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All categories > Militaria till 1914 > Military History: Modern Age Till 1914

China Boxeraufstand Tientsin Fahne Kottwitz Usedom 1900 Auction number: 0006929799 
End of auction: 10/17/26  at  10:43 PM a o clock    11 d. 13 h. 44 min. 5 sec.  
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DESCRIPTION

Die Deutschen an die Front! 22. Juni 1900.

 

Original-Heliogravüre von 1902.

 

Nach einem Originalgemälde von Carl Röchling.

In der Platte signiert (1902).

 

Mit Passepartout-Rahmenprägung und eingerägtem Adelswappen im unteren Rand.

 

Abgebildet sind:

 

Admiral Lord Seymour (stehend 3. von links).

 

Captain Jellicoe (rechts daneben)

 

Kapitän zur See von Usedom (links vor der Fahne).

 

Leutnant zur See Freiherr Egon von Kottwitz (rechts neben der Fahne).

 

Korvettenkapitän Buchholz, Führer der Kaiserin-Augusta-Kompanie, bei der Eroberung des Forts gefallen (in der Mitt ganz vorne marschierend).

 

 

Auf der Rückseite mit aufgeklebten Textzettel.

 

Das Expeditionskorps unter Admiral Edward Hobart Seymour, sollte von Tientsin auf das 116 Kilometer entfernte Peking vorrücken, um die dort belagerten Europäer zu befreien. Nach mehreren Gefechten mit den chinesischen Boxern und zunehmenden Schwierigkeiten wurde in der Nacht zum 19. Juni 1900 der Rückmarsch nach Tientsin beschlossen. Nach schweren Kämpfen am 21. Juni und einem Nachtmarsch auf dem weiteren Rückzuge nach Tientsin gelangten die 2000 Mann vereinigter Hilfstruppen, bestehend aus Amerikanern, Deutschen, Engländern, Franzosen, Japanern, Italienern und Russen, am Peiho-Fluß (im Bild links sichtbar) vor das Fort Hsiku, am 22. Juni 1900, morgens 2-3 Uhr, und waren genötigt, dies zu nehmen. Die Deutschen marschierten etwa in der Mitte. Sie mögen wohl nach allen Kämpfen und Strapazen noch die beste Truppe gewesen sein, denn der britische Befehlshaber Lord Seymour zog sie in diesem Moment wieder an die Spitze. Lord Seymour hatte als Ältester den Befehl über die ganze Truppe; als solcher kommandierte er dem Führer des aus vier Kompanien bestehenden deutschen Kontingents, Kapitän zur See von Usedom, den Befehl: „Germans to the front!“ Es ging um nichts anderes als um eine Truppenverstärkung an der Spitze eines Landungscorps. Das Fort Hsiku wurde darauf von den Deutschen vom Peiho-Fluß aus und von den Engländern von der Landseite aus gestürmt. Der Einsatz der Deutschen wird später als Anerkennung deutschen Soldatentums gedeutet und in dem 1902 ausgeführten Gemälde des Schlachtenmalers Carl Röchlings glorifiziert.

 

Größe 335 x 240 mm.

 

Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, sonst sehr guter Zustand.

 

Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!

 

100%-Echtheitsgarantie – kein Repro, kein Nachdruck!!!

Besichtigung jederzeit möglich.

 

100% guarantee of authenticity - not a reproduction, not a reprint!

Visit any time.

 

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Carl (Karl) Röchling, war ein deutscher Maler und Illustrator vornehmlich militärischer und militärhistorischer Themen. Geboren am 18.10.1855 in Saarbrücken, gestorben am 6.5.1920 in Berlin. Das Bild The Germans to the Front von 1900 wurde zu einer Ikone des Kaiserreichs wie des deutschen Militarismus schlechthin.

Carl Röchling studierte von 1875 bis 1880 an der Kunstschule in Karlsruhe bei Ludwig des Coudres und Ernst Hildebrand (1883-1924) sowie an der Akademie in Berlin. In Berlin war er Meisterschüler von Anton von Werner, in dessen Auftrag er an der Erstellung verschiedener Panoramagemälde mitwirkte. Er arbeitete bei Staatsaufträgen an Panoramabildern bei Anton von Werner und Eugen Bracht mit.

Später wurde er durch seine eigenständigen Arbeiten zu einem der bekanntesten Schlachten- und Historienmaler am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Eigenständig hat er mehrer Wandbilder in Rathäusern (Danzig, Celle, Falkenstein) mit historischen Gemälden gestaltet. In Zusammenarbeit mit seinem Malerkollegen Richard Knötel war er der künstlerisch freiere Zeichner. Mit ihm illustrierte er gemeinsam zwei seinerzeit sehr beliebte Kinderbücher.

Er profilierte sich als Schlachten-, Genre- und Landschaftsmaler. Zu seinen Gemälden zählen "Der erste Gefangene von Saarbrücken" (1881), "Schwarzwälder Flößer auf der Enz" und "Einzug der Preußen in Danzig" (Wandgemälde für das Danziger Rathaus). Carl Röchling lebte ab 1890 in Berlin. Zunächst wohnte er in der Maaßenstraße 13 und ab 1900 in der Hardenbergstraße 24. Carl Röchling wurde auf dem Friedhof der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde, Fürstenbrunner Weg 69 bestattet.

Carl Röchling gehörte Ende des 19. Jahrhunderts, Anfang des 20. Jahrhunderts zu den bekanntesten seiner Zunft. Neben seinen militärhistorischen Gemälden und zahlreichen Buchillustrationen sind seine Bilder zum Soldatenalltag bemerkenswert. Insbesondere die 51 Lichtdrucke der Bildmappe "Unser Heer" gewähren künstlerischen Einblick in den "kleinen Dienst" der Soldaten, Details zur Organisation, Ausrüstung, Bewaffnung und Uniformierung sowie zum Leben der Soldaten im und nach dem Dienst.

Er gehörte zur bevorzugten Auswahl zeitgenössischer Künstler, die das „Komité zur Beschaffung und Bewertung von Stollwerckbildern“ dem Kölner Schokoladeproduzent Ludwig Stollwerck zur Beauftragung für Entwürfe vorschlug.

Werke (Auswahl)

Episode aus der Schlacht bei Gravelotte (Tod des Majors von Hadeln am 18. August 1870), Deutsches Historisches Museum, 1897, 115 × 181 cm

Mitarbeit am Berliner Sedan-Panorama (unter Anton von Werner)

Panorama der Schlacht von Chattanooga (zusammen mit Georg Koch und Eugen Bracht)

Panoramabild Flößereibetrieb auf der Enz, 1889, zunächst in der Flößerstube des Besigheimer Gasthofs Sonne, nach dem Abbruch dieses Gebäudes jetzt im Rathaus Besigheim

Wandbilder im Rathaus Danzig, Kreishaus Teltow, Kaiser-Wilhelm-Akademie, Vaterländisches Museum Celle und in Falkenstein/Taunus

Angriff der Brandenburger gegen Spichern bei der Goldenen Bremm am Abend des 6. August 1879 1908, Sitzungssaal Altes Rathaus in Völklingen

Erstürmung des Geisbergschlößchens bei Weißenburg im Elsass

Die Franzosen in der Pfalz 1689 von Carl Röchling in Berlin,

Stiefelappell, Eine drastische Humoreske aus dem modernen Soldatenleben im Frieden.

Panoramabild Belagerung Besigheims durch Herzog Ulrich von Württemberg 1504, 1918, Rathaus Besigheim

Illustrationen:

Saarbrückener Kriegschronik

Der Krieg gegen Frankreich 1870/71

Unser Heer

Kinderbücher

1895 Der Alte Fritz in 50 Bildern für Jung und Alt

1896 Die Königin Luise in 50 Bildern für Jung und Alt

 

Unter dem Boxeraufstand (chin. Yìhétuán qǐyì, W.-G. I-ho t´uan, auch Yi-he quan „In Rechtschaffenheit vereinigte Milizen“) versteht man eine chinesische Bewegung gegen den europäischen, nordamerikanischen und japanischen Imperialismus. Die Bezeichnung Boxer ist die Verallgemeinerung des Namens im Englischen und bezieht sich auf eine der ersten Boxergruppen, die sich selbst „in Rechtschaffenheit vereinigte Faustkämpfer“ (Yìhéquán) nannte. In China hat sich die später von allen Boxergruppen angenommene Umbenennung in Yihetuan durchgesetzt.

Im Frühjahr und Sommer 1900 führten die Attacken der Boxerbewegung gegen Ausländer und chinesische Christen einen Krieg zwischen China und den Vereinigten acht Staaten (bestehend aus dem Deutschen Reich, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Österreich-Ungarn, Russland und den USA) herbei, der mit dem Abschluss des sogenannten "Boxerprotokolls" im September 1901 endete. Da die Bezeichnung "Boxeraufstand" einseitig die imperialistische Perspektive widerspiegelt (die chinesische Regierung wurde von den Boxern ausdrücklich unterstützt), spricht man neuerdings häufig vom "Boxerkrieg" oder verwendet die chinesische Bezeichnung.

Vorgeschichte

Von chinesischen Autoren wurde unmittelbar nach dem Aufstand die These verbreitet, die „Boxer“ seien ein Ableger der rebellischen Weißer-Lotus-Sekte, die 1795 bis 1804 einen großen Aufstand organisiert hatte. Heute ist man allgemein der Auffassung, dass es sich bei den „Boxern“ um eine soziale Bewegung handelte, die sich zwischen 1898 und 1900 als unmittelbare Reaktion auf die Krisenstimmung gegen Ende des 19. Jahrhunderts bildete. Ihr ursprünglicher Schwerpunkt lag in der Provinz Shandong, wo sie an schon bestehende Organisationen wie die Gesellschaft der großen Messer (chin. 大刀会, Dadaohui) anknüpfen konnte. Im Frühjahr und Sommer 1900 breitete sie sich dann über weite Teile Nordchinas aus.

Beeinflusst wurden die Boxer in erster Linie von der volkstümlichen Kultur und Religion, besonders von den verschiedenen Kampfkunstschulen. Kennzeichen der Bewegung waren:

eine lockere Organisationsstruktur, bei der sich unabhängige Gruppen um lokale Führer scharten;

kollektive Massentrancen unter dem angeblichen Einfluss volksreligiöser Götter und

Unverwundbarkeitsrituale, von denen auch Schutz vor modernen Feuerwaffen erhofft wurde.

Die Entstehung der Boxerbewegung wurde im Wesentlichen durch vier Faktoren beeinflusst:

den westlichen Imperialismus der ungleichen Verträge, durch den sich alle größeren europäischen Staaten sowie die USA und seit 1895 auch Japan von China juristische und wirtschaftliche Privilegien erzwangen (besonders die Exterritorialität ihrer Staatsangehörigen);

den innerchinesischen Konflikt zwischen Reformern und Konservativen am Kaiserhof, der seinen Höhepunkt 1898 in der Niederschlagung der Hundert-Tage-Reform durch die konservative Fraktion um die Kaiserinwitwe Cixi fand;

die gleichfalls auf den ungleichen Verträgen beruhende Sonderstellung der christlichen Mission im Landesinneren, wo die Missionare mit Hilfe der ausländischen Konsulen in lokale Streitigkeiten intervenierten;

die durch eine Reihe von Naturkatastrophen und darauffolgenden Hungersnöten Ende der 1890er Jahre in Nordchina ausgelöste Krisenstimmung. Ob der ausländische Handel (Import) tatsächlich viele Menschen arbeitslos gemacht und damit den Boxeraufstand mit ausgelöst hat, ist dagegen umstritten.

Die Boxer machten die Ausländer, in zweiter Linie die chinesischen Christen für die Störungen der natürlichen Umwelt und der sozialen Harmonie verantwortlich. Sie forderten, die Feinde Chinas mit Gewalt zu beseitigen, um diese Harmonie wieder herzustellen. Dabei traten sie als Unterstützer der herrschenden Qing-Dynastie (Mandschu-Dynastie) auf. Eine ihrer bekanntesten Parolen lautete: „Unterstützt die Qing und vernichtet die Fremden.“

Dennoch versuchte der kaiserliche Hof bis ins Frühjahr 1900, die Boxer zu unterdrücken. Wegen der lockeren Organisationsstruktur der Boxer scheiterten die Versuche jedoch. Erst als die Ausländer daraufhin die Regierung in Peking massiv unter Druck setzten, änderten Cixi und ein Teil der hohen Beamtenschaft ihre Meinung und begannen, in den Boxern Verbündete gegen die Ausländer zu sehen.

Der Boxeraufstand

Der Angriff der „Boxer“ auf die ausländischen Gesandtschaften

Bereits am 11. Januar 1900 hatte die Kaiserinwitwe Cixi (Tzu-Hsi), die Regentin Chinas, in einem Edikt verkündet, dass ein Teil der Boxer gesetzestreue Menschen seien. Am 27. Januar forderten die europäischen Kolonialmächte, Japan und die USA die chinesische Regierung auf, europäische Einrichtungen vor den Boxern zu schützen. Die Bemühungen, die Bewegung zu unterdrücken, dauerten an. Am 15. April wurden die Boxer verboten, doch da sich reguläre kaiserliche Truppen in Peking und Tientsin mit ihnen verbündeten, ließ sich das Verbot nicht durchsetzen. Im Mai erreichte die Bewegung die Umgebung der Hauptstadt Peking und begann mit Attacken gegen Ausländer sowie gegen die an die Küste führenden Bahnlinien. Ausschreitungen forderten allein am 18. Mai 73 Todesopfer. Die ausländischen Gesandten in Peking beorderten daraufhin rund 450 Soldaten als Gesandtschaftswachen nach Peking, die zwischen dem 31. Mai und 3. Juni dort eintrafen. In den folgenden Tagen verschärften die Boxer ihre Attacken gegen chinesische Christen sowie ausländische Einrichtungen und begannen die Bevölkerung Pekings zu terrorisieren.

Der erste alliierte Gegenschlag und sein Scheitern

Am 10. Juni marschierte ein 2.066 Mann starkes internationales Expeditionskorps unter dem Befehl des britischen Admirals Seymour in Tianjin ab, um die Gesandtschaften in Peking zu schützen. Es wurde jedoch von den Boxern aufgehalten (14.–18. Juni) und musste umkehren. Die rund 473 Ausländer, 451 Soldaten und über 3.000 chinesischen Christen in Peking hatten sich mittlerweile im Gesandtschaftsviertel verbarrikadiert. Hier waren sie von der Kommunikation mit den ausländischen Stützpunkten an der Küste abgeschnitten, da die Boxer die Telegraphenleitung gekappt hatten.

Angesichts dieser Situation stellten die alliierten Truppen ein Ultimatum zur Übergabe der stark befestigten chinesischen Küstenforts von Dagu. Am 17. Juni, 75 Minuten vor Ablauf des Ultimatums eröffneten die Chinesen das Feuer, und in der Folge wurden die Forts im Laufe der kommenden Tage von den Alliierten erstürmt.

Am 19. Juni verfasste die kaiserliche Regierung ein Ultimatum an die europäischen Gesandten in Peking, China innert 24 Stunden zu verlassen. Am selben Tag wurde die deutsche Marineinfanterie mobil gemacht und nach China gesandt. Am 20. Juni wurde der Gesandte der deutschen Reichsregierung, Baron Klemens von Ketteler, in Peking auf offener Straße von einem mandschurischen Bannersoldaten erschossen.

Auf die Nachricht von der Erstürmung der Forts von Dagu hin erließ der Kaiserhof am 21. Juni ein Edikt an seine Untertanen, das einer Kriegserklärung an die Alliierten gleich kam. Kaiserliche Truppen kämpften nun offiziell an der Seite der Boxer. Umgekehrt erklärte keiner der westlichen Staaten China formell den Krieg. Zwar war auch nach damaligem europäisch geprägtem Völkerrecht die Erstürmung und Zerstörung von Verteidigungsanlagen eines fremden Staates und der Marsch Bewaffneter auf dessen Hauptstadt ein klarer Kriegsakt. Es war jedoch unter den Alliierten zumindest umstritten, ob das Völkerrecht auf China überhaupt angewendet werden dürfe, da China zwar auf der Haager Friedenskonferenz von 1899 vertreten war, jedoch die dort verabschiedete Landkriegsordnung nicht unterzeichnet hatte. Die fehlende Kriegserklärung stellte den Krieg in China als "Strafexpedition" auf die gleiche Stufe wie andere Kolonialkriege, die gegen nicht staatlich organisierte ethnische Gruppen ("Stämme") geführt wurden.

Am 26. Juni musste sich Seymour geschlagen geben und zog sich nach Tsientsin zurück. China versuchte am 3. Juli, Japan zum Seitenwechsel und einer Allianz mit China zu bewegen, was Japan aber am 13. Juli zurückwies.

Der Krieg in Peking und Tianjin

Trotz der unausgesprochenen Kriegserklärung trug der Krieg in der Anfangsphase den Charakter eines Staatenkriegs, da reguläre Armeen gegeneinander kämpften, wenn auch die chinesischen Truppen durch Boxermilizen verstärkt wurden. Sie belagerten das Gesandtschaftsviertel in Peking, wo sich Diplomaten, Missionare, Ingenieure und chinesische Christen verschanzt hatten. Die britische Botschaft wurde zur Kommandozentrale der rund 500 Bewaffneten, denen rund 20.000 Chinesen gegenüberstanden. Allerdings wurde die Verteidigung von den einzelnen Gesandtschaften organisiert, was zu Streitigkeiten führte und die Verteidigungskraft schwächte. Gleichzeitig wurde auch die internationale Konzession in Tianjin (Tientsin) von den Chinesen belagert. Auf der chinesischen Seite herrschte allerdings ebenfalls Uneinigkeit. Eine Reihe hoher Beamter – allen voran der Großsekretär Ronglu – lehnte das Verhalten der Kaiserinwitwe ab, die sogar mehrere Beamte wegen ihrer kritischen Bemerkungen hinrichten ließ. Beobachtungen, wonach die chinesische Artillerie zu tief schoss, sowie nach der Belagerung in Peking aufgefundene, unbenutzte moderne Geschütze lassen den Schluss zu, dass der Kampf von den chinesischen Truppen auf Veranlassung der chinesischen Friedenspartei nicht mit aller Entschlossenheit geführt wurde.

Das zweite internationale Expeditionskorps

In der Zwischenzeit stellten sechs europäische Staaten sowie die USA und Japan ein Expeditionskorps für eine Intervention in China zusammen. Kaiser Wilhelm II. hatte unverzüglich auf den Vorschlag einer gemeinsamen Militäraktion europäischer Staaten reagiert, weil sich darüber die verstärkte Rolle des Deutschen Reiches in der Weltpolitik demonstrieren ließ. Zu seiner Genugtuung konnte er erreichen, dass dem ehemaligen deutschen Generalstabschef Feldmarschall Alfred Graf von Waldersee der militärische Oberbefehl über dieses gemeinsame Expeditionsheer übertragen wurde. Bei der Verabschiedung eines Teils der deutschen Truppen am 27. Juli hielt Kaiser Wilhelm II. seine berüchtigte Hunnenrede:

Eine große Aufgabe harrt eurer: ihr sollt das schwere Unrecht, das geschehen ist, sühnen. Die Chinesen haben das Völkerrecht umgeworfen, sie haben in einer in der Weltgeschichte nicht erhörten Weise der Heiligkeit des Gesandten, den Pflichten des Gastrechts Hohn gesprochen. Es ist das um so empörender, als dies Verbrechen begangen worden ist von einer Nation, die auf ihre alte Kultur stolz ist. Bewährt die alte preußischen Tüchtigkeit, zeigt euch als Christen im freudigen Ertragen von Leiden, mögen Ehre und Ruhm euren Fahnen und Waffen folgen, gebt an Manneszucht und Disziplin aller Welt ein Beispiel [...] Kommt ihr vor den Feind, so wird er geschlagen. Pardon wird nicht gegeben, Gefangene nicht gemacht. Wer euch in die Hände fällt, sei in eurer Hand. Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in der Überlieferung gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name Deutschlands in China in einer solchen Weise bekannt werden, daß niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen!.

Sowohl Bernhard von Bülow, Reichskanzler Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst als auch der Direktor des Norddeutschen Lloyds unternahmen Anstrengungen, die Verbreitung dieser Brandrede zu verhindern. Langfristig prägte sie aber den vor allem in England verwendeten Begriff „the huns“ für die Deutschen, der besonders in der Kriegspropaganda während des Ersten Weltkriegs eine Rolle spielte.

Die in Europa eingeschifften Truppen kamen allerdings zu spät, um noch am Entsatz Tianjins und Pekings teilzunehmen. Die ca. 20.000 Mann starke alliierte Truppe, die am 4. August in Tianjin abmarschierte, bestand in erster Linie aus britisch-indischen, russischen, japanischen und von den Philippinen nach China verlegten US-amerikanischen Truppen; Deutsche, Franzosen, Österreicher und Italiener beteiligten sich nur mit einigen Abteilungen Marineinfanterie.

Das Expeditionskorps erreichte am 13. August 1900 Peking, das bereits am folgenden Tag fiel. Am 15. August flohen die Kaiserinwitwe und ihr Rat aus Peking nach Sian/Shaanxi, indem sie sich auf „Inspektionsreise“ begaben. Peking wurde von den Alliierten drei Tage lang geplündert, was unter Kritikern Befremden verursachte, angesichts des hohen zivilisatorischen Anspruchs der Europäer.

Der Boxeraufstand nach der Einnahme Pekings

Nach der Einnahme Pekings wandelte sich der Charakter des Krieges. In einem Edikt vom 7. September machte Cixi die Boxer für die militärische Niederlage verantwortlich und erteilte den Provinzgouverneuren die Anweisung, erneut Regierungstruppen gegen sie einzusetzen. Am 25. September wurden in den Aufstand verwickelte hohe Amtsträger vom Kaiserhof degradiert. Gleichzeitig begannen die alliierten Truppen damit, „Strafexpeditionen“ gegen „Boxernester“ durchzuführen und so den letzten Widerstand zu brechen. Bei ihren Operationen ließen sich die alliierten Truppen brutale Ausschreitungen (Morde, Plünderungen, Vergewaltigungen) gegen die chinesische Bevölkerung zuschulden kommen. Ihr Ziel bestand darin, Terror zu verbreiten und dadurch die Chinesen von einer zukünftigen Erhebung gegen die Ausländer abzuschrecken. Allerdings beschränkte sich der Truppeneinsatz auf die nordchinesische Provinz Zhili, da die Provinzgouverneure Mittel- und Südchinas mit den Ausländern Stillhalteabkommen schlossen.

Insgesamt fielen 231 Ausländer und viele tausend christianisierte Chinesen den Boxern zum Opfer. Bei den Ausländern handelte es sich überwiegend um Missionare, die in den Städten Taiyuan und Baoding auf Betreiben des Gouverneurs Yuxian umgebracht wurden. Wie viele Tote der alliierten Kriegführung zum Opfer fielen, ist unbekannt.

Nach dem Aufstand – Das Boxerprotokoll

Das Verhalten der alliierten Interventionstruppen stieß in der Heimat nicht nur auf Zustimmung. Vor allem aus sozialistischen und liberalen, teilweise auch aus kirchlichen Kreisen wurden Vorbehalte gegen die Intervention geäußert. Nach Meinung der Kritiker hatten die Soldaten unter dem Vorwand, die Zivilisation schützen zu wollen, selbst gegen die humanitären Grundsätze dieser Zivilisation verstoßen. Besonders die Hunnenrede Wilhelms II. wurde im In- und Ausland heftig wegen der darin enthaltenen Äußerung kritisiert, kein Pardon zu geben und keine Gefangenen zu machen.

Teilweise kritisierten sich die an der Militäraktion beteiligten Kommandeure sogar gegenseitig. Der amerikanische Befehlshaber vermerkte zum Beispiel: „Man kann mit Sicherheit sagen, dass auf einen wirklichen Boxer, der getötet wurde, fünfzehn harmlose Kulis und Landarbeiter, unter ihnen nicht wenige Frauen und Kinder, kamen, die erschlagen wurden.“

Parallel dazu ließ Russland 200.000 Soldaten in die Mandschurei einrücken, angeblich um die Boxer zu bekämpfen. Sie waren am 23. Juli in Aigun und am 1. Oktober in Mukden. Am 16. Februar 1901 wurde diesbezüglich ein Vertrag geschlossen, in dem Sinne, dass China die Mandschurei behielt, die russischen Truppen aber zum Schutz der Eisenbahn („railway guards“) im Land blieben.

Seit 26. Oktober 1900 verhandelte der erfahrene Diplomat Li Hongzhang als Abgesandter des Kaiserhofs über die Friedensbedingungen. Die nach Gansu geflohene Kaiserwitwe akzeptierte am 10. Januar 1901 die Bedingungen der Kolonialmächte. Am 7. September 1901 wurde das so genannte „Boxerprotokoll“ unterzeichnet. Es stellte fest, dass

die chinesische Regierung sich für die Morde an ausländischen Diplomaten (neben Ketteler auch der japanische Gesandtschaftssekretär Graf Sugiyama) entschuldigen und ein Denkmal für Ketteler errichten müsse,

Aufständische zu bestrafen seien (viele Todesurteile wurden verhängt),

die Beamtenprüfungen in allen Städten, in denen Ausländer getötet worden waren, für fünf Jahre ausgesetzt werden sollten,

China Reparationen in Höhe von 1,4 Milliarden Goldmark bis 1940 (70 Millionen Pfund Sterling) und

Entschädigungen an betroffene Ausländer zu zahlen hatte,

keine Waffen gekauft und eingeführt werden durften,

das Gesandtschaftsviertel in Peking ausschließlich für Ausländer reserviert und befestigt werden sollte,

die Dagu-Forts geschleift und ausländische Stützpunkte an der Bahnstrecke zwischen Peking und der Küste errichtet werden sollten,

ein modernes Außenministerium mit Vorrang vor allen anderen Ministerien eingerichtet werden musste,

ein kaiserliches Edikt bestätigt wurde, das ausländerfeindliche Organisationen bei Todesstrafe verbot,

der Kotau (tiefe Verbeugung, Ehrenbezeigung) für ausländische Diplomaten abgeschafft wurde (tiefe Demütigung, zusammen mit einer Militärparade in der verbotenen Stadt, die nur für chinesische Beamte geöffnet war)

Ein weiterer als besondere Demütigung empfundener Punkt war, dass der mit der Sühnemission beauftragte Zaifeng, 2. Prinz Chun, Vater des letzten chinesischen Kaisers Puyi, sich persönlich in Berlin unter entwürdigenden Bedingungen für den Gesandtenmord an Ketteler entschuldigen sollte. Die chinesische Delegation errang jedoch einen kleinen diplomatischen Sieg und konnte erreichen, dass der Prinz nicht vor Kaiser Wilhelm II. niederknien musste. Daraufhin konnte der Sühneakt schließlich am 4. September 1901 im Grottensaal, Neues Palais in Potsdam, Park Sanssouci, stattfinden.

Ein gefälschtes Dokument zum Boxerkrieg: Edmund Backhouse und das "Tagebuch des Jingshan"

Der Brite Sir Edmund Backhouse verschaffte sich über die Legende eines Privatgelehrten und Sammlers historischer Texte und Dokumente seit 1898 Zugang zu den Eunuchen am kaiserlichen Hof. Seine Informationen „verarbeitete“ er nach dem Boxeraufstand zu zwei Propaganda-Traktaten, die die spätere „Strafexpedition“ nachträglich rechtfertigten („Berichte und Memoiren vom Hof in Peking“, „China unter der Kaiserin Witwe“). Als vorgebliche "Quelle" fertigte Backhouse einen chinesischen Text – das angebliche "Tagebuch des Jingshan", eines hochrangigen Beamten am Pekinger Hof –, der die Entschlossenheit der Pekinger Kriegspartei und besonders der Kaiserinwitwe selbst dokumentieren sollte, die Ausländer in China zu vernichten. Erst 1976 enthüllte der britische Historiker Hugh Trevor-Roper, dass es sich bei diesem Text um eine Fälschung handelte. Zwar konnte Backhouses Fälschung auf den Kriegsverlauf in keiner Weise Einfluss nehmen – schon deshalb nicht, weil ihr Autor ja selbst in Peking eingeschlossen war. Diana Preston stellt fest, es habe Jahre gedauert, bis das angebliche Tagebuch des Jingshan "ans Licht der Öffentlichkeit kam." Es prägte jedoch über viele Jahrzehnte die öffentliche Wahrnehmung des Krieges in Europa und Nordamerika. Stichworte: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Adel, Akademische Malerei, Aristokratie, Armee, Asien, Aufstand, Boxeraufstand, China, Chinakrieger, Deutsche Geschichte, Deutsche Kolonien, Deutsche Schutzgebiete, Deutsches Kaiserreich, Deutsches Reich, East Asian Expedition Corps, Empire, England, Fahne, Fahnen, Ferner Osten, European intervention troops during the Boxer Rebellion, Flagge, Flotte, Freiherr Egon von Kottwitz, Front, Gefecht, Gewehre, Großbritannien, Heer, Heerführer, Heerwesen, Heldenkampf, Heldentum, Heraldik, Hochadel, Hohenzollern, Kaiserkrone, Kaiserlich Deutsches Marineoffizierkorps, Kaiserliche Marine, Kaiserliche Schutztruppe, Kaiserzeit, Kampf, Karabiner, Kolonialgeschichte, Kolonialismus, Kolonial-Kameraden, Kolonialkrieg, Kolonialkrieger, Kolonialpolitik, Kolonialtruppe, Kolonialwesen, Kolonialzeit, Kolonien, Kriegsgeschichte, Kriegsmaler, Kriegsmalerei, Kriegsmarine, Kulturgeschichte, Kunst, Kunstgeschichte, Landeskunde, Marineinfanterie, Marine-Infanterie, Marinemaler, Marinemalerei, Marinetruppen, Matrose, Matrosen, Militär, Militärgeschichte, Militaria, Militärmacht zur See, Monarchie, Nautik, naval, navy, Ortsansichten, Ortskunde, Ostasiatisches Kreuzergeschwader der Kaiserlichen Marine, Ostasien, Ostasien-Expedition, Ostasiengeschwader, Patriotismus, Peking, Reichskriegsflagge, Revolution, Säbel, Schlacht, Schutz- und Überseetruppen, Schutzgebiete, Schutztruppe, Seebataillon, Seestreitkräfte, Seitengewehr, Soldat, Soldaten, Standarte, Tapferkeit, Tientsin, Topographie, Tradition, Tropen, Tropenhelm, Tropenuniform, Truppe, Uniform, Uniformkunde, Vaterland, Waffen, Wappen, Wilhelminisches Kaiserreich, Wilhelminisches Zeitalter, Zeitgeschehen, Zeitgeschichte, 北京 Běijīng

 

Sir Edward Hobart Seymour, OM, GCB, GCVO, (* 30. April 1840 in Kinwarton; † 2. März 1929 in Maidenhead) war ein Admiral der britischen Royal Navy.

Seymour wurde am 30. April 1840 als zweiter Sohn eines Pfarrers in Kinwarton (Warwickshire) geboren. Ab 1850 besuchte er das Radley College. Nach dessen Abschluss besuchte er ab Oktober 1852 die Eastman's Naval Academy in Southsea und bestand zwei Monate später die Aufnahmeprüfung in die Marine. Am folgenden Tag erfolgte seine Versetzung als Midshipman (Seekadett) an Bord der HMS Encounter.

Im Januar 1854 wurde er bei Beginn der Spannungen mit Russland an Bord der HMS Terrible ins Schwarze Meer versetzt und verblieb mit ihr bis zum Ende der militärischen Operation des Krimkriegs vor Ort.

Im Anschluss erfolgte seine Versetzung nach Ostasien auf die HMS Calcutta, das Flaggschiff seines Onkels Michael Seymour, wo er im Laufe des Zweiten Opiumkriegs an der Schlacht von Fatshan Creek, der Einnahme Kantons sowie den Kämpfen um die Taku-Forts teilnahm.

Nach einem Sonnenstich wurde er nach Großbritannien zurückbeordert und bestand die Prüfung zum Mate (Leutnant). Nach seiner Genesung kehrte er zurück, wurde zum Lieutenant (Oberleutnant) befördert und nahm an der erfolgreichen Erstürmung der Taku-Forts teil. Im Anschluss nahm er an Kämpfen gegen die Taiping-Rebellen und den Einnahmen von Ningpo und Jiading teil. 1863 nach Großbritannien zurückgekehrt diente er drei Jahre in Portsmouth als Adjutant seines Onkels. 26-jährig erfolgte seine Beförderung zum Commander (Fregattenkapitän). Nach zwei Jahren auf Halbsold erhielt er eine Verwendung bei der irischen Küstenwache und im Sommer 1869 den Befehl über das Kanonenboot Growler an der Westküste Afrikas. Bei Kämpfen auf dem Kongo wurde er schwer am Bein verwundet. Erneut wurde er, diesmal 18 Monate auf Halbsold gesetzt.

Im März 1873 erfolgte seine Beförderung zum Captain (Kapitän), und es folgten Kommandos auf einem Postschiff und einem Truppentransporter. 1879 wiederum auf Halbsold gesetzt wurde er ab April 1880 im Mittelmeer eingesetzt. Erst auf dem Kreuzer HMS Iris, dann an Land in Ägypten während der Ereignisse die dem Urabi-Aufstand folgten. Von November 1882 bis Februar 1885 übernahm er das Kommando über das Schlachtschiff HMS Inflexible. Erneut für 10 Monate auf Halbsold gesetzt diente er im Anschluss unter Admiral George Willes und wurde stellvertretender Inspekteur der Marinereserve. 1889 wurde er 49-jährig zum Rear Admiral (Konteradmiral) befördert und nutzte die folgende lange Zeit auf Halbsold für Reisen nach Frankreich, Russland, Westindien und die Vereinigten Staaten. Es folgten Verwendungen als stellvertretender Kommandeur der Channel Squadron und als Inspekteur der Reserve.

Im Dezember 1897 trat Seymour seinen Posten als Oberbefehlshaber der China Station an. In seine Amtszeit fiel der Ausbruch des Boxer-Aufstands. Während der Kampfhandlungen befehligte er ein internationales Expeditionskorps. Im März 1901 zum Admiral befördert, wurde er im Februar 1905 Admiral of the fleet (Großadmiral).

1910 ging er in den Ruhestand.

Seymour verstarb am 2. März 1929 in Hedsor View, Maidenhead Court, Maidenhead, Berkshire.

Trivia

Der englische Ausruf „The Germans to the Front“ (Die Deutschen an die Front!) soll während des Boxer-Aufstands von ihm getan worden sein.

 

Guido von Usedom (* 2. Oktober 1854 in Quanditten (Ostpreußen), einem heute untergegangenen Ort im Rajon Selenogradsk; † 24. Februar 1925 in Schwerin) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Admiral im Ersten Weltkrieg.

Leben

Frühe Jahre

Guido stammte aus dem pommerschen Adelsgeschlecht Usedom und war der Sohn des Leutnants Kuno von Usedom (1804–1855). Er trat am 31. Mai 1871 in die Kaiserliche Marine ein. Nach seiner Ausbildung und ersten Borderfahrungen wurden ihm erste Kommandos übertragen.

Im Oktober 1895 bekam Usedom als Korvettenkapitän bis zum Ende des Jahres das Kommando über das Aviso Pfeil, ab März 1896 folgte für ein halbes Jahr das Kommando über das Aviso Jagd. Von September 1896 bis Juli 1898 war er Kommandant des Küstenpanzerschiffs Hagen und wurde in dieser Zeit zum Korvettenkapitän mit Oberstleutnantrang[A 1] befördert. Anschließend wurde er Kommandant des gerade in Dienst gestellten Großen Kreuzers Hertha, auf dem er zum Fregattenkapitän ernannt und zum Kapitän zur See (18. September 1899) befördert wurde.

Einsatz beim Boxeraufstand

Mit der Hertha war Usedom im Mittelmeer und in Ostasien eingesetzt. Bei Beginn des Boxeraufstands befahl der Befehlshaber des Ostasiengeschwaders, Vizeadmiral Felix von Bendemann, aus den Besatzungen aller deutschen Kreuzer Landungskorps zu bilden, um sich am Schutz der europäischen Gesandtschaften in Peking zu beteiligen. Usedom wurde der Führer des gesamten deutschen Expeditionskorps aus etwa 500 Mann, das dem britischen Befehlshaber der beteiligten ausländischen Streitkräfte vor Ort, Vizeadmiral Seymour, unterstellt war. Usedom war zugleich dessen Chef des Stabes.

Am 10. Juni 1900 verließ das gesamte Expeditionskorps Tanggu im Eisenbahntransport in Richtung Peking. Der Vormarsch wurde durch chinesische Truppen und Aufständische unterbunden, so dass sich das Expeditionskorps auf dem Landweg zurückziehen musste. Dabei wurde der Kommandeur des britischen Landungskorps, Captain Jellicoe, der spätere Befehlshaber der Grand Fleet in der Skagerrakschlacht, verwundet. In dieser bedrängten Lage forderte Seymour den Einsatz der deutschen Truppen unter Usedom an und soll dabei den historischen Satz The „Germans to the Front gesprochen“ haben.

Aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Landungskorps wurde Usedom im September 1900 von der Führung der Hertha entbunden und dem Stab des Oberkommandierenden der verbündeten Truppen in China zugeteilt, das die Beendigung des Aufstands durchsetzte. Parallel zu dieser Aufgabe war er formal bereits mit dem 21. Juli 1900 zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt worden. Für seine Leistungen in China wurde Usedom am 5. April 1902 mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet.

Zeit vor dem Ersten Weltkrieg

Im August 1902 übernahm Usedom das Kommando über die kaiserliche Yacht Hohenzollern, das er bis Oktober 1904 innehatte (17. August 1902 bis 4. Oktober 1904). Im Anschluss wurde er Inspekteur der I. Marine-Inspektion und in dieser Funktion am 14. März 1905 zum Konteradmiral befördert. Parallel dazu war er ab September 1905 Vertreter des Oberwerftdirektors und ab Januar 1906 Oberwerftdirektor der Kaiserlichen Werft in Kiel. Am 21. August 1908 wurde er zum Vizeadmiral befördert und mit Jahresende 1910 unter Verleihung des Charakters als Admiral zur Disposition gestellt.

Leiter des Sonderkommandos Türkei im Ersten Weltkrieg

Im August 1914 wurde Usedom reaktiviert und als Leiter des Sonderkommandos Türkei nach Konstantinopel entsandt. Weil sich die Anzeichen für eine Operation der Triple Entente gegen die Dardanellen verstärkten und damit die Gefahr der Eroberung der Hauptstadt des Osmanischen Reichs wuchs, wurde Usedom im Einvernehmen mit der türkischen Regierung zum Oberbefehlshaber der Meerengen ernannt.

Die für diese Aufgabe verfügbaren Mittel waren äußerst gering, und Usedom behalf sich mit dem demonstrativen Ausbau von Küstenstellungen, teilweise ohne Personal für die Besetzung der weiter landeinwärts gelegenen Forts zu haben. Außerdem ließ er Minenfelder legen. Mitte Februar 1915 war es Usedom gelungen, die schwere Artillerie in den wichtigsten Forts entlang der Meerengen zu bemannen und ausgedehnte Minenfelder in den Meerengen legen zu lassen. Auf diesen Minen sanken im Verlauf der Dardanellenoperation unter anderem das französische Linienschiff Bouvet und die britischen Linienschiffe Irresistible und Ocean.

Den weiteren Verlauf der beginnenden Schlacht von Gallipoli bestimmte indes weniger Usedoms Wirken, als die Führung der türkischen Landstreitkräfte durch den deutschen General Otto Liman von Sanders.[1] Nach dem Ende der Schlacht blieb Usedom bis zum Kriegsende in der Türkei und wurde im August 1915 mit dem Eichenlaub zum Pour le Mérite ausgezeichnet. Im Januar 1916 erhielt er das Patent als Admiral. Am 26. November 1918 trat er in den Ruhestand.

 

Das Ostasiengeschwader war ein Kampfschiffverband (Kreuzergeschwader) der deutschen Kaiserlichen Marine zur Durchsetzung und Sicherung deutscher Interessen im ostasiatischen und pazifischen Raum. Es bestand unter diesem Namen von 1897 bis 1914.

Geschichte

Entstehung

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts rückte der asiatisch-pazifische Raum in das Interesse europäischer und nordamerikanischer Mächte. Großbritannien erzwang in den Opiumkriegen eine weitgehende Öffnung Chinas für fremden Handel, und die USA erreichten 1854 in ähnlicher Weise die Öffnung Japans. Auch deutsche Reedereien beteiligten sich früh am Ostasienhandel. Schon ab Mitte des 18. Jahrhunderts hatten Schiffe der preußischen Emder Ostasiatischen Handelskompanie in der Region Seehandel betrieben. Der Besuch des Vollschiffs Meteor der staatlichen Preußischen Seehandlung in der Region 1822 stellte den Beginn regelmäßiger Schifffahrtsverbindungen in der Zeit nach den Napoleonischen Kriegen dar.

Es zeigte sich schnell, dass die ausländischen Kaufleute in China ohne militärische Unterstützung aus ihrer Heimat nur sehr schwer ihren Geschäften nachgehen konnten. Deutsche und vor allem Hamburgische Kaufleute waren auf die Hilfe anderer Marinen wie zum Beispiel der britischen Royal Navy angewiesen, da das nur lose im Deutschen Bund organisierte Deutschland keine eigene Marine besaß (Vgl. Geschichte der Deutschen Marine). Erst nach der Gründung einer preußischen Marine konnte man auf eigene Mittel zurückgreifen.

Im Jahre 1859 entsandte Preußen erstmals ein Geschwader von vier Schiffen unter Führung des Grafen Friedrich zu Eulenburg nach Ostasien, um dort die militärische Unterstützung für den deutschen Handel zu unterstreichen und Handelsverträge abzuschließen. Der Verband blieb bis 1861 in der Region. Zugleich begannen Bestrebungen, im ostasiatischen Raum einen eigenen Marinestützpunkt zu erwerben. Diese Bemühungen wurden erst 1897 mit der Besetzung Tsingtaos durch ein Expeditionskorps des Kreuzergeschwaders von Konteradmiral Otto von Diederichs abgeschlossen.

Eine ständige deutsche Marinepräsenz in Ostasien wurde 1869 durch Schaffung der „Ostasiatischen Schiffsstation“ begründet, die zunächst nur mit einem Schiff, der Korvette Medusa, besetzt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die preußische Marine bereits in der Marine des Norddeutschen Bundes aufgegangen, aus der 1871 nach der Reichsgründung die Kaiserliche Marine entstand. Die Station wurde zeitweise durch kleine Geschwader verstärkt, die die Region für bestimmte Aufträge besuchten, nach deren Erledigung aber wieder aufgelöst wurden.

1886 stellte die Kaiserliche Marine ein permanentes Kreuzergeschwader auf, das in der Region zwischen der Ostküste Afrikas, Australien und der Westküste Südamerikas operierte. Aus diesem Geschwader, das 1897 unter dem Befehl von Konteradmiral Otto von Diederichs die Besetzung der Bucht von Kiautschou und des Hafens von Tsingtao durchführte, entstand im gleichen Jahr das Ostasiengeschwader. Diederichs, zum Vizeadmiral befördert, war sein erster Befehlshaber.

Erster Weltkrieg

Wegen des bevorstehenden Eintritts Japans in den Ersten Weltkrieg marschierte das Geschwader, bestehend aus den Großen Kreuzern SMS Scharnhorst (Flaggschiff) und SMS Gneisenau sowie den Kleinen Kreuzern SMS Nürnberg, SMS Leipzig und SMS Dresden, im Jahre 1914 unter dem Kommando von Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee aus dem ostasiatischen Raum in Richtung östlicher Pazifik. Der Kleine Kreuzer Emden wurde zum Kreuzerkrieg in den Indischen Ozean entsandt.

Zwischen dem Ostasiengeschwader und einem verfolgenden britischen Verband unter Vice Admiral Sir Christopher Cradock kam es am 1. November 1914 vor Coronel (Chile) zum Seegefecht bei Coronel. Das deutsche Geschwader konnte ohne eigene Verluste die beiden veralteten britischen Panzerkreuzer HMS Monmouth und HMS Good Hope versenken. Allerdings hatten die deutschen Kreuzer bei diesem Gefecht etwa die Hälfte ihrer Munition verschossen.

Wenige Tage später, am 9. November 1914, wurde der Kleine Kreuzer Emden nach einem Gefecht mit dem australischen Leichten Kreuzer HMAS Sydney vor den Cocos-Inseln (Indischer Ozean) schwer beschädigt und von der eigenen Besatzung auf den Strand der Insel gesetzt und aufgegeben.

Wegen der schlechten Versorgungslage des deutschen Geschwaders entschloss sich Graf Spee nach einem kurzen Aufenthalt in Valparaíso (Chile) zum Durchbruch in den Atlantik mit Ziel Deutschland. Die britische Admiralität war jedoch entschlossen, den deutschen Verband zu vernichten. Der damalige Erste Lord der Admiralität, Winston Churchill, ließ einen starken Schiffsverband zu den Falklandinseln entsenden, um das deutsche Geschwader im Südatlantik aufzuspüren und zu stellen. Kern dieses Verbandes waren die beiden modernen Schlachtkreuzer HMS Invincible und HMS Inflexible.

Am 8. Dezember 1914 unternahm Graf Spee den Versuch, den britischen Marinestützpunkt Port Stanley auf den Falklandinseln anzugreifen, um sich aus den dort vermuteten Kohlenvorräten für den geplanten Marsch nach Deutschland zu versorgen. Nach der Vernichtung von Cradocks Geschwader bei Coronel erwartete Graf Spee, den Stützpunkt leer vorzufinden. Statt dessen traf er auf ein weit überlegenes Geschwader unter Vice Admiral Sir Frederik Doveton Sturdee, das den Auftrag hatte, von den Falklands aus die Ostküste Südamerikas nach dem deutschen Geschwader abzusuchen und nur zufällig noch in Port Stanley lag. Als Graf Spee die Lage erkannte, ließ er sofort abdrehen. Sturdee war überrascht, den Gegner hier anzutreffen und entsprechend unvorbereitet. So dauerte es eine Weile, bis auf den britischen Schiffen genug Dampfdruck zur Verfügung stand, um auslaufen zu können. Das gab dem Ostasiengeschwader vorerst einen Vorsprung. Als die Briten schließlich ausliefen, konnten insbesondere die beiden Schlachtkreuzer ihre hohe Geschwindigkeit zum Tragen bringen und Graf Spees Geschwader bald einholen. Graf Spee sah sich gezwungen, sich mit Scharnhorst und Gneisenau dem Kampf zu stellen, um wenigstens den Kleinen Kreuzern das Entkommen zu ermöglichen.

So kam es zum Seegefecht bei den Falklandinseln, in dem vier der fünf deutschen Schiffe gestellt und versenkt wurden. Über 2.000 deutsche Seeleute, unter ihnen Graf Spee und seine beiden Söhne, kamen ums Leben.

Lediglich der Kleine Kreuzer Dresden, das schnellste Schiff des deutschen Geschwaders mit modernem Turbinenantrieb, konnte zunächst, mit Hilfe einer aufziehenden Nebelbank, entkommen, wurde jedoch am 14. März 1915 in einer Bucht der chilenischen Robinson-Crusoe-Insel von britischen Schiffen, darunter der Glasgow, die die Schlacht vor Coronel überlebt hatte, entdeckt und unter Missachtung der chilenischen Neutralität beschossen. Da die Dresden kaum noch Munition und nur noch 80 Tonnen Kohle hatte, waren weder ein Kampf noch ein Entkommen möglich und das Schiff wurde von der Besatzung selbst versenkt. Damit endete die Geschichte des Ostasiengeschwaders.

Schiffe des Ostasiengeschwaders

Um 1859

Unter Kommodore Henrik Ludvig Sundevall

Segelkorvette SMS Arcona (I); ab 1884 als Zielschiff verwendet und dann abgewrackt

Segelfregatte SMS Thetis; ab 1879 Hulk und 1894 abgewrackt

Schoner SMS Frauenlob; im Taifun vor Yokohama auf dem Weg nach China gesunken

Transportschiff Elbe

Im Jahre 1862 Rückkehr der verbliebenen Schiffe nach Deutschland

Um 1870

Kanonenboot SMS Cyclop; ab 1888 bis 1914 als Hulk in Kamerun

Um 1880

Kanonenboot SMS Iltis (I); 1896 Untergang im Taifun vor Kap Shandong

Um 1890

Geschwaderchef ab 1897 Vizeadmiral Otto von Diederichs

Großer Kreuzer SMS Kaiser; diente ab 1905 als Hafenschiff Uranus und wurde 1920 abgewrackt

Kleiner Kreuzer SMS Cormoran; diente ab 1914 als Minenhulk und wurde 1917 durch eine Explosion zerstört

Kleiner Kreuzer SMS Prinzeß Wilhelm; diente ab 1914 in Danzig als Hulk und wurde 1922 abgewrackt

Um 1900

Geschwaderchef Vizeadmiral Bendemann

Linienschiff SMS Kurfürst Friedrich Wilhelm; 1910 an die Türkei verkauft und 1915 versenkt

Linienschiff SMS Weißenburg; 1910 an die Türkei verkauft und 1952 abgewrackt

Linienschiff SMS Wörth; 1919 abgewrackt

Linienschiff SMS Brandenburg; 1919 abgewrackt

Großer Kreuzer SMS Fürst Bismarck; 1920 abgewrackt

Großer Kreuzer SMS Hansa; 1920 abgewrackt

Großer Kreuzer SMS Hertha (II); 1920 abgewrackt

Großer Kreuzer SMS Kaiserin Augusta; 1920 abgewrackt

Kleiner Kreuzer SMS Irene; ab 1913 Wohnhulk und 1921 abgewrackt.

Kleiner Kreuzer SMS Gefion; 1923 abgewrackt

Kleiner Kreuzer SMS Geier; ab 1914 Internierung (Hawaii) und nach einer Kollision 1918 gesunken

Kleiner Kreuzer SMS Seeadler (I); diente ab 1914 als Minenhulk und wurde 1917 durch eine Explosion zerstört.

Kleiner Kreuzer SMS Bussard; 1913 abgewrackt

Kleiner Kreuzer SMS Schwalbe; 1922 abgewrackt.

Kleiner Kreuzer SMS Hela; 1914 nahe Helgoland versenkt

Kanonenboot SMS Luchs; 1914 Selbstversenkung im Hafen von Kiautschou

Kanonenboot SMS Iltis (II); 1914 Selbstversenkung im Hafen von Kiautschou

Kanonenboot SMS Tiger; 1914 Selbstversenkung im Hafen von Kiautschou

Kanonenboot SMS Jaguar; 1914 Selbstversenkung im Hafen von Kiautschou

Torpedoboot S 90

Torpedoboot S 91

Torpedoboot S 92

Lazarettschiff SMS Gera

erbeutete chinesische Torpedobootzerstörer

1914

Geschwaderchef Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee

Großer Kreuzer SMS Scharnhorst; versenkt am 8. Dezember 1914 um 16:17 Uhr im Gefecht bei den Falklandinseln

Großer Kreuzer SMS Gneisenau; versenkt am 8. Dezember 1914 um 18:02 Uhr im Gefecht bei den Falklandinseln

Kleiner Kreuzer SMS Nürnberg; versenkt am 8. Dezember 1914 um 19:27 Uhr im Gefecht bei den Falklandinseln

Kleiner Kreuzer SMS Leipzig; versenkt am 8. Dezember 1914 um 21:23 Uhr im Gefecht bei den Falklandinseln

Kleiner Kreuzer SMS Dresden; am 14. März 1915 in einer Bucht der chilenischen Robinson-Crusoe-Insel liegend von britischen Schiffen unter Missachtung der chilenischen Neutralität beschossen. Nach Verbrauch der Munition selbstversenkt, um Erbeutung zu verhindern

Kleiner Kreuzer SMS Emden; am 9. November 1914 nach Gefecht vor den Cocos-Inseln (Indischer Ozean) mit australischem Leichten Kreuzer Sydney schwer beschädigt und von der eigenen Besatzung auf den Strand der Insel gesetzt und aufgegeben

Versorgungsschiff Seydlitz; am 24. Januar 1915 in Argentinien interniert

Hilfsschiff Baden

Hilfsschiff Santa Isabel

Hilfskreuzer SMS Prinz Eitel Friedrich

Chefs des Ostasiengeschwaders

KAdm von Blanc

KAdm Freiherr von der Goltz

KAdm Paul Hofmann

KAdm Alfred von Tirpitz

KAdm/VAdm Otto von Diederichs

KAdm Prinz Heinrich von Preußen

KAdm/VAdm Curt von Prittwitz und Gaffron (1903-1905)

VAdm Bendemann

VAdm Coerper

VAdm Friedrich von Ingenohl

VAdm Erich Gühler (bis 1911 - an Typhus verstorben)

KAdm Günther von Krosigk (von 1911 bis 1912)

VAdm Maximilian Graf von Spee (1912 bis 1914)

 

Das Ostasiatische Expeditionskorps

Als Antwort auf die Ermordung des Freiherrn von Ketteler zu Beginn des Boxeraufstandes wurde ein aus allen Waffengattungen bestehendes Detachement in Stärke und Zusammensetzung einer Division unter dem Namen "Ostasiatisches Expeditionskorps" aus Freiwilligen der gesamten Armee gebildet. Die Gesamtstärke der Truppe belief sich auf etwa 15000 Mann.

Die Ostasiatische Besatzungsbrigade

Nach dem Rückzug des Expeditionskorps 1901 verblieb eine kleinere Truppe im Land, deren Hauptaufgaben die Verstärkung der Gesandtschaftsschutzwache und die Sicherung der Verbindungen zur See waren. Diese Truppe wurde stetig reduziert, bis sie 1909 gänzlich aufgelöst wurde.

Das 3.Seebattaillon und die „Chinesenkompagnie“

Marine-Infanterieeinheit, die von 1898 bis 1914 in Tsingtau stationiert war. Versuchsweise wurde 1900 eine Kompanie aus ca. 120 Chinesen aufgestellt, die „Chinesenkompagnie“. Sie bestand als militärische Einheit nur bis 1901 und wurde dann zur Polizei umgegliedert. Ihre Uniformierung wurde übrigens fast komplett übernommen und aufgetragen.

Reguläre Chinesische (Hilfs-)Truppen

Das chinesische Heer war zu der Zeit stark zersplittert. Regionale Gouverneure, Herrscher und das kaiserliche Heer bestanden nebeneinander und boten eine unübersichtliche Struktur. Belegt sind Einsätze von deutschen Militärausbildern und der Ankauf von Waffen und Ausrüstung in Deutschland. In der Literatur finden sich allerlei Bezeichnungen, wobei es auch öfter zu Verwechslungen mit der (deutschen) Chinesenkompagnie gibt. Tatsache ist, dass das internationale Expeditions-Korps auch von regulären chinesischen (Hilfs-)Truppen unterstützt wurde. Der spätere preußische Kriegsminister Erich von Falkenhayn betonte in einer Eingabe 1904 die guten Erfahrungen, die er während des Boxeraufstandes mit einer 1200 Mann starken chinesischen Hilfstruppe gemacht habe. Die Chinesen erfüllten treu ihre Pflichten im Dienst des internationalen Expeditionskorps.

 

Tianjin (chin. Tiānjīn „Himmelsfurt“), auch Tientsin, ist eine wichtige Hafenstadt in der Volksrepublik China. Das gesamte Verwaltungsgebiet der Stadt hat eine Fläche von 11.943 Quadratkilometern. Das entspricht ungefähr der Bodenfläche von Oberösterreich und ist etwas kleiner als Schleswig-Holstein. Tianjin ist eine der vier Regierungsunmittelbaren Städte in China, das heißt direkt der Zentralregierung in Peking unterstellt und hat damit denselben Status wie eine Provinz.

Das gesamte Verwaltungsgebiet Tianjins hat 10,5 Millionen Einwohner (2007). Davon sind 9,5 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz (hùkǒu) und 1,0 Millionen temporäre Einwohner (liúdòng rénkǒu) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (zànzhùzhèng). Wird das geographische Stadtgebiet (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) als Grundlage genommen, leben in Tianjin 3,8 Millionen Menschen mit Hauptwohnsitz (2007). Der Ballungsraum (einschließlich Vororte) hat 6,4 Millionen Einwohner (2007).

Die Stadt ist Industriezentrum, Verkehrsknoten und kultureller Mittelpunkt der Region mit Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Das Verwaltungsgebiet Tianjins stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern wäre – mit seiner dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur – eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar. Historisch war Tianjin die Hauptstadt der ehemaligen Provinz Zhili.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt im Norden Chinas, südöstlich von Peking fünf Meter über dem Meeresspiegel, am Zusammenfluss des Hai He mit dem Kaiserkanal. Sie grenzt an die Regierungsunmittelbare Stadt Peking und die Provinz Hebei.

Das administrative Stadtgebiet hat eine Fläche von 11.943 Quadratkilometer, das entspricht in etwa der Bodenfläche des Bundeslandes Oberösterreich. Davon gehören 167,8 Quadratkilometer (1,4 Prozent) zur eigentlichen Stadt – dem geographischen Stadtgebiet – und 11.775,2 Quadratkilometer (98,6 Prozent) zu Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur.

Vom Stadtzentrum Tianjins bis Peking sind es 120 Kilometer. Die Bohai-Bucht befindet sich 50 Kilometer östlich von Tianjin. Durch die Stadt fließt der Hai He-Fluss zur Bohai-Bucht. Die geografischen Koordinaten sind 39,1 Grad nördlicher Breite und 117,2 Grad östlicher Länge.

Das gesamte Verwaltungsgebiet der Regierungsunmittelbaren Stadt Tianjin hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 186 Kilometer und eine Ost-West-Ausdehnung von 101 Kilometer. Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2007): Tianjin 3.755.249 Einwohner, Tanggu 564.498 Einwohner, Hangu 227.358 Einwohner, Gangdong 141.741 Einwohner, Yangliuqing 77.768 Einwohner, Xianshuigu 75.366 Einwohner und Yangcun 64.908 Einwohner.

Als Zentrum des geheimen Widerstands gegen die Europäer erfuhr die Stadt mit dem Boxeraufstand von 1900 abermals eine Störung ihres vornehmen Friedens. Größere Teile der Altstadt einschließlich der Stadtmauer wurden während des Aufstands zerstört, aber bald im europäischen Stil wieder aufgebaut. Schließlich trugen die Ausländer die Mauern und das alte Chinesenviertel ab, um die Bewohner besser im Blick zu haben. Zwischen 1900 und 1909 ist die Stadt von einer internationalen Kommission verwaltet worden, in der jene Mächte vertreten waren, die Niederlassungen in Tianjin besaßen: Russland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Japan, Italien, Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich. 1906 fuhr die erste Straßenbahn, und 1927 erhielt Tianjin den Status einer selbständigen Stadt auf Provinzebene.

Am 30. Juli 1937 eroberte die japanische Armee in Folge des Zwischenfalls an der Marco-Polo-Brücke (Lugouqiao) zu Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges die Stadt und begannen mit dem Aufbau des Hochseehafens Tianjin-Xingang. Die Japanische Besetzung dauerte bis 15. August 1945, als US-amerikanische Streitkräfte nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges in die Stadt einmarschierten. Im Dezember 1946 löste die Vergewaltigung chinesischer Frauen in Tianjin durch amerikanische Soldaten Proteste in der Stadt aus, die in einer großen Demonstration am 1. Januar 1947 kulminierten. Die US-amerikanischen Truppen zogen daraufhin im Juni 1947 aus Tianjin ab.

 

Seebataillone waren Marineinfanterieeinheiten in Bataillonsstärke. Den Verbandstyp Seebataillon gab es bei der Königlich Preußischen Marine, der Marine des Norddeutschen Bundes, der Kaiserlichen Marine und der Bundesmarine.

Königlich Preußische Marine, Norddeutscher Bund und Deutsches Reich

Das erste Seebataillon Deutschlands ging am 13. Mai 1852 aus dem zwei Jahre zuvor in Stettin aufgestellten Königlich Preußischen Marinierkorps hervor. Es erfüllte u. a. die Aufgabe der Marineinfanterie an Bord der Kriegsschiffe. 1870 hatte das Seebataillon eine Stärke von fünf Kompanien mit 22 Offizieren und 680 Unteroffizieren und Mannschaften, Standort des Bataillonsstabs war Kiel. Nach der Gründung des Deutschen Reichs 1871 und der Umwandlung in die Kaiserliche Marine wurde das Seebataillon um eine sechste Kompanie verstärkt. Am 1. Oktober 1886 wurde das Seebataillon geteilt, Stab und I. Halbbataillon blieben in Kiel, während das II. Halbbataillon nach Wilhelmshaven verlegt wurde. Am 12. März 1889 wurden die beiden Halbbataillone in eigenständige Seebataillone zu vier Kompanien umgewandelt. Am 3. Dezember 1897 wurde ein drittes Seebataillon aus der 1. und 2. Kompanie des I.Seebataillons und der 3. und 4. Kompanie des II. Seebataillons gebildet und zum Schutz des Deutschen Pachtgebiets Kiautschou nach Tsingtao verlegt. Die 1889 errichtete Inspektion der Marineinfanterie Kiel unterstand dem Stationschef der Marinestation Ostsee. Das III. Stammseebataillon - der Verband, der den Personalersatz für die Verwendung in China ausbildete - wurde auf Grund Allerhöchster Kabinettsorder vom 31. Mai 1905 aufgestellt.

Ab 1854 war die Marine-Stabswache bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1881 dem Seebataillon angegliedert bzw. unterstellt. Die Angehörigen der Marine-Stabswache hatten den Kommandanten bei der Aufrechterhaltung der Disziplin und Ordnung an Bord zu unterstützen.

Die Offiziere der Marineinfanterie ergänzten sich seit 1866 nur noch aus der Armee, wohin sie nach ihrer Dienstzeit (in der Regel zwei Jahre) wieder zurückkehrten. Die Unteroffiziere kamen zum Teil aus Armee, zum Teil aber auch aus verschiedenen Marinelaufbahnen. Die Mannschaften kamen aus der nichtseemännischen Bevölkerung.

Standorte und Garnisonen

1914 bestanden folgende Seebataillone:

I. Seebataillon in Kiel;

II. Seebataillon in Wilhelmshaven;

III. Stamm-Seebataillon in Cuxhaven; und das

III. Seebataillon in Tsingtao.

Hinzu kam das Ostasiatische Marine-Detachement (OMD) in Peking und Tientsin und eine Kompanie aus Soldaten des I. und II. Seebataillons als Marine-Detachement im international besetzten Albanien.

Einsatz

Seit 1895 wurden Seesoldaten nicht mehr an Bord von Kriegsschiffen eingesetzt. Die Seebataillone wurden nun als Interventionstruppe in den Kolonien eingesetzt. Eine Kompanie wurde 1894 gegen meuternde Kolonialtruppen nach Kamerun entsandt, 1904 ging während des Aufstands der Herero und Nama ein Verband in Bataillonsstärke zur Unterstützung der Schutztruppe nach Deutsch-Südwestafrika. 1905/1906 unterstützte ein Detachement Marineinfanterie die kaiserliche Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika. Während der Intervention in China 1900/01, wurden das I. und II. Seebataillon unter Verstärkung durch eine Pionierkompanie und einer Feldbatterie als "Marine-Expeditionskorps" nach Ostasien entsandt.

Im August 1914 bildeten Teile der Seebataillone und Reservisten die Marine-Infanterie-Brigade unter Generalmajor von Wiechmann, die noch im selben Monat zur Marinedivision erweitert wurde. Eine weitere Marinedivision wurde im November 1914 formiert. Die beiden Divisionen bildeten am 15. November 1914 das Marinekorps Flandern unter Admiral Ludwig von Schröder (genannt der "Löwe von Flandern"), dem Anfang Februar 1917 eine dritte Marinedivision hinzugefügt wurde. Die Stärke dieses Korps betrug 60-70.000 Mann, von denen etwa 10.000 gefallen sind.

Die Marinedivisionen kamen 1914 in Kiautschou und Antwerpen, 1915 in Ypern, 1916 an der Somme, 1917 in Flandern und bei den Offensiven 1918 zum Einsatz. Nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 bildeten Freiwillige das Freikorps "Schwarze Jäger", das teilweise in die Reichswehr übernommen wurde, da die Reichsmarine über keine Marineinfanterie verfügte.

 

Boxeraufstand - Die erfolglose Expedition des Admiral Seymour

Durch die vorstehend geschilderten Umstände wurden die Mächte veranlaßt, ihre sämtlichen in Ostasien befindlichen Schiffe auf der Taku-Reede zusammenzuziehen. Es war eine ziemlich stattliche Seemacht, die sich hier am 8. Juni zusammengefunden hatte, an welchem Tage der deutsche Geschwaderchef Vizeadmiral Bendemann an Bord der "Hertha" vor Taku anlangte. In der vereinigten Flotte stellten:

Deutschland: die großen Kreuzer "Kaiserin Augusta", "Hertha", "Hansa", die kleinen Kreuzer "Irene", Gefion";

Österreich: den Kreuzer "Zenta";

England: das Linienschiff "Centurion", die Kreuzer I. Klasse "Endymion", "Aurora", "Orlando", den Kreuzer III. Klasse "Alacrity", den Torpedobootzerstörer "Fame";

Rußland: den Kreuzer "Rossia", das Linienschiff "Sissoi Beliki", das Kanonenboot "Giljak", den Torpedokreuzer "Gaidamak";

Frankreich: den Kreuzer I. Klasse "D'Entrecasteaux", den Kreuzer III. Klasse "Jean Bart", "Descartes", Kanonenboot "Lion"

Japan: den Kreuzer II. Klasse "Kasagi";

Vereinigte Staaten von Nordamerika: den Panzerkreuzer "Newark";

Italien: die Panzerdeckschiffe "Elba" und "Calabria". Außerdem befanden sich im Peiho die Kanonenboote "Iltis" (deutsch), "Algerine" (englisch), "Bobr", "Korrejetz" (russisch), "Atago" (japanisch).

Rasch entschloß man sich, angesichts der Dringlichkeit der Lage zu vereintem Handeln, und als neuerdings Nachrichten eintrafen, die die Lage in Peking viel gefährlicher und bedrohlicher darstellten, als es die immer noch rosig gefärbten offiziellen Berichte von Pekinger Kaiserhofe erscheinen ließen, gab Admiral Bendemann Befehl, die Landungskorps der Schiffe klar zu machen. Die letzte Ursache zu dieser Maßregel war ein bei dem englischen Geschwaderchef eingegangenes Telegramm des englischen Gesandten in Peking, wonach sofortiger Entsatz dringend verlangt und zugleich die Hoffnung auf Mitwirkung des deutschen Admirals ausgesprochen wurde. Am 10 Juni nachmittags 3 Uhr stand das deutsche Landungskorps marschbereit. Es gliederte sich in folgender Weise:

Kommandeur: Kapitän z. S. v. Usedom.

Adjutant: Oberleutnant z S. Freiherr v. Kottwitz.

Infanterie:

1. (Hertha) Kompagnie: Führer Kap.-Lt. Hecht, Ob.-Lt. z. S. Bunnemann, Ob.-Lt. z. S. Schnabel, Lt. z. S. Berendes.

2. (Hansa) Kompagnie: Führer Kap.-Lt. Schlieper, Ob.-Lt. z. S. v. Zerßen, Ob.-Lt. z. S. Röhr, Lt. z. S. Schultz (Max), Lt. z. S. Becker.

3. (Kaiserin Augusta) Kompagnie: Korv.-Kapt. Buchholtz, Ob.-Lt. z. S. v. Bülow (Hermann), Lt. z. S. Schütte, Stückmeister Wehde.

4. (Gefion) Kompagnie: Führer Kapt.-Lt. Weniger, Ob.-Lt. z. S. v. Krohn, Ob.-Lt. z. S. Lustig

Artillerie:

2 Maschinengeschütze: Lt. z. S. Pfeiffer.

Pioniere: Lt. z. S. Blockhuis.

Sanitäts-Detachement:

Stabsarzt Dr. Schlick,

Oberassistenzarzt Dr. Presuhn,

16 Krankenträger und Sanitätssoldaten

Gesamtstärke: 20 Offiziere, 489 Unteroffiziere und Mannschaften.

Ohne Aufenthalt setzte sich der kleine Zug in Marsch in der Hoffnung, die verhältnismäßige kurze Strecke nach Peking nach Wiederherstellung der zerstörten Eisenbahnlienie, zu welchem Zwecke das technisch geschulte Heizer- und Maschinisten-Personal mitgenommen wurde, zurücklegen zu können. In dieser Hoffnung waren weder die deutschen noch die anderen Landungskorps entsprechend ausgerüstet und verproviantiert, und dies sollte sich später schwer rächen. Zunächst ging die Eisenbahnfahrt glatt von statten, nur zeigten sich mit zunehmender Entfernung von Tientsin die Telegraphenlinien immer gründlicher zerstört.

Der Zustand der Bahnbrücken, so schildert der österreichische Seekadett Prochaska die Fahrt auf der Eisenbahnstrecke von Tientsin nach Lofa, war anfangs kein gar so schlechter. Bis Zangtsun, wo die Truppen des Generals Nieh standen, war die Strecke tadellos. Von hier an waren kleine Reparaturen nötig. Die Boxer hatten hie und da die Schwellen und Schienen herausgerissen, auf den Brücken die Schwellen mit Stroh umwickelt und angezündet. Werkzeuge hatten die Boxer nicht; sie hatten die Schraubenköpfe mit Steinen abgeschlagen. Je mehr wir uns aber Peking näherten, desto gründlicher fanden wir die Linie zerstört. Auf lange Strecken hin sah man am Bahnkörper überhaupt keine Schienen und Schwellen; manfand diese oft in 2 Meilen weit entfernten Dörfen versteckt. Auf der Strecke zwischen Langfang und Anting waren bereits die Traversen der Brücken aus ihren Lagern gehoben und hinuntergeworfen. Wir hatten also sehr langwierige Arbeiten vor uns. Es wurde deshalb beschlossen, die Bahn bis Anting zu reparieren und von dort den noch übrigen Weg zu Fuß zurückzulegen. Doch sollte wegen des großen Wassermangels am direkten Wege über Tongchoo marschiert werden. Vonder längst der Bahn führenden Telegraphenlinie waren nicht einmal die Stangen vorhanden. Die Boxer hatten sogar die Meilensteine zerschlagen. Man vermutet, daß die Strecke erst auf die Nachricht von unserer Abreise hin so zerstört wurde. Die Gegend, die wir passierten, war verlassen.

Man fand nur einige Chinesen vor; diese scheinen aber alle Spione der Boxer gewesen zu sein. Bei einigen wurden auch Waffen vorgefunden; solche Leute wurden gefangen genommen und bei nächster Gelegenheit nach Tientsin gesandt. Zum Ausbessern der Bahn wurde täglich eine andere Nation herangezogen, Italiener und Österreicher, die wegen ihrer kleinen Zahl nicht arbeiteten, bestritten während dieser Zeit die Posten. Wegen des Postendienstes bei Nacht wurden jeweilig besondere Verfügungen getroffen. In einer am 11. Juni vom Admiral einberufenen Versammlung wurden die zur Sicherheit notwendigen Maßnahmen besprochen. Außerdem wurde in jedem Zuge der rangälteste Offizier zum Zugskommandanten bestimmt; diesem wurde ein englischer Signalmann zugeteilt, um den Verkehr zwischen den einzelnen Zügen zu erleichtern. Die Zugskommandanten hatten für die Sicherheit ihrer Züge nach eigenem Ermessen Vorkehrungen zu treffen. Eine große Schwierigkeit bildete die Wasserbeschaffung für die Lokomotive; es war nur wenig Wasser vorhanden, und da außerdem das Wasser mir Handkraft geschöpft werden mußte, dauerte dieser Vorgang oft über einen halben Tag. In den ersten Tagen verkehrte ein V. Zug mit Tientsin; da dieser gar keine beunruhigenden Nachrichten brachte, so begann man, sich auf den Nachschub von Tientsin aus zu verlassen und ließ sich nur für eine Woche Proviant und gar keine Munition nachkommen. Diese Täuschung erschwerte den späteren Rückzug sehr.

Fünf Kilometer vor der Station Lofa konnte die Fahrt wegen der Zerstörung der Brücken nicht mehr fortgesetzt werden, und Admiral Seymour, dem als Rangältesten das Oberkommando zugefallen war, beschloß hier zu biwakieren. Nach notdürftiger Reparatur der Brücken gelangte man bis Lofa, wo ein abermaliger Aufenthalt nötig wurde. Einschließlich der hierhin aus Tientsin eingetroffenen Nachschübe war nun das Expeditionskorps stark: 2117 Mann in 5 Eisenbahnzügen, und zwar: 915 Engländer, 2 Feldgeschütze, 509 Deutsche, 312 Russen, 3 Feldgeschütze, 150 Franzosen, 1 Feldgeschütz, 112 Amerikaner, 54 Japaner, 40 Italiener, 25 Österreicher.

Nach einem kleinen Gefechte am Nachmittag des 11. Juni mit Boxern, von deren Anwesenheit die an der Strecke liegenden verstümmelten Leichen chinesischer Bahnarbeiter und Angestellen ein beredetes Zeugnis ablegten, erreichte das Expeditions am Mittag des 12. Juni die Station Langfang, nur noch 45 Kilometer zu Land und 65 Kilometer zur Eisenbahn von Peking entfernt. Hier stellte sich heraus, daß infolge der umfangreichen Zerstörungen an der Eisenbahn und dem rollenden Material an ein Weiterfahren absolut nicht zu denken war. Man setzte sich daher im Stationsgebäude fest und versuchte vergeblich, das zum Heizen der Lkomotiven unentbehrliche Wasser zu schaffen. Inzwischen traf ein weiterer Nachschub in Stärke von ungefähr 280 Mann mit Proviant und Material ein. Leutnant z. S. Hillmers, der die Abteilung führte, teilt über die Lage des Expeditionskorps bei seiner Ankunft folgendes mit: "Die kommandierenden Offiziere sind verhältnismäßig einig. Admiral Seymour ist der älteste - er und Kapitän von Usedom harmonieren besonders gut. Unsere Leute benehmen sich tadellos. Die Stimmung unter den Leuten ausgezeichnet, dabei große Anstrengungen bei enormer Hitze. Die Sache kann noch sehr lange dauern.

Die Truppen sind wegen ihres Trosses an die Bahn gebunden, und diese ist, je weiter sie kommen, gründlich zerstört; oben sollen sogar die ganzen Bahndämme abgetragen sein. Die Unternehmung würde mit dem Sturm auf Peking endigen. Man hat schon Nachricht, daß sich hier Regierungstruppen stellen werden. Sehr ernst! Wie anders ist alles gekommen! — Während Kapitän von Usedom noch diktiert, kriegt er Meldung, in einem nahen Dorfe zeige sich eine größere Anzahl verdächtiger Leute. Sofort wurde gegen dieses Dorf eine Kompagnie unter dem Befehl von Kapitän Buchholz, bestehend aus den 'Hertha'-Leuten unter Kapitänleutnant Hecht und den 'Hansa'-Leuten unter Kapitänleutnant Schlieper, vorgeschickt. Ich durfte mit und fungierte bei diesem Zuge quasi als Adjudant von Kapitän Buchholz. Wir beide weit voran durch das Dorf, es wurde aber leider nichts gefunden, und wir mußten unverrichteter Sache zurück. — Heiter und lustig mit den anderen in einem Güterwagen, der als Offiersmesse diente, zu Abend gegessen.alles sehr primitiv natürlich. Wie viel Flüssigkeit konsumiert worde, ist ganz unglaublich, vor allem kaltes Brunnenwasser; aber der Körper hat bie der trockenen Hitze viel Flüssigkeit nötig. Während des Abendessens kam die Nachricht, daß mehrere Waggons entgleist wären; das konnte gerade fehlen. Da haben unsere gesamten Leute von 7-1 Uhr nachts, an der Spitze natürlich Kapitän von Usedom, scharf gearbeitet, selbstverständlich mit Erfolg. Ich schlief den ersten Teil der Nacht bei der Feldwache, machte auch einen Rundgang mit Bülow um die Posten."

Am 14. Juni entspann sich ein kleines Gefecht. Die Wassernot hatte die Truppen in ein kleines Dorf getrieben, wo sie von den Boxern überfallen wurden und 5 Mann (Italiener) verloren. Als die fouragierenden Mannschaften mit Mühe das Stationsgebäude wieder erreicht hatten, rückten die Boxer an, wurden aber von den Engländern und dem "Gefion"-Zug unter dem Oberleutnant v. Krohn unter schweren Verlusten zurückgeschlagen.

Da die Fortsetzung des Marsches mit der Eisenbahn unmöglich geworden war, versuchte Admiral Seymour den Vormarsch zu Fuß fortzusetzen. Die "Kaiserin-Augusta-" und die "Hertha"-Kompagnie erhielten den Befehl, die Flanken von Feinde zu säubern und zu fouragieren. Das Erste gelang ihnen zwar, und sie kehrten mit 5 Fahnen und 2 Gefangenen zurück, aber die Fouragierung ergab nur das winzige Resultat von 1 Pferd, 1 Kuh und 4 Eseln. Überraschend kam jetzt die Nachricht, daß auch die Bahn im Rücken des Expeditionskorps jenseits Lofa zerstört, das Korps also von seiner Operationsbasis abgeschnitten sei. Dies nötigte den am 16. Juni einberufenen Kriegsrat, den Vormarsch auf Peking einstweilen einzustellen und sich darauf zu beschänken, die befestigte Stationen Langfang und Lofa zu halten. Da sich aber herausstellte, daß die verfügbaren Streitkräfte nicht ausreichten, um die ganze Etappenlinie zu halten, beschloß Admiral Seymour auch die Aufgabe von Langfang und die Konzentration der Kräfte auf die Strecke Lofa-Yangtsun.

Die Zerstörungen der Eisenbahn war, wie Leutnant z. S. Hillmers erzählt, ganz schlimmer Natur, besonders, besonders der Bahnhof Yangtsun in einer aussichtslosen Verfassung, und hier hatten noch vor 4 Tagen die chinesischen Regierungstruppen gestanden, und Admiral Seymour hatte sich der Hoffnung hingegeben, daß der Bahnhof selber und die Strecke von Yangtsun bis Tientsin in Ordnung sei. "Anstatt dessen sahen wir überall auf den Feldern die Chinesen Schwellen schleppen, es wurde auch auf große Entferung auf sie geschossen, darauf liefen sie natürlich in Karriere weg. Der Eindruck, den wir von dieser Rekognoszierung mitnahmen, war ein sehr trauriger, die Fortsetzung des Rückzuges mit der Bahn schien unmöglich, die Lage dadurch sehr ernst. Um 9 Uhr abends fand eine Sitzung der zur Zeit anwesenden höchstkommandierenden Offiziere statt. Das war der amerikanische Kapitän M. Cellar, Kapitän Schlieper und ein österreichischer Seekadett. Admiral Seymour entwarf zuerst ein Bild von der traurigen Lage und stellte dann die Frage, was werden sollte, vor allem mit Kapitän von Usedom. Man kam schließlich überein, den folgenden Tag die Bahn bis Yangtsun weiter zu reparieren. Vorbereitungen zu einem eventuellen Rückmarsch auf dem Fußwege zu treffen und Kapitän von Usedom freizustellen, ob er kommen wolle oder nicht."

Als sich am 18. Juni das unter dem Befehl des Kapitäns v. Usedom in Langfang stehende Detachement zum Abzuge anschickte, erfolgte nachmittags 2 Uhr ein plötzlicher Angriff des Feindes. 5000 Mann Boxer, reguläre kaiserliche Infanterie und Kavallerie besetzten südlich des Bahndammes einige Erddeckungen und einen Waldrand und eröffenten ein starkes Feuer auf die Verbündeten. Zwei englische Kompaganien und eine russische traten südlich des Bahndammes ins Feuergefecht, während je eine russische und japanische Kompganie die unmittelbare Bedeckung der Züge übernahmen. Die deutsche "Hertha"- und "Kaiserin-Augusta"-Kompagnie wurde nach rechts herausgesandt, um durch einen Angriff auf den linken feindlichen Flügel den Feind zu werfen. Diese Bewegungen versuchte die chinesische Kavallerie zu hindern, wurde aber durch ein paar Salven verscheucht. In dem langen Feuergefechte verschoß sich die "Hertha"-Kompagnie, konnte aber glücklicherweise ihre Munition aus den Partronengürteln der gefallenen Boxer ersetzen. Nach einem letzten Versuche der Boxer, mit blanker Waffe und stürmender Hand die Stellungen zu nehmen, zogen sie sich zurück. Auf ihrer Seite waren etwa 100 Mann gefallen, aber auch die Verluste der Verbündeten waren schwer. Die Deutschen zählten 1 Toten (Matrose Baatz), 17 Verwundete, darunter Kapitän v. Usedom und Korvettenkapitän Buchholtz leicht, die Engländer 3 Tote, 24 Verwundete, die Russen 3 Tote, 10 Verwundete. Die Rückfahrt auf Yangtsun stand nun nichts mehr im Wege, und abends 1/2 9 Uhr traf das Detachement Usedom wieder bei dem Gros des Expeditionskorps ein.

Das vorstehende skizzierte Gefecht wird von einem daran beteiligten Offizier folgendermaßen geschildert: "Es war inzwischen 1 Uhr geworden. Wer nicht gerade Dienst oder Wache hatte, legte sich schnell noch aufs Ohr, um nach den anstrengenden Märschen einige Minuten zu schlafen. Da plötzlich - ca. 1 Uhr 30 Minuten - rufen die durchdringenden Töne des Alarmsignals alles zu den Waffen. Erscheckt fahren die Schläfer empor, und nach einigen Minuten stehen die Kompagnien bereit. Vom Turm des "Fort Gefion" waren von Peking her anrückende reguläre Truppen, und zwar Kavellerie und Infanterie, gemeldet worden. Kapitän von Usedom übernahm die Oberleitung. Die deutschen Kompagnien sollten rechts die Kavallerie verjagen, je eine englische und eine russische Kompagnie und die Japaner blieben als Reserve und Bedeckung bei den Zügen, die übrigen wurden gegen die Infanterie entwickelt. Die Reserven mußten sehr bald auf dem äußersten linken Flügel mit in das Gefecht eingreifen, da der Feind hier mehr Truppen wie angenommen heranführte. Im Laufschritt eilten die Deutschen über das Feld, über die letzte deckende Baumreihe hinaus, allen voran Kapitän Buchholtz, der feindlichen Kavallerie entgegen. Jeder freute sich auf den Augenblick, den gelben Gesellen einmal deutsche blaue Bohnen zu kosten zu geben. Geschlossen in Karriere ritten sie an, wie sie es von den europäischen Instrukteuren gelernt hatten.

Ein kurzes Schnellfeuer jedoch genügte, sie nach allen Richtungen zu zersprengen. Sie saßen dann ab und schossen mit Karabinern auf uns. Gleichzeitig erhielten wir auch Feuer aus den Grabhügeln jenseits des Bahndammes und hatten unsere ersten Verwundeten. Diese wollten zuerst gar nicht glauben, daß chinesische Kugeln sie getroffen hätten, sondern meinten, das aus dem Fort Gefion über uns hinwegschießendeMaschinengewehr habe sie verwundet. Gleichzeitig traf auch Befehl ein, gegen den Bahndamm vorzugehen, wo die Chinesen, in großer Uberzahl, an Boden gewannen. Zum Teil durch das Dorf, zum Teil um dasselbe herum ging es nun. Sowie wir die deckenden Häuser hinter uns hatten, hörten wir zum erstenmal die Musik der fliegenden Geschosse und lernten das sehr unangenehme Gefühl kennen, welches ein Geschoß verursacht, welches gerade neben einem in der Schützenlinie in den Sand fährt. Je mehr wir uns dem Bahndamm näherten, desto heftiger wurde das Feuer, und nach allen Richtungen spritzte das Blei der gegen die Schienen prasselnden Geschosse. Aber vorwärts! war die Losung. Zwei Züge überschitten den Bahndamm, die übrigen bleiben diesseits, um den Chinesen in die Flanke zu fallen. Fast drei Stunden währte nun das Feuergefecht. Von Deckung zu Deckung gingen wir vor. Auch die Engländer, welche stark die Absicht hatten, erst bei den Zügen Widerstand zu leisten, gelang es Kapitän v.Usedom, wieder vorzubringen. Bald trafen wir auf gefallene Chinesen, große, starke Leute, und sahen zahlreiche Fahnen am Boden liegen.

Aber jetzt war noch nicht die Zeit gekommen, Kriegsbeute zu sammeln. Heran an den Feind! war die Losung. Im Verlaufe des Gefechtes lockerten sich die Verbände naturgemäß, und viele Engländer sah man in unseren Reihen liegen. Wir kommandierten ihnen englisch die Entfernungen, und sie machten jeden Sprung ebenso mit wie unsere Leute. Als wir uns dem Wald und den Grabhügeln ziemlich genähert hatten, pflanzten wir Seitengwehr auf, und mit mächtigen Hurrarufen stürmten wir über das Feld, voran Kapitän v. Usedom und die deutsche Kriegsflagge, gegen die feindliche Stellung. Das Funkeln der blanken Waffen und das Geschrei aus Hunderten von Manneskehlen mußte die Chinesen wohl in lähmende Furcht versetzen. Als wir atemlos die feindliche Stellung ereichten, war niemand mehr zu sehen, nur zahlreiche Tote und Verwundete decken den Boden. An Verfolgung war bei dem unübersichtlichen Gelände und bei dem Mangel an jeder Kavallerie nicht zu denken. Wir sammelten, um zu unseren Eisenbahnzügen zurückzukehren. Da stellte es sich heraus, daß sich die "Hertha"-Kompagnie fast verschossen hhatte.

Zum Glück wurde bald entdeckt, daß die Chinesen unsere Patronen hatten, in Deutschland gefertigt, zum Teil sogar in Staatsfabriken, und schnell wurden die Munitionsvorräte der gefallenen Chinesen unter unsere Leute verteilt. Es war auch die höchste Zeit. Denn ganz unerwartet öffnete sich der Wald wieder, und in langer Reihe traten die Boxer heraus. Mit wehenden Fahnen, unter ohrenbetäubenden Geschrei: "Schoi, Schoi" (tötet sie) gingen sie zum Angriff mit der blanken Waffe vor. In ihren eigenartigen Gewändern, rotem Kopfputz, rotem Gürtel, um Handgelenke und Füße rote Streifen, hätten sie auf jeden unzivilisierten Gegner sicher einen furchterregenden Eindruck gemacht. Aber hier - einige Kommandos, einige Minuten Schnellfeuer auf der ganzen Linie, und dahingemäht lagen sie, nur einige wenige erreichten den schützenden Waldrand. Nun begann ein wahrer Wettlauf um die am Boden liegenden Fahnen, und mit diesen Siegestrophäen wurde der Rückmarsch zu den Eisenbahnzügen angetreten. Der Erfolg des Tages war dem energischen Ansturm der deutschen Kompagnien auf dem rechten Flügel zu danken. Bereitwilligst wurde dies auch von den Engländern anerkannt. Als wir begeistert und voller Freude über unsern ersten Sieg gegen einen wirklichen Gegner auf den Bahnhof rückten, standen die Engländer schon da und begrüßten uns mit lebhaften Zurufen: Hats off! The German captain! Hurra, the brave leader! Three cheers for the German captain!

Kapitän von Usedom hielt sodann eine Ansprache an uns und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hurra auf den obersten Kriegsherrn

Nun aber auch die Kehrseite! Lange Reihen von Krankentragen, das schmerzliche Wimmern der Schwerverwundeten und starre, blsse Gesichter Gefallener lehrten uns auch, die Schrecken des Krieges kennen und zeigten, daß der Erfolg nicht ohne schwere Opfer erkauft ward. Unsere Verluste allein betrugen: 1 Toter, 13 Verwundete. Die der übrigen Mächte waren weit größer. Sieben Tote hatten wir am nächsten Morgen zur ewigen Ruhe zu bestatten. Nachdem die Verwundeten sorgsam untergebracht waren, traten wir die Rückfahrt an, nahmen unterwegs die Besatzung von Lofa auf und trafen spät am Abend bei Yangtsun den Admiral Seymour."

Das Expeditionskorps konnte sich in seiner jetzigen, von beiden Seiten abgeschnittenen Stellung nicht halten, und ein nach der Beerdigung der ehrenvoll Gefallenen zusammenberufener Kriegsrat beschloß daher, die Eisenbahn zu verlassen und den Rückzug am Peiho entlang anzutreten. Die Verwundeten wurden auf dem Flusse selbst auf requirierten Dschunken stromabwärts transportiert. Nach einem Biwak wurde am Morgen des 20. Juni der Rückmarsch angetreten. Gewehrfeuer des Feindes aus vorwärts liegenden Dörfern verzögerte den Marsch. Sobald die an der Spitze marschierenden Amerikaner und Engländer ein Dorf gesäubert hatten, leisterte der Feind von dem nächsten aus erneuten Widerstand. In der Nacht zum 21. Juni biwakierten die Truppen wieder neben den Dschunken, die die Verwundeten bargen, und zwischen brennenden Dörfern.

Nachdem das Detachement Usedom am 21. Juni auf das rechte Ufer des Peiho übergesetzt war, erfolgte ein feindlicher Angriff. Von allen Dörfern, die zu passieren waren, wurden die marschierenden Kolonnen beschossen, und es bedurfte eines wiederholten, regelrecht durchgeführten Sturmangriffs, um den Weg frei zu halten.

Die "Hansa"-, "Hertha"- und "Kaiserin-Augusta"-Kompagnie, im Laufe des Gefechtes nach und nach durch beide russische Kompagnien verstärkt, kämpften in vorderster Linie. Die englischen Nordenfelt-Geschütze unter Führung des Leutnants Colomb fuhren rechts rückwärts auf. Unter starken feindlichen Geschütz- und Gewehrfeuer erfolgte das sprungweise Vorgehen, wobei Verluste eintraten und deutscherseits Kapitänleutnant Schlieper, Oberleutnant z. S. von Zerssen schwer und mehrere Leute leicht verwundet wurden. Am Nachmittag dieses Tages trat auch die Hauptkolonne Seymour in Tätigkeit, und das Resultat der stetig wiederholten Feuergefechte war immer, sdaß sich die Chinesen zurückzogen. Durch die fortgesetzte Beunruhigung Waren aber die Truppen der Europäer erschöpft. Schon seit dem 20 Juni hatten die Deutschen nicht abgekocht, und am Abend des 21. mußten sie sich neuerdings der beschwerlichen Aufgabe des Übersetzens über den Peiho unterziehen. Dieses erfolgte deshalb, weil Kapitän von Usedom erkannt hatte, daß das rechte Flußufer stärker vom Feinde besetzt war als das linke. Die kärgliche Zeit der Ruhe nach dem Übersetzen bis zum Wiederabmarsch wurde sitzend auf der Uferbank zugebracht, und dazu gab es zum Abendessen, wie Leutnant Hillmers erzählte, sehr wenig zu essen. und als Getränk das Flußwasser des Peiho, in dem alle zwei Minuten ein toter Chinese langsam herunter trieb.

Der Aufbruch erfolgte um 1 Uhr nachts, und in guter Ordnung ging dieser eine Zeitlang schnell vor sind. Aber schon um 2 Uhr stockte die Kolonne. An der Spitze fielen Schüsse, und jetzt erklang der berühmte Ruf: "The Germans to the front!" "Die Deutschen nach vorn!" Im Sturmschritt rückte Kapitän von Usedom mit den vier deutschen Kompagnien nach der Spitze und blieb nunmehr an der Seite des Admirals Seymour, der von dem vorliegenden Hsiku-Arsenale größeren Widerstand erwartete und im Falle seines Todes oder seiner Verwundung den deutschen Kapitän als Nächstältesten zu den Befehlshaber der Expedition ernannte. Der Vormarsch führte auf einem sehr schmalen Wege zwischen einem Dorfe und dem Flußufer in eine Flußbiegung, der gegenüber die Wälle des Arsenals begannen. Die Breite des Flusses betrug hier etwa 60 Meter, die Entfernung der deutschen Marschkolonne von der Kante der Arsenalumwallung, hinter welcher die chinesischen Soldaten im Anschlag lagen, betrug nur etwa 150 Meter. Auch ein auf einer vorspringenden Ecke aufgestelltes Geschütz richtete seine Mündung auf die anmarschierende Truppe. Es war ein höchst kritischer Moment. Zum Glück wurde der Befehl zu Feuern chinesischerseits noch nicht gegeben, so daß es der "Hertha"- und "Hansa"-Kompagnie gelang, aus dem Dorfe herauszukommen und in einem trockenen Flußbette Deckung zu finden. Dieser günstige Moment wurde noch um ein oder zwei Minuten dadurch verlängert, daß der dem Admiral Seymour beigegebene englische Konsulatsdolmetscher Mr. Campbell mit großer Tapferkeit an das Ufer heranschritt und den Chinesen den Vorschlag machte, die Verbündeten vorbeimarschieren zu lassen, da sie nichts Feindseliges im Schilde führten. Die Antwort war ein Hagel von Geschossen. Wunderbarerweise gelang es dabei dem Dolmetscher, in ein Deckung zu entkommen. "Aber", so berichtet Leutnant z. S. Hillmers, "meine drei Nebenleute wurden auf der Stelle getötet. Oberleutnant von Krohn erhielt einen Schuß in das linke Auge, viele andere schwere und leichte Verwundungen. Die Situation war fürchterlich. -

Es gelang, zwei feindliche Geschütze, die die deutsche Schützenlinie in unangenehmer Weise belästigten, zum Schweigen zu bringen, und als die englischen Marinesoldaten das Fort von Norden umflügelt hatten, setzten nach einem längeren Feuergefechte, das auf die Chinesen sehr entmutigtend wirkte, die Leutnants z. S. von Roehr, von Bülow und Hillmers mit etwa 20 Mann über den Peiho und eroberten die beiden auf dem Wall stehenden Geschütze, die sie sofort auf die Chinesen umkehrten. Diese flohen in der größten Unordnung, und das chinesische Arsenal war in den Händen der Europäer.

Man beschloß, da die erschöpften Mannschaften zu ihrer Erholung einer Ruhepause unbedingt bedurften, die Besetzung des Arsenals, von dem aus eine Verbindung mit dem nahen Tientsin leicht zu ermöglichen war. Es war um so leichter, das Fort zu halten, als in ihm eine ungeahnte Menge von Kanonen, Gewehren und Monition aller Art gefunden wurde. Die Chinesen ermannten sich auch rasch, um das Verlorene wiederzugewinnen, und als die Vorbereitungen zum Transport der Verwundeten getroffen wurden, eröffneten sie aus einem Dorfe im Südosten ein heftiges und überraschendes Feuer. Gleichzeitig hatten die im Süden stehenden Engländer einen starken Anprall überlegender feindlicher Streitkräfte auszuhalten und wurden bei ihrem erfolgreichen Widerstande durch die herbeieilende "Kaiserin-Augusta"- und "Hertha"-Kompagnie unterstützt. In diesem Gefechte, das nachmittags 4 Uhr mit der Flucht der Chinesen endete, fiel Korvettenkapitän Buchholtz in dem Augenblicke, als er eine chinesische Schnelladekanone zusammen mit einem Engländer bediente. Gleichzeitig wurde Oberleutnant Lustig schwer verwundet.

Nachdem am die Verwundeten sowie die Franzosen und Italiener im Fort untergebracht hatte, während die die übrigen Nationen innerhalb der Fortumwallung biwakierten, war das Expeditionskorps für den Augenblick zwar in Sicherheit, aber doch war die Lage schlimm genug. Leutnant z. S. Hillmers schildert sie folgendermaßen:

An den Prähmen wird gegessen und dann etwas hingelegt. Einer von den Leuten beim Essen erschossen. Überhaupt Kugeln und Granten immer dicht neben den Prähmen eingeschlagen, ein scheußlicher Moment. Eine Stimmung, nämlich toter Punkt. Ich weiß, ich lag neben meinem Kameraden Schultz, und jeder trug dem anderen Grüße auf für zu Hause. Glauben tat keiner daran,nach Hause zu kommen, die Situation war zu verzweifelt. Vor allem ging es nicht so weiter mit den Verwundeten in den gänzlich ungeschützten Prähmen im Granatfeuer. Daher wurde die Aufschiffung beschlossen und gleich ins Werk gesetzt.. Das ganze Fort wollten wir zunächst nicht besetzen, nur ein großes Arsenal; im Magazin - es gab zwei - wurden die Verwundeten, so gut es ging, untergebracht. Wir selbst richteten uns da auch ein mit allen Sachen. Die Franzosen besetzten das Arsenal und kriegten von jeder Nation 30 Mann und einen Offizier zur Bedeckung, die Engländer besetzten den Wall. Ich wurde von Kommandanten für das Arsenal bestimmt und zog gegen 8 Uhr dahin ab, meldete mich beim französischen Kommandanten, der wies mir einen Teil der Mauer, den ich beschützen sollte, an: ich verteilte meine Posten und legte mich etwas hin. Neben mir hatte der russische Offizier seinen Posten. Mein Teil der Mauer, die an und für sich so hoch war, daß kaum daran zu denken war, sie zu besteigen, hatte einen schwachen Punkt, ein zwar verrammeltes, aber doch sehr leichtes Tor. Hier hatte ich meine Leute - bei Alarm natürlich - konzentriert. Die Parole war "France-Berlin". Bis 12 Uhr verlief die Nacht ruhig."

Eine Patrouille, die das Fort 9 Uhr abends in der Stärke von 100 englischen Seesoldaten unter Führung des Majors Johnston und in Begleitung eines ortskundigen Eisenbahningenieurs verlassen hatte, um diemVerbindung mit Tientsin herzustellen, kehrte 1/2 Uhr in der Nacht wieder zurück. Sie hatte 4 Tage verloren, ihren Zweck aber nicht erreicht, da sie es nicht vermochte, die gegenüber stehenden überlegenen feindlichen Abteilungen zu durchbrechen. Die Nachricht, daß das Expeditionskorps sich im Arsenal festgesetzt habe und in bedrängter Lage sei, kam erst am folgenden Tage nach Tientsin, wo man sofort daran ging, eine Entsatzkolonne zu formieren. —

Ein starker Angriff erfolgte noch am 23. Juni, der durch die "Kaiserin -Augusta"- und die "Hertha"-Kompagnie, die dabei 2 Tote, darunter den Keutnant zur See Pfeiffer, und 8 Verwundete hatten, in Verbindung mit englischen Seesoldaten abgeschlagen wurde. Dann konnte man die folgende Zeit der relativen Ruhe dazu benutzen, die erbeuteten Schätze zu mustern. Es fand sich ein ungeahnter Reichtum an Kriegsmaterial vor, dessen Wert auf mehrere Millionen Taels geschätzt wurde: Geschütze, Lafetten, Munition in großen Mengen, daruter Patronen 71/84, aus denen sogleich die stark gelichteten deutschen Bestände ergänzt werden konnten. Auch wurden von der "Hansa"-Kompagnie zwei Krupp'sche 8,7-cm-Schnellladegeschütze, von denen sich etwa 20 Stück im Arsenal vorgefunden hatten, ausgepackt, montiert und aufgestellt, und bald begannen sie fröhlich ihre Geschosse nach den von den Chinesen besetzten Ortschaften im Süden und Südwesten des Forts zu entsenden.

Dieses Bombardement hatte die erfreuliche Folge, daß die Nacht zum 24. Juni ruhig verlief, desgleichen die zum 25. Juni. Am Morgen dieses Tages beschoß man mit Kruppgeschützen ein vor Tientsin gelegenes Fort, das auf diese Stadt zu feuern begann, und um 9 Uhr sahen die Verbündeten mit großer Freude die Entsatzkolonne unter dem russischen General Stoeßel heranrücken, die um 11 Uhr, mit hellem Jubel begrüßt, bei dem Expeditionskorps eintraf. Ihre Ankunft schildert Leutnant z. S. Hillmers folgendermaßen: "Ich sehe durch mein Glas und glaube weiße Hüte zu erkennen. Da steht schon der Kommandant auf dem Wall und ruft mit lauter Stimme: "Die Hurras für die uns entsetzenden europäischen Truppen!" Welch ein Moment! Wie haben wir geschrieen! Bald kamen sie näher, man konnte schon die weißen Röcke der Kosaken erkennen. Jetzt zweigt sich ein einzelner Reiter ab unf kommt direkt auf uns zu, entpuppt sich als Amerikaner, freudig begrüßt, ihm folgt sehr bald der russische General, dann allmählich die anderen Truppen, stürmische Hurras auf beiden Seiten; von uns ist eine Kompagnie des Seebataillons dabei unter Hauptmann v. Knobelsdorff, außerdem der Oberleutnant Hagemeister und der Oberassistenzarzt Dr. Neiße. Von ihnen erfahren wir alle Neuigkeiten, die traurig genug klingen. Kapitän Lans schwer verwundet, Hellmann vom "Iltis" und Leutnant Friedrich vom Seebataillon gefallen; schwere Verluste. Der Tag geht hin mit Vorbereitungen zum abrücken."

Der Abmarsch wurde in der Morgenfrühe des 26. Juni nach Zerstörung der montierten Kruppgeschütze und Brandlegung des Arsenals angetreten. Die Gefallenen, darunter auch Korvettenkapitän Buchholtz, waren bereits am 23. Juni beerdigt worden. Das Leichenbegräbnis des letzteren erzählt Leutnant z. S. Hillmers mit folgenden herzlichen Worten: "Vormittags war die traurige Beerdigung von Kapitän Buchholtz; ein tragisches Geschick! Über 2 1/2 Jahr war er fort, dabei so glücklich verheiratet wie möglich, vor 2 Tagen hätte er sonst die Heimreise angetreten, und nun freute er sich so, mit einem Schwerterorden nach Hause zu kommen, wollte gleich von Tientsin aus seiner Frau telegraphieren, hoffte Majestät Vortrag halten zu dürfen und war überhaupt so froh. Und dann gestern mitten in der Schlacht traf ihn die Kugel mitten ins Herz, so daß er sofort zusammenbrach und tot war. Fürwahr, ein schöner Heldentod! Wir mochten alle seine derbe frische Art gern, und bei den Leuten war er so besonders beliebt. Und nun - wie sagt das Lied: "Heute durch die Brust geschossen, morgen in das kühle Grab." Ohne Prunk wurde der große Mann, er war direkt ein Hüne, ins Grab gelegt. Abordnungen aller Nationen umstanden die schmucklose Stätte. Als einzige Tauermusik das Pfeifen der Kugeln, die hinter uns einschlugen und das Heulen des Sandsturms. Und es muß wohl auch der Sandsturm gewesen sein, der uns die Augen feucht werden ließ; zu namenlos traurig!"

Unter Aufbietung der letzten Kräfte der erschöpften Mannschaften wurde der Marsch in guter Ordnung durchgeführt und 1 Uhr mittags Tientsin erreicht. Das einrückende Expeditionskorps war äußerlich in einem traurigen Zustande. Mit geschwärzten Gesichtern, ohne Schuhwerk und mit abgerissener Kleidung, sonst aber in guter Ordnung passierten die Truppen mit präsentiertem Gewehr Spalier bildende Besatzung und Fremdenbevölkerung, um endlich die ersehnte Unterkunft nach schwerer Leidenzeit zu finden. Auch bei diesem Einmarsch zeigten die Deutschen, wie während der ganzen Expedition, eine mustergültige Haltung. Sie hatten vor dem Einmarsch in die Stadt beim Bahnhof eine Ruhepause gemacht, den Anzug geordnet und noch eine notdürftige Körperreinigung vorgenommen, um dann frisch, stramm und flott, als wenn es zur Parade ginge, unter dem Erstaunen und dem Jubel der Bevölkerung ihren Einzug zu halten.

Die tapfere Haltung der deutschen Teilnehmer an der Expedition, die immer an den exponierten Stellen gestanden hatten, wurde von allen Seiten rückhaltslos anerkannt, und Admiral Seymour erstattete darüber folgenden offziellen Bericht: "Ich kann den Brief nicht schließen, ohne Eure Excellenz sowohl meine persönliche Bewunderung auszusprechen über den Eifer und die unfehlbare Energie, welche: Kapitän von Usedom von S.M.S. "Hertha" während der ganzen Expedition entfaltete, als auch von dem hohen Werte seiner Dienstleistungen. Die Verbündeten standen im Gefecht bei Langfang unter seinem Kommando, da ich selbst zu dieser Zeit einige Meilen entfernt war. In diese, entscheidenden Angriff auf uns, bei welchem zum erstenmal kaiserlich-chinesische Truppen mit Boxern verbunden waren, wurde Kapitän von Unsedom verwundet. Seiner geschickten Führung und seinen Anordnungen muß die Vermeidung eines Unglücks zugeschrieben werden. Von allen anwesenden Offizieren mir im Range am nächsten, fragte ich ihn oft mit viel Vorteil um Rat, und ich habe ihn auch offiziell bestimmt, mir in der Führung der Expedition zu folgen, wenn ich fallen sollte, und hatte das Gefühl, daß unsere gemeinsamen Interessen dann nicht leiden würden. Als mein Flaggkäpitän durch eine Wunde unfähig gemacht war, ersuchte ich Kapitän von Usedom, mir die Ehre zu erweisen, als Chef meines Stabes zu fungieren, er willigte ein und war für mich von großem Werte.

In Anbetracht des Mutes und der hohen Disziplin, die von allen Offizieren Sr. Kaiserlichen Majestät und von den Soldaten, die uns begleiteten, gezeigt wurden, kann ich nur sagen, sie zeigten sich alle der hohen Tradition des großen deutschen Kaiserreichs würdig."

Die Expedition, deren Durchführung in letzter Linie an der ungenügenden Muunitionsausrüstung scheiterte, hatte einen Verlust von 61 Toten und 223 Verwundeten zu verzeichnen; davon beklagten die Deutschen 10 Tote, darunter 1 Offizier, und 57 Verwundete, darunter 7 Offiziere. Es ist getadelt worden, daß die Führer ihren Entschluß vom 15. Juni, umzukehren, wieder änderten und durch dieses Zaudern eine vollen Tag verloren. Mit Rücksicht darauf aber, daß die Expedition damals nur noch 40 Kilometer von Peking entfernt war, wo die bedrängten Gesandten sehnsüchtig auf Entsatz warteten, ist dieses Zaudern erklärlich. War auch der eigentliche Zweck der Expedition nicht erreicht, so hatten doch die Truppen, die trotz des langen Marsches durch fremde und von einem überstarken, sie stets beunruhigenden Feinde besetzte Gegenden in guter Ordnung wieder in Tientsin einrückten, Erhebliches und Anerkennenswertes geleistet, und für die Geschichte des deutschen Heeres und der deutschen Marine bilden die Junitag des Jahres 1900 für immer ruhm- und ehrenvolle Erinnerungen. Der Führe des deutschenDetachement, Kapitän von Usedom, wurde mit Orden reich geschmückt und von dem Kaiser zu seinem Flügeladjutant ernannt.

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Description

Germans to the Front! June 22, 1900.

 

Original-Heliogravure from 1902.

 

After an original painting by Carl Röchling.

Signed on the plate (1902).

 

With a passport frame embossing and an adjusted noble crest in the lower edge.

 

Shown are:

 

Admiral Lord Seymour (standing 3 from the left).

 

Captain Jellicoe (right side)

 

Captain of Usedom (on the left side of the flag).

 

Lieutenant of the Sea, Baron Egon von Kottwitz (on the right side of the flag).

 

Captain of Corvette Buchholz, Commander of the Empress Augusta Company, died during the capture of the fort ( marching right at the front).

 

 

On the back with attached text stickers.

 

The expedition force under Admiral Edward Hobart Seymour was to advance from Tientsin to Beijing, 116 kilometers away, in order to liberate the Europeans besieged there. After several battles with the Chinese Boxers and increasing difficulties, a retreat to Tientsin was decided on the night of June 19, 1900. After fierce battles on the 21st

In June, during another night march on the way back to Tientsin, the 2,000-man combined aid force, composed of Americans, Germans, Englishmen, Frenchmen, Japanese, Italians, and Russians, arrived at the Peiho River (visible on the left in the picture) near Fort Hsiku on June 22, 1900, around 2–3 a.m., and were forced to take it. The Germans marched in the middle of the group.Perhaps after all the battles and hardships, they were still the best unit. For now, the British commander, Lord Seymour, brought them back to the forefront.Lord Seymour, being the oldest, commanded the entire unit. As such, he gave orders to the commander of the four-company German contingent, Captain zur See of Usedom: “Germans to the front!” It was nothing more than providing additional troops at the forefront of a landing force.The Hsiku Fort was attacked by the Germans from the Peiho River and by the English from the landside side. The German deployment is later interpreted as an acknowledgment of German soldierly courage and is glorified in the 1902 painting by the war artist Carl Röchling.

 

Size: 335 x 240 mm.

 

With minimal signs of aging and wear, otherwise in very good condition.

 

Excellent image quality on art print paper – extremely rare!!!

 

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Carl (Karl) Röchling was a German painter and illustrator, primarily focusing on military and military history themes. He was born on October 18, 1855, in Saarbrücken, and died on May 6, 1920, in Berlin. The painting "The Germans at the Front" from 1900 became an icon of the German Empire and the German militarism itself.

Carl Röchling studied from 1875 to 1880 at the Kunst School in Karlsruhe under Ludwig des Coudres and Ernst Hildebrand (1883-1924), as well as at the Academy in Berlin. In Berlin, he was a master student of Anton von Werner, for whom he contributed to creating various panoramic paintings. He also worked on panoramic images for state projects with Anton von Werner and Eugen Bracht.

Later, through his independent works, he became one of the most famous battle and historical painters at the end of the 19th and beginning of the 20th century.

He independently created several wall paintings in town halls (Gdańsk, Celle, Falkenstein) featuring historical paintings. In collaboration with his painter colleague Richard Knötel, he was the artistically more free draftsman. Together with him, he illustrated two very popular children's books at that time.

He was a war, genre, and landscape painter. His works include "The First Prisoner from Saarbrücken" (1881), "Black Forest Brewers on the Enz River" and "The Entry of Prussia into Gdańsk" (wall paintings for the Gdańsk Town Hall). Starting in 1890, Carl Röchling lived in Berlin. Initially, he resided at Maaßenstraße 13, and from 1900, at Hardenbergstraße 24.Carl Röchling was buried at the Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde Cemetery, Fürstenbrunner Weg 69.

Carl Röchling was among the most famous artists of his trade at the end of the 19th century and the beginning of the 20th century. In addition to his military history paintings and numerous book illustrations, his depictions of soldiers' daily lives are notable.

In particular, the 51 light prints from the image map "Our Army" provide artistic insights into the "minor duties" of soldiers, details regarding organization, equipment, weapons, uniforms, as well as the lives of soldiers during and after service.

It was part of the preferred selection of contemporary artists that the “Committee for the Acquisition and Evaluation of Stollwerck Paintings” recommended to Cologne chocolate manufacturer Ludwig Stollwerck for design commissions.

Works (Selection)

Episode from the Battle of Gravelotte (The Death of Major von Hadeln on August 18, 1870), German Historical Museum, 1897, 115 × 181 cm

Collaboration on the Berlin Sedan Panorama (under Anton von Werner)

View of the Chattanooga Battle (along with Georg Koch and Eugen Bracht)

Panoramic image of a flotation operation on the Enz River, 1889, originally in the flotter room of the Besigheim inn "Sonne," now in the town hall of Besigheim after the building was demolished

Photos from the Danzig Town Hall, Teltow District Office, Kaiser-Wilhelm Academy, Celle National Museum, and in Falkenstein/Taunus

The Brandenburgian attack on Spichern during the Golden Bremm on the evening of August 6, 1879 1908, Session Hall of the Old Town Hall in Völklingen

Elevation of the Geisberg dam near Weißenburg in Alsace

The French in the Palatinate 1689 by Carl Röchling in Berlin,

Stiefelappell – A drastic humor piece from the modern soldier's life in peace.

Panoramic view of the Siege of Besigheim by Duke Ulrich of Württemberg in 1504, 1918, Besigheim Town Hall

Illustrations:

Saarbrückener Kriegschronik

The War against France 1870/71

Our Lord

Children's Books

1895 Der Alte Fritz in 50 Bildern für Jung und Alt

1896 Queen Luise in 50 Images for All Ages

 

The Boxer Uprising (Chinese: 义和团运动, English: Yìhétuán qǐyì, also known as I-ho t´uan, or Yi-he quan meaning “Militias United in Justice”) refers to a Chinese movement against European, North American, and Japanese imperialism. The term Boxer is a generalization of this name in English, referring to one of the first boxing groups that called themselves “Militias United in Justice” (Yìhéquán).In China, the later renaming to Yihetuan by all Boxer groups was accepted.

In the spring and summer of 1900, the attacks by the Boxer movement against foreigners and Chinese Christians triggered a war between China and the United States (comprising the German Empire, France, Great Britain, Italy, Japan, Austria-Hungary, Russia, and the USA). This conflict ended with the signing of the so-called "Boxer Protocol" in September 1901.Since the term "Boxer uprising" solely reflects the imperialist perspective (the Chinese government was explicitly supported by the Boxers), people often refer to it as the "Boxer War" or use the Chinese term instead.

History

After the uprising, the theory was quickly spread by Chinese authors that the "Boxers" were a branch of the rebellious White Lotus sect, which organized a major rebellion from 1795 to 1804. Today, it is generally believed that the "Boxers" were a social movement that emerged between 1898 and 1900 as a direct response to the crisis atmosphere at the end of the 19th century.

Your original focus was in Shandong Province, where it could connect with existing organizations such as the Society of Great Swords (Chinese: 大刀会). In the spring and summer of 1900, it then spread across much of Northern China.

The Boxers were primarily influenced by folk culture and religion, especially various martial arts schools. Characteristics of this movement included:

A loose organizational structure, where independent groups gather around local leaders;

collective mass energy under the supposed influence of people-religious gods and

Invulnerability rituals, which also promised protection from modern firearms.

The origin of the Boxing movement was primarily influenced by four factors:

The unequal treaties of Western imperialism, through which all major European states, the USA, and since 1895, Japan were forced to obtain legal and economic privileges from China (especially the extraterritorial status of their citizens);

the internal Chinese conflict between reformers and conservatives at the Imperial Court, which reached its peak in 1898 with the suppression of the Hundred Days' Reform by the conservative faction led by the empress dowager Cixi;

the special position of Christian missions in the interior regions, which is also based on unequal agreements, where missionaries intervened in local disputes with the help of foreign consuls;

The mood of crisis triggered by a series of natural disasters and subsequent famines in Northern China at the end of the 1890s. Whether foreign trade (imports) actually caused many people to lose their jobs and thus triggered the Boxer Rebellion is disputed.

The Boxers blamed foreigners, and secondarily Chinese Christians, for the disruption of the natural environment and social harmony. They demanded the violent elimination of China’s enemies in order to restore this harmony. In doing so, they appeared as supporters of the ruling Qing Dynasty (Manchu Dynasty). One of their most famous slogans was: “Support the Qing and destroy the foreigners.”

Nevertheless, the imperial court tried to suppress the boxers until the spring of 1900. However, due to the loose organizational structure of the boxers, these attempts failed. It was only when foreigners heavily pressured the government in Beijing that Cixi and some high-ranking officials changed their opinion and began to see the boxers as allies against the foreigners.

Boxer Uprising

The "Boxers" attack on foreign embassies

As early as January 11, 1900, the empress dowager Cixi (Tzu-Hsi), the regent of China, declared in an edict that some of the Boxers were law-abiding people. On January 27, European colonial powers, Japan, and the USA demanded that the Chinese government protect European institutions from the Boxers. The efforts to suppress the movement continued. On the 15th

In April, the boxers were banned, but since regular imperial troops in Beijing and Tientsin allied with them, the ban could not be enforced. In May, the movement spread to the area around the capital Beijing and began attacks on foreigners as well as on railway lines leading to the coast. On May 18 alone, riots resulted in 73 deaths.The foreign envoys in Beijing then ordered approximately 450 soldiers to serve as diplomatic guards and arrived in Beijing between May 31 and June 3. In the following days, the Boxers intensified their attacks on Chinese Christians and foreign institutions, and began terrorizing the people of Beijing.

The first Allied counterattack and its failure

On June 10, a 2,066-man international expedition force under the command of British Admiral Seymour marched to Tianjin to protect the embassies in Beijing. However, they were stopped by the Boxers (from June 14–18) and had to turn back. Approximately 473 foreigners, 451 soldiers, and over 3,000 Chinese Christians in Beijing had already barricaded themselves in the embassy district.

They were cut off from communication with foreign bases along the coast, as the boxers severed the telegraph lines.

In light of this situation, the Allied troops issued an ultimatum to surrender the well-fortified Chinese coastal forts at Dagu. On June 17th, 75 minutes before the ultimatum expired, the Chinese opened fire, and as a result, the forts were captured by the Allies over the following days.

On June 19, the imperial government issued an ultimatum to European ambassadors in Beijing, China, demanding that they leave within 24 hours. On the same day, German marine infantry was mobilized and sent to China. On June 20, Baron Klemens von Ketteler, an envoy from the German Reich government, was shot dead on the street in Beijing by a Manchurian banner soldier.

In response to the news of the capture of the Dagu fortresses, the Imperial Court issued an edict to its subjects on June 21st, which was equivalent to a war declaration against the Allies. Imperial troops now officially fought alongside the Boxers. In turn, no Western state formally declared war on China.

Although, according to then-European-influenced international law, the seizure and destruction of defensive facilities of a foreign state, as well as the movement of armed troops to its capital, were clear acts of war, among the Allies there was disagreement over whether international law could be applied to China at all. After all, although China was represented at the Hague Peace Conference in 1899, it did not sign the rules of land warfare that were adopted there.The missing declaration of war treated the war in China as a "punitive expedition" on the same level as other colonial wars waged against non-state-organized ethnic groups ("tribes").

On June 26th, Seymour had to give in and retreated to Tientsin. On July 3rd, China attempted to persuade Japan to switch sides and form an alliance with China, but Japan rejected this offer on July 13th.

War in Beijing and Tianjin

Despite the implied declaration of war, the early stage of the conflict had the character of a state war, as regular armies fought against each other, although Chinese troops were reinforced by Boxer militias. They besieged the Diplomatic Quarter in Beijing, where diplomats, missionaries, engineers, and Chinese Christians had taken shelter.

The British embassy became the command center for around 500 armed troops, who faced roughly 20,000 Chinese soldiers. However, the defense was organized by individual missions, which led to disputes and weakened the defensive capabilities. At the same time, the international concession in Tianjin was also under siege by the Chinese. On the Chinese side, there were also disagreements among the various units.A group of high-ranking officials—especially Secretary Ronglu—disapproved of the behavior of the empress widow, who even ordered several officials to be executed for their critical remarks. Observations that Chinese artillery fired from too shallow a distance, as well as the unused modern guns found during the siege in Beijing, suggest that the Chinese troops did not fight with full determination at the instigation of the Chinese Peace Party.

The second international expedition force

Meanwhile, six European countries, along with the USA and Japan, formed an expedition force to intervene in China. Emperor Wilhelm II immediately agreed to the proposal for a joint military action by European nations, as it would demonstrate the enhanced role of the German Empire in world politics.

To his satisfaction, it was possible to assign military command of this joint expeditionary force to Field Marshal Alfred Graf von Waldersee, the former German Chief of Staff. When part of the German troops were dismissed on July 27, Emperor Wilhelm II delivered his infamous "Huns Speech":

A great task awaits you: you must atone for the severe wrong that has been done. The Chinese have violated international law, and in a manner never seen in world history, they have mocked the sanctity of the envoy and the obligations of hospitality. This is all the more outrageous because this crime was committed by a nation that is proud of its ancient culture.

If the old Prussian competence remains valid, show yourselves as Christians by enduring suffering with joy. May honor and fame follow your banners and weapons. Give example of courage and discipline to the whole world… When you face the enemy, he will be defeated. No pardon will be given, and no prisoners will be made. Whoever falls into your hands shall be in your control.Just as the Huns established a name a thousand years ago under their king Etzel, which still appears immense in tradition today, may the name of Germany become known in China in such a way that no Chinese would ever dare to look at a German even sideways!

Both Chancellor Bernhard von Bülow and Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, along with the director of the Northern German Lloyd, made efforts to prevent the spread of this speech. Over time, however, it influenced the term "the huns" for Germans, which was particularly used in war propaganda during World War I.

However, the troops transported to Europe arrived too late to participate in the relief efforts in Tianjin and Beijing. The Allied force, consisting of approximately 20,000 men, on the 4th

In August in Tianjin, the forces were primarily composed of British-Indian, Russian, Japanese, and US troops transferred from the Philippines to China; Germans, French, Austrian, and Italians only contributed with a few units of marine infantry.

The expeditionary force arrived in Beijing on August 13, 1900, which was already captured the next day. On August 15, the empress dowager and her council fled from Beijing to Sian/Shaanxi under the pretext of a "inspection trip". Beijing was looted by the Allies for three days, which caused concern among critics due to the high civilizational expectations of the Europeans.

The Boxer Uprising after Beijing's Acceptance

After taking the Beijing decision, the nature of the war changed. In an edict dated September 7th, Cixi blamed the Boxers for the military defeat and ordered provincial governors to deploy government troops against them again. On September 25th, high-ranking officials involved in the rebellion were demoted by the Imperial Court.

At the same time, the Allied troops began carrying out “punitive expeditions” against “Boxer nests” in order to break down any last resistance. During these operations, the Allied troops were responsible for brutal acts such as murders, looting, and rape against the Chinese population. Their goal was to spread terror, thereby dissuading the Chinese from any future uprising against foreigners.However, the deployment was limited to the northern Chinese province of Zhili, as the provincial governors of central and southern China have reached agreements with foreigners.

In total, 231 foreigners and many thousands of Christianized Chinese were killed by the Boxers. The foreigners were mostly missionaries who were murdered in the cities of Taiyuan and Baoding at the request of Governor Yuxian. The exact number of deaths for the Allied forces is unknown.

After the Uprising – The Boxer Report

The behavior of the Allied intervention troops did not only receive approval in their home countries. Concerns against the intervention were expressed by socialist and liberal groups, and sometimes even by religious circles. Critics argued that the soldiers, under the pretext of protecting civilization, had violated the humanitarian principles of that civilization themselves. In particular, Wilhelm II’s "Hun speech" was a major issue.It was heavily criticized both domestically and internationally due to the statement contained within it—no leniency, no prisoners.

Commanders involved in the military operation even criticized each other to some extent. For example, the American commander noted: “It can be said with certainty that for every real boxer who was killed, fifteen innocent auxiliaries and laborers came along, including many women and children who were also killed.”

Additionally, Russia deployed 200,000 soldiers to Manchuria, allegedly to combat the Boxers. They arrived in Aigun on July 23 and in Mukden on October 1. On February 16, 1901, a treaty was signed under which China retained Manchuria, while the Russian troops remained in the country to provide railway protection ("railway guards").

Since October 26, 1900, the experienced diplomat Li Hongzhang, as an envoy from the Imperial Court, negotiated the peace terms. The empress widow who had fled to Gansu accepted the conditions set by the colonial powers on January 10, 1901. On September 7, 1901, the so-called "Boxer Protocol" was signed. It stated that

The Chinese government must apologize for the murders of foreign diplomats (in addition to Ketteler, there is also Japanese ambassador secretary Graf Sugiyama) and build a monument for Ketteler,

Penalize the rebels (many death sentences were carried out),

The police officer examinations in all cities where foreigners were killed should be suspended for five years,

China's reparations amounted to 1.4 billion gold marks by 1940 (70 million pounds sterling) and

Had to pay compensation to affected foreigners,

no weapons were allowed to be purchased or imported,

The Embassy District in Beijing should be reserved and secured exclusively for foreigners,

The Dagu Forts are to be dismantled, and foreign bases should be established along the railway line between Beijing and the coast,

a modern Foreign Ministry had to be established with priority over all other ministries,

A imperial edict has been issued, prohibiting foreign-hating organizations with death penalty,

The der Kotau (a deep bow and honor gesture) for foreign diplomats has been abolished (a deep humiliation, along with a military parade in the forbidden city that was open only to Chinese officials)

Another point felt as a special humiliation was that Zaifeng, the 2nd Prince Chun who was tasked with the atonement mission—the father of the last Chinese emperor Puyi—was required to personally apologize in Berlin under humiliating conditions for the assassination of Ketteler. However, the Chinese delegation achieved a minor diplomatic victory and managed to ensure the prince did not kneel before Emperor Wilhelm II.Consequently, the penance ceremony could finally take place on September 4, 1901, in the Grottensaal, New Palace in Potsdam, Park Sanssouci.

A fake document about the Boxer War: Edmund Backhouse and the "Journal of Jingshan"

The British man Sir Edmund Backhouse obtained access to the eunuchs at the imperial court through the legend of a private scholar and collector of historical texts and documents since 1898. He “processed” this information into two propaganda works after the Boxer Rebellion, which later justified the “punitive expedition” (“Reports and Memoirs from the Court in Beijing,” “China under the Widow Empress”).

As a so-called “source,” Backhouse produced a Chinese text—the alleged “Diary of Jingshan,” a high-ranking official at the Beijing court—which was supposed to document the determination of the Beijing War Party and especially the empress widow herself to destroy foreigners in China. It was not until 1976 that the British historian Hugh Trevor-Roper revealed that this text was a forgery.Although Backhouse’s forgery had no effect on the course of the war—especially since its author was itself confined in Beijing—Diana Preston notes that it took many years for the so-called Jingshan diary to come to public attention. However, it influenced public perceptions of the war in Europe and North America for many decades. Key terms: 19th century, 20th century.Century, nobility, academic painting, aristocracy, army, Asia, rebellion, Boxer Rebellion, China, Chinese warriors, German history, German colonies, German protectorates, German Empire, German Reich, East Asian Expedition Corps, empire, England, flag, flags, Far East, European intervention troops during the Boxer Rebellion, flag, fleet, Freiherr Egon von Kottwitz, front, battle, guns, Great Britain, army, army commander, military organization, heroic struggle, heroism, heraldryHigh nobility, Hohenzollern, Imperial Crown, Imperial German Naval Officers Corps, Imperial Navy, Imperial Protection Force, Imperial Era, Battle, Machine guns, Colonial history, Colonialism, Colonial comrades, Colonial war, Colonial soldiers, Colonial policy, Colonial troops, Colonial life, Colonial era, Colonies, War history, War painters, War painting, War navy, Cultural history, Art, Art history, Geography, Naval infantry, Naval infantry, Naval painters, Naval paintingNaval troops, sailors, military, military history, military equipment, naval power at sea, monarchy, navigation, naval forces, local perspectives, geography, East Asian cruiser squadron of the Imperial Navy, East Asia, East Asian expedition, East Asian squadron, patriotism, Beijing, Imperial war flag, revolution, saber, battle, protection and overseas troops, protected areas, protective forces, naval battalion, naval combat forces, sidearm, soldier, soldiers, flag, bravery, Tientsin, topographyTradition, Tropen, Tropenhelm, Tropenuniform, Truppe, Uniform, Uniformkunde, Vaterland, Waffen, Wappen, Wilhelminisches Kaiserreich, Wilhelminisches Zeitalter, Zeitgeschehen, Zeitgeschichte, Beijing Běijīng

 

Sir Edward Hobart Seymour, OM, GCB, GCVO, (* born April 30, 1840 in Kinwarton; † died March 2, 1929 in Maidenhead) was an Admiral of the British Royal Navy.

Seymour was born on April 30, 1840, as the second son of a pastor in Kinwarton (Warwickshire). Starting in 1850, he attended Radley College. After graduating, he went to Eastman’s Naval Academy in Southsea in October 1852 and passed the entrance exam for the navy two months later. The next day, he was assigned as a midshipman (seakadett) aboard the HMS Encounter.

In January 1854, at the start of the tensions with Russia, he was transferred to the Black Sea aboard the HMS Terrible and remained there until the end of the Crimean War military operations.

Subsequently, he was transferred to East Asia aboard the HMS Calcutta, his uncle Michael Seymour’s flagship. There, during the Second Opium War, he participated in the Battle of Fatshan Creek, the capture of Canton, and the battles for the Taku Forts.

After suffering from sunstroke, he was ordered back to Great Britain and passed the Mate (Lieutenant) examination. After recovering, he returned, was promoted to Lieutenant (Captain), and participated in the successful assault on the Taku Forts. Subsequently, he took part in battles against the Taiping rebels and operations in Ningpo and Jiading.

He returned to Great Britain in 1863 and served three years as an adjutant to his uncle in Portsmouth. At the age of 26, he was promoted to Commander (Fregattenkapitän). After two years on half-pay, he was assigned to the Irish Coast Guard, and in the summer of 1869, he took command of the cannon boat Growler off the West African coast. During battles in the Congo, he was seriously injured in his leg. Once again, he was placed on half-pay for 18 months.

In March 1873, he was promoted to Captain, and later served as a commander on a postal ship and a troop transport. In 1879, he was placed on half-pension and assigned to the Mediterranean from April 1880. He first served on the cruiser HMS Iris, and then on land in Egypt during the events that followed the Urabi Rebellion. From November 1882 to February 1885, he commanded the battleship HMS Inflexible.He was again assigned to half-pay for 10 months, and subsequently served under Admiral George Willes as a deputy inspector of the Marine Reserve. In 1889, at the age of 49, he was promoted to Rear Admiral. During the following long period of half-pay, he traveled to France, Russia, the West Indies, and the United States. He later served as deputy commander of the Channel Squadron and inspector of the Reserve.

In December 1897, Seymour took up his position as Commander-in-Chief of the China Station. During his tenure, the Boxer Uprising broke out. While fighting occurred, he commanded an international expeditionary force. Promoted to Admiral in March 1901, he was awarded the title of Admiral of the Fleet (Grand Admiral) in February 1905.

In 1910, he retired.

Seymour passed away on March 2, 1929, in Hedsor View, Maidenhead Court, Maidenhead, Berkshire.

Trivia

The English slogan "The Germans to the Front" (Die Deutschen an die Front!) was said by him during the Boxer Uprising.

 

Guido von Usedom (* 10 October 1854 in Quanditten (East Prussia), a now-defunct locality in Selenogradsk District; † 24 February 1925 in Schwerin) was a German naval officer, last serving as an Admiral during World War I.

Life

Early Years

Guido came from the Usedom noble family in Pomerania and was the son of Lieutenant Kuno von Usedom (1804–1855). He joined the Imperial Navy on May 31, 1871. After his training and initial border experiences, he was given his first command responsibilities.

In October 1895, as a corvette captain, he commanded the ship Aviso Pfeil until the end of the year. From March 1896, he served as the commander of the Aviso Jagd for half a year. From September 1896 to July 1898, he was the commander of the coastal armored ship Hagen. During this time, he was promoted to corvette captain with the rank of lieutenant colonel[A 1].subsequently he became the commander of the newly commissioned Great Cruiser Hertha, where he was promoted to Lieutenant Commander and appointed Captain of the Navy (September 18, 1899).

Use in the Boxer Uprising

With Hertha, Usedom was deployed in the Mediterranean and East Asia. At the beginning of the Boxer uprising, the commander of the East Asian fleet, Vice Admiral Felix von Bendemann, ordered the formation of units from all German cruiser landing forces to participate in protecting European embassies in Beijing.Usedom served as the leader of the entire German expedition force, consisting of approximately 500 men, under the British commander of the local foreign troops, Vice Admiral Seymour. Usedom was also his Chief of Staff.

On June 10, 1900, the entire Expeditionary Force of Tanggu left via train transport toward Beijing. The advance was halted by Chinese troops and rebels, forcing the expeditionary force to retreat on land. During this process, the commander of the British landing force, Captain Jellicoe, who later became the commander of the Grand Fleet during the Skagerrak Battle, was injured.In this difficult situation, Seymour demanded the deployment of German troops on Usedom, and it is said that he uttered the historic phrase “The Germans to the Front.”

Due to his experience with the landing corps, Usedom was freed from the leadership of Hertha in September 1900 and assigned to the staff of the commander-in-chief of allied troops in China, who ensured the end of the rebellion. Concurrently, he had been formally appointed as the Emperor’s Adjutant on July 21, 1900. For his contributions in China, Usedom was awarded on the 5th

Awarded the Order Pour le Mérite in April 1902.

Time before the First World War

In August 1902, Usedom took command of the imperial yacht Hohenzollern, which he held until October 1904 (from 17 August 1902 to 4 October 1904). Subsequently, he became Inspector of the I. Marine-Inspection and was promoted to Rear Admiral on March 14, 1905. Meanwhile, from September 1905, he served as representative of the chief shipyard director, and from January 1906, he became the chief shipyard director at the Imperial Shipyard in Kiel. On 21

In August 1908, he was promoted to Vice Admiral, and by the end of 1910, with the rank of Admiral granted, he was placed on permanent reserve list.

Head of the Special Command in Turkey during World War I

In August 1914, Usedom was reactivated and sent as the head of the Special Command in Turkey to Constantinople. As signs of an operation by the Triple Entente against the Dardanelles grew, increasing the risk of capturing the capital of the Ottoman Empire, Usedom was appointed, in agreement with the Turkish government, as the commander-in-chief of the Straits.

The resources available for this task were extremely limited, and Usedom managed to expand coastal positions demonstratively, sometimes without personnel to occupy the fortresses further inland. Additionally, he ordered minefields to be laid down. By mid-February 1915, Usedom had succeeded in equipping the heavy artillery in the most important forts along the straits and having extensive minefields laid along the straits.During the Dardanelles operation, among the ships that sank at these mines were the French line ship Bouvet and the British line ships Irresistible and Ocean.

However, the subsequent developments of the Battle of Gallipoli were determined more by Usedom’s influence than by the leadership of the Turkish land forces under German General Otto Liman von Sanders.[1] After the battle ended, Usedom remained in Turkey until the end of the war and was awarded the Oak Leaf Cross for Pour le Mérite in August 1915. In January 1916, he was granted the rank of Admiral. On November 26, 1918, he retired from service.

 

The East Asian Flotilla was a combat ship formation (fleet) of the German Imperial Navy used to promote and protect German interests in the East Asian and Pacific regions. It existed under this name from 1897 to 1914.

History

Origin

Starting from the 19th century, the Asia-Pacific region became of interest to European and North American powers. Britain forced a significant opening up of China for foreign trade during the Opium Wars, and the US achieved similar results by opening Japan in 1854. German shipping companies also participated early in East Asian trade. By the mid-18th century, this was already happening.

In the century, ships belonging to the Prussian Emder East Asian Trade Company operated in the maritime trade region. The visit of the full-sized ship Meteor of the state-owned Prussian Maritime Company to this region in 1822 marked the beginning of regular shipping routes after the Napoleonic Wars.

It soon became clear that foreign merchants in China found it extremely difficult to conduct their business without military support from their home countries. German, and especially Hamburg-based merchants, relied on assistance from other navies such as the British Royal Navy, since Germany, which was loosely organized under the German Confederation, did not have its own navy (See History of the German Navy).

Only after the establishment of a Prussian navy was it possible to rely on one's own resources.

In the year 1859, Prussia sent a squadron of four ships under the command of Count Friedrich zu Eulenburg to East Asia for the first time. The purpose was to provide military support for German trade and conclude trade agreements. The fleet remained in the region until 1861. At the same time, efforts began to establish a separate naval base in the East Asian area.These efforts were finally completed in 1897 with the occupation of Tsingtao by an expedition corps from the cruiser fleet of Admiral Otto von Diederichs.

The continuous German naval presence in East Asia was established in 1869 through the creation of the "East Asian Naval Station," which initially had only one ship, the corvette Medusa. By that time, the Prussian Navy had already merged into the Navy of the North German Confederation, from which the Imperial Navy emerged in 1871 after the formation of the Empire.The station was temporarily reinforced by small squads that visited the region for specific tasks, which were then disbanded after their missions were completed.

In 1886, the Imperial Navy established a permanent cruiser fleet that operated in the area between the eastern coast of Africa, Australia, and the western coast of South America. From this fleet, which in 1897 under the command of Rear Admiral Otto von Diederichs occupied the Kiautschou Bay and Tsingtao Harbor, the Eastern Asia Fleet was formed in the same year.Diederichs, promoted to Vice Admiral, was his first commander.

World War I

Due to Japan's imminent entry into the First World War, the squadron, consisting of the battleships SMS Scharnhorst (flagship) and SMS Gneisenau, as well as the light cruisers SMS Nürnberg, SMS Leipzig, and SMS Dresden, set out in 1914 under the command of Vice Admiral Maximilian Graf von Spee from the East Asian region toward the eastern Pacific.The Small Cruiser Emden was sent to the Cruiser War in the Indian Ocean.

On November 1, 1914, a naval battle took place near Coronel (Chile) between the German East Asiatic Fleet and a British fleet under Vice Admiral Sir Christopher Cradock. The German fleet managed to sink the two outdated British armored cruisers HMS Monmouth and HMS Good Hope without any own losses. However, during this battle, the German cruisers had fired approximately half of their ammunition.

A few days later, on November 9, 1914, the Small Cruiser Emden was severely damaged after a battle with the Australian Light Cruiser HMAS Sydney off the Cocos Islands (Indian Ocean). It was left on the island’s shore by its own crew and abandoned.

Due to the poor supply situation in German waters, Graf Spee decided, after a short stay in Valparaíso (Chile), to cross the Atlantic toward Germany. However, the British Admiralty was determined to destroy the German fleet.

The then First Lord of the Admiralty, Winston Churchill, sent a strong fleet to the Falkland Islands in order to detect and suppress the German squadron in the South Atlantic. The core of this fleet consisted of two modern battleships, HMS Invincible and HMS Inflexible.

On December 8, 1914, Graf Spee attempted to attack the British naval base at Port Stanley on the Falkland Islands in order to obtain supplies of coal there for his planned march to Germany. After the destruction of Cradock’s squadron at Coronel, Graf Spee expected to find the base empty.

Instead, he encountered a far superior squadron under Vice Admiral Sir Frederik Doveton Sturdee, which was tasked with searching from the Falklands along the eastern coast of South America for the German squadron—and it happened to still be in Port Stanley. When Graf Spee realized the situation, he immediately turned around. Sturdee was surprised to encounter the enemy here and was therefore unprepared accordingly.It took some time before enough steam pressure was available on the British ships to allow them to escape. This gave the East Asia Fleet a temporary advantage. When the British finally escaped, especially the two battlecruisers were able to maintain their high speed and soon caught up with Graf Spee’s fleet. Graf Spee was forced to face battle with Scharnhorst and Gneisenau in order to at least enable the smaller cruisers to get away.

This led to the naval battle around the Falkland Islands, in which four out of five German ships were placed and sunk. More than 2,000 German sailors, including Count Spee and his two sons, lost their lives.

Only the small cruiser Dresden, the fastest ship in the German squadron with a modern turbine engine, was able to escape initially with the help of a rising fog bank. However, on March 14, 1915, it was discovered by British ships, including the Glasgow, which had survived the battle at Coronel, in a bay on the Chilean Robinson Crusoe Island. It was bombarded despite the Chilean neutrality.Since Dresden had little ammunition left and only 80 tons of coal, there was no possibility of fighting or escaping, and the ship was sunk by its own crew. Thus, the story of the East Asia Squadron came to an end.

East Asiatic Fleet Ships

In 1859

Under Commodore Henrik Ludvig Sundevall

Segelkorvette SMS Arcona (I); used as a target ship starting from 1884 and then scrapped

Segelfregatte SMS Thetis; dismantled in 1879 and scrapped in 1894

Schoner SMS praise for women; sank during a typhoon near Yokohama on its way to China

Elbe Transport Ship

The remaining ships returned to Germany in 1862

Around 1870

Cyclop Kanonenboot SMS; served as the Hulk in Cameroon from 1888 to 1914

Around 1880

Kanonenboot SMS Iltis (I); Disappearance in a typhoon in Shandong Cape in 1896

Around 1890

Captain of Flotilla since 1897: Vice Admiral Otto von Diederichs

Großer Kreuzer SMS Kaiser; served as a harbor ship for Uranus from 1905 and was scrapped in 1920

Small cruiser SMS Cormoran; served as a mine tender from 1914 and was destroyed by an explosion in 1917

Small cruiser SMS Prinzeß Wilhelm; served as a hulk in Danzig from 1914 and was scrapped in 1922

Around 1900

Vice Admiral Bendemann, Commander of a Fleet

Linienschiff SMS Kurfürst Friedrich Wilhelm; sold to Turkey in 1910 and sunk in 1915

Weißenburg Line Ship SMS; sold to Turkey in 1910 and scrapped in 1952

Linienschiff SMS Wörth; scrapped in 1919

Linienschiff SMS Brandenburg; scrapped in 1919

Large Cruiser SMS Fürst Bismarck; Scrapped in 1920

Great Cruiser SMS Hansa; Disposed in 1920

Large Cruiser SMS Hertha (II); Disposed of in 1920

Great Cruiser SMS Kaiserin Augusta; scrapped in 1920

Kleiner Kreuzer SMS Irene; from 1913 as a residential ship and scrapped in 1921.

Kleiner Kreuzer SMS Gefion; Scrapped in 1923

Small cruiser SMS Geier; interned in Hawaii starting in 1914 and sank after a collision in 1918

Small cruiser SMS Seeadler (I); served as a mine tender from 1914 and was destroyed by an explosion in 1917.

Small Cruiser SMS Bussard; Scrapped in 1913

Small cruiser SMS Schwalbe; scrapped in 1922.

Small cruiser SMS Hela; sunk near Helgoland in 1914

Kanonenboot SMS Luchs; Self-destruction in the Kiauchow Port, 1914

Kanonenboot SMS Iltis (II); Self-destruction in the Kiauchow harbor in 1914

Kanonenboot SMS Tiger; Self-destruction in the Kiauchow Port, 1914

Kanonenboot SMS Jaguar; Self-destruction in the Kiautschou Port in 1914

Torpedoboot S 90

Torpedoboot S 91

Torpedoboot S 92

Lazarettschiff SMS Gera

Destroyed Chinese Torpedo Boats

1914

Vice Admiral Maximilian Graf von Spee, Commander of a Fleet

Großer Kreuzer SMS Scharnhorst; sunk on December 8, 1914 at 16:17 hours during the Falkland Islands battle

Great cruiser SMS Gneisenau; sunk on December 8, 1914 at 18:02 hours during the Battle of the Falkland Islands

Small cruiser SMS Nürnberg; sunk on December 8, 1914 at 7:27 PM during the Falkland Islands battle

SMS Leipzig small cruiser; sunk on December 8, 1914 at 21:23 hours during the Falkland Islands battle

Kleiner Kreuzer SMS Dresden; on March 14, 1915, anchored in a bay on the Chilean Robinson Crusoe Island, bombarded by British ships while disregarding Chile’s neutrality. After running out of ammunition, it sank itself to prevent being captured

Small cruiser SMS Emden; severely damaged on November 9, 1914 during a battle off the Cocos Islands (Indian Ocean) with the Australian light cruiser Sydney. Its crew threw it onto the island's shore and abandoned it

Seydlitz Supply Ship; detained in Argentina on January 24, 1915

Baden Rescue Ship

Santa Isabel Helper Ship

Prinz Eitel Friedrich Auxiliary Crosser SMS

Chefs of the Ostasiengeschwader

KAdm von Blanc

KAdm Freiherr von der Goltz

KAdm Paul Hofmann

KAdm Alfred von Tirpitz

KAdm/VAdm Otto von Diederichs

KAdm Prinz Heinrich von Preußen

KAdm/VAdm Curt von Prittwitz und Gaffron (1903-1905)

VAdm Bendemann

VAdm Coerper

VAdm Friedrich von Ingenohl

VAdm Erich Gühler (died of typhus until 1911)

KAdm Günther von Krosigk (from 1911 to 1912)

VAdm Maximilian Graf von Spee (1912 to 1914)

 

Eastern Asian Expedition Force

In response to the murder of Baron Ketteler at the beginning of the Boxer uprising, a detachment composed of soldiers from all arms was formed into a division named "Eastern Asian Expeditionary Corps." This unit consisted of volunteers from the entire army, with a total strength of approximately 15,000 men.

Eastern Asian Occupation Brigade

After the withdrawal of the Expedition Corps in 1901, a smaller unit remained in the country. Its main responsibilities were to reinforce the embassy guard and ensure safe sea connections. This unit was continuously reduced in size until it was completely disbanded in 1909.

The 3.Seebattaillon and the “Chinese Company”

A Marine infantry unit that was stationed in Tsingtau from 1898 to 1914. In 1900, a company of approximately 120 Chinese soldiers was temporarily formed, known as the "Chinese Company." This military unit only existed until 1901, after which it was reconfigured into a police force. By the way, their uniforms were almost entirely adopted and worn by this unit.

Regular Chinese (Auxiliary) Troops

The Chinese army was highly fragmented at that time. Regional governors, rulers, and the imperial army coexisted, creating a confusing structure. There are records of German military instructors serving there, as well as the acquisition of weapons and equipment from Germany. Various terms are used in the literature, and there were often misunderstandings regarding the (German) Chinese Company.

It is true that the international expedition force was also supported by regular Chinese (assistance) troops. Later, Prussian Minister of War Erich von Falkenhayn emphasized in a report from 1904 the good experiences he had gained during the Boxer Rebellion with a Chinese assistance unit of 1,200 men. The Chinese fulfilled their duties faithfully in service of the international expedition force.

 

Tianjin (Chinese: Tiānjīn, meaning "Heavenly Town"), also known as Tientsin, is an important port city in the People’s Republic of China. The entire administrative area of the city covers an area of 11,943 square kilometers. This is roughly equivalent to the land area of Upper Austria and is slightly smaller than Schleswig-Holstein.Tianjin is one of the four directly administered cities in China, meaning it is under direct jurisdiction of the central government in Beijing and has the same status as a province.

The entire administrative area of Tianjin has 10.5 million inhabitants (2007). Of these, 9.5 million are registered residents with permanent residences (hùkǒu), and 1.0 million are temporary residents with temporary residence permits (zànzhùzhèng). If the urban area in terms of geography (high population density and enclosed settlement form) is taken as a basis, 3.8 million people live in Tianjin with their main residence (2007).The metropolitan area (including suburbs) has 6.4 million inhabitants (2007).

The city is an industrial center, a transportation hub, and a cultural hub of the region, featuring universities, colleges, museums, and historical buildings. The Tianjin administrative area does not form a continuous urban area; rather, due to its dominant rural settlement structure, it is more comparable to a small province. Historically, Tianjin was the capital of the former Province of Zhili.

Geography

Geographical Location

The city is located in the north of China, five meters above sea level south-east of Beijing, at the confluence of the Hai He River and the Imperial Canal. It borders the municipal directly-controlled city of Beijing and the province of Hebei.

The administrative city area covers an area of 11,943 square kilometers, which is roughly equivalent to the land area of the state of Upper Austria. Of this, 167.8 square kilometers (1.4 percent) belong to the actual city – the geographical city area – and 11,775.2 square kilometers (98.6 percent) are part of suburbs and areas with rural settlement structures.

It is 120 kilometers from Tianjin city center to Beijing. The Bohai Bay is located 50 kilometers east of Tianjin. The Hai He River flows through the city to the Bohai Bay. The geographical coordinates are 39.1 degrees north latitude and 117.2 degrees east longitude.

The entire administrative area of the directly governed city of Tianjin has a north-south length of 186 kilometers and an east-west length of 101 kilometers. The largest cities are (as of January 1, 2007): Tianjin with 3,755,249 inhabitants, Tanggu with 564,498 inhabitants, Hangu with 227,358 inhabitants, Gangdong with 141,741 inhabitants, Yangliuqing with 77,768 inhabitants, Xianshuigu with 75,366 inhabitants, and Yangcun with 64,908 inhabitants.

As a center of secret resistance against the Europeans, the city experienced another disruption to its peaceful life during the 1900 Boxer Uprising. Larger parts of the old town, including the city walls, were destroyed during the uprising but were soon rebuilt in European style. Eventually, foreigners removed the walls and the old Chinese district so that they could keep an better eye on the residents.

Between 1900 and 1909, the city was administered by an international commission representing the powers that owned settlements in Tianjin: Russia, Great Britain, France, Belgium, Japan, Italy, Austria-Hungary, and the German Empire. In 1906, the first tram line was operational, and in 1927, Tianjin gained the status of a provincial-level independent city.

On July 30, 1937, during the Marco Polo Bridge Incident at the beginning of the Second Sino-Japanese War, the Japanese army captured the city and began constructing the Tianjin-Xingang seaport. The Japanese occupation lasted until August 15, 1945, when U.S. forces entered the city after the end of World War II.In December 1946, the rape of Chinese women in Tianjin by American soldiers triggered protests in the city, which peaked in a large demonstration on January 1, 1947. The US troops then withdrew from Tianjin in June 1947.

 

Seebataillions consisted of marine infantry units at battalion strength. This unit type was found in the Royal Prussian Navy, the North German Confederation Navy, the Imperial Navy, and the Bundesmarine.

Kingdom of Prussia Navy, North German Confederation and German Empire

The First Naval Battalion of Germany emerged on May 13, 1852, from the Royal Prussian Marine Corps that had been established in Stettin two years earlier. It was responsible for tasks related to marine infantry aboard warships. In 1870, the Naval Battalion consisted of five companies, with 22 officers and 680 non-commissioned officers and soldiers. The battalion headquarters was located in Kiel.After the establishment of the German Empire in 1871 and its transformation into the Imperial Navy, the Sea Battalion was reinforced with a sixth company. On October 1, 1886, the Sea Battalion was divided: the headquarters and the first half-battalion remained in Kiel, while the second half-battalion was moved to Wilhelmshaven. On March 12, 1889, the two half-battalions were transformed into independent Sea Battalions, each consisting of four companies. On December 3, 1897, a third Sea Battalion was formed from the 1st and 2nd battalions.Formed from the I. Sea Battalion and the 3rd and 4th Battalions of the II. Sea Battalion, it was relocated to Tsingtao to protect the German leased territory of Kiaochow. The Marine Infantry Inspection Office in Kiel, established in 1889, was under the command of the station commander at the Baltic Sea naval base. The III. Main Sea Battalion—the unit that trained replacement personnel for deployment in China—was formed based on an Imperial Cabinet order dated May 31, 1905.

Starting from 1854, the Naval Command Watch was attached to or under the control of the Naval Battalion until its dissolution in 1881. Members of the Naval Command Watch were responsible for supporting the commander in maintaining discipline and order on board.

Since 1866, naval infantry officers could only be replenished from the army, to which they returned after their service period (typically two years). Non-commissioned officers came partly from the army and partly from various naval positions. The rank-and-file soldiers were drawn from the non-naval population.

Bases and Garrisons

In 1914, the following Marine Battalions were formed:

I. Seebataillon in Kiel;

II. Seebataillon in Wilhelmshaven;

III. Stamm-Seebataillon in Cuxhaven; and the

III. Seebataillon in Tsingtao.

Additionally, the Eastern Asian Naval Detachment (OMD) was stationed in Beijing and Tientsin, along with a company of soldiers from the 1st and 2nd Naval Battalions, forming the Naval Detachment in internationally occupied Albania.

Application

Since 1895, naval soldiers have no longer been deployed on warships. The naval battalions were now used as intervention forces in colonies. In 1894, a company was sent to Cameroon to counter mutinous colonial troops. In 1904, during the Herero and Nama uprising, a battalion-sized force was sent to South West Africa to support the protection forces.In 1905/1906, a detachment of marine infantry supported the Imperial Protection Force in German East Africa. During the Chinese intervention in 1900/01, the 1st and 2nd Sea Battalion, with the support of a pioneer company and a field battery, were sent to East Asia as the “Marine Expedition Corps”.

In August 1914, some Seebataillon and Reserve troops formed the Marine-Infanterie-Brigade under Major General von Wiechmann. In the same month, this brigade was expanded into a Marine Division. Another Marine Division was formed in November 1914. The two divisions became one on the 15th

In November 1914, the Marinekorps Flandern under Admiral Ludwig von Schröder (known as the "Löwe von Flandern") had a third marine division added to it at the beginning of February 1917. The strength of this corps was 60-70,000 men, of which about 10,000 were killed.

The Marine divisions were deployed in Kiautschou and Antwerp in 1914, in Ypres in 1915, at the Somme in 1916, in Flanders in 1917, and during the offensive operations in 1918. After the armistice on November 11, 1918, volunteers formed the Freikorps "Schwarze Jäger," which was partially absorbed into the Reichswehr, as the Reichmarine had no marine infantry available.

 

Boxeraufstand - Admiral Seymour's Failing Expedition

Due to the circumstances described above, the powers were compelled to gather all their ships in East Asia at the Taku Port. It was a rather formidable naval force that assembled here on June 8th, on which day German fleet commander Vice Admiral Bendemann arrived at Taku aboard the "Hertha". The united fleet consisted of:

Germany: the large cruisers "Kaiserin Augusta", "Hertha", "Hansa", and the smaller cruisers "Irene", "Gefion";

Austria: the cruiser "Zenta";

England: the line ship "Centurion", class I cruisers "Endymion", "Aurora", "Orlando", the class III cruiser "Alacrity", and the torpedo boat destroyer "Fame";

Russia: the cruiser "Rossia", the line ship "Sissoi Beliki", the torpedo boat "Giljak", and the torpedo cruiser "Gaidamak";

France: the Class I cruiser "D'Entrecasteaux", the Class III cruiser "Jean Bart", "Descartes", the gunboat "Lion"

Japan: Kasagi Class II Cruiser "Kasagi";

United States of North America: the tank cruiser "Newark";

Italy: the armored deck ships "Elba" and "Calabria". Additionally, on the Peiho were the gunboats "Iltis" (German), "Algerine" (English), "Bobr", "Korrejetz" (Russian), and "Atago" (Japanese).

In light of the urgent situation, there was a decision to act together quickly. When news arrived later that day showing the situation in Beijing was much more dangerous and threatening than the still optimistic official reports from the Beijing Imperial Court suggested, Admiral Bendemann ordered the landing forces on the ships to be prepared.The final reason for this measure was a telegram sent by the British envoy in Beijing to the British fleet commander, which demanded immediate rescue efforts and also expressed hope that the German admiral would cooperate. At 3 p.m. on June 10th, the German landing force was ready to move forward. It was organized as follows:

Commander: Captain of the S.S. Usedom.

Adjutant: Oberleutnant from S. Freiherr v. Kottwitz.

Infantry:

1. (Hertha) Company: Führer Kap.-Lt. Hecht, Ob.-Lt. z. S. Bunnemann, Ob.-Lt. z. S. Schnabel, Lt. z. S. Berendes.

2. (Hansa) Company: Commander-Lieutenant Schlieper, Deputy Commander from Zerßen, Deputy Commander from Röhr, Lieutenant Becker (Max), Lieutenant Becker.

3. (Kaiserin Augusta) Company: Captain of Armor Buchholtz, Lieutenant of Artillery from S. v. Bülow (Hermann), Lieutenant of Artillery from S. Schütte, Head Cutter Wehde.

4. (Gefion) Company: Commander-Lieutenant Weniger, Deputy Lieutenant from S. v. Krohn, Deputy Lieutenant from S. Lustig

Artillery:

2 Machine Guns: Lt. z. S. Pfeiffer.

Pioneer: Lt. z. S. Blockhuis.

Medical Detachment:

Dr. Schlick, Stabsarzt,

Dr. Presuhn, Senior Assistant Physician,

16 Nurses and Medical Soldiers

Total strength: 20 Officers, 489 Non-commissioners and soldiers.

Without staying overnight, the small train set off in the hope of covering the relatively short distance to Beijing after restoring the damaged railway track. The technically skilled crew members, including drivers and mechanics, were taken along for this purpose.

It was in this hope that neither the German nor other landing forces were properly equipped and supplied, and this would later come back to haunt them heavily. Initially, the train journey went smoothly, but as the distance from Tientsin increased, the telegraph lines were increasingly severely damaged.

The condition of the railway bridges, as described by Austrian naval cadet Prochaska during his journey on the Tientsin to Lofa railway line, was not particularly bad at first. Until Zangtsun, where General Nieh’s troops were stationed, the track was in perfect condition. From here on, minor repairs were needed. The Boxers had ripped out the rails and sleepers here and there, and wrapped the sleepers on the bridges with straw and set them on fire.The boxers didn’t have tools; they simply cut off the screw heads with stones. But the more we approached Beijing, the more thoroughly the tracks were destroyed. Over long distances, there were no tracks or sleepers at all along the railway line; these were often hidden in villages that were two miles away. On the route between Langfang and Anting, the crossbeams of the bridges had already been lifted out of their positions and thrown down.So, we had very long and difficult tasks ahead of us. Therefore, it was decided to repair the railway line up to Anting, and from there, we would walk the remaining distance back. However, due to the severe lack of water along the direct route through Tongchoo, we had to march along that route instead. There weren’t even poles for the telegraph line that ran alongside the railway line. The boxers even managed to break several milestones along the way.It is believed by the person that the area was destroyed only after receiving the message about our departure. The region we passed through was deserted.

Only a few Chinese were found; all of them seemed to be boxer spies. Weapons were also discovered among some of them; these people were captured and sent to Tientsin at the next opportunity. To improve the railway, a different nation was brought in daily— Italians and Austrians—who did not work due to their small numbers, and filled in the posts during this time.Due to the postal service during night hours, special arrangements were made. At a meeting called by the Admiral on June 11, the measures necessary for safety were discussed. Additionally, in each unit, the senior officer was appointed as the train commandant; he was assigned an English signalman to facilitate communication between the individual trains.The train commanders had to take measures for the safety of their trains at their own discretion. A major difficulty was obtaining water for the locomotive; there was very little water available, and since the water had to be drawn with physical effort, this process often took over half a day. In the first days, a V. was used for transportation.Train heading towards Tientsin; since it brought no disturbing news, people started relying on supplies from Tientsin and only allowed food provisions for a week, with absolutely no ammunition. This deception made the subsequent retreat very difficult.

Five kilometers before the Lofa Station, the journey could no longer continue due to bridge damage, so Admiral Seymour, who had been appointed as the senior commander, decided to set up a camp here. After making makeshift repairs to the bridges, they reached Lofa, where another stay was necessary.Including the reinforcements who arrived from Tientsin, the expedition force was now substantial: 2,117 men across 5 railway trains, namely: 915 Englishmen, 2 field guns, 509 Germans, 312 Russians, 3 field guns, 150 Frenchmen, 1 field gun, 112 Americans, 54 Japanese, 40 Italians, and 25 Austrians.

After a minor skirmish on the afternoon of June 11th with bandits, whose presence provided compelling evidence for the injured bodies of Chinese railway workers and employees located along the route, the expedition reached Langfang Station by noon on June 12th. It was only 45 kilometers by land and 65 kilometers by rail from Beijing. Here it turned out that, due to the extensive damage to the railway and rolling stock, it was absolutely impossible to continue traveling. Therefore, they stayed inside the station building and tried in vain to obtain the water necessary for heating the locomotives. Meanwhile, another supply of approximately 280 men with provisions and materials arrived. Lieutenant z. S.The leader of the unit reports on the status of the expedition force upon arrival: "The commanding officers are relatively in agreement. Admiral Seymour is the oldest—he and Captain von Usedom work well together. Our men behave impeccably. The morale among the troops is excellent, despite the immense heat. This operation could take a very long time.

The troops are tied to the railway due to their supplies, and this is thoroughly destroyed as they move forward; even the entire railway embankments above should be removed. The operation would end with the attack on Beijing. There are already reports that government troops will stand here. Very serious! How different everything has turned out!— While Captain von Usedom was still giving orders, he received news that a large number of suspicious people had appeared in a nearby village. Immediately, a company under the command of Captain Buchholz was sent to that village. The company consisted of the “Hertha” troops under Captain Leutnant Hecht and the “Hansa” troops under Captain Leutnant Schlieper. I was allowed to join them, and essentially served as an adjutant to Captain Buchholz during this operation.We both moved ahead through the village, but unfortunately, nothing was found. We had to return empty-handed. We ate dinner happily and joyfully with the others in a carriage that served as an office carriage. Everything was very primitive, of course. The amount of liquid consumed is simply incredible—especially cold spring water. But the body needs a lot of liquid due to the dry heat.During dinner, we received news that several carriages had derailed; this really could have gone wrong. All of our personnel from 7 to 1 a.m. tonight worked hard, with the captain of Usedom at the forefront, of course, with success. I spent the first part of the night with the field patrol and also took a walk around the posts with Bülow.

On June 14th, a minor skirmish occurred. The water shortage forced the troops to a small village, where they were attacked by the Boxers and 5 men ( Italians) were lost. When the marching units managed to reach the station building with difficulty, the Boxers advanced, but were repelled by the English and the "Gefion" unit under Lieutenant v. Krohn, with heavy losses.

Since continuing the march by train became impossible, Admiral Seymour tried to continue the advance on foot. The "Empress Augusta" and "Hertha" companies were ordered to clear and herd enemy flank troops. Although the First Company succeeded and returned with 5 flags and 2 prisoners, the herding only yielded a tiny result of 1 horse, 1 cow, and 4 donkeys.Surprisingly, news came that the railway along the back of the expedition force beyond Lofa had also been destroyed, meaning the force was cut off from its operational base. This forced the War Council, convened on June 16th, to temporarily stop the advance toward Beijing and focus on holding the fortified positions at Langfang and Lofa.However, it turned out that the available troops were not sufficient to maintain the entire front line, so Admiral Seymour also decided to take over Langfang and concentrate forces on the Lofa-Yangtsun route.

The damage to the railway, as Lieutenant z. S. Hillmers described, was extremely severe, especially the Yangtsun station, which was in a very poor condition. Just 4 days earlier, Chinese government troops were stationed here, and Admiral Seymour had hoped that both the station itself and the route from Yangtsun to Tientsin would be fine.Instead, we saw Chinese soldiers dragging logs everywhere on the fields. Shots were also fired at them from a long distance; naturally, they ran away in all directions. The impression we got from this reconnaissance was very sad—it seemed impossible to continue retreating by train, and the situation was very serious. At 9 p.m., a meeting of the highest-ranking officers present took place. That was American Captain M.

Schlieper Captain and an Austrian naval cadet were present. Admiral Seymour first drew a picture of the tragic situation and then asked what should be done, especially regarding Captain von Usedom. They eventually agreed to continue repairing the railway line to the Yangtze the next day. They also prepared for any possible return journey on foot and freed Captain von Usedom from his duty, whether he wanted to or not.

When the detachment stationed at Langfang under Captain v. Usedom’s command began to retreat on June 18th, a sudden enemy attack occurred at 2 p.m. 5,000 Boxers, regular imperial infantry, and cavalry occupied some earthworks and a forest edge south of the railway embankment and opened a fierce fire on the allies.Two British companies and one Russian company engaged in combat south of the railway embankment, while one Russian and one Japanese company took over the immediate protection of the trains. The German “Hertha” and “Kaiserin-Augusta” companies were sent to the right side to attack the enemy left wing and disrupt them. These movements tried to prevent the Chinese cavalry from doing so, but they were driven away by a few volleys of fire.During the long firefight, the “Hertha” company lost many men, but fortunately they were able to replace their ammunition from the belts of the fallen boxers. After a final attempt by the boxers to take up positions with bare weapons and in a rushed manner, they retreated. About 100 men were killed on their side, but the losses of the allies were also heavy. The Germans had 1 dead person (matroos Baatz) and 17 wounded, including captain v.Usedom and Captain of Ships Buchholtz suffered light losses: the English forces had 3 dead and 24 wounded, while the Russians had 3 dead and 10 wounded. The return journey to the Yangtze was no longer blocked, and at 9:30 p.m., the detachment arrived back at Usedom with the main expedition force.

The battle described above is described by an involved officer as follows: "It was already 1 o’clock. Those who weren’t on duty or in watch were quickly lying down on their backs to sleep for a few minutes after the exhausting marches. Suddenly—around 1:30 o’clock—the piercing sounds of the alarm signal called everyone to arms."

The sleepers mount up, and after a few minutes, the companies are ready. From the tower of “Fort Gefion”, regular troops approaching from Beijing were reported—specifically cavalry and infantry. Captain von Usedom took command. The German companies were to drive away the cavalry on the right, with one English and one Russian company each; the Japanese remained as a reserve and covering force near the columns. The rest were to attack the infantry.The reserves had to intervene in the battle on the far left wing very soon, as the enemy brought more troops here than expected. In a rush, the Germans rushed across the field, past the last row of trees, with Captain Buchholtz leading the way against the enemy cavalry. Everyone looked forward to the moment when those yellow guys would finally taste German blue beans.They set off on their career journey as they had been taught by the European instructors.

A quick fire was sufficient to scatter them in all directions. Then they got off and fired at us with rifles. At the same time, we also received fire from the graves on the other side of the track embankment, and we had our first casualties. At first, they didn’t want to believe that Chinese bullets had hit them; instead, they thought it was the machine gun firing from the Fort Gefion above us that had injured them.

At the same time, orders were also given to attack the railway embankment. The Chinese, in large numbers, gained ground there. Some of the attacks took place through the village itself, while others happened around it. As soon as we got past the covered houses, we heard for the first time the sound of flying bullets. We also experienced that very unpleasant feeling that comes from a bullet that hits the sand right next to someone in the firing line.The more we approached the railway embankment, the more intense the fire became. Bullets from the exploding shells splattered in all directions against the tracks. But forward! That was the order. Two trains crossed the railway embankment; the others stayed on this side, aiming to hit the Chinese troops from the flank. The firefight lasted almost three hours. We moved from one cover to another.Even the English soldiers, who had a strong intention to resist until the trains arrived, were able to be persuaded again by Captain v. Usedom. Soon, we encountered fallen Chinese soldiers—tall and strong individuals—and saw numerous flags lying on the ground.

But now, it was not yet time to gather war spoils. “Charge at the enemy!” was the command. During the battle, the formations naturally relaxed, and many English soldiers were found lying among our troops. We told them in English about the distances, and they made every jump just as well as our men.As we drew near to the forest and the burial mounds, we set up a side defense line. With loud shouts, we rushed across the field—led by Captain v. Usedom and the German war flag—against the enemy positions. The glint of the shiny weapons and the noise from hundreds of men’s voices must have filled the Chinese with paralyzing fear.As we arrived at the enemy position breathless, no one was visible anymore—only numerous dead and wounded covered the ground. Pursuit was impossible due to the chaotic terrain and the lack of any cavalry. We gathered together to return to our train cars. It turned out that the “Hertha” company had almost run out of bullets.

Fortunately, it was soon discovered that the Chinese had our ammunition, produced in Germany, some even in state factories, and quickly the supplies of ammunition from the fallen Chinese were distributed among our troops. It was also the right time. For unexpectedly, the forest opened up again, and in long lines, the boxers emerged.

With waving flags and deafening shouts of “Kill them!” they attacked with their bare weapons. In their strange clothes, red head coverings, red belts around their wrists and feet, with red stripes on their hands and feet, they would surely have made a terrifying impression on any uncivilized enemy. But here—a few orders, a few minutes of rapid fire along the entire line—and they lay dead, with only a few reaching the edge of the protective forest.Now, a real race began for the flags lying on the ground, and with these victory trophies, the return journey to the trains was undertaken. The success of the day was due to the energetic advance of the German companies on the right wing. The English also readily recognized this.As we marched excitedly and filled with joy as we achieved our first victory against a real opponent at the train station, the English people were already there, greeting us with loud cheers: Hats off! The German captain! Hurra, the brave leader! Three cheers for the German captain!

The captain of Usedom then delivered a speech to us and ended with an enthusiastic cheer for the supreme warlord

But also the other side of the story! Long rows of medical bags, the painful whimpers of severely wounded soldiers, and rigid, pale faces of fallen warriors taught us about the horrors of war and showed that success was not achieved without heavy sacrifices. Our losses alone amounted to: 1 dead, 13 wounded. Those of other powers were much greater. Seven dead were buried for eternal rest the next morning.After carefully accommodating the wounded, we set off on our return journey. Along the way, we gathered the crew from Lofa, and late at night, we arrived at Yangtsun to meet Admiral Seymour.

The expedition force was unable to hold its current position, isolated on both sides. Therefore, a war council convened after the burial of the honorably fallen decided to leave the railway and retreat along the Peiho River. The wounded were transported downstream on requisitioned boats on the river itself. After a campout, the retreat began on the morning of June 20.The enemy's volley fire from the villages ahead delayed the advance. Once the American and British troops leading the front cleared a village, the enemy launched renewed resistance from the next one. On the night of June 21st, the troops once again camped beside the boats that carried the wounded, and among the burning villages.

After the detachment from Usedom moved onto the right bank of the Peiho on June 21st, a hostile attack occurred. All villages that needed to be passed through were fired at by the marching columns, and a repeated, well-executed assault was required to clear the path.

The “Hansa”, “Hertha”, and “Kaiserin-Augusta” companies, gradually reinforced by both Russian companies during the battle, fought at the front line. The English Nordenfelt guns under Lieutenant-Colonel Colomb moved backward to the right. Amid intense enemy gunfire and rifle fire, a sudden retreat was carried out, resulting in losses, and Captain-Lieutenant Schlieper and Oberleutnant z. S. was among those who were affected.

Von Zerssen suffered heavy losses, and several people were lightly injured. In the afternoon of that day, Seymour’s main column also engaged in action. The result of the repeated firefights was that the Chinese retreated. However, the continuous harassment exhausted the European troops. Since June 20, the Germans had not fired a single shot, and on the evening of the 21st…They had to now endure the troublesome task of crossing the Peiho River. This was necessary because Captain von Usedom realized that the right bank of the river was more heavily occupied by the enemy than the left bank. The short period of peace after crossing was spent sitting on the riverbank; as Lieutenant Hillmers said, there was very little food to eat for dinner.as a drink, it is the river water of Peiho, in which a dead Chinese person is slowly swept down every two minutes.

The departure occurred at 1 a.m., and for a while it moved quickly in good order. However, by 2 a.m., the convoy slowed down.

At the forefront, shots were fired, and then the famous cry came: “The Germans to the front!” The captain of Usedom, along with the four German companies, advanced at full speed toward the front. He now stood alongside Admiral Seymour. Admiral Seymour expected greater resistance from the existing Hsiku arsenal. In case of his death or injury, he would appoint the German captain, who was the next in rank, as the commander of the expedition.The advance took place along a very narrow path between a village and the riverbank, into a bend in the river where the walls of the arsenal began. The width of the river here was about 60 meters; the distance between the German marching column and the edge of the arsenal wall—behind which the Chinese soldiers were poised—was only about 150 meters. Even a cannon positioned on a protruding corner aimed its barrel at the advancing troops.It was a highly critical moment. Fortunately, the order to fire from the Chinese side had not been given yet, so it was possible for the “Hertha” and “Hansa” companies to escape the village and find cover in a dry riverbed. This favorable situation was extended by one or two minutes because of the English consul’s interpreter who was assigned to Admiral Seymour.Campbell, with great courage, approached the shore and suggested to the Chinese that they allow the allies to march past, since they were not carrying any hostile weapons. In response, a barrage of bullets was fired at them. Remarkably, the interpreter managed to escape into cover. “But,” said Lieutenant Z. S. Hillmers, “my three colleagues were killed on the spot.”Lieutenant von Krohn was shot in the left eye, along with many other severe and minor injuries. The situation was terrible. -

It was possible to silence two enemy guns that were annoying the German line of defense, and after the English Marines surrounded the fort from the north, following a prolonged battle that greatly demoralized the Chinese, the lieutenants...Von Roehr, von Bülow, and Hillmers led about 20 men across the Peiho and captured the two cannons standing on the wall. They immediately turned these cannons against the Chinese. The Chinese troops fled in complete chaos, and the Chinese artillery was now in the hands of the Europeans.

The men decided that the exhausted troops absolutely needed a rest period for recovery. The staff of the arsenal, from which it was easy to establish contact with nearby Tientsin, was invaluable. It became much easier to hold the fort because an unexpected amount of cannons, guns, and various ammunition were found there.

The Chinese also quickly mobilized themselves to regain what they had lost. When preparations for transporting the wounded were underway, they launched a fierce and unexpected attack from a village in the southeast. At the same time, the British forces in the south had to withstand a strong assault from the enemy’s disciplined troops. They were supported by the “Empress Augusta” and “Hertha” companies as they fought bravely against this attack.In this battle, which ended at 4 p.m. due to the escape of the Chinese troops, Captain of Corvette Buchholtz was injured at that moment while operating a Chinese rapid-loading cannon alongside an English soldier. Meanwhile, Lieutenant Lustig was also seriously wounded.

After he housed the wounded, the French and Italians in the fort, while the remaining nations camped inside the fort walls, the expeditionary force was temporarily safe, but the situation was still quite serious. Lieutenant Z. S. Hillmers describes it as follows:

People eat at the bunkers and then leave some items behind. One of the people while eating is shot. Bullets and grenades always explode right next to the bunkers, a horrible scene. There was a sense of dead silence. I remember lying next to my comrade Schultz, and everyone exchanged greetings for home. No one believed they would get home, the situation was too desperate.

Above all, things didn’t go as planned for the wounded soldiers who were in completely unprotected fortresses under the artillery fire. Therefore, it was decided to build a ship and get started right away. We initially didn’t want to occupy the entire fort; we only wanted a large arsenal. In the storage facilities—there were two of them—the wounded were accommodated as well as possible. We also set up our own quarters there, with all our belongings.The French occupied the arsenal and received 30 men and one officer from each nation for protection. The English occupied the wall. I was assigned to command the arsenal and left there around 8 o’clock. I reported to the French commander, who assigned me a part of the wall to protect. I arranged my positions and rested a little. Next to me was the Russian officer with his position.My section of the wall, which was so high that it was almost impossible to think about climbing it, had a weak point—a door that was blocked but still quite light. Here, I had my men concentrated—of course, in case of an alarm. The motto was “France-Berlin.” The night went calm until 12 o’clock.

A patrol that had left Fort 9 at 8 p.m. with a strength of 100 British conscripts under Major Johnston’s command and accompanied by a local railway engineer to establish communication with Tientsin, returned again at 12 a.m. They had lost 4 days but failed to achieve their purpose, as they were unable to break through the superior enemy units opposite them.The message that the expedition force had taken up a position at the arsenal and was in a difficult situation arrived only the next day in Tientsin, where they immediately began to form an aid column. —

A fierce attack occurred on June 23rd, carried out by the "Empress-Augusta" and "Hertha" companies. This operation resulted in 2 deaths, including lieutenant Pfeiffer, and 8 wounded, alongside British naval soldiers. After that, the period of relative peace allowed for the inspection of the captured treasures.An unexpected abundance of war materials was discovered, valued at several million taels: guns, cannons, and ammunition in large quantities, including 71/84 cartridges, which could immediately be used to replenish the greatly depleted German stockpiles.Also, two Krupp 8.7-cm rapid-loading guns from the "Hansa" company—approximately 20 of which were found in the arsenal—were unpacked, mounted, and deployed. Soon, they began happily firing their shells at the Chinese-occupied areas in the south and southwest of the fort.

This bombardment had the pleasant consequence that the night of June 24 was quiet, as was the day of June 25. That morning, with Krupp guns, a fort located near Tientsin was attacked, which began firing at the city. At 9 o’clock, the allies saw with great joy the relief column under Russian General Stoeßel approaching. By 11 o’clock, upon being greeted with loud cheers, it arrived at the expeditionary force.

The lieutenant Z. S. Hillmers describes their arrival as follows: “Through my glass, I can see white hats. The commander is already on the wall and shouting loudly: ‘Hurra for those horrifying European troops!’ What a moment! How we shouted! Soon they got closer; one could already see the white robes of the Cossacks.”Now a single rider dismounts and comes straight toward us. He turns out to be an American, who greets us happily. Very soon after, the Russian general follows, and then gradually, the other troops arrive as well. Cheers erupt from both sides. Among us is a company from the Marine Battalion under Captain von Knobelsdorff, along with Lieutenant Hagemeister and the senior assistant doctor Dr. Neiße. From them, we learn all the news, which sound quite sad.Captain Lans is seriously wounded, Hellmann from the "Iltis" and Lieutenant Friedrich from the Marine Battalion have fallen; heavy losses. The day ends with preparations for withdrawal.

The departure took place in the early morning of June 26th after the dismantled Krupp guns were destroyed and the arsenal was set on fire. The casualties, including Korvettenkapitän Buchholtz, had already been buried on June 23rd. Lieutenant z. S. Hillmers described the funeral of the latter with these heartfelt words: "In the morning, there was the sorrowful burial of Captain Buchholtz; a tragic fate!"

He was away for over 2 1/2 years, yet he was married as happily as possible. Two days ago, he would have set off for home; now, he was so glad to return home with a sword order. He wanted to send a telegram to his wife from Tianjin right away, hoped to be able to give a speech, and was simply very happy. But yesterday, during the battle, a bullet hit him right in the heart, causing him to collapse immediately and die. Truly, a beautiful heroic death!We all liked his rough, fresh style, and he was very popular among people. And now—as the song says: “Today shot through the chest, tomorrow in the cool grave.” Without any splendor, the great man, who was truly a giant, was laid in the grave. Delegations from all nations surrounded this unadorned place. The only music at the funeral was the sound of bullets hitting behind us, and the howling of the sandstorm.And it was probably also the sandstorm that made our eyes moist; so sorrowfully nameless!

With the last efforts of exhausted crews, the march proceeded smoothly, and the destination of Tientsin was reached at 1 p.m. The invading expeditionary force appeared in a deplorable state.With their faces blackened, without shoes or torn clothing, but otherwise in good condition, the troops formed lines with their rifles in hand, along with the civilian population, in order to finally find the desired shelter after a long period of suffering. Even during this invasion, the Germans displayed an exemplary attitude, just as they did throughout the entire expedition.They took a rest break at the train station before entering the city, arranged their uniforms, and performed a basic body cleansing. Then, fresh, neat, and ready for action—as if on parade—they marched in under the surprise and cheers of the people.

The brave attitude of the German participants in the expedition, who always stood at the exposed positions, was unanimously recognized by all sides. Admiral Seymour issued the following official report regarding this: "I cannot close this letter without expressing my personal admiration for Your Excellency’s zeal and infallible energy, as demonstrated by Captain von Usedom from S.M.S."“Hertha” showed its true potential throughout the entire expedition, as well as the high quality of its services. The allies fought at Langfang under his command, since I was several miles away at that time. In that crucial attack on us—where for the first time imperial Chinese troops joined forces with the Boxers—Captain von Unsedom was injured.His skillful leadership and his orders must be credited for avoiding any misfortune. Among all the officers present who were close in rank to me, I often asked him for advice with great enthusiasm. I also officially instructed him to follow me in leading the expedition if I were to fall, feeling that our common interests would not be harmed in such a situation.When my flag captain became incapacitated due to a wound, I asked Captain von Usedom to grant me the honor of serving as the head of my staff. He agreed and was of great value to me.

In view of the courage and high discipline shown by all officers of Her Imperial Majesty and the soldiers who accompanied us, I can only say that they all demonstrated the high traditions of the great German Empire.

The expedition, whose execution ultimately failed due to insufficient military equipment, suffered 61 deaths and 223 wounded; among them, the Germans reported 10 deaths, including 1 officer, and 57 wounded, including 7 officers. It was criticized that the commanders did not follow their decision made on the 15th.

June: They hesitated again, changed their plans once more, and lost an entire day due to this indecision. However, considering that the expedition was only 40 kilometers away from Beijing at that time, where the distressed ambassadors eagerly awaited salvation, this hesitation is understandable.Even if the actual purpose of the expedition was not achieved, yet the troops, who returned to Tientsin in good order after a long journey through foreign and hostile territories filled with overpowering, constantly unsettling enemies, have accomplished something significant and worthy of recognition. For the history of the German army and the German navy, January 9th, 1900, will forever be a day of glory and honor.The leader of the German detachment, Captain of Usedom, was adorned with numerous orders and appointed by the Emperor as his staff aide.
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