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Wilhelm II. Tropenuniform Pferd Kassel Orientreise 1898 Auction number: 0006755836 
End of auction: 10/17/26  at  10:43 PM a o clock    11 h. 39 min. 46 sec.  
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DESCRIPTION

Kaiser Wilhelm II. in der Tropenuniform.

 

Großformatiger Originaldruck von 1898.

 

Mit Holzstich-Illustration:

 

Kaiser Wilhelm II. in der für die Palästinareise bestimmten Tropenuniform (bei der Anwesenheit des Kaiserpaares im Park von Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel Ende August 1898).

 

Nach einer photographischen Aufnahme (auf kaiserlichen Befehl) von Franz Tellgmann, Hofphotograph in Mülhausen in Thüringen und Franz Tellgmann in Eschwege an der Werra.

 

Journalausschnitt in der Größe 275 x 390 mm.

 

Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, an der linken unteren Ecke mit sehr kleinem Knick im unbedruckten Bereich, sonst sehr guter Zustand.

 

Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!

 

100%-Echtheitsgarantie – kein Repro, kein Nachdruck!!!

Besichtigung jederzeit möglich.

 

100% guarantee of authenticity - not a reproduction, not a reprint!

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Das Angebot wird als Sammlerstück verkauft  - Urheberrechte sind im Kauf ausdrücklich NICHT enthalten!!!

 

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Historische Informationen zum Artikel:

 

Mit Rücksicht auf die in den letzten Monaten des Jahres im Orient herrschende  hohe Temperatur hat sich Kaiser Wilhelm eine Tropenuniform aus leichtem Stoff von hellbräunlicher Farbe anfertigen lassen. Der Rock ist bequem, etwas faltig, mit den Generalsabzeichen, Gardelitzen und Ärmelaufschlägen versehen. Die Beinkleider sind enganliegend mit breiten roten Längsstreifen an der Außennaht. Sie stecken in hohen Stiefeln von gelbbraunem Leder. Auch die Säbelscheide besteht aus braunem Leder. Der Tropenhelm trägt vorn die preußischen Adler. Das Gefolge des Kaisers und der Kaiserin hat auf der Orientreise eine ähnliche Tropenuniform angelegt, die je nach dem Rang der einzelnen Personen entsprechende Gradabzeichen enthielt, desgleichen die Leibgarde des Kaiserpaars. Die Leibgardisten trugen Uniformen aus gelbem englischen Cacaoleinen; die des Kaisers hatten Kragen und Aufschläge aus blauem Tuch mit Goldstickerei, während Kragen und Aufschläge der Leibgarde der Kaiserin aus carmoisinrothem Tuch mit Silberstickerei angefertigt waren. An dem Tropenhelm trugen die Leibgardisten den Gardestern. Die Dienerschaft wurde ebenfalls in cacaoleinene Costüme gekleidet und mit englischen Mützen ausgestattet. Unter den Röcken trugen die Diener ein Koppel aus hellgelbem Leder mit Revolver und Feldflasche.

 

Ferdinand Tellgmann (1811-1897)

Anbeginn einer Fotografendynastie

Am 24. September des Jahres 1811 erblickt Ferdinand Tellgmann, Sohn des Pächters August Tellgmann, in Bischhausen bei Eschwege das Licht der Welt. Bereits zwei Jahre später ereilt den kleinen Knaben ein harter Schicksalsschlag: Er erkrankt an Scharlach. Diese Infektionserkrankung hat zur Folge, dass die Trommelfelle des Jungen platzen, was das Erlernen der Sprache unmöglich macht. Ferdinand Tellgmann, erst zweijährig, ist von nun an taubstumm und soll es für sein ganzes Leben bleiben.

Fünf Jahre später, 1818, wurde Ferdinand in die Obhut des Pfarrers von Altenburschla gegeben, der sich von nun an um die schulische Ausbildung des Knaben kümmerte. In diesen frühen Schuljahren zeichneten sich bereits die künstlerischen Fähigkeiten des Jungen ab, worauf er 1827 eine Ausbildung an der Kurfürstlichen Kunstakademie in Kassel beginnen dürfte. Während seiner Ausbildung spezialisierte sich Ferdinand Tellgmann im Porträtfach.

Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums um 1838/39 zog es den jungen Maler zurück in das Haus der Eltern, die nun in Wanfried wohnten, da der Vater 1829 dort zusätzlich die Stelle des Thurn- und Taxischen Posthalters übernommen hatte. Nun galt es, sich einen Namen als Portraitist zu machen. So war es eine glückliche Fügung, dass er den Auftrag eines Mühlhäuser Bankiers erhielt, dessen Braut zu malen, die in Eschwege lebte. Der Bankier war von der Trefflichkeit des entstandenen Gemäldes derart angetan, dass er den jungen Maler nach Mühlhausen einlud. Kurze Zeit später ließ sich Tellgmann in Mühlhausen nieder, was sicherlich durch den Umstand begünstigt wurde, dass er hier als Portraitist und Kunstmaler vorerst konkurrenzlos war. Als Gründungsdatum der Firma F. Tellgmann ist der 3. Juli 1841 übermittelt.

Im Jahre 1843 trat ein bedeutender Wendepunkt in Tellgmanns Laufbahn ein. Er schloss sich dem Kasseler Fotopionier Moses J. Landauer an und erlernte die Geheimnisse des neuen und zugleich erstaunlichen Mediums – der Fotografie. Als einer der ersten Vertreter der Daguerreotypie, einer frühen Form der Fotografie zum Erstellen von Lichtbildern, lenkte Tellgmann damit noch größere Aufmerksamkeit auf sein Atelier in Mühlhausen.

Von nun an sollte es auch in seinem familiären Privatleben bergauf gehen. Im Mühlhäuser „Weißen Haus“ lernt er 1842 bei einem Tanzvergnügen seine spätere Frau Cäcilie Bregazzi kennen, die er am 9. Juli 1843 heiratet. Zu dieser Zeit war bereits der erste Sohn, August (1848-1912), geboren, der später ein Textilgeschäft in Nordhausen führte. Die Familie vergrößerte sich nochmals durch die Geburt der Söhne Franz (23. Januar 1853) und Oscar (20. September 1857).

In den folgenden Jahren wurde die Technik des Fotografierens immer weiter verfeinert und die qualitativ hochwertigen Lichtbilder fanden unter der Bevölkerung einen regen Anklang, was der Familie Tellgmann einen gewissen Wohlstand verschaffte.

Im Jahre 1877 zog sich Ferdinand Tellgmann als Senior aus dem Geschäftsleben zurück und übertrug seinem ältesten Sohn Franz, der ebenfalls die Ausbildung zum Fotografen genossen hatte, die Führung der Mühlhäuser Firma.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Ferdinand Tellgmann eine regelrechte „Dynastie“ mit zehn Fotografen begründet (Söhne, Enkel, Schwäger und Neffen). Auch der dritte Sohn, Oscar, stieg in das florierende Geschäft ein, indem er zunächst die Filiale seines Bruders in Eschwege leitete und diese 1883 ganz übernahm. Weitere Zweigstellen konnten später in den Orten Bad Sooden, Nordhausen, Kassel und Bad Hersfeld etabliert werden.

Der Gründer, Ferdinand Tellgmann, starb am 8. April 1897, nachdem er 1891 noch die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Gründungsjubiläum seiner Firma miterleben durfte. Seine Frau Cecilie verstarb sechs Jahre später.

Die Brüder Franz und Oscar avancierten in den folgenden Jahren zu angesehenen Künstlern, die die Bezeichnung „Hof-Photograph“ führen durften. Beide hatten ihr Betätigungsfeld zudem auf die Manöver- und Kriegsfotografie ausgedehnt, was ihnen viele Ehrungen einbrachte. Hierbei ist erwähnenswert, dass sich kein Fotograf der Familie Tellgmann nach dem Bekanntwerden von Hitlers Kriegsplänen an einem weiteren Manöver beteiligte.

In den 1930er Jahren verstarben die Söhne Franz (1933) und Oscar (1936). Franz Tellgmanns Sohn Paul hatte 1930 das Mühlhäuser Stammgeschäft übernommen und führte es noch bis 1950. Danach stellte einer der traditionsreichsten Fotografenbetriebe seine Arbeit ein.

Bedauerlicherweise ist seit dem Ende des 2. Weltkriegs nichts zum Verbleib des gewaltigen Negativarchivs bekannt. Es gilt als verschollen.

Abschließend stellt sich die Frage, was man der Familie Tellgmann heute noch zu verdanken hat? -Als Eichsfelder und besonders als Lengenfelder Einwohner sehr viel. Ferdinand Tellgmann war es, der als einer der ersten Fotografen die kleinen Dörfer bereiste und die eichsfeldische Heimat im Bild festhielt.

So haben wir der Familie Tellgmann u.a. die berühmte Fotografie vom Bau der Eisenbahnbrücke in Lengenfeld unterm Stein zu verdanken, die um 1877 aufgenommen wurde.

Heutzutage begegnet man dem Namen Tellgmann immer wieder auf fotografisch-historischen Dokumenten. Waren es anfangs noch die Portraitfotografien, die einen reißenden Absatz unter der Bevölkerung fanden, so dehnte sich das fotografische Handwerk immer weiter aus. Mit dem Aufkommen der bebilderten Postkarten zu Beginn des vorigen Jahrhunderts konnte das künstlerische Wirken dieser Fotografendynastie bis heute überleben.

Es ist das Anliegen des „HeimatStudios“, diese fotografischen „Glanzstücke“ durch die Veröffentlichung im „Lengenfelder Echo“ und auf dieser Internetseite auch noch für kommende Generationen zu erhalten.

Ein abschließender Dank gilt dem Autor Thomas Wiegand, dessen Werk ein Großteil der vorangegangenen Informationen entnommen ist.

 

Kaiser Wilhelm in der Tropenuniform.

Kaiser Wilhelm trat bekanntlich mit der Kaiserin und großem Gefolge am 12. Oktober 1898 von Berlin über Venedig seine Orientreise an, bei der zunächst ein fünftägiger Besuch des Sultans und Konstantinopels vorgesehen ist, worauf sich das Kaiserpaar nach Kleinasien begab, dort die Orte Haifa, Cäsarea, Jaffa und Latrun aufsuchte, und hat schließlich am 29. Oktober in Jerusalem seinen Einzug gehalten, wo es der Einweihung der neuen Erlöserkirche am 31. Oktober beiwohnte. Von hier reiste das Kaiserpaar nach Ägypten, in dessen Hauptstädten Alexandria und Kairo Festlichkeiten stattfanden. Ausflüge nach den Pyramiden von Gizeh, der Stufenpyramide von Saggarah und dem großen Nilstauwerk unweit Qualiub sowie eine etwa zwölftätige Jachtfahrt bis zum ersten Nilfall waren weitere Bestandteile der Reise. Mit Rücksicht auf die in den letzten Monaten des Jahres im Orient herrschende  hohe Temperatur hat sich Kaiser Wilhelm eine Tropenuniform aus leichtem Stoff von hellbräunlicher Farbe anfertigen lassen.. Der Rock ist bequem, etwas faltig, mit den Generalsabzeichen, Gardelitzen und Ärmelaufschlägen versehen. Die Beinkleider sind enganliegend mit breiten roten Längsstreifen an der Außennaht. Sie stecken in hohen Stiefeln von gelbbraunem Leder. Auch die Säbelscheide besteht aus braunem Leder. Der Tropenhelm trägt vorn die preußischen Adler. Das Gefolge des Kaisers und der Kaiserin hat auf der Orientreise eine ähnliche Tropenuniform angelegt, die je nach dem Rang der einzelnen Personen entsprechende Gradabzeichen enthielt, desgleichen die Leibgarde des Kaiserpaars. Die Leibgardisten trugen Uniformen aus gelbem englischen Cacaoleinen; die des Kaisers hatten Kragen und Aufschläge aus blauem Tuch mit Goldstickerei, während Kragen und Aufschläge der Leibgarde der Kaiserin aus carmoisinrothem Tuch mit Silberstickerei angefertigt waren. An dem Tropenhelm trugen die Leibgardisten den Gardestern. Die Dienerschaft wurde ebenfalls in cacaoleinene Costüme gekleidet und mit englischen Mützen ausgestattet. Unter den Röcken trugen die Diener ein Koppel aus hellgelbem Leder mit Revolver und Feldflasche. Siehe auch: 1898, 19. Jahrhundert, Adel, Armee, Außenpolitik, Bad Wilhelmshöhe, D-34117 Kassel, D-34131 Kassel, Deutsches Kaiserreich, Deutsches Reich, Deutsch-orientalische Beziehungen, Gefolge, Heer, Hessen, Hofstaat, Hohenzollern, Kaiser Wilhelm II., Kolonialpolitik, Landeskunde, Militär, Monarchie, Orientreise, Ortsansichten, Ortskunde, Palästinareise, Palästina-Reise, Pferd, Pickelhaube, Pistole, Reiten, Sattel, Schlosspark 8, Schützenschnur, Topographie, Tropenhelm, Tropenuniform, Truppe, Uniform, Uniformkunde, Vorderer Orient, wilhelminische Weltpolitik, Wilhelminisches Zeitalter

 

Palästinareise Kaiser Wilhelms II.

Dieser Artikel behandelt die vom 11. Oktober bis 26. November 1898 dauernde Palästinareise des Deutschen Kaisers Wilhelm II., an deren Höhepunkt er die deutsche Erlöserkirche einweihte.

Im Rahmen seiner Fahrt nach Palästina wurden unter anderem die damals noch zum Osmanischen Reich gehörenden Städte Konstantinopel, Haifa, Jaffa, Jerusalem und Beirut besucht. Der Kaiser stützte die Macht des Sultans im labilen Osmanischen Reich seit der Balkankrise, bemühte sich um eine politische Stärkung des Christentums, vor allem der evangelischen Kirche und ermutigte die deutschen christlichen und jüdischen Siedler, ohne sich politisch für sie einsetzen zu wollen.

Historischer Kontext

Am Ende des 19. Jahrhunderts, als Wilhelm II. die Kaiserwürde übernahm, befand sich das Deutsche Reich im Umbruch. Es vollzog einen Wandel vom Agrar- zum Industriestaat. Dieser ökonomische Strukturwandel brachte soziale Veränderungen mit sich. So verdrängten beispielsweise die neuen Großunternehmer den alten Mittelstand mit seinen kleinen Einzelhandelsgeschäften und gewannen durch ihre große Finanzkraft an politischer Relevanz. Ein weiteres Indiz für den Wandel ist der Anstieg der Erwerbstätigkeit in der Industrie. Die Zahl der Industriearbeiter stieg auf das Niveau der Arbeiterzahl in der Land- und Forstwirtschaft.

In dieser Zeit avancierte das Deutsche Reich zu einer der drei großen Industrienationen (neben den USA und Großbritannien), was ein Bevölkerungswachstum nach sich zog, das wiederum die Urbanisierung förderte und die Zahl der Großstädte wachsen ließ (von 1871 bis 1910 um 58 Prozent). Die unter anderem dadurch ausgelösten sozialen Gegensätze, besonders zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum, vermochte der Staat nicht ausreichend zu balancieren und orientierte sich, um die innenpolitischen Spannungen zu kompensieren, nach außen (Imperialismus).

Nicht zu unterschätzen für den wirtschaftlichen Aufstieg des Deutschen Reiches ist der zu dieser Zeit stattfindende Ausbau des Verkehrswesens und in diesem Zusammenhang vor allem die Erweiterung des staatlichen Eisenbahnnetzes. Damals wurde der wirtschaftliche Aufschwung vom Export getragen. 1891 erreichte der Export von Gütern den Wert von 7,3 Mrd. Goldmark und stieg bis 1911 auf 17,8 Mrd. Mark. Es könnte vom Betrachter angenommen werden, dass die damaligen Kolonien dabei eine Rolle spielten, doch lagen die überseeischen Absatzmärkte vor allem in angelsächsischen Gebieten.

1914 lebten in Palästina 5000 (europäische) Christen wovon die Hälfte aus Deutschland stammte. Die deutschen Siedler waren aus religiösen oder national-jüdischen Motiven dort hingezogen und standen unter dem Protektorat des Deutschen Reiches. Neben den aus Europa eingewanderten Christen bestand unter den Pälästinensern eine lange christliche Tradition, noch 1848 waren 80 % der Einwohner Bethlehems Christen.

Vorgeschichte

In der Geschichte der Hohenzollern war es nicht das erste Mal, dass ein Mitglied der Familie sich nach Palästina begab. Aus religiösen Motiven interessierte sich bereits König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) für das Heilige Land und gründete dort 1841 ein protestantisches Bistum, das ungewollt zu Rivalitäten der ansässigen Religionen führte. Kronprinz Friedrich Wilhelm (1831-1888) bereiste 1869 Jerusalem zur Eröffnungsfeier des Sueskanals. Kaiser Wilhelm I. ließ für den Bau einer Kirche in Jerusalem Gelder sammeln.

1889 bestätigt Kaiser Wilhelm II. die Gründung des deutschen Jerusalem-Stifts. Der Zweck dieser Stiftung war der Erhalt sowie die Schaffung evangelisch kirchlicher Einrichtungen und Anstalten in Jerusalem. Die Tatsache der deutschen Besiedlung und die traditionelle Beziehung der Hohenzollern zum Heiligen Land wird den Ausschlag zu seiner Reise gegeben haben. Das erklärte Ziel war die Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem. Auch wollte er als Pilger ins Heilige Land reisen wie einst sein Vater und dem Wunsch seines von ihm sehr verehrten Großvaters nachkommen, eine evangelische Kirche in Jerusalem einzurichten.

Anlässlich der Reise wurde von türkischer Seite erwogen, einen Teil der Stadtmauer Jerusalems abzureißen, da man mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen rechnete, wozu der Kaiser sagte: „Das soll inhibiert werden; ich hoffe nicht, daß eine solche Barbarei wirklich gemacht wird“ (zit. nach Carmel, Alex/Eisler, Ejal-Jakob, 1999, S. 51) Die Mauer wurde für seinen Einmarsch durchbrochen. Allgemein wurde behauptet, der Kaiser habe den Abriss angeordnet.

Politische Relevanz erhielt die Palästinareise durch den Besuch des Kaisers beim „Roten Sultan“ Abdülhamid II. (so genannt wegen des Massakers an den Armeniern in Konstantinopel), um die guten Beziehungen der beiden Länder zu bestätigen. Die französische Presse behauptete, der Kaiser wolle mit seinem Protektorat die französische Tradition des Schutzes der Katholiken sowie deren Institutionen im Orient ohne Unterscheidung der Nationalitäten beseitigen. Die damalige Unterstellung der Entente-Mächte, der Kaiser habe die Absicht verfolgt, sich Palästina anzueignen, ist deshalb wohl gegenstandslos, weil Berlin später auf Palästina zugunsten Frankreichs verzichtete.

Am 17. Oktober 1898 behauptete die Zeitung Le Matin, dass der Kaiser in Haifa eine Flottenbasis errichten wolle und dies der hauptsächliche Zweck der Reise sei. Doch wie Bemerkungen des Kaisers zu entnehmen ist, wusste dieser erst kurze Zeit vor seiner Ankunft, wo Haifa überhaupt lag. „Haifa, wo ist denn das?“ (zit. nach ebd. S. 58) Ursprünglich sollte der Kaiser nämlich in Jaffa anlegen, doch aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit wurde empfohlen, in Haifa zu landen, womit der Kaiser auch einverstanden war. Hintergrund dieser Empfehlung ist die Einschiffung von Kaiser Franz Joseph anlässlich seiner Nahostreise von 1869, bei der das Schiff fast gekentert wäre.

Verlauf

Bereits im Frühjahr wurde die Reise des Kaiserpaares vorbereitet. Unter anderem reiste eine Delegation nach Palästina, um die geplante Route zu kontrollieren. Am 11. Oktober begann die Reise. Kaiser und Kaiserin mit Gefolge machten sich zunächst auf den Weg nach Konstantinopel. Viele Pilger sowie zweihundert offizielle Gäste schlossen sich ihnen an. Während das offizielle Gefolge zusammen mit dem Kaiserpaar den Weg über Konstantinopel nahmen, reisten die Pilger direkt nach Palästina.

Begrüßungen

Der Empfang, der dem Kaiser und der Kaiserin in Konstantinopel, Palästina sowie Syrien bereitet wurde, war von einer sehr positiven Haltung geprägt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Konstantinopel reisten sie mit dem Gefolge weiter nach Palästina.

Am 25. Oktober kamen sie mit der Jacht Hohenzollern in Haifa an. Es war das erste Mal seit 670 Jahren, dass ein Kaiser deutscher Nation das Heilige Land betrat. Der Staufer Friedrich II. (1194-1250), der einen Kreuzzug ins Heilige Land unternommen hatte, war der Letzte, der 1228 in Akko landete. Vom Berg Karmel schaute Wilhelm II. samt seinem Gefolge auf Haifa mit seiner dort ansässigen deutschen Kolonie hinab. An dieser Stelle wurde später ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal erbaut und der Platz davor Kaiser-Wilhelm-Platz genannt. Englische Soldaten demontierten 1918 das Denkmal, jedoch wurde es 1982 im Beisein von Prinz Louis Ferdinand von Preußen wieder errichtet.

Am 26. Oktober traf der Kaiser feierlich im deutschen Konsulat ein. Das Oberhaupt der deutschen Kolonie, der Lehrer Friedrich Lange (1840-1923), und der Vizekonsul Fritz Keller (1833-1913) begrüßten ihn und die Kaiserin im Namen der Templer. Lange drückte seinen Dank dafür aus, dass die Kolonie unter dem deutschen Protektorat stehe und finanzielle Unterstützung erhielt, und sprach die Hoffnung aus, auch in Zukunft unterstützt zu werden, was der Kaiser freudig bejahte.

Als Vertreter der in Tabgha am Tiberias-See ansässigen Katholiken und Protestanten sprach der Pastor Herman Baumeister (1867-1898) ein paar Worte. Daraufhin gab der Kaiser dem Pastor zu verstehen, dass er den „Katholischen Unterthanen“ überall Schutz gewähre (zit. nach ebd. S. 72). Im Anschluss an die Begrüßungsfeier im Garten des deutschen Konsulats besuchte man das katholische Hospiz der barmherzigen Schwestern vom heiligen Borromäus sowie die evangelische Schule, die sich ebenfalls in Haifa befand. Nach den Besuchen in Haifa, ging die Reise weiter nach Jaffa. Unterwegs wurden Atlit und Tantura besichtigt, und man übernachtete kurz vor Caesarea Maritima in einem Zeltlager bei Burdsch-el-Khail (heute Burdsch Binjamina).

Am Morgen des 27. Oktobers wurde die Reise fortgesetzt. Der zur Tempelgesellschaft gehörige Georg Sus (1853-1932) führte den kaiserlichen Hofzug auf der neu errichteten Straße nach Jaffa. Der Kaiser passierte Kakun und Kafr Saba (das heutige Kfar Saba) sowie die landwirtschaftliche Templerkolonie Sarona, die nördlich von Jaffa lag, im heutigen Regierungsviertel von Tel-Aviv. In Sarona wurde der Kaiser herzlich empfangen. Der deutsche Konsul in Jaffa Edmund Schmidt (1855-1916) empfing den Kaiser und begrüßte ihn freundlich im Auftrag der gesamten Kolonie. Der Kaiser wies auf die Hoffnung hin, dass seine freundschaftliche Politik gegenüber dem Osmanischen Reich dazu dienen werde, dass die deutschen Kolonien (ehemals vier an der Zahl) sich in der dortigen Region gut entwickeln könnten.

Von der Kolonie in Sarona ging die Reise weiter nach Jaffa, wo die Reisenden im deutschen Hotel du Parc gastierten. Vier Kolonialisten (mit Christian Hoffmann II. als Anführer), je einer aus jeder Kolonie, besuchten am nächste Tag den Kaiser. Man überbrachte ein Memorandum, in dem die Ansiedlung der Templer in Palästina beschrieben wurde, sowie ein mit Zeichnungen versehenes Album des deutschen Orientmalers Gustav Bauernfeind (1848-1904). Der Kaiser drückte den Kolonialisten gegenüber seinen Wunsch aus, sie sollten „zum Wohle der Bewohner dieses Landes mit Ausdauer und Erfolg mit ihrer wichtigen Aufgabe fortfahren“ (zit. nach ebd. S. 81). Nun verließ der kaiserliche Hofzug Jaffa in Richtung Jerusalem. Auf dem Weg, bei der jüdischen Ackerbauschule Mikwe-Israel, traf der Kaiser mit Theodor Herzl zusammen. Über die Zukunft der Juden in Palästina sagte er zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Strafpredigt vor Geistlichen

Der Kaiser reiste nun zu Pferd und gelangte über Ramle und Latrun nach Bab el-Wad. Am Morgen des 29. Oktobers verlief die Reiseroute über Abu-Ghosh nach Jerusalem. Das Kaiserpaar ritt auf Schimmeln in weißen Sonnenmänteln dem Tross vorweg in die Stadt ein. Der Aufenthalt in Jerusalem dauerte eine Woche. Dass der Kaiser über die Stadt enttäuscht war, wurde aus einer Rede deutlich, die er in Betlehem auf einer Terrasse vor der 1883 eingeweihten evangelischen Weihnachtskirche hielt. Das Publikum der Rede bestand aus christlichen Geistlichen aus Palästina, Kleinasien und Ägypten. Der Kaiser kritisierte die Verstimmungen, die zwischen den Christen herrschten und so weit führten, dass türkische Soldaten sogar in den Kirchen intervenieren müssten, um Ausschreitungen zwischen den Christen zu verhindern.

Des Weiteren bemängelte er die Uneinigkeit der Protestanten. Dies sei ein schlechtes Auftreten vor der moslemischen Bevölkerung und gebe ein unwürdiges Bild des Christentums wieder. Die Absicht Deutschlands müsse darin liegen, den Mohammedanern zu zeigen, wie die christliche Religion und Liebe sei. Dies solle durch Erziehungs- und Wohlfahrtseinrichtungen sowie durch die Kultur des Christentums bewirkt werden und nicht durch erlahmende Reden. Der verarmten regionalen Bevölkerung fehle es an diesen genannten Dingen, und darüber führe der Weg, „ihre Achtung und Liebe zum Christentum zu wecken“ (zit. nach ebd. S.120).

Rhetorische Ermutigung der Templer

Als er aus Betlehem wieder nach Jerusalem zurückkehrte, ging der Kaiser zur dortigen Templerkolonie und fand für sie bestärkendere Worte als zuvor für die geistliche Hörerschaft vor der Weihnachtskirche in Betlehem. Er sagte, dass es ihn freue,

daß Ihr verstanden habt, durch euer persönliches Leben Eueren Nachbarn ein gutes Beispiel zu geben, und daß Ihr gezeigt habt, wie man es machen muß, um in diesen Ländern den deutschen Namen Achtung zu verschaffen. Ihr habt… Euch einen guten Ruf erworben hier und auch im Auslande und habt gezeigt, wie man es angreifen muß, öde Felder wieder fruchtbar zu machen… Ich hoffe, daß, wie augenblicklich, so auch in Zukunft die freundschaftlichen Beziehungen zum osmanischen Reiche, und insbesondere die Freundschaft zu Seiner Majestät dem Sultan und Mir, dazu dienen werden, Eure Aufgaben zu erleichtern. Wenn irgendeiner von Euch Meines Schutzes bedarf, so bin Ich da… und erfreulicher Weise ist das Deutsche Reich ja imstande, seinen Angehörigen im Auslande nachhaltigen Schutz zu gewähren.

(zit. nach ebd. S.120)

Diese positiven Worte des Kaisers zeigen, dass er großes Interesse am guten Gedeihen der Kolonien in Palästina hatte. Die Anrede der Siedler in der zweiten Person erweckt den Eindruck der besonderen Nähe. Auch lobt er ihre Arbeit, weil „…Ihr gezeigt habt, wie man es machen muß, um in diesen Ländern den deutschen Namen Achtung zu verschaffen“ (zit. nach ebd. S. 120). Dieser Satz könnte eine Anspielung auf die zuvor gehaltene Rede in Betlehem sein. Freudig gestärkt durch des Kaisers Worte wurde am darauffolgenden Tage die Nachtruhe durch den Gesang deutscher Siedler gestört. Sie sangen die deutsche Nationalhymne. Doch Robert Bosse (preußischer Kultusminister sowie Mitglied des kaiserlichen Gefolges) meinte, man solle den Siedlern nicht zu viele Hoffnungen machen. Bosse war es bewusst, dass Wilhelm II. keine „konkrete Schritte“ (zit. nach ebd. S.120) einleiten würde, die die Beziehungen zum Sultan Abdülhamid II. gefährdeten, auch wenn der Kaiser versuchte, die Stellung der deutschen Siedler in Palästina zu stärken.

Einweihung der Erlöserkirche

Die Leitung des Baus der Erlöserkirche von 1893-1898 hatte Paul Roth (1859-1955) inne. Der Wunsch des Kaisers war es, dass eine Urkunde zusammen mit drei Fünfmarkstücken, die Bildnisse vom Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. zeigten, sowie den 95 Thesen Luthers in ein kupfernes Kästchen gelegt und mit einer Steinplatte verschlossen werden sollten. Das Gebiet, auf dem die Kirche errichtet wurde, hatte der Kaiser dem katholischen „Deutschen Verein vom Heiligen Lande“ übergeben, der selbst schon längere Zeit versucht hatte, es zu kaufen. Doch war das Terrain auch den Moslems heilig, und so bemühte sich der Verein vergeblich. Erst als der Kaiser persönlich intervenierte, kaufte der Sultan selbst das Gebiet für 100.000 Mark, die Wilhelm II. aufbrachte.

Am 31. Oktober geschah als Hauptziel der Reise die Einweihung der Erlöserkirche vor Besuchern aus der ganzen Welt. Die Besuche, die der Kaiser im Jordanland geplant hatte, sagte er aufgrund der Hitze sowie der staubigen Straßen ab; außerdem auch wegen Nachrichten, die ihn aus Berlin erreichten, wie es in der öffentlichen Bekanntmachung hieß. In seinen letzten Tagen in Jerusalem traf er die wichtigsten Vertreter aller dort ansässigen Religionen wie auch der staatlichen Einrichtungen. Des Weiteren besuchte er Pastor Johann Ludwig Schnellers Syrisches Waisenhaus, die Kaiserswerther Mädchenschule „Talitha Kumi“ sowie das deutsche Diakonissen-Krankenhaus und die katholische Hospiz.

Absage an den Zionismus

Eine zionistische Gesandtschaft traf am 2. November unter der Leitung Theodor Herzls im Zeltlager des Kaisers ein. Wilhelm II. teilte ihnen mit, dass alle diejenigen Bestrebungen auf sein wohlwollendes Interesse zählen könnten, welche auf eine Hebung der Landwirtschaft in Palästina zur Förderung der Wohlfahrt des türkischen Reiches unter voller Beachtung der Landeshoheit des Sultans abzielten.

Theodor Herzl muss sehr enttäuscht über die klare Ablehnung des Kaisers gewesen sein, wenn er gehofft hatte, mit dessen Hilfe den Weg zum Judenstaat in Palästina bahnen zu können. Sogar der Onkel des Kaisers, Friedrich I. von Baden, hatte Herzl telegrafisch zum Erfolg beglückwünscht. Die letzte Zeile, in der Wilhelm II. die Landeshoheit des Sultans herausstellt, dürften die Hoffnungen Theodor Herzls samt seiner Begleiter auf deutsche Unterstützung begraben haben. Dem Kaiser waren die guten Beziehungen zum türkischen Sultan also wichtiger als die deutschen Siedler und möglicherweise die Hoffnung, die linksorientierten Juden in Deutschland loszuwerden. Mochte der Kaiser anfangs mit dem Gedanken gespielt haben, in Palästina den Zionisten zu helfen, hat er ihn während der Orientfahrt wieder abgelegt, vielleicht beim Besuch des Sultans.

Theatralische Rückkehr

Ein Abschiedsgottesdienst für den Kaiser fand am 3. November in der Erlöserkirche statt. Mit der Eisenbahn gelangte der Hof am nächsten Tag zurück nach Jaffa, wo es mit dem Schiff weiter nach Beirut ging. Im Libanon und in Syrien schaute sich der Kaiser geschichtsträchtige Orte an und kehrte schließlich am 26. November nach Berlin zurück.

Doch noch politisch wurde es allerdings bei der triumphalen Heimkehr:

Seine Schwester Charlotte konnte ihren Augen und Ohren nicht trauen, als sie von seiner Absicht erfuhr, festlich in Berlin Einzug zu halten, als hätte er einen Krieg gewonnen.

(zit. nach Röhl, John C. G., 2001, S. 1059)

Volkstümliche Werke, Kinderbücher sowie eine Prachtausgabe verbreiteten den Mythos der kaiserlichen Wallfahrt als wahr gewordenes Märchen. Auch in seiner darauffolgenden Rede versuchte er die Orientreise zu nutzen, indem er vor dem Brandenburgischen Provinziallandtag sein erhebendes Gefühl schilderte, welches ihn auf dem Ölberg ergriffen habe, wo der Erlöser den Kampf aller Kämpfe für die Menschheit focht. Schließlich merkte Wilhelm noch an, wie schön es doch in der deutschen Heimat sei und dass es die Aufgabe aller sein müsse, die Einheit zu bewahren.

Deswegen wollen wir trachten, dass wir Germanen wenigstens zusammenhalten, wie ein fester Block.

(zit. nach ebd., S. 1060)

Fazit

Der Geschäftsträger der Botschaft in Konstantinopel überprüfte die Ergebnisse der Reise. Kopien dieses Berichts wurden auf Anweisung des Kaisers an alle ausländischen Botschaften versandt, was Alex Carmel als Zustimmung des Kaisers auffasst. Als Begünstigte der Reise wurden die deutschen Siedler herausgestellt, die vor allem von den extra für den Besuch des Kaisers ausgebauten Straßen und Brücken etc. profitierten. Das Leitmotiv, das für die Reise angegeben wurde, war ihre Religiosität, und ihr größter Erfolg sei die Begeisterung für die Deutschen, die sie ausgelöst habe. Robert Bosse bemerkte, dass einige Mitreisende meinten, das Deutsche Reich werde nun auch in Palästina „festen Fuß fassen“. Allerdings zeigte die Reise,

wie vorsichtig unser Kaiser in dieser Beziehung alles vermieden habe, was übertriebenen politischen Hoffnungen oder auch dem Misstrauen anderer Nationen zum Anhalt hätte dienen können. Die auswärtige Politik des Deutschen Reiches bewegt sich auch heute noch – Gott sei Dank – auf dem von den Fürsten Bismarck vorgezeichneten Bahnen. Sie ist namentlich in der orientalischen Frage ausgesprochene Friedenspolitik.

(zit. nach Carmel, Alex/Eisler, Ejal-Jakob, 1999, S. 169)

Deutsche Territorien oder Zentren zu gewinnen, wie in China, habe das Deutsche Reich in Palästina nicht vor, sondern erfreue sich über die friedliche Arbeit der dortigen deutschen Siedler. Man kann also sagen, das Verhältnis des Kaisers zu den deutschen Siedlern in Palästina war ihnen gegenüber wohlwollend, jedoch seine Unterstützung war in Anbetracht der Beziehungen zum Osmanischen Reich nicht uneingeschränkt. Die Hoffnung der Templer, dass der Kaiser sich vor allem politisch für die Kolonien einsetze, wurde also nicht erfüllt. Die Träume der deutschen Kolonialisten in Palästina zerplatzten wohl endgültig, als ihnen der Kaiser im Fall Fritz Unger (1876-1910) nicht zur Hilfe eilte, obwohl er ihnen auf seiner Orientreise mehrmals seinen Schutz zugesichert hatte. Der Siedler Unger wurde von wütenden Arabern in Anwesenheit des deutschen Vizekonsuls und Vertreter türkischer Behörden erschlagen, da in der vorherigen Nacht ein Dieb, der aus ihren Dorf stammte, im Weinberg erschossen worden war.

Das politische Interesse des Deutschen Reiches an Palästina erlahmte, als den Franzosen offiziell das Heilige Land überlassen wurde, weil die deutsche Hauptstadt die Zone entlang der Bagdadbahn beanspruchte, als Deutschland, Frankreich, England und Russland die asiatische Türkei in Interessensphären einteilten.

Mit Ausnahme des Besuches bei Sultans Abdülhamid II. war die Reise eher unpolitisch und hatte den Charakter einer Pilgerfahrt im Geiste der Ahnen. Ein Interesse hatte der Kaiser gewiss auch an den deutschen Siedlungen, zumindest in kultureller Hinsicht, weniger in politischer. Wie der gesamte Verlauf zeigt, überwogen die religiösen Motive.

 

Im Herbst des Jahres 1898 reiste Kaiser Wilhelm II in den Orient, anlässlich der Einweihung der Jerusalemer Erlöserkirche. Doch er verfolgte höhere Ziele. In Constantinopel setzte er sich beim Sultan für den Bau der Bagdadbahn ein und wollte den deutschen Einfluss bis an den Persischen Golf voran treiben.

Vor der Reise hatte Wilhelm II dem Gründer und ersten Präsidenten des Zionistischen Weltkongresses, Theodor Herzl, seine Unterstützung für die Gründung eines Judenstaates in Palästina durch Landkauf angeboten. Die Verhandlungen mit dem Sultan Abd Al-Hamid II und dem Papst scheiterten jedoch.

Das Ergebnis der Orientreise von Wilhelm II war eine außenpolitische Katastrophe, da die Beziehungen zu Russland, Großbritannien und Frankreich nachhaltig geschädigt worden waren.

Die deutsche Öffentlichkeit begleitete die Reise mit großer Aufmerksamkeit u. a. durch die Herausgabe einer Reihe vom Ansichts-Werbekarten zu den verschiedenen Aufenthaltsorten des Kaisers. Der weltpolitische Ausflug des Kaisers entsprach der damaligen Überschätzung deutscher Weltgeltung.

Obige Ansichtskarte von Constantinopel mit den Bildern des Sultans und des Kaisers nach Kostellitz ist portogerecht freigemacht mit 10 Para der Deutschen Post in der Türkei.

Im Herbst des Jahres 1898 reiste Wilhelm der Zweite in den Orient. Er wolle - wie offiziell verlautbart wurde - als frommer Pilger das Heilige Land besuchen und bei der Einweihung der Jerusalemer Erlöserkirche anwesend sein. Doch die kaiserliche Morgenlandreise war mehr als eine fromme Pilgerfahrt.

Beim Sultan setzte sich Wilhelm der Zweite für den Bau der Bagdadbahn ein, als "Weltpolitiker" erwartete er die Ausweitung des deutschen Einflusses bis an den Persischen Golf. Als Kaiser des paritätischen Deutschen Reiches schenkte er dem katholischen "Verein vom Heiligen Lande" die "Dormition". Seine katholischen Untertanen wollte er für sich und seine Politik gewinnen. Als zeitweilig enthusiastischer Befürworter der zionistischen Idee hatte Wilhelm der Zweite vor seinem Aufbruch in den Orient Theodor Herzl versprochen, die Einwanderung der Juden nach Palästina unter seinen Schutz zu stellen.

Die deutsche Türkeipolitik fügte dem deutsch-russischen Verhältnis irreparablen Schaden zu und belastete die deutsch-französischen Beziehungen. Staatsführung und Öffentlichkeit in Deutschland erkannten nicht, dass zu Erhalt und Sicherung des Deutschen Reiches in der Mitte Europas keine "Weltpolitik", sondern eine vorsichtige und weltgewandte Politik notwendig war.

 

Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Albert Victor von Preußen, (* 27. Januar 1859 in Berlin, Preußen; † 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande) entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 Deutscher Kaiser und König von Preußen.

Einleitung

Die dreißigjährige Regentschaft Wilhelms II. im Deutschen Reich (von 1888 bis 1918) wird als die wilhelminische Epoche bezeichnet. Herausragende Merkmale waren das Streben des Kaisers nach nationalem Prestige und die Versuche, das Reich in den Rang einer Weltmacht zu erheben. Eng verbunden mit diesem Anspruch war die militärische Aufrüstung des Kaiserreichs und die Forcierung der Kolonialpolitik in Afrika und der Südsee. Dies und die Verwicklung des Deutschen Reichs in verschiedene internationale Krisen (zum Beispiel Krügerdepesche 1896, Marokko-Krisen 1905/06 und 1911, Daily-Telegraph-Affäre 1908) führte zu einer Destabilisierung der Außenpolitik.

Die Vorliebe Wilhelms für militärischen Prunk, die sich beispielsweise in zahlreichen Paraden zu den unterschiedlichsten Anlässen ausdrückte, führte auch gesellschaftlich zu einer Überbetonung des Militärs und militärischer Hierarchien bis hinein ins zivile Leben der deutschen Gesellschaft, in der für eine berufliche Laufbahn – nicht nur im Verwaltungsapparat – die Ableistung des Militärdienstes und der militärische Rang eines Menschen von entscheidender Bedeutung war (Militarismus).

Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands während Wilhelms Regentschaft, verbunden mit technologischem, naturwissenschaftlichem und industriellem Fortschritt, begünstigte eine auch vom Kaiser mit getragene allgemein verbreitete Technik- und Fortschrittsgläubigkeit. Innenpolitisch setzte er die für ihre Zeit als modern und fortschrittlich geltende Sozialpolitik Bismarcks fort und erweiterte sie. Er setzte sich für die Abschaffung des Sozialistengesetzes ein und suchte, teilweise erfolglos, den Ausgleich zwischen ethnischen und politischen Minderheiten.

Wilhelm II. wollte sowohl die Innen- als auch Außenpolitik des Reiches wesentlich stärker als sein Großvater Wilhelm I. beeinflussen. Das „persönliche Regiment“ des Kaisers war aber in Wirklichkeit eine von häufig wechselnden Beratern gesteuerte Politik, die die Entscheidungen Wilhelms im Urteil der meisten Historiker oft widersprüchlich und letztlich unberechenbar erscheinen ließen. Wilhelm II. nutzte durch seinen sprunghaften Charakter die Macht, die ihm die Reichsverfassung zugestand, nie konsequent, musste aber immer wieder erleben, dass diejenigen, die ihn zu schwerwiegenden Entscheidungen drängten, sich hinter seinem Rücken versteckten, als sich deren Misserfolg abzeichnete. Die Marokkokrisen oder die Erklärung des unbeschränkten U-Boot-Krieges sind nur zwei Beispiele für Entscheidungen anderer Personen, die den Ruf des Kaisers heute nachhaltig belasten.

Auch war seine Amtszeit von politischen Machtkämpfen zwischen den einzelnen Parteien geprägt, die es den amtierenden Kanzlern nur schwer möglich machten, längerfristig im Amt zu bleiben. So wurden im Kampf zwischen dem sog. Nationalliberal-Konservativen Kartell, Bülow-Block und Sozialdemokraten fünf von sieben Kanzlern unter kritischem Mitwirken des Parlaments entlassen.

Während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 wurde Wilhelms strategische und taktische Unfähigkeit offenbar. Ab 1916 enthielt er sich zunehmend relevanter politischer Entscheidungen und gab die Führung des Reiches faktisch in die Hände der Obersten Heeresleitung, namentlich in die der Generäle von Hindenburg und Ludendorff, die die Monarchie während der letzten Kriegsjahre mit starken Zügen einer Militärdiktatur versahen. Als Wilhelm II. sich nach Ende des „großen Kriegs” in Folge der Novemberrevolution, die zum Ende der Monarchie und zur Ausrufung der Republik führte, zur Abdankung und zur Flucht ins Exil nach Holland entschloss, hatte das deutsche Kaiserreich den Krieg verloren. Etwa 10 Millionen Menschen waren auf den Schlachtfeldern gefallen.

Kindheit und Jugend

Wilhelm II. wurde am 27. Januar 1859 in Berlin als ältester Sohn des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen (1831–1888) (vom 9. März bis 15. Juni 1888 Deutscher Kaiser Friedrich III.) und dessen Frau Victoria (1840–1901) geboren und war somit Enkel Kaiser Wilhelms I. (1797–1888) und der englischen Königin Victoria (1819–1901).

Die Geburt Wilhelm des Zweiten war ausgesprochen schwierig, der Prinz kam als Steißgeburt zur Welt und überlebte nur durch das couragierte Eingreifen einer Hebamme, die das leblose Baby ganz gegen das Protokoll mit einem nassen Handtuch schlug. Der linke Arm des Kindes war so verletzt, dass er zeitlebens gelähmt und deutlich kürzer blieb. 101 Salutschüsse verkündeten das freudige Ereignis, eine jubelnde Menschenmenge versammelte sich vor dem Kronprinzenpalais, die Thronfolge im Hause Hohenzollern war gesichert. Keinen gesunden Thronfolger geboren zu haben, empfand Prinzessin Victoria als persönliches Versagen und war nur schwer bereit, die Behinderung des Sohnes zu akzeptieren. Kronprinz Wilhelm erlebte eine Kindheit voll Torturen, nichts blieb unversucht, seine Behinderung zu beheben. Legendär sind Kuren wie das Einnähen des kranken Armes in ein frisch geschlachtetes Kaninchen oder Metallgerüste, die Wilhelm umgeschnallt wurden, um seine Haltung zu verbessern.

Wilhelm, von Geburt an durch diesen verkümmerten Arm behindert, verbrachte laut eigenen Aussagen „eine recht unglückliche Kindheit“. Wie im Hochadel üblich, traten seine Eltern als unmittelbare Erzieher ganz hinter seinem calvinistischen Lehrer Georg Ernst Hinzpeter zurück. Als Siebenjähriger erlebte er den Sieg über Österreich-Ungarn 1866 mit der daraus resultierenden Vorherrschaft Preußens in Deutschland. Mit zehn Jahren, im damals üblichen Kadettenalter, trat er beim 1. Garde-Regiment zu Fuß formell als Leutnant in die preußische Armee ein. Als Zwölfjähriger wurde er mit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches nach dem Sieg über Frankreich 1871 auch übernächster Anwärter auf den deutschen Kaiserthron.

Nach dem Abitur am Friedrichsgymnasium in Kassel trat er am 9. Februar 1877 seinen realen Militärdienst bei seinem Regiment (6.Kompagnie, Hauptmann v. Petersdorff) an. 1880 wurde er am 22. März, dem Geburtstag seines Großvaters Kaiser Wilhelm I., zum Hauptmann befördert. Bereits in diesen Jahren bildete sich bei ihm ein Verständnis seiner monarchischen Rolle, das den liberal-konstitutionellen Vorstellungen seiner Eltern zuwiderlief.

Seine folgenden Lebensstationen sind unter dem Aspekt einer Erziehung zum Monarchen zu sehen: Er sollte möglichst vielerlei Erfahrungen sammeln, erhielt aber in keinem Feld, nicht einmal im militärischen, die Chance, sich beruflich solide einzuarbeiten.

Zum Studium begab er sich an die von seinem Urgroßvater gegründete Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo er nichtschlagendes Mitglied des Corps Borussia wurde.

1881 heiratete er Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (22. Oktober 1858–11. April 1921).

Bis 1888 war er dann wechselnden Regimentern zugeordnet, dem 1. Garde-Regiment zu Fuß, dann dem Garde-Husaren-Regiment und dem 1. Garde-Feldartillerie-Regiment, wurde schnell bis zum untersten Generalsrang (Generalmajor) befördert und zuletzt Kommandeur der 2. Garde-Infanterie-Brigade. Der Militärdienst wurde immer wieder durch Beurlaubungen unterbrochen, damit er sich auch soweit möglich mit der zivilen Verwaltung vertraut machen konnte. Sehr gründlich konnte dies nicht geschehen, denn immer mehr Eile war geboten: Sein Großvater stand im höchsten Alter, und sein Vater war mittlerweile todkrank.

Für die Regierungsgeschäfte war dies weniger problematisch, als man vermuten konnte, da bereits seit 1862 Otto von Bismarck, zunächst als preußischer Ministerpräsident, ab 1871 als Reichskanzler die politische Macht fest in seiner Hand konzentriert hatte. Bismarck war nach drei siegreichen Kriegen (1864, 1866, 1870/71) und als Einiger Deutschlands zur stärksten kontinentaleuropäischen Macht ein weltweit respektierter Staatsmann. Wilhelm I. und Friedrich III. hatten ihm gelegentlich opponiert und am Ende stets vertraut. Von diesem Vertrauen hing allerdings nach der Reichsverfassung der Reichskanzler ab, nicht vom Vertrauen des Reichstags. Bismarck baute selbstbewusst darauf, auch den dritten Kaiser lenken zu können.

Das Jahr 1888 ging als Dreikaiserjahr in die Geschichte ein. Nach dem Tode Wilhelms I. am 9. März 1888 regierte Friedrich III. aufgrund seiner bereits fortgeschrittenen Krankheit (Kehlkopfkrebs) nur für 99 Tage (der „99-Tage-Kaiser“). Friedrich III. starb am 15. Juni in Potsdam.

An diese Konstellation hatte der 29-jährige Wilhelm II. bei seinem Amtsantritt anzuknüpfen. Er wünschte, ein Kaiser aller Deutschen zu sein.

Regentschaft und Politik

Soziale Reformen   

„[...], weil die Arbeiter meine Untertanen sind, für die ich zu sorgen habe! Und wenn die Millionäre nicht nachgeben, werde ich meine Truppen zurückziehen und wenn ihre Villen erst in Flammen stehen, werden sie schon klein beigeben!“ (Wilhelm II. zu Otto von Bismarck, als er sich weigerte, Soldaten zur Niederschlagung eines Streiks im Ruhrgebiet zu schicken.)

Dieses Zitat und andere Äußerungen Wilhelms in den ersten Jahren seiner Regentschaft weckten in der Arbeiterschaft zunächst Hoffnungen auf einen sozialen Wandel im Reich.

Die Sozialpolitik lag Wilhelm II. durchaus am Herzen. Allerdings folgten seinen sozialen Reformen keine strukturellen Veränderungen im Reich. Im Gegenteil, er baute seinen politischen Einfluss noch aus und lehnte eine Demokratisierung der Verfassung ab. Preußen behielt das seit Anfang der 1850-er Jahre bestehende undemokratische Dreiklassenwahlrecht, das eine repräsentative Landtagsvertretung verhinderte. Nach wie vor wurde die Regierung nicht vom Reichstag gewählt, sondern vom Kaiser ohne Berücksichtigung der parlamentarischen Verhältnisse bestimmt oder entlassen. Es war dem Kanzler aber auch nicht möglich ohne Mehrheit im Parlament Gesetze zu erlassen oder den Haushalt zu beschließen. Das Parlament war in seiner Macht, als echte Legislative, nicht zu unterschätzen.

Bei alledem forderte Kaiser Wilhelm II. noch während Bismarcks Kanzlerschaft am 178. Geburtstag Friedrichs des Großen in einer Proklamation an sein Volk, mit der Devise: „Je veux être un roi des gueux“ (frz.; zu dt.: „Ich will ein König der armen Leute sein“) das Verbot der Sonntagsarbeit, der Nachtarbeit für Frauen und Kinder, der Frauenarbeit während der letzten Schwangerschaftsmonate sowie die Einschränkung der Arbeit von Kindern unter vierzehn Jahren. Außerdem forderte er bei dem zur Erneuerung anstehenden „Gesetz wider die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ („Sozialistengesetz“) die Streichung des Ausweisungsparagraphen, der die Polizei zur Ausweisung „gefährlicher Sozialisten“ aus ihrem Heimatort berechtigte. Reichskanzler Bismarck kommentierte dies als „Humanitätsduselei“ und verweigerte sich dem in seinen Forderungen durch den Reichstag unterstützten Kaiser. Seine Forderungen konnte der junge Kaiser erst mit dem Nachfolger Bismarcks durchführen, Leo von Caprivi. Allerdings war Wilhelm II. bei allen sozialen Ambitionen so wenig ein Freund der Sozialdemokratie, wie Bismarck es gewesen war. Im Gegenteil hoffte er, durch seine Reformen die Sympathien für die trotz der Sozialistengesetze erstarkte Sozialdemokratie zu schwächen und durch die Aufhebung des repressiven Sozialistengesetzes der 1890 von SAP in SPD umbenannten Partei ihren Märtyrerbonus zu nehmen.

Die Sozialdemokraten ihrerseits ließen sich nicht von dem Reformen Wilhelms II. beeindrucken und setzten unter August Bebel aus ihrem antimonarchistischen Selbstverständnis heraus weiter auf Fundamentalopposition. Obwohl sie den Fortschritt der im Arbeitsschutzgesetz zusammengefassten Reformen sahen, stimmten sie im Reichstag dagegen. Sie forderten grundlegende strukturelle Veränderungen wie zum Beispiel eine Verfassungsänderung, Demokratisierung, ein ausgeweitetes Wahlrecht, Vorrang des Parlaments bei politischen Entscheidungen, eine Umstrukturierung des Haushalts, deutliche Senkung der Rüstungsausgaben, Freiheit für die Kolonien und anderes mehr, für den Kaiser unerfüllbare Anliegen, die seinen Hass auf die Sozialdemokratie noch steigerten.

Der Wohlstand der deutschen Arbeiterschaft stieg von Jahr zu Jahr, doch gelang es Wilhelm II. nicht, den Arbeitern in den Städten das Gefühl zu geben, anerkannte Mitglieder der Gesellschaft zu sein, was zu starken Stimmenzuwächsen der Sozialdemokraten im Reichstag und den Landtagen der Länder führte.

Diese Vorgänge ließen in Wilhelm II., der immer noch „ein König der Armen“ sein wollte, das Urteil reifen, dass eine Versöhnung mit den Sozialdemokraten nicht möglich sei. Er rief schließlich in Königsberg „zum Kampf für Religion, Sitte und Ordnung, gegen die Parteien des Umsturzes!“ auf.

Überblick der unter der Herrschaft Wilhelms II. erlassenen sozialen Reformen

1889: Gesetz betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung vom 22. Juni (für Arbeiter)

1890: Aufhebung des Sozialistengesetzes

1890: Gründung von 31 Versicherungsanstalten – Vorläufer der Landesversicherungsanstalten (LVA)

1891: Auszahlung der ersten Renten an dauernd Erwerbsunfähige und an Arbeiter über 70 Jahre

1891: Arbeiterschutzgesetz vom 1. Juni (23. Novelle zur Reichsgewerbeordnung) mit Frauenschutz, eingeschränkter Nachtarbeit, Sonntagsruhe und Kinderschutz

1891: Einführung der staatlichen Gewerbeaufsicht

1891: Zulassung freiwilliger Arbeiterausschüsse in Betrieben

1891: Verbot der Sonntagsarbeit in Industrie und Handwerk

1892: Novellierung des Krankenversicherungsgesetzes mit Erweiterungen der Versicherungspflicht (Ausweitung auf Familienangehörige)

1895: Verbot der Sonntagsarbeit für das Handelsgewerbe.

1899: Invalidenversicherungsgesetz

1901: Förderung des Arbeiterwohnungsbaus

1905: Arbeiterausschüsse werden in Bergbaubetrieben zur Pflicht

1908: Höchstarbeitszeit, keine Nachtarbeit für Frauen und Jugendliche

1911: Reichsversicherungsordnung (RVO)

1911: Einführung der Hinterbliebenenrente

1911: Versicherungsgesetz für Angestellte

1911: Hausarbeitsgesetz (Regelung der Heimarbeit)

1916: Herabsetzung des Rentenalters für Arbeiter von 70 auf 65 Jahre

1916: Herabsetzung des Rentenalters für Frauen auf 60 Jahre

Entlassung Bismarcks und Antritt Caprivis [Bearbeiten]

In der letzten Periode der Regierungszeit Bismarcks hatte das Deutsche Reich einer „Kanzlerdiktatur“ geglichen, dessen politische Ziele nicht die des jungen Kaisers waren. Bismarck wollte Russland als einen starken Verbündeten, Wilhelm II. vertraute auf Österreich-Ungarn. Bismarck wollte den „Kulturkampf“ gegen den politischen Katholizismus fortsetzen, der Kaiser war strikt dagegen. Bismarck wollte das Sozialistengesetz verschärfen, Wilhelm II. wollte es abschaffen: „Ich will meine ersten Regierungsjahre nicht mit dem Blut meiner Untertanen färben!“ Als der Reichskanzler hartnäckig blieb, schickte der Kaiser am Morgen des 17. März 1890 den Chef seines Militärkabinetts, General v. Hahnke, in die Reichskanzlei: Der Kanzler solle am Nachmittag ins Schloss kommen und sein Abschiedsgesuch mitbringen. Dieses wurde ihm am nächsten Morgen aber nur durch einen Boten gebracht.

Am 20. März 1890 entließ Wilhelm II. den Reichskanzler Otto von Bismarck. Bismarck überwand dies nie und sorgte indirekt durch vielfach lancierte Kritik an den „Hintermännern“ der wilhelminischen Politik und durch sein Memoirenwerk Gedanken und Erinnerungen für nachhaltige Kritik an Wilhelm II . (Der dritte Teil der Memoiren, in welchem Bismarck seine Entlassung darstellte, wurde in der Tat wegen extremer politischer Brisanz erst 1919 veröffentlicht, als Deutschland Republik geworden war.)

Aus der Bismarckschen Darstellung geht explizit hervor, wie isoliert er zum Zeitpunkt der Entlassung schon war, dass er nicht einmal bei den Angehörigen seines eigenen Kabinetts Unterstützung fand und dass sein Stellverteter, Karl Heinrich von Boetticher, in seiner Abwesenheit und ohne seine Billigung mit dem Kaiser in dessen Sinne verhandelt hatte. Bismarck wollte das unterbinden und berief sich auf eine (38 Jahre alte) Kabinettsorder, die es den preußischen Ministern untersagte, ohne Billigung des Kanzlers mit dem Souverän zu sprechen.

Damit war für den Kaiser das Maß voll und Bismarck musste „aus Gesundheitsgründen“ sofort zurücktreten.

Der Rücktritt Bismarcks war somit zwar primär innenpolitisch begründet, aber langfristig gesehen vor allem außenpolitisch fatal. Bezeichnenderweise erinnerte man nur in Wien, nicht dagegen in St. Petersburg, sofort und explizit an Bismarcks Verdienste (Brief vom Kaiser Franz Joseph I.).

Als Bismarcks Nachfolger ernannte Wilhelm II. den General Leo von Caprivi (1831–1899). Caprivi wurde vom Kaiser als „Mann der rettenden Tat“ gefeiert und ob seiner Leistungen in den Grafenstand erhoben. Mit Caprivi glaubte Wilhelm II. eine anerkannte Persönlichkeit gefunden zu haben, mit der er seine geplante Politik der inneren Versöhnung sowie das Arbeitsschutzgesetz durchzusetzen hoffte.

Ein wichtiges außenpolitisches Ereignis fiel (quasi „genau passend“) in dieses Jahr des Kanzlerwechsels: Der Rückversicherungsvertrag mit Russland widersprach teilweise den Bedingungen des Dreibundpaktes mit Italien und Österreich-Ungarn. Der Kaiser war gegen ein Verletzen des letztgenannten Paktes, während Bismarck den Rückversicherungsvertrag seinerzeit für unbedingt notwendig gehalten hatte. Jetzt, 1890, ging es um seine Verlängerung. Von der Öffentlichkeit unbemerkt (es handelte sich ohnehin um einen Geheimvertrag), und von Caprivi hingenommen, wurde der auslaufende Rückversicherungsvertrag vom Deutschen Reich bewusst nicht erneuert. In Russland nahm man realistischerweise einen deutschen Kurswechsel an und begann, sich Frankreich anzunähern.

Caprivis Kanzlerzeit war durch entschiedene Englandfreundlichkeit geprägt. Er war in der Innenpolitik einer der Hauptverantwortlichen für den Wandel des Deutschen Reiches von der Agrarwirtschaft zur industriellen Exportwirtschaft. Die in diesem Zeitraum gemachten Reformen erleichterten es, dass Deutschland wenig später Großbritannien überholte und zur Weltwirtschaftsmacht Nr. 1 aufstieg. Das „Made in Germany“ errang zu dieser Zeit den Status einer Garantie für höchste Qualität.

Integrationspolitik

Die turbulente Vereinigung des alten „Deutschen Bundes“ zu einem „Deutschen Reich“ ohne die deutschen Österreicher - die Kleindeutsche Lösung - brachte einige Probleme mit sich. Die rheinländische, süddeutsche und polnische Opposition gegen die preußische Vorherrschaft stützte sich auf ein sich politisierendes katholisches Bürger-, Arbeiter- und Bauerntum. Als Partei des politischen Katholizismus formierte sich das „Zentrum“. Die Versuche Bismarcks, die katholischen Parteien in ihrer Arbeit zu behindern, führte zu Eingriffen in das Leben der Katholiken. Auch die Judenintegration, die es vorher außer in Preußen nur in wenigen anderen Staaten gab, war jung, und der merkliche soziale Aufstieg der jüdischen Bevölkerung nährte Neid und Antisemitismus in der Bevölkerung. In den östlichen Gebieten Preußens, vor allem in der Provinz Posen, gab es eine starke Unterdrückung der polnischen Minderheit, die zu Unruhen und Gefühlen der Ungerechtigkeit führte. Der Kaiser erkannte die Ernsthaftigkeit dieser Probleme und bezeichnete sie als eine seiner Hauptaufgaben.

Am besten gelang die Integrationspolitik mit den Katholiken. Sie waren durch den bismarckschen Kulturkampf benachteiligt und an der Teilnahme am politischen Leben, sowie bei der freien Ausübung ihrer Religion gehindert worden. Schon zu seiner Prinzenzeit war Wilhelm gegen diese Praktiken und befürwortete die Beendigung des Kulturkampfes. Um die Einigkeit zwischen Protestanten und Katholiken im Reich zu verbessern, zahlte das Reich die den Opfern vorenthaltenen Gelder zurück, hob allerdings nicht alle gefassten Beschlüsse und Gesetze dieser Zeit wieder auf.

Die östlichen Provinzen Preußens (Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und Schlesien) waren bis zur Vertreibung nach 1945 mehrheitlich von Deutschen bewohnt, minderheitlich von Polen, dazu regional von Kaschuben und Masuren. In der Provinz Posen (Poznan) stellten die Polen die Mehrheit. Seit der Bismarckzeit versuchte der Staat, die hier lebenden Polen zu germanisieren, was allerdings scheiterte und in offenen Protest mündete. Kaiser Wilhelm II. hob viele dieser Repressionen, die vor allem die Sprache des Unterrichts und später auch des Gottesdienstes regelten, auf und erkannte die Polen als eigenes Volk und Minderheit im Deutschen Reich an.

Eine der umstrittensten Bereiche in der Einordnung der politischen Meinung des Kaisers ist seine Beziehung zum Judentum bzw. zum Antisemitismus. Die Historiker gehen hier in den Meinungen weit auseinander, je nachdem welche Quellen sie benutzen.

Bei den Reichstagswahlen 1880 zogen zum ersten Mal mehrere antisemitische Parteien in den Reichstag ein. Mit fünf Abgeordneten bildeten sie die „Fraktion der Antisemiten“. Grund für den gestärkten Antisemitismus waren wohl die „Gründerkrise“ und die als relativ stark empfundenen wirtschaftlichen Erfolge jüdischer Unternehmer. Die Juden waren im 1871 gegründeten Deutschen Reich zum ersten Mal freie und gleiche Bürger: Die Einschränkungen, die sie, von Land zu Land unterschiedlich, teilweise zu Schutzbefohlenen eines Herrschers machten und ihnen wirtschaftliche Beschränkungen auferlegten oder ihnen bestimmte Berufsverbote erteilten, waren aufgehoben. Auch der Dienst beim Militär, in Schulen oder der Justiz stand ihnen jetzt offen.

Als Reaktion auf den Antisemitismus entstanden gesellschaftliche Gruppen, die letzterem entgegenzuwirken versuchten. So bildeten besorgte Christen den Verein zur Abwehr des Antisemitismus, dem neben Heinrich Mann auch der Historiker Theodor Mommsen beitrat.

Im Judentum entwickelten sich neben dem orthodoxen Glauben mehrere Strömungen, teilweise auch mit politischem Hintergrund.

So gab es erstens die assimilierten Juden, die sich taufen ließen und das Christentum als Erfüllung des jüdischen Messias-Glaubens akzeptierten.

Der jüdische so genannte Reform-Glaube (Reformjudentum) lehnte diese Art ab, passte sich aber in seiner Wesensart fast völlig den deutsch-christlichen Traditionen an. Er hielt Gottesdienst am Sonntag, nicht am Sabbat (Samstag), mit deutscher, nicht hebräischer Liturgie, hielt kürzere Gebete mit Orgeluntermalung und verzichtete auf traditionelle Gebetsbekleidung. Kaiser Wilhelm unterstützte diese Art der Religionsausübung sehr und finanzierte den Bau der Reform-Synagoge in der Berliner Fasanenstraße mit, an deren Einweihung er demonstrativ teilnahm.

Eine dritte aufstrebende Richtung war der Zionismus, der die Gründung eines eigenen Judenstaates vorsah. Aus Angst, den Antisemitismus zu bestärken, lehnten die Reformgläubigen auch diese, sehr radikale, ursprüngliche Form des Glaubens ab und strich jegliche Passagen über das gelobte Land aus dem Gottesdienst. Der Kaiser unternahm eine Palästinareise mit Theodor Herzl, dem Begründer des modernen Zionismus in Europa. Auf dieser Reise stiftete er in Jerusalem die Erlöserkirche auf dem Muristangelände. Als Erinnerung an diese Expedition wurde dem Kaiser in Haifa 1982 ein Denkmal gesetzt.

Bei seiner Integrationspolitik kam Kaiser Wilhelm II. der Parlamentarismus im Reich entgegen. Anders als heute gab es keine Fünf-Prozent-Hürde, welche das Entsenden von Abgeordneten aus kleineren Parteien verhinderte. So hatten Dänen (1-2 Abgeordnete), Elsass-Lothringer (8-15 Abgeordnete) und Polen (13-20 Abgeordnete) von 1871 bis zur letzten Wahl 1912 stets ihre Fraktion im Reichstag. Juden organisierten sich nicht in einer eigenen Partei. Dies widersprach ihrem Selbstverständnis, deutsche Staatsbürger zu sein, welches durch lange Tradition besonders in Preußen sehr stark ausgeprägt war. Das Wahlsystem grenzte aber auch politische Minderheiten nicht aus. Dies sorgte dafür, dass sich auch die reichsfeindlichen Welfen, aber vor allem die Antisemiten aus der Christlichsozialen Partei und der Deutschen Reformpartei organisieren konnten. Die Zahl ihrer Abgeordneten überschritt aber nie die Zahl der Abgeordneten aus den Parteien der ethnischen Minderheiten.

Trotz dieser Unterstützung gibt es von Wilhelm II. mehrere Zitate, die einen antisemitischen Klang haben, so: „Ich denke gar nicht daran wegen der paar hundert Juden und der tausend Arbeiter den Thron zu verlassen!“ Ob er allerdings auf die Juden als Kollektiv schimpfte oder einzelne meinte, z.B. die ihn oft kritisch betrachtenden jüdisch geleiteten Zeitungskonzerne, ist unklar. Die Verurteilung der Juden als Volk ist aber unwahrscheinlich, da er in seinem Freundeskreis nie Unterschiede zwischen Deutschen jüdischer oder christlicher Abstammung machte. Der von Antisemiten geprägte und heute noch verwendete Begriff „Kaiserjuden“ verriet allerdings große Missbilligung von Teilen der Bevölkerung an diesen Kontakten.

Wirtschaftspolitik und rüstungspolitische Prioritäten

Caprivi setzte einen weiteren von Bismarck verwehrten Wunsch Wilhelms II. durch, die progressive Einkommenssteuer, die höhere Einkommen stärker belastete: die Miquelsche Einkommensteuerreform von 1891.

Durch die industriefreundliche und exportorientierte Eindämmung des Protektionismus zog sich Caprivi die Feindschaft der im Bund der Landwirte organisierten Grundbesitzer („Ostelbier“, „Junker“) zu, der sehr eng mit der Konservativen Partei verwoben war. Die nach Abschaffung der Schutzzölle wachsenden Agrarexporte der USA bewirkten für sie einen Preisverfall. Durch die Förderung des Einsatzes von Agrarmaschinen konnte man die Verluste zwar teilweise auffangen, erhöhte aber die agrarprotektionistischen Ansprüche der ohnehin unterkapitalisierten und zu Investitionen genötigten Großgrundbesitzer.

1893 löste Wilhelm II. den 1890er Reichstag auf, jetzt, weil der die auch von ihm gewollte Aufrüstung des Heeres abgelehnt hatte. Im darauf folgenden Wahlkampf siegten die Befürworter der wilhelminischen Politik aus der Konservativen und Nationalliberalen Partei. Auch die von Alfred von Tirpitz propagierte Aufrüstung der Kaiserlichen Marine, im Volk populär (vgl. Matrosenanzug), wurde in der Folgezeit von Wilhelm gefördert (1895 Vollendung des heutigen Nord-Ostseekanals, Ausbau der Marinehäfen Kiel und Wilhelmshaven). In diesem Zusammenhang besetzte und pachtete das Deutsche Reich die chinesische Hafenstadt Tsingtao auf 99 Jahre. Wilhelm erkannte trotz seiner Englandfreundlichkeit nicht, dass damit die weltweite Hegemonialmacht Großbritannien aufs Äußerste beunruhigt wurde. Der anhaltende deutsche Kolonialismus – gegen den Bismarck sich noch gewehrt hatte – wurde von ihm nicht als riskant gegenüber den Großmächten England, Frankreich und Japan erkannt und eher gebilligt: 1899 erwarb das Reich die Karolinen, Marianen, Palau und Westsamoa.

Wende in den Reichskanzlerberufungen und außenpolitische Dauerprobleme

1894 wurde Caprivi entlassen. Wilhelm berief erstmals einen Nichtpreußen, den Bayern Fürst Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, der weder Führungsehrgeiz entwickeln sollte noch entwickelte: 1896 versäumte er, Wilhelm von der Krüger-Depesche abzuhalten, einem Glückwunschtelegramm an die Buren zur Abwehr des britisch inspirierten Jameson Raid, die in Großbritannien mit Empörung aufgenommen und nachhaltig als Abkehr von der englandfreundlichen Politik Caprivis gedeutet wurde.

1900 ersetzte er Hohenlohe durch Graf Bernhard von Bülow, der als Reichskanzler weder die anstehenden innenpolitischen Reformen betrieb noch die sich umgruppierenden außenpolitischen Konstellationen (in Deutschland als Einkreisungspolitik verstanden) zu meistern vermochte. Das Verhältnis zu Frankreich wurde nicht verbessert, England nun auch durch die Flottenpolitik herausgefordert und Russland auf dem Balkan nicht gegen Österreich-Ungarn unterstützt (vgl. dagegen den Rückversicherungsvertrag der Bismarck-Epoche). Wilhelm hatte allerdings bis zur Daily-Telegraph-Affäre und den Eulenburg-Prozessen Vertrauen in Bülow, der sich ihm zudem durch Schmeichelei unentbehrlich machte.

Friedenspolitisch ergriff Wilhelm II. erst 1905 eine Initiative: Zwecks Wiederannäherung an Russland, das gerade seinen Krieg gegen Japan zu verlieren drohte, schloss er mit Nikolaus II. den Freundschaftsvertrag von Björkö. Frankreich sollte einbezogen werden. Leider wurde aber der deutsch-russische Freundschaftsvertrag schon 1907 von Russland für gegenstandslos erklärt, weil er mit der französisch-russischen Annäherung, die inzwischen stattgefunden hatte, nicht verträglich sei. Diese Annäherung hatte sich ergeben, nachdem Wilhelm II. 1906 in der Ersten Marokkokrise durch seinen Besuch in Tanger Frankreich stark provoziert hatte. Resultat war überdies eine Verschlechterung der Beziehungen zu Japan, das bisher Preußen/Deutschland als wissenschaftlichen und militärischen Lehrmeister angesehen hatte.

1908 wurde Wilhelms Hilflosigkeit durch die Daily-Telegraph-Affäre deutlich: Er beschwerte sich in einem Interview der Zeitung über seine eigene Regierung: sie sei nicht englandfreundlich genug. Bismarck war ein Meister darin gewesen, seine Politik medial zu flankieren (vgl. die Emser Depesche 1870). Bei Wilhelm II. dagegen sollte das Interview und markige Reden die Politik ersetzen. Ein besonders eklatantes Beispiel gab der Kaiser mit der bereits am 27. Juli 1900 in Bremerhaven gehaltenen Hunnenrede. Mit dem Daily Telegraph-Interview fiel er nunmehr der Reichspolitik in den Rücken, knickte angesichts des deutschen Pressesturms ein und versprach, sich künftig zurückzuhalten.

Inzwischen begann die Öffentliche Meinung überhaupt, den Kaiser kritisch zu sehen, und eine Kampagne schadete ihm konkret: Schon 1906 hatte der Journalist Maximilian Harden in seiner Zeitschrift Die Zukunft die Kamarilla um den Kaiser und damit das persönliche Regiment des Kaisers angegriffen. Zu besonders harten Auseinandersetzungen führte seine Enthüllung, dass Philipp von Eulenburg und Hertefeld, ein enger Freund und Berater des Kaisers, homosexuell sei und einen Meineid geleistet habe. Es folgten drei Sensationsprozesse gegen Eulenburg, die trotz „freisprechenden“ Urteils das Ansehen des Kaisers beschädigten.

1909 zerbrach der so genannte Bülowblock, in dem sich die regierungsunterstützenden linksliberalen Parteien, sowie die Nationalliberale und die Konservative Partei zusammengeschlossen hatten. Auslöser war der Versuch Bülows, das preußische Wahlrecht zu reformieren, worauf ihm die im Preußischen Landtag dominierenden Konservativen die Gefolgschaft verweigerten. Sozialdemokraten und Zentrum, die diesen Versuch in seinen Grundsätzen unterstützen, verweigerten trotzdem die Zusammenarbeit mit Bülow. Sie warfen ihm Prinzipienlosigkeit vor, da er erst kurz zuvor in Zusammenarbeit mit den Konservativen neue Repressalien gegen die Polen durchgesetzt hatte. Die Germanisierungspolitik wurde auf Betreiben Kaiser Wilhelms II. beendet. Dass Bülow nun aber, um sich die Loyalität der Konservativen Partei zusichern, die Enteignung von polnischen Gütern erleichterte, ignorierte der Kaiser zunächst, um die stabile Parlamentsmehrheit nicht zu gefährden.

Daraufhin entließ er ihn jedoch und ernannte Theobald von Bethmann Hollweg zum Reichskanzler. Er überließ ihm die Außenpolitik, die aber ihre Ziele - Wiederannäherung an England und Distanzierung von der antirussischen Balkanpolitik Österreich-Ungarns - nicht erreichte. Die antifranzösische Politik wurde 1911 in der zweiten Marokkokrise durch deutschen Interventionismus verschärft (der „Panthersprung nach Agadir“), Heer und Flotte wurden weiter verstärkt. Markante Eingriffe Wilhelms unterblieben. Der Kaiser war zwar Militarist, aber kein Bellizist, er wollte trotz seiner kriegerischen Reden im Grunde keinen Krieg. Er tat aber auch zu wenig, um dies deutlich zu machen.

Insgesamt ist Wilhelms II. Anteil an der deutschen Außenpolitik umstritten. Während John C. G. Röhl in ihm eine wirkungsmächtige Instanz hervorhebt, die in die Politik des Reiches eigenständig eingriff, sieht die Mehrzahl der Historiker wie Wolfgang Mommsen die zivile Reichsleitung im Zentrum der Verantwortung. Unbestreitbar ist, dass der Kaiser nicht als Koordinator zwischen Außen-, Heeres- und Flottenpolitik wirkte. So kam es, dass Reichskanzler, Heeres- und Marineleitung je unterschiedliche Ziele verfolgten, die miteinander nicht verträglich waren: Vor allem der Aufbau der Flotte schuf ein außenpolitisches Problem.

Erster Weltkrieg

1914 in der Julikrise spielte Wilhelm II. eine ambivalente Rolle. Er wollte den Frieden retten und auf der Monarchenebene versuchte er sein Bestes, einen fieberhaften Briefwechsel mit dem russischen Kaiser (Lieber Nicky! – Lieber Willy!), der bei der nunmehr objektiven Kriegsentschlossenheit sämtlicher Kontinental-Großmächte gar nichts bewirkte. Objektiv jedoch steigerte der Kaiser die Kriegsgefahr: Denn er ermächtigte Bethmann Hollweg nach dem Attentat von Sarajewo am 28. Juni 1914, Österreich-Ungarn eine Blankovollmacht für dessen aggressive Politik gegen Serbien zu erteilen. Faktisch wurde nach der österreichisch-ungarischen Kriegserklärung an Serbien die Außenpolitik von Kaiser und Kanzler dem deutschen Generalstab überlassen: Die Mobilmachung im Russischen Reich erlaubte es nach dessen Urteil dem Deutschen Reich nicht, mit der Kriegserklärung an Russland und Frankreich länger zu warten, da sonst der deutsche Schlieffenplan, bei einem Zweifrontenkrieg erst schnell Frankreich, dann Russland zu schlagen, undurchführbar zu werden drohte. Wilhelm mischte sich in der Folge nicht in militärische Zielsetzungen ein, überließ diese aber nicht verfassungsgemäß dem Reichskabinett, sondern der Obersten Heeresleitung.

Im Verlauf des Ersten Weltkrieges 1914–1918 wurde die Bedeutung des Kaisers immer geringer. Besonders mit der 3. Obersten Heeresleitung unter Hindenburg und dem dominierenden Ludendorff wurde er 1916–1918 zunehmend von den politisch-militärischen Entscheidungen ausgeschlossen. Jedoch schob die Heeresleitung ihm 1917 die auch im Reich umstrittene Entscheidung über den „uneingeschränkten“ U-Boot-Krieg zu. Er schloss sich – gegen den Rat seines Reichskanzlers – der Meinung der Militärs an und willigte ein, was dann zur Kriegserklärung der USA führte. Diese machten später die Abdankung des Kaisers zur Bedingung für die Eröffnung von Friedensverhandlungen. Ab 1917 hatte Ludendorff eine faktisch diktatorische Position. Auf weitere Reichskanzlerwechsel nahm Wilhelm II. keinen Einfluss, die 1918er Reform der Reichverfassung in Richtung auf eine parlamentarische Monarchie wurde ohne ihn versucht.

Durch den Hungerwinter 1917/18 und das völlige Desaster der Kriegsführung, spätestens nach der gescheiterten Frühjahrsoffensive im Westen 1918, war Wilhelm II. im Reich unhaltbar geworden. Dazu kam die Tatsache, dass der Bevölkerung längst bewusst war, dass ein Friedensschluss unter leidlichen Bedingungen („Selbstbestimmungsrecht der Völker") nur noch von der Abdankung ihres Kaisers abhing, da die USA sich weigerten, Friedensverhandlungen vorher zu beginnen. Am 9. November 1918 gab Reichskanzler Prinz Max von Baden (1867–1929) eigenmächtig und ohne Wilhelms II. Einwilligung dessen (!) Abdankung bekannt. Damit war in Deutschland die Monarchie überall am Ende. Der noch im selben Monat vom Kaiser selbst ausgesprochene Rücktritt (s.u.) war angesichts der Situation zwangsläufig (s. Novemberrevolution).

Die Folgen konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen: Der Sturz der Monarchie ebnete nach Ansicht des späteren britischen Premierministers Sir Winston Churchill den Weg in die Diktatur Adolf Hitlers.

Am 10. November 1918 fuhr der Kaiser aus seinem Hauptquartier in Spa in die Niederlande und erbat (und erhielt) dort Asyl. Besonders enttäuscht war er von Hindenburg, der ihn fallen ließ, des Weiteren wetterte er gegen „das Judengesindel“ (O-Ton Wilhelm). Er dankte offiziell am 28. November 1918 ab, 19 Tage nach Ausrufung der Republik, gab aber nie den Wunsch auf, wieder auf den Thron zurückzukehren.

Text der Abdankungsurkunde:

Ich verzichte hierdurch für alle Zukunft auf die Rechte

an der Krone Preussen und die damit verbundenen Rechte an der

deutschen Kaiserkrone.

Zugleich entbinde ich alle Beamten des Deutschen Reiches

und Preussens sowie alle Offiziere, Unteroffiziere und Mann-

schaften der Marine, des Preussischen Heeres und der Truppen

der Bundeskontingente des Treueides, den sie Mir als ihrem

Kaiser, König und Obersten Befehlshaber geleistet haben. Ich

erwarte von ihnen, dass sie bis zur Neuordnung des Deutschen

Reichs den Inhabern der tatsächlichen Gewalt in Deutschland

helfen, das Deutsche Volk gegen die drohenden Gefahren der

Anarchie, der Hungersnot und der Fremdherrschaft zu schützen.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unter-

schrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel.

Gegeben Amerongen, den 28. November 1918

Wilhelm

Zeit nach der Abdankung

Exil

Bis 1920 lebte Wilhelm II. in Amerongen, danach bis zu seinem Tod in dem von ihm erworbenen Haus Doorn in den Niederlanden im Exil. 1921 starb seine Frau.

1922 heiratete er die verwitwete Prinzessin Hermine von Schönaich-Carolath, geborene Prinzessin Reuß ä.L. (1887-1947) („Kaiserin“ in seiner Titulatur, amtlich „Prinzessin von Preußen“). Er versammelte Gelehrte zu kulturhistorischen Studien um sich (Doorner Arbeitskreis), verfasste seine Memoiren und weitere Bücher und hielt sich für die Wiederherstellung der Monarchie bereit. Unter anderem durch den Hitlerputsch 1923 sah er sich darin bestätigt, dass nur ein Monarch Ruhe und Ordnung garantieren könne.

Immer wieder äußerte er sich antisemitisch, „Presse, Juden und Mücken“ solle man den Garaus machen, „am besten mit Gas“.

1933 näherte er sich – auch bestärkt durch seine Frau, die im Reich umherreiste – den Nationalsozialisten an, von denen er sich die Restauration des Kaiserreichs versprach, was sich trotz zweimaligen Besuchs Görings in Doorn bald als unrealistisch erwies. Hitler hielt ihn hin.

Als er im November 1938 von dem antijüdischen Pogrom, der „Kristallnacht“, erfuhr, äußerte er sich entsetzt und hielt es für eine Schande. Bei Besetzung der Niederlande 1940 ließ Hitler das Anwesen durch die Geheime Feldpolizei abriegeln. Zum deutschen Sieg über Frankreich im Mai erhielt Adolf Hitler ein angeblich von Wilhelm II. abgesandtes Glückwunschtelegramm. Darin wurde zwar nicht dem „Führer“ Hitler, aber dem Reichskanzler, und vor allem zum „Sieg der deutschen Waffen“ gratuliert. Ob es von Wilhelm II. stammte, wird stark bestritten, sein damaliger Hausminister Wilhelm von Dommes dürfte der Urheber dieses Telegramms gewesen sein.

Tod

Wilhelm II. starb am Morgen des 4. Juni 1941 im Haus Doorn. Seine letzten Worte sind zweifelhaft überliefert: „Ich versinke, ich versinke...“.

Trauerfeiern im Reich wurden verboten. Die NS-Machthaber erlaubten nur einer kleinen Zahl von Personen (dem engeren Familienkreis, einigen ehemaligen Offizieren) die Fahrt in die besetzten Niederlande zur Teilnahme an der Beisetzung. Der Kaiser wurde zunächst in einer Kapelle nahe dem Doorner Torhaus beigesetzt. Sodann wurde sein Sarg in das nach seinen Zeichnungen posthum erbaute Mausoleum im Park von Haus Doorn überführt. Sein selbst gewählter Grabspruch lautet: „Lobet mich nicht, denn ich bedarf keines Lobes; rühmet mich nicht, denn ich bedarf keines Ruhmes; richtet mich nicht, denn ich werde gerichtet.“

Beide Gattinnen ruhen im Antikentempel am Neuen Palais in Potsdam.

Wilhelm II. als Persönlichkeit

Auf Grund von Komplikationen bei seiner Geburt war Wilhelms II. linker Arm um 15 cm kürzer als der rechte und teilweise gelähmt, mit daraus resultierenden Gleichgewichtsstörungen und Haltungsschäden sowie häufigen Schmerzen im linken Ohr. Eine besondere elterliche Zuwendung erfuhr er nicht und dankte es mit einem bleibenden Ressentiment besonders gegen seine Mutter, die ihn selbst wiederum, wie in ihren Briefen deutlich zu lesen, hasste. Schmerzvoll waren die Versuche der Familie, seiner Behinderung entgegen zu wirken. Denn der zukünftige König von Preußen sollte ein „ganzer Mann“ und kein Krüppel sein. So musste er sich als Kleinkind z.B. schmerzhaften Elektroschocktherapien unterziehen. Auch wurde erfolglos versucht, seinen verkümmerten Arm zu strecken. Das beruflich oft erforderliche Reiten fiel ihm daher schwer. Diese unbehebbare Behinderung prägte ihn sehr. Er war gehalten, sie stets als einen Makel zu verbergen. Das Tragen von Uniformen und das Abstützen der linken Hand auf der Waffe war ein Ausweg. Die Behinderung machte ihn vermutlich zu einem Menschen mit Selbstzweifeln und geringem Selbstbewusstsein und einer darauf beruhenden Ichverfangenheit, leichten Kränkbarkeit und ihr zufolge Sprunghaftigkeit. Später dürfte diese auch seine sprichwörtliche Reiselust begünstigt haben. Ob mögliche Neurosen eine ernsthafte seelische Erkrankung unterstellen lassen müssten, ist durchaus strittig. Ob auch eine Anlage zu einer Geisteskrankheit vorlag, noch mehr. Ein schwermütiger Zug wird ihm mitunter attestiert. Der noch heute berühmte Psychiater Emil Kraepelin bezeichnete sogar – auf Grund ferndiagnostisch zugänglicher öffentlicher Quellen – Wilhelms Gemüt als einen „typischen Fall periodischen Gestörtseins“, ein freilich bestrittenes Urteil in Richtung auf eine manisch-depressive Disposition.

Anhaltende Schwierigkeiten waren Wilhelm II. verhasst, deswegen ließ er auch bewährte Freunde und Parteigänger schnell im Stich, so dass eher diplomatisierende Charaktere, wie Bülow und viele Höflinge, seinen Umgang ausmachten und seine Personalauswahl bestimmten. Offiziere, unter denen er sich wohlfühlte, erweiterten sein Urteil wenig, denn sie hatten im Zweifel die politischen Vorurteile ihrer kastenartig abgeschlossenen Berufsgruppe, und auch ihr Stil des Schwadronierens färbte auf ihn ab. Von seiner Persönlichkeit her gesehen behinderten narzisstische Züge seine Einfühlungsgabe und sein Urteil über Andere, wie z.B. über Nikolaus II. von Russland. Seine Taktlosigkeiten waren bekannt. Sie fielen seiner Mitwelt besonders bei seinem Regierungsantritt und bei Bismarcks Entlassung ins Auge, die dieser in seinen Gedanken und Erinnerungen rachsüchtig ausbreitete. Eine diese Handikaps ausbalancierende Welt- und Menschenkenntnis zu erwerben, hatte sein Werdegang ihm nicht erlaubt.

Trotz der Wesensunterschiede zu seinem altpreußisch-schlichten und im Persönlichen bemerkenswert loyalen Großvater Wilhelm I. versuchte Wilhelm II. immer, dessen Regierungsmuster zu folgen. Man kann sein anfängliches Verhältnis zu Caprivi dergestalt deuten, dass er hier ‚seinen eigenen Bismarck‘ gefunden zu haben hoffte. Zum militärischen Oberbefehlshaber ernannte er den Neffen des berühmten Generalfeldmarschalls Helmuth von Moltke („Ich will auch einen Moltke.“), der dann aber aus dem Schatten Alfred von Schlieffens nicht heraus zu treten vermochte. Allerdings wurde die Zurückhaltung seines Großvaters bei direkten politischen Eingriffen keineswegs bleibendes Merkmal des Enkels; wiederholt griff Wilhelm II. durch Personalentscheidungen und Befehle für Gesetzesvorlagen direkt in die Politik ein.

Gar nicht folgte er der öffentlichen Zurückhaltung des alten Kaisers: Selbstdarstellungseifer drängte Wilhelm II. oft repräsentativ in die Öffentlichkeit, wobei eine nicht unbeachtliche Rednergabe ihm Echo einbrachte, aber auch zu politisch bedenklichen Formulierungen verlockte. Auch begünstigte dieser Übereifer sein Verhältnis zu den Massenmedien. Man kann ihn als ersten Medienmonarchen des 20. Jahrhunderts ansehen. Seine Schaustellungen von Uniformen und Orden stimmten im Übrigen zum Protzstil des später nach ihm benannten Wilhelminismus.

Die Künste standen ihm fern, die Literatur lag ihm nicht am Herzen. Eigene Interessen entwickelte er für die Archäologie, seine Korfu-Aufenthalte sind auch davon bestimmt. Außerdem oblag er, wie in Adelskreisen nicht unüblich, begeistert der Jagd, seine Trophäenzahl erfreute ihn (er erlegte rd. 46.000 Tiere); im Exil fällte er gerne Bäume. Bei der Jagd lernte Wilhelm auch seinen später engen Freund Philipp Graf zu Eulenburg kennen, der besonders in den Jahren 1890 bis 1898 zu seinen wichtigsten Beratern zählte.

Desengagement, wenn die Dinge anders liefen, als er wollte, blieb sein Wesenszug. Noch 1918, angesichts der revolutionären Verhältnisse im Reich, emigrierte er sang- und klanglos ins neutrale Ausland. Seine in Holland verfasste Autobiografie mit ihren Rechtfertigungen oder Themenvermeidungen ist ein gutes Zeugnis seiner Urteilsschwächen.

Das Bild Wilhelms II. in der Öffentlichkeit

Wilhelm II. war zunächst sehr populär. Die weniger geschätzten Züge einer Reichseinigung „von oben“ mit Bewahrung alter Machtstrukturen fand in der Kaiserverehrung einen willkommenen Ausgleich. Die weithin monarchistisch gesonnene Presse nahm dies auf, man fand für ihn die Bezeichnungen „Arbeiterkaiser“ und „Friedenskaiser“ (dies geht u. a. auf den Vorschlag von Emanuel Nobel von 1912 zurück, Kaiser Wilhelm II. den von Alfred Nobel gestifteten Friedensnobelpreis zuzusprechen, damals hatte das Deutsche Reich unter seinem Kaisertum 24 Jahre Frieden gehalten). Doch wurde er auch als bedrohlich empfunden (vgl. Ludwig Quiddes als Kritik an Wilhelm II. aufgefasste und vielrezipierte 1894er Studie Caligula zum "Cäsarenwahnsinn“). Zunehmend mischte sich dann Spott hinein: „Der erste war der greise Kaiser, der zweite war der weise Kaiser, der dritte ist der Reisekaiser.“ Auch in der Bezeichnung „Redekaiser“ steckte Kritik. Seine vielerlei Uniformen wurden bewitzelt: „Majestät, im Badezimmer ist ein Rohr geplatzt.“ – „Bringen Sie die Admiralsunifom.“ („Simplicissimus“)

Von den ihn kritisierenden Demokraten, Sozialisten, Katholiken, auch den kritischen Minderheiten (von 1864 her die Dänen, seit 1866 die Hannoveraner, seit 1871 die Elsass-Lothringer, dauerhaft die Polen) wurde ihm zunächst das die öffentliche Meinung beherrschende Bürgertum am gefährlichsten. Bei den Schriftstellern war er nicht angesehen, der ironische Thomas Mann war in seinem Roman Königliche Hoheit noch am mildesten mit einem behinderten und etwas einfältigen Dynasten umgegangen. Direkte Kritik verbot der Paragraph zur „Majestätsbeleidigung“ im Strafgesetzbuch, aber die Witze über ihn wurden immer beißender. Man vergleiche nur das viel positivere Kaiserbild von Franz Joseph in Österreich-Ungarn, der doch viel stärkere innen- und außenpolitische Probleme hatte.

Nach 1918 und seiner Flucht ins Exil überwog die Verachtung, man warf ihm Feigheit vor: Warum ist er nicht an der Spitze seines Heeres kämpfend gefallen? Monarchisten erhofften 1933 mit Hitlers Machtantritt seine Rückkehr. Da Hitler nichts dergleichen im Sinne hatte, wurde Wilhelm II. in seinen letzten zehn Lebensjahren immer stärker vergessen, sein Tod blieb überwiegend unbetrauert. Sein öffentliches Ansehen hat sich seither kaum erholt.

Außerhalb Deutschlands war sein Ansehen eher schlechter als in Deutschland. Während des Ersten Weltkrieges war Wilhelm II. oft die symbolische Zielfigur der feindlichen Propaganda.

Familie

Stammbaum

Söhne und Töchter

Friedrich Wilhelm Victor August Ernst (1882-1951) ∞ 1905 Herzogin Cecilie zu Mecklenburg-Schwerin (1886-1954)

Wilhelm Eitel Friedrich Christian Karl (1883–1942) ∞ 1906-1926 Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg (1879-1964)

Adalbert Ferdinand Berengar (1884–1948) ∞ 1914 Prinzessin Adelheid von Sachsen-Meiningen (1891-1971)

August Wilhelm (1887–1949) ∞ 1908-1920 Prinzessin Alexandra von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1887-1957)

Oskar Karl Gustav Adolf (1888–1958) ∞ 1914 Gräfin Ina Maria von Bassewitz (1888-1973)

Joachim Franz Humbert (1890–1920, Selbstmord) ∞ 1916 Prinzessin Marie Auguste von Anhalt (1898-1983)

Victoria Luise Adelheid Mathilde Charlotte (1892–1980) ∞ 1913 Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg (1887-1953)

Titel und Ränge

Titular

Akademische Titel

(alphabetisch nach Hochschulen)

Dr. iur. utr. h.c. der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin

Dr.-Ing. E.h. der Polytechnischen Hochschule in Berlin

Ehrendoktor der Wissenschaften der Universität Klausenburg

Dr. of Civil Law der Universität Oxford

Ehrendoktor der Rechte der Universität von Pennsylvania

Ehrendoktor der Medizin der Karls-Universität Prag

Militärische Laufbahn

27. Januar 1869: Leutnant im 1. Garderegiment zu Fuß und à la suite des 1. Batl. (Berlin) des 2. Garde-Landwehr-Regiments.

22. März 1876: Oberleutnant

22. März 1880: Hauptmann

16. Oktober 1881: Major

16. September 1885: Oberst und Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments

27. Januar 1888: Generalmajor und Kommandeur der 2. Garde-Infanterie-Brigade

15. Juni 1888: Oberster Kriegsherr des deutschen Heeres und Chef der Marine, Chef des 1. Garde-Regiments zu Fuß, des Regiments der Garde du Corps, des Leib-Garde-Husaren-Regiments

13. September 1889: Chef des Königs-Ulanen-Regiment (1. hannoversches) Nr. 13

Chefstellen und andere Ehrenränge

Hier geht es um den Rang des Chefs (in Bayern: Inhaber) von Truppenteilen, dessen Namen diese dann auch oftmals trugen (das militärische Kommando liegt nicht beim „Chef“, sondern bei dem jeweiligen „Kommandeur“). Die Generals- und Admirals-Titel sind ebenfalls als Ehrenränge zu verstehen.

Deutschland

Chef des

1.Garde-Regiments zu Fuß

Regiments der Gardes du Corps

Leib-Garde-Husaren-Regiments

Königs-Ulanen-Regiments (1. Hannoversches) Nr. 13

Königs-Infanterie-Regiments (6. Lothringisches) Nr. 145

Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm I. (2. Ostpreußisches) Nr. 3

Regiments Königs-Jäger zu Pferde Nr. 1

Leib-Kürassier-Regiments Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1

1. Leib-Husaren-Regiments Nr. 1

2. Leib-Husaren-Regiments Königin Viktoria von Preußen Nr. 2

Leib-Grenadier-Regiments Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8

2. Badischen Grenadier-Regiments Kaiser Wilhelm I. Nr. 110

Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116

Königlich Sächsischen 2. Grenadier-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 101

Königlich Württembergischen Infanterie-Regiments Nr. 120

Königlich Württembergischen Dragoner-Regiments Königin Olga (1. Württembergisches) Nr. 25

Inhaber des

1. Königlich Bayerisches Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“

Königlich Bayerischen 6. Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm, König von Preußen

Ausland

Inhaber des

K.u.k. Infanterie-Regiments Nr. 34 (Österreich-Ungarn)

K.u.k. Husaren-Regiments Nr. 7 (Österreich-Ungarn)

Chef des

Kaiserlich Russischen St. Petersburger Leib-Garde-Grenadier-Regiments 'König Friedrich Wilhelm III.'

85. Infanterie-Regiments „Wyborg“, (Russland)

13. Husaren-Regiments „Narva“ (Russland)

Königlich Großbritannischen 1. Dragoner-Regiments

Ehrenoberst des

Königlich Portugiesischen 4. Reiter-Regiments

Königlich Spanischen Dragoner-Regiments „Numancia“

Kaiserlich Osmanischer Feldmarschall

Feldmarschall der Kaiserlich-Königlichen Armee Österreich-Ungarns

Königlich Großbritannischer Feldmarschall

Königlich Großbritannischer Ehrenadmiral der Flotte

Königlich schwedischer Flaggenadmiral

Königlich norwegischer Ehrenadmiral

Königlich dänischer Ehrenadmiral

Admiral der Kaiserlich russischen Flotte

Ehrenadmiral der Kgl. griechischen Flotte

Sonstige (nichtmilitärische) Ränge und Orden

Auswahl

Neuntes Oberhaupt und neunter Souverän und Meister des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler

Protektor des Johanniterordens

Ritter des Hosenbandordens (Vereinigtes Königreich)

Ritter des St.Andreasordens (Russland)

Ritter des Annunciaten-Ordens (Italien)

Ritter des Elefanten-Ordens (Dänemark)

Ritter des St.-Hubertus-Ordens

Ritter des Seraphinenordens (Schweden)

Ritter des Löwen-Ordens (Norwegen)

Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (Spanien)

Ehrenbailli und Großkreuz des Souveränen Malteserordens

 

Das Schloss Wilhelmshöhe befindet sich im Bergpark Wilhelmshöhe von Kassel. Das von 1786 bis 1798 im Stil des Klassizismus gestaltete Schloss wurde für Landgraf Wilhelm IX. (ab 1803 Kurfürst Wilhelm I.) errichtet.

International bekannt ist es für seine heutige Nutzung als Museum, das unter anderem die Antikensammlung und die Gemäldegalerie Alte Meister enthält. Sehr bedeutend ist zudem das Museum im Weißensteinflügel mit den einzig authentisch verbliebenen Räumen der Landgrafen.

Am 23. Juni 2013 wurde der Bergpark Wilhelmshöhe mit dem Schloss als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Geographie

Das Schloss steht im Gebiet des Kasseler Stadtteils Bad Wilhelmshöhe im unteren Teil des Bergparks Wilhelmshöhe auf 285 m Höhe. Am unteren Karlsberghang befindet es sich oberhalb des Westendes der Wilhelmshöher Allee. Das Herkulesmonument sowie das Schloss bilden eine Sichtachse. Diese Sichtachse, die zugleich die Mittelachse des gesamten Bergparks bildet, findet ihre Verlängerung in der Wilhelmshöher Allee, die bis in die Kasseler Innenstadt führt und in der Fünffensterstraße endet.

Geschichte

An der Stelle des heutigen Schlosses bestand seit dem 12. Jahrhundert das Augustiner-Chorherren-Stift und spätere Augustinerinnen-Kloster Weißenstein. Unter Landgraf Philipp von Hessen wurde das Kloster säkularisiert und danach gelegentlich als Jagdschloss benutzt. Philipps Enkel, Landgraf Moritz, ließ von 1606 bis 1610 an gleicher Stelle ein neues Jagdschloss erbauen. Dies wurde unter seinen Nachfolgern zu beachtlicher Größe ausgebaut. Die ursprüngliche Klosteranlage fiel dem Neubau zum Opfer.

Das heutige Schloss entstand von 1786 bis 1798 nach Entwürfen der Architekten Simon Louis du Ry (Weißensteinflügel und Kirchflügel) und Heinrich Christoph Jussow (Mittelteil) für Landgraf Wilhelm IX. Als Vorbilder gelten Schloss Wanstead und Prior Park in England. Geplant und ausgeführt wurde das Schloss als zum Park geöffnete, weit ausgreifende Dreiflügelanlage. Die Seitenflügel sind langgestreckte, schmale Bauwerke mit halbrunden Ausbauten an den Schmalseiten. Die Mitte der Langseiten werden durch Risalite mit je acht frei vorgestellten Säulen betont, die beide Obergeschosse umfassen; abgeschlossen durch vasengekrönte Attiken.

Während der napoleonischen Besatzung von 1806 bis 1813 wurde die Anlage in Napoléonshöhe umbenannt. Das Schloss diente dem König von Westphalen, Jérôme Bonaparte, nachdem das von Jérôme und seinem Hofstaat bewohnte Kasseler Stadtschloss 1811 abgebrannt war, zeitweise als Residenz. In dieser Zeit besuchte auch Charles-Louis-Napoléon Bonaparte, der Neffe Jérômes, das Schloss, der später hier als Napoléon III. gefangengehalten werden sollte. Die drei ehemals freistehenden Gebäudeteile wurden durch eingeschossige Verbindungsbauten verschmolzen. Diese Verbindungsbauten wurden unter Kurfürst Wilhelm II. durch seinen Hofbaumeister Johann Conrad Bromeis zu ihrer heutigen Höhe aufgestockt. Dadurch und durch das Fehlen der ursprünglichen weißen Fassung geht dem klassizistischen Bauwerk einiges an Filigranität verloren. In der dazugehörenden Schlosskapelle wurde unter anderem 1828 Wilhelms Tochter Louise von Bose konfirmiert.

Nachdem er bei der Schlacht von Sedan im Deutsch-französischen Krieg (1870–1871) gefangengenommen worden war, wurde Napoléon III. im Schloss unter Arrest gestellt. Am 5. September 1870 traf er im Schloss ein und blieb hier bis zum 19. März 1871, als er ins Exil nach England ging. Am 30. Oktober 1870 besuchte ihn die Kaiserin Eugénie im Schloss.

Das Schloss war 1891 bis 1918 regelmäßig Sommerresidenz der Kaiserfamilie. Es war jedoch auch Rückzugsort für Kaiser Wilhelm II. während persönlicher oder politischer Krisen. Nach dem Waffenstillstand von Compiègne im Jahr 1918 war das Schloss kurze Zeit Sitz des Großen Hauptquartiers.

Zwischen 1944 und 1945 flog die Royal Air Force mehrere Angriffe auf Kassel. Im Februar 1945 wurde Wilhelmshöhe bombardiert. Dabei wurde der kuppelbekrönte Mittelbau des Schlosses durch Bomben stark beschädigt, auf der Parkseite blieben jedoch voll ausgestattete Räume, bis in das zweite Obergeschoss hinein, intakt. Die Sicherung der Anlage seit dem Ende des Kriegs durch die Bauverwaltung war jedoch auffällig nachlässig. Unter der Vorgabe, Enttrümmerungen vornehmen zu wollen, wurde der Mittelteil schließlich Zug um Zug um die verbliebene historische Innenausstattung gebracht. Teile des Schlossmobiliars finden sich heute in der Villa Hammerschmidt in Bonn. Ab 1961 betreute der funktionalistische Architekt Paul Friedrich Posenenske den Wiederaufbau, dieser erfolgte zum Teil in vereinfachter Ausführung und unter dem Aspekt einer vornehmlichen Nutzung als Kunstmuseum. Dabei ist auch der Wiederaufbau der Kuppel entfallen.

Während des deutsch-deutschen Gipfeltreffens am 21. Mai 1970 war im Schloss das Pressezentrum untergebracht. Der französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing besuchte das Schloss auf seiner Deutschlandreise 1980.

Heutige Nutzung

Albrecht Altdorfer, Kreuzigung

Der Kirchflügel wurde für die Nutzung als Verwaltungsort der Staatlichen Museen Kassel weitgehend entkernt. Der stark beschädigte Mittelbau wurde ohne Kuppel und ohne Fensterkreuze sowie Fensterläden wieder instand gesetzt und wirkt im Ensemble heute als Fremdkörper. Auch die ursprüngliche Raumaufteilung wurde nicht wiederhergestellt. Anstatt der Kuppel setzte man auf das Gebäude ein Glasdach zur Belichtung der Gemälde, das noch vom Herkules aus ins Auge fällt. Die Museumslandschaft Hessen-Kassel präsentiert im Mittelbau heute:

die Antikensammlung

die Gemäldegalerie Alte Meister; sie enthält vornehmlich flämische und holländische Malerei des Barock (Rembrandt (siehe auch Jakobssegen (Rembrandt)), Frans Hals, Rubens etc.) sowie altdeutsche (Albrecht Altdorfer, Albrecht Dürer), italienische und spanische Malerei.

die Graphische Sammlung

regelmäßig Wechselausstellungen

das Museumsbistro Jeromé

in der historischen Kapelle hält die protestantische Gemeinde ihre Gottesdienste ab.

Weißensteinflügel

Seit dem Umbau des Schlosses nach 1945 ist nur noch die historische Einrichtung des Weißensteinflügels vorhanden und dessen nach historischen Vorbildern eingerichtete Räume besichtigt werden können. Hier befand sich von 1948 bis 1976 auch das Tapetenmuseum. Auf zwei Etagen werden zahlreiche Möbel des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts gezeigt. Aus der Einrichtung der Bauzeit im Stil Louis-seize und des Frühklassizismus haben sich zahlreiche Möbel erhalten. Alleine drei Schreibtische von David Roentgen sind ausgestellt. Aus der Zeit von Jérôme Bonaparte hat sich eine große Sammlung an Empire-Mobiliar von Bernard Molitor, Bronzen von Pierre-Philippe Thomire und Porzellan aus Sèvres erhalten. Neben zahlreichen Gemälden von Johann Heinrich Tischbein dem Älteren werden auch sieben Jagdstücke von Jean-Baptiste Oudry gezeigt.

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Description

Kaiser Wilhelm II. in the Tropical Uniform.

 

A large-format original print from 1898.

 

With woodcut illustration:

 

Kaiser Wilhelm II. in the tropical uniform designated for the Palestine trip (during the presence of the Imperial couple at Schloß Wilhelmshöhe Castle near Kassel at the end of August 1898).

 

After a photographic capture (by imperial order) by Franz Tellgmann, court photographer in Mülhausen in Thüringen, and Franz Tellgmann in Eschwege an der Werra.

 

A print section measuring 275 x 390 mm.

 

With minimal wear and tear, a very small bend in the unprinted area at the lower left corner, otherwise in very good condition.

 

Excellent image quality on art print paper – extremely rare!!!

 

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Historical information about the item:

 

Considering the high temperatures that have been prevalent in the East over the past months of the year, Emperor Wilhelm had a tropical uniform made of light-colored tawny fabric ordered. The skirt is comfortable, slightly wrinkled, and equipped with general insignia, guard caps, and sleeve cuffs. The trousers are form-fitting with wide red longitudinal stripes at the outer hem. They are worn with high brown leather boots.

The sabershield is also made of brown leather. The tropical helmet features Prussian eagles on the front. The entourage of the Emperor and Empress wore a similar tropical uniform during their journey to the East; this uniform contained insignia corresponding to each person’s rank, just as the imperial guards did as well.The bodyguards wore uniforms made of yellow English cotton fabric; those of the emperor had collars and lapels made of blue cloth with gold embroidery, while the collars and lapels of the empress’s bodyguards were made of carmosin-red cloth with silver embroidery. On the tropical helmets, the bodyguards wore guard straps. The servants were also dressed in cotton costumes and equipped with English hats.Under the skirts, the servants wore a pair of light yellow leather harness with a revolver and field flask.

 

Ferdinand Tellgmann (1811-1897)

The beginning of a photographic dynasty

On September 24, 1811, Ferdinand Tellgmann, son of the tenant August Tellgmann, was born in Bischhausen bei Eschwege. Just two years later, this little boy suffered a severe tragedy: he fell ill with smallpox. This infectious disease caused the boy’s eardrum to burst, making it impossible for him to learn language.Ferdinand Tellgmann, who is two years old, will from now on be deaf and mute, and this status is expected to remain for his entire life.

Five years later, in 1818, Ferdinand was placed under the care of the pastor of Altenburschla, who would now take responsibility for the boy’s educational training. During these early school years, the boy’s artistic abilities began to develop, allowing him to start studying at the Elector’s Art Academy in Kassel in 1827. While attending the academy, Ferdinand Tellgmann specialized in portraiture.

After successfully completing his studies in 1838/39, the young painter returned to his parents' house, which now resided in Wanfried. In 1829, his father also took up the position of postmaster at Thurn und Taxis there. Now, he needed to establish himself as a portrait artist. It was a fortunate coincidence that he received a commission from a banker in Mühlhausen to paint his bride, who lived in Eschwege.

The banker was so impressed by the excellence of the painting that he invited the young painter to Mühlhausen. Shortly thereafter, Tellgmann settled in Mühlhausen, likely because he was unrivaled here as a portraitist and artist for now. The founding date of the F. Tellgmann company is recorded as July 3, 1841.

In the year 1843, a significant turning point occurred in Tellgmann’s career. He joined the Kassel photo pioneer Moses J. Landauer and learned the secrets of this new and remarkable medium—photography. As one of the first practitioners of daguerreotype, an early form of photography for creating light images, Tellgmann attracted even more attention to his studio in Mühlhausen.

From now on, things should also improve in his family life. In the Mühlhäuser "Weißen Haus", he meets his future wife Cäcilie Bregazzi during a dance party in 1842, and he marries her on July 9, 1843. By this time, their first son, August (1848-1912), had already been born, who later managed a textile business in Nordhausen. The family grew further with the birth of sons Franz (January 23, 1853) and Oscar (20.)

(September 1857).

In the following years, the photography technique was continuously refined, and high-quality photographic images gained great popularity among the public, which brought a certain level of prosperity to the Tellgmann family.

In the year 1877, Ferdinand Tellgmann retired from business as a senior manager and handed over the leadership of the Mühlhäuser company to his oldest son, Franz, who had also received training as a photographer.

By this time, Ferdinand Tellgmann had established a real "dynasty" with ten photographers (sons, grandsons, brothers-in-law, and nephews). His third son, Oscar, also joined the thriving business by first managing his brother’s branch in Eschwege before taking full control of it in 1883. Later, additional branches were set up in Bad Sooden, Nordhausen, Kassel, and Bad Hersfeld.

The founder, Ferdinand Tellgmann, died on April 8, 1897, after having witnessed the 50th anniversary celebration of his company in 1891. His wife, Cecilie, passed away six years later.

Franz and Oscar, brothers, became respected artists over the years, allowing them to be called "Hof-Photographers." Both also expanded their field of work to military and war photography, which earned them many honors. It is worth noting that none of the Tellgmann family photographers participated in any further military exercises after Hitler's war plans were revealed.

In the 1930s, the sons Franz (1933) and Oscar (1936) passed away. Paul, the son of Franz Tellmann, took over the Mühlhäuser family business in 1930 and managed it until 1950. After that, one of the most established photography businesses ceased operations.

Unfortunately, since the end of the Second World War, nothing is known about the location of this massive negative archive. It is considered lost.

Finally, the question arises: what can we be grateful for from the Tellgmann family today? – A lot, as residents of Eichsfeld and especially Lengenfeld. It was Ferdinand Tellgmann who, as one of the first photographers, traveled to the small villages and captured the Eichsfeld homeland in photographs.

Thus, we owe to the Tellgmann family, among others, the famous photograph of the construction of the railway bridge in Lengenfeld unter Stein, taken around 1877.

Today, the name Tellgmann is frequently encountered in photographic-historical documents. Initially, it was the portrait photographs that gained great popularity among the public, but over time, the photographic art evolved further. With the emergence of illustrated postcards at the beginning of the last century, the artistic work of this photographic dynasty has continued to thrive to this day.

The goal of the “Home Studio” is to preserve these photographic “masterpieces” by publishing them in the “Lengenfelder Echo” and on this website, so that future generations can also enjoy them.

A final thank you goes to the author Thomas Wiegand, whose work provides much of the preceding information.

 

Kaiser Wilhelm in a tropical uniform.

As is well known, Kaiser Wilhelm and the Empress, along with their large entourage, set off from Berlin via Venice for a journey to the East on October 12, 1898. Initially, a five-day visit to the Sultan and Constantinople was planned. After that, the imperial couple traveled to Asia Minor, visiting places such as Haifa, Caesarea, Jaffa, and Latrun. Finally, on the 29th...

In October, they arrived in Jerusalem, where they attended the inauguration of the new Redeemer Church on October 31st. From there, the imperial couple traveled to Egypt, where celebrations took place in its capital cities, Alexandria and Cairo. Excursions to the pyramids of Giza, the Step Pyramid of Saqqara, and the large Nile dam near Qaliub, along with a twelve-day cruise to the first fall of the Nile, were also part of the journey.Considering the high temperature that has prevailed in the East during the last months of the year, Emperor Wilhelm had a tropical uniform made of light-colored, light brown fabric. The skirt is comfortable, slightly wrinkled, and equipped with general insignia, guard buttons, and cuff reinforcements. The trousers are form-fitting, with wide red horizontal stripes at the front. They are worn with high leather boots of yellow-brown color. The scabbard holder is also made of brown leather.The tropical helmet bears the Prussian eagles on the front. The entourage of the Emperor and Empress also wore a similar tropical uniform during their journey to the East; this uniform featured rank-related insignia, just as the bodyguards of the imperial couple did.The bodyguards wore uniforms made of yellow English cotton fabric; those of the emperor had collars and lapels made of blue cloth with gold embroidery, while the collars and lapels of the empress’s bodyguards were made of carmosin-red cloth with silver embroidery. On the tropical helmets, the bodyguards wore guard straps. The servants were also dressed in cotton costumes and equipped with English hats.Under the skirts, the servants wore a light yellow leather belt with a revolver and a field flask. See also: 1898, 19th Century, nobility, army, foreign policy, Bad Wilhelmshöhe, D-34117 Kassel, D-34131 Kassel, German Empire, German Reich, German-Oriental relations, entourage, military, Hesse, court establishment, Hohenzollern, Kaiser Wilhelm II., colonial policy, geography, military, monarchy, oriental trip, local views, local knowledge, Palestine trip, horse, Pickelhaube.Pistol, Riding, Saddle, Schlosspark 8, Schützensnare, Topography, Tropical Helmet, Tropical Uniform, Troops, Uniform, Uniform Knowledge, Pre-Oriental, Wilhelminian World Policy, Wilhelminian Era

 

Palestinian Tour of Emperor Wilhelm II

This article describes the Palestinian journey of German Emperor Wilhelm II from October 11 to November 26, 1898, during which he inaugurated the German Church of Redemption at its climax.

During his trip to Palestine, he visited cities that were part of the Ottoman Empire at that time, including Constantinople, Haifa, Jaffa, Jerusalem, and Beirut.

The Emperor supported the Sultan's power in the unstable Ottoman Empire since the Balkan Crisis, tried to strengthen Christianity politically, especially the Protestant Church, and encouraged German Christian and Jewish settlers without attempting to take political action on their behalf.

Historical Context

At the end of the 19th century, when Wilhelm II assumed the imperial title, the German Empire was in transition. It underwent a shift from an agricultural to an industrial state. This economic structural change brought about social changes. For example, new large corporations displaced the old middle class with its small retail businesses and gained political influence due to their strong financial power.

Another indicator of this change is the increase in employment in industry. The number of industrial workers rose to match the number of workers in agriculture and forestry.

During this period, the German Empire became one of the three major industrial nations (alongside the US and Great Britain), which led to population growth. This, in turn, promoted urbanization and increased the number of large cities (by 58 percent between 1871 and 1910).

The social tensions triggered by this, especially between the working class and the bourgeoisie, were not able to be adequately balanced by the state. In order to compensate for the domestic political tensions, it turned its attention outward (imperialism).

The expansion of transportation infrastructure at that time—and in particular the extension of the state railway network—was crucial for the economic growth of the German Empire. Back then, economic development was driven by exports. In 1891, exports reached a value of 7.3 billion Goldmarks, and by 1911, this figure had risen to 17.8 billion Marks.It might be assumed by the observer that the former colonies played a role in this, but the overseas markets were primarily located in Anglo-Saxon territories.

In 1914, there were 5,000 (European) Christians in Palestine, half of whom came from Germany. The German settlers were drawn there for religious or national Jewish reasons and were under the protection of the German Empire. In addition to the Christian immigrants from Europe, there was a long Christian tradition among the Palestinians; in 1848, 80% of Bethlehem’s residents were Christians.

History

In the history of the Hohenzollerns, it was not the first time a member of the family traveled to Palestine. For religious reasons, King Friedrich Wilhelm IV (1795-1861) became interested in the Holy Land and established a Protestant diocese there in 1841, which inadvertently led to rivalries between local religions. Crown Prince Friedrich Wilhelm (1831-1888) visited Jerusalem in 1869 for the opening ceremony of the Suez Canal.

Wilhelm I of Kaiser Wilhelm collected funds for the construction of a church in Jerusalem.

In 1889, Kaiser Wilhelm II. approved the establishment of the German Jerusalem Foundation. The purpose of this foundation was to preserve and create Protestant religious institutions and organizations in Jerusalem. The presence of German settlers and the traditional relationship between the Hohenzollerns and the Holy Land likely determined his journey. The stated goal was to inaugurate the Redeemer Church in Jerusalem.He also wanted to travel to the Holy Land as a pilgrim, just like his father once did, and fulfill the wish of his highly revered grandfather to establish an evangelical church in Jerusalem.

In connection with the trip, the Turkish side considered demolishing part of Jerusalem’s city wall due to expected increased traffic. The emperor said, “This should be stopped; I hope such barbarity will not actually be carried out” (quoted from Carmel, Alex/Eisler, Ejal-Jakob, 1999, p. 51). The wall was broken during his invasion. It was generally claimed that the emperor ordered the demolition.

The political significance of the Palestinian trip was emphasized through the Emperor’s visit to the "Red Sultan" Abdulhamid II (named so due to the massacre of Armenians in Constantinople), in order to affirm the good relations between the two countries.

The French press claimed that the emperor intended to abolish France's tradition of protecting Catholics and their institutions in the Middle East without regard for nationality through his protectorate. The claim by the Allied powers at that time that the emperor had the intention of seizing Palestine is therefore irrelevant, as Berlin later ceded Palestine in favor of France.

On October 17, 1898, the newspaper Le Matin claimed that the Emperor wanted to establish a fleet base in Haifa, and this was the main purpose of his visit. However, as the Emperor’s remarks indicate, he only knew where Haifa was located shortly before his arrival. “Haifa—where is it?” (quoted from the same source, p.58) Originally, the Emperor was supposed to arrive in Jaffa, but due to the advanced season, it was recommended to land in Haifa, which the Emperor agreed to. The reason for this recommendation is the boarding of Emperor Franz Joseph during his 1869 Middle East trip, when the ship almost capsized.

Progress

The journey of the imperial couple was prepared as early as spring. Among other things, a delegation traveled to Palestine to verify the planned route. The trip started on October 11th. The emperor and empress, along with their entourage, set off for Constantinople first. Many pilgrims and two hundred official guests joined them.

While the official entourage traveled through Constantinople with the Imperial couple, the pilgrims traveled directly to Palestine.

Welcoms

The reception given to the Emperor and Empress in Constantinople, Palestine, and Syria was characterized by a very positive attitude. After a brief stay in Constantinople, they traveled to Palestine with their entourage.

On October 25th, they arrived in Haifa on the ship Hohenzollern. This was the first time in 670 years that a German emperor entered the Holy Land. Frederick II of the Staufer dynasty (1194–1250), who had undertaken a crusade to the Holy Land, was the last person to land in Acre in 1228. From Mount Carmel, Wilhelm II and his entourage looked down at Haifa and the German colony there.

A monument to Kaiser Wilhelm was later built here, and the area in front of it was named Kaiser Wilhelm Platz. English soldiers dismantled the monument in 1918, but it was rebuilt in 1982 in the presence of Prince Louis Ferdinand of Prussia.

On October 26, the Emperor arrived solemnly at the German Consulate. The head of the German colony, teacher Friedrich Lange (1840-1923), and vice-consul Fritz Keller (1833-1913) welcomed him and the Empress on behalf of the Templars.

Lange expressed his gratitude that the colony was under German protectorate and received financial support, and he expressed the hope that it would continue to receive support in the future, which the Emperor gladly agreed to.

As a representative of Catholics and Protestants living in Tabgha near the Tiberius Sea, Pastor Herman Baumeister (1867-1898) said a few words. Following this, the emperor made it clear to the pastor that he would provide protection to "Catholic subjects" everywhere (quoted from p. 72).

Following the welcome party in the garden of the German Consulate, visitors proceeded to the Catholic hospice of the Holy Borromean Sisters of Mercy, as well as the Protestant school, which was also located in Haifa. After visiting Haifa, the journey continued to Jaffa. Along the way, Atlit and Tantura were explored, and a short stay was made at a tent camp near Burdsch-el-Khail (today Burdsch Binjamina) just before Caesarea Maritima.

On the morning of October 27th, the journey continued. Georg Sus (1853-1932), who belonged to the Temple Society, led the imperial procession along the newly built road to Jaffa. The Emperor passed by Kakun and Kafr Saba (today’s Kfar Saba), as well as the agricultural Temple colony of Sarona, located north of Jaffa in today’s Tel-Aviv government district. The Emperor was warmly welcomed in Sarona.

The German Consul in Jaffa, Edmund Schmidt (1855-1916), received the Emperor and greeted him warmly on behalf of the entire colony. The Emperor emphasized that his friendly policy towards the Ottoman Empire would enable the German colonies (originally four in number) to develop well in that region.

The journey from the colony in Sarona continued to Jaffa, where the travelers stayed at the German Hotel du Parc. Four colonists—with Christian Hoffmann II as leader—one from each colony—visited the emperor the next day. They delivered a memorandum describing the settlement of the Templars in Palestine, along with an album by the German Orientalist Gustav Bauernfeind (1848-1904) featuring illustrations.

The Emperor expressed his wish to the colonizers that they should "continue with their important task diligently and successfully for the benefit of the inhabitants of this country" (quoted from ibid., p. 81). Now, the imperial carriage departed from Jaffa toward Jerusalem. On the way, at the Jewish Agricultural School Mikwe-Israel, the Emperor met Theodor Herzl. He did not say anything about the future of Jews in Palestine at that time.

sermon for clergy

The Emperor now traveled by horse and reached Bab el-Wad via Ramle and Latrun. On the morning of October 29th, the route passed through Abu-Ghosh to Jerusalem. The imperial couple rode on donkeys wearing white sun caps and led the entourage into the city first. Their stay in Jerusalem lasted one week.It was clear that the emperor was disappointed with the city, as evident from a speech he delivered in Bethlehem on a terrace in front of the Protestant Christmas church inaugurated in 1883. The audience for the speech consisted of Christian clergy from Palestine, Asia Minor, and Egypt.The emperor criticized the tensions among the Christians, which had escalated to the point where Turkish soldiers even had to intervene in churches in order to prevent violence between the Christians.

He also complained about the discord among Protestants. This is a poor appearance before the Muslim population and creates an undeserving image of Christianity. Germany’s goal should be to show Muslims how Christianity and love are. This should be achieved through educational and welfare institutions as well as Christian culture, rather than through tired speeches.

The impoverished regional population lacks these mentioned items, and the way to address this is "to inspire their respect and love for Christianity" (quoted from p. 120).

Templar Rhetorical Encouragement

When he returned from Bethlehem to Jerusalem, the emperor went to the Templar colony there and offered more encouraging words for them than he had for the spiritual listeners before the Christmas church in Bethlehem. He said it brought him joy,

that you have understood how to use your personal life as a good example for your neighbors, and that you have shown how it must be done to earn respect for the German name in these countries. You have… gained a good reputation here and abroad, and have demonstrated how it must be attacked to make barren fields fertile again…I hope that, just as currently, the friendly relations with the Ottoman Empire, and especially the friendship with His Majesty the Sultan and Mir, will continue to help ease your tasks in the future. If any of you need my protection, I am here... and fortunately, the German Empire is able to provide lasting protection for its citizens abroad.

(quote from page 120)

These positive words of the Emperor show that he had great interest in the well-being of the colonies in Palestine. The use of the second person when addressing the settlers creates an impression of special closeness. He also praises their work because “…you have shown how it must be done to earn German respect in these lands” (quoted from ebd. p. 120). This sentence may refer to a previous speech in Bethlehem.

Energized by the Emperor’s words, the night sleep was disturbed the next day by the singing of German settlers. They sang the German national anthem. However, Robert Bosse—Prussian Minister of Culture and member of the Imperial entourage—said that one should not place too many hopes on the settlers. Bosse knew well that Wilhelm II would not take any “concrete steps” (quoted from p. 120) that would improve relations with Sultan Abdulhamid II.those who were at risk, even though the Emperor tried to strengthen the position of German settlers in Palestine.

Inauguration of the Redeemer Church

Paul Roth (1859-1955) was in charge of the construction of the Erlöserkirche from 1893 to 1898. The Emperor wanted a document to be placed in a copper box along with three five-mark coins showing images of Kaiser Wilhelm I., Friedrich III., and Wilhelm II., along with the 95 Luther's tenets, and sealed with a stone plate.The area where the church was built had been handed over by the emperor to the Catholic "German Association of the Holy Land," which had already tried to purchase it for a long time. However, the land was also sacred to the Muslims, so the association made no progress. It was only when the emperor intervened personally that the Sultan bought the area himself for 100,000 marks, which Wilhelm II provided.

On October 31st, the main goal of the trip was the opening ceremony of the Erlöserkirche in front of visitors from all over the world. The visits that the Emperor had planned in Jordanland were canceled due to the heat and dusty roads; they were also canceled because of news sent to him from Berlin, as stated in the public announcement.During his last days in Jerusalem, he met with the key representatives of all the religions present there, as well as state institutions. Additionally, he visited Pastor Johann Ludwig Schneller’s Syrian Orphanage, the Kaiserwerth Girls' School “Talitha Kumi,” the German Diakonissen Hospital, and the Catholic hospice.

Rejection of Zionism

A Zionist delegation arrived at the Emperor's camp on November 2 under the leadership of Theodor Herzl. Wilhelm II told them that all efforts aimed at boosting agriculture in Palestine to promote the welfare of the Ottoman Empire, while fully respecting the Sultan’s territorial sovereignty, could be counted on his favorable interest.

Theodor Herzl must have been very disappointed by the emperor's clear rejection, if he hoped to use him to pave the way for a Jewish state in Palestine. Even the emperor's uncle, Friedrich I of Baden, congratulated Herzl by telegram. The last line, in which Wilhelm II is mentioned

The Sultan’s national sovereignty clearly demonstrated that Theodor Herzls hopes, along with those of his companions, of receiving German support were dashed. For the Emperor, good relations with the Turkish Sultan were more important than German settlers, and possibly even more important than the hope of getting rid of the left-leaning Jews in Germany.It might have been the Emperor's initial plan to assist the Zionists in Palestine, but he abandoned that idea during his journey to the East, perhaps when visiting the Sultan.

Theatrical Return

A farewell service for the Emperor took place at the Savior Church on November 3rd. The court traveled by train the next day back to Jaffa, where they continued their journey by ship to Beirut. In Lebanon and Syria, the Emperor visited historic places before returning to Berlin on November 26th.

However, it became politically sensitive upon the triumphant return:

Charlotte, his sister, could not believe her eyes and ears when she learned of his plan to make a grand entrance in Berlin as if he had won a war.

(Quoted from Röhl, John C. G., 2001, p. 1059)

Popular works, children's books, and a magnificent edition turned the myth of the imperial pilgrimage into a real fairy tale. In his subsequent speech, he also tried to utilize this journey to the East by describing his uplifting feeling that seized him at the Oil Hill, where the Savior fought all battles for humanity.

Finally, Wilhelm also mentioned how beautiful it is back in his homeland, and that it must be the duty of everyone to preserve unity.

Therefore, we aim to keep the Germans together as a solid block at least.

(quoted from p. 1060)

Conclusion

The representative of the embassy in Constantinople reviewed the travel results. Copies of this report were sent to all foreign embassies at the emperor’s request, which Alex Carmel interpreted as the emperor’s approval. The beneficiaries of the trip were identified as German settlers, who mainly benefited from the roads and bridges built specifically for the emperor’s visit.The theme stated for the journey was their religiosity, and their greatest success was the enthusiasm for the Germans that it inspired. Robert Bosse noted that some fellow travelers believed that the German Empire would now also "set foot" in Palestine. However, the journey...

just as carefully has our Emperor avoided in this matter anything that could serve as a basis for exaggerated political hopes or distrust among other nations. The foreign policy of the German Empire still moves today—thankfully—along the path laid out by Prince Bismarck. It is particularly characterized by peace policies regarding the Eastern issue.

(Quoted from Carmel, Alex/Eisler, Ejal-Jakob, 1999, p. 169)

The German Empire has no intention of winning German territories or centers in Palestine, as it does in China. Instead, it rejoices in the peaceful work of German settlers there. Therefore, it can be said that the emperor’s relationship with German settlers in Palestine was favorable toward them, but his support was not unrestricted considering his relations with the Ottoman Empire.

The Templars’ hope that the Emperor would act politically in favor of the colonies was thus not fulfilled. The dreams of German colonizers in Palestine probably came to an end when the Emperor did not rush to their aid in the case of Fritz Unger (1876–1910), even though he had promised them his protection several times during his travels in the East.The settler Unger was killed by angry Arabs in the presence of the German Vice-Consul and representatives from Turkish authorities, as a thief from his village had been shot dead in the vineyard the previous night.

The political interest of the German Empire in Palestine diminished when the Holy Land was officially given to the French, as the German capital claimed territory along the Baghdad Railway line. At the same time, Germany, France, England, and Russia divided the Asian Turkey into spheres of influence.

With the exception of a visit to Sultan Abdulhamid II, the journey was rather non-political and had the character of a pilgrimage in the spirit of ancestors. The emperor certainly also had an interest in German settlements, at least in cultural terms, not in political ones. As the entire journey shows, religious motives prevailed.

 

In the autumn of 1898, Emperor Wilhelm II traveled to the East for the inauguration of the Jerusalem Savior Church. However, he had higher goals. In Constantinople, he advocated for the construction of the Baghdad Railway with the Sultan, aiming to expand German influence throughout the Persian Gulf.

Before the trip, Wilhelm II offered Theodor Herzl, the founder and first president of the Zionist World Congress, his support for establishing a Jewish state in Palestine through land acquisition. However, negotiations with Sultan Abd Al-Hamid II and the Pope failed.

The outcome of Wilhelm II's Eastern Tour was a foreign policy disaster, as relations with Russia, Great Britain, and France were permanently damaged.

The German public followed this trip with great attention, among other things through a series of postcards depicting the Emperor’s various locations. The Emperor’s global political tour reflected the prevailing overestimation of Germany’s global influence at that time.

The above map of Constantinople, featuring images of the Sultan and Emperor after Kostellitz, is released in Portuguese format with a Deutsche Post parcel number of 10 in Turkey.

In the autumn of 1898, Wilhelm II traveled to the Orient. As officially announced, he intended to visit the Holy Land as a devout pilgrim and be present at the dedication of the Jerusalem Savior Church. However, the imperial journey to the Far East was more than just a pious pilgrimage.

During his reign as Sultan, Wilhelm II advocated for the construction of the Baghdad Railway. As a "world politician," he expected the expansion of German influence to the Persian Gulf. As emperor of the parliamentary German Empire, he granted the Catholic "Association of the Holy Land" the "Dormition." He wanted to win over his Catholic subjects for himself and his policies.As a temporarily enthusiastic supporter of the Zionist idea, Wilhelm II had promised Theodor Herzl before his departure to the Orient that he would protect the immigration of Jews to Palestine under his protection.

German-Turkish policy caused irreparable damage to German-Russian relations and strained German-French ties. The German leadership and public did not realize that to maintain and secure the German Empire in central Europe, a cautious and globally informed policy was necessary, rather than world politics.

 

Wilhelm II., full name Friedrich Wilhelm Albert Victor von Preußen, (* 27 January 1859 in Berlin, Prussia; † 4 June 1941 in Doorn, Netherlands) belonged to the Hohenzollern dynasty and was the German Emperor and King of Prussia from 1888 to 1918.

Introduction

The thirty-year reign of Wilhelm II in the German Empire (from 1888 to 1918) is known as the Wilhelmine era. Key features included the emperor’s pursuit of national prestige and efforts to elevate the empire to the status of a world power. This ambition was closely linked to military buildup in the imperial state and the intensification of colonial policy in Africa and the South Pacific.The collapse of the German Empire and its entanglement in various international crises (such as the Krügerdepesche incident in 1896, the Morocco crises in 1905/06 and 1911, and the Daily Telegraph affair in 1908) led to a destabilization of foreign policy.

Wilhelm's fondness for military splendor, which was demonstrated in numerous parades on various occasions, also led socially to an overemphasis on the military and military hierarchies even in the civilian life of German society. In this society, completing military service and achieving a military rank is required for a professional career—not only in administrative positions—

of crucial importance was (Militarism).

The economic growth of Germany during Wilhelm's reign, combined with technological, scientific, and industrial progress, fostered a widespread belief in technology and advancement supported by the emperor. On domestic political matters, he continued and expanded Bismarck’s social policies, which were considered modern and progressive for their time.

He campaigned for the abolition of the Socialist Law and attempted, though to some extent without success, to achieve a balance between ethnic and political minorities.

Wilhelm II. wanted to influence both the internal and foreign policies of the Empire much more strongly than his grandfather Wilhelm I did. However, the Emperor’s “personal rule” was actually a policy directed by frequently changing advisors, which made Wilhelm’s decisions appear often contradictory and ultimately unpredictable to most historians. Wilhelm IIHe exploited his impulsive nature to seize the power granted to him by the Imperial Constitution, but never did so consistently. He had to constantly experience how those who pressured him to make serious decisions hid behind his back when their plans failed. The Marokkokrises or the declaration of an unrestricted submarine war are just two examples of decisions made by others that have permanently damaged the Emperor’s reputation.

His tenure was also characterized by political power struggles among various parties, which made it difficult for current chancellors to remain in office for long periods. As a result, in the battle between the so-called National Liberal Conservative Consortium, the Bülow bloc, and social democrats, five out of seven chancellors were dismissed with critical parliamentary support.

During World War I from 1914 to 1918, Wilhelm’s strategic and tactical incompetence became apparent. Starting in 1916, he increasingly withheld relevant political decisions and actually handed leadership of the Reich to the High Military Command, specifically to generals Hindenburg and Ludendorff, who managed the monarchy during the last war years with a strong element of military dictatorship. When Wilhelm II...Following the end of the "Great War" after the November Revolution—which led to the collapse of the monarchy and the establishment of the republic—the German Empire decided to abdicate and flee into exile in Holland. The German Empire lost the war. Approximately 10 million people died on the battlefields.

Childhood and Youth

Wilhelm II was born on January 27, 1859, in Berlin, as the eldest son of Crown Prince Friedrich Wilhelm of Prussia (1831–1888) (from March 9 to June 15, 1888, German Emperor Frederick III) and his wife Victoria (1840–1901). He was thus the grandson of Emperor Wilhelm I (1797–1888) and the English Queen Victoria (1819–1901).

The birth of Wilhelm II was extremely difficult. The prince was born with a breech presentation and survived only thanks to the brave intervention of a midwife who beat the lifeless baby with a wet towel, completely against protocol. The child's left arm was so injured that it became paralyzed for life and remained significantly shorter.

101 salutes announced this joyful event; a joyful crowd gathered in front of the Crown Prince’s palace. The succession to the throne within the Hohenzollern family was secured. Princess Victoria felt that not having a healthy successor was a personal failure, and she was reluctant to accept the child’s disability. Crown Prince Wilhelm spent his childhood under great hardships; everything was tried to address his disability.Legendary treatments include sewing the sick arm onto a freshly slaughtered rabbit, or metal braces that Wilhelm wore to improve his posture.

Wilhelm, who was born with this deformed arm, said that he “had a rather unhappy childhood.” As was common among the nobility, his parents stepped back in favor of his Calvinist teacher, Georg Ernst Hinzpeter, as his immediate educators. At the age of seven, he witnessed the victory over Austria-Hungary in 1866 and the subsequent dominance of Prussia in Germany.At the age of ten, during the typical cadet age at that time, he formally joined the Prussian Army as a lieutenant in the 1st Guard Foot Regiment. At the age of twelve, with the establishment of the German Empire after his victory over France in 1871, he became the next candidate for the German throne.

After graduating from the Friedrichsgymnasium in Kassel, he began his actual military service on February 9, 1877, with his regiment (6th Company, Captain von Petersdorff). In 1880, on March 22—the birthday of his grandfather Emperor Wilhelm I—he was promoted to captain. By these years, he had developed an understanding of his monarchic role that contradicted the liberal-constitutional ideas of his parents.

The following stages of life can be viewed from the perspective of education for a monarch: He was expected to gain as many experiences as possible, but in no field—not even the military—did he have the opportunity to build a solid professional foundation.

He went to the Rhine Friedrich-Wilhelms University of Bonn, founded by his great-grandfather, to study. There, he became a non-active member of the Borussia fraternity.

In 1881, he married Princess Auguste Viktoria of Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (born October 22, 1858 – died April 11, 1921).

Until 1888, he was assigned to various regiments—the 1st Foot Guards Regiment, then the Garde-Husaren Regiment, and finally the 1st Field Artillery Regiment. He quickly rose to the lowest general rank (Major General) and ultimately became commander of the 2nd Garde Infantry Brigade. His military service was often interrupted by leave periods so that he could familiarize himself with civil administration as much as possible.

It couldn't be done thoroughly, as there was increasing urgency: His grandfather was in his advanced age, and his father was now critically ill.

For government affairs, this was less problematic than expected, as Otto von Bismarck had already concentrated political power firmly in his hands since 1862—first as Prussian Chancellor and from 1871 as Reichskanzler. After three victorious wars (1864, 1866, 1870/71), Bismarck, as the sole leader of Germany, became a world-respected statesman and the most powerful continental European power. Wilhelm ISome of Frederick III had occasionally opposed him, but ultimately trusted him all the time. However, according to the Reich Constitution, this trust depended on the Reich Chancellor, not on the trust of the Reichstag. Bismarck confidently believed he could also guide the third emperor.

The year 1888 became known as the Three Emperors' Year. After Wilhelm I's death on March 9, 1888, Friedrich III, due to his advanced disease (laryngeal cancer), ruled for only 99 days (the "99-Day Emperor"). Friedrich III died on June 15 in Potsdam.

This situation was something the 29-year-old Wilhelm II had to adapt to upon taking office. He wished to be the emperor of all Germans.

Regentship and Politics

Social Reforms   

“[...], because the workers are my subjects for whom I must care! And if the millionaires do not give in, I will withdraw my troops. And when their villas are set ablaze, they will surely submit!” (Wilhelm II. to Otto von Bismarck, when he refused to send soldiers to suppress a strike in the Ruhr region.)

This quote and Wilhelm's other statements in the first years of his reign initially inspired the workers to hope for social change in the Empire.

Wilhelm II. was very concerned about social policy. However, his social reforms were not followed by structural changes in the Empire. On the contrary, he further expanded his political influence and refused to democratize the constitution. Prussia retained the undemocratic tripartite voting system that had existed since the early 1850s, which prevented a representative state parliament.

The government is still not elected by the Reichstag, but is determined or dismissed by the Emperor without regard for parliamentary conditions. It was also impossible for the Chancellor to pass laws or approve the budget without a majority in parliament. The parliament must not be underestimated as the true legislative body.

All of this occurred while Kaiser Wilhelm II was still serving as Chancellor under Bismarck on the 178th day

In a proclamation to his people, Frederick the Great celebrated his birthday with the motto: “Je veux être un roi des gueux” (French; meaning: “I want to be a king of the poor”). This proclamation included a ban on Sunday work, night work for women and children, female work during the last months of pregnancy, as well as restrictions on the work of children under fourteen years of age.Moreover, in regard to the “Law against the Dangerous Tendencies of the Social Democrats” that was about to be passed, he demanded the removal of the clause allowing the police to expel “dangerous socialists” from their homes. Chancellor Bismarck described this as “humanitarian nonsense” and refused to support the emperor’s demands, which were endorsed by the Reichstag.The young emperor was able to carry out his demands only with Bismarck’s successor, Leo von Caprivi. However, Wilhelm II was as little a friend of social democracy as Bismarck had been.On the contrary, he hoped to weaken the support for the Social Democratic Party, which had grown despite the Socialist Laws, through his reforms. By abolishing the repressive Socialist Law, he intended to take advantage of the martyr bonus that the party had adopted under the SPD name in 1890.

The Social Democrats, on their part, were not impressed by Wilhelm II’s reforms and continued to advocate for fundamental opposition under August Bebel, based on their anti-monarchical stance. Although they recognized the progress of the reforms summarized in the Labor Protection Act, they voted against it in the Reichstag.You demanded fundamental structural changes, such as a constitutional amendment, democratization, expanded voting rights, parliamentary precedence in political decisions, a restructuring of the budget, a significant reduction in military spending, freedom for colonies, and more. These were demands that the Emperor could not fulfill, which only increased his hatred for social democracy.

The prosperity of German workers increased year by year, but Wilhelm II failed to give workers in cities the sense of being recognized members of society, which led to a significant increase in the number of Social Democrats in the Reichstag and the state parliaments of the countries.

These events allowed Wilhelm II, who still wanted to be "a king of the poor," to reach the conclusion that a reconciliation with the Social Democrats was impossible. He finally called out in Königsberg, "To fight for religion, customs, and order, against the parties of revolution!"

Overview of social reforms enacted under the reign of Wilhelm II

1889: Law on Disability and Age Insurance on June 22 (for workers)

1890: Abolition of the Socialist Law

1890: Establishment of 31 insurance companies – Precursors to the State Insurance Companies (LVA)

1891: First pensions were distributed to permanently incapacitated individuals and workers over 70 years old

1891: Workers' Protection Act of June 1 (23rd amendment to the Reich Trade Ordinance) including protection for women, restricted night work, Sunday rest, and child protection

1891: Introduction of state business supervision

1891: Approval of volunteer labor committees in enterprises

1891: Prohibition of Sunday work in industry and crafts

1892: Revision of the Health Insurance Act with expansions of the insurance requirement (extension to family members)

1895: Prohibition of Sunday work for commercial industries.

1899: Invalidenversicherungsgesetz

1901: Promotion of worker housing construction

1905: Workers' councils become mandatory in mining operations

1908: Maximum working hours, no night work for women and young people

1911: ReichsVersicherungsOrder (RVO)

1911: Introduction of Survivor's Benefit

1911: Insurance Law for Employees

1911: Home Work Act (Regulations on Home Work)

1916: The retirement age for workers was reduced from 70 to 65 years

1916: The retirement age for women was raised to 60 years

Dismiss Bismarck and Take Over Caprivi [Edit]

During the last period of Bismarck’s reign, the German Empire resembled a “Chancellor dictatorship” whose political goals differed from those of the young Emperor. Bismarck wanted Russia to be a strong ally, while Wilhelm II relied on Austria-Hungary. Bismarck intended to continue the “Cultural Struggle” against political Catholicism, which the Emperor opposed firmly. Bismarck also wanted to tighten the Socialist Law, while Wilhelm II did not.

He wanted to abolish it: “I do not want to stain my first years in office with the blood of my subjects!” When the Chancellor persisted stubbornly, the Emperor sent the head of his military cabinet, General v. Hahnke, to the Imperial Chancellery on the morning of March 17, 1890: The Chancellor was to come to the palace that afternoon and bring his farewell petition. However, the next morning, it was only delivered to him by a messenger.

On March 20, 1890, Wilhelm II dismissed Reich Chancellor Otto von Bismarck. Bismarck never really let this go and continued to indirectly criticize the "backers" of Wilhelm II’s policies through frequent criticism and his memoirs titled Gedanken und Erinnerungen, which provided sustained critique of Wilhelm II.

(The third part of the memoirs, in which Bismarck describes his dismissal, was indeed published in 1919, after Germany became a republic, due to its extreme political significance.)

The Bismarck representation clearly shows how isolated he was at the time of his dismissal—he didn’t even find support from the members of his own cabinet, and his deputy, Karl Heinrich von Boetticher, negotiated with the Emperor in his behalf without his approval during his absence.

Bismarck wanted to prevent this, and he cited a (38-year-old) cabinet order that prohibited Prussian ministers from speaking with the Sovereign without the Chancellor's approval.

This was the end for the Emperor, and Bismarck had to step down immediately due to health reasons.

Bismarck’s resignation was indeed primarily motivated by domestic politics, but in the long run it was largely fatal from a foreign policy perspective. Remarkably, only Vienna immediately and explicitly recalled Bismarck’s contributions (a letter from Emperor Franz Joseph I).

As Bismarck’s successor, Wilhelm II appointed General Leo von Caprivi (1831–1899). Caprivi was celebrated by the emperor as “a man of saving action,” and due to his achievements, he was promoted to the rank of Count. Wilhelm II believed that with Caprivi, he had found a recognized figure with whom he hoped to implement his planned policy of internal reconciliation and the labor protection law.

An important foreign policy event occurred (almost “just right”) during this year of Chancellor change: The insurance treaty with Russia partially contradicted the conditions of the Triple Alliance pact with Italy and Austria-Hungary. The Emperor opposed breaching the latter pact, while Bismarck considered the insurance treaty absolutely necessary at that time. Now, in 1890, it was about its extension.Unnoticed by the public (it was essentially a secret agreement), and accepted by Caprivi, the expiring reinsurance contract was deliberately not renewed by the German Empire. In Russia, a more realistic approach was adopted, and efforts began to approach France.

Caprivi's tenure as Chancellor was characterized by his determined friendliness toward England. In domestic policy, he was one of the main figures responsible for the transformation of the German Empire from an agricultural economy to an industrial export economy. The reforms implemented during this period made it easier for Germany to soon surpass Britain and become the world’s leading economic power.At that time, “Made in Germany” became a guarantee of top-tier quality.

Integration Policy

The turbulent unification of the old "German Confederation" into a "German Empire" without the German Austrians—the small German solution—came with some problems. The Rhine region, southern Germany, and Poland’s opposition to Prussian dominance relied on a politicized Catholic bourgeoisie, workers, and peasants. As a party of political Catholicism, the "Centre" was formed.Bismarck’s attempts to hinder the work of Catholic parties led to interference in the lives of Catholics. The integration of Jews, which previously existed only in a few other states besides Prussia, was also new. The significant social advancement of the Jewish population fueled envy and antisemitism among the population.In the eastern regions of Prussia, especially in the Province of Posen, there was severe oppression of the Polish minority, which led to unrest and feelings of injustice. The Emperor recognized the seriousness of these problems and referred to them as one of his main responsibilities.

The integration policy with Catholics was the most successful. They were disadvantaged due to Bismarck’s cultural campaign and were prevented from participating in political life or freely practicing their religion. Even during his princehood, Wilhelm opposed these practices and supported ending the cultural campaign.

To improve the unity between Protestants and Catholics in the Empire, the Empire returned the funds that were withheld from the victims. However, it did not reinstate all the resolutions and laws from that time.

The eastern provinces of Prussia (East Prussia, West Prussia, Pomerania, and Silesia) were predominantly inhabited by Germans until their expulsion after 1945, with a minority being Poles, along with Kashubians and Masurens. In the province of Posen, the Poles constituted the majority. Since the Bismarck era, the state attempted to Germanize the Polish people living there, but this failed and led to open protests. Emperor Wilhelm IIMany of these repressions, which primarily regulated the language of teaching and later also that of worship services, recognized the Poles as a separate people and minority within the German Empire.

One of the most controversial areas in defining the emperor's political views is his relationship with Judaism or antisemitism. Historians differ greatly in their opinions depending on the sources they use.

During the 1880 Reichstag elections, several antisemitic parties entered the Reichstag for the first time. Together, they formed the "Faction of Antisemites" with five members. The rise in antisemitism was likely due to the "Founders' Crisis" and the relatively strong economic achievements of Jewish entrepreneurs.

The Jews became free and equal citizens in the German Empire, which was established in 1871: The restrictions that made them subject to a ruler in different countries, imposed economic limitations on them, or imposed certain professional bans were abolished. Now, serving in the military, in schools, or in the judiciary was also open to them.

In response to antisemitism, social groups emerged to counter it. For example, concerned Christians formed an organization to combat antisemitism, which included historian Theodor Mommsen alongside Heinrich Mann.

In Judaism, alongside the Orthodox faith, several schools of thought developed, some of which also had political underpinnings.

Firstly, there were assimilated Jews who converted to Christianity and accepted it as fulfillment of their Jewish Messiah belief.

The so-called Reform Judaism rejected this practice, but almost completely adapted to German-Christian traditions in its nature. Worship took place on Sunday, not on the Sabbath (Saturday), using German rather than Hebrew liturgy. Prayers were shorter with organ accompaniment, and traditional prayer attire was abandoned.The Kaiser Wilhelm supported this form of religious practice greatly and funded the construction of the Reform Synagogue on Fasanenstraße in Berlin. He also attended the inauguration ceremony as a demonstration.

A third emerging trend was Zionism, which advocated for the establishment of a separate Jewish state. Out of fear of fueling antisemitism, reform-minded believers also rejected this very radical, primitive form of belief, removing any references to the Promised Land from religious services. The emperor took a trip to Palestine with Theodor Herzl, the founder of modern Zionism in Europe.

During this journey, he built the Church of Redemption on the Murista Hill in Jerusalem. As a memorial to this expedition, a monument was erected for the emperor in Haifa in 1982.

In its integration policy, Kaiser Wilhelm II welcomed parliamentary democracy in the Reich. Unlike today, there was no five-percent threshold that prevented representatives from smaller parties from being sent to parliament. Thus, Danes (1–2 representatives), Alsace-Lorraine Germans (8–15 representatives), and Poles (13–20 representatives) always had their own faction in the Reichstag from 1871 until the last election in 1912. Jews did not organize themselves into a separate party.

This contradicted their sense of identity as German citizens, which was particularly strong in Prussia due to a long tradition. However, the voting system also did not exclude political minorities. This allowed those who opposed the empire, especially the antisemites from the Christian Social Party and the German Reform Party, to organize themselves.However, the number of its deputies never exceeded the number of deputies from the parties representing the ethnic minority group.

Despite this support, there are several quotes from Wilhelm II that have an antisemitic tone, such as: “I never even consider leaving the throne due to those few hundred Jews and the thousand workers!” However, it is unclear whether he was referring to the Jews as a collective or individual people, such as the Jewish-owned newspaper companies that often criticized him.However, it is unlikely that Jews were labeled as a "people" for being convicted, as he never made distinctions between Germans of Jewish or Christian origin within his circle of friends. The term "Kaiserjuden," coined by antisemites and still used today, however, revealed great disapproval from some members of the population in these connections.

Economic Policy and Military Spending Priorities

The Caprivi arrangement fulfilled another wish that Bismarck refused to grant to Wilhelm II—the progressive income tax, which imposed a heavier burden on higher incomes: the Miquel Income Tax Reform of 1891.

Through the pro-industry and export-oriented suppression of protectionism, Caprivi incurred the hostility of landowners organized in the Farmers' Union ("Ostelbier," "Junkers"), which was closely linked to the Conservative Party. The increasing agricultural exports of the US after the abolition of protective tariffs caused a price decline for them.

By promoting the use of agricultural machinery, losses were partially offset, but this increased the agrarian protectionist claims of the already undercapitalized and forced to invest large land owners.

In 1893, Wilhelm II abolished the Reichstag in the 1890s—now because it rejected the military modernization he also desired. In the subsequent election campaign, supporters of Wilhelmian policy from the Conservative and National Liberal Party won. Also, the modernization of the Imperial Navy promoted by Alfred von Tirpitz was popular among the public (seeThe sailor uniform was subsequently promoted by Wilhelm (in 1895, the current North East Sea Canal was completed, and the naval ports of Kiel and Wilhelmshaven were expanded). In this context, the German Empire leased the Chinese port city of Tsingtao for 99 years. Despite his pro-British stance, Wilhelm failed to realize that this put Great Britain’s global hegemonic power in extreme distress.The persistent German colonialism—which Bismarck had yet to resist—was not seen by him as risky compared to the great powers of England, France, and Japan, and was rather approved: in 1899, the German Empire acquired the Caroline, Marianas, Palau, and Western Samoa islands.

Apply for the Chancellor position and address long-term foreign policy issues

In 1894, Caprivi was dismissed. Wilhelm appointed for the first time a non-Prussian, Bavaria's Prince Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, who neither developed nor exhibited leadership ambition: In 1896, he failed to stop Wilhelm from sending a congratulatory telegram to the Buren in response to the British-inspired Jameson Raid, which was met with outrage in Britain and was permanently seen as a departure from pro-English policies

The Caprivi Policy has been interpreted.

In 1900, he replaced Hohenlohe with Count Bernhard von Bülow, who, as Chancellor of the Empire, was unable to implement the upcoming domestic political reforms or manage the evolving foreign policy situation (understood as a containment policy in Germany).The relationship with France was not improved; England is now also challenged by naval policy, and Russia is not supported by Austria-Hungary on the Balkans (compare this with the Bismarck era insurance treaty). However, until the Daily Telegraph affair and the Eulenburg trials, Wilhelm had trust in Bülow, who also became indispensable to him through flattery.

Wilhelm II began taking political action in peace affairs in 1905: In order to re-establish relations with Russia, which was on the verge of losing its war against Japan, he signed the Björkö Friendship Treaty with Nicholas II. France was also intended to be involved.

Unfortunately, however, the German-Russian Friendship Treaty was declared null and void by Russia as early as 1907, because it was not compatible with the French-Russian rapprochement that had taken place by then. This rapprochement arose after Wilhelm II provoked France significantly during the First Moroccan Crisis in 1906 through his visit to Tangier.In addition, this resulted in a deterioration of relations with Japan, which had previously regarded Prussia/Germany as its scientific and military mentors.

In 1908, Wilhelm’s helplessness became evident due to the Daily Telegraph scandal: he complained in an interview with the newspaper about his own government—that it was not friendly enough toward England. Bismarck had been a master at backing his policies through the media (see the Ems Telegram of 1870). With Wilhelm II, however, the interviews and passionate speeches were supposed to replace actual policy decisions.

A particularly striking example was given by the Emperor with his speech about the Huns, which had already been delivered in Bremerhaven on July 27, 1900. With this interview with the Daily Telegraph, he now stood against the Imperial policy, collapsed under the pressure from German media, and promised to hold back in the future.

By then, public opinion began to view the Emperor critically, and a campaign specifically harmed him: As early as 1906, journalist Maximilian Harden attacked the Kamarilla around the Emperor in his magazine Die Zukunft, thereby targeting the Emperor’s personal rule.

His revelation that Philipp von Eulenburg and Hertefeld—a close friend and advisor to the Emperor—were homosexuals and had taken an oath of allegiance, led to particularly intense confrontations. This was followed by three sensational trials against Eulenburg, which, despite a "not guilty" verdict, damaged the Emperor's reputation.

In 1909 the so-called Bülow bloc collapsed. This bloc consisted of government-backed left-wing parties, as well as the National Liberal Party and the Conservative Party. The trigger was Bülow’s attempt to reform the Prussian voting system, which led to the Conservatives, who dominated the Prussian Landtag, refusing to support him.The Social Democrats and the Centre, which supported this attempt in its principles, still refused to cooperate with Bülow. They accused him of being principleless, as he had just recently implemented new repressions against the Poles in cooperation with the Conservatives. The Germanization policy was ended at the request of Emperor Wilhelm II.However, in order to secure the loyalty of the Conservative Party, the Emperor initially ignored the expropriation of Polish properties, in order not to risk a stable parliamentary majority.

However, he dismissed him and appointed Theobald von Bethmann Hollweg as Chancellor of the Empire. He handed over foreign policy to him, but it failed to achieve its goals—reestablishing relations with England and distancing itself from Austria-Hungary’s anti-Russian Balkan policy.

The anti-French policy was intensified in 1911 during the Second Moroccan Crisis by German interventionism (the "Panther Jump to Agadir"), and both the army and navy were further strengthened. Significant interventions by Wilhelm were not carried out. Although the Emperor was a militarist, he was not a bellicist; despite his warlike statements, he essentially did not want war. However, he also did too little to make this clear.

In general, Wilhelm II’s role in German foreign policy is controversial. While John C. G. Röhl highlights him as a powerful figure who independently intervened in the Reich’s politics, most historians, such as Wolfgang Mommsen, view the civilian Reich leadership as the center of responsibility. It is undeniable that the emperor did not act as a coordinator between foreign, military, and naval policies.Thus, it came to a point where the Reich Chancellor, the Army leadership, and the Navy leadership pursued different goals that were incompatible with each other. In particular, the construction of the fleet created an external political problem.

World War I

During the July Crisis in 1914, Wilhelm II played a complex role. He wanted to save the peace, and at the monarchy level, he did his best to maintain a feverish correspondence with the Russian Emperor (Dear Nicky! – Dear Willy!). However, this effort had no effect on the now objective decision-making of all continental powers.However, the Emperor increased the military danger: He authorized Bethmann Hollweg, after the Sarajevo assassination on June 28, 1914, to grant Austria-Hungary a full mandate for his aggressive policy against Serbia.In fact, after Austria-Hungary declared war on Serbia, foreign policy was handed over to the German General Staff by the emperor and chancellor. According to them, the mobilization in the Russian Empire meant that the German Reich couldn’t wait any longer before declaring war on Russia and France. Otherwise, the German Schlieffen Plan—which involved attacking France first, then Russia in a two-front war—would become impossible to implement.Wilhelm did not interfere with the military objectives subsequently, but he did not leave them, constitutionally, to the Reichskabinett, rather to the Supreme Army Command.

During World War I from 1914–1918, the emperor's importance became increasingly diminished. Especially with the Third High Command under Hindenburg and the dominant Ludendorff, he was gradually excluded from political-military decisions between 1916–1918. However, in 1917, the military command assigned him the controversial decision regarding the "unrestricted" submarine warfare that was also debated across the empire.He agreed with the views of the military, despite the advice of his Chancellor, and thus allowed the United States to declare war. Later, the U.S. demanded the abdication of the Emperor as a condition for starting peace negotiations. Starting in 1917, Ludendorff held a de facto dictatorial position. Wilhelm II had no influence over further changes in the Chancellor’s position; the reforms to the German constitution in 1918 toward a parliamentary monarchy were attempted without him.

Due to the Hunger Winter of 1917/18 and the complete disaster of military strategy, at the latest after the failed Spring Offensive in the West in 1918, Wilhelm II became untenable in the Reich.In addition, it became clear to the people that a peace settlement under reasonable conditions (“the right of peoples to self-determination”) depended only on the abdication of their emperor, since the US refused to initiate peace negotiations beforehand. On November 9, 1918, Reichskanzler Prince Max von Baden (1867–1929) announced his abdication arbitrarily, without the consent of Wilhelm II. With this, the monarchy in Germany came to an end everywhere.The resignation declared by the Emperor himself in the same month (see below) was inevitable given the situation (see November Revolution).

The consequences could not be imagined at that time: The collapse of the monarchy, in the view of later British Prime Minister Sir Winston Churchill, cleared the way for Adolf Hitler’s dictatorship.

On November 10, 1918, the Emperor drove from his headquarters in Spa to the Netherlands and requested (and received) asylum there. He was particularly disappointed in Hindenburg, who abandoned him. Additionally, he criticized "the Jewish people" (Willem’s voice note). He officially resigned on November 28, 1918, 19 days after the establishment of the Republic, but never gave up his desire to return to the throne.

Text of the Resignation Certificate:

I hereby renounce these rights for all future purposes

at the crown of Prussia and the associated rights to the

German Imperial Crown.

At the same time, I release all officials of the German Empire

of Prussia as well as all officers, non-commissioned officers and men-

servicemen of the Navy, the Prussian Army, and the troops

the Federal allowance of Loyalty, which they give Me as their

have performed the duties of Kaiser, König, and Obersten Befehlshaber. I

expect from them that they will wait until the German reorganization

To the holders of actual power in Germany

to help the German people against the impending dangers of

Protecting anarchy, famine, and foreign rule.

Documentedly under Our Highest Authority's Hand

Printed text and the Imperial Seal attached to it.

Given in Amerongen, November 28, 1918

Wilhelm

Time after abdication

Exil

Until 1920, Wilhelm II lived in Amerongen, and thereafter until his death, he resided in the Doorn house he purchased in the Netherlands during his exile. His wife died in 1921.

In 1922, he married the widowed Princess Hermine von Schönaich-Carolath, formerly Princess Reuß ä.L. (1887-1947) (referred to as “Empress” in his title, officially “Princess of Prussia”). He gathered scholars for cultural history studies (Doorner Arbeitskreis), wrote his memoirs and other books, and was ready to restore the monarchy.Among other things, through the Hitler coup of 1923, he saw it confirmed that only a monarch could guarantee peace and order.

He repeatedly expressed antisemitic views, saying that "the press, Jews, and mosquitoes" should be eliminated, "preferably with gas."

In 1933, encouraged by his wife who traveled around the Reich, he moved closer to the Nazis, hoping to restore the Imperial Empire. However, despite two visits by Göring to Doorn, this proved unrealistic soon after. Hitler waited for him.

When he learned about the anti-Jewish pogrom known as “Kristallnacht” in November 1938, he expressed horror and considered it a disgrace. In 1940, when the Netherlands was occupied, Hitler ordered the estate to be sealed off by the Secret Field Police. Upon Germany’s victory over France in May, Adolf Hitler received a congratulatory telegram allegedly sent by Wilhelm II.

Although Darin was congratulated not to "Führer" Hitler, but to the Reichskanzler, and especially for "the victory of German weapons." Whether this came from Wilhelm II is strongly disputed; his then-Chancellor of the House, Wilhelm von Dommes, was likely the originator of this telegram.

Tod

Wilhelm II died on the morning of June 4, 1941 at the Doorn residence. His last words are uncertain: "I sink, I sink...".

Funerals for those who died during the regime were banned. The Nazi authorities allowed only a small number of people—the close family members and some former officers—to travel to the occupied Netherlands to attend the funeral. The emperor was initially buried in a chapel near the Doorner Torhaus. Later, his coffin was transferred to the mausoleum built posthumously according to his drawings in the House Doorn Park.

Your own chosen epitaph reads: "Do not praise me, for I need no praise; do not honor me, for I need no glory; do not judge me, for I will be judged."

Both cats rest in the antique temple at the New Palace in Potsdam.

Wilhelm II as a Personality

Due to complications at birth, Wilhelm II's left arm was 15 cm shorter than his right arm and partially paralyzed. This led to balance issues, posture problems, and frequent pain in his left ear. He did not receive special parental attention and harbored lasting resentment, especially toward his mother, whom he clearly hated in her letters.

The family’s efforts to cope with his disability were painful. After all, the future king of Prussia had to be a “whole man,” not a disabled person. As a toddler, he had to undergo painful electric shock therapy. Attempts to stretch his stunted arm also failed. Therefore, riding, which is often necessary in his profession, was difficult for him. This uncontrollable disability had a profound impact on him. He was forced to always hide it as a flaw.Wearing uniforms and resting the left hand on the weapon was a way out. This disability probably made him a person with self-doubt, low self-confidence, and a sense of being trapped within oneself—leaving him vulnerable to setbacks. Later on, this may have also favored his legendary love for travel. Whether possible neuroses imply a serious mental disorder is highly controversial.Even though there was an attachment to a mental illness, even more so. A melancholic state is sometimes attributed to him. The still-famous psychiatrist Emil Kraepelin even described Wilhelm’s mind as a “typical case of periodic disorder,” although this judgment is disputed regarding a manic-depressive disposition.

Persistent difficulties made Wilhelm II detestable. Therefore, he quickly abandoned proven friends and party members. As a result, diplomatic figures such as Bülow and many courtiers determined his approach and the selection of his personnel.The officers with whom he felt comfortable did little to broaden his judgment; in doubt, they carried the political prejudices of their neatly structured professional group, and their style of leadership also influenced him. From a personal perspective, narcissistic traits hindered his empathy and his ability to judge others—such as Nicholas II of Russia. His impoliteness was well-known.They stood out particularly to their surroundings during his inauguration and after Bismarck's dismissal, which he spread with vengeful intent in his thoughts and memories. It was not possible for him to acquire the global and human insight needed to offset one of these disadvantages through his career.

Despite the fundamental differences from his old Prussian-style, simple, and personally remarkable loyal grandfather Wilhelm I, Wilhelm II always tried to follow his governance patterns. His initial relationship with Caprivi can be interpreted as a hope that he had found his own Bismarck here.

He appointed the nephew of the famous Field Marshal Helmuth von Moltke as the military supreme commander ("I also want a Moltke"). However, the nephew was unable to break free from the shadow of Alfred von Schlieffen. Nevertheless, his grandfather’s reluctance to make direct political interventions was not a permanent trait of the nephew either; repeatedly, Wilhelm II intervened directly in politics through personnel decisions and orders for legislation.

He did not follow the old Emperor’s public restraint: Wilhelm II’s desire for self-promotion often led him to appear publicly, which earned him considerable eloquence, but also tempted him toward politically problematic statements. This overzealousness also benefited his relationship with mass media. He can be considered the first media monarch of the 20th century.

The displays of uniforms and orders along the Seine were in line with the grandeur style of the Wilhelminism that was named after him later on.

Art was far from his interest, and literature held no appeal to him. He developed his own interests in archaeology, which also shaped his visits to Corfu. Additionally, as was common among nobility, he was enthusiastic about hunting, and his number of trophies delighted him (he hunted approximately 46,000 animals); during exile, he liked to cut down trees.During his hunting experiences, Wilhelm also met his later close friend Philipp Graf zu Eulenburg, who became one of his most important advisors particularly between 1890 and 1898.

Disengagement—when things did not go as he wished—remained his characteristic trait. In 1918, amidst the revolutionary circumstances in the Reich, he quietly emigrated to a neutral country. His autobiography written in the Netherlands, filled with justifications or avoidance of certain topics, serves as a good testament to his weak judgment.

The Image of Wilhelm II in Public

Wilhelm II. was initially very popular. The less favored aspects of a “top-down” unification of the empire while preserving old power structures found a welcome compromise in imperial worship. The widely pro-monarchist press accepted this, and terms such as “Worker Emperor” and “Peace Emperor” were used for him (this is partly due to the suggestion made by Emanuel Nobel in 1912). Kaiser Wilhelm II.

To award the Peace Prize established by Alfred Nobel – at that time, the German Empire maintained 24 years of peace under its monarchy). However, it was also perceived as a threat (see Ludwig Quiddes’ 1894 study on Caligula’s “imperial madness”, which served as criticism of Wilhelm II and was widely circulated).Increasingly, criticism also joined in: "The first was the old Emperor, the second was the wise Emperor, and the third is the Traveling Emperor." Criticism also existed regarding the title "Speech Emperor." His various uniforms were carefully managed: "Your Majesty, a pipe has burst in the bathroom." – "Bring the Admiral uniform." („Simplicissimus“)

The bourgeoisie, which dominated public opinion, was initially seen by the critical Democrats, Socialists, Catholics, as well as the critical minorities (the Danes since 1864, the Hanoverians since 1866, the Alsace-Lorraine people since 1871, and the Poles permanently), as the most dangerous.Among the writers, he was not respected. The ironic Thomas Mann was still the gentlest toward a disabled and somewhat simple ruler in his novel *Königliche Hoheit*. Direct criticism was prohibited by the section on “insulting majesty” in the criminal law, but the jokes about him became increasingly vicious. Just compare this to the much more positive image of Emperor Franz Joseph in the Austro-Hungarian Empire, who nevertheless faced much more severe internal and foreign policy problems.

After 1918 and his exile, contempt overpowered him; people accused him of cowardice: Why did he not fall fighting at the head of his army? In 1933, monarchists hoped for his return with Hitler’s rise to power. Since Hitler had no such intention, Wilhelm II was increasingly forgotten during his last ten years of life, and his death remained largely uneplored. His public reputation has hardly recovered since then.

Outside Germany, his reputation was rather worse than in Germany. During World War I, Wilhelm II was often the symbolic target of enemy propaganda.

Family

Lineage

Sons and Daughters

Friedrich Wilhelm Victor August Ernst (1882-1951) ❤ 1905 Herzogin Cecilie zu Mecklenburg-Schwerin (1886-1954)

Wilhelm Eitel Friedrich Christian Karl (1883–1942) ⚖️ 1906-1926 Duchess Sophie Charlotte von Oldenburg (1879-1964)

Adalbert Ferdinand Berengar (1884–1948) ∞ 1914 Prinzessin Adelheid von Sachsen-Meiningen (1891-1971)

August Wilhelm (1887–1949) ∞ 1908-1920 Princess Alexandra of Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1887-1957)

Oskar Karl Gustav Adolf (1888–1958) ❤️ 1914 Countess Ina Maria von Bassewitz (1888-1973)

Joachim Franz Humbert (1890–1920, committed suicide) ∞ 1916 Princess Marie Auguste von Anhalt (1898-1983)

Victoria Luise Adelheid Mathilde Charlotte (1892–1980) ∞ 1913 Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg (1887-1953)

Title and Rankings

Title

Academic Degrees

(Sorted alphabetically by universities)

Dr. iur. utr. h.c. from the Friedrich-Wilhelms-University of Berlin

Dr.-Ing. E.h. from the Technical University of Berlin

Doctor of Sciences from Klausenburg University

Doctor of Civil Law at the University of Oxford

PhD Degree from the University of Pennsylvania Law School

PhD in Medicine from Charles University in Prague

Military Career

January 27, 1869: Lieutenant in the 1st Guard Regiment on foot and attached to the 1st Battalion (Berlin) of the 2nd Guard Landwehr Regiment.

March 22, 1876: Lieutenant

March 22, 1880: Captain

October 16, 1881: Major

September 16, 1885: Colonel and Commander of the Garde-Husaren-Regiment

January 27, 1888: Major General and Commander of the 2nd Guard Infantry Brigade

June 15, 1888: Supreme Warlord of the German Army and Commander-in-Chief of the Navy, Commander of the 1st Guard Regiment on Foot, the Guard Unit of the Corps, and the Leib-Garde-Husaren-Regiment

September 13, 1889: Commander of the König-Ulanen-Regiment (1. Hannoversches) No. 13

Chesterman and other honor ranks

Here it refers to the rank of the commander of units (in Bavaria: owner), whose name was often used for that purpose (the military command is not held by the "commander," but by the specific "commanding officer"). The titles of generals and admirals can also be understood as honorary ranks.

Germany

Head Chef

1.Foot Guard Regiments

Regiments of the Guard

Leib-Garde-Husaren-Regiments

13th Königs-Ulanen-Regiment (1. Hannoversches)

Königs-Infanterie-Regiment (6th Lorraine) No. 145

König Friedrich Wilhelm I. Grenadier Regiments (2nd East Prussia) No. 3

Regiment Königs-Jäger on Horseback No. 1

Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Silesian) No. 1

1. Leib-Husaren-Regiment No. 1

2. Queen Victoria of Prussia's Leib-Husaren-Regiment No. 2

Leib-Grenadier-Regiment Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) No. 8

2. Badischen Grenadier-Regiment Kaiser Wilhelm I. No. 110

Kaiser Wilhelm Infantry Regiment (2nd Grand Duke of Hesse) No. 116

Königlich Sächsischen 2nd Grenadier Regiment Kaiser Wilhelm No. 101

Kingdom of Württemberg Infantry Regiment No. 120

Königlich Württembergischen Dragoner-Regiments Königin Olga (1. Württembergisches) Nr. 25

Owner of

1. Royal Bavarian Ulanen Regiment "King Wilhelm II, King of Prussia"

Königlich Bayerischen 6. Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm, King of Prussia

Foreign Country

Owner of

K.u.k. Infanterie-Regiment No. 34 (Austria-Hungary)

K.u.k. Husaren-Regiment No. 7 (Austro-Hungary)

Head Chef

Kaiserlich Russischen St. Petersburger Leib-Garde-Grenadier-Regiments 'König Friedrich Wilhelm III.'

85. Wyborg Infantry Regiment, (Russia)

13. Narva Husaren-Regiment (Russia)

Kingdom of Great Britain 1st Dragoon Regiment

Ehrenoberst of

Königlich Portugiesischen 4th Cavalry Regiment

King Spanish Dragoon Regiment "Numancia"

Kaiserlich Osmanischer Field Marshal

Field Marshal of the Imperial-Habsburg Army of Austria-Hungary

Kingdom of Great Britain Field Marshal

Royal British Admiral of the Fleet

King Swedish Flag Admiral

Kingdom of Norway Honorary Admiral

King Danish Honorary Admiral

Admiral of the Imperial Russian Fleet

Ehrenadmiral of the Royal Greek Fleet

Other (non-military) ranks and awards

Selection

Ninth Head of the Order, Ninth Sovereign, and Master of the High Order of the Black Eagle

John of the Hospitaller Order Protector

Order of the Garter Knight (United Kingdom)

Ritter of the St. Andreas Order (Russia)

Ritter of the Annunciate Order (Italian)

Elephant Order Knight (Denmark)

Order of St. Hubertus Knight

Ritter of the Seraphine Order (Sweden)

Lion Order Knight (Norway)

Knight of the Golden Cloak Order (Spain)

Ehrenbailli and Grand Cross of the Sovereign Maltese Order

 

The Wilhelmshöhe Castle is located in the Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel. This castle, designed in the Classical style from 1786 to 1798, was built for Landgrave Wilhelm IX (from 1803 Kurfürst Wilhelm I).

It is internationally known for its current use as a museum that includes, among other things, an antique collection and the Old Masters Painting Gallery. Additionally, the museum in the White Stone Wing is very significant, containing the only authentically preserved rooms from the Landgraves.

On June 23, 2013, the Wilhelmshöhe Park and its castle were recognized as a UNESCO World Heritage Site.

Geography

The castle is located in the Bad Wilhelmshöhe district of Kassel, at the lower part of the Wilhelmshöhe Mountain Park, at an altitude of 285 m. It is situated on the lower Karlsberg slope, above the Westend of Wilhelmshöher Allee. The Hercules monument and the castle form a visual axis.This view line, which also serves as the central axis of the entire mountain park, continues into Wilhelmshöher Allee, which leads through the downtown area of Kassel and ends at Fünffensterstraße.

History

At the location of today’s castle, there was an Augustinian monks' monastery and later a Weißenstein nuns' convent since the 12th century. Under Landgrave Philipp of Hesse, the monastery was secularized and was occasionally used as a hunting palace. Philipp’s grandson, Landgrave Moritz, ordered the construction of a new hunting palace at the same site from 1606 to 1610. This building was expanded to considerable size under his successors.

The original monastery complex was destroyed by the new construction.

This palace was built between 1786 and 1798 based on designs by architects Simon Louis du Ry (the White Stone Wing and Church Wing) and Heinrich Christoph Jussow (the Middle Section) for Landgrave Wilhelm IX. The models used were Wanstead Palace and Prior Park in England. The palace was planned and constructed as a sprawling three-winged complex open to the park.The side wings are elongated, narrow structures with semi-circular extensions on their narrow sides. The center of the longer sides is emphasized by risalits containing eight exposed columns each, which span both upper floors; they are capped with vaulted attics.

During Napoleon's occupation from 1806 to 1813, the estate was renamed Napoléonshöhe. After the Kassel city palace, where Jérôme Bonaparte and his courtiers lived, was burned down in 1811, the castle served as a residence for the Elector of Westphalia, Jérôme Bonaparte, for a time. During this period, Charles-Louis-Napoléon Bonaparte, Jérôme’s nephew, also visited the castle; he would later be imprisoned here as Napoleon III.

The three previously standalone building parts were merged through one-story connecting structures. These connecting structures were raised to their current height under Elector Wilhelm II and his court architect Johann Conrad Bromeis. As a result, along with the absence of the original white finish, much of the delicate elegance of this classical-style building is lost. In the associated castle chapel, for example, Wilhelm’s daughter Louise von Bose was confirmed in her faith in 1828.

After being captured during the Battle of Sedan in the Franco-German War (1870–1871), Napoleon III was placed under arrest in the palace. On September 5, 1870, he arrived at the palace and remained there until March 19, 1871, when he went into exile in England. On October 30, 1870, Empress Eugénie visited him at the palace.

The castle served as a regular summer residence for the Imperial family from 1891 to 1918. It also acted as a retreat for Emperor Wilhelm II during personal or political crises. After the Compiègne Armistice in 1918, the castle briefly became the headquarters of the General Staff.

Between 1944 and 1945, the Royal Air Force carried out several attacks on Kassel. In February 1945, Wilhelmshöhe was bombed. The domed middle building of the castle was severely damaged by the bombs, but the rooms on the park side, up to the second floor, remained intact. However, the security measures for the facility by the building administration after the end of the war were notably lax.

Under the premise of restoring the structure to its original state, the middle part of the castle was gradually restored, focusing on the remaining historical interior furnishings. Some of the castle furniture can be found today in the Villa Hammerschmidt in Bonn. Starting from 1961, the functionalist architect Paul Friedrich Posenenske oversaw the restoration work. The restoration was carried out in a simplified manner, with the aim of using the building as an art museum.Also, the reconstruction of the dome was abandoned.

During the German-German summit meeting on May 21, 1970, the press center was located inside the palace. French President Valéry Giscard d’Estaing visited the palace during his visit to Germany in 1980.

Current Usage

Albrecht Altdorfer, Crucifixion

The Kirchflügel has been largely hollowed out for use as the administrative center for the State Museums of Kassel. The severely damaged mid-section was restored without a dome, window lintels, or window shutters, and now appears as an out-of-place element within the ensemble. The original space layout was also not restored.

Instead of a dome, a glass roof was installed on the building to illuminate the paintings, which are still noticeable from Herkules. The Hessen-Kassel Museum complex currently features in its mid-period section:

Antique Collection

Die Gemäldegalerie Alte Meister; it primarily features Flemish and Dutch Baroque paintings (Rembrandt – see also Jakobssegen (Rembrandt), Frans Hals, Rubens, etc.), as well as Old German art (Albrecht Altdorfer, Albrecht Dürer), Italian and Spanish paintings.

Die Graphic Collection

Regular Exhibitions

Das Museumsbistro Jeromé

In the historic chapel, the Protestant community holds its services.

Weißensteinflügel

Since the renovation of the palace after 1945, only the historical facilities of the White Stone Wing remain, and its rooms arranged according to historical models can be visited. The Wallpaper Museum was also located here from 1948 to 1976. On two floors, numerous furniture pieces from the late 18th and early 19th centuries are displayed.Many pieces of furniture have been preserved from the Louis-seize and Early Classicism period during the construction era. Only three desks by David Roentgen are on display. From the time of Jérôme Bonaparte, a large collection of Empire furniture by Bernard Molitor, bronzes by Pierre-Philippe Thomire, and Sèvres porcelain have been preserved. In addition to numerous paintings by Johann Heinrich Tischbein the Elder, seven hunting subjects by Jean-Baptiste Oudry are also exhibited.

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