Flügelzugführer Vize-Wachtmeister d. Reserve Jung, 5. Escadron (Rittmeister d. R. Colsman) des Ulanen-Regiments 7 in Saarbrücken.
100% Original-Fotoabzug aus dem Jahr 1913.
Albuminpapierabzug auf Karton aufgezogen.
Aufgenommen in der Ulanen-Kaserne in der Mainzer Str. 134 in Saarbrücken.
Im Karton an der rechten unteren Ecke mit goldfarbener Fotografen-Einprägung: Alb(ert). Kuban Saarbrücken.
Auf der Rückseite handschriftlich datiert: „9. Juli 1913“.
Größe: 107 x 168 mm.
Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, im Bereich des Himmels leicht altersfleckig, sonst sehr guter Zustand.
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Das Ulanen-Regiment „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7 war ein preußischer Kavallerie-Verband mit Garnison in Bonn, Saarlouis und Saarbrücken.
Die Wurzeln des Regimentes lassen sich bis 1734, auf zwei Schwadronen des sächsischen Prinz-Clemens-Ulanen-Regimentes zurückführen. Aus diesem Grunde ließ Kaiser Wilhelm II. durch A.K.O. das Gründungsdatum des Regimentes auf den 14. April 1734 zurückdatieren, so dass am 14. April 1909 das 175-jährige Jubiläum des Regimentes gefeiert werden konnte.
Geschichte
Das Regiment wird durch A.K.O. am 7. März 1815 gegründet. Am 10. Mai 1816 erfolgte die feierliche Übergabe der Standarte an das Regiment. Bereits am 8. Mai abends wurde die Nagelung der Standarte vorgenommen. Dabei schlug der Brigadekommandeur Oberst von Borstell drei, jeder Eskadronchef zwei und jeder Leutnant je einen Nagel ein. Die Standarte wurde im Anschluss an die feierliche Einsegnung dem Standartenträger der 3. Eskadron übergeben. Erstmals paradiert das Regiment im Jahr darauf an König Friedrich Wilhelm III. in Douzy vorbei. Die Leistungen des Verbandes im anschließenden Manöver brachten ihm die Anerkennung des Königs ein.
1818 wurde das Regiment dem VIII. Armeekorps zugewiesen und trat am 2. November den Marsch in die Rheinprovinz an. Bis 1819 war das Regiment provisorisch in der Gegend um Siegburg einquartiert. Dies erschwerte die kriegmäßige Ausbildung und die geordnete Unterbringung der Pferde sehr. Am Ende des Jahres zog das Regiment noch einmal in die Gegend um Euskirchen, Zülpich und Bergheim um. Am 28. September 1820 bezogen die Ulanen Bonn als neue Garnison. Dabei übernahm es die kurfürstlichen Stallungen, die dazugehörige Reitanlage und als Quartier die Welschnonnenkaserne. Im Jahr darauf wurde dem Regiment anlässlich der großen Königsrevue die allerhöchste Anerkennung zuteil.
1825
Das schwarze Lederzeug wird durch weißes ersetzt.
1830
Durch die Julirevolution in Frankreich sah sich Preußen veranlasst Truppen an die Grenze zu verlegen. In der Nacht zum 1. September erhielt das Regiment den Befehl zum sofortigen Abmarsch. Es verlegte in die Gegend von Aachen und übernahm dort zusammen mit der 4. Schützenabteilung, dem 28. Infanterie-Regiment und vier Geschützen unter dem Kommando des Generals von Pfuel den Schutz der Grenze. Die 3. Eskadron wurde nach Eupen entsandt. Nachdem das IV. Armee-Korps ebenfalls in die Gegend um Aachen nachgerückt war, sollten das 7. Ulanen-Regiment und das 28. Infanterie-Regiment nach Trier verlegt werden. Auf ein dringendes Bittgesuch der Stadt und der Universität Bonn hin wurde davon jedoch abgesehen und das Regiment durfte wieder in seine alte Garnison zurückkehren. Der erhöhte Kriegsetat von 702 Pferden wurde beibehalten.
1834
Wegen der Unruhen an den Grenzen wurde veranlasst, dass vom 7. Ulanen-Regiment und dem 4. Dragoner-Regiment je eine Schwadron zur Bundesfestung Mainz abkommandiert wurde. Dieses Kommando dauerte bis 1847.
1839
Wegen der Unruhen in Belgien machte das VII. und VIII. Armee-Korps mobil. Das Regiment entsandte eine Abteilung von 70 Pferden unter dem Kommando des Premierleutnants von Schmidhals nach Aachen.
1848
Anfang März wurde die Kriegsstärke auf 602 Mann und Pferde erhöht. Anschließend wurde das Regiment an die Nahe verlegt, um Grenzdienst zu verrichten. Diesen Dienst verrichtete das Regiment im Nahetal und im Hunsrück fast fünf Monate lang. Quartier während dieser Zeit war hauptsächlich Kreuznach und Sobernheim. Die bloße Anwesenheit des Ulanen-Regimentes sorgte hier oft schon für Ruhe und Ordnung und die Eindämmung revolutionärer Stimmung in der Bevölkerung. Das Regiment musste dazu keine Waffengewalt anwenden.
1849
Das Regiment machte im Mai wegen der Unruhen in Süddeutschland mobil und verlegte, zuerst mit zwei Eskadronen, in die Gegend um Castellaun. Der Stab und die beiden anderen Eskadronen folgten darauf. Als Teil der Reservekavallerie des I. Armeekorps am Rhein überschritt das Regiment die hessische Grenze am 13. Juni 1849. Bei Kirchheimbolanden wurde am 14. Juni bei einem Gefecht mit Aufständischen ein Ulan verwundet. Durch das schnelle Zurückweichen der Aufständischen kam es jedoch zu keinen größeren Kampfhandlungen. Im Anschluss an dieses Ereignis wurde die Festung Landau entsetzt und der Rhein bei Germersheim am 20. Juni überschritten.
Kurz nach dem Übergang gab es ein kurzes Gefecht bei Wiesenthal, in dessen Verlauf Prinz Friedrich Karl verwundet wurde. Am Tag darauf wurden die 1. und 2. Eskadron zur Erkundung gegen Karlsruhe entsandt. Sie stießen auf keine feindlichen Truppen. Am 23. Juni entsandte man dann die 3. und die 4. Eskadron Richtung Heidelberg, während die beiden anderen Schwadronen Richtung Ubstadt in Marsch gesetzt wurden. Dort gerieten sie in heftiges Artillerie- und Infanteriefeuer, verloren aber lediglich ein Pferd.
Nach der Einschließung von Rastatt löste sich der Widerstand der Revolutionäre langsam auf. Das Regiment hatte an Verlusten drei verwundete Ulanen, zwei verletzte und drei tote Pferde. Das Regiment ritt im Juli Patrouillen, die Teile davon bis Freiburg, Offenburg, Lahr und Kehl und im Schwarzwald sogar bis Lörrach gelangen ließen.
1850/65
Das Regiment kehrte am 9. Dezember 1850 nach Bonn zurück. Weil Teile seiner Garnison durch das 28. Landwehr-Kavallerie-Regiment belegt sind, bezieht es Quartier in den umliegenden Ortschaften. Durch A.K.O. vom 6. Februar 1851 wurde die Verlegung des Regiments von Bonn nach Saarbrücken (1. und 2. Eskadron) und Saarlouis (3. und 4. Eskadron) angeordnet. Das Bedauern darüber war auf allen Seiten sehr groß. Das Regiment hatte sich während seiner Zeit in Bonn die Sympathie der Bevölkerung erworben. Die Ulanen erhielten nun als Bewaffnung die Pistole M/50 (es entfielen die Steinschlosspistolen, der Karabiner und die Büchse) und der Säbel ohne Korb wurde im darauf folgenden Jahr durch den Kavalleriesäbel M/52 ersetzt.
Am 20. Juli 1852 ernannte der König den Prinzregenten Friedrich von Baden zum Chef des Regiments. Der Verband erhielt durch A.K.O am 4. Juli 1860 die Bezeichnung Rheinisches Ulanen-Regiment (Nr. 7). Anlässlich der Krönung König Wilhelms entsandte man am 18. September 1861 die Regimentsstandarte nach Königsberg. Am 25. März 1865 beging das Regiment sein 50-jähriges Jubiläum.
Deutscher Krieg 1866
Das Regiment machte am 6. Mai mobil. Aus allen Teilen der Rheinprovinz wurden Reservisten eingezogen. 247 Pferde mussten auf dem freien Markt beschafft und schnellstmöglich für die Armeeverwendung trainiert werden. Am 18. Mai war das 7. Ulanen-Regiment abmarschbereit. Am 19. Mai verlegte das Regiment mit der Eisenbahn zuerst nach Koblenz und anschließend nach Halle. Am 4. Juni wurde der Marsch an die preußisch-sächsische Grenze vollzogen. Am 15. Juni, dem Tage der Kriegserklärung, standen der Stab und das 3. und 4. Eskadron, der 16. Division zugehörig, in der Nähe von Burgdorf. Die 1. Eskadron war zur Füsilier-Brigade unter Oberst von Wegener und die 2. Eskadron zur 31. Infanterie-Brigade unter General von Schöler kommandiert.
Das Regiment zog am 18. Juni mit klingendem Spiel und entrollter Standarte in Dresden ein, da die sächsischen Truppen sich Richtung böhmischer Grenze zurückgezogen hatten. Am 3. Juli, dem Tag der Schlacht bei Königgrätz, wurde das Regiment zur Sicherung der letzten Marschkolonnen nach hinten befohlen und hatte keinen Anteil an der Schlacht. Die 3. Eskadron wurde der reitenden Batterie „Caspari“ zugeteilt, die 2. und 4. zum Schutz der Batterien bei Neu-Prim. Die 1. Eskadron wurde zur Aufrechterhaltung der Verbindung zur 14. Division abgestellt. Im Verlauf des weiteren Vormarsches stellte das Regiment des Öfteren die Vorhut. So waren es dann auch zwei Züge des Regiments, die am 21. Juli zuerst Wien erblickten.
Nach dem Vorfrieden am 26. Juli verlegten die Teile des Regiments wieder zurück in ihre Garnison. Über Rodnitz nach Pilsen, von wo dann der weitere Transport per Eisenbahn erfolgte. Das 3. und 4. Eskadron sowie der Stab gingen nach Saarbrücken, 1. und 2. Eskadron nach Saarlouis in Garnison. Am 9. Oktober kam der Befehl zur Demobilisierung. Aus den Linien-Eskadronen und den Reserveeskadronen wurden fünf gleichwertige Eskadronen gebildet. Die neue 5. Eskadron übernahm Rittmeister von Waldow. Er wurde mit dieser Eskadron zum neuen Altmärkischen Ulanen-Regiment Nr. 16 kommandiert, wo es als 4. Eskadron eingegliedert wurde.
1866/69
In diesen Jahren verlor das Regiment außergewöhnlich viele gut ausgebildete Reitpferde durch diverse Pferdekrankheiten. Das Kriegsministerium bewilligte daraufhin die Beschaffung von außerordentlichen Remonten als Ersatz.
Deutsch-Französischer Krieg 1870/71
Am 15. Juli 1870 erreicht das Regiment die falsche Nachricht, dass der Krieg erklärt sei. Ulanen und das Füsilier-Bataillon 69 sollen sofort aus Saarbrücken abrücken. Um 3 Uhr Morgens am 16. Juli rücken beide Truppenteile ab. Die Bevölkerung von Saarbrücken reagiert verängstigt bis panisch, besonders auch deswegen, weil das Vorratsmagazin des Regiments für die Einwohner geöffnet wird, damit den Franzosen nichts davon in die Hände fallen sollte. Am 17. Juli herrscht im Großen Hauptquartier Verwirrung über den Zustand an der Grenze bei Saarbrücken. Moltke ist nicht darüber informiert, ob der Feind bereits vorgerückt ist und Saarbrücken schon von den Franzosen besetzt sei. Mehrere Depeschen gehen von Ottweiler, dem momentanen Rückzugsort des Regimentes nach Berlin, Koblenz und Trier. Major von Pestel meldet fast stündlich an von Moltke, von Barnekow, von Witzendorff und von Herwarth. Von ihnen erhält er im gleichen Rhythmus sich teils widersprechende Depeschen.
Von Pestel lässt in Richtung Saarbrücken aufklären und rückt gegen 16 Uhr wieder in Saarbrücken ein. Die Ulanen sind zu diesem Zeitpunkt so gut wie wehrlos. Außer ihren Lanzen und Säbeln besitzen sie nichts um gegen den eventuellen Gegner vorzugehen. Ihre Pistolen waren wertlos, da sämtliche Munition zu Anfang des Monats Juli bei Schießübungen verbraucht wurde. In der Nacht vom 17. auf den 18. Juli stößt das II. Bataillon des Hohenzollernschen Füsilier-Regiments Nr. 40 als Verstärkung zu den 7. Ulanen.
Ab dem 18. Juli gehen Ulanen und Füsiliere gemeinsam auf Patrouille und besetzen diverse Vorpostenstellungen rund um Saarbrücken. Am 19. Juli gegen 5 Uhr morgens kommt es zum ersten Gefecht. Eine preußische Patrouille wird bei Stieringen beschossen. Nachdem es drei Schwadronen nicht gelungen ist die Franzosen zu einem größeren Gefecht zu reizen, ziehen sich die preußischen Ulanen nach Saarbrücken zurück. Eine Patrouille bestehend aus Wachtmeister Schranz, einem Gefreiten und zwei Ulanen behält Fühlung zum Feind. Sie trifft auf einen halben Zug unter Führung eines Offiziers. Wachtmeister Schranz gibt den ersten (deutschen) Schuss dieses Krieges auf den französischen Offizier ab. Der Offizier bleibt unverletzt. (Sehr wahrscheinlich weil die Pistole des Wachtmeisters lediglich mit einer Platzpatrone geladen war. Zu diesem Zeitpunkt war zum großen Teil noch immer keine scharfe Munition für die Pistolen der Ulanen verfügbar. Die Platzpatronen sollten immerhin als Alarmierungsinstrument genutzt werden.) Um 17 Uhr trifft beim Regiment das Telegramm aus Berlin ein, dass der Krieg von Frankreich um 13:30 Uhr erklärt worden sei.
Während der nächsten zwei Wochen versieht das Regiment mit den Füsilieren Grenzwachtdienst. Eine Patrouille unter Premierleutnant von Voigt zerstört dabei Teile der Eisenbahnlinie Saargemünd-Hagenau, um ein Vorgehen der Franzosen über die Saar zu verhindern. Um größere Truppenansammlungen vorzutäuschen, unterhalten die Ulanen große, symmetrisch angelegte Feuer auf den Hügeln bei St. Johann, hinter Saarbrücken. Ebenfalls als Kriegslist wird die Verkleidung der Ulanen mit Papierkragen, Helmen der Feuerwehr, Drillichkleidung und den Pickelhauben der Füsiliere angewandt. Die Franzosen fallen auf beide Täuschungen herein und melden eine falsche Anzahl und Zusammensetzung feindlicher Soldaten in Saarbrücken und Umgebung. Auch deshalb rücken sie nicht weiter vor, sondern befestigen sogar ihre Stellungen, namentlich auf dem Roten Berg bei Spichern und warten auf weitere Verstärkungen. Während des Patrouillen- und Vorpostendienstes bekommt das Regiment auch seine Zugehörigkeit für den weiteren Kriegsverlauf. Es wird der 1. Armee unter General von Steinmetz zugewiesen. Dort untersteht es der 6. Kavallerie-Brigade unter Generalmajor von Mirus, die wiederum der 3. Kavallerie-Division unter Generalleutnant von der Groeben angehört.
Am 30. Juli ist die französische Übermacht so groß, dass das Große Hauptquartier den sinnlosen Verlust des Füsilierbataillons und der Ulanen befürchtet und den Befehl zum Rückzug gibt. Der zwischenzeitlich zum Oberstleutnant beförderte von Pestel meldet daraufhin, dass der Feind wahrscheinlich nicht angreifen wird und er weiterhin die Stellung zu halten wünsche. Moltke lenkt ein und telegrafiert, dass er mit von Pestels Absicht einverstanden ist. Von Pestel meldet am 31. Juli nach Berlin:
General Moltke, Berlin – Stellung wieder eingenommen, Werde Position unter allen Umständen halten, selbst ohne Verstärkung, da Eisenbahn und Telegraph sonst aufhören. Bitte um Zutrauen.
Am 2. August rücken die Franzosen mit ca. 20.000 Soldaten nach Saarbrücken vor. Die Ulanen und Füsiliere werden nun doch noch eiligst zurückbeordert. Der Bürgermeister von Saarbrücken Johann Carl Schmidtborn wird beinahe füsiliert, weil die Franzosen ihm nicht glauben, dass nur rund 900 Soldaten einen fast zwanzigfach überlegenen Gegner 14 Tage lang aufgehalten haben und denken, dass der Bürgermeister sie verspotten wollte.
Das 7. Ulanenregiment schloss sich weisungsgemäß am 3. August der 3. Kavalleriedivision, die sich zwischen Losheim und Lebach sammelte. Die 3. Kavalleriedivision unter Generalleutnant von der Groeben bestand aus:
6. Kavallerie-Brigade (Generalmajor von Mirus)
Rheinisches Kürassier-Regiment Nr. 8 mit vier Eskadrons
Rheinisches Ulanen-Regiment Nr. 7 mit vier Eskadrons
7. Kavallerie-Brigade (Generalmajor Graf zu Dohna)
Westfälisches Ulanen-Regiment Nr. 5 mit vier Eskadrons
2. Hannoversches Ulanen-Regiment Nr. 14 mit vier Eskadrons
1. Reitende Batterie Feldartillerie-Regiment Nr. 7 mit sechs Geschützen
Schon am 4. August marschierte das Regiment in Richtung Tholey und von dort weiter Richtung Grenze. Am 11. August kam vom Großen Hauptquartier der bindende Befehl, die beiden Kavallerie-Divisionen vor die Front zu nehmen. Ab dem 13. August klärten die 7. Ulanen gegen Metz und Diedenhofen als Avantgarde auf. Während der Belagerung von Metz versahen die Ulanen hauptsächlich Vorposten- und Verbindungsdienst. Außerdem ritten Ulanen des 7. Regiments Patrouillen mit dem Ziel, französische Gefangene einzubringen, die dann über den Zustand in der belagerten Festung berichten sollten. Am 6. September erhält Oberstleutnant von Pestel das Eiserne Kreuz II. Klasse für seine Verdienste bei der Grenzwacht nach Ausbruch des Krieges. Am 28. September wurden die Ulanen beim Vorpostendienst vor Metz durch die 14. Ulanen abgelöst. Das Regiment sicherte nun unter anderem den rückwärtigen Raum und verblieb in der Nähe der Festung. Am 27. Oktober nahmen sie einen Offizier der Garde Nationale in Hennemont fest, der mit einem Ballon aus Paris entkommen war.
Nach dem Fall von Metz verlegte das Regiment ins nördliche Frankreich. Ihre Aufklärungstätigkeit wurde nun in den Argonnen und am linken Maasufer benötigt. Außerdem waren Einheiten des Regimentes bei der Schlacht um Amiens beteiligt, wenn auch in unbedeutendem Maße. Die Ulanen versahen weiterhin Aufklärungsritte, namentlich in Richtung L'Etoile und Longpré. Später dann in Richtung Monchy au Bois und Pozières. Nach der Schlacht um St. Quentin nahmen die Ulanen die Verfolgung der entkommenen französischen Truppen auf. Das Regiment lag vor Cambrai als am 31. Januar um 12 Uhr Mittags die Meldung über den dreiwöchigen Waffenstillstand eintraf. Die Ulanen wurden Teil der Okkupationsarmee.
Am 1. April wurden die Regimenter wieder auf Friedensstärke reduziert und die Reserveoffiziere und Mannschaften rückten ab. Am 24. Mai wurde durch A.K.O. bestimmt, dass die 3. Kavallerie-Division aufgelöst würde. Das 7. Ulanen-Regiment erhielt den Marschbefehl Richtung Diedenhofen. Am 30. Juni rückt das Regiment wieder in seine Garnisonen in Saarlouis und Saarbrücken ein.
1872
Die Standarte erhält am 26. Mai die durch A.K.O. vom 16. Juni 1871 eingeführte Spitze mit dem Eisernen Kreuz.
Jede Eskadron erhält 32 französische Chassepotgewehre als zusätzliche Bewaffnung.
1873
Die Mannschaften werden mit dem Kavallerie-Säbel ohne Korb ausgestattet.
1876
Der Kavallerie-Karabiner 71 ersetzt die französischen Beutegewehre.
1878
Das Regiment bezieht die neue Garnison Saarburg
1881
Die einschüssige Perkussionspistole wird durch den Kavallerierevolver M/79 ersetzt.
1890
Die hölzern geschäfteten Lanzen werden gegen Stahlrohrlanzen ausgetauscht. Außerdem wird an alle Kavallerie-Einheiten mit Ausnahme der Kürassiere der Kavalleriedegen 89 ausgegeben.
1896
Das Regiment bezieht wieder die alte Garnison in Saarbrücken
1899
Durch A.K.O. vom 29. August wird der Gründungstag des Regimentes auf den 14. April 1734 zurückdatiert.
Boxeraufstand 1900
Von den Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften der 7. Ulanen melden sich viele freiwillig, um an der Strafexpedition gegen die aufständischen Boxer teilzunehmen. Es werden aber lediglich ein Unteroffizier und 10 Ulanen dazu ausgewählt und dem ostasiatischen Reiterheer und der ostasiatischen Haubitzen- und Munitionskolonne zugewiesen.
1912/13
Am 1. Oktober 1912 schied das Regiment aus dem VIII. Armeekorps aus und trat zum XXI. Armeekorps, Generalkommando Saarbrücken über. Durch A.K.O. vom 16. Juni 1913 verleiht Kaiser Wilhelm II. in Anerkennung der militärischen Verdienste im Krieg 1870/71 folgende Ehrung:
„Aus Anlaß Meines fünfundzwanzigjährigen Regierungsjubiläums verleihe ich dem Ulanen-Regiment Großherzog Friedrich von Baden (Rhein.) Nr. 7 zu den Tschapkas den Gardeadler ohne Stern. Das Kriegsministerium hat diese Auszeichnung der Armee bekannt zu geben und wegen der Proben das Erforderliche zu veranlassen. Berlin, den 16. Juni 1913.“
– gez. WILHELM
Das 7. Ulanen-Regiment war neben den Königs-Ulanen der einzige Linien-Kavallerie-Truppenteil der preußischen Armee, der diesen Adler trug.
Erster Weltkrieg 1914/18
Der Gefechtskalender des Regiments verzeichnet für den Ersten Weltkrieg die Teilnahme u. a. an folgenden Kampfhandlungen:
August bis September 1914: Schlacht in Lothringen und nachfolgende Gefechte
September 1914 bis Oktober 1915: Kämpfe um St. Quentin und Arras
September 1914 bis Dezember 1914: 3. und 4. Eskadron: Kämpfe um Arras
Dezember 1914 bis Februar 1915: 3. und 4. Eskadron: Bzura, Weichselschutz vor Plozk, Winterschlacht in Masuren und Kämpfe an Bobr
März bis April 1915: Stellungskämpfe bei Lipniki und Pupkowizna
April bis Mai 1915: 3. und 4. Eskadron: Verlegung nach Kakau und Durchbruch bei Gorlice
Mai bis August 1915: Stab, 1. und 5. Eskadron: Stellungskämpfe bei Augustow-Mariampol, Gefechte an der Jeszja und bei Weiwery, Belagerung von Kowno
Mai bis Juni 1915: 3. und 4. Eskadron: Schlacht am San, Kämpfe um Przemysl
Juni bis Juli 1915: 3. und 4. Eskadron: Schlacht bei Lemberg
Juni bis August 1915: 3. Eskadron im Verband der 119. Infanterie-Division: Vormarsch zum Bug
Juli bis August 1915: 4. Eskadron: Schlacht bei Hrubieszow, Schlacht an der Ucherka, Übergang über den Bug und Einnahme von Brest-Litowsk
August bis September 1915: 4. Eskadron: Verfolgung auf Kobryn, Übergang über den Dnjepr-Bug-Kanal, Verfolgungskämpfe bis Pinsk und Logischin
September bis Juli 1916: 4. Eskadron: Winterstellungskämpfe in den Pripjet-Sümpfen und am Stochod
Verbleib
Nach Kriegsende verlegten die Reste des Verbandes Ende April 1919 nach Rathenow und bildete mit dem ehemaligen Husaren-Regiment „von Zieten“ (Brandenburgisches) Nr. 3 das kombinierte Reichswehr-Kavallerie-Regiment 25a der Vorläufigen Reichswehr. Im Januar 1920 wurde der Verband aufgelöst und das Reiter-Regiment 3 aus je einer Eskadron 7. Ulanen, Kürassier-Regiment „Kaiser Nikolaus I. von Russland“ (Brandenburgisches) Nr. 6, Magdeburgisches Husaren-Regiment Nr. 10, Magdeburgisches Dragoner-Regiment Nr. 6 und einem Maschinengewehrzug gebildet. Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 2. Eskadron des 3. (Preußisches) Reiter-Regiments in Rathenow. In der Wehrmacht führte die 5. Eskadron des Kavallerie-Regiments 3 in Göttingen fort.
Denkmäler
Das Ulanendenkmal in Saarbrücken wurde in Erinnerung an die in den Einigungskriegen gefallenen Regimentsangehörigen am 1. Juni 1913 vor dem damaligen Rathaus von Saarbrücken, dem heutigen Alten Rathaus, am Schlossplatz errichtet. Der Entwurf stammt von Professor Fritz Klimsch, den Guss führte die Berliner Bronzegießerei Hermann Noack in Berlin-Friedenau aus. Das auf einem Sockel aus rotem Sandstein stehende Reiterstandbild zeigt den nur mit einem attischen Helm bekleideten Reiter, der ursprünglich mit einem Speer in der rechten und einem Eichenlaubzweig in der linken Hand ausgestattet war. Beide Attribute verschwanden nach dem Zweiten Weltkrieg.
Das Denkmal steht heute am Staden, einem parkähnlich angelegten öffentlichen Teil des Saarufers im Zentrum von Saarbrücken.
Das Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Regimentsangehörigen wurde im September 1925 in den Weinbergen von Rhöndorf am Rhein beim Aufstieg zum Drachenfels feierlich enthüllt.
Organisation
Stellung des Regiments in der Armeeorganisation 1914
XXI. Armee-Korps in Saarbrücken
31. Division in Saarbrücken
31. Kavallerie-Brigade in Saarbrücken
Regimentschef
1852–1907 Großherzog Friedrich I. von Baden
Kommandeure
6. bis 11. August 1815: Karl Heinrich von Czettritz und Neuhaus
1815–1815: von Bornstädt
1815–1815: Friedrich von Falkenhausen
1815–1817: Wilhelm von Raven
1817–1817: Karl Friedrich Erdmann von Kracht
1817–1818: Viktor von Schierstedt
1818–1835: Karl von Kurssel
1835–1843: Karl Friedrich von Flotow
1843–1849: Hans Wilhelm von Giese
1849–1855: Karl Bernhard von Stülpnagel
29. September 1855 bis 18. Februar 1857: Emil von Czettritz und Neuhaus
1857–1861: Gustav von Kotze
1861–1864: Adolf von Ferentheil und Gruppenberg
1864–1869: Rudolf Stein von Kamienski
1869–1874: Eduard von Pestel
1874–1875: Maximilian Roth von Schreckenstein
1875–1877: Wilhelm Rudorff
1877–1884: Ferdinand Werckmeister gen. von Oesterling
1884–1888: Arnold von Langenbeck
1888–1889: Roderich von Schönau-Wehr
1889–1890: Peter Ziegler
24. Mai bis 11. August 1890: Leonhard von und zu Egloffstein
1890–1891: Friedrich von Schele
1891–1893: Hugo von Czettritz und Neuhaus
1893–1897: Götz von König
1897–1902: Rudolf Schultz von Dratzig
1902–1907: Rudolf von Fries
1907–1912: Eduard Neven Du Mont
1912–1916: Georg Keller
1916–1919: Ernst von Kameke
1919–1919: von Diringshofen
Uniform:
Waffenrock (Ulanka) blau mit roten Kragen und Aufschlägen, weiße Knöpfe
Unfiorm 1915 (Armeeverordnungsblatt Nr. 44 vom 02.10.1915, 49. Jahrgang): Waffenrock (Ulanka) Grundtuch feldgrau, Stehkragen und Ärmelaufschläge Ponceaurot, Vorstöße an den Rückennähten, Taschenleisten, am unteren Rand der Schöße ponceaurot, Schulterklappen (eckig), Tuch ponceaurot, Abzeichen zitronengelb, Vorstoß zitronengelb, Knöpfe blank, aus Nickel.
Regimentsgeschichte:
Die Geschichte des Regimentes beginnt wie die vieler anderer Regimenter der preußischen Armee während der napoleonischen Kriege. Das Regiment wurde am 07. März 1815 aus 2 Eskadrons des sächsischen Ulanen - Regiment Prinz Clemens, aus Kavalleristen des Freikorps Hellwig und 2 Eskadrons Freiwilliger vom Freikorps Schill gegründet. In der Tradition und Erinnerung an das sächsische Ulanen - Regiment Prinz Clemens wurde von Kaiser Wilhelm am 14. April 1909 der Stiftungstag des Regimentes auf den 14. April 1734 zurückverlegt. Das Regiment gehörte zunächst zum VIII. Armeekorps, bevor es kurz vor Ausbruch des I. Weltkrieges am 01. Oktober 1912 dem neu aufgestellten XXI. Armeekorps mit Sitz in Saarbrücken unterstellt wurde.
Im Verlauf des Krieges verloren die Kavallerie – Regimenter zunehmend an strategischer und militärischer Bedeutung und wurden häufig als Verband zerrissen oder als Infanterie im Stellungskrieg eingesetzt. Dies trifft in besonderer Art und Weise auch auf das Ulanen – Regiment Nr. 7 zu. Bei Kriegsausbruch wurde das gesamte Regiment zunächst an der Westfront eingesetzt. Im weiteren Verlauf erfolgte die Aufteilung der Eskadrons auf andere Einheiten. Eine übersichtliche Darstellung der Einsatzgebiete des Regiments ist deshalb sehr schwierig. Nachfolgend wird deshalb nur eine kurze generelle Übersicht zu den Frontabschnitten gegeben und auf die entsprechende Regimentsgeschichte verwiesen.
Die Ulanen waren eine leichte, mit Lanzen, Säbeln und Pistolen bewaffnete ursprünglich polnische Kavalleriegattung. Sie wurden später mit den Husaren als die leichte Reiterei bezeichnet und auch in den Kavallerien anderer Länder verwendet.
Wortbedeutung
Das Wort "Ulanen" kommt wahrscheinlich von dem türkischen Wort "oglan" (Bedeutung: junger Mann). Eine andere Erklärung lautet, dass das Wort "Ulanen" von "Alanen" komme. In Polen wird behauptet, das Wort "oglan" komme aus der mongolischen Sprache und bedeute in etwa "tapferer Krieger".
Ulanen waren später sehr leicht an ihrer typischen viereckigen Kopfbedeckung, der Tschapka (von polnisch "Czapka" also "Mütze"), später "Rogatywka" (also etwa "Eckenmütze") oder Konfederatka ("Bundesmütze") genannt, zu erkennen. Diese ist noch heute in verschiedenen modernisierten Formen die Mütze der polnischen Landstreitkräfte. Sie stammt von der Kopfbedeckung in der Volkstracht (Krakowiak) der Gegend von Krakau. Die Truppen waren mit Säbeln, Pistolen, Gewehr und Lanzen (mit Fähnchen in Regimentsfarben und Eisenspitze) bewaffnet.
Polen
Man führt die Entstehung der Ulanen-Einheiten auf die Traditionen der Mongolen und Tataren zurück, die sich im Großfürstentum Litauen, also im späteren Osten der polnischen Adelsrepublik ab dem 14. Jahrhundert niederließen. Die ersten auch wirklich so benannten Ulanenregimenter sind im frühen 18. Jahrhundert in Polen anzutreffen. Der letzte polnische König Stanisław Poniatowski stellte sogar als königliche Garde ein Ulanen-Regiment auf. Unter Napoleon dienten (mit großen Erfolg) einige polnische Freiwilligen-Ulanen-Regimenter und haben so diese Kavalleriegattung europaweit bekannt gemacht. Daraufhin wurden ähnliche Formationen auch in England, Frankreich, Italien, Spanien und sogar einigen südamerikanischen Staaten aufgestellt.
In der in Österreich formierten polnischen Brigade des (späteren) polnischen Marschall Pilsudski hat ebenfalls eine Ulanen-Formation gedient und sie war es auch, die als erste das russische Teilungsgebiet im Zuge der Kriegshandlungen des Ersten Weltkrieges 1914 betreten hat. 1918 wurden in Polen wieder Ulaneneinheiten aufgestellt. Ihre Bewaffnung bestand aus Gewehren, Säbeln und Lanzen, bald wurden auch Maschinengewehre mitgeführt. Im polnisch-sowjetischen Krieg 1919-1921 schlugen polnische Ulanen-Verbände die vorrückende sowjetische Kavallerie-Armee von Budjonny.
Bis 1939 wurden in Polen insgesamt 40 Kavallerie-Regimenter aufgestellt, von denen zwar nur 27 Ulanen hießen, die Unterschiede bestanden jedoch v.a. in unterschiedlichen Uniformen und Traditionen. Die Pferde wurden zu dem Zeitpunkt v.a. als Transportmittel eingesetzt und nicht für Reitereiattacken auf deutsche Panzer - diese wurden eher von deutscher Propaganda erfunden und sind ein Mythos! 1959 wurde im polnischen Film "Lotna" der Kampf der Ulanen gegen die Wehrmacht vom polnischen Filmemacher Andrzej Wajda verfilmt. Gelegentliche berittene Attacken auf deutsche Infanterie ergaben sich nur zufällig und wurden dann auch meist erfolgreich durchgeführt. Die Heimatarmee setze nach 1939 ihren Widerstand gegen die Deutschen mit nur noch wenigen kleinen Ulanen-Einheiten, die sich gut in Wäldern bewegen konnten, fort. 1943 wurden von den Sowjets noch 3 polnische Ulanen Regimenter aufgestellt.
1949 wurden die Ulanen als Kampfeinheiten in Polen endgültig abgeschafft. Im Jahr 2000 wurde eine kleine, reine Parade-Einheit wieder aufgestellt um alte Traditionen aufrecht zu halten.
Bayern
Das 1. Königlich Bayerische Ulanenregiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“ (auch als Bamberger Ulanen oder unter dem Spitznamen 'Sekt-Ulanen' bekannt) war ein Ulanenregiment, das in Bamberg stationiert war. Die Kavallerieeinheit wurde 1863 aufgestellt und war anfangs in Dillingen und Augsburg stationiert. Nach der Teilnahme am Krieg gegen die Preußen 1866 und gegen die Franzosen 1870/1871 wurde die Einheit nach Bamberg verlegt und nach Unterzeichnung des Versailler Vertrages 1919 aufgelöst.
Preußen
Bis zum Ersten Weltkrieg wurde der Begriff auch für bestimmte Regimenter der preußischen Kavallerie verwendet.
Friedrich der Große führte die Lanzenreiter 1741 in seine Kavallerie als Antwort auf die Erfolge von ungarischen Panduren und polnischen Reitern in sächsischem Dienste, die es im Österreichischen Erbfolgekrieg seinen Truppen schwer machten, ein. Mit Deserteuren (unter ihnen Bosnier und Kosaken) und Angehörigen des niedrigen polnischen Adels wurden Schwadronen leichter Kavallerie gebildet, die mit langen Lanzen bewaffnet als Späh- und Stoßtrupps gegen den Feind eingesetzt wurden. Ganz der Mode dieser Zeit gemäß gingen die Neuankömmlinge gekleidet in exotischen Uniformen mit Turbanen, Kaftans und weiten türkischen Hosen.
Auch in Preußen und später im Deutschen Kaiserreich bildete man seit 1807 Ulanenregimenter, wobei sie hier jedoch zur schweren Kavallerie gezählt wurden. Im Jahre 1884 erneuerte man die Bewaffnung, indem man die Lanzen durch Karabiner als Hauptbewaffnung ersetzte. Die Lanze selbst blieb im Gebrauch und wurde sogar im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts allen deutschen Kavallerieregimentern zugeteilt. Beinahe alle Ulanenregimenter Europas trugen bis in den Ersten Weltkrieg die typische viereckige Mütze.
Österreich
1772 stellten die Polen (im österreichischen Teilungsgebiet), unter der Anordnung des österreichischen Kaisers Joseph II., einen Uhlanen-Pulk auf (Pulk heißt auf polnisch auch 'Regiment'). Dieser bestand aus 300 Adligen ("Towarzysz", zu deutsch "Genosse") und 300 Untertanen ("Pocztowy", also "Begleiter"). Als am 1. November 1791 der Türkenkrieg beendet wurde, gründete man das erste Ulanen-Regiment. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurde eine große Menge österreichischer Ulanen-Regimenter aufgestellt, und bis 1851 durch die Auflösung einiger Husaren und Chevaulegers-Regimenter weiter verstärkt. Aus allen Gebieten des österreichischen Kaiserreichs kamen nun Soldaten um diesen Einheiten beizutreten, die meisten stammten jedoch aus Galizien und Kroatien-Slawonien. Später wurde allerdings die Lanze abgeschafft, die Bezeichnung als Ulanen blieb erhalten.
Sachsen
1867 wurde das 1. Königlich Sächsische Ulanenregiment Nr. 17 ex "Kaiser Franz Josef" nachf. "Kaiser Karl von Österreich, König von Ungarn" in Oschatz eingerichtet. Es gehörte zur 1. Sächsischen Division (der 23. Deutschen Division). Das Regiment wurde 1919 aufgelöst.
Russland
Auch Russland stellte Ulanenregimenter auf, von denen jedoch Ende des 19. Jahrhunderts nur noch zwei (Garde) übrig geblieben waren. Die "gemeine" Kavallerie bestand nur noch aus Dragonern, als leichte Lanzenreiter wurden Kosaken eingesetzt.
Frankreich
Unter Napoléon Bonaparte wurden in Frankreich Ulanenregimenter aufgestellt, und zwar als Kavallerie der polnischen Weichsellegion in französischen Diensten. Als Napoleon 1806 nach der Befreiung Polens in Warschau einzog, stellten polnische Adelige eine berittene Ehrengarde, deren tadellose Haltung den Kaiser so beeindruckte, dass er die Errichtung eines polnischen Chevaulegers-Regiments für seine Alte Garde befahl. Erst 1809 erhielt das Regiment Lanzen, nachdem es bereits in der Schlacht bei Wagram spontan erbeutete österreichische Lanzen gegen deren Vorbesitzer eingesetzt hatte. Die Bezeichnung wurde in chevauleger-lanciers geändert. 1810 trat ein 2. Garde-Regiment hinzu, dass aus den Gardehusaren des aufgelösten Königreichs Holland gebildet wurde. 1812 wurde aus Polen und Litauern ein 3. Regiment aufgestellt, dass jedoch noch im gleichen Jahr in Russland völlig aufgerieben wurde. 1811 wandelte man sechs Regimenter Dragoner zu chevauleger-lanciers der Linienkavallerie um, die Kavallerie der Weichsellegion wurde zum 7. und 8. Linienregiment, das 9. bildete man aus norddeutschen Kavallerieeinheiten. Bei der ersten Abdankung Napoleons begleitete eine Schwadron ponischer Gardeulanen den Kaiser als einzige Kavallerieinheit nach Elba, die polnischen und deutschen Regimenter wurden aufgelöst. 1815 wurde die Schwadron aus Elba mit dem holländischen Regiment vereinigt und kämpfte bei Waterloo. Unter der 2. Restauration bestanden 4 (?) Linienregimenter und eines der Garde, die jedoch nur mehr lanciers hießen. Nach dem Untergang des Zweiten Kaiserreiches im Deutsch-Französischen Krieges von 1870/1871 wurde diese Kavalleriegattung beim Wiederaufbau des Heeres in Frankreich nicht mehr aufgestellt.
Großbritannien
In der britischen Armee wurden Ulanen als Lancers bezeichnet und vor allem im 19. Jahrhundert auf fast allen Kriegschauplätzen des britischen Empire eingesetzt. Der Angriff der 21. Lancers in der Schlacht von Omdurman, an dem auch der spätere Premierminister Winston Churchill als Offizier teilnahm, gilt als eine der letzten frontalen Kavallerieattacken der Weltgeschichte.
Heute gibt es in Großbritannien noch zwei Lancer-Regimenter, die 9th/12th Royal Lancers und die Queen's Royal Lancers. Beide Einheiten sind heute mit leichten Panzern ausgestattet und fungieren als Aufklärungseinheiten.
Auflösung
Als die Kavallerie nach dem Ersten Weltkrieg stark an Bedeutung verlor, wurden die Regimenter in Deutschland und in Österreich größtenteils aufgelöst. In Polen waren die Ulanen noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges aktiv