In der reichsoffenen Prüfung im modernen Fünfkampf in Wünsdorf, die der Olympia-Vorbereitung diente, siegte SS-Untersturmführer Bramfeld. General der Artillerie v. Reichenau zeichnete den Sieger durch Überreichung eines Ehrenpreises aus.
SS-Hauptsturmführer (ab 27.07.1944) Herbert Bramfeld war Mitglied der deutschen Fünfkampfmannschaft bei den Olympischen Spielen 1936 (belegte Platz 12). Geboren am 02. Dezember 1912 in Hamburg, gestorben 1984 in Hamburg. Er war mit Skorzeny bei der Mussolini-Befreiung am Gran Sasso eingesetzt.
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Historische Informationen zum Artikel:
Die Schutzstaffel der NSDAP (Abkürzung SS) wurde in der Weimarer Republik am 4. April 1925 als Sonderorganisation der NSDAP zunächst zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet. Sie unterstand seit dem Reichsparteitag 1926 der Sturmabteilung (SA) und wurde nach dem vermeintlichen „Röhm-Putsch“ 1934 zu einer eigenständigen paramilitärischen Organisation der NSDAP, die zugleich den parteiinternen „Polizeidienst“ ausübte. In der Zeit des Nationalsozialismus war die SS maßgeblich am Holocaust beteiligt und wurde nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten.
Geschichte
Stabswache und Stoßtrupp Adolf Hitler
Vorläuferorganisation der SS war der Stoßtrupp Adolf Hitler. Im Mai 1923 wurde auf Anordnung Adolf Hitlers ein Saal-Schutz der NSDAP gebildet. Dieser setzte sich ursprünglich aus den zwei SA-Angehörigen Julius Schreck und Joseph Berchtold sowie einigen Angehörigen des Münchener Infanterie-Regimentes 19 zusammen. Mitte 1923 wurde dann, nachdem sich Hermann Ehrhardt mit Ernst Röhm und Adolf Hitler überworfen hatte, dieser Saal-Schutz aufgelöst und nun aus zwölf SA-Angehörigen der Stoßtrupp Adolf Hitler gebildet. Er sollte Hitler vor Übergriffen der parteieigenen Sturmabteilungen schützen. Der Gruppe standen die zwei ehemaligen Angehörigen der Stabswache, Julius Schreck und Josef Berchtold, vor. Die weiteren Mitglieder waren Ulrich Graf, Emil Maurice, Christian Weber, Josef Dietrich, Rudolf Heß, Jakob Grimminger und Walter Buch sowie Karl Fiehler. Nach dem missglückten Hitler-Ludendorff-Putsch (8./9. November 1923) wurde dieser mit der NSDAP verboten und aufgelöst.
Aufstellung
Am 1. April 1925 erhielt Julius Schreck den Auftrag Hitlers, eine neue Einheit zu bilden, die den Saalschutz der NSDAP-Veranstaltungen übernehmen sollte. Bereits am 4. April wurde aus acht Angehörigen des ehemaligen „Stoßtrupps Adolf Hitler“ diese neue Einheit gebildet, die rasch ausgebaut und über das ganze Deutsche Reich ausgedehnt wurde. Über verschiedene Namensstufen wie Saal-Schutz, Schutzkommando und Sturmstaffel wurde schließlich am 9. November des gleichen Jahres auf dem NSDAP-Reichsparteitag der Name Schutzstaffel offiziell eingeführt. Diesen Namen schlug der damalige SA-Führer Hermann Göring in Anlehnung an eine Fliegerbegleitstaffel Manfred von Richthofens im November vor. Schreck wurde nun als „Oberleiter“ Kommandant der SS.
Die Aufgaben der Organisation beschrieb Hitler in einem Führerbefehl vom 7. November 1930 wie folgt: „Die Aufgabe der SS ist zunächst die Ausübung des Polizeidienstes innerhalb der Partei.“
Das Symbol der Schutzstaffel bildete sich seit 1930 aus zwei nebeneinander liegenden, blitzähnlichen weißen „Sig-Runen“ im schwarzen Feld.
Konkurrenz zur SA
Mit einer Beschränkung der Sollstärke auf zehn Prozent der Sturmabteilung wollte die SA-Führung die SS kleinhalten. In den Gauen durfte mit dem Aufbau einer Schutzstaffel erst begonnen werden, wenn der Aufbau eines vollständigen SA-Sturmes abgeschlossen war. Mit Ausnahme Berlins, wo die SS die doppelte Stärke haben sollte, wurde die Sollstärke auf höchstens zehn Männer und einen Führer festgelegt.
Unzufrieden mit seinem geringen Handlungsspielraum trat Joseph Berchtold 1927 als Reichsführer SS zurück. Berchtolds Nachfolger wurde Erhard Heiden, der ein 27-jähriges Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge zu seinem Stellvertreter ernannte: Heinrich Himmler. Heiden wurde von der SA und ihrer Führung nicht ernst genommen. Die übergeordnete SA bestand in den Augen der SS-Mitglieder nur aus „Vertretern des Rabaukentums“, während die SA ihrerseits die SS aufgrund ihres selbsternannten „Elitetums“ argwöhnisch betrachtete, zumal ihr Hitler am 9. November 1926 die Betreuung der sogenannten „Blutfahne“ überlassen hatte. Am 5. Januar 1929 wurde Heiden von Hitler als Reichsführer SS entlassen. Der Grund für seine Entlassung war, dass er seine schwarzen SS-Uniformhosen bei einem befreundeten jüdischen Schneider anfertigen ließ. Heiden wünschte nun am 22. Januar 1929 seine komplette Streichung aus allen SS-Mitglieder- und Organisationslisten und wandte sich wieder der SA zu. Im April 1933 wurde Heiden auf Befehl Heinrich Himmlers in München ermordet.
Beteiligungen an Kriegshandlungen
Am 12. März 1938 nahmen auch Truppenteile der SS-Verfügungstruppe am Einmarsch der Wehrmacht in Österreich teil, wo sie in Wien ein bewaffnetes SS-Regiment aufbauten: die SS-Standarte Der Führer.
Im Oktober 1938 zog die SS-Verfügungstruppe ins tschechische Sudetenland ein, das die Tschechoslowakei nach dem ihr Ende September aufgezwungenen Münchner Abkommen an das Deutsche Reich abzutreten hatte. Im März 1939 wurde die so genannte „Rest-Tschechei“ besetzt und als Reichsprotektorat Böhmen und Mähren organisiert. Die SS wurde mit der Zerschlagung des Widerstandes beauftragt. Der Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich wurde später stellvertretender Reichsprotektor des besetzten Gebietes. Im Herbst 1939 wurden die Leibstandarte, die Verfügungstruppe und die Totenkopfverbände langsam zur Waffen-SS verschmolzen. Heinrich Himmler wollte als Reichsführer-SS seine Schutzstaffel zu einem umfassenden Staatsschutzkorps ausbauen, das an allen Fronten die inneren und äußeren Feinde des NS-Staates bekämpfen sollte. Trotz aller Differenzen innerhalb der verzweigten SS-Organisationsstruktur blieb die SS auf ein einheitliches ideologisches Ziel ausgerichtet. Dementsprechend gab es eine einheitliche Ausbildung der Führungskräfte in den beiden SS-Junkerschulen in Bad Tölz und Braunschweig. Die militärische und ideologische Schulung unterschied nicht, ob die Führungskräfte in der SS-Verwaltung, an der militärischen Front, im SD oder in den Konzentrationslagern eingesetzt werden sollten.
Der erste Kampfeinsatz der SS erfolgte beim Polenfeldzug. Die Wehrmacht befürchtete eine zunehmende Konkurrenz durch die SS-Verfügungstruppe, konnte aber die Zusammenlegung der bisherigen Regimenter Germania, Der Führer, Totenkopf und der Leibstandarte-SS Adolf Hitler zur SS-Verfügungsdivision nicht verhindern. Aber: Die kämpfenden SS-Verbände dieser SS-VT-Division unterstanden weiterhin dem Oberkommando der Wehrmacht und wurden nun auf verschiedene Heeresteile verteilt, d. h. die SS-VT-Division kämpfte nicht als einheitlicher Verband. Seit 1943 beteiligten sich insbesondere die Panzerverbände der SS am Kampf im Osten, so z. B. in der Orel-Kursk Schlacht im Rahmen der Operation Zitadelle. Ab 1943 wurden auch wehrpflichtige Deutsche und Männer aus Nordwesteuropa in die SS-VT-Division eingezogen, um an der Front neben den Wehrmachtsoldaten zu kämpfen, später wurde auch der Versuch unternommen, SS-Einheiten aus anderen Ländern wie z. B. Albanien aufzustellen. Diese Versuche hatten allerdings eher geringen Erfolg, so zerfiel die albanische SS-Division „Skanderbeg“ bereits vor ihrem ersten Kampfeinsatz.
Weitere, vom Oberkommando unabhängige SS-Verbände (einige Totenkopfstandarten und nichtmilitärische Verbände) kamen hinter der Front bei „Säuberungsaktionen“ zum Einsatz und begannen mit der systematischen Verfolgung und Ermordung von Juden und Angehörigen der polnischen Intelligenz. Gemäß den Richtlinien zu Zusammenarbeit des Heeres mit den Einsatzgruppen rückten die SS-Verbände unmittelbar nach der Wehrmacht in die eroberten Ortschaften ein. Aus rassenideologischen Gründen verfolgte Menschen mussten sich auf Befehl des ranghöchsten Offiziers der Wehrmacht im Ort an einem bestimmten Platz versammeln und wurden von dort oft sofort durch die SS zu einem abgelegenen Ort gebracht und ermordet. Wehrmachtssoldaten waren oftmals Zeugen dieser Hinrichtungen und auch die Wehrmacht und deutsche Polizeibataillone führten Massenexekutionen durch.
Da diese Verbrechen ganz auf der Linie der SS- und NS-Führung im Reich lagen, ging der Ausbau der kämpfenden SS-Verbände rasch voran. Beim Angriff auf Frankreich verfügte die inzwischen gegründete Waffen-SS bereits über drei Divisionen (Das Reich, Totenkopf und die SS-Polizei-Division) und das motorisierte Regiment LAH. Die SS-Divisionen erlitten an der Front teilweise schwere Verluste. Als Freiwilligentruppe hochmotiviert, mit einer den Wehrmachtsverbänden in der Regel überlegenen Ausrüstung, wurden diese Eliteeinheiten oft an den gefährlichsten Einsatzorten verwendet. Auch im Frankreichfeldzug wurden von SS-Verbänden zahlreiche Kriegsverbrechen verübt. Massaker an hunderten sich ergebender Soldaten und an einer Vielzahl von Kriegsgefangenen sind dokumentiert.
Kriegsverbrechen und Völkermord
Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs verübten Teile der Waffen-SS allein und in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht zahllose Kriegsverbrechen wie die Folterung und Ermordung von Kriegsgefangenen, Massenexekutionen von Zivilisten und die Vertreibung zahlreicher Menschen aus den besetzten Gebieten.
Über das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt mit der Inspektion der Konzentrationslager (IKL) betrieb die NSDAP die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager. Deren Bewachung und Ausübung der Polizeigewalt wurden von den SS-Totenkopf-Wach-Einheiten direkt und in der Regel alleinverantwortlich durchgeführt. Die SS war damit verantwortlich für Demütigung, Folterung und die Ermordung von Millionen Menschen.
In den Nürnberger Prozessen wurde die SS als Gesamtorganisation der NSDAP (d.h., einschließlich der Waffen-SS, der SS-Totenkopfverbände und des SD) – mit Ausnahme der so genannten Reiter-SS und des SS-eigenen Vereins Lebensborn – als Hauptinstrument des politischen Terrors zur verbrecherischen Organisation erklärt.
Dies sollte dem Umstand Rechnung tragen, dass bei einer Gesamtzahl von mehreren hunderttausend SS-Angehörigen nicht jeder einzelne direkt an Kriegsverbrechen beteiligt war, allerdings die verbrecherischen Handlungen nicht ohne die organisatorische, praktische und moralisch-ideologische Unterstützung der gesamten Organisation hätten durchgeführt werden können. Zudem erwies es sich als schwierig, die Gräueltaten dem einzelnen SS-Mitglied zuzuordnen, so dass sie zunächst nur einer relativen Minderheit im Einzelnen nachgewiesen wurden.
Organisation
Organisationsentwicklung
Zunächst der SA unterstellt, entwickelte sie sich zu einer Organisation mit „Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP. Mit der Berufung Heinrich Himmlers zum Reichsführer-SS 1929 begann ein grundlegender Wandel der Organisation. Vordem eine kleine Gruppierung von wenigen hundert Mann innerhalb der SA, sollte sie nach Himmler zur Kampftruppe der NSDAP ausgebaut werden, „ein nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter Männer, von denen jeder bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom Führer kommt.“ Die SS wurde von ihm gleichzeitig zu einer „Elite“- und einer Massenorganisation ausgebaut.
Der elitäre Charakter zeigte sich in den rassebiologischen und weltanschaulichen Kriterien, die erfüllt werden mussten, um der SS angehören zu können. Die SS sollte als „Sippengemeinschaft“ eine Verkörperung der nationalsozialistischen Herrenmenschenideologie darstellen und als „Bewahrer der Blutsreinheit“ zur Keimzelle der nordischen Rassendominanz werden. Die Auswahlkriterien beschränkten sich daher nicht auf die Bewerber selbst; auch Ehefrauen der SS-Mitglieder wurden hinsichtlich ihrer „Rassenreinheit“ überprüft. Die Ideologie der SS als Führungsorden manifestierte sich auch in der Anlehnung an Vorstellungen mittelalterlicher Rittergemeinschaften, mit deren Hilfe sie sich – etwa durch Rituale in Weihestätten oder Symbole wie den SS-Totenkopfring und die Verwendung verschiedener Runensymbole (heute umgangssprachlich als „SS-Runen“ bezeichnet) oder den Ehrendolch – eine quasireligiöse Dimension zu geben versuchte.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt die SS, wie auch SA und Stahlhelm, polizeiliche Privilegien zur Verfolgung politischer Gegner. Im April 1933 befanden sich bereits über 25.000 Regimegegner in „Schutzhaft“. SA und SS begannen mit der Errichtung erster Konzentrationslager (KZ) in Dachau und Oranienburg.
Vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1934 ermordeten Teile der bewaffneten SS-Verbände, namentlich die erste und zweite Schützenkompanie der Leibstandarte-SS Adolf Hitler und der Dachauer SS-Wachsturmbann „Oberbayern“, unter dem Vorwand eines vermeintlichen „Röhm-Putsches“, die Führung der SA. Auch Konservative, andere politische Gegner und Unbeteiligte waren unter den Todesopfern. Am 20. Juli 1934 koppelte Hitler die SS von der SA ab: „Im Hinblick auf die großen Verdienste der SS, besonders im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 30. Juni 1934, erhebe ich dieselbe zu einer selbständigen Organisation im Rahmen der NSDAP.“ Die SS übernahm nun in alleiniger Verantwortung die Zuständigkeit für alle frühen Konzentrationslager (KZ) im Reich, die bis dahin teilweise noch von der SA kontrolliert worden waren. Die SS-Totenkopfverbände wurden nun ausschließlich mit der Bewachung der Lager beauftragt. Die frühen, improvisierten Haftorte und Konzentrationslager wurden – mit Ausnahme des KZ Dachau – nach und nach geschlossen. Es begann die systematische Entwicklung des NS-Lagersystems, Hitler ließ Lager nach dem Prototyp Dachau erbauen.
Im November 1934 wurde das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102 in Berlin in den Komplex der Gebäude an der Prinz-Albrecht-Straße 8 miteinbezogen und zum Sitz des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS.
Ab 1935 benannten sich die Verwaltungseinheiten der SS in Allgemeine SS um. Sie wollten sich dadurch von ihren inzwischen bewaffneten Verbänden, der SS-Verfügungstruppe und den SS-Totenkopfverbänden unterscheiden, die später die Waffen-SS bildeten. Diese Allgemeine SS, nun auch Heimat- oder Schwarze-SS genannt, unterstand nun dem neuen Kommandoamt der Allgemeinen SS in Berlin.
Damit kam es zur klassischen Dreiteilung der SS, die informell bis 1945 Bestand hatte:
Allgemeine SS
SS-Totenkopfstandarten
SS-Verfügungstruppe
Abschließende Organisationsstruktur
Der Begriff „SS“ bildete ab 1939/40 den „Dachverband“ für verschiedene Hauptämter und deren Unterabteilungen:
Das Führungshauptamt (FHA) war die betriebliche Stabsstelle (Hauptquartier) der SS. Es leitete und verwaltete die Offiziers-Schulen, medizinische Versorgung, Transportvorgänge, Lohnzahlungen und Ausrüstungen.
Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) hatte die Aufgabe, eine „rassisch wertvolle“ Führungselite herauszubilden.
Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) entstand aus der Zusammenlegung von SD und SiPo und war die zentrale Stelle zur Ausübung der polizeilichen Funktionen der SS.
Das SD-Amt Reinhard Heydrichs diente als Geheimdienst zur Bekämpfung äußerer wie innerer Gegner und zur Bespitzelung der Bevölkerung.
Die Sicherheitspolizei (Sipo) war für die Kriminal- und die Geheime Staatspolizei (Gestapo) zuständig.
Militärischer Zweig der SS war die aus Verfügungstruppen und Totenkopfverbänden gebildete Waffen-SS
Das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) steuerte die Konzentrationslager und deren Konstruktion und verwaltete die SS-eigenen Industrien, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe.
SS-Wirtschaftsbetriebe
Die SS gründete zahlreiche Firmen, u. a. 1938 die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST), die sie 1940 in den Deutschen Wirtschaftsbetrieben (DWB) zusammenfasste. Die DWB wurden von leitenden Mitarbeitern der SS-Verwaltung geführt. 1942 wurden sämtliche wirtschaftlichen Angelegenheiten im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt konzentriert. Dieses betrieb über das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge. 1943/44 gehörten etwa 30 Unternehmen mit über 100 Betrieben, in denen mehr als 40.000 Konzentrationslagerhäftlinge arbeiten mussten, zum Wirtschaftsimperium der SS. Der Hauptsitz der DWB befand sich in Oranienburg bei Berlin.
Die SS erwarb auch mehrere Mineralwasserkonzerne, so etwa die Heinrich Mattoni AG und die Apollinaris Brunnen AG.
Weiterhin gab es die „künstlerischen“ Unternehmungen der SS:
Porzellanmanufaktur Allach
Nordland-Verlag
Schwertschmiede der SS
Personalentwicklung
Als Heinrich Himmler am 6. Januar 1929 die Führung der SS von Erhard Heiden übernahm, umfasste diese Organisation nur 280 Mann als „aktive Mitglieder“. Es begann nun unter Himmler ein stetiger Ausbau der SS: Schon im Dezember desselben Jahres wurde das 1000. Mitglied verzeichnet, 1932 war sie bereits auf rund 52.000 und bis zum Herbst 1933 auf gut 204.000 Mitglieder angewachsen.
Zu Kriegsbeginn am 1. September 1939 wurden rund 60 % ihrer Mitglieder zur Wehrmacht eingezogen. Das hieß, dass von den damaligen 260.000 SS-Mitgliedern 170.000 ihren Kriegsdienst in den drei Wehrmachtsteilen Heer, Luftwaffe und Marine taten. Nur ca. 36.000 wurden von der Waffen-SS übernommen. Die übrigen Mitglieder waren entweder für den Kriegsdienst zu alt oder waren auf „unabkömmliche Posten“ im Öffentlichen Dienst oder bei den Polizeikräften eingesetzt.
Gegen Ende des Krieges (1944/45) umfasste die SS formal über 840.000 Mitglieder, zu denen auch das „SS-Führerkorps“ (d. h. Führungsschicht in den SS-Hauptämtern und die Offiziere sowie die Unteroffiziere der Waffen-SS) und auch Polizeioffiziere gehörten, sobald ihr Dienstgrad einem SS-Rang entsprach. Die Zugehörigkeit der Offiziere von Waffen-SS und Polizei zur SS wurde von Amts wegen begründet; für die Mannschaften der Waffen-SS und Polizei war eine Übernahme in die SS erst für die Zeit nach Ende des Krieges vorgesehen. Vor dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg machte Robert Brill, ehemaliger Leiter des „Ergänzungsamtes der Waffen-SS“, am 5. und 6. August 1946 Angaben zur Personalentwicklung der Waffen-SS.
„Bei Kriegsende war die Waffen-SS noch ca. 550.000 Mann stark, bis Ende Oktober 1944 sind 320.000 Mann gefallen oder schwerstverletzt worden. (…) In der Waffen-SS dienten etwa 400.000 Reichsdeutsche, 300.000 Volksdeutsche und 200.000 Angehörige anderer Völker. (…) Im Jahr 1944 wurde die Masse der noch Kriegsverwendungsfähigen aus den Wachmannschaften der Konzentrationslager herausgezogen und für den Wehrdienst freigemacht. Bis dahin wurden die Wachmannschaften aus Notdienstverpflichteten der Allgemeinen SS und des ehemaligen Frontkämpferbundes 'Kyffhäuser' gestellt. 1944 kam noch ein starkes Kontingent aus der Wehrmacht. Es handelte sich meines Wissens zunächst um 10.000 Mann. Später mehr. (…) Meines Wissens setzten sich die Wachverbände in den KZs im Jahre 1944 aus 6.000 Notdienstverpflichteten, 7.000 Volksdeutschen, 7.000 Heeresangehörigen und einer Anzahl von Luftwaffenangehörigen zusammen. (…)“
– Documents of the Major War Criminals Vol. XX, p. 371–471
Blutgruppentätowierung
Angehörige der Allgemeinen SS, die sich zur Waffen-SS gemeldet hatten und auch von dieser übernommen wurden, trugen eine Tätowierung der Blutgruppe auf der Innenseite des linken Oberarms. Dieser Umstand erleichterte den Alliierten während und nach dem Krieg die Zuordnung angeblicher Wehrmachtsangehöriger und Zivilisten zur Waffen-SS. Oft versuchten deren Angehörige, sich vor der Gefangennahme durch andere Uniformen und Kleidung zu tarnen.
SS-Angehörige, die in den drei Wehrmachtteilen eingesetzt waren, betraf diese Tätowierung nicht, da die Blutgruppe auf deren Wehrmachts-Kennmarken vermerkt war.
Walter von Reichenau (* 8. Oktober 1884 in Karlsruhe; † 17. Januar 1942 auf dem Lufttransport von Poltawa nach Lemberg) war ein deutscher Heeresoffizier (seit 1940 Generalfeldmarschall). Er war seit 1933 federführend bei der Eingliederung der Reichswehr in den NS-Staat tätig. Während des Zweiten Weltkrieges war Reichenau als Armee- und Heeresgruppenoberbefehlshaber an führender Stelle an Kriegsverbrechen in der Sowjetunion beteiligt.
Leben
Kaiserreich und Erster Weltkrieg
Walter von Reichenau war der Sohn des späteren preußischen Generalleutnants Ernst August von Reichenau (1841–1919). Einer seiner Brüder war Ernst von Reichenau. Nach dem Abitur 1903 trat er in die Preußische Armee ein. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war Reichenau Adjutant des 1. Garde-Feldartillerie-Regiments und in dieser Stellung wurde er noch im Verlauf des Jahres 1914 zum Hauptmann befördert und mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse ausgezeichnet. Im folgenden Jahr wurde er zum Generalstab versetzt und im Lauf des Jahres 1915 diente er als Zweiter Generalstabsoffizier (Ib) der 47. Reserve-Division sowie anschließend als Erster Generalstabsoffizier (Ia) der 7. Kavallerie-Division.
Weimarer Republik
In der Zeit vom Waffenstillstand bis zu seiner Übernahme in die Reichswehr war Reichenau Generalstabsoffizier beim Grenzschutz Ost in Schlesien und Pommern.
Bis Anfang der 1930er Jahre wurde Reichenau in verschiedenen Stellungen verwendet. 1924 wurde er zum Major und 1929 zum Oberstleutnant befördert. Seit 1930 war er Chef des Stabs im ostpreußischen Wehrkreis I / 1. Division, dessen Befehlshaber Werner von Blomberg, der spätere Reichswehrminister war. Am 1. Februar 1932 erfolgte die Beförderung zum Oberst.
Er heiratete im April 1919 Alexandrine Gräfin Maltzan Freiin zu Wartenberg und Penzlin (1895–1984).
Rolle im Sport
Bis zum Ersten Weltkrieg war von Reichenau als Leichtathlet aktiv, später spielte er Tennis und fuhr Ski. Als Leichtathletiktrainer in Münster entdeckte er Hans Hoffmeister, den deutschen Meister im Diskuswurf von 1926, 1930 und 1931 und Olympiateilnehmer von 1928. Zudem war er ein begeisterter Fußballspieler. Als Mitglied des Berliner SC lernte er Carl Diem kennen, dem er freundschaftlich verbunden blieb. Gemeinsam entwickelten die beiden Männer das Konzept des Sportabzeichens und waren dann auch die ersten beiden Absolventen. Er gehörte dem Organisationskomitee der Spiele 1936 in Berlin an und wurde anschließend auf Betreiben von Diem Mitglied des IOC.
Für von Reichenau war der Sport „nur Mittel zum Zweck, nicht eigentliches Ziel“. Dieses Ziel war die Vorbereitung der militärischen Ausbildung mit Breitensport, denn „ein guter Sportsmann ist ein guter Soldat“. Besondere Bedeutung maß er den Mannschaftssportarten zu, da sie die „Unterordnung des Einzelwillens unter den Gesamtwillen“ fördern würden. Sein Ideal war eine Nivellierung von Standesunterschieden durch den Sport. Aber auch als „Sportgeneral“, wie er genannt wurde, konnte er seine Vorstellungen in der Wehrmacht nicht durchsetzen.
Zeit des Nationalsozialismus
Vorkriegszeit
Bereits vor der Machtergreifung knüpfte Reichenau Kontakte zur NSDAP wie zu Hitler selbst, mit dem er im April 1932 – wahrscheinlich erstmals – eine persönliche Unterredung geführt hatte.[6] Ab 1933 ging auch Reichenaus Karriere voran: Mit der Ernennung Blombergs zum Reichswehrminister wurde er am 1. Februar 1933 unter Ernennung zum Generalmajor Chef des Ministeramtes im Reichswehrministerium. In dieser Position kündigte er die politische Neutralität, die die Reichswehr gegenüber allen Regierungen der Weimarer Republik gezeigt hatte, auf und formulierte die Parole: „Hinein in den neuen Staat, nur so können wir die uns gebührende Position behaupten.“ Am 1. Februar 1934 wurde er im Zuge der Umstrukturierung der Reichswehr Chef des neugeschaffenen Wehrmachtamtes und blieb damit engster Berater Blombergs.
Zunächst hatte Reichenau keinerlei Berührungsängste gegenüber der SA, mit der er schon 1933 im ostpreußischen Grenzschutz gut zusammengearbeitet hatte. Im Juni 1933 legte er Pläne für einen „Wehrstaat“ vor, in dem die gesamte Jugend in Wehrsport, vormilitärischer Ausbildung und Wehrpflicht militärisch gedrillt werden sollte. In diesem Konzept sollte die SA die gesamte Rekrutenausbildung übernehmen. Er handelte mit dem SA-Chef Ernst Röhm aus, dass seine Organisation das Reichskuratorium für Jugendertüchtigung übernehmen sollte, eine bereits 1932 gegründete Tarnorganisation zur Aufrüstung. Sie sollte künftig dem SA-Obergruppenführer Friedrich-Wilhelm Krüger unterstehen. Mit diesem Konzept brach Reichenau mit der traditionellen Vorstellung vom Militär als „Schule der Nation“. Die künftige Reichswehr stellte sich der modern und pragmatisch denkende General vielmehr als Organisation der bewaffneten Spezialisten der Kriegführung vor. Die SA-freundliche Haltung Reichenaus zeigte sich auch in seiner Weisung vom Oktober 1933 an die Wehrkreiskommandos, die Interessen der SA möglichst zu berücksichtigen.
Erst im Februar 1934 geriet Reichenau mit Röhm in Konflikt, dem er unterstellte, die Kompetenz für Mobilmachung und Kriegsführung für seine Truppe zu verlangen und der Reichswehr nur die militärische Ausbildung überlassen zu wollen. Damit schien die Monopolstellung der Reichswehr als einzigem „Waffenträger der Nation“ bedroht. Daher drängte Reichenau gemeinsam mit Blomberg am 27. Juni 1934 Hitler zum Handeln: Die SA musste entmachtet werden, ebenso die konservativen Eliten um Vizekanzler Franz von Papen, die einer völligen Machteroberung der Nationalsozialisten noch im Wege standen. Als Papen um eine Audienz bei Reichspräsident Paul von Hindenburg für den 28. Juni 1934 nachsuchte, versetzten Blomberg, Reichenau und Reinhard Heydrich, der Chef des Sicherheitsdiensts der SS ihre Truppen in Alarmbereitschaft. Am 29. Juni 1934 wurden in den Röhm-Morden der Führungskader der SA ermordet, ebenso mehrere konservative Gegner des Regimes und die Reichswehrgeneräle Kurt von Schleicher und Ferdinand von Bredow, beide Amtsvorgänger Reichenaus als Chef des Ministeramts. Reichenau gehörte mit Hermann Göring und dem Reichsführer SS Heinrich Himmler zu dem „furchtbaren Triumvirat […], das an diesem 30. Juni 1934 über Leben und Tod entschied“: Die drei Männer gingen gemeinsam Namenslisten durch und entschieden durch Kopfschütteln oder Nicken, wer sterben musste.
Nach Hindenburgs Tod am 2. August 1934 befahlen Blomberg und Reichenau allen Reichswehrangehörigen, einen persönlichen Treueeid auf Hitler abzulegen, ohne dass es dafür eine gesetzliche Grundlage gab. Ihnen kam es darauf an, das Bündnis zwischen Reichswehr und Führer noch enger zu schmieden und konkurrierende Machtansprüche von Partei und SS abzuwehren.
Reichenau war maßgeblich am Aufbau der Wehrmacht und ihrem Einbau in den nationalsozialistischen Staat beteiligt.[5] Am 1. Oktober 1935 wurde er zum Kommandierenden General des VII. Armeekorps in München ernannt, verbunden mit der Beförderung zum Generalleutnant. Ein Jahr darauf erfolgte die Beförderung zum General der Artillerie. Im Jahr 1938 wurde Reichenau im Zusammenhang mit der Blomberg-Fritsch-Krise mit der Führung des Heeresgruppenkommandos IV in Leipzig betraut. Er war als Befehlshaber der 10. Armee am Einmarsch in das Sudetenland und später an der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ beteiligt.
Reichenau, der seit seiner ersten Begegnung mit Hitler 1931 zu dessen Bewunderern zählte, „propagierte und förderte“ die Eingliederung der Reichswehr in das nationalsozialistische System wie „kein Zweiter“. Deshalb wird er von Historikern auch als (erster) „politischer General“ bezeichnet. Er bekannte sich öffentlich zur „nationalsozialistischen Wehrmacht“, verlangte von Soldaten nationalsozialistische Weltanschauung und die Wahrung der „ewigen Werte unsres Volkstums von Blut und Rasse“. Trotz dieser Bekenntnisse soll er nach Angaben seiner Mitarbeiter selbst kein überzeugter Nationalsozialist gewesen sein. Vielmehr zielte seine Militärpolitik darauf ab, den Berufsoffizieren eine starke Stellung im „wehrfreudigen“ NS-System zu sichern.
Zweiter Weltkrieg
Am Polenfeldzug nahm Reichenau als Oberbefehlshaber der 10. Armee, der Schwerpunkt-Stoßarmee auf Warschau, teil. Am 30. September 1939 erhielt er das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes,[13] mit dem 1. Oktober 1939 wurde er zum Generaloberst befördert.
Im Westfeldzug 1940 kommandierte Reichenau die 6. Armee und nahm in dieser Stellung die Kapitulation Belgiens entgegen. Am 19. Juli 1940 wurde er nach dem Sieg über Frankreich zum Generalfeldmarschall ernannt.
Kriegsverbrechen in der Sowjetunion
Im Krieg gegen die Sowjetunion propagierte Reichenau als überzeugter Anhänger Hitlers den „Weltanschauungskrieg“ gegen „Bolschewisten“ und Juden. Er befehligte anfänglich die 6. Armee. In dieser Funktion trug er (Mit-)Verantwortung für Massaker in seinem Verantwortungsbereich: Am 22. August 1941 befahl Reichenau die Ermordung von 90 jüdischen Kindern in Belaja Zerkow, deren Eltern man erschossen hatte. Als der Offizier der Wehrmacht Helmuth Groscurth unter Umgehung des Dienstweges über das Schicksal der zunächst verschont gebliebenen Kinder eine eigene Entscheidung des Armeeoberkommandos verlangte, bestätigte Reichenau, dass auch die Kinder zu erschießen seien.
Aufgrund enger Kontakte zum Führer des Sonderkommandos 4a, SS-Standartenführer Paul Blobel, kam es außerdem zur engen Zusammenarbeit zwischen Wehrmacht und Sonderkommando beim größten Massaker in der besetzten Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs, dem Massaker von Babyn Jar, bei dem über 33.000 Juden innerhalb von zwei Tagen erschossen wurden (29./30. September 1941). Angehörige der Wehrmacht bewachten den Ort während des Mordens und bedeckten nach dem Massaker durch Sprengungen die Leichen mit Erde.
Am 10. Oktober 1941 erließ er den so genannten „Reichenau-Befehl“, der bis hinunter auf die Ebene der Kompanien verteilt und vorgelesen wurde:
„[…] Das wesentlichste Ziel des Feldzuges gegen das jüdisch-bolschewistische System ist die völlige Zerschlagung der Machtmittel und die Ausrottung des asiatischen Einflusses im europäischen Kulturkreis. Hierdurch entstehen auch für die Truppe Aufgaben, die über das hergebrachte einseitige Soldatentum hinausgehen. Der Soldat ist im Ostraum nicht nur ein Kämpfer nach den Regeln der Kriegskunst, sondern auch Träger einer unerbittlichen völkischen Idee und der Rächer für alle Bestialitäten, die deutschem und artverwandtem Volkstum zugefügt wurden. […] Deshalb muß der Soldat für die Notwendigkeit der harten, aber gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum volles Verständnis haben. Sie hat den weiteren Zweck, Erhebungen im Rücken der Wehrmacht, die erfahrungsgemäß stets von Juden angezettelt wurden, im Keime zu ersticken. […]“
Adolf Hitler bezeichnete den Reichenau-Befehl als „ausgezeichnet“ und befahl allen Armeeoberbefehlshabern an der Ostfront, Reichenaus Beispiel zu folgen. Aufgrund Hitlers Unzufriedenheit mit Gerd von Rundstedt wurde von Reichenau am 1. Dezember 1941 an Rundstedts Stelle zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd an der Ostfront ernannt. Sein Nachfolger bei der 6. Armee wurde auf Reichenaus Empfehlung, für viele überraschend, sein früherer Stabschef Friedrich Paulus.
Tod
Am 14. Januar 1942 erlitt Reichenau nach einem Waldlauf bei minus 40 Grad Celsius einen schweren Schlaganfall. Auf dem Lufttransport zur Behandlung nach Deutschland am 17. Januar 1942 starb Reichenau im Flugzeug zwischen Poltawa und Lemberg. Er wurde auf dem Berliner Invalidenfriedhof beigesetzt.
1944 erhielten seine Nachkommen eine Dotation an Grundbesitz im Wert von 1,01 Millionen Reichsmark.