschlag beider Unterärmel grausilberne Ärmelstreifen, deren Zahl und Breite nach dem Eintrittsjahr gegliedert verschieden war.

Absolventen der SA-Reichsführerschule bekamen seit den 1930er Jahren die Tyr-Rune verliehen.

SA-Sportabzeichen

Das SA-Sportabzeichen wurde geschaffen, um auch in den Reihen der „unpolitischen“ Sportler eine engere Anknüpfung an das nationalsozialistische Gedankengut zu schaffen.

Dienstränge

Gliederung, Abzeichen und Ränge der SA dienten als Vorbild für die Organisationsstruktur der SS sowie der anderen „NS-Kampforganisationen“ NSKK und NSFK.

Die Dienstränge (siehe dort tabellarischer Vergleich mit SS, Polizei und Wehrmacht) waren:

SA-Anwärter

SA-Mann

SA-Sturmmann

SA-Obersturmmann (nicht im Bild rechts)

SA-Rottenführer

SA-Scharführer

SA-Oberscharführer

SA-Truppführer (Feldwebel)

SA-Obertruppführer

SA-Haupttruppführer (nicht im Bild rechts)

SA-Sturmführer (Leutnant)

SA-Obersturmführer

SA-Sturmhauptführer (ab Oktober 1934: SA-Hauptsturmführer)

SA-Sturmbannführer (Major)

SA-Obersturmbannführer

SA-Standartenführer

SA-Oberführer

SA-Brigadeführer (General)

SA-Gruppenführer

SA-Obergruppenführer

SA-Chef des Stabes

Presseorgan

Seit März 1928 erschien im Völkischen Beobachter eine monatliche Beilage unter dem Titel „Der SA-Mann“, die ab dem 5. Januar 1932 durch die Oberste SA-Führung als selbständiges Wochenblatt herausgegeben wurde. Chefredakteur der Zeitung, die sich in erster Linie mit militärischen Themen sowie internen Angelegenheiten von SA und NSDAP beschäftigte, war Joseph Berchtold.

 

Die Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) wurde in der Weimarer Republik am 4. April 1925 als Sonderorganisation der NSDAP zunächst zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet. Sie unterstand seit dem Reichsparteitag 1926 der Sturmabteilung (SA) und wurde nach dem vermeintlichen „Röhm-Putsch“ 1934 zu einer eigenständigen paramilitärischen Organisation der NSDAP, die zugleich den parteiinternen „Polizeidienst“ ausübte. In der Zeit des Nationalsozialismus war die SS maßgeblich am Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten.

Geschichte

Stabswache und Stoßtrupp Adolf Hitler

Vorläuferorganisation der SS war der Stoßtrupp Adolf Hitler. Im Mai 1923 wurde auf Anordnung Adolf Hitlers ein Saal-Schutz der NSDAP gebildet. Dieser setzte sich ursprünglich aus den zwei SA-Angehörigen Julius Schreck und Joseph Berchtold sowie einigen Angehörigen des Münchener Infanterie-Regimentes 19 zusammen. Mitte 1923 wurde dann, nachdem sich Hermann Ehrhardt mit Ernst Röhm und Adolf Hitler überworfen hatte, dieser Saal-Schutz aufgelöst und nun aus zwölf SA-Angehörigen der Stoßtrupp Adolf Hitler gebildet. Er sollte Hitler vor Übergriffen der parteieigenen Sturmabteilungen schützen. Der Gruppe standen die zwei ehemaligen Angehörigen der Stabswache, Julius Schreck und Josef Berchtold, vor. Die weiteren Mitglieder waren Ulrich Graf, Emil Maurice, Christian Weber, Josef Dietrich, Rudolf Heß, Jakob Grimminger und Walter Buch sowie Karl Fiehler. Nach dem missglückten Hitler-Ludendorff-Putsch (8./9. November 1923) wurde dieser mit der NSDAP verboten und aufgelöst.

Aufstellung

Am 1. April 1925 erhielt Julius Schreck den Auftrag Hitlers, eine neue Einheit zu bilden, die den Saalschutz der NSDAP-Veranstaltungen übernehmen sollte. Bereits am 4. April wurde aus acht Angehörigen des ehemaligen „Stoßtrupps Adolf Hitler“ diese neue Einheit gebildet, die rasch ausgebaut und über das ganze Deutsche Reich ausgedehnt wurde. Über verschiedene Namensstufen wie Saal-Schutz, Schutzkommando und Sturmstaffel wurde schließlich am 9. November des gleichen Jahres auf dem NSDAP-Reichsparteitag der Name Schutzstaffel offiziell eingeführt. Diesen Namen schlug der damalige SA-Führer Hermann Göring in Anlehnung an eine Fliegerbegleitstaffel Manfred von Richthofens im November vor. Schreck wurde nun als „Oberleiter“ Kommandant der SS.

Die Aufgaben der Organisation beschrieb Hitler in einem Führerbefehl vom 7. November 1930 wie folgt: „Die Aufgabe der SS ist zunächst die Ausübung des Polizeidienstes innerhalb der Partei.“

Das Symbol der Schutzstaffel bildete sich seit 1930 aus zwei nebeneinander liegenden, blitzähnlichen weißen „Sig-Runen“ im schwarzen Feld.

Konkurrenz zur SA

Mit einer Beschränkung der Sollstärke auf zehn Prozent der Sturmabteilung wollte die SA-Führung die SS kleinhalten. In den Gauen durfte mit dem Aufbau einer Schutzstaffel erst begonnen werden, wenn der Aufbau eines vollständigen SA-Sturmes abgeschlossen war. Mit Ausnahme Berlins, wo die SS die doppelte Stärke haben sollte, wurde die Sollstärke auf höchstens zehn Männer und einen Führer festgelegt.

Unzufrieden mit seinem geringen Handlungsspielraum trat Joseph Berchtold 1927 als Reichsführer SS zurück. Berchtolds Nachfolger wurde Erhard Heiden, der ein 27-jähriges Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge zu seinem Stellvertreter ernannte: Heinrich Himmler. Heiden wurde von der SA und ihrer Führung nicht ernst genommen. Die übergeordnete SA bestand in den Augen der SS-Mitglieder nur aus „Vertretern des Rabaukentums“, während die SA ihrerseits die SS aufgrund ihres selbsternannten „Elitetums“ argwöhnisch betrachtete, zumal ihr Hitler am 9. November 1926 die Betreuung der sogenannten „Blutfahne“ überlassen hatte. Am 5. Januar 1929 wurde Heiden von Hitler als Reichsführer SS entlassen. Der Grund für seine Entlassung war, dass er seine schwarzen SS-Uniformhosen bei einem befreundeten jüdischen Schneider anfertigen ließ. Heiden wünschte nun am 22. Januar 1929 seine komplette Streichung aus allen SS-Mitglieder- und Organisationslisten und wandte sich wieder der SA zu. Im April 1933 wurde Heiden auf Befehl Heinrich Himmlers in München ermordet.

Beteiligungen an Kriegshandlungen

Am 12. März 1938 nahmen auch Truppenteile der SS-Verfügungstruppe am Einmarsch der Wehrmacht in Österreich teil, wo sie in Wien ein bewaffnetes SS-Regiment aufbauten: die SS-Standarte Der Führer.

Im Oktober 1938 zog die SS-Verfügungstruppe ins tschechische Sudetenland ein, das die Tschechoslowakei nach dem ihr Ende September aufgezwungenen Münchner Abkommen an das Deutsche Reich abzutreten hatte. Im März 1939 wurde die so genannte „Rest-Tschechei“ besetzt und als Reichsprotektorat Böhmen und Mähren organisiert. Die SS wurde mit der Zerschlagung des Widerstandes beauftragt. Der Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich wurde später stellvertretender Reichsprotektor des besetzten Gebietes. Im Herbst 1939 wurden die Leibstandarte, die Verfügungstruppe und die Totenkopfverbände langsam zur Waffen-SS verschmolzen. Heinrich Himmler wollte als Reichsführer-SS seine Schutzstaffel zu einem umfassenden Staatsschutzkorps ausbauen, das an allen Fronten die inneren und äußeren Feinde des NS-Staates bekämpfen sollte. Trotz aller Differenzen innerhalb der verzweigten SS-Organisationsstruktur blieb die SS auf ein einheitliches ideologisches Ziel ausgerichtet. Dementsprechend gab es eine einheitliche Ausbildung der Führungskräfte in den beiden SS-Junkerschulen in Bad Tölz und Braunschweig. Die militärische und ideologische Schulung unterschied nicht, ob die Führungskräfte in der SS-Verwaltung, an der militärischen Front, im SD oder in den Konzentrationslagern eingesetzt werden sollten.

Der erste Kampfeinsatz der SS erfolgte beim Polenfeldzug. Die Wehrmacht befürchtete eine zunehmende Konkurrenz durch die SS-Verfügungstruppe, konnte aber die Zusammenlegung der bisherigen Regimenter Germania, Der Führer, Totenkopf und der Leibstandarte-SS Adolf Hitler zur SS-Verfügungsdivision nicht verhindern. Aber: Die kämpfenden SS-Verbände dieser SS-VT-Division unterstanden weiterhin dem Oberkommando der Wehrmacht und wurden nun auf verschiedene Heeresteile verteilt, d. h. die SS-VT-Division kämpfte nicht als einheitlicher Verband. Seit 1943 beteiligten sich insbesondere die Panzerverbände der SS am Kampf im Osten, so z. B. in der Orel-Kursk Schlacht im Rahmen der Operation Zitadelle. Ab 1943 wurden auch wehrpflichtige Deutsche und Männer aus Nordwesteuropa in die SS-VT-Division eingezogen, um an der Front neben den Wehrmachtsoldaten zu kämpfen, später wurde auch der Versuch unternommen, SS-Einheiten aus anderen Ländern wie z. B. Albanien aufzustellen. Diese Versuche hatten allerdings eher geringen Erfolg, so zerfiel die albanische SS-Division „Skanderbeg“ bereits vor ihrem ersten Kampfeinsatz.

Weitere, vom Oberkommando unabhängige SS-Verbände (einige Totenkopfstandarten und nichtmilitärische Verbände) kamen hinter der Front bei „Säuberungsaktionen“ zum Einsatz und begannen mit der systematischen Verfolgung und Ermordung von Juden und Angehörigen der polnischen Intelligenz. Gemäß den Richtlinien zu Zusammenarbeit des Heeres mit den Einsatzgruppen rückten die SS-Verbände unmittelbar nach der Wehrmacht in die eroberten Ortschaften ein. Aus rassenideologischen Gründen verfolgte Menschen mussten sich auf Befehl des ranghöchsten Offiziers der Wehrmacht im Ort an einem bestimmten Platz versammeln und wurden von dort oft sofort durch die SS zu einem abgelegenen Ort gebracht und ermordet. Wehrmachtssoldaten waren oftmals Zeugen dieser Hinrichtungen und auch die Wehrmacht und deutsche Polizeibataillone führten Massenexekutionen durch.

Da diese Verbrechen ganz auf der Linie der SS- und NS-Führung im Reich lagen, ging der Ausbau der kämpfenden SS-Verbände rasch voran. Beim Angriff auf Frankreich verfügte die inzwischen gegründete Waffen-SS bereits über drei Divisionen (Das Reich, Totenkopf und die SS-Polizei-Division) und das motorisierte Regiment LAH. Die SS-Divisionen erlitten an der Front teilweise schwere Verluste. Als Freiwilligentruppe hochmotiviert, mit einer den Wehrmachtsverbänden in der Regel überlegenen Ausrüstung, wurden diese Eliteeinheiten oft an den gefährlichsten Einsatzorten verwendet. Auch im Frankreichfeldzug wurden von SS-Verbänden zahlreiche Kriegsverbrechen verübt. Massaker an hunderten sich ergebender Soldaten und an einer Vielzahl von Kriegsgefangenen sind dokumentiert.

Kriegsverbrechen und Völkermord

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs verübten Teile der Waffen-SS allein und in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht zahllose Kriegsverbrechen wie die Folterung und Ermordung von Kriegsgefangenen, Massenexekutionen von Zivilisten und die Vertreibung zahlreicher Menschen aus den besetzten Gebieten.

Über das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt mit der Inspektion der Konzentrationslager (IKL) betrieb die NSDAP die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager. Deren Bewachung und Ausübung der Polizeigewalt wurden von den SS-Totenkopf-Wach-Einheiten direkt und in der Regel alleinverantwortlich durchgeführt. Die SS war damit verantwortlich für Demütigung, Folterung und die Ermordung von Millionen Menschen.

In den Nürnberger Prozessen wurde die SS als Gesamtorganisation der NSDAP (d.h., einschließlich der Waffen-SS, der SS-Totenkopfverbände und des SD) – mit Ausnahme der so genannten Reiter-SS und des SS-eigenen Vereins Lebensborn – als Hauptinstrument des politischen Terrors zur verbrecherischen Organisation erklärt.

Dies sollte dem Umstand Rechnung tragen, dass bei einer Gesamtzahl von mehreren hunderttausend SS-Angehörigen nicht jeder einzelne direkt an Kriegsverbrechen beteiligt war, allerdings die verbrecherischen Handlungen nicht ohne die organisatorische, praktische und moralisch-ideologische Unterstützung der gesamten Organisation hätten durchgeführt werden können. Zudem erwies es sich als schwierig, die Gräueltaten dem einzelnen SS-Mitglied zuzuordnen, so dass sie zunächst nur einer relativen Minderheit im Einzelnen nachgewiesen wurden.

Organisation

Organisationsentwicklung

Zunächst der SA unterstellt, entwickelte sie sich zu einer Organisation mit „Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP. Mit der Berufung Heinrich Himmlers zum Reichsführer-SS 1929 begann ein grundlegender Wandel der Organisation. Vordem eine kleine Gruppierung von wenigen hundert Mann innerhalb der SA, sollte sie nach Himmler zur Kampftruppe der NSDAP ausgebaut werden, „ein nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter Männer, von denen jeder bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom Führer kommt.“ Die SS wurde von ihm gleichzeitig zu einer „Elite“- und einer Massenorganisation ausgebaut.

Der elitäre Charakter zeigte sich in den rassebiologischen und weltanschaulichen Kriterien, die erfüllt werden mussten, um der SS angehören zu können. Die SS sollte als „Sippengemeinschaft“ eine Verkörperung der nationalsozialistischen Herrenmenschenideologie darstellen und als „Bewahrer der Blutsreinheit“ zur Keimzelle der nordischen Rassendominanz werden. Die Auswahlkriterien beschränkten sich daher nicht auf die Bewerber selbst; auch Ehefrauen der SS-Mitglieder wurden hinsichtlich ihrer „Rassenreinheit“ überprüft. Die Ideologie der SS als Führungsorden manifestierte sich auch in der Anlehnung an Vorstellungen mittelalterlicher Rittergemeinschaften, mit deren Hilfe sie sich – etwa durch Rituale in Weihestätten oder Symbole wie den SS-Totenkopfring und die Verwendung verschiedener Runensymbole (heute umgangssprachlich als „SS-Runen“ bezeichnet) oder den Ehrendolch – eine quasireligiöse Dimension zu geben versuchte.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt die SS, wie auch SA und Stahlhelm, polizeiliche Privilegien zur Verfolgung politischer Gegner. Im April 1933 befanden sich bereits über 25.000 Regimegegner in „Schutzhaft“. SA und SS begannen mit der Errichtung erster Konzentrationslager (KZ) in Dachau und Oranienburg.

Vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1934 ermordeten Teile der bewaffneten SS-Verbände, namentlich die erste und zweite Schützenkompanie der Leibstandarte-SS Adolf Hitler und der Dachauer SS-Wachsturmbann „Oberbayern“, unter dem Vorwand eines vermeintlichen „Röhm-Putsches“, die Führung der SA. Auch Konservative, andere politische Gegner und Unbeteiligte waren unter den Todesopfern. Am 20. Juli 1934 koppelte Hitler die SS von der SA ab: „Im Hinblick auf die großen Verdienste der SS, besonders im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 30. Juni 1934, erhebe ich dieselbe zu einer selbständigen Organisation im Rahmen der NSDAP.“ Die SS übernahm nun in alleiniger Verantwortung die Zuständigkeit für alle frühen Konzentrationslager (KZ) im Reich, die bis dahin teilweise noch von der SA kontrolliert worden waren. Die SS-Totenkopfverbände wurden nun ausschließlich mit der Bewachung der Lager beauftragt. Die frühen, improvisierten Haftorte und Konzentrationslager wurden – mit Ausnahme des KZ Dachau – nach und nach geschlossen. Es begann die systematische Entwicklung des NS-Lagersystems, Hitler ließ Lager nach dem Prototyp Dachau erbauen.

Im November 1934 wurde das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102 in Berlin in den Komplex der Gebäude an der Prinz-Albrecht-Straße 8 miteinbezogen und zum Sitz des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS.

Ab 1935 benannten sich die Verwaltungseinheiten der SS in Allgemeine SS um. Sie wollten sich dadurch von ihren inzwischen bewaffneten Verbänden, der SS-Verfügungstruppe und den SS-Totenkopfverbänden unterscheiden, die später die Waffen-SS bildeten. Diese Allgemeine SS, nun auch Heimat- oder Schwarze-SS genannt, unterstand nun dem neuen Kommandoamt der Allgemeinen SS in Berlin.

Damit kam es zur klassischen Dreiteilung der SS, die informell bis 1945 Bestand hatte:

Allgemeine SS

SS-Totenkopfstandarten

SS-Verfügungstruppe

Abschließende Organisationsstruktur

Der Begriff „SS“ bildete ab 1939/40 den „Dachverband“ für verschiedene Hauptämter und deren Unterabteilungen:

Das Führungshauptamt (FHA) war die betriebliche Stabsstelle (Hauptquartier) der SS. Es leitete und verwaltete die Offiziers-Schulen, medizinische Versorgung, Transportvorgänge, Lohnzahlungen und Ausrüstungen.

Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) hatte die Aufgabe, eine „rassisch wertvolle“ Führungselite herauszubilden.

Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) entstand aus der Zusammenlegung von SD und SiPo und war die zentrale Stelle zur Ausübung der polizeilichen Funktionen der SS.

Das SD-Amt Reinhard Heydrichs diente als Geheimdienst zur Bekämpfung äußerer wie innerer Gegner und zur Bespitzelung der Bevölkerung.

Die Sicherheitspolizei (Sipo) war für die Kriminal- und die Geheime Staatspolizei (Gestapo) zuständig.

Militärischer Zweig der SS war die aus Verfügungstruppen und Totenkopfverbänden gebildete Waffen-SS

Das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) steuerte die Konzentrationslager und deren Konstruktion und verwaltete die SS-eigenen Industrien, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe.

SS-Wirtschaftsbetriebe

Die SS gründete zahlreiche Firmen, u. a. 1938 die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST), die sie 1940 in den Deutschen Wirtschaftsbetrieben (DWB) zusammenfasste. Die DWB wurden von leitenden Mitarbeitern der SS-Verwaltung geführt. 1942 wurden sämtliche wirtschaftlichen Angelegenheiten im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt konzentriert. Dieses betrieb über das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge. 1943/44 gehörten etwa 30 Unternehmen mit über 100 Betrieben, in denen mehr als 40.000 Konzentrationslagerhäftlinge arbeiten mussten, zum Wirtschaftsimperium der SS. Der Hauptsitz der DWB befand sich in Oranienburg bei Berlin.

Die SS erwarb auch mehrere Mineralwasserkonzerne, so etwa die Heinrich Mattoni AG und die Apollinaris Brunnen AG.

Weiterhin gab es die „künstlerischen“ Unternehmungen der SS:

Porzellanmanufaktur Allach

Nordland-Verlag

Schwertschmiede der SS

Personalentwicklung

Als Heinrich Himmler am 6. Januar 1929 die Führung der SS von Erhard Heiden übernahm, umfasste diese Organisation nur 280 Mann als „aktive Mitglieder“. Es begann nun unter Himmler ein stetiger Ausbau der SS: Schon im Dezember desselben Jahres wurde das 1000. Mitglied verzeichnet, 1932 war sie bereits auf rund 52.000 und bis zum Herbst 1933 auf gut 204.000 Mitglieder angewachsen.

Zu Kriegsbeginn am 1. September 1939 wurden rund 60 % ihrer Mitglieder zur Wehrmacht eingezogen. Das hieß, dass von den damaligen 260.000 SS-Mitgliedern 170.000 ihren Kriegsdienst in den drei Wehrmachtsteilen Heer, Luftwaffe und Marine taten. Nur ca. 36.000 wurden von der Waffen-SS übernommen. Die übrigen Mitglieder waren entweder für den Kriegsdienst zu alt oder waren auf „unabkömmliche Posten“ im Öffentlichen Dienst oder bei den Polizeikräften eingesetzt.

Gegen Ende des Krieges (1944/45) umfasste die SS formal über 840.000 Mitglieder, zu denen auch das „SS-Führerkorps“ (d. h. Führungsschicht in den SS-Hauptämtern und die Offiziere sowie die Unteroffiziere der Waffen-SS) und auch Polizeioffiziere gehörten, sobald ihr Dienstgrad einem SS-Rang entsprach. Die Zugehörigkeit der Offiziere von Waffen-SS und Polizei zur SS wurde von Amts wegen begründet; für die Mannschaften der Waffen-SS und Polizei war eine Übernahme in die SS erst für die Zeit nach Ende des Krieges vorgesehen. Vor dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg machte Robert Brill, ehemaliger Leiter des „Ergänzungsamtes der Waffen-SS“, am 5. und 6. August 1946 Angaben zur Personalentwicklung der Waffen-SS.

„Bei Kriegsende war die Waffen-SS noch ca. 550.000 Mann stark, bis Ende Oktober 1944 sind 320.000 Mann gefallen oder schwerstverletzt worden. (…) In der Waffen-SS dienten etwa 400.000 Reichsdeutsche, 300.000 Volksdeutsche und 200.000 Angehörige anderer Völker. (…) Im Jahr 1944 wurde die Masse der noch Kriegsverwendungsfähigen aus den Wachmannschaften der Konzentrationslager herausgezogen und für den Wehrdienst freigemacht. Bis dahin wurden die Wachmannschaften aus Notdienstverpflichteten der Allgemeinen SS und des ehemaligen Frontkämpferbundes 'Kyffhäuser' gestellt. 1944 kam noch ein starkes Kontingent aus der Wehrmacht. Es handelte sich meines Wissens zunächst um 10.000 Mann. Später mehr. (…) Meines Wissens setzten sich die Wachverbände in den KZs im Jahre 1944 aus 6.000 Notdienstverpflichteten, 7.000 Volksdeutschen, 7.000 Heeresangehörigen und einer Anzahl von Luftwaffenangehörigen zusammen. (…)“

– Documents of the Major War Criminals Vol. XX, p. 371–471

Blutgruppentätowierung

Angehörige der Allgemeinen SS, die sich zur Waffen-SS gemeldet hatten und auch von dieser übernommen wurden, trugen eine Tätowierung der Blutgruppe auf der Innenseite des linken Oberarms. Dieser Umstand erleichterte den Alliierten während und nach dem Krieg die Zuordnung angeblicher Wehrmachtsangehöriger und Zivilisten zur Waffen-SS. Oft versuchten deren Angehörige, sich vor der Gefangennahme durch andere Uniformen und Kleidung zu tarnen.

SS-Angehörige, die in den drei Wehrmachtteilen eingesetzt waren, betraf diese Tätowierung nicht, da die Blutgruppe auf deren Wehrmachts-Kennmarken vermerkt war.
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