Die
Soldaten der Bewegung (auf dem Reichsparteitag 1936 / Reichsparteitag der
Ehre).
Originaldruck
von 1936.
Mit
zwei Fotoabbildungen auf Vorder- und Rückseite:
SA-Mann
mit Standarte.
SS
ist auf dem Reichsparteitag angetreten.
Größe 234 x 332 mm.
Papier
wellig, am oberen Rand etwas altersfleckig, sonst noch guter bis sehr guter
Zustand.
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Historische Informationen zum
Artikel:
Der Begriff
Reichsparteitag wird heute allgemein auf die Reichsparteitage der NSDAP bezogen,
die von 1923 bis 1938 in Deutschland stattfanden und besonders ab 1933, in der
Zeit des Nationalsozialismus, große Propagandaveranstaltungen der Staatsführung
um Adolf Hitler bildeten.
Geschichte
Die ersten
Reichsparteitage der NSDAP fanden 1923 (27. bis 29. Januar) in München und 1926
(3. bis 4. Juli) in Weimar statt. 1928 wurde der Reichsparteitag aus Mangel an
finanziellen Mitteln abgesagt. Zwei weitere wurden 1927 (19. bis 21. August) und
1929 (1. bis 4. August) in Nürnberg abgehalten. Nürnberg wurde zunächst aus
pragmatischen Gründen als Veranstaltungsort gewählt. Nürnberg lag zentral im
Deutschen Reich und besaß mit dem Luitpoldhain eine für Großveranstaltungen
geeignete Versammlungsstätte. Auch konnte die NSDAP bei der Organisation auf die
in Franken gut organisierte Partei unter Gauleiter Julius Streicher
zurückgreifen. Die Nürnberger Polizei stand der Veranstaltung wohlwollend
gegenüber. Später wurde der Veranstaltungsort gerechtfertigt, indem die
Reichsparteitage in die Tradition der Nürnberger Reichstage des
mittelalterlich-kaiserlichen Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation gestellt
wurden.
Nach 1933
wurden sie als Reichsparteitage des Deutschen Volkes jeweils in der ersten
Septemberhälfte in Nürnberg durchgeführt und dauerten in der Regel acht Tage
lang. Nach der NSDAP-Ideologie sollte dabei die Verbundenheit von Führung und
Volk bekundet werden. Das wurde zum Ausdruck gebracht durch eine jährlich
wachsende Zahl von zuletzt mehr als einer halben Million Teilnehmern und
Besuchern aus allen Gliederungen der Partei, der Wehrmacht und des
Staatsapparates. Seit 1933 wurde jeder Parteitag unter einen programmatischen
Titel gestellt, der sich auf bestimmte Ereignisse
bezog:
30. August –
3. September 1933: Der Titel Reichsparteitag des Sieges nimmt Bezug auf die
Machtergreifung und den Sieg über die Weimarer Republik (eigentlich: Kongreß des
Sieges).
5. – 10.
September 1934: Dieser Parteitag hatte zunächst kein Motto. Nachträglich wurde
er Reichsparteitag der Einheit und Stärke, Reichsparteitag der Macht oder, unter
Bezugnahme auf den Riefenstahl-Film Triumph des Willens, Reichsparteitag des
Willens genannt (es gab auch die gleiche Bezeichnung für den Reichsparteitag,
also Triumph des Willens).
10. – 16.
September 1935: Reichsparteitag der Freiheit: Mit Freiheit war die
wiedereingeführte allgemeine Wehrpflicht und damit einhergehende 'Befreiung' vom
Versailler Vertrag gemeint.
8. – 14.
September 1936: Reichsparteitag der Ehre: Durch die Rheinlandbesetzung wurde in
den Augen der NSDAP-Führung die deutsche Ehre wiederhergestellt.
6. – 13.
September 1937: Beim Reichsparteitag der Arbeit wurde Bezug genommen auf die
Verringerung der Arbeitslosigkeit seit der Machtübernahme.
5. – 12.
September 1938: Wegen des Anschlusses Österreichs an Deutschland wurde diese
Veranstaltung Reichsparteitag Großdeutschland genannt.
2. – 11.
September 1939: Der Name Reichsparteitag des Friedens sollte der Bevölkerung und
dem Ausland den Friedenswillen Deutschlands dokumentieren. Er sollte am 2.
September starten, wurde aber ohne Angabe von Gründen schon Ende August
abgesagt. Am 1. September begann mit dem Überfall auf Polen der Zweite
Weltkrieg.
Ablauf
Wichtigster
Inhalt der Reichsparteitage war die fast religiös anmutende Ausrichtung auf
Adolf Hitler. Er stand als von der Vorsehung gesandter nationaler Erlöser und
Führer großen Menschenmengen gegenüber, die seine Reden hörten, ihm Eide
schworen und an ihm vorbei marschierten. Als Sinnbild für die Volksgemeinschaft
sollten sie die Stärke des deutschen Volkes demonstrieren. Die Besucher der
Reichsparteitage ordneten sich freiwillig der Disziplin und Ordnung unter und
sollten unter einem gemeinsamen Willen als "neues Volk" wieder
auferstehen.
Wichtiger
Bestandteil der Reichsparteitage waren auch zahlreiche Aufmärsche und Paraden
aller Organisationen des NSDAP-Staates (Wehrmacht, SA, SS, Hitler-Jugend,
Reichsarbeitsdienst, Bund Deutscher Mädel, u. a.) und die Verkündung von
wichtigen Eckpunkten der nationalsozialistischen Ideologie. So wurden während
des Reichsparteitages 1935 die Nürnberger Rassengesetze „zum Schutz des
deutschen Blutes“ verkündet. Aber die Machtdemonstration der NSDAP-Verbände
sollte sich nicht nur auf das Reichsparteitagsgelände abseits der Innenstadt
beschränken. Die Vorbeimärsche der verschiedenen Formationen vor dem "Führer"
auf dem im Herzen der Altstadt gelegenen Hauptmarkt - seit April 1933:
Adolf-Hitler-Platz - verbanden das Parteitagsgeschehen eng mit der Stadt.
Zahlreiche, nicht selten begeisterte Zuschauer säumten die Strecke der
Marschierenden quer durch die Innenstadt. Auf dem Paradeplatz selbst wurden
eigens Holztribünen aufgebaut. Die langen Züge der Massen durch die
fahnengeschmückte historische Kulisse Nürnbergs stellten die gewünschte
Verbindung her zwischen der ehemaligen "Stadt der Reichstage" und der "Stadt der
Reichsparteitage". Die Partei ohne lange Geschichte bemächtigte sich der
Vergangenheit des traditionsreichen
Gemeinwesens.
Bei jedem
Parteitag kam es auch zu nicht geplanten Ausartungen in der Nürnberger
Innenstadt, da sich die hunderttausende Parteimitglieder nicht an den strengen,
von der Parteiführung geplanten Ablauf binden
ließen.
Zwischen 1935
und 1938 gehörte auch eine Festaufführung von Richard Wagners Meistersingern am
Abend des Eröffnungstages mit zum Programm. Hitler war ein großer Bewunderer
Richard Wagners und die Oper galt als Ausdruck der heroisch-deutschen
Weltanschauung.
Reichsparteitagsgelände
Mit dem Ausbau
des Parteitagsgeländes 1935 erhielt Nürnberg den Beinamen Stadt der
Reichsparteitage, mit dem auch symbolhaft der Machtanspruch der Partei
dargestellt werden sollte. Der Titel wurde zwar bereits zum Auftakt des
Parteitages 1933 von Hitler proklamiert, jedoch mit einem ministeriellen Erlass
erst 1936 offiziell. Das Gesamtkonzept für das 11 km2 große
Reichsparteitagsgelände entwickelte Albert Speer von 1934 bis 1936, und ab 1935
wurde unter großem Zeitdruck begonnen, die Pläne zu verwirklichen, aber das
Gelände wurde niemals ganz fertiggestellt. Mit der Luitpoldarena entstand der
damals größte Aufmarschplatz der Welt für die SA und SS für 150.000 Teilnehmer,
die Kongresshalle für 50.000 Besucher (nicht fertiggestellt), die seit 2001 das
Dokumentationszentrum der Stadt Nürnberg beherbergt, das Zeppelinfeld – für
250.000 Teilnehmer und 70.000 Zuschauer gedacht – sowie eine große Fläche als
Teilnehmerlager wurden fertiggestellt. Das Märzfeld mit Tribünen für 500.000
Zuschauer wurde nur zur Hälfte fertiggestellt. Das Deutsche Stadion für 400.000
Zuschauer geplant als größtes Sportstadion der Welt verblieb weitestgehend im
Planungsstadium, lediglich ein Grundstein wurde gelegt und der Aushub wurde
fertiggestellt. Der heutige Silbersee und Silberbuck (eine Halde aus Müll und
Kriegstrümmern der ganzen Stadt) liegen auf dem Gelände und füllen die Baugrube.
Die Steinausbauten der Luitpoldarena – wie Sie z. B. im Film Triumph des
Willens von Leni Riefenstahl zu sehen sind – wurden bis auf die Ehrenhalle nach
dem Krieg wieder abgerissen und renaturiert um die Umnutzung als städtische
Grünfläche zu Naherholungszwecken zu ermöglichen. Die Flächen des
Reichsparteitagsgeländes dienen auch heute verschiedensten
Veranstaltungen.
Die Anlage
sollte nach innen und nach außen den Machtanspruch des Regimes demonstrieren.
Die Bauten sollten den Besuchern das Gefühl geben, an etwas sehr Großem
teilzuhaben, aber gleichzeitig klein und unbedeutend zu sein. Sie unterstützten
den Führermythos und sollten durch das Gemeinschaftsgefühl die Volksgemeinschaft
stärken. Mit dem nächtlichen Einsatz von Flakscheinwerfern als Lichtdom
(Erläuterungen mit zahlreichen Abbildungen (PDF) sollte die sakrale Atmosphäre
der Veranstaltungen unterstrichen werden. Albert Speer war auch größtenteils für
die Choreographie und den Lichtdom
verantwortlich.
Propagandafilme
Über die
Reichsparteitage von 1933 und 1934 drehte Leni Riefenstahl jeweils einen
Propaganda-Dokumentarfilm. In Anlehnung an das Motto des Parteitages nannte sie
den ersten Film Der Sieg des Glaubens. Dieser wurde jedoch nach dem Röhm-Putsch
wieder aus dem Verkehr gezogen.
Die
Propagandaveranstaltung von 1934 wurde von ihr mit 16 Kamerateams und über 100
Mitarbeitern zum Film Triumph des Willens verarbeitet. Für die wirkungs- und
kraftvollen Bilder erhielt sie den Deutschen Filmpreis und die Goldmedaille in
Venedig. Nach dem Krieg wurde die Aufführung des Films wegen Verherrlichung des
Nazi-Regimes in Deutschland verboten. Die Ausstrahlung ist nur in staatlichen
Museen mit einem Hintergrundkommentar erlaubt. Der Film wird unter anderem
gelegentlich im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände kommentiert
vorgeführt.
Ein weiterer
Propagandafilm, der die Reichsparteitags-Thematik behandelt, ist Der Marsch zum
Führer aus dem Jahr 1940.
Die
Sturmabteilung (kurz SA) war die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP
während der Weimarer Republik und spielte als Ordnertruppe eine entscheidende
Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten, indem sie deren Versammlungen vor
Gruppen politischer Gegner mit Gewalt abschirmte, bzw. deren Veranstaltungen
massiv behinderte.
Nach der
NS-Machtergreifung wurde die SA von Hermann Göring, dem Reichskommissar für das
preußische Innenministerium und damit Dienstherr der preußischen Polizei,
kurzzeitig auch als staatliche „Hilfspolizei“ eingesetzt. Nach dem Sommer 1934,
als SS-Einheiten die SA-Führungsspitze ermordet hatten (siehe Röhm-Putsch),
verlor sie in der weiteren Zeit des Nationalsozialismus sehr stark an Bedeutung.
Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches 1945 wurde sie wie NSDAP und SS mit
dem Kontrollratsgesetz Nr. 2 verboten und
aufgelöst.
Geschichte
Namenswandel
Die erste
Ordnertruppe der NSDAP wurde 1920 als Saalschutz (kurz S.S.) zunehmend in
Saalschlachten eingesetzt und bestand vor allem aus Angehörigen verschiedener
Freikorps sowie einigen Angehörigen der Bayerischen
Reichswehr.
Aus diesem
Saalschutz entwickelte sich über mehreren Schritten die spätere Sturmabteilung
(kurz S.A.) als reine Schlägertruppe für provozierte Zusammenstöße mit
linksgerichteten Parteien, die vielfach in brutalen Straßenkämpfen
ausarteten.
Nachdem der
Freikorpsführer Hermann Ehrhardt noch 1920 Adolf Hitler die Zusammenarbeit
aufgekündigt hatte (Auslöser war die Weigerung Hitlers, Ehrhardt bei dem
bewaffneten Widerstand der Ruhrbesetzung zu unterstützen) und aus diesem Grund
die Gruppe Ehrhardt aus der NSDAP zurückzog, wurde von Hitler eine neue
Schutztruppe der Parteiführung namens Sturm-Staffel aufgestellt, deren Abkürzung
auch wieder SS lautete und die aus wenigen in der NSDAP verbliebenden
Freikorps-Angehörigen bestand. Diese Sturm-Staffel übernahm die Funktion der
parteiinternen Ordnertruppe. Aus besonders aggressiven Angehörigen dieser
Sturm-Staffel formierte Adolf Hitler seine persönliche Leibwache, den Stoßtrupp
Adolf Hitler.
Nach einer
besonders brutal geführten Saalschlacht der Nationalsozialisten mit Angehörigen
der KPD wurden die Angehörigen dieser Sturm-Staffel und das noch namenslose Gros
der uniformierten Freikorps- und Schlägertruppen, mit Ausnahme des Stoßtrupps
Adolf Hitler, am 4. November 1921 von Hitler offiziell in Sturmabteilung
umbenannt. Diese waren zuvor unter den Namen Box- und Sportabteilung der NSDAP
aufgetreten.
Nach der sog.
Machtergreifung 1933 waren nur noch die Kurzbezeichnungen (Akronyme) „SA“ und
„SS“ in Gebrauch, die bis zur Ausschaltung der SA-Führung 1934 als nominell
separate Organisationen bestanden.
Von den
Anfängen in den Zwanzigerjahren bis zur
Reichstagsbrandverordnung
Dank Ernst
Röhms Kontakten zum bayerischen Militär stellten Angehörige der
Minenwerfer-Kompanie 19 den ersten Saalschutz der Partei. Unter ihrem
Kommandanten, Hauptmann Julius Schreck sollten sie für Ruhe bei
Parteiveranstaltungen sorgen.
Aus dieser
Kompanie bezog Röhm die ersten Mitglieder des parteieigenen Ordnungsdienstes; es
fehlten ihm aber erfahrene Kommandanten. Diese fand er in der ehemaligen
Marine-Brigade Ehrhardt, die im April 1920 offiziell aufgelöst worden war. Am 3.
August 1921 wurde Hermann Ehrhardt von Röhm als erster Führer des
NSDAP-Versammlungsschutzes eingesetzt - Ehrhardt delegierte diese Aufgabe jedoch
am 8. August an den Leutnant Hans Ulrich
Klintzsch.
Am 4. November
1921, anlässlich einer öffentlichen Großveranstaltung im Münchner Hofbräuhaus,
die von den Nazis als „Saalschlacht“ bezeichnet wurde, bekam der
NSDAP-Versammlungsschutz offiziell den Namen „Sturmabteilung“ verliehen. Die SA
sollte nun die offiziellen Versammlungen der NSDAP schützen und überwachen; sie
entwickelte sich aber auch zu einem Kampfverband zur Einschüchterung der
politischen Gegner. Sie wurde militärisch durch die Bayerische Armee
(insbesondere durch das Pionierbataillon 7 und das Infanterie-Regiment 19)
ausgebildet, sah sich selbst als so genannten „Wehrverband“ und wurde auch von
der bayerischen Regierung in eventuelle Mobilmachungspläne voll
eingebunden.
Die Münchner
SA umfasste bereits 1923 rund 1150 Mann und verfügte über
Artilleriehundertschaften und Kavalleriezüge. Ihre Kommandanten legten sich
ebenfalls militärische Bezeichnungen wie Gewehr- oder Geschützführer zu.
Am 9. November
1923 beteiligten sich auch die rund 2000 Mitglieder der SA unter ihrem
militärischen Führer Hermann Göring am Hitler-Ludendorff-Putsch. Bei diesem
Putschversuch wurden 16 NSDAP-Mitglieder (darunter fünf Stoßtrupp-Männer) von
der Münchner Polizei und dem Militär erschossen; die Partei hatte damit ihre
ersten „Blutzeugen“. Nach dem Putsch übertrug Friedrich Ebert dem Chef der
Reichswehr – Hans von Seeckt – die vollziehende Gewalt. Dieser erließ am 23.
November ein Verbot der NSDAP und auch der KPD. Zur Umgehung dieses Verbots
wurde die SA von April 1924 bis Februar 1925 als Frontbann
bezeichnet.
Nach der
Neugründung der Partei im Februar 1925 wurde die SA unter Franz Pfeffer von
Salomon wieder aufgestellt. Ernst Röhm fragte am 30. April bei Hitler an, ob die
SA sich wieder als „Wehrverband“ der Partei sehen dürfe, erhielt jedoch vier
Wochen später folgende Absage: Eine neue Wehrbewegung gedenkt Herr Hitler nicht
aufzuziehen, wenn er es seinerzeit tat, so nur auf Veranlassung der Herren, die
ihn nachher im Stich ließen. Heute braucht er lediglich einen Saalschutz, wie
vor dem Jahre 1923.
Die
Hauptaufgaben der SA bestanden nun nach Hitlers Willen in Aufmärschen und
„zivilen“ gewalttätigen Übergriffen gegen politische Gegner. Dazu gehörten in
erster Linie Mitglieder der KPD und der SPD, die in Straßen- und Saalschlachten
mit dem kommunistischen Roten Frontkämpferbund und dem sozialdemokratisch
geprägten republikanischen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold bekämpft wurden, aber
auch Juden sowie christliche Gruppierungen wie die
Kolpingjugend.
In der
folgenden Zeit wurde die SA von Pfeffer von Salomon und Ernst Röhm (nach seiner
Rückkehr 1930) zu einer schlagkräftigen und straff gegliederten Organisation
geformt. Das Anwachsen der SA wurde durch Wirtschaftskrise und Wahlerfolge der
NSDAP begünstigt. 1930 hatte die SA zeitweise 60.000 bis 80.000 Mitglieder und
1932 bereits etwa 220.000 eingetragene
Mitglieder.
Ein wegen der
Terrorwelle im April 1932 vom Reichskanzler Heinrich Brüning ausgesprochenes
Verbot der SA wurde bereits im Juni von Brünings Nachfolger Franz von Papen
wieder aufgehoben. Im Vorfeld der Reichstagswahl Juli 1932 gab es
bürgerkriegsähnliche Zustände mit insgesamt etwa 300 Toten und über 1100
Verletzten, woran die SA maßgeblich beteiligt
war.
Die Ernennung
Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 feierte die inzwischen auf
über 400.000 Mitglieder angewachsene SA mit einem nächtlichen Fackelzug, vom
Großen Stern in Berlin kommend durch das Brandenburger Tor zur Reichskanzlei in
der Wilhelmstraße.
Viele
SA-Männer erwarteten die sofortige Machtübernahme im Stile eines gewaltsamen
Putsches. Bereits im Herbst 1931 waren die Boxheimer Dokumente mit Plänen für
einen Staatsstreich der SA an die Öffentlichkeit
gelangt.
Doch die
Führung der Nationalsozialisten scheute die Option eines gewaltsamen Putsches
der SA, der zu diesem Zeitpunkt einen Bürgerkrieg gegen den Roten
Frontkämpferbund und das Reichsbanner mit unklarem Ausgang bedeutet hätte. Ob
die Reichswehr und vor allem die preußische Polizei, die während der Weimarer
Republik unter starkem sozialdemokratischen Einfluss gestanden hatte, sich
geschlossen den Anweisungen der neuen Regierung fügen würden, war ebenfalls
nicht sicher. Die SA verblieb aktiv. Unmittelbar nach dem 30. Januar 1933 fielen
der SA allein in Berlin mehrere Menschen zum Opfer und viele wurden verletzt.
SA-Trupps organisierten auf eigene Faust Hausdurchsuchungen und
Verhaftungen.
Am 22. Februar
1933 wurde durch den kommissarischen preußischen Innenminister Hermann Göring
die preußische Hilfspolizei gegründet. Sie rekrutierte sich vornehmlich aus den
Reihen der SA, die damit in den staatlichen Machtapparat eingebunden wurde. Die
SA konnte nun mit staatlicher Autorität und umfassenden Zuständigkeiten
operieren, was einerseits ihr Handlungsbedürfnis befriedigte, es andererseits
zugleich auch kanalisierte. Zusätzlich veranlasste die massive Präsenz der SA
die regulären Polizeikräfte, sich den neuen Machthabern anzupassen. Es wird
geschätzt, dass allein in Berlin etwa 3000 bis 5000 SA-Männer zu Hilfspolizisten
ernannt wurden.
In diesem
Zusammenhang trat die SA-Feldpolizei, deren Stammsitz in der Berliner
General-Pape-Straße war, in Erscheinung. Während diese Sondereinheit der
SA-Führung anfangs zur Verfolgung und Inhaftierung von Regimegegnern eingesetzt
wurde, erhielt sie später zunehmend innerorganisatorische Ordnungsaufgaben, die
sie unter ihrer neuen Bezeichnung SA-Feldjägerkorps bis 1935 ausübte. Die
preußische Hilfspolizei wurde hingegen bereits Anfang August 1933 wieder
aufgelöst.
Die
„Reichstagsbrandverordnung“ wurde unmittelbar nach dem Reichstagsbrand in der
Nacht auf den 28. Februar 1933, einige Tage vor der Reichstagswahl 1933
erlassen. Damit wurden die Grundrechte der Weimarer Verfassung praktisch außer
Kraft gesetzt und der Weg für die legalisierte Verfolgung politischer Gegner der
NSDAP durch Polizei und SA bereitet.
Hitlers
Doppelspiel
Für Hitler war
die SA gerade wegen des Terrors, den sie ausübte, in der ersten Phase der
Machtübernahme extrem nützlich. Einerseits konnte er mit ihrer Hilfe seine
Gegner einschüchtern und terrorisieren, andererseits konnte er sich bei den
Konservativen als die einzige Person darstellen, die in der Lage war, die SA zu
bändigen. Je nach Umständen drohte er implizit damit, der SA wirklich freie Hand
zu lassen, oder versprach, mäßigend auf sie einzuwirken. Mit dieser Taktik
brachte er die Konservativen dazu, dem Terror zuzustimmen und ihn auch noch
dafür zu belohnen, dass er den Terror auf einem „erträglichen Niveau“
hielt.
„Röhm-Putsch“
1934
Nachdem Adolf
Hitler auch dank der SA im Laufe des Jahres 1933 seine Macht immer weiter
gesichert hatte, entzog er ihr im Sommer 1934 die Gunst. Am 30. Juni 1934
besuchte Hitler Röhm an dessen Urlaubsort Bad Wiessee. Er beschuldigte ihn,
Putschpläne zu hegen, und machte ihm seine Homosexualität zum Vorwurf. In der
Parteiführung war es ein offenes Geheimnis, dass Röhm und Teile seiner Umgebung
homosexuelle Neigungen hatten. Zeitungen hatten diese Information auch schon vor
1933 verbreitet, wie zum Beispiel Fritz Gerlichs „Der gerade Weg“. Das gespielte
Entsetzen Hitlers über die erst nach dem „Röhm-Putsch“ offiziell bekannt
gegebene Homosexualität Röhms kommentierte ein politischer Witz sinngemäß: „Wie
entsetzt wird Hitler erst sein, wenn er merkt, dass Göring dick ist und Goebbels
einen Klumpfuß hat?“ Röhm und seine engsten Gefolgsleute (wie auch andere
unbequem gewordene Personen) wurden verhaftet und später ermordet. Es gibt bis
heute keine Hinweise darauf, dass ein Putsch durch Röhm ernsthaft geplant war
oder unmittelbar bevorstand. Ermordet wurden neben Röhm unter anderem
SA-Obergruppenführer Heines, der vorherige Reichskanzler Kurt von Schleicher mit
seiner Frau, Gustav von Kahr und Gregor
Strasser.
Die
Liquidierung hatte für Hitler mehrere Vorteile:
Mit der
Ruhigstellung der Sturmabteilung präsentierte er sich dem Ausland und dem
deutschen Bürgertum als rechtschaffener Staatsmann.
Mit der
Beseitigung der paramilitärischen Konkurrenz verschaffte er sich das Vertrauen
der Reichswehrgeneräle.
Mit der
Entmachtung der vornehmlich aus Arbeitslosen und Kleinbürgern bestehenden SA
stieg Hitler in der Gunst der deutschen Groß- und Schwerindustrie weiter auf.
Durch die
Enthauptung der zwischenzeitlich auf 400.000 Mitglieder angewachsenen SA wurde
eine potentiell gefährliche innerparteiliche Macht neutralisiert.
Die
Kaltstellung der SA ermöglichte es dem Führer der SS, Heinrich Himmler, die
ursprünglich als Leibwache Hitlers konzipierte SS von der Mutterorganisation SA
zu emanzipieren und auch formal als eigenständige Organisation im
Nationalsozialismus zu etablieren. In den folgenden Jahren konnte Himmler der
SS, ihren Untergliederungen (zum Beispiel SD, Waffen-SS) und damit auch sich
selbst eine im NS-Staat fast beispiellose Machtfülle erarbeiten.
Nach
1934
Nach der
Ausschaltung Röhms und seiner Gefolgsleute – nach Schätzungen gab es etwa 130
Tote – wurde die SA nahezu bedeutungslos und diente allenfalls als
Kaderreservoir für Partei und andere
Organisationen.
Als Viktor
Lutze zum neuen Stabschef ernannt wurde, schuf er innerhalb der SA eine
SS-ähnliche Elite-Standarte. Diese trug den Namen SA-Standarte „Feldherrnhalle“.
Sie war eine stehende und bewaffnete Einheit und galt als SA-Gegenstück zu den
Verbänden der SS-Verfügungstruppe.
Zum
landesweiten Einsatz kam die SA nochmals im November 1938 bei den Pogromen gegen
die jüdische Bevölkerung, die als „Reichskristallnacht“ in die Geschichte
eingegangen sind. Auch wurde sie kurz vor Kriegsende als Reservoir für Kämpfer
des Volkssturms genutzt, wobei SA-Angehörige häufig durch Gewalttaten an
Kriegsgefangenen oder Kapitulationswilligen
auffielen.
Hierarchischer
Aufbau
Bis 1926 wurde
der Kommandant der SA als „Oberster SA-Führer“ (OSAF) bezeichnet. Bis dahin galt
die SA als eine von der NSDAP unabhängige nationalsozialistische
Kampforganisation. Ab Herbst 1926 übernahm Adolf Hitler die Führung der SA,
wurde also selbst Oberster SA-Führer. Für den bisherigen Amtsinhaber wurde der
neue Titel SA-Reichsführer eingeführt; dieser stand von da an unter der
Kontrolle der Partei. Mit der Schaffung des SA-Reichsführers wurde das
Gegenstück des obersten SS-Kommandanten gebildet, der nun ebenfalls den Rang
eines Reichsführers trug, aber formal weiterhin dem SA-Reichsführer unterstellt
war.
Mit der
Rückkehr Ernst Röhms in die SA wurde der Rang des Chef des SA-Stabes oder kurz
SA-Stabschef eingeführt. Ernst Röhm war der bekannteste Inhaber diesen Ranges.
Nach seinem Amtsantritt ging er auf Gegenkurs zu Hitler. Röhm wollte die
SA-Kampforganisation erneut der Kontrolle der Partei entziehen. Nach der
Machtergreifung (1933) forderte er die „2. Revolution“ und die Schaffung
eines „NS-Volksheeres“, das die Reichswehr ablösen sollte. Deren Einheiten
sollten sich der SA anschließen, in ihr aufgehen und so das „NS-Volksheer“
bilden.
Hitler, der
damals die Unterstützung der Reichswehr für seine zukünftigen Kriegspläne
brauchte, ließ durch bewusst verfälschte und verbreitete Zitate Röhms den
Eindruck verbreiten, Röhm wolle zu einem Aufstand anstiften. Bei 3,5 Millionen
SA-Angehörigen hätte die Ordnungsmacht (Polizei oder/und Reichswehr) nicht viel
dagegen unternehmen können. Röhm betonte mehrmals intern in Parteikreisen:
„Bedenkt, fast vier Millionen Rabauken stehen hinter mir!“. Auch wenn es nur im
Spaß gesagt war, klang das in den Ohren Hitlers und der Reichswehrführung sehr
bedrohlich.
Verbreitet
wurden diese „Revolutionsgerüchte“ vor allem durch das einstige SA-Oberhaupt
Hermann Göring und den Reichsführer-SS Heinrich Himmler, der damals noch die
Dienstgradabzeichen eines SS-Obergruppenführers
trug.
Himmler
versicherte Röhm schriftlich mehrmals die bedingungslose Treue seiner selbst und
der SS. Ungeachtet dessen wurde die SA-Führung am 30. Juni/1. Juli
1934 durch Angehörige des – allgemein durch seine Brutalität gefürchteten –
SS-Totenkopfwachsturmbannes „Oberbayern“ verhaftet und sofort durch ein
Exekutionskommando der Leibstandarte-SS Adolf Hitler erschossen. Dieses aus den
Angehörigen der ersten zwei Schützenkompanien der Leibstandarte gebildete
Exekutionskommando stand unter dem Befehl Josef „Sepp“
Dietrichs.
Röhm selbst
wurde am 1. Juli durch den Dachauer Kommandeur des Wachsturmbanns „Oberbayern“
Theodor Eicke und dessen Stellvertreter Michel Lippert in Röhms Zelle
erschossen.
Röhms
Nachfolger als Stabschef, Viktor Lutze, wurde im August 1934 als „Reichsleiter
SA“ Adolf Hitler persönlich unterstellt. Er erhielt nun eigene
Dienstgradabzeichen. Nach dem Unfalltod Lutzes im Jahre 1943 wurde Wilhelm
Schepmann Stabschef.
Interne
Gliederung (nach dem Stand von 1934)
Die SA
gliederte sich in 21 Gruppen. Diese Anzahl ist im Verlaufe der folgenden Jahre
im Zusammenhang mit administrativen Notwendigkeiten und der kriegsbedingten
Eroberung neuer Gebiete verändert worden. Jede Gruppe bestand aus mehreren
Brigaden. Die weiteren Untergliederungen (Einheiten und Untereinheiten) waren
Standarte, Sturmbann, Sturm, Trupp und Schar. SA-Mann im weiteren Sinne war die
Bezeichnung für alle Angehörigen der SA. Der SA-Mann kann im speziellen Sinne
sein: SA-Führer (vom Sturmführer einschl. aufwärts), SA-Unterführer (vom
Scharführer einschl. bis Obertruppführer einschl.) und SA-Mann (Rottenführer,
Sturmmann, SA-Mann). Alle noch nicht endgültig eingereihten oder überführten
Angehörigen der SA trugen die Bezeichnung SA-Anwärter. In der Gliederung der SA
war die niedrigste Einheit der Sturm; Trupps und Scharen waren
Untereinheiten.
Außer der
aktiven SA sind als weitere Formationen zu erwähnen: SA-Reserve I und SA-Reserve
II. Im Jahr 1938 wurde die Organisationsstruktur der SA nach rein militärischen
Gesichtspunkten reorganisiert. Bei dieser Reorganisierung fielen die SA-Reserven
I und II weg.
Äußeres,
visuelles Auftreten
Uniformierung
Seit 1924
trugen die Angehörigen der „NS-Kampforganisationen“ das so genannte
„Lettow-Hemd“, benannt nach dem Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika
Lettow-Vorbeck. Zuvor wurden (1920–1923) die Uniformen getragen, mit denen
ehemalige Soldaten in der SA ausgemustert waren. Mitglieder, die nicht ehemalige
Soldaten waren, legten sich graue Windjacken als Uniformersatz
zu.
Das auch
später offiziell als „Braunhemd“ bezeichnete Parteihemd wurde nur durch Zufall
eingeführt: Der Ende 1923 nach Österreich geflohene Freikorps- und SA-Führer
Gerhard Roßbach konnte einen größeren Posten brauner Hemden erwerben. Diese
waren ursprünglich für die deutsche Schutztruppe in Afrika unter Lettow-Vorbeck
vorgesehen gewesen. Nach seiner Rückkehr führte Roßbach diese Hemden in der SA
ein.
In einem
mündlichen Gespräch mit Georg Franz-Willing, der als Mitarbeiter des Institute
for Historical Review und Holocaustleugner hervorgetreten ist, erklärte Roßbach
hingegen, dass er einen bestimmenden Einfluss auf das Aussehen des Braunhemds
gehabt habe. Auch wird im so genannten „Ehrenbuch der SA“ von 1934 geschildert,
dass das Braunhemd ursprünglich von den „Roßbachabteilungen“ der SA getragen
worden sei und erstmalig am 5. April 1925 Verwendung fand. Es ist somit auch
durchaus denkbar, dass Roßbach sich mit seiner ursprünglichen Aussage einer
„Zufallsentdeckung“ lediglich vom NS-Regime distanzieren wollte. Die Uniform
musste von jedem SA-Mann selbst erworben werden, weswegen man auf (vor allem
frühen) Bildern häufig unvollständig ausgerüstete SA-Mitglieder
sieht.
Am linken Arm
wurde die „Kampfbinde“, ein rotes Band mit schwarzem Hakenkreuz in einem weißen
Kreis, getragen.
Über die
propagandistische Wirkung der Braunhemden in der Öffentlichkeit waren sich die
SA-Leute durchaus bewusst. Als im Jahre 1930 in Bayern und Preußen das
öffentliche Tragen des Braunhemdes verboten wurde, wich die SA-Führung in einer
Blitzaktion auf das Tragen von weißen Hemden aus, ohne sich ansonsten in ihren
Aktivitäten weiter stören zu lassen, was die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit
auf die SA nur noch weiter verstärkte. Nach Ablauf des Verbotes kehrte man zum
Tragen des Braunhemdes zurück.
1932 bekam die
Firma Hugo Boss von der NSDAP-Parteileitung den Auftrag, standardisierte
Uniformen für die NS-Organisationen zu entwerfen. Mit Ausnahme der SS wurden bei
allen Parteiorganisationen Uniformen in diversen Brauntönen
eingeführt.
Zum Braunhemd
trugen die SA-Männer einen braunen Binder, braune Breecheshosen und Stiefel (in
seltenen Fällen und vorwiegend durch höhere Führer zu festlichen Anlässen auch
„normale lange Hosen“ und eine Uniformjacke in militärischem Schnitt, ebenfalls
mit brauner Grundfarbe). Typisch war die SA-Mütze, eine Schaftmütze mit brauner
Grundfarbe, ursprünglich weich und einfarbig braun mit Lederschirm und
Sturmriemen. Ab August 1929 erhielt die SA-Mütze einen steifen Korpus, aus
dessen oberem farbigen Besatz die territoriale Zugehörigkeit des SA-Mannes (Gau-
und Gebietsgliederung) erkennbar war. Silberne Litzen in verschiedener Breite
deuteten darüber hinaus auf die Dienststellung des Trägers
hin.
Die
Rangabzeichen wurden auf dem linken, vom Standartenführer aufwärts auf beiden
Kragenspiegeln getragen, deren Grundfarbe mit dem farbigen Randbesatz der
SA-Mütze übereinstimmte. Um den Kragen des Braunhemdes verlief bei diesen
Rangstufen eine silberne, gedrehte Schnur. Die Nummern auf dem rechten Spiegel
bezeichnen den SA-Sturm und die Standarte, zum Beispiel: 1/5 bedeutet Sturm 1
der Standarte 5. Die Mitglieder vom Stab führten nur die Nummer der Standarte,
zum Beispiel 5 oder des Sturmbanns, zum Beispiel III/5. Auf der rechten Schulter
wurden Achselstücke getragen in Zweifarbenschnur, Silber und Gold. Sofern der
SA-Mann auch Mitglied der NSDAP war (was zwar nicht selbstverständlich, bei
höheren SA-Führern aber Voraussetzung für ihre Dienststellung war), wurde auf
dem braunen Binder „auf der Höhe der Brustwarzen“ ein Parteiabzeichen der NSDAP
getragen.
Zur
Uniformierung gehörten weiterhin ein braunes Lederkoppel, an dem auf der linken
Hüfte der SA-Dolch getragen wurde, mit Koppelschloss und ein
Schulterriemen.
Fahnenkult
Von Anfang an
spielte die Verwendung von Fahnen, vorwiegend mit dem Symbol des Hakenkreuzes,
in der SA als Feldzeichen, aber auch in bloßer Anhäufung als Dekoration
gegenüber der Öffentlichkeit eine bedeutsame
Rolle.
Neben so
genannten „Sturmfahnen“, die den jeweiligen „Sturmabteilungen“ übergeben wurden,
führte jede Einheit eine – von Adolf Hitler im Jahr 1922 entworfene –
„SA-Standarte“ als Feldzeichen, die sich in ihrer Gestaltung an alte römische
Vorbilder und Vorbilder aus napoleonischer Zeit anlehnte und die Gegenstand
eines ausgedehnten Fahnenkultes war. Die Standarten besaßen gegebenüber den
„Sturmfahnen“ den Vorteil, dass ihr Abbild unabhängig von den
Witterungsbedingungen immer sichtbar war. Die Aufschrift „DEUTSCHLAND ERWACHE“
entstammte dem Lied „Sturm, Sturm, Sturm“ von Dietrich Eckart. Die ersten vier
Standarten wurden vom Münchener Goldschmied Gar angefertigt und im Januar 1923
auf dem Parteitag in Nürnberg feierlich übergeben. Die umfassende Einführung der
SA-Standarten begann 1926 in Weimar, als Adolf Hitler „mit Treueversprechen“ und
einem mystischen, ans Religiöse grenzenden Zeremoniell die SA-Standarten
übergab.
Auf dem
Parteitag 1927 in Nürnberg wurden weitere 12 SA-Standarten vor ihrer Übergabe an
die Trägereinheiten „feierlich geweiht“. Zu diesem Zweck verwendete man das
Hakenkreuzfahnentuch, das beim Hitlerputsch am 9. November 1923 in München beim
Marsch auf die Feldherrnhalle als Fahne vorausgetragen worden war. Die Fahne
wurde zur „Blutfahne“ erklärt, um die Verbindung mit den ersten „Blutzeugen“ der
Bewegung zu demonstrieren. Ob das Fahnentuch bei dieser Gelegenheit tatsächlich
mit dem Blut von verwundeten oder erschossenen Demonstranten „getränkt“ worden
ist, wird widersprüchlich diskutiert. Mit einem Zipfel dieser „Blutfahne“
berührte Hitler im Verlauf der Fahnenweihe in dunkler Blut-und-Boden-Symbolik
das Fahnentuch jeder neuen Standarte, um „die Kräfte der Märtyrer der Bewegung“
auf die Fahne und dadurch auch auf die von ihr geführte SA-Einheit zu
übertragen.
Altgediente
SA-Männer
Angehörige der
SA, die in der Zeit vom 1. Januar 1925 bis einschließlich 30. Januar 1933 in die
SA eingetreten waren, wurden als „Altgediente SA-Männer“ bezeichnet. Sie trugen
am Ärmelaufschlag beider Unterärmel grausilberne Ärmelstreifen, deren Zahl und
Breite nach dem Eintrittsjahr gegliedert verschieden
war.
Absolventen
der SA-Reichsführerschule bekamen seit den 1930er Jahren die Tyr-Rune
verliehen.
SA-Sportabzeichen
Das
SA-Sportabzeichen wurde geschaffen, um auch in den Reihen der „unpolitischen“
Sportler eine engere Anknüpfung an das nationalsozialistische Gedankengut zu
schaffen.
Dienstränge
Gliederung,
Abzeichen und Ränge der SA dienten als Vorbild für die Organisationsstruktur der
SS sowie der anderen „NS-Kampforganisationen“ NSKK und
NSFK.
Die
Dienstränge (siehe dort tabellarischer Vergleich mit SS, Polizei und Wehrmacht)
waren:
SA-Anwärter
SA-Mann
SA-Sturmmann
SA-Obersturmmann (nicht im Bild rechts)
SA-Rottenführer
SA-Scharführer
SA-Oberscharführer
SA-Truppführer
(Feldwebel)
SA-Obertruppführer
SA-Haupttruppführer (nicht im Bild rechts)
SA-Sturmführer
(Leutnant)
SA-Obersturmführer
SA-Sturmhauptführer (ab Oktober 1934:
SA-Hauptsturmführer)
SA-Sturmbannführer (Major)
SA-Obersturmbannführer
SA-Standartenführer
SA-Oberführer
SA-Brigadeführer (General)
SA-Gruppenführer
SA-Obergruppenführer
SA-Chef des
Stabes
Presseorgan
Seit März 1928
erschien im Völkischen Beobachter eine monatliche Beilage unter dem Titel „Der
SA-Mann“, die ab dem 5. Januar 1932 durch die Oberste SA-Führung als
selbständiges Wochenblatt herausgegeben wurde. Chefredakteur der Zeitung, die
sich in erster Linie mit militärischen Themen sowie internen Angelegenheiten von
SA und NSDAP beschäftigte, war Joseph
Berchtold.
Die
Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) wurde in der Weimarer Republik am 4.
April 1925 als Sonderorganisation der NSDAP zunächst zum persönlichen Schutz
Adolf Hitlers gegründet. Sie unterstand seit dem Reichsparteitag 1926 der
Sturmabteilung (SA) und wurde nach dem vermeintlichen „Röhm-Putsch“ 1934 zu
einer eigenständigen paramilitärischen Organisation der NSDAP, die zugleich den
parteiinternen „Polizeidienst“ ausübte. In der Zeit des Nationalsozialismus war
die SS maßgeblich am Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische
Organisation verboten.
Geschichte
Stabswache und
Stoßtrupp Adolf Hitler
Vorläuferorganisation der SS war der Stoßtrupp Adolf
Hitler. Im Mai 1923 wurde auf Anordnung Adolf Hitlers ein Saal-Schutz der NSDAP
gebildet. Dieser setzte sich ursprünglich aus den zwei SA-Angehörigen Julius
Schreck und Joseph Berchtold sowie einigen Angehörigen des Münchener
Infanterie-Regimentes 19 zusammen. Mitte 1923 wurde dann, nachdem sich Hermann
Ehrhardt mit Ernst Röhm und Adolf Hitler überworfen hatte, dieser Saal-Schutz
aufgelöst und nun aus zwölf SA-Angehörigen der Stoßtrupp Adolf Hitler gebildet.
Er sollte Hitler vor Übergriffen der parteieigenen Sturmabteilungen schützen.
Der Gruppe standen die zwei ehemaligen Angehörigen der Stabswache, Julius
Schreck und Josef Berchtold, vor. Die weiteren Mitglieder waren Ulrich Graf,
Emil Maurice, Christian Weber, Josef Dietrich, Rudolf Heß, Jakob Grimminger und
Walter Buch sowie Karl Fiehler. Nach dem missglückten Hitler-Ludendorff-Putsch
(8./9. November 1923) wurde dieser mit der NSDAP verboten und
aufgelöst.
Aufstellung
Am 1. April
1925 erhielt Julius Schreck den Auftrag Hitlers, eine neue Einheit zu bilden,
die den Saalschutz der NSDAP-Veranstaltungen übernehmen sollte. Bereits am 4.
April wurde aus acht Angehörigen des ehemaligen „Stoßtrupps Adolf Hitler“ diese
neue Einheit gebildet, die rasch ausgebaut und über das ganze Deutsche Reich
ausgedehnt wurde. Über verschiedene Namensstufen wie Saal-Schutz, Schutzkommando
und Sturmstaffel wurde schließlich am 9. November des gleichen Jahres auf dem
NSDAP-Reichsparteitag der Name Schutzstaffel offiziell eingeführt. Diesen Namen
schlug der damalige SA-Führer Hermann Göring in Anlehnung an eine
Fliegerbegleitstaffel Manfred von Richthofens im November vor. Schreck wurde nun
als „Oberleiter“ Kommandant der SS.
Die Aufgaben
der Organisation beschrieb Hitler in einem Führerbefehl vom 7. November 1930 wie
folgt: „Die Aufgabe der SS ist zunächst die Ausübung des Polizeidienstes
innerhalb der Partei.“
Das Symbol der
Schutzstaffel bildete sich seit 1930 aus zwei nebeneinander liegenden,
blitzähnlichen weißen „Sig-Runen“ im schwarzen
Feld.
Konkurrenz zur
SA
Mit einer
Beschränkung der Sollstärke auf zehn Prozent der Sturmabteilung wollte die
SA-Führung die SS kleinhalten. In den Gauen durfte mit dem Aufbau einer
Schutzstaffel erst begonnen werden, wenn der Aufbau eines vollständigen
SA-Sturmes abgeschlossen war. Mit Ausnahme Berlins, wo die SS die doppelte
Stärke haben sollte, wurde die Sollstärke auf höchstens zehn Männer und einen
Führer festgelegt.
Unzufrieden
mit seinem geringen Handlungsspielraum trat Joseph Berchtold 1927 als
Reichsführer SS zurück. Berchtolds Nachfolger wurde Erhard Heiden, der ein
27-jähriges Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge zu seinem Stellvertreter
ernannte: Heinrich Himmler. Heiden wurde von der SA und ihrer Führung nicht
ernst genommen. Die übergeordnete SA bestand in den Augen der SS-Mitglieder nur
aus „Vertretern des Rabaukentums“, während die SA ihrerseits die SS aufgrund
ihres selbsternannten „Elitetums“ argwöhnisch betrachtete, zumal ihr Hitler am
9. November 1926 die Betreuung der sogenannten „Blutfahne“ überlassen hatte. Am
5. Januar 1929 wurde Heiden von Hitler als Reichsführer SS entlassen. Der Grund
für seine Entlassung war, dass er seine schwarzen SS-Uniformhosen bei einem
befreundeten jüdischen Schneider anfertigen ließ. Heiden wünschte nun am 22.
Januar 1929 seine komplette Streichung aus allen SS-Mitglieder- und
Organisationslisten und wandte sich wieder der SA zu. Im April 1933 wurde Heiden
auf Befehl Heinrich Himmlers in München ermordet.
Beteiligungen
an Kriegshandlungen
Am 12. März
1938 nahmen auch Truppenteile der SS-Verfügungstruppe am Einmarsch der Wehrmacht
in Österreich teil, wo sie in Wien ein bewaffnetes SS-Regiment aufbauten: die
SS-Standarte Der Führer.
Im Oktober
1938 zog die SS-Verfügungstruppe ins tschechische Sudetenland ein, das die
Tschechoslowakei nach dem ihr Ende September aufgezwungenen Münchner Abkommen an
das Deutsche Reich abzutreten hatte. Im März 1939 wurde die so genannte
„Rest-Tschechei“ besetzt und als Reichsprotektorat Böhmen und Mähren
organisiert. Die SS wurde mit der Zerschlagung des Widerstandes beauftragt. Der
Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich wurde später
stellvertretender Reichsprotektor des besetzten Gebietes. Im Herbst 1939 wurden
die Leibstandarte, die Verfügungstruppe und die Totenkopfverbände langsam zur
Waffen-SS verschmolzen. Heinrich Himmler wollte als Reichsführer-SS seine
Schutzstaffel zu einem umfassenden Staatsschutzkorps ausbauen, das an allen
Fronten die inneren und äußeren Feinde des NS-Staates bekämpfen sollte. Trotz
aller Differenzen innerhalb der verzweigten SS-Organisationsstruktur blieb die
SS auf ein einheitliches ideologisches Ziel ausgerichtet. Dementsprechend gab es
eine einheitliche Ausbildung der Führungskräfte in den beiden SS-Junkerschulen
in Bad Tölz und Braunschweig. Die militärische und ideologische Schulung
unterschied nicht, ob die Führungskräfte in der SS-Verwaltung, an der
militärischen Front, im SD oder in den Konzentrationslagern eingesetzt werden
sollten.
Der erste
Kampfeinsatz der SS erfolgte beim Polenfeldzug. Die Wehrmacht befürchtete eine
zunehmende Konkurrenz durch die SS-Verfügungstruppe, konnte aber die
Zusammenlegung der bisherigen Regimenter Germania, Der Führer, Totenkopf und der
Leibstandarte-SS Adolf Hitler zur SS-Verfügungsdivision nicht verhindern. Aber:
Die kämpfenden SS-Verbände dieser SS-VT-Division unterstanden weiterhin dem
Oberkommando der Wehrmacht und wurden nun auf verschiedene Heeresteile verteilt,
d. h. die SS-VT-Division kämpfte nicht als einheitlicher Verband. Seit 1943
beteiligten sich insbesondere die Panzerverbände der SS am Kampf im Osten, so
z. B. in der Orel-Kursk Schlacht im Rahmen der Operation Zitadelle. Ab 1943
wurden auch wehrpflichtige Deutsche und Männer aus Nordwesteuropa in die
SS-VT-Division eingezogen, um an der Front neben den Wehrmachtsoldaten zu
kämpfen, später wurde auch der Versuch unternommen, SS-Einheiten aus anderen
Ländern wie z. B. Albanien aufzustellen. Diese Versuche hatten allerdings eher
geringen Erfolg, so zerfiel die albanische SS-Division „Skanderbeg“ bereits vor
ihrem ersten Kampfeinsatz.
Weitere, vom
Oberkommando unabhängige SS-Verbände (einige Totenkopfstandarten und
nichtmilitärische Verbände) kamen hinter der Front bei „Säuberungsaktionen“ zum
Einsatz und begannen mit der systematischen Verfolgung und Ermordung von Juden
und Angehörigen der polnischen Intelligenz. Gemäß den Richtlinien zu
Zusammenarbeit des Heeres mit den Einsatzgruppen rückten die SS-Verbände
unmittelbar nach der Wehrmacht in die eroberten Ortschaften ein. Aus
rassenideologischen Gründen verfolgte Menschen mussten sich auf Befehl des
ranghöchsten Offiziers der Wehrmacht im Ort an einem bestimmten Platz versammeln
und wurden von dort oft sofort durch die SS zu einem abgelegenen Ort gebracht
und ermordet. Wehrmachtssoldaten waren oftmals Zeugen dieser Hinrichtungen und
auch die Wehrmacht und deutsche Polizeibataillone führten Massenexekutionen
durch.
Da diese
Verbrechen ganz auf der Linie der SS- und NS-Führung im Reich lagen, ging der
Ausbau der kämpfenden SS-Verbände rasch voran. Beim Angriff auf Frankreich
verfügte die inzwischen gegründete Waffen-SS bereits über drei Divisionen (Das
Reich, Totenkopf und die SS-Polizei-Division) und das motorisierte Regiment LAH.
Die SS-Divisionen erlitten an der Front teilweise schwere Verluste. Als
Freiwilligentruppe hochmotiviert, mit einer den Wehrmachtsverbänden in der Regel
überlegenen Ausrüstung, wurden diese Eliteeinheiten oft an den gefährlichsten
Einsatzorten verwendet. Auch im Frankreichfeldzug wurden von SS-Verbänden
zahlreiche Kriegsverbrechen verübt. Massaker an hunderten sich ergebender
Soldaten und an einer Vielzahl von Kriegsgefangenen sind
dokumentiert.
Kriegsverbrechen und Völkermord
Im Verlauf des
Zweiten Weltkriegs verübten Teile der Waffen-SS allein und in Zusammenarbeit mit
der Wehrmacht zahllose Kriegsverbrechen wie die Folterung und Ermordung von
Kriegsgefangenen, Massenexekutionen von Zivilisten und die Vertreibung
zahlreicher Menschen aus den besetzten
Gebieten.
Über das
SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt mit der Inspektion der Konzentrationslager
(IKL) betrieb die NSDAP die Verwaltung der Konzentrations- und
Vernichtungslager. Deren Bewachung und Ausübung der Polizeigewalt wurden von den
SS-Totenkopf-Wach-Einheiten direkt und in der Regel alleinverantwortlich
durchgeführt. Die SS war damit verantwortlich für Demütigung, Folterung und die
Ermordung von Millionen Menschen.
In den
Nürnberger Prozessen wurde die SS als Gesamtorganisation der NSDAP (d.h.,
einschließlich der Waffen-SS, der SS-Totenkopfverbände und des SD) – mit
Ausnahme der so genannten Reiter-SS und des SS-eigenen Vereins Lebensborn – als
Hauptinstrument des politischen Terrors zur verbrecherischen Organisation
erklärt.
Dies sollte
dem Umstand Rechnung tragen, dass bei einer Gesamtzahl von mehreren
hunderttausend SS-Angehörigen nicht jeder einzelne direkt an Kriegsverbrechen
beteiligt war, allerdings die verbrecherischen Handlungen nicht ohne die
organisatorische, praktische und moralisch-ideologische Unterstützung der
gesamten Organisation hätten durchgeführt werden können. Zudem erwies es sich
als schwierig, die Gräueltaten dem einzelnen SS-Mitglied zuzuordnen, so dass sie
zunächst nur einer relativen Minderheit im Einzelnen nachgewiesen
wurden.
Organisation
Organisationsentwicklung
Zunächst der
SA unterstellt, entwickelte sie sich zu einer Organisation mit
„Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP. Mit der Berufung Heinrich Himmlers zum
Reichsführer-SS 1929 begann ein grundlegender Wandel der Organisation. Vordem
eine kleine Gruppierung von wenigen hundert Mann innerhalb der SA, sollte sie
nach Himmler zur Kampftruppe der NSDAP ausgebaut werden, „ein
nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter Männer, von
denen jeder bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom Führer kommt.“ Die SS
wurde von ihm gleichzeitig zu einer „Elite“- und einer Massenorganisation
ausgebaut.
Der elitäre
Charakter zeigte sich in den rassebiologischen und weltanschaulichen Kriterien,
die erfüllt werden mussten, um der SS angehören zu können. Die SS sollte als
„Sippengemeinschaft“ eine Verkörperung der nationalsozialistischen
Herrenmenschenideologie darstellen und als „Bewahrer der Blutsreinheit“ zur
Keimzelle der nordischen Rassendominanz werden. Die Auswahlkriterien
beschränkten sich daher nicht auf die Bewerber selbst; auch Ehefrauen der
SS-Mitglieder wurden hinsichtlich ihrer „Rassenreinheit“ überprüft. Die
Ideologie der SS als Führungsorden manifestierte sich auch in der Anlehnung an
Vorstellungen mittelalterlicher Rittergemeinschaften, mit deren Hilfe sie sich –
etwa durch Rituale in Weihestätten oder Symbole wie den SS-Totenkopfring und die
Verwendung verschiedener Runensymbole (heute umgangssprachlich als „SS-Runen“
bezeichnet) oder den Ehrendolch – eine quasireligiöse Dimension zu geben
versuchte.
Nach der
Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt die SS, wie auch SA und
Stahlhelm, polizeiliche Privilegien zur Verfolgung politischer Gegner. Im April
1933 befanden sich bereits über 25.000 Regimegegner in „Schutzhaft“. SA und SS
begannen mit der Errichtung erster Konzentrationslager (KZ) in Dachau und
Oranienburg.
Vom
30. Juni bis zum 2. Juli 1934 ermordeten Teile der bewaffneten
SS-Verbände, namentlich die erste und zweite Schützenkompanie der
Leibstandarte-SS Adolf Hitler und der Dachauer SS-Wachsturmbann „Oberbayern“,
unter dem Vorwand eines vermeintlichen „Röhm-Putsches“, die Führung der SA. Auch
Konservative, andere politische Gegner und Unbeteiligte waren unter den
Todesopfern. Am 20. Juli 1934 koppelte Hitler die SS von der SA ab: „Im
Hinblick auf die großen Verdienste der SS, besonders im Zusammenhang mit den
Ereignissen vom 30. Juni 1934, erhebe ich dieselbe zu einer selbständigen
Organisation im Rahmen der NSDAP.“ Die SS übernahm nun in alleiniger
Verantwortung die Zuständigkeit für alle frühen Konzentrationslager (KZ) im
Reich, die bis dahin teilweise noch von der SA kontrolliert worden waren. Die
SS-Totenkopfverbände wurden nun ausschließlich mit der Bewachung der Lager
beauftragt. Die frühen, improvisierten Haftorte und Konzentrationslager wurden –
mit Ausnahme des KZ Dachau – nach und nach geschlossen. Es begann die
systematische Entwicklung des NS-Lagersystems, Hitler ließ Lager nach dem
Prototyp Dachau erbauen.
Im November
1934 wurde das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102 in Berlin in den
Komplex der Gebäude an der Prinz-Albrecht-Straße 8 miteinbezogen und zum Sitz
des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS.
Ab 1935
benannten sich die Verwaltungseinheiten der SS in Allgemeine SS um. Sie wollten
sich dadurch von ihren inzwischen bewaffneten Verbänden, der SS-Verfügungstruppe
und den SS-Totenkopfverbänden unterscheiden, die später die Waffen-SS bildeten.
Diese Allgemeine SS, nun auch Heimat- oder Schwarze-SS genannt, unterstand nun
dem neuen Kommandoamt der Allgemeinen SS in
Berlin.
Damit kam es
zur klassischen Dreiteilung der SS, die informell bis 1945 Bestand
hatte:
Allgemeine
SS
SS-Totenkopfstandarten
SS-Verfügungstruppe
Abschließende
Organisationsstruktur
Der Begriff
„SS“ bildete ab 1939/40 den „Dachverband“ für verschiedene Hauptämter und deren
Unterabteilungen:
Das
Führungshauptamt (FHA) war die betriebliche Stabsstelle (Hauptquartier) der SS.
Es leitete und verwaltete die Offiziers-Schulen, medizinische Versorgung,
Transportvorgänge, Lohnzahlungen und
Ausrüstungen.
Rasse- und
Siedlungshauptamt (RuSHA) hatte die Aufgabe, eine „rassisch wertvolle“
Führungselite herauszubilden.
Das
Reichssicherheitshauptamt (RSHA) entstand aus der Zusammenlegung von SD und SiPo
und war die zentrale Stelle zur Ausübung der polizeilichen Funktionen der
SS.
Das SD-Amt
Reinhard Heydrichs diente als Geheimdienst zur Bekämpfung äußerer wie innerer
Gegner und zur Bespitzelung der Bevölkerung.
Die
Sicherheitspolizei (Sipo) war für die Kriminal- und die Geheime Staatspolizei
(Gestapo) zuständig.
Militärischer
Zweig der SS war die aus Verfügungstruppen und Totenkopfverbänden gebildete
Waffen-SS
Das
Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) steuerte die Konzentrationslager und
deren Konstruktion und verwaltete die SS-eigenen Industrien, Gewerbe- und
Landwirtschaftsbetriebe.
SS-Wirtschaftsbetriebe
Die SS
gründete zahlreiche Firmen, u. a. 1938 die Deutsche Erd- und Steinwerke
GmbH (DEST), die sie 1940 in den Deutschen Wirtschaftsbetrieben (DWB)
zusammenfasste. Die DWB wurden von leitenden Mitarbeitern der SS-Verwaltung
geführt. 1942 wurden sämtliche wirtschaftlichen Angelegenheiten im
SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt konzentriert. Dieses betrieb über das
Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft die Verwaltung der Konzentrations- und
Vernichtungslager mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kriegsgefangenen und
KZ-Häftlinge. 1943/44 gehörten etwa 30 Unternehmen mit über 100 Betrieben, in
denen mehr als 40.000 Konzentrationslagerhäftlinge arbeiten mussten, zum
Wirtschaftsimperium der SS. Der Hauptsitz der DWB befand sich in Oranienburg bei
Berlin.
Die SS erwarb
auch mehrere Mineralwasserkonzerne, so etwa die Heinrich Mattoni AG und die
Apollinaris Brunnen AG.
Weiterhin gab
es die „künstlerischen“ Unternehmungen der SS:
Porzellanmanufaktur
Allach
Nordland-Verlag
Schwertschmiede der SS
Personalentwicklung
Als Heinrich
Himmler am 6. Januar 1929 die Führung der SS von Erhard Heiden übernahm,
umfasste diese Organisation nur 280 Mann als „aktive Mitglieder“. Es begann nun
unter Himmler ein stetiger Ausbau der SS: Schon im Dezember desselben Jahres
wurde das 1000. Mitglied verzeichnet, 1932 war sie bereits auf rund 52.000 und
bis zum Herbst 1933 auf gut 204.000 Mitglieder
angewachsen.
Zu
Kriegsbeginn am 1. September 1939 wurden rund 60 % ihrer Mitglieder zur
Wehrmacht eingezogen. Das hieß, dass von den damaligen 260.000 SS-Mitgliedern
170.000 ihren Kriegsdienst in den drei Wehrmachtsteilen Heer, Luftwaffe und
Marine taten. Nur ca. 36.000 wurden von der Waffen-SS übernommen. Die übrigen
Mitglieder waren entweder für den Kriegsdienst zu alt oder waren auf
„unabkömmliche Posten“ im Öffentlichen Dienst oder bei den Polizeikräften
eingesetzt.
Gegen Ende des
Krieges (1944/45) umfasste die SS formal über 840.000 Mitglieder, zu denen auch
das „SS-Führerkorps“ (d. h. Führungsschicht in den SS-Hauptämtern und die
Offiziere sowie die Unteroffiziere der Waffen-SS) und auch Polizeioffiziere
gehörten, sobald ihr Dienstgrad einem SS-Rang entsprach. Die Zugehörigkeit der
Offiziere von Waffen-SS und Polizei zur SS wurde von Amts wegen begründet; für
die Mannschaften der Waffen-SS und Polizei war eine Übernahme in die SS erst für
die Zeit nach Ende des Krieges vorgesehen. Vor dem Internationalen Gerichtshof
in Nürnberg machte Robert Brill, ehemaliger Leiter des „Ergänzungsamtes der
Waffen-SS“, am 5. und 6. August 1946 Angaben zur Personalentwicklung der
Waffen-SS.
„Bei
Kriegsende war die Waffen-SS noch ca. 550.000 Mann stark, bis Ende Oktober 1944
sind 320.000 Mann gefallen oder schwerstverletzt worden. (…) In der Waffen-SS
dienten etwa 400.000 Reichsdeutsche, 300.000 Volksdeutsche und 200.000
Angehörige anderer Völker. (…) Im Jahr 1944 wurde die Masse der noch
Kriegsverwendungsfähigen aus den Wachmannschaften der Konzentrationslager
herausgezogen und für den Wehrdienst freigemacht. Bis dahin wurden die
Wachmannschaften aus Notdienstverpflichteten der Allgemeinen SS und des
ehemaligen Frontkämpferbundes 'Kyffhäuser' gestellt. 1944 kam noch ein starkes
Kontingent aus der Wehrmacht. Es handelte sich meines Wissens zunächst um 10.000
Mann. Später mehr. (…) Meines Wissens setzten sich die Wachverbände in den KZs
im Jahre 1944 aus 6.000 Notdienstverpflichteten, 7.000 Volksdeutschen, 7.000
Heeresangehörigen und einer Anzahl von Luftwaffenangehörigen zusammen.
(…)“
– Documents of
the Major War Criminals Vol. XX, p. 371–471
Blutgruppentätowierung
Angehörige der
Allgemeinen SS, die sich zur Waffen-SS gemeldet hatten und auch von dieser
übernommen wurden, trugen eine Tätowierung der Blutgruppe auf der Innenseite des
linken Oberarms. Dieser Umstand erleichterte den Alliierten während und nach dem
Krieg die Zuordnung angeblicher Wehrmachtsangehöriger und Zivilisten zur
Waffen-SS. Oft versuchten deren Angehörige, sich vor der Gefangennahme durch
andere Uniformen und Kleidung zu tarnen.
SS-Angehörige,
die in den drei Wehrmachtteilen eingesetzt waren, betraf diese Tätowierung
nicht, da die Blutgruppe auf deren Wehrmachts-Kennmarken vermerkt
war.