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Farbfotodruck Luftwaffe Heinkel He111 Stuka Göring 1941 Auction number: 0006598427 
End of auction: 12/16/25  at  12:37 PM a o clock    4 d. 4 h. 29 min. 14 sec.  
Number of bids: 0 Bids

Article Place: 83454 Anger (Deutschland)
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Condition: Used
Start of auction: 12/02/25  at  12:37 PM a o clock
Price: 149.95 €
Quantity: 1
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   kumelek (121) 
      Rating: 132
      96,18% positively rated
      Member since 03/28/08
      City: 83454 Anger
      Country: Deutschland
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Die Deutsche Luftwaffe.

 

Vierseitiger, großformatiger Originaldruck von 1941.

 

Mit zwei ganzseitigen Agfacolor-Farbfotoabbildung in hervorragender Kupfertiefdruck-Qualität nach Aufnahmen von Alex Stoecker (PK) und Hans Schaller (PK):

 

Eine He 111 hat ihren Auftrag erfüllt und ihre Bombenlast über dem befohlenen Ziel abgeworfen. Nun braust sie über einer schützenden Wolkendecke dem Heimathafen zu. Angespannt späht die Besatzung nach feindlichen Jägern aus, denn es gilt, sie rechtzeitig abzuwehren.

 

Eine Kette Stukas in größer Höhe. Wie eine Landkarte breitet sich unter ihnen der Erdboden aus, jede noch so kleine Einzelheit den Augen der Flieger darbietend. Felder, Wälder, Straßen, Dörfer, nichts bleibt ihnen verborgen, und unentrinnbar schlägt ihr Angriff zu, wenn sie, über den Flügel abkippend, sich auf das erkannte Ziel herabstürzen.

 

Auf der Rückseite:

Der Reichsmarschall im Westen.

Mit sieben Fotoabbildungen in hervorragender Kupfertiefdruck-Qualität nach Aufnahmen von Eitel-LAnge (PK):

 

Auf einem Gefechtsstand an der Kanalküste (2).

 

Generalfeldmarschall Milch, rechts von ihm Generaloberst Udet, links Staatsrat Dr. Gritzbach.

 

Der Reichsmarschall besichtigt mit Generalfeldmarschall Sperrle Anlagen an der Kanalküste.

 

Der Reichsmarschall auf einer Besichtigungsfahrt, links Generalfeldmarschall Kesselring, hinter dem Reichsmarschall Generalleutnant Bodenschatz.

 

Der Reichsmarschall bei seinen Fliegern. Auszeichnung bewährter Besatzungen.

 

Der Reichsmarschall mit General der Flieger Loerzer  und Generalstabschef General der Flieger Jeschonnek.

 

Mit mittiger Bugfalte.

Größe 540 x 380 mm.

 

Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, an der Bugfalte mit acht sehr kleinen (Klammerungs-) Löchern, sonst sehr guter Zustand.

 

Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!

 

100%-Echtheitsgarantie – kein Repro, kein Nachdruck!!!

Besichtigung jederzeit möglich.

 

100% guarantee of authenticity - not a reproduction, not a reprint!

Visit any time.

 

 

Versand nur per Einwurf-Einschreiben (auf Wunsch auch Übergabe-Einschreiben und/oder auch versichert).

Versandkosten für diesen Artikel: 

Deutschland: 7,00 Euro

Europa: 8,00 Euro

Welt: 10,00 Euro

 

Siehe auch: 1933 – 1945, 1941, 2. Weltkrieg, 2.WK, 20. Jahrhundert, 3. Reich, 40er – Jahre, Aeronautica, Aeronautik, Agfacolor, aircraft, Armee, Aviatik, Aviation, D-06844 Dessau-Roßlau, D-14469 Potsdam, D-14482 Potsdam, D-14770 Brandenburg an der Havel, D-18050 Rostock, D-18057 Rostock, D-18069 Rostock-Marienehe, D-18119 Warnemünde, Deutsche Geschichte, Deutsches Reich, Deutschland, Drittes Reich, Ehrenzeichen, Elite, Farbfotografie, Farbenphotographie, Fliegen, Flieger, Fliegerei, Fliegerwesen, Flugapparat, Flügel, Fluggerät, Flugmaschine, Flugmaschinen, Flugwesen, Flugzeug, Flugzeuge, Fotografie, Fourties, Front, Großdeutschland, Heer, Heinkel, Hermann Göring, Historische Bilder, historische Flugzeuge, III. Reich, Junkers Luftverkehr AG, Junkersflugzeuge, Junkers-Luftverkehr A.G., Junkers-Werke, Kleinflugzeug, Kleinkabinenflugzeug, konservative Revolution, Kriegsauszeichnung, Kriegsauszeichnungen, Luftfahrt, Luftfahrtgeschichte, Luftfahrzeug, Luftflotte, Luftverkehrstechnik, Luftwaffe, Luftwaffenschwert, Metallflugzeuge, Militär, Militärflieger, Militärfliegerei, Militärflugwesen, Militärgeschichte, Militaria, Nationalsozialismus, NS, Patriotismus, Persönlichkeiten, Photographie, Pilot, Piloten, Politik, Politikgeschichte, Propeller, Propellermaschine, Propellermaschinen, Prunkdolch, Reichshauptstadt Berlin, Reichsjägermeister, Reichsmarschall, Soldaten, Staatsoberhaupt, Technik, Technikgeschichte, Tradition, Truppe, Uniform, Vaterland, Vierziger Jahre, Weltanschauung, Zeitgeschehen, Zeitgeschichte

 

 

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Das Angebot wird als Sammlerstück verkauft  - Urheberrechte sind im Kauf ausdrücklich NICHT enthalten!!!

 

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Verkaufs- und Lieferungsbedingungen
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Bücher und Alben sind, wenn nicht ausdrücklich erwähnt, nicht auf Vollständigkeit geprüft. Normale Alters- und Gebrauchsspuren, Unterstreichungen usw. werden nicht erwähnt, sind aber im Preis berücksichtigt.

 

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Historische Informationen zum Artikel:

 

Alexander (Alex) Stöcker, deutscher Fotograf. Geboren 1896 in Berlin, gestorben nach 1962. Lebte und arbeitete in Berlin-Friedenau. Hatte sein Atelier und Firma (Presse-Illustrations-Verlag) in der Wiesbadenerstrasse 3.

 

Ernst Heinkel Flugzeugwerke A.G. war eines der größten deutschen Flugzeugbauunternehmen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Geschichte

Ernst Heinkel gründete am 1. Dezember 1922 die Ernst Heinkel Flugzeugwerke Warnemünde. Die ersten Flugzeuge waren die Schwimmerflugzeuge HE 1 und HE 2 (deren Lieferung trotz der Auflagen der Siegermächte des Ersten Weltkriegs durch die Zusammenarbeit mit dem Kapitänleutnant a. D. Walter Hormel möglich wurde) und die Ende 1923 beginnende Entwicklung des Schulflugzeuges HE 3, das von Chefkonstrukteur Karl Schwärzler (1901–1974) entworfen wurde. Die Firma brachte Rostock und Warnemünde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts den endgültigen Durchbruch in Sachen Industrialisierung. Rostock wurde moderne Großstadt und Hochtechnologie-Standort.

Die Heinkel-Werke hielten 1352 Patente auf dem Gebiet des Flugwesens und 587 Schutzrechte im Triebwerksbereich. Maschinen und Lizenzen wurden nach Dänemark, Finnland, Schweden, Ungarn, die Sowjetunion und nach Asien verkauft. Die Firma konstruierte Zivil- und später insbesondere auch Militärflugzeuge.

Die Heinkel-Werke waren bereits 1932 zum größten Industriebetrieb Mecklenburgs geworden. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von etwa 1.000 im Jahre 1932 über rund 9.000 Mitte 1939 auf etwa 16.000 Ende 1944. Das 1935 eröffnete neue Werk in Rostock-Marienehe verfügte über einen eigenen Werksflugplatz mit fünf befestigten Start- und Landebahnen. Die Hauptbahn, die in West-Ost-Richtung verlief, hatte eine Länge von 1500 m. Im neuen Werk gab es für die Mitarbeiter in Rostock bisher unbekannte soziale Einrichtungen wie günstiges und gutes Gemeinschaftsessen aus der Kantine und ein Gesundheitshaus, wo beispielsweise auf vorbeugenden Gesundheitsschutz (z. B. mit Kneipp-Kuren) geachtet wurde. Dazu kamen eine großzügig ausgelegte Lehrlingsausbildung und berufliche Weiterbildung im Betrieb, Sportstätten und kulturelle Betreuung für die Familie. Der Bau von geförderten Wohnungen für die Betriebsangehörigen ließ ganze Stadtteile (Alt-Reutershagen, Komponistenviertel) neu entstehen. Das Unternehmen zahlte vor Kriegsbeginn meist überdurchschnittliche Löhne zu vergleichbaren Industrien. Von insgesamt über 55.000 Beschäftigten waren im Jahre 1945 etwa 17.000 Arbeiter (auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene) angestellt.

Ab 1935 arbeiteten die Heinkel-Werke auch für das Heereswaffenamt, wo Wernher von Braun die Entwicklung eines Raketenantriebs mit flüssigem Brennstoff vorantrieb. Es entstand die Heinkel He 176, ausgerüstet mit einem Raketentriebwerk des Kieler Unternehmens Walter, deren Erstflug am 20. Juni 1939 auf dem Gelände der Erprobungsstelle der deutschen Luftwaffe Peenemünde-West in Peenemünde stattfand.

In Rostock-Marienehe startete der Pilot Erich Warsitz am 27. August 1939 den weltweit ersten Flug in einem düsenbetriebenen Flugzeug des Typs Heinkel He 178. Es wurde von einem 378 kg schweren Heinkel HeS-3b-Strahlturbinenmotor angetrieben, der von Hans Pabst von Ohain entwickelt worden war.

Ernst Heinkel war der Typus eines eigenbrötlerischen Erfinder-Unternehmers und verfolgte eine Unternehmensstrategie, immer neue Werke und Tätigkeitsbereiche zu akquirieren. Das hierbei eingeschlagene und von ihm so bezeichnete „Heinkel-Tempo“ wurde jedoch von maßgeblichen Vertretern der Rüstungswirtschaft als schlecht koordinierte und kaum konzentrierte Entwicklungspolitik angesehen, deren ständige Terminüberschreitungen bei der Fertigung mit Improvisationen nicht mehr zu kaschieren waren. So geriet Heinkel immer mehr unter staatlichen Einfluss und musste sich schließlich einer von der Rüstungsbehörde vorgegebenen finanziellen Konsolidierung beugen, die sich 1943 in der Gründung der „Ernst Heinkel AG“ (EHAG) niederschlug. Mit der Konstruktion der AG wurde Heinkels direkter Einfluss auf seine Betriebe vorerst gestoppt. Zwar behielt er zwei Drittel des Gesellschaftskapitals, musste sich aber mit dem Posten eines Aufsichtsratsvorsitzenden begnügen.

Mit der Besetzung Rostocks durch sowjetische Truppen am 1. Mai 1945 kam der Flugzeugbau zum Erliegen. Alles noch irgendwie Brauchbare in den teilweise zerbombten Werksanlagen wurde demontiert und als Reparation in die Sowjetunion gebracht. Die Überreste der Hallen und Gebäude wurden gesprengt. Ein bedeutendes Kapitel deutscher und internationaler Technik- und Flugzeuggeschichte war beendet.

Heinkel hatte in Rostock Fertigungsstätten in Marienehe, in der Bleicherstraße, der Werftstraße und am Patriotischen Weg. Außerdem gab es Fertigungen in Lübz, Rövershagen, Ribnitz und Barth. Dazu kamen Werke in Berlin-Reinickendorf und Oranienburg (Heinkel-Werke Oranienburg), am Flughafen Wien-Schwechat (ab 1942), in Jenbach/Tirol (ab 1939), im Harz, in Krakau und bei Paris. Eine 80 Meter lange fensterlose Backsteinmauer der früheren Heinkel-Werke befindet sich noch heute an der Lübecker Straße in Rostock auf dem Gelände der ehemaligen Schiffswerft Neptun. Die Mauer steht seit dem Abriss der Gebäude, die als Lehrwerkstatt dienten, seit 1993 unter Denkmalschutz. Des Weiteren sind zahlreiche Bauten des Fischereihafens in Marienehe ehemalige Heinkelgebäude.

Organisation für den Zeitraum 1. Dezember 1922 bis 31. März 1943[2]

Ernst Heinkel Flugzeugwerke GmbH
gegründet am 1. Dezember 1922
Rostock, Warnemünde

Heinkel-Werke GmbH
gegründet am 1. Mai 1936
Berlin, Oranienburg, Germendorf Hirth-Motoren GmbH
übernommen im April 1941
Stuttgart-Zuffenhausen Jenbacher Berg- und Hüttenwerke
gegründet 1939
Jenbach Vereinigte Ostwerke GmbH
übernommen am 1. Oktober 1939
Krakau, Mielec

 

Organisation für den Zeitraum 1. April 1943 bis Mai 1945[2]

Ernst Heinkel AG
gegründet am 1. April 1943
Rostock

Werk
Rostock
Rostock-Marienehe Werk Oranienburg
Berlin, Oranienburg, Germendorf Werk Wien
Wien-Heidfeld Werk Hirth Motoren
Stuttgart-Zuffenhausen Werk Waltersdorf
Waltersdorf Werk Jenbach
Jenbach Vereinigte Ostwerke
Krakau, Mielec Reparaturbetriebe
Kopenhagen-Kastrup

Rostock, Bleicherstraße
Rostock, Werftstraße
Rostock, Patriotischer Weg
Pütnitz
Ölsnitz
Adorf
Barth
Krakow am See
Lübz
Güstrow
Rövershagen
Straßfurt Schloß Öls
Como Zwölfaxing
Schwechat
Mödling
Wien-Hilden
Wien-Floridsdorf
Wien-Groß Jedlersdorf
Langenzersdorf Backnang
Kochendorf
Kolbermoor Berlin-Grünau
Wunchendorf  Mielec
Budzyń
Wisliczka
Bad Gandersheim Konstruktionsbüro Paris, Konstruktionsbüro Amsterdam

In der Stadt Oranienburg wurden in großem Umfang Zwangsarbeiter und Häftlinge aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen eingesetzt. Durch den Kriegseintritt der USA wurden die Luftangriffe nun auch tagsüber von den US-Bombern durchgeführt, sie hatten dabei gezielt Industriebetriebe im Visier, anfangs waren die Ausschaltung von Produktionsstätten für Flugzeuge ein wichtiges Ziel der US-Bomberstaffeln um endgültig die Lufthoheit zu erringen, im Gegensatz zu den Briten die bis dahin vornehmlich großflächig Städte während der Nacht bombardierten, die FlaK sowie damalige Jagdflugzeuge waren bei Nacht wesentlich weniger effektiv bzw. mussten speziell als Nachtjäger konzipiert sein. Zum 1. April 1943 entstand nicht nur die Ernst Heinkel AG, sondern es wurden auch mehrere kleine Außenwerke geschaffen, so waren die neuen Werke den Alliierten anfangs meistens nicht bekannt und durch ihre hohe Anzahl und geringe Größe war der Verlust eines solchen Werkes nicht vergleichbar mit großen Werken wie in Oranienburg.

Für die Heinkel-Werke wurde eines der größten Außenlager des KZ angelegt; im Werk mussten bis zu 8000 KZ-Häftlinge arbeiten. Am Standort Oranienburg existieren noch unter anderem die Werkssiedlung Weiße Stadt (Architekt Herbert Rimpl), Teile des Werksflughafens sowie der Ort Leegebruch, der eigens für die Arbeiter des Flugzeugwerkes gebaut wurde. Es gab neben den großen KZ-Außenlagern auch mehrere kleinere Außenlager über das gesamte Deutsche Reich verteilt. In Krakow am See wurde beispielsweise in den Getreidehallen der mecklenburgischen Kleinstadt ein solches kleines Werk zum Bau von Flugzeugteilen für 150 bis 200 Arbeiter errichtet, dafür wurde ein Außenlager des KZ Ravensbrück, des größten weiblichen Konzentrationslagers im Deutschen Reich, für die Zwangsarbeiter errichtet.

Bald nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigte sich die Heinkel AG am neuen Firmensitz Stuttgart mit Konstruktionsleistungen für Dritte (z. B. der Entwicklung eines Dreizylinder-Zweitaktmotors für den schwedischen Saab 93, um dann selbst mit der Fertigung von Motoren zu beginnen. Beispielsweise stammten die wassergekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotoren der Maico-Kleinwagen und der Tempo-Lieferwagen von Heinkel. Es folgten Mopeds („Heinkel-Perle“), Kabinenroller („Heinkel Kabine") und Motorroller, deren bekanntester der Motorroller „Tourist" mit 175-cm³-Viertaktmotor ist. Dieser wurde bis Mitte der 1960er-Jahre in großen Stückzahlen verkauft, unter anderem war er auch als Postzustellerfahrzeug oder als Polizeifahrzeug im Einsatz. Von der „Heinkel Kabine“ wurden etwa 17.000 Stück in Deutschland, Argentinien, Irland (bei der Dundalk Engineering Company und England (dort von Trojan Limited als „Trojan“ bis 1965) gebaut. Bis in die späten 1960er-Jahre lief die Heinkel-Motorenfertigung.

Im Jahr 2004 waren in Deutschland noch etwa 4000 dieser Roller gemeldet, was für deren Qualität und Langlebigkeit spricht.

Auf dem Gelände der ehemaligen Flugwerke Saarpfalz in Speyer wurde ab 1958 die Flugzeugentwicklung unter der Bezeichnung Ernst Heinkel Fahrzeugbau wieder aufgenommen. Dort fertigte Heinkel bis zum Verkauf der Anlagen nach Irland auch die „Heinkel-Kabine”.

Von 1959 bis 1965 beteiligte sich Heinkel an der Entwicklungsring Süd GmbH (EWR), einem Gemeinschaftsunternehmen mit Messerschmitt und Bölkow zur Entwicklung des Senkrechtstarters EWR VJ 101.

1964 ging das Unternehmen gemeinsam mit Weserflug und Focke-Wulf in den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW) auf. Während VFW inzwischen seinerseits in der EADS aufging, firmiert das Werk in Speyer heute unter der Bezeichnung PFW Aerospace AG - Pfalz Flugzeugwerke.

Entwicklungen

Bordkatapulte, durch die Bordflugzeuge (He 12; He 58) von Schnelldampfern der Post mit Vorausflügen auf der Amerikaroute mehr als 24 Stunden einsparten (Erprobungsbeginn 1927) - siehe auch Katapultschiff

Heinkel He 70 (1932): damals schnellste Verkehrsmaschine der Welt und bereits in moderner Schalenbauweise gefertigt, sowie erstmals in Deutschland mit einziehbarem Fahrwerk

Heinkel He 111 (1934): eigentlich im Auftrag der Lufthansa als schnelles Verkehrsflugzeug gebaut, ab 1937 Standardbomber der Luftwaffe

Heinkel He 100 (1938): Werkspilot Hans Dieterle holte mit 746,4 km/h am 30. März 1939 erstmals den absoluten Geschwindigkeitsweltrekord nach Deutschland

He 176 (1939): erstes Flugzeug der Welt mit einem regelbaren Raketentriebwerk

Entwicklung des ersten Turbostrahltriebwerks (He S 3) unter der Leitung von Hans-Joachim Pabst von Ohain ab 1933 (seit 1936 bei Heinkel)

He 178: erstes Flugzeug der Welt mit Turbinenluftstrahltriebwerk (Erstflug 27. August 1939)

Entwicklung des Schleudersitzes (1939)

Patent auf Sprengnietverfahren im Flugzeug- und Stahlbau

He 280: vorgesehen als Jagdflugzeug, geflogen 1941, Prototypen

He 219: erstes europäisches Flugzeug mit Bugradfahrwerk und serienmäßig eingebautem Schleudersitz

Heinkel HeS 011: bei Kriegsende leistungsstärkstes Turbotriebwerk der Welt, Prototypen

Kraftfahrzeugbau

Heinkel präsentierte 1955 einen Kleinstwagen, der Isetta von BMW ähnlich. Doch nur wenige dieser Fahrzeuge wurden als Dreirad gebaut, bis das Unternehmen zu zwei hinteren Rädern überging, in Schmalspur nebeneinander angeordnet. Der Viertaktmotor hatte zunächst 175 cm³, ab Ende 1956 200 cm³ und 9 PS. Die Höchstgeschwindigkeit betrug etwa 85 km/h.

(Aus wikipedia).

 

Die Heinkel He 111 war ein zweimotoriger freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit Einziehfahrwerk der Ernst Heinkel Flugzeugwerke, Rostock. Die Konstruktion von Siegfried Günter baute dabei stark auf den Erfahrungen mit dem einmotorigen Schnellverkehrsflugzeug He 70 auf.

Die Maschine wurde in den 1930er Jahren als Verkehrsflugzeug für zwei Mann Besatzung und zehn Passagiere konzipiert und in großen Stückzahlen im Zweiten Weltkrieg als Bomber eingesetzt. Nach Ende des Krieges produzierte die CASA in Spanien das Flugzeug noch bis Mitte der 1950er Jahre unter der Bezeichnung CASA 2.111 weiter.

Produktionsgeschichte

Bereits im Jahr 1932 erteilte das Reichsverkehrsministerium (RVM) den Auftrag zur Entwicklung eines Bomben- und Verkehrsflugzeugs, wobei die Bombervariante (noch geheim) Vorrang hatte. Am 17. November 1934 startete die He 111 V1 (Werknummer 713, 1. Militärversion) zum Erstflug. Im Mai 1935 folgte die He 111 V2 (W.Nr. 715) als erster ziviler Prototyp. Im Laufe der Erprobung wurden verschiedene Änderungen vorgenommen, so zum Beispiel der Einbau stärkerer Motoren, da die Luftwaffe eine höhere Geschwindigkeit forderte. Aufgrund der Tatsache, dass die aerodynamisch hochwertige Zelle sehr teuer war, wurde ab 1936 versucht, die Kosten durch Einführung neuer Tragflächen zu senken: Ab der He-111-F-Serie erhielten alle Flugzeuge trapezförmige Tragflächen, die im Vergleich zu den bis dahin verwendeten gerade Vorder- und Hinterkanten aufwiesen.

Die Luftwaffe erhielt ihre ersten He 111 B im Spätherbst 1936. Der erste Kampfeinsatz des Musters erfolgte ab März 1937, als im Rahmen der Legion Condor 30 He 111 B-1 gegen die spanische Republik eingesetzt wurden. Aufgrund der in Spanien gemachten Erfahrungen verzichtete die Luftwaffe bei ihren He 111 auf eine ausreichende Defensivbewaffnung, da die He 111 schneller als die meisten verfügbaren Jagdflugzeuge des Gegners flog. In der „Luftschlacht um England“ zeigte sich aber, dass eine vorbildlich geführte Abwehr mit leistungsstarken Jagdflugzeugen ungeschützten Bomberverbänden untragbare Verluste zufügen konnte.

Ab 1941 erhielt die Luftwaffe die Schulversion He 111 P-3 mit Doppelsteuerung. Im Verlaufe des Krieges wurden die He 111 neben ihrer eigentlichen Aufgabe auch als Transporter, Torpedobomber und Schleppflugzeug eingesetzt. Eine besondere Version war die He 111 Z, eine mittels eingefügtem Tragflächenmittelstück entstandene Doppelrumpfausführung mit fünf Motoren.

30 He 111 F-1 und 5 He 111 G-5 wurden an die Türkei und mehrere He 111 B und He 111 E an das faschistische Franco-Spanien geliefert.

Bis 1956 wurden in Tablada (Sevilla) von der spanischen Firma Construcciones Aeronáuticas S.A. (CASA) noch rund 250 Exemplare der He-111-H16-Lizenzversion CASA 2.111B gefertigt. Diese He-111-Ableger befanden sich bei der spanischen Luftwaffe noch bis in die 1970er-Jahre im Dienst. Hervorstechendes Unterscheidungsmerkmal sind die großen Kühler unter den Motoren, die auf die bei der 2.111B verwendeten Rolls-Royce-Merlin-Triebwerke hindeuten. Dies wurde nötig, weil die deutschen Daimler-Benz-Motoren, wie sie auch bei der 2.111A verwendet wurden, und dazu passende Ersatzteile nach dem Kriegsende kaum noch verfügbar waren. CASA 2.111B wurden als He-111-Doubles in dem Film „Luftschlacht um England“ eingesetzt.

Neben der Fertigung bei Heinkel in Rostock (Ernst Heinkel Flugzeugwerke, EHF) und Oranienburg (Heinkel Werk Oranienburg, HWO) wurde die Maschine in Lizenz bei den Norddeutschen Dornier-Werken (NDW) in Wismar, Arado (ArB) in Brandenburg, der Allgemeinen Transportanlagengesellschaft mbH (ATG) in Leipzig sowie bei den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken (JFM) hergestellt. Die Produktion lief von März 1936 bis September 1944.

Bauzahlen der He 111 bis 30. September 1944:

Version EHF NDW HWO ArB ATG JFM SUMME

Prototypen 4           4

A-0 10           10

A 6           6

B-0 7           7

B 136 283         419

C 12           12

D 30           30

E   80   50 40 40 210

F 45           45

G ca. 8           ca. 8

J     120       120

L (Umbau)             (6)

P-1 75 20         95

P-2 451 288         739

P-4 (Umbau)             (156)

H-1     95 21 20   136

H-2     180 182 140   502

H-3     182 196 126   504

H-4 117 ?           117 ?

H-5 560           560

H-6 1745           1745

H-6tp 30           30

H-11 301           301

H-11 TO 200           200

H-14 50           50

H-16 200           200

H-16/R1 900           900

H-20 770           770

Z (12)           (12)

SUMME 5657 671 577 449 326 40 7720

Versionen

Prototypen

He 111 V1: Die erste He 111, ausgerüstet mit BMW VI 6,0 Z

He 111 V2: Sie war ein reines Passagier- und Postflugzeug, das zehn Personen befördern konnte und eine verkleinerte Flügelspannweite besaß.

He 111 V3: Die erste reine Bomberversion, ebenfalls mit verkleinerter Spannweite.

He 111 V4: Ein ziviler Prototyp, aus dem fünf Serienmaschinen He 111 C abgeleitet wurden, die von der Lufthansa eingesetzt wurden. Offiziell vorgestellt wurde er am 10. Januar 1936.

He 111 V5: Letzter Prototyp, er war mit leistungsstärkeren DB-600-A-Motoren ausgerüstet und bildete dank seiner stark verbesserten Leistungen die Ausgangsbasis für die erste größere Serie von He 111 B-Bombern. Der Erstflug fand Anfang 1936 statt.

Serienmuster

He 111 A-0: Die in zehn Exemplaren gebaute Bomber-Null-Serie wurde komplett als Prototypen eingesetzt. An China wurden 1936 sechs He 111 A exportiert.

He 111 B: Heinkel rüstete nun die He 111 mit stärkeren Motoren aus (je 1000 PS) und nannte diese Serie He 111 B (417 km/h). Die Luftwaffe führte diese Maschine nun doch Anfang 1937 unter der Bezeichnung He 111 B-1 mit DB-600-C-Motoren ein. Die B-2 hatte verbesserte Motoren DB 600 CG und eine stärkere Bugbewaffnung. Ab März 1937 wurden 30 Exemplare bei der Legion Condor im realen Einsatz getestet.

He 111 C: Fünf Stück wurden für die Lufthansa gebaut, siehe auch He 111 V4.

He 111 D: Eine leistungsgesteigerte Version mit DB-600-Ga-Triebwerken à 1050 PS, 460 km/h, die jedoch nicht lange gebaut wurde, da Daimler-Benz mit der Produktion von Motoren für etwa die Bf 109 vollständig ausgelastet war. Der Einsatz erfolgte als Führungsflugzeug.

He 111 E: Die E-Serie flog schon 498 km/h (bessere Kühler).

He 111 F: Von der F-Serie wurden 30 Stück an die Türkei verkauft, einige andere waren bei der Legion Condor im Einsatz. Bei dieser Serie wurde die Flügelvorderkante und die Motorisierung geändert. Alle Typen sahen der A-Serie noch ähnlich. Die schlechten Sichtverhältnisse für die Besatzung wurden bemängelt. Dies und andere Mängel führten zur Entwicklung der He 111 P.

He 111 G: Versuch, mehr zivile Kunden zu finden. Meist mit DB 600A/G-Triebwerken. Zwei Maschinen der G-3-Serie wurden versuchsweise mit Sternmotoren ausgerüstet(BMW 132Dc bzw. BMW 132H). Dies zur Lufthansa, dort als He 111 L bezeichnet.

He 111 J: 90 Stück von der Luftwaffe als Torpedobomber bestellt.

He 111 P: Die P-Serie besaß eine stromlinienförmige Gondel an der Rumpfunterseite, einen vollverglasten Bug und Motoren mit je 1100 PS. Sie wurde Anfang 1939 an die Luftwaffe geliefert. Sie ersetzte die Maschinen der B- und C-Serie.

He 111 H: Die H-Serie war baugleich mit der P, außer bei den Motoren. Es zeigte sich, dass die Maschinen für die Jäger der RAF zu langsam und zu schwach bewaffnet waren (hohe Verluste). Die Einsätze wurden in die Nacht verlegt, die Defensivbewaffnung wurde verstärkt. Auch die Motoren wurden immer wieder verstärkt (H-2, H-3, H-4, H-5). Die H-6 hatte keine innen getragenen Bombenlasten. Sie konnte an den vorgesehenen Vorrichtungen unter dem Rumpf Bomben oder Torpedos tragen. Maschinen der Typen H-8 bis H-23 wurden mangels besserer Flugzeugtypen bis 1944 gebaut.

He 111 Z: Sie bestand aus zwei Flugzeugen, die über ein Tragflächenmittelstück miteinander verbunden waren. An der Kopplungsstelle wurde ein fünftes Triebwerk eingebaut. Ab 1942 wurde mangels anderer starker Flugzeuge eine kleine Anzahl dieser Maschinen zum Schleppen großer Lastensegler (wie z. B. die Me 321) gebaut. Dadurch wurde das gefährliche „Troika“-Schleppverfahren mit drei einzelnen Messerschmitt Bf 110 ersetzt.

Technische Daten

Heinkel He 111 P-4 (1939/1940)

Kenngröße Daten

Spannweite    22,50 m

Länge    16,40 m

Höhe    3,40 m

Flügelfläche    87,60 m²

Leermasse    6.775 kg

Startmasse    13.500 kg

Triebwerk    zwei Daimler-Benz DB 601 A-1 mit je 1.100 PS

Höchstgeschwindigkeit    390 km/h, voll beladen ca 330 km/h

Reisegeschwindigkeit    290 km/h

Steiggeschwindigkeit    144 m/min

Landegeschwindigkeit    115 km/h

Steigleistung    2,4 m/s

Reichweite    voll beladen 1.200 km, maximal 2.400 km

Gipfelhöhe    8.000 m

Bewaffnung    fünf bewegliche 7,92-mm-MG 15
optional zusätzlich zwei 13-mm-MG 131

Bombenlast    2.000 kg intern

Besatzung    5

 

Heinkel He 111 H-6 (1941/1942)

Kenngröße Daten

Spannweite    22,50 m

Länge    16,40 m

Höhe    3,40 m

Flügelfläche    87,60 m²

Leermasse    6.775 kg

Startmasse    14.000 kg

Triebwerk    zwei Junkers Jumo 211 D mit je 1.200 PS

Höchstgeschwindigkeit    400 km/h, voll beladen ca 330 km/h

Reichweite    voll beladen 1.200 km, maximal 2.400 km

Gipfelhöhe    8.000 m

Bewaffnung    ein 20-mm-MG/FF (Bug), fünf bewegliche 7,92-mm-MG 15, optional zusätzlich zwei 13-mm-MG 131

Bombenlast    2.500 kg

Besatzung    5

 

Heinkel He 111 H-16 (ab Herbst 1942)

Kenngröße Daten

Spannweite    22,50 m

Länge    16,40 m

Höhe    3,40 m

Flügelfläche    86,50 m²

Rüstgewicht    8.680 kg

maximale Startmasse    14.000 kg

Triebwerk    zwei Junkers Jumo 211 F-2 mit je 990 kW / 1.350 PS

Höchstgeschwindigkeit    436 km/h in 6.000 m Höhe

Steigzeit auf 6.000 m Höhe    42 min

Reichweite    2.900 km (mit 1.000 kg Bomben)

Gipfelhöhe    6.700 m

Bewaffnung    ein 20-mm-MG/FF (Bug), ein 13-mm-MG 131 oder ein 7,92-mm-MG 81 Z Zwilling (Rumpfrücken), zwei 7,92-mm-MG 81 (Rumpfunterseite), zwei 7,92-mm-MG 81 (Seiten)

Bombenlast    3.000 kg

Besatzung    5

Elektronische Ausrüstung

Serienmäßig war die He 111 mit einer Bordverständigungsanlage, mit Funkgeräten und einem Autopiloten ausgerüstet. Die für Nachtflüge eingesetzten Maschinen besaßen zusätzlich einen Empfänger, damit der Landeanflug genau entlang des ausgestrahlten Leitstrahls erfolgen konnte. Die Flugplatzbeleuchtung wurde erst kurz vor dem Aufsetzen eingeschaltet, damit der Flugplatz nicht von feindlichen Flugzeugen gesehen werden konnte.

Einige Flugzeuge waren mit einer Zielnavigation (Knickebein-Verfahren, X-Verfahren, Wotan) ausgerüstet. Diese He 111 waren daran zu erkennen, dass sie drei Stabantennen auf dem Rumpf trugen. Bei dem mit dem X-Gerät (70 MHz) arbeitenden Verfahren flog der Pilot entlang eines Leitstrahls (Weser genannt). Abweichungen vom Leitstrahl wurden ihm über Kopfhörer durch Signale gemeldet. Der Leitstrahl wurde im Zielgebiet möglichst rechtwinklig von drei Zielstrahlen gekreuzt, um eine hohe Genauigkeit zu erhalten. Etwa 30 km vor dem Ziel wurde der erste Zielstrahl gekreuzt. Der Pilot wusste durch das Signal, dass er das Ziel in etwa fünf Minuten erreichen würde. Beim Kreuzen des zweiten Zielstrahls wurde ein Rechner gestartet, der die genaue Geschwindigkeit des Flugzeugs über dem Boden errechnete. Aus der gemessenen Geschwindigkeit wurde vom Rechner der Abwurfpunkt ermittelt, der kurz vor dem Ziel liegen musste. Da die beiden Messpunkte von Zielstrahl 2 und 3 gleich weit auseinander lagen, ermittelte der Rechner die noch zu fliegende Zeit bis zum Ziel. Die Zeiten wurden auch optisch angezeigt. Als weiterer Parameter wurde noch die Flughöhe eingegeben. Die Bomben wurden dann automatisch abgeworfen. Die Genauigkeit dieses Verfahrens (X-Gerät) entsprach jener der bei Tag eingesetzten Zielgeräte.

Erhaltene Exemplare

Eine Heinkel He 111 H-20 ist im Royal Air Force Museum, dem Luftwaffenmuseum des Vereinigten Königreichs ausgestellt. Eine weitere Maschine vom Typ CASA 2.111B (Heinkel He 111 H-16 ) befindet sich in der Flugwerft Schleißheim in München.

(Aus wikipedia).

 

Hermann Wilhelm Göring (* 12. Januar 1893 in Rosenheim; † 15. Oktober 1946 in Nürnberg) war der Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg und einer der führenden Politiker in der Zeit des Nationalsozialismus. Göring war maßgeblich an der Ausschaltung und Verfolgung der Opposition beteiligt. Er war für die Gründung der Gestapo sowie die Einrichtung der ersten Konzentrationslager verantwortlich. Ab Oktober 1936 betrieb er als Beauftragter für den Vierjahresplan die Aufrüstung Deutschlands und bereitete so den Krieg vor. Am 31. Juli 1941 beauftragte er Heydrich mit der Organisation der so genannten Endlösung der Judenfrage.

Göring gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Personen und wurde am 1. Oktober 1946 in allen vier Anklagepunkten schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Der Vollstreckung des Urteils entzog er sich durch Suizid.

Leben

Familie und Herkunft

Hermann Göring wurde als Sohn von Ernst Heinrich Göring und Franziska Göring (geb. Tiefenbrunn) in Rosenheim geboren. Die Familie war in Rosenheim nicht ansässig, der Geburtsort kam durch einen Besuchsaufenthalt der Mutter zustande. Vater Ernst Heinrich war promovierter Jurist und von Bismarck zum ersten Reichskommissar für Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) (1885 bis 1888) bestimmt worden.

Hermann Göring hatte vier Geschwister, einen älteren Bruder Karl Ernst Göring (* 3. August 1885; † 4. Oktober 1932), zwei Schwestern (Olga Therese Sophie und Paula Elisabeth Rosa), die in Österreich mit Juristen verheiratet waren und einen jüngeren Bruder, Albert Göring, der die nationalsozialistische Ideologie ablehnte.

Kindheit und Jugend

Seine Mutter gab ihn die ersten drei Jahre zu Pflege bei der Familie Graf in Rosenheim, während sie mit ihrem Mann im Ausland war. Ab 1901 lebte Göring zusammen mit seinen Eltern und seinen vier Geschwistern auf den Ländereien seines Patenonkels Hermann von Epenstein, eines Arztes jüdischer Herkunft, mit dem sich Görings Vater in Afrika angefreundet hat. Epenstein stellte der Familie Göring die Burg Veldenstein (ca. 30 Kilometer nordöstlich von Nürnberg) als Wohnsitz zur Verfügung. Hin und wieder besuchte die Familie Epenstein auf seinem Schloss Mauterndorf (ca. 120 Kilometer südlich von Salzburg).

Seine Mutter pflegte offen ein Verhältnis mit Epenstein. Bei Besuchen wohnte sie bei ihm, während der Vater abseits untergebracht wurde.

Hermann Göring besuchte von 1898 bis 1903 die Volksschule Fürth und mit mäßigem Erfolg die Gymnasien in Fürth und Ansbach. Von 1903 bis 1905 lebte er in Ansbach in einem Internat. In „seinen Kinderspielen ging es ständig um Krieg“.

Mit zwölf Jahren schickte ihn sein Vater, der 1911 starb, in das Kadettenhaus in Karlsruhe. 1909 wechselte Hermann Göring an die Hauptkadettenanstalt (Oberstufe) in Lichterfelde bei Berlin.

Erster Weltkrieg

Er diente kurz darauf als Beobachter in einer Fliegertruppe. Am 25. März 1915 erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse. Im Juni bis September 1915 bekam er in Freiburg offiziell eine Pilotenausbildung. Er wurde im September zur 5. Armee abkommandiert. Am 16. November 1915 errang er seinen ersten Luftsieg. Anfangs eskortierte er Bomberverbände, später wurde er Jagdflieger.

Am 14. März 1916 schoss er den ersten feindlichen Bomber ab. Nach einer Bruchlandung am 28. September 1916 verbrachte Göring die Zeit vom 2. November 1916 bis zum Februar 1917 in verschiedenen Lazaretten.

Am 17. Mai 1917 wurde ihm die Führung der Jagdstaffel 27 übertragen. Er stieg am 18. August 1917 zum Oberleutnant auf, und am 2. Juni 1918, nach seinem 19. Abschuss, wurde ihm der Orden Pour le Mérite verliehen.

Als der Kommandeur des Jagdgeschwaders Nr. 1, Hauptmann Wilhelm Reinhard, im Juli 1918 bei einem Testflug tödlich verunglückte, wurde Göring am 6. Juli 1918 Kommandeur dieses als Richthofens „Fliegender Zirkus“ bekannten Geschwaders. In seiner neuen Position errang er schließlich seinen 22. und letzten Luftsieg.

Zeit der Weimarer Republik

Nach dem Waffenstillstand 1918 verlegte er sein Geschwader noch nach Deutschland zurück. Bei einer öffentlichen Versammlung in Berlin fiel er durch heftige Kritik an Kriegsminister Walther Reinhardt wegen dessen Eintretens für die Republik auf. Er ging als Militärberater nach Dänemark und später nach Schweden. Dort führte er die Maschinen von Anthony Fokker vor. Am 2. August 1919 erwarb er eine schwedische Fluglizenz und übernahm Aufträge für die Svenska Lufttrafik AB.

Am 13. Februar 1920 reichte er von Stockholm aus seinen Abschied bei der Reichswehr ein, die nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages keine Luftstreitkräfte besitzen durfte. Dabei beantragte er seine nachträgliche Beförderung zum Hauptmann und verzichtete auf etwaige Versorgungsansprüche. Im Juni 1920 wurde seinem Antrag stattgegeben.

Am 20. Februar 1920 beförderte er Eric von Rosen auf dessen Gut Rockelstad und lernte dort seine erste Frau, die verheiratete Carin Freifrau von Kantzow geb. Freiin von Fock, kennen. Sie verließ ihren Mann und lebte mit Göring an verschiedenen Orten in Schweden und ab 1921 in Hochkreuth bei Bayrischzell. Am 13. Dezember willigte Carins Ehemann Nils von Kantzow in die Scheidung ein. Am 25. Januar 1923 heiratete er die um vier Jahre ältere Carin in Stockholm. Am 3. Februar 1923 wurde die Trauung am neuen Wohnort der Görings in München-Obermenzing wiederholt.

Göring immatrikulierte sich 1921 an der Universität München, um Geschichte, Volkswirtschaft und Staatswissenschaften zu studieren. Vermutlich besuchte er mehrere Veranstaltungen der NSDAP, bevor er am 12. Oktober 1922 erstmals Adolf Hitler um eine Unterredung bat. Dieser ernannte ihn im Dezember 1922 zum Führer der SA.

In dieser Funktion nahm Göring am 9. November 1923 am Hitlerputsch teil, der von einer Einheit der bayerischen Landespolizei beendet wurde. Göring wurde durch einen Schuss in den Oberschenkel verletzt. Mit seiner Verwundung wurde er von Mitputschisten in den Hof des Hauses Residenzstraße 25 getragen. Der jüdische Eigentümer des Anwesens, Robert Ballin, nahm den stark blutenden Göring bei sich auf. Ballin und seine Frau wurden dafür durch Göring nach dem Novemberpogrom aus dem KZ befreit.

Göring gelang die Flucht nach Österreich. Wegen der Schmerzen erhielt er in einem Innsbrucker Krankenhaus Morphin – der Beginn von Görings Morphinismus, der bis zu seiner Gefangennahme durch die US-Streitkräfte 1945 andauerte. Als in München der Hitler-Prozess stattfand, hielt Göring sich nach wie vor in Österreich auf. Ende April 1924 wurde er zum Verlassen Österreichs aufgefordert. Er ging nach Italien und befand sich als Bevollmächtigter Hitlers in Venedig und Rom, während seine Frau nach Deutschland zurückgekehrt war.

Im Frühjahr 1925 zog er mit Carin in eine Wohnung in Stockholm und verfiel hier erstmals der Drogensucht. Im August 1925 wurde er in eine Klinik eingewiesen, und nach einer Entziehungskur erlitt er im Oktober einen Rückfall, weshalb er in die Nervenheilanstalt Långbro eingeliefert wurde. Schon nach wenigen Wochen konnte er die Klinik als geheilt wieder verlassen und erhielt zudem eine ärztliche Bescheinigung, dass er während der Behandlung nie Anzeichen einer Geisteskrankheit gezeigt habe.

Die Generalamnestie des neuen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg 1926 erlaubte ihm die Rückkehr nach Deutschland. Er nahm im selben Jahr am NSDAP-Parteitag in Weimar teil, wo sich herausstellte, dass man ihn aus der Liste der Parteimitglieder gestrichen hatte. Göring kehrte nach Schweden zurück, wo er wegen Morphiummissbrauch erneut in die Klinik von Långbro eingeliefert wurde. Nach nur 19 Tagen Aufenthalt konnte er die Klinik am 26. September 1927 wieder verlassen.

Er kehrte Ende 1927 endgültig nach Deutschland zurück und trat erneut in die NSDAP und SA ein. Göring knüpfte Kontakte zu alten Fliegerkameraden wie Bruno Loerzer, Ernst Udet und Paul Körner. Der zu Geld gekommene Lörzer stellte ihn dem Vorstandsmitglied der Lufthansa Erhard Milch vor und führte ihn in die besseren Kreise ein. Mit Carin wohnte er nun in Berlin-Schöneberg, zog nach den Reichstagswahlen vom 20. Mai 1928 in den Reichstag ein und wurde von Hitler im gleichen Jahr zum SA-Obergruppenführer ernannt.

Bei seinen Besuchen in Berlin war Hitler ein häufiger Gast bei den Görings. Nach den Reichstagswahlen vom 14. September 1930, die der NSDAP beträchtliche Stimmengewinne brachten, ernannte ihn Hitler, der weiter in München blieb, formell zu seinem „politischen Beauftragten in der Reichshauptstadt“. Göring versuchte, die nationalsozialistische Bewegung in der besseren Gesellschaft hoffähig zu machen. So veranstaltete er 1931 in seiner Wohnung ein Treffen zwischen Fritz Thyssen, Hjalmar Schacht und Adolf Hitler. Nach diesem Treffen verteilte Thyssen einige Spenden an nationalsozialistische Zeitungen. Vor allem aber unterstützte er seinen Freund Hermann Göring, um ihm einen adäquaten Lebens- und Wohnstil zu ermöglichen.

Carin Göring starb 1931 an Tuberkulose. Später nannte er in Andenken an sie sein pompöses Anwesen in der Schorfheide bei Groß Schönebeck „Carinhall“.

1935 heiratete er die Schauspielerin Emmy Sonnemann (Adolf Hitler war bei dieser Hochzeit Trauzeuge), mit ihr hatte er eine Tochter, Edda Göring, die am 2. Juni 1938 geboren wurde.

Reichstagspräsident 1932

Nachdem in der Reichstagswahl Juli 1932 die NSDAP erstmals zur stärksten Partei geworden war, wurde nach parlamentarischem Brauch Göring als Vertreter der stärksten Fraktion in der ersten Sitzung des Reichstags am 30. August 1932 zum Reichstagspräsidenten gewählt. Damit hatte die NSDAP zunächst das dritthöchste Amt in der Weimarer Republik besetzt.

Misstrauen aus. Erst jetzt nahm Göring die Auflösungsverfügung zu Kenntnis, tat sie aber mit der Bemerkung ab, sie sei von Männern gegengezeichnet, denen der Reichstag gerade das Misstrauen ausgesprochen habe. Da Papen allerdings die Mappe mit der Auflösungsverfügung noch vor dem Ende der Abstimmung auf Görings Pult gelegt hatte, waren der Reichstag dennoch rechtskräftig aufgelöst und das Misstrauensvotum formal ungültig; das für Papen blamable Ergebnis der Abstimmung aber war öffentlich.

Bei den daraufhin für den 4. November 1932 ausgeschriebenen Neuwahlen zum Reichstag musste die NSDAP zwar Stimmenverluste hinnehmen, blieb aber stärkste Fraktion, so dass Göring erneut zum Reichstagspräsidenten gewählt wurde. In den folgenden Monaten hatte er entscheidenden Anteil an der Zerschlagung der Weimarer Republik.

Zeit des Nationalsozialismus

Auf seine Initiative hin wurden die ersten, zunächst noch gefängnisähnlichen Konzentrationslager gebaut (teilweise als „wilde KZs“ bezeichnet), in die Oppositionelle durch Polizei und SA verschleppt wurden. Die Gründung der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), aus der später das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) hervorging, wurde von Göring veranlasst. Der erste Chef der Gestapo, Rudolf Diels, war mit Göring familiär verbunden. Beim Röhm-Putsch im Juni 1934 übernahm die Gestapo eine Schlüsselrolle bei der von Göring veranlassten Ermordung von Ernst Röhm und etwa 150 bis 200 weiterer Personen.

Göring entwickelte sich in der Zeit des Nationalsozialismus – zumindest in den Augen der Öffentlichkeit – nach Hitler zum zweiten Mann im nationalsozialistischen Staat. 1934 wurde er per Gesetz zum Nachfolger Hitlers im Falle dessen Todes bestimmt. Görings Popularität (vor dem Bombenkrieg) zeigt sich etwa daran, dass er – anders als Hitler – zur stehenden Hauptfigur zahlreicher und nicht nur regimekritischer Witze wurde.

1933 wurde er Reichskommissar für die Luftfahrt, kurz darauf Reichsminister der Luftfahrt. Am 30. August 1933 wurde Göring zum General der Infanterie befördert, was ein Überspringen von fünf Rängen bedeutete, da er als Hauptmann aus der Reichswehr ausgetreten war. Dies sollte ihm in militärischen Kreisen eine gewisse Autorität beim Aufbau der Luftwaffe verschaffen. Im Mai 1935 wurde ihm unter gleichzeitiger Umernennung zum General der Flieger der Oberbefehl über die neu gegründete Luftwaffe übertragen. Zu Hitlers Geburtstag am 20. April 1936 wurde er zum Generaloberst befördert.

1934 wurde Göring Reichsforstmeister, Reichsjägermeister und Oberster Beauftragter für den Naturschutz. In dieser Funktion setzte er das im Wesentlichen noch geltende Reichsjagdgesetz vom 3. Juli 1934 durch.

Am 18. Oktober 1936 wurde Göring zum Leiter des Vierjahresplans ernannt. Damit war er faktisch Wirtschaftsdiktator in Deutschland. Den Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht verdrängte er schnell. Sein Auftrag war es, die deutsche Wirtschaft kriegsbereit zu machen. Letztlich scheiterte er an dieser Aufgabe. Sein Nachfolger in dieser Funktion wurde 1942 Albert Speer.

Während der Blomberg-Fritsch-Krise Anfang 1938 hoffte Göring, Werner von Blombergs Nachfolger als Oberbefehlshaber der Wehrmacht werden zu können. Auf Vorschlag Blombergs entschloss sich Hitler jedoch dazu, selbst den Oberbefehl über die Wehrmacht zu übernehmen. Göring wurde am 4. Februar 1938 zum Generalfeldmarschall befördert. Nach Blombergs Rücktritt war Göring bis 1939 der einzige Träger dieses Dienstgrades und wurde somit zum ranghöchsten Offizier der Wehrmacht.

„Mir wäre lieber gewesen, ihr hättet 200 Juden erschlagen und hättet nicht solche Werte vernichtet.“

Seine Beteiligung an der Vorbereitung und Durchführung des Holocaust ist durch einen Befehl vom 31. Juli 1941 belegt, dessen Echtheit er auch in den Nürnberger Prozessen bestätigte. In diesem beauftragt er Reinhard Heydrich, alle notwendigen Vorbereitungen zur „Endlösung der Judenfrage“ zu treffen und einen „Gesamtentwurf“ hierfür zu erarbeiten. In den Nürnberger Prozessen stritt er allerdings jede Verantwortung und Kenntnis über den Holocaust ab. Nach der Sichtung eines Films über ein Konzentrationslager äußerte er, dass er die genauen Zustände in den Lagern nicht gekannt habe, die Darstellungen im Film aber für übertrieben halte.

Hitlers Kriegsplänen stand Göring skeptisch gegenüber, da er deren Erfolgsmöglichkeiten bezweifelte. Hingegen äußerte er auf einer Besprechung mit Luftfahrtindustriellen in Carinhall am 8. Juli 1938:

„Wir müssen uns ganz klar darauf einstellen. Ich glaube, so wie die Lage ist, ist es zu 10, zu 15% so, daß sich irgendwie die Sache verhältnismäßig noch in kleineren Aktionen lösen kann. Aber zu 80, 85, 90% bin ich überzeugt, daß es doch einmal einen größeren Kladderadatsch geben wird und daß wir dann einmal den großen Kampf machen müssen, den ich nicht scheue. Es kommt nur darauf an, daß nicht wieder schlapp gemacht wird. [...] Dann ist Deutschland die erste Macht der Welt, dann gehört Deutschland der Markt der Welt, dann kommt die Stunde, wo Deutschland reich ist. Aber man muß was riskieren, man muß was einsetzen.“

1938, in der Tschechienkrise, arrangierte er hinter dem Rücken des Außenministers Ribbentrop gemeinsam mit Mussolini die Münchner Konferenz. Im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges wurde Göring außenpolitisch kaltgestellt, um nicht noch einmal Hitlers Pläne zu stören. Im Juli 1940 wurde Göring vom Generalfeldmarschall zum Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches befördert, ein eigens für ihn geschaffener Dienstgrad. In diese Zeit fällt auch seine Freundschaft zu seinem Amtskollegen Italo Balbo.

Bis zum Frankreichfeldzug im Mai und Juni 1940 wurde Göring als Held der Luftwaffe gefeiert. Wegen seiner katastrophalen Luftkriegsstrategie gegen England (siehe Luftschlacht um England) fiel er mehr und mehr in Ungnade. Er war auch mitverantwortlich für das Debakel von Stalingrad, weil er Hitler wider besseres Wissen zusagte, die eingekesselte Armee aus der Luft versorgen zu können. In seiner Funktion als Beauftragter für den Vierjahresplan organisierte er die wirtschaftliche Ausbeutung der besetzten Gebiete. Dass dem von ihm mitverantworteten Hungerplan Millionen von Menschen zum Opfer fallen würden, bezeichnete er als notwendig und erwünscht. So sagte er am 25. November dem italienischen Außenminister Graf Graf Ciano:

„In diesem Jahr werden 20 bis 30 Millionen Menschen in Russland verhungern. Vielleicht ist es gut so, da bestimmte Völker dezimiert werden müssen.“

Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher bestätigte er, sich in einer Anordnung gegenüber den Reichskommissaren für die besetzten Gebiete im August 1942 unter anderem wie folgt geäußert zu haben:

„Früher schien mir die Sache doch verhältnismäßig einfacher zu sein. Da nannte man das plündern. Das stand dem Betreffenden zu, das wegzunehmen, was man eroberte. Nun, die Formen sind humaner geworden. Ich gedenke trotzdem zu plündern, und zwar ausgiebig.“

Seit 1942 ließ sich Göring bei den Lagebesprechungen häufig vertreten. Er reiste viel umher und widmete sich seiner Sammel- und Jagdleidenschaft, während er an der Entwicklung des Krieges nur noch wenig Anteil nahm.

Ende Januar 1943 hielt er anläßlich der Niederlage von Stalingrad eine leidenschaftliche Rede um Parallelen zur historischen Schlacht an den Thermopylen zu ziehen.

Am 20. April 1945 verließ Göring nach dem offiziellen Geburtstagsempfang für Adolf Hitler Berlin in Richtung Berchtesgaden. Er verabschiedete sich von Hitler mit der Begründung, dass in Süddeutschland wichtige Aufgaben auf ihn warteten.

In seinem politischen Testament vom 29. April 1945 stieß Hitler ihn aus allen Staatsämtern wie auch der NSDAP aus und ließ ihn verhaften. Direkt vorangegangen war Görings Versuch, nach dem Gesetz von 1934 die Nachfolge Hitlers anzutreten. Der Reichsmarschall hatte Hitlers Ankündigung, er werde bis zum Schluss in der Reichskanzlei bleiben, als Abdankung angenommen.

Gefangennahme, Prozess und Tod

Nach Hitlers Selbstmord am 30. April 1945 wurde Göring aus der Haft entlassen. Auf seine Frage, wohin er nun wolle, antwortete er: „Auf die Burg meiner Jugend.“ Er begab sich am 7. Mai 1945 auf die Fahrt zur Burg Mauterndorf (Österreich), und da es unsicher war, ob es den sowjetischen Streitkräften nicht doch noch gelingen würde, ins Murtal, also bis in den Salzburger Lungau vorzustoßen, entschied er sich, nach Schloss Fischhorn im Salzburger Pinzgau zu fliehen und sich in die Hände der 7. US-Armee zu begeben.

Am 21. Mai 1945 wurde Göring in Begleitung seiner Frau Emmy und seiner Tochter Edda in das geheime US-Lager Camp Ashcan im luxemburgischen Bad Mondorf gebracht, in dem zwischen Mai und September 1945 ein Großteil der bis dahin gefangenen NS-Funktionäre und hochrangige Militärs festgehalten und verhört wurden. Ab November 1945 war er dann als ranghöchster Nationalsozialist in Nürnberg angeklagt. Nach seinem Morphinentzug wirkte er auf viele Protagonisten der Nürnberger Prozesse lebendiger und schlagfertiger als in all den Jahren des Dritten Reiches zuvor.

Er wurde in allen vier Anklagepunkten (Verschwörung gegen den Weltfrieden; Planung, Entfesselung und Durchführung eines Angriffskrieges; Verbrechen gegen das Kriegsrecht; Verbrechen gegen die Menschlichkeit) schuldig gesprochen und zum Tod durch Erhängen verurteilt. Göring stellte beim Gericht den Antrag, erschossen zu werden, was aber abgelehnt wurde. Der Vollstreckung des Urteils entzog er sich dann am 15. Oktober 1946, in der Nacht vor dem Hinrichtungstermin, durch Selbsttötung mit einer Zyankali-Giftkapsel.

behauptete, dass er damals von einer Frau („Mona“) und einem Mann gebeten worden sei, Göring Notizen und eine in einem Füllfederhalter versteckte Kapsel zuzustecken. Die Männer hätten ihm gesagt, dass Göring ein sehr kranker Mann sei und Medizin benötige. Herbert Lee Stivers sei nach dem Bekanntwerden von Görings Suizid davon überzeugt, dass es sich bei der „Medizin“ um das Zyankali für den Selbstmord gehandelt habe; aus Furcht vor Strafverfolgung aber habe er bis dahin geschwiegen.

Göring selbst legte die Planung seiner Selbsttötung in einem Abschiedsbrief an den Gefängniskommandanten dar. Danach hatte er von Anfang an drei Zyankalikapseln bei sich. Eine versteckte er so, dass sie „gefunden“ wurde, eine weitere wurde so gründlich versteckt, dass sie nicht gefunden wurde, während des Nürnberger Prozesses hatte Göring diese Kapsel bei sich im Stiefel. Die dritte Kapsel befand sich in einer Dose mit Hautcreme in Görings Gepäck, auf die Göring durch den amerikanischen Offizier Jack Wheelis Zugriff hatte.

Görings Leichnam wurde eingeäschert und die Asche in einen Seitenarm der Isar gestreut.

Ämtervielfalt

Göring bekleidete unzählige Posten, die er sich alle hoch bezahlen ließ. Seine wichtigsten Ämter waren:

politischer Beauftragter des Führers in der Reichshauptstadt (1932–33)

Preußischer Minister des Innern (1933–34)

Preußischer Ministerpräsident (1933–45)

stellvertretender Reichsstatthalter von Preußen (1933–45)

Präsident des Preußischen Staatsrates (1933–45)

Präsident des Reichstags (1932–45)

Reichsminister ohne Geschäftsbereich (1933)

Reichsforstmeister (1934–45)

Reichsjägermeister (1934–45)

Mitglied des Geheimen Kabinettsrats (1938–45)

Vorsitzender des Ministerrats für Reichsverteidigung (1939–45)

designierter Nachfolger des Führers (1933–45)

Präsident des Reichsforschungsrats (1943–45)

Reichskommissar für die Luftfahrt (1933)

Reichsluftfahrtminister (1933–45)

Präsident des Reichsluftschutzverbandes (1933)

Oberbefehlshaber der Luftwaffe (1935–45)

Reichskommissar für Rohstoffe und Devisen (1936)

Beauftragter für den Vierjahresplan (1936–45)

Vorsitzender des Zentralen Planungsamts (1943–45)

Hauptleiter der Reichswerke Hermann Göring (1937–45)

Sonstiges

Im Volksmund wurde Göring wegen seiner auffälligen, oft aus Uniform und vielen Orden bestehenden Garderobe „Goldfasan“ oder „Lametta-Heini“ genannt.

Er war für sein Streben nach Auszeichnungen, seine Sammelleidenschaft und seine Vorliebe für Prunk bekannt, so ließ er Gemälde, die ihm gefielen, konfiszieren. Trotz der angespannten Lage der deutschen Streitkräfte in der Sowjetunion feierte Göring seinen 50. Geburtstag 1943 mit enormem Aufwand und forderte vom Finanzminister weitere zwei Millionen Reichsmark zur Vergrößerung von „Carinhall“. Hitler kannte und duldete diese Forderungen.

Wie Hitler und Himmler unterstanden auch Hermann Göring bewaffnete „Elite-Einheiten“: Die SA-Standarte „Feldherrnhalle“, deren „Ehren-Standartenführer“ er wurde, und das Polizeiregiment „General Göring“, das später in die Luftwaffe überführt und während des Krieges zum Fallschirm-Panzerkorps „Hermann Göring“ ausgebaut wurde.

Besonders bekannt wurde er in seiner Eigenschaft als Reichsforst- und -jägermeister. In der Schorfheide bei Berlin und in der Rominter Heide in Ostpreußen hielt er große Jagden ab. Er errichtete zu diesem Zwecke in der Schorfheide das Jagdschloss Carinhall benannt nach seiner ersten Frau. Der ehemalige Leiter der Forstverwaltung Rominten, Oberforstmeister Walter Frevert, berichtete in seinen Büchern über einen vermeintlichen Jagdneid Görings, wenn einer seiner Gäste einen zu starken Hirsch geschossen hatte.

Teile von Görings Weinsammlung sind seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der moldawischen Kellerei Cricova gelagert.

Wie in einem Propagandafilm des NS-Regimes zu sehen ist, hielt sich Hermann Göring einen zahmen Löwen.

Bei dem IQ-Test im Nürnberger Prozess wurde bei Göring ein IQ von 138 festgestellt.

2002 wurde von der Bundesagentur für Arbeit und dem Land Brandenburg die Instandsetzung eines steinernen Wegweisers für das frühere Anwesen Görings „Carinhall“ bei Klein Dölln in der Schorfheide finanziell gefördert, wie die Landesregierung bestätigte.

1974 ließ der Freistaat Bayern den Nachlass Görings versteigern. Dieser Vorgang wurde von den ostdeutschen Dokumentarfilmern Walter Heynowski und Gerhard Scheumann in ihrem Kurzfilm „Meiers Nachlaß“ problematisiert.

(Aus wikipedia).

 

Die Luftwaffe war neben dem Heer und der Kriegsmarine eine der drei Teilstreitkräfte der Wehrmacht im nationalsozialistischen Deutschland. In ihr waren hauptsächlich die Luftstreit- und Flugabwehrkräfte versammelt, daneben stellte sie im Zweiten Weltkrieg auch Bodentruppen zur Unterstützung des Heeres auf.

Organisation und Führung

Oberkommando

Oberbefehlshaber der Luftwaffe war seit ihrer Gründung Hermann Göring, bis dieser kurz vor Kriegsende von Adolf Hitler entlassen und durch Robert Ritter von Greim ersetzt wurde. Der Oberbefehl ging vom Reichsluftfahrtministerium aus; im April 1944 wurde dann ein Oberkommando der Luftwaffe als befehlshabende Behörde gebildet.

Wichtig für die strategische Ausrichtung der neu geschaffenen Luftwaffe war auch deren erster Generalstabschef, Walther Wever. Seit März 1935 in dieser Position, war er zuvor schon seit 1. September 1933 Leiter des Luftkommandoamtes im Reichsluftfahrtministerium und in den Anfangsjahren maßgeblich an der Entwicklung der Luftwaffe beteiligt. Am 3. Juni 1936 kam er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Während der gesamten Zeit ihres Bestehens war der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium und Luftwaffenoffizier Erhard Milch (seit 1940 Generalfeldmarschall) Generalinspekteur der Luftwaffe. Nach dem Tod Wevers wurde Görings Vertrauter Ernst Udet als Nachfolger Wilhelm Wimmers zum Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium ernannt. Dieser Posten wurde am 1. Februar 1939 in das neu geschaffene Amt eines Generalluftzeugmeisters umgewandelt. Udet war ein leidenschaftliche Flieger, aber kaum ein fähiger Organisator und erwies sich auf dem Posten schnell als überfordert. Er nahm sich im November 1941 das Leben, worauf Milch bis 1944 die vakante Position des Generalluftzeugmeisters übernahm.

Ebenfalls durch Suizid aus dem Leben schied der seit 1. Februar 1939 amtierende Generalstabschef der Luftwaffe Oberst (später Generaloberst) Hans Jeschonnek, als nach den schweren Luftangriffen auf Hamburg über seine Ablösung diskutiert wurde. Sein Nachfolger wurde General Günther Korten.

Aufbauorganisation

Adjutantur Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Luftwaffenpersonalamt

Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe

Chef des Generalstabes der Luftwaffe Chef des Ausbildungswesens Chef der Luftwehr Generalluftzeugmeister

1a Abteilung (Operationen) Ausbildungsabteilung Zentralamtsgruppe Forschungsführung beim ObdL

1c Abteilung (Fremde Luftmächte) Vorschriften- und Lehrmittelabteilung Allgemeines Luftamt Industrierat

Kartenwesen und Luftgeographie Abteilung Luftbildwesen Luftwaffenverwaltungsamt Amtsgruppe Flugtechnisches Personal

Organisationsabteilung Abteilung Technische Ausbildung Amtsgruppe Recht Amtsgruppe Flakentwicklung

Quartiermeisterabteilung Flugzeugführerschulen Luftwaffenwehrmachtsgruppe Abteilung Flakrüstung

Rüstungsabteilung Erziehungs- und Bildungswesen Abteilung Stärke und Ausrüstung Planungsamt

Gr LwbGBK Kriegswissenschaftliche Abteilung Gruppe Organisation Technisches Amt

Seenotdienst  Chef für Flugsicherheit Nachschubamt

Chef Wetterdienst  Technischer Truppendienst Industriewirtschaftsamt

Arbeitsstab Luftschutz  Kraftfahrzeugwesen

Chef des Nachrichtenverbindungswesen  Zivilluftschutz

General der Aufklärungsflieger  Sanitätswesen

General der Kampfflieger  Luftwaffenbautruppen

General der Jagdflieger  

General der Flakkräfte  

Luftwaffenfeldverbände  

Luftflotten und Luftgaukommandos

Vor Kriegsbeginn gliederte sich die Luftwaffe in vier Luftflotten, denen die Luftgaukommandos als Territorialbereiche unterstellt waren. Der Luftflotte 1 (Berlin) unterstanden das I., III., und IV. Luftgaukommando, während die Luftflotte 2 (Braunschweig) die Luftgaukommandos VI. und XI. befehligte. Im Südwesten Deutschlands stand die Luftflotte 3 (München) mit dem VII., XII. und XIII. Luftgaukommando, während die Luftflotte 4 (Wien) mit dem VII. und XVII. Luftgaukommando den Südosten abdeckte.

Die Luftgaukommandos der Luftwaffe waren, ähnlich wie die Wehrkreise des Heeres, Dienststellen, die bestimmte territoriale Aufgaben übernahmen. Diese waren vor allem der Unterhalt aller Einrichtungen und Flugplätze der Luftwaffe in den jeweiligen Gebieten und die Ausbildung des Ersatzes. Mit Stand vom 1. September 1939 gab es in Deutschland zehn Luftgaukommandos, die mit römischen Zahlen bezeichnet wurden. Die Nummerierung war nicht durchlaufend, da zuvor einige Luftgaukommandos zusammengelegt worden waren.

Später im Krieg befehligten die Luftflotten, deren Zahl von 1940 bis 1944 auf sieben stieg, die Verbände der Luftwaffe an der Front. Die Luftflotten waren von 1 bis 6 durchnummeriert und wurden jeweils an die verschiedenen Kriegsschauplätze verlegt. Außerdem gab es die Luftflotte Reich, die für das Reichsgebiet zuständig war. Auch richtete die Luftwaffe in den besetzten Ländern Luftgaukommandos und Feldluftgaukommandos ein, welche die gleichen Aufgaben wahrnahmen wie die Luftgaue in der Heimat.

Territoriale Gliederung

Luftgau Hauptquartier Zeitraum

I Königsberg 1938–1945

III Berlin 1937–1945

IV Dresden 1937–1941

VI Münster 1937–1945

VII München 1937–1945

VIII Breslau 1937–1945

XI Hannover 1937–1945

XII Wiesbaden 1937–1944

XIII Nürnberg 1937–1945

XVII Wien 1938–1945

Luftgaukommando Zeitraum

Belgien-Nordfrankreich 1940–1944

Charkow 1942–1943

Finnland 1941–1943

Holland 1940–1944

Kiew 1941–1942

Moskau 1941–1942

Norwegen 1940–1944

Petersburg 1941–1943

Rostow 1941–1943

Westfrankreich 1940–1944

Feldluftgaukommando Zeitraum Bereich

XXV 1943–1944 aus Luftgau-Kommandos Rostow und Charkow

XXVI 1943–1944 aus Luftgau-Kommando Petersburg

XXVII 1943–1944 aus Luftgau-Kommando Moskau

XXVIII 1941–1943 Italien

XXIX 1943–1944 Griechenland

XXX 1943–1944 Balkan

Organisation und Bezeichnung der Geschwader

Die fliegenden Einheiten der Luftwaffe waren in Geschwader, Gruppen und Staffeln organisiert: Ein Geschwader bestand in der Regel aus einem Stabsschwarm mit vier bis sechs Maschinen und zwei bis vier Gruppen mit jeweils 30 bis 40 Flugzeugen. Die Gruppe war in der Regel in drei bis vier Staffeln von üblicherweise zwölf Flugzeugen unterteilt. Kleinere taktische Verbände waren die Kette mit drei (vor allem bei Kampffliegern), der Schwarm mit vier und die Rotte mit zwei Flugzeugen (vor allem bei den Jagdfliegern).

Transportgeschwader (TG). Bei speziellen Einsatzarten, wo eine Gliederung in Geschwader nicht sinnvoll war, wurden selbstständige Fliegergruppen aufgestellt. Hier gab es Kampfgruppen (Kgr), Küstenfliegergruppen (KüFlGr), Aufklärungsgruppen (AufklGr) und Nachtschlachtgruppen (NSG). Auch auf der Ebene der Staffel gab es selbstständige Fliegereinheiten, insbesondere im Bereich der Aufklärungs-, Kurier- und Verbindungsflieger.

Mit Ausnahme der einmotorigen Jagdverbände waren die Flugzeuge im Geschwader mit einer Geschwaderkennung gekennzeichnet. Diese war vor dem Balkenkreuz am Flugzeugrumpf und unter den Tragflächen angebracht und setzte sich aus einer Zahl und einem Buchstaben zusammen. Nach dem Balkenkreuz folgte eine zweistellige Buchstabenkombination, welche die Stellung des Flugzeugs innerhalb des Geschwaders beschreibt. Aufgrund dessen ergab sich eine vierstellige Zahlen-/Buchstabenkombination, die je Flugzeug, zu einem bestimmten Zeitpunkt, nur einmal vergeben war.

Flugzeugbestand

Flugzeuggattung 26. August 1939[ 4. Mai 1940 26. April 1941 30. April 1942 30. April 1943 30. April 1944 9. April 1945

Jagdflugzeuge, Zerstörerflugzeuge, Nachtjagdflugzeuge 623000001230 673600001736 675700001757 680700001807 723400002234 757100002571 758100002581

Kampfflugzeuge 621000001210 675800001758 647600001476 631900001319 671100001711 620100001201 51840000184

Sturzkampfflugzeuge, Schlachtflugzeuge 54000000400 54660000466 54610000461 55300000530 58760000876 624200001242 615700001157

Aufklärungsflugzeuge 56610000661 56660000666 58030000803 57030000703 57560000756 56820000682 56530000653

Transportflugzeuge 55440000544 55310000531 57680000768 58960000896 58070000807 58920000892 unbekannt

sonstige Flugzeuge 52430000243 54110000411 55420000542 55640000564 57670000767 604400001044 51500000150

gesamt 4288 5568 5807 5819 7151 7632 4725

Personalbestand

Truppengattung Frühsommer 1939 Spätherbst 1939 20. Mai 1941 1. Dezember 1941 1. Juli 1942 1. November 1943

Fliegertruppe 208.000 366.000 526.000 588.000 

Flakartillerie 107.000 258.000 500.000 571.000 

Luftnachrichtentruppe 58.000 138.000 243.000 296.000 

Luftwaffenbaueinheiten --- 118.000 153.000 146.000 

Landesschützeneinheiten --- --- 36.000 38.000 

gesamt 373.000 880.000 1.458.000 1.639.000 1.900.000 2.089.000

Beim Personalbestand am 1. November 1943 handelt es sich ausschließlich um Soldaten. Dazu kamen noch 430.000 Luftwaffenhelfer (Flakhelfer, Nachrichtenhelfer/in) und 475.000 weitere Zivilpersonen, die im Dienst der Luftwaffe standen.

Geschichte

Nach dem Ersten Weltkrieg

Obwohl es Deutschland nach der Demobilisierung der kaiserlichen Fliegertruppe durch den Friedensvertrag von Versailles verboten war, eine Luftstreitmacht zu unterhalten, wurden in der Weimarer Republik der 1920er-Jahre und Anfang der 1930er-Jahre unter Geheimhaltung als zivile Einrichtungen getarnte Ausbildungsstätten für Militärpiloten geschaffen und geheime Fliegereinheiten unterhalten, so die Deutschen Verkehrsfliegerschulen, die Hanseatische Fliegerschule oder der Deutsche Flugwetterdienst.

Zuerst wurden die Flugschüler in leichten Schulflugzeugen bei den zivilen Ausbildungsstätten in Deutschland geschult. Um den Piloten die Gelegenheit zu geben, Flugerfahrung in Kampfflugzeugen zu sammeln, suchte Deutschlands Reichswehr die Hilfe der Sowjetunion (siehe auch: Vertrag von Rapallo). Ein geheimer Ausbildungsfliegerhorst wurde 1924 in der Nähe der russischen Stadt Lipezk eingerichtet und bis 1933 betrieben. Insgesamt benutzte diese Schule, die offiziell als 4. Fliegerabteilung des 40. Geschwaders der Roten Armee bezeichnet wurde, eine Anzahl niederländischer, russischer und auch deutscher Flugzeuge. Dort wurden insgesamt etwa 220 deutsche Flieger ausgebildet und auch neue, in Deutschland entwickelte Flugzeugkonstruktionen erprobt.

Aufbau der Luftwaffe

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war eine offizielle Luftwaffe noch in weiter Ferne. Da die Bestimmungen des Versailler Vertrages weiter in Kraft blieben, führte die Reichswehr die begonnenen Projekte weiter im Geheimen fort. Am 30. Januar 1933 wurde Hermann Göring zum Reichskommissar für die Luftfahrt ernannt und am 10. Mai 1933 übernahm er das neu geschaffene Reichsluftfahrtministerium (RLM). In dessen Luftkommandoamt plante Oberst Walther Wever, der spätere erste Chef des OKL (Oberkommando der Luftwaffe), den vorerst noch geheimen Aufbau der Luftwaffe.

verbundene Organisation sei. In den Deutschen Verkehrsfliegerschulen setzten die Flugzeugführer dann ihre Ausbildung bis zum Ende fort. Auch Piloten der Lufthansa wurden in einer Kurzausbildung militärisch geschult. Bis Ende 1934 waren so fünf Kampf-, drei Jagd-, drei Fernaufklärer-, zwei Nahaufklärer- und eine Sturzkampfstaffel vorhanden.  Insgesamt gab es Ende 1934 41 militärische Fliegerverbände in Deutschland, die als zivile Organisationen getarnt waren.

der andere eine Faust ballte.

Am 14. März 1935 wurde das erste Geschwader, das Jagdgeschwader „Richthofen“, aufgestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 90 Prozent aller Flieger in der Ausbildung. Durch die Wiedereinführung der Wehrpflicht war der personelle Grundstock gesichert; die Luftwaffe vergrößerte sich ständig. Im Sommer 1939 hatte sie schon 373.000 Soldaten. Die materielle Aufrüstung der Luftwaffe verlief dank der vielfältigen Luftrüstungsindustrie in Deutschland zügig. Die bedeutendsten Flugzeugwerke waren Junkers in Dessau, Heinkel in Warnemünde, Dornier in Friedrichshafen und die Bayerischen Flugzeugwerke in Augsburg (ab 1938 Messerschmitt AG).

Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Luftwaffe zu einer der stärksten Luftstreitkräfte der Welt. Die Kampfflugzeugflotte umfasste einschließlich der Stukas 1610 Flugzeuge, dazu kamen 1230 Jagdflugzeuge (inklusive Nachtjagd- und Zerstörerflugzeuge) und 661 Aufklärungsflugzeuge. Daneben waren rund 2600 schwere Flakgeschütze (8,8 cm) sowie rund 6700 mittlere und leichte Flakgeschütze (3,7 und 2 cm) vorhanden, die feindliche Luftangriffe abwehren sollten.

Spanischer Bürgerkrieg

Der Spanische Bürgerkrieg (1936–1939) wurde benutzt, um Besatzungen, Flugzeuge, Waffen und Taktiken unter Einsatzbedingungen zu erproben. Zur Unterstützung des von Francisco Franco geführten Militäraufstands gegen die gewählte Regierung schickte Hitler die Legion Condor unter dem Oberbefehl von Generalmajor Hugo Sperrle nach Spanien. Dort kamen erstmals die neuen Maschinen der Typen Bf 109, He 111, Ju 86 und Ju 87 zum Einsatz.

Vor der Weltöffentlichkeit sollte die Unterstützung Deutschlands für Francos Putsch verheimlicht werden. Deshalb trugen die Maschinen der Legion Condor keine deutschen Balken- oder Hakenkreuze, sondern Spezialerkennungszeichen: das schwarze „X“ (Andreaskreuz) auf weißem Grund auf dem Seitenruder und eine schwarze runde Scheibe mit „X“ auf Flächen und Rumpf. Das Zeichen auf dem Ruder ist an allen Flugzeugen der spanischen Ejército del Aire noch heute zu sehen, während die runde Scheibe nicht mehr auf den Rumpf aufgetragen wird. Stattdessen gibt es dort eine Kokarde in den Farben Rot, Gelb und Rot. Alle Einheiten der Legion Condor wurden mit 88 nummeriert: Jagdgruppe 88 (J/88) für die Jagdflugzeuge und Kampfgruppe 88 (K/88) für die Kampfflugzeuge.

Eine Vorwegnahme der Luftangriffe auf zivile Ziele während des nächsten Weltkrieges fand am 26. April 1937 statt, als eine Gruppe aus deutschen und italienischen Flugzeugen die baskische Stadt Gernika im Nordosten Spaniens fast vollständig zerstörte. Der Luftangriff auf Gernika erzeugte weltweites Entsetzen und wurde von vielen Nationen verurteilt. Die tatsächlichen Geschehnisse und Opferzahlen sind bis heute umstritten. Pablo Picasso verewigte dieses Verbrechen an der Menschlichkeit in dem Gemälde „Guernica“.

nicht nur des kommenden Krieges, der nur einige Monate nach dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges in Europa ausbrach.

Polenfeldzug

Ungefähr eine Stunde, bevor deutsche Truppen am 1. September 1939 um 4:45 Uhr die polnische Grenze überschritten, fielen die ersten Bomben des Zweiten Weltkrieges. Zwei Sturzkampfgeschwader der Luftwaffe griffen, in drei Angriffswellen aufgeteilt, die polnische Kleinstadt Wieluń an. Dabei kamen 1200 Zivilisten ums Leben und etwa 70 Prozent der Stadt wurden zerstört. Die angreifenden Flugzeugführer berichteten später, „keine besondere Feindbeobachtung“ gehabt zu haben.

Die Luftwaffe setzte in diesen Feldzug die Luftflotte 1 (Oberbefehlshaber General der Flieger Albert Kesselring) im Bereich der Heeresgruppe Nord und die Luftflotte 4 (Oberbefehlshaber General der Flieger Alexander Löhr) im Bereich der Heeresgruppe Süd ein. In diesen beiden Luftflotten standen 1302 Flugzeuge bereit. Weiterhin waren weitere 133 eingesetzte Flugzeuge direkt dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe, 288 als Aufklärer den Heeresverbänden und 216 Jagdflugzeuge der Heimatluftverteidigung Ost unterstellt. Von diesen 1939 Flugzeugen waren zu Beginn des Polenfeldzugs 1538 Maschinen im Osten des Deutschen Reichs einsatzbereit. Die polnische Luftwaffe hatte dagegen nur 277 Jagdflugzeuge, 203 Mehrzweckflugzeuge, 66 Bomber und 199 Nahaufklärer aufzubieten.

Die deutsche Luftwaffe unterstützte hauptsächlich das Heer unmittelbar. Dazu griffen insbesondere die Kampfflieger- und Sturzkampffliegerverbände den Gegner auf dem Schlachtfeld oder in der Artilleriestellung an. Auch wurden systematisch Rückzugsmöglichkeiten (Brücken, Bahnlinien, Straßen und andere) des Gegners zerstört und zurückflutende Kolonnen angegriffen.

bei Kock.

Die deutsche Luftwaffe verlor 285 Flugzeuge als Totalverlust. Insgesamt 734 Soldaten der Luftwaffe starben, wurden verwundet oder blieben vermisst.

Gliederung der Luftangriffskräfte am 1. September 1939

Luftflotte 1 direkt unterstellt 1.(F)/121; 3.(F)/121; Westa 1

 Luftwaffenkommando Ostpreußen 1.(F)/120; Stab, II. und III./KG 3; Stab und I./StG 1

 1. Fliegerdivision I./KG 1, I./KG 152; II./KG 26, I./KG 53; II. und III./StG 2, IV./LG 1; 4./186; I. und II./ZG 1, I./LG 2; 2.(F)/121; I., II. und III./KG 27

 Luftwaffen-Lehrdivision 4.(F)/121; II. und III./LG 1; I. und II. KG 2; I./LG 1

Luftflotte 4 direkt unterstellt 3.(F)/123; Westa 76

 2. Fliegerdivision I., II. und III./KG 4; I. und III./KG 76; I., II. und III./KG 77; I./StG 2; I./ZG 76; 3.(F)/122

 Fliegerführer z.b.V. I. und II./StG 77; I./StG 76; I./ZG 2; II./LG 2; 1.(F)/124

Norwegenfeldzug/Fall Weserübung

Westfeldzug

Am 10. Mai 1940 um 05:35 Uhr begann mit dem ersten Einsatz deutscher Fallschirmjäger und Luftlandetruppen der Westfeldzug. In den Niederlanden nahmen sie die wichtigen Brücken über das Hollandsch Diep bei Moerdijk, über die Noord bei Dordrecht und die Neue Maas bei Rotterdam unversehrt in Besitz. Lediglich die Brücke bei Arnheim konnte rechtzeitig gesprengt werden. In Belgien konnten Luftlandetruppen das Fort Eben-Emael erobern, indem sie mit Lastenseglern auf dessen Dach landeten.

Die Luftwaffe setzte die Luftflotte 2 (Befehlshaber General der Flieger Albert Kesselring) zur Unterstützung der Heeresgruppe B ein. Zu diesem Zweck waren ihr das IV. und VIII. Fliegerkorps, das Fliegerkorps z.b.V., das II. Flak-Korps, die 7. Flieger-Division (Fallschirmjäger) und 22. Luftlande-Division, sowie das Kommando des Jagdfliegerführer 2 unterstellt.

In der Luftflotte 3 (Befehlshaber General der Flieger Hugo Sperrle), welche die Aufgabe hatte, die Heeresgruppe A zu unterstützen, waren das I., II. und V. Fliegerkorps, das I. Flak-Korps und das Kommando des Jagdfliegerführer 3 zusammengefasst. In diesen beiden Luftflotten standen etwa 900 Jagdflugzeuge, 220 Zerstörerflugzeuge, 1100 Kampfflugzeuge, 320 Sturzkampfflugzeuge sowie 45 Schlachtflugzeuge zur Verfügung.

Auf der Gegenseite hatte es die Luftwaffe mit vier verschiedenen Luftwaffen zu tun, die unterschiedlich ausgestattet waren und unterschiedliche Einsatzgrundsätze hatten.

Die niederländische Koninklijke Luchtmacht verfügte im Mai 1940 in den Niederlanden über rund 140 Flugzeuge.

Die Luftstreitkräfte Belgiens bestanden aus 154 leichten Aufklärungsbombern, 69 Jagdflugzeugen, 16 einmotorigen Bombern und etwa 100 Beobachtungs- und Trainingsflugzeugen diverser Typen.

Die Royal Air Force (RAF) war in Jagdwaffe (Fighter Command), Bomber (Bomber Command), Versorgung (Transport Command) und Marineflieger (Coastal Command) gegliedert. Zu Beginn des Westfeldzuges waren auf dem Kontinent 456 Maschinen (262 Jäger, 135 Bomber und 60 Aufklärer) eingesetzt.

Die Armée de l’air verfügte zu Beginn des Westfeldzuges über 2400 Jagdflugzeuge, 1160 Bomber und 1464 Aufklärer, damit über 5026 Maschinen.

Die deutsche Luftwaffe, die nach wenigen Tagen die Luftherrschaft errungen hatte, wurde erneut hauptsächlich als Heeresunterstützungswaffe eingesetzt, indem sie unmittelbar die Panzerspitzen bei Widerstand aus der Luft unterstützte oder Verkehrswege des Gegners zerstörte. Im Rahmen der Bombardierung von Städten erfolgte unter anderem irrtümlich der Bombenangriff auf Freiburg am 10. Mai 1940, bei dem 57 Menschen ums Leben kamen.

Als sich am 14. Mai der niederländische Stadtkommandant von Rotterdam, Oberst Scharroo, weigerte, die Stadt zu übergeben, wurde ein Luftangriff auf die Stadt angedroht. Als Kampfflugzeuge des Kampfgeschwaders 54 schon im Anflug auf die Stadt waren, lenkte der Stadtkommandant ein. Deutscherseits gelang es nur noch, die zweite Angriffswelle zu stoppen, sodass 57 Kampfflugzeuge 97 Tonnen Sprengbomben, hauptsächlich auf die Altstadt abwarfen. Dabei wurden 814 Menschen getötet (Bombardierung von Rotterdam 1940).

In der Schlacht von Dünkirchen versuchten Teile der Luftwaffe ab dem 25. Mai, eingeschlossene belgische, französische und britische Truppen an der Evakuierung nach England zu hindern. Trotz schwerer Luftangriffe gelang es nicht, die Überführung von 338.226 alliierten Soldaten zu verhindern.

Am 25. Juni um 1:35 Uhr trat der deutsch-französische Waffenstillstand in Kraft. Die Personalverluste der Luftwaffe im Mai/Juni 1940 beliefen sich auf mehr als 6.000 Mann, davon 3.290 Tote und Vermisste.

Die Luftwaffe hatte 1.236 Maschinen als Totalverlust verloren.

Gliederung der Luftangriffskräfte am 10. Mai 1940

Luftflotte 2 direkt unterstellt 2.(F)/122; 3.(F)/122; 4.(F)/122; Westa 26

 Fliegerkorps z.b.V. 2 I., II., und III./KG 4; I., II. und III./KG 54; ASt. Z.b.V.

 IV. Fliegerkorps I., II. und III./LG 1; I., II. und III./KG 30; I., II. und III./KG 27; 1.(F)/121

 VIII. Fliegerkorps I., II. und III./KG 77; I. und III./StG 2; I./StG 76; I. und III./StG 77; IV(St)/LG 1; II.(S)/LG 2; I./JG 27; I./JG 1, I./JG 21; 2.(F)/123

 Jagdfliegerführer 2 I. und III./ZG 26; I. und II./ZG 1; I., II. und III./JG 26; III./JG 3; I./JG 20; I./JG 51; II./JG 27

 Jagdfliegerführer „Deutsche Bucht“ II.(J)/186; I.(J)/LG 2; II. und IV./JG 2

Luftflotte 3 direkt unterstellt 1.(F)/123; 3.(F)/123; Westa 51

 I. Fliegerkorps I., II. und III./KG 1; III./KG 28; I., II. und III./KG 76; III./StG 51; II./ZG 76; II./ZG 26; I./JG 77; I./JG 3; 5.(F)/122

 II. Fliegerkorps I., II., und III./KG 2; I., II. und III./KG 3; I., II., und III./KG 53; II./StG 2; I.(St)/186; 3.(F)/121

 V. Fliegerkorps I., II. und III./KG 51; I., II. und III./KG 55; I./ZG 52; V.(Z)/LG 1; I. und II./JG 52; I./JG 54; II./JG 51; 4.(F)/121

 Jagdfliegerführer 3 I., II. und III./JG 2; I., II. und III./JG 53; I./ZG 2; I. JG 76; III./JG 52

Luftschlacht um England

Die Luftschlacht um England entwickelte sich aus dem deutschen Ziel, die Luftherrschaft über England zu erringen, um danach eine Invasion auf der Insel (Unternehmen Seelöwe) durchführen zu können. Als dies utopisch wurde, versuchte die Luftwaffe, durch Luftangriffe auf britische Industriezentren die Rüstungsindustrie zu zerstören. Als eigentlicher Beginn der Operationen wird deutscherseits der 13. August 1940, der sogenannte „Adlertag“, angesehen. Auf deutscher Seite traten nun die ersten strukturellen Probleme auf.

Die deutschen Jagdflugzeuge des Typs Messerschmitt Bf 109 E wiesen eine zu geringe Reichweite auf, um die Kampffliegerverbände ausreichend schützen zu können. Der eigens für den Langstreckeneinsatz entwickelte Jäger Messerschmitt Bf 110 wiederum erwies sich den wendigen britischen Jagdflugzeugen als unterlegen. So konnte die Luftwaffe über England nie dieselben Bedingungen der Luftherrschaft erreichen wie zuvor über Polen oder Frankreich. Ohne ausreichenden Jagdschutz gingen daher viele Kampfflugzeuge verloren, etwas, das sich später bei den ersten Einflügen der USAAF 1943 ins Reichsgebiet auf der alliierten Seite wiederholen sollte. Insbesondere die Stuka-Verbände erlitten sehr hohe Verluste und mussten aus der Luftschlacht zurückgezogen werden.

Hier zeigte sich auch sehr deutlich, dass ohne schwere Langstreckenbomber die gegnerische Rüstungsindustrie nicht nachhaltig gestört oder gar vernichtet werden konnte. Da viele deutsche Flugzeugbesatzungen über England oder dem Kanal abspringen oder notlanden mussten, gingen der Luftwaffe viele wertvolle, noch im Frieden gründlich ausgebildete Flugzeugführer verloren. Während der Luftschlacht um England zeigten sich auch zum ersten Mal die Unzulänglichkeiten der Rüstung bei der Jagdflugzeugproduktion und im Umfang der Pilotenausbildung: Zu Beginn des Krieges gab es nur eine einzige Schule für Jagdflieger.

Die Luftwaffe hatte bis zum Mai 1941, als aufgrund des bevorstehenden Angriffs auf die Sowjetunion die Luftangriffe praktisch eingestellt wurden, 2000 Luftwaffenangehörige als Gefallene und 2600 Luftwaffenangehörige als Vermisste oder in Gefangenschaft verloren. Dazu kamen 2200 Flugzeuge als Totalverlust.

Gliederung der Luftangriffskräfte am 13. August 1940

Luftflotte 2 I. Fliegerkorps I., II., und III./KG 1; I., II. und III./KG 76; I., II. und III./KG 77; Lehrstaffel; 5.(F)/122; 3.(H)/32, 4.(H)/32

 II. Fliegerkorps I., II., und III./KG 2; I., II., und III./KG 3; I., II., und III./KG 53; II./StG 1, IV.(St)/LG 1; Erprobungsgruppe 210; AGr.(H)/30

 9. Fliegerdivision I., II., und III./KG 4; I./KG 40; KGr 100, KGr 126; 3.(F)/122

 Jagdfliegerführer 2 I., II., und III./JG 3; I., II., und III./JG 26; I., II., und III./JG 51; I., II., und III./JG 52; I., II., und III./JG 54; I., II., und III./ZG 26

 Nachtjagddivision I., II., und III./NJG 1

Luftflotte 3 direkt unterstellt Westa 51

 VIII. Fliegerkorps I. und III./StG 1; I. und II./StG 2; I., II., und III./StG 77; II.(S)/LG 2; V.(Z)/LG 1; 2.(F)/11, 2.(F)/123; AGr(H)/21

 V. Fliegerkorps I., II., und III./KG 51; I. und II./KG 54; I., II., und III./KG 55; 4.(F)/14, 4.(F)/121

 IV. Fliegerkorps I., II., und III./LG 1; I., II., und III./KG 27; KGr 806; AGr(H)/31; AGr(H)/41

 Jagdfliegerführer 3 I., II., und III./JG 2; I., II., und III./JG 27; I., II., und III./JG 53; I. und II./ZG 2

Luftflotte 5 X. Fliegerkorps I. und III./KG 26; I. und III./KG 30; I./ZG 76; I. und II./JG 77; KüFlGr 506; 3.(F)/Ob.d.L.; 1.(F)/120; 1.(F)/121; Agr(F)/22; Westa-Kette X. Fliegerkorps

Balkanfeldzug

Mit den deutschen Luftangriffen auf Belgrad begann am 6. April 1941 der Balkanfeldzug. Dabei warfen 484 Kampfflugzeuge 440 Tonnen Brand- und Splitterbomben auf die Stadt. Ziel des Angriffs auf die jugoslawische Hauptstadt war die Zerstörung des administrativen und logistischen Zentrums Jugoslawiens. Dabei starben tausende Zivilisten, und weite Teile der historischen Innenstadt wurden zerstört.

Auf Seiten der Luftwaffe nahm die Luftflotte 4 (Oberbefehlshaber General der Flieger Alexander Löhr) mit 1153 Flugzeugen an diesem Feldzug teil.

Der Schwerpunkt der Luftangriffe in Griechenland lag auf der Unterstützung des Heeres beim Durchbruch durch die Metaxas-Linie und der Bombardierung von Häfen, insbesondere der von Piräus, um das Übersetzen britischer Truppen nach Kreta zu verhindern.

Die jugoslawischen Streitkräfte kapitulierten am 17. April, während auf dem griechischen Festland bis zum 23. April gekämpft wurde.

Gliederung der Luftangriffskräfte am 5. April 1941

Luftflotte 4 direkt unterstellt 4.(F)/121; I. und III. KG 2; III./KG 3; I., II., und III./KG 51; II./KG 4

 Fliegerführer Graz II./StG 77; II./JG 54; I./JG 27

 Fliegerführer Arad I. und III./StG 77; I./ZG 26; III. und 4./JG 54; II. und III./JG 77

 VIII. Fliegerkorps I. und III./StG 2; III./StG 2; I./StG 1; II. und 10.(S)/LG 2; II./ZG 26; II. und III./JG 27; I.(J)/LG 2; 2.(F)/11

 Deutsche Luftwaffenmission Rumänien III./JG 52

Luftlandeschlacht um Kreta

Unter Führung der Luftflotte 4 begann am 20. Mai 1941 die Eroberung der griechischen Mittelmeerinsel Kreta aus der Luft. Die im XI. Fliegerkorps (Befehlshaber Generalleutnant Kurt Student) vereinigten circa 10.000 Fallschirmjäger landeten nach einem Bombardement der deutschen Luftwaffe in mehreren Angriffswellen auf der Insel. Nach hohen Verlusten gelang es den Fallschirmjägern und den im Lufttransport sowie auf Schiffen nachgeführten Gebirgsjägern bis zum 1. Juni 1941, Kreta vollständig zu erobern. Die deutschen Verluste betrugen 3714 Gefallene und 2494 Verwundete sowie 271 Transportflugzeuge als Totalverlust. Ein erheblicher Teil der anderen Transportmaschinen waren schwerbeschädigt.

Durch das VIII. Fliegerkorps, insbesondere Sturzkampfgeschwader 2 und Lehrgeschwader 1, erlitt die Royal Navy in den Luft-/Seegefechten vor Kreta hauptsächlich während der Evakuierung hohe Verluste. So wurden drei Kreuzer (HMS Gloucester, HMS Fiji und HMS Calcutta) und fünf Zerstörer (HMS Kelly, HMS Greyhound, HMS Kashmir, HMS Hereward, HMS Imperial) versenkt sowie sechs Kreuzer, fünf Zerstörer, drei Schlachtschiffe und der einzige Flugzeugträger im Mittelmeer zum Teil stark beschädigt.

Gliederung der Luftangriffskräfte am 20. Mai 1941

Luftflotte 4 direkt unterstellt 4.(F)/121; Wekusta 76; Seenotstaffel 7; 6. Gebirgs-Division; 5. Panzer-Division

 VIII. Fliegerkorps I. und III./KG 2; III./KG 3; I., II. und III./LG 1; II./KG 26; I., II. und III. StG 1; I. und III. StG 2; I., II. und III./StG 77; I. und II./ZG 26; II./ZG 76; II. und III./JG 77; I. und II./LG 2; II./KG 4; 10./LG 2; 2.(F)/11; 7./LG 2;

 XI. Fliegerkorps 7. Flieger-Division; Luftlande-Sturmregiment; 5. Gebirgs-Division; 22. Infanterie-Division; I. und II./KG z.b.V. 1; I. und II./KG z.b.V. 172; KGr. z.b.V 60; KGr. z.b.V. 101; KGr. z.b.V. 102; KGr. z.b.V. 40; KGr. z.b.V. 105; KGr. z.b.V. 106; I./LLG 1;

 Luftgau-Kommando VIII

 Luftgau-Kommando XVII

Angriff auf die Sowjetunion

Am 22. Juni 1941 begann auch für die Luftwaffe, deren Geschwader noch bis Mai in der Luftschlacht um England oder auf dem Balkan gekämpft hatten, der Angriff auf die Sowjetunion. Die Luftwaffe gliederte sich in drei Luftflotten, die mit den drei Heeresgruppen zusammenarbeiteten.

Die Luftflotte 1 (Oberbefehlshaber Generaloberst Alfred Keller) sollte mit der Heeresgruppe Nord zusammenarbeiten und in Richtung Leningrad vorgehen. Dazu hatte sie 592 Flugzeuge (unter anderem 203 Jagdflugzeuge, 271 Kampfflugzeuge) in ihren Verbänden. Mit dem ihr unterstellten Fliegerführer Ostsee nahm sie auch die Luftraumüberwachung und Bekämpfung des Gegners auf der östlichen Ostsee wahr.

Die Luftflotte 2 (Oberbefehlshaber Generalfeldmarschall Albert Kesselring), die mit der Heeresgruppe Mitte zusammenarbeitete, war die zahlenmäßig stärkste der drei Luftflotten. Ihr unterstanden 1367 Flugzeuge (unter anderem 384 Jagdflugzeug, 299 Kampfflugzeuge, 425 Sturzkampfflugzeuge), die das Heer beim Vormarsch in Richtung Moskau unterstützen sollten. Das ihr unterstellte I. Flak-Korps wurde überwiegend zur Panzerbekämpfung eingesetzt, da die schweren Flakgeschütze gegen die schweren sowjetischen Panzer teilweise die einzigen erfolgversprechenden Einsatzmittel waren.

Die Luftflotte 4 (Oberbefehlshaber Generaloberst Alexander Löhr) sollte zusammen mit der Heeresgruppe Süd in die Ukraine und in Richtung Schwarzen Meeres marschieren. Dazu waren ihr 887 Flugzeuge (unter anderem 366 Jagdflugzeuge, 360 Kampfflugzeuge) unterstellt. Auch ihr II. Flak-Korps wurde hauptsächlich zur Panzerbekämpfung eingesetzt.

Insgesamt standen bei Angriffsbeginn, zusammen mit Fliegerverbänden, die direkt Heeresverbänden unterstellt waren, 3664 Flugzeuge bereit.

Danach begann die Luftwaffe, zu der bekannten Taktik der mittelbaren (Angriffe auf Transportbewegungen) und unmittelbaren Heeresunterstützung (Truppenansammlungen, Artilleriestellungen u. a.) überzugehen. Ausnahmen hiervon waren die Luftangriffe auf Moskau ab 21. Juli 1941. In der Nacht vom 21. auf den 22. Juli griffen 195 Kampfflugzeuge an und warfen 104 Tonnen Spreng- und 46.000 Brandbomben ab. Bis zum 5. April 1942 wurden weitere 75 Angriffe auf Moskau geflogen, wobei aber nur an den ersten Dreien mehr als 100 Kampfflugzeuge teilnahmen. Insgesamt starben in Moskau 1088 Menschen durch deutsche Luftangriffe.

Bis zum 27. Dezember 1941 hatte die Luftwaffe 2505 Flugzeuge als Totalverluste verloren. Dazu kamen noch 1895 beschädigte Flugzeuge, die nur teilweise wieder an die Front zurückkehrten. 3010 Mann fliegendes Personal gingen verloren.

Gliederung der Luftangriffskräfte am 22. Juni 1941

Luftflotte 1 direkt unterstellt 2.(F)/Ob.d.L; Wekusta 1; KGr. z.b.V. 106

 I. Fliegerkorps 5.(F)/ 122; II. und III./KG 1; I., II. und III./KG 76; I., II. und III./KG 77; I., II. und III./JG 54, II./JG 53

 Fliegerführer Ostsee Aufklärungsfliegergruppe 125; Küstenfliegergruppe 806; 9. Seenotstaffel

Luftflotte 2 direkt unterstellt 2.(F)/122; Wekusta 26; I. und III./JG 53, ErgJGr. 51

 II. Fliegerkorps 1.(F)/122, KGr. z.b.V. 102; I. und II./SKG 210; I., II. und III./KG 3; I., II. und III./KG 53; I., II. und III./StG 77; I., II., III. und IV./JG 51

 VIII. Fliegerkorps 2.(F)/11, KGr. z.b.V. 1; I., II. und III./KG 2; II. und III./StG 1; I. und III. StG 2, II./LG 2, 10./LG 2; I. und II./ZG 26, ErgGr. 26; II. und III./JG 27, II./JG 52

 I. Flakkorps Flakregiment 101; Flakregiment 104

Luftflotte 4 direkt unterstellt 4.(F)/122; Wekusta 76; KGr. z.b.V. 50, 104

 IV. Fliegerkorps 3.(F)/121; I., II. und III./KG 27, II./KG 4; II. und III./JG 77, I./LG 2

 V. Fliegerkorps 4.(F)/121; I., II. und III./KG 55; I. und II./KG 54; I., II. und III. KG 51; I., II. und III./JG 3

 II. Flakkorps Flakregiment 6; Regiment General Göring

Nachdem im Winter 1941/42 einige Verbände der Luftwaffe (Stab Luftflotte 2, II. Fliegerkorps) abgezogen wurden und die Verlustrate weiterhin hoch blieb, sank die Zahl der am 14. Februar 1942 noch an der Ostfront vorhandenen Flugzeuge auf 1545 Flugzeuge, davon 615 einsatzbereite.

Bis zum Beginn der deutschen Sommeroffensive steigerte sich diese Zahl auf 2635, davon 1873 einsatzbereite Flugzeuge. Da der Schwerpunkt der Offensive im Süden der Ostfront lag, wurde die hier verantwortliche Luftflotte 4 erheblich verstärkt. In ihr befanden sich 1593 Flugzeuge, davon 325 Jagdflugzeuge, 480 Kampfflugzeuge, 192 Sturzkampfflugzeuge und andere.

In dem für die Heeresgruppe Mitte zuständigen Luftwaffenkommando Ost, und der für die Heeresgruppe Nord zuständigen Luftflotte 1 befanden sich zusammen nur 1042 Flugzeuge. Damit waren diese Bereiche zu Gunsten des Südens weitgehend von Flugzeugen entblößt.

Vom 8. Februar 1942 bis zum 21. April 1942 gelang es der Roten Armee, das II. Armeekorps im Kessel von Demjansk einzuschließen. Die sechs eingeschlossenen Divisionen wurden aus der Luft durch Teile der Luftflotte 1 versorgt. Diese musste täglich 200 Tonnen Nachschubgüter in den Kessel einfliegen und verlor dabei 488 Flugzeuge und ungefähr 1000 Mann fliegendes Personal.

Die Schwerpunkte des Luftwaffeneinsatzes im Frühjahr und Sommer 1942 waren die großen Offensiven der Heeresgruppe Süd, wie die Eroberung der Halbinsel Kertsch und der Festung Sewastopol wo das von der Heeresmitte zur Luftflotte 4 verlegte VIII. Fliegerkorps mit 460 Flugzeugen unterstützend eingriff.

Es folgten die Unternehmen Fridericus I und Fridericus II im Raum Isjum und Kupjansk, in denen große Fronteinbuchtungen der Roten Armee beseitigt wurden.

Beim Vormarsch in Richtung Stalingrad war es wiederum das VIII. Fliegerkorps, das die Heeresverbände unterstützte, während das IV. Fliegerkorps in Richtung Kaukasus vorging. Am 23. und 24. August wurde Stalingrad das erste Mal von deutschen Fliegern angegriffen und dabei insbesondere die Vororte mit ihren Holzhäusern schwer beschädigt. Die Verluste unter der Zivilbevölkerung gingen in die Zehntausende.

Nachdem die 6. Armee nach einer sowjetischen Gegenoffensive ab dem 22. November in Stalingrad eingekesselt war, begann der größte Luftversorgungseinsatz des Krieges. Zum Überleben benötigte die Armee täglich bis zu 500 Tonnen Versorgungsgüter. Das VIII. Fliegerkorps konnten aber im Durchschnitt, aufgrund der Witterung, der Flak- und Jägerangriffe nur 94 Tonnen einfliegen. Bis zum Ende des Kessels Ende Januar/Anfang Februar 1943 verlor die Luftwaffe hier 495 Flugzeuge. Aber auch im Kessel befanden sich Luftwaffeneinheiten, unter anderem große Teile der 9. Flak-Division und die Bodenorganisation der Fliegerhorste.

Luftschlacht um Malta

Für die deutsch-italienischen Schiffskonvois auf dem Weg nach Nordafrika ging von der britischen Kronkolonie Malta eine ständige Bedrohung aus. Daher entstand Ende 1941 unter der Bezeichnung „Unternehmen Herkules“ der Plan, die Mittelmeerinsel ähnlich wie beim Angriff auf Kreta durch Fallschirmjäger aus der Luft zu erobern. Dazu wurde von der Ostfront die Luftflotte 2 (Oberbefehlshaber Generalfeldmarschall Albert Kesselring) mit dem II. Fliegerkorps nach Süditalien bzw. Sizilien verlegt.

Nachdem es schon im Januar und Februar 1942 zu Luftangriffen auf Malta gekommen war, setzten vom 30. März bis zum 28. April die verstärkten Luftangriffe auf Malta ein. Dabei griffen täglich 200 bis 300 deutsche und italienische Flugzeuge die Insel an. Bis Mitte April gelang es, bis auf sechs Jagdflugzeuge alle britischen Flugzeuge auf der Insel zu zerstören und die britische U-Boot-Flotte zum zeitweiligen Abzug aus dem Grand Harbour von Valletta zu zwingen. Danach kamen die deutsch-italienischen Nachschubkonvois eine Weile wieder ungestört nach Nordafrika durch. Die geplante Luftlandung erfolgte nicht, da das Unternehmen als zu riskant erschien und man es als nicht mehr notwendig erachtete.

Die bereitgestellten deutschen und italienischen Fallschirmverbände wurden stattdessen nach Nordafrika verlegt, um die Panzerarmee Afrika bei dem geplanten Angriff auf Alexandria zu unterstützen. Der Verzicht auf die Eroberung Maltas sollte sich als folgenschwere Fehleinschätzung erweisen, da die Alliierten die Insel einige Zeit später erneut zur Basis ihrer Operationen machten und den deutschen Nachschub nach Afrika empfindlich störten.

Durch die Luftangriffe wurden auf Malta ungefähr 4500 Menschen verletzt und über 1000 getötet.

Schlacht im Atlantik

Die ersten geplanten Aktionen der Luftwaffe gegen die britische Flotte fanden bereits 26 Tage nach Kriegsausbruch statt. Die Besatzung eines Do-18-Flugbootes sichtete vier britische Schlachtschiffe, einen Flugzeugträger, einen Kreuzer und einen Zerstörer. Sofort wurde die erste Gruppe des KG 26 sowie ein Teil des KG 30 mit dem Angriff beauftragt. Diese erste „Schlacht“ entpuppte sich aber als totaler Fehlschlag. Gerade einmal eine einzige Bombe traf den britischen Schlachtkreuzer „Hood“, explodierte aber nicht, da der Zündmechanismus versagte.

Die Qualität dieses „Auftakt-Einsatzes“ spiegelte den Verlauf der ganzen Atlantikschlacht wider. Die meisten Angriffe im Verlauf der Jahre 1939 und 1940 erzielten nur mittelmäßige Erfolge und spielten keine kriegsentscheidende Rolle. Ein viel wichtigerer Punkt war die Nah- und Fernaufklärung, mit deren Hilfe die Marine mit wichtigen Informationen über Geleitzüge usw. versorgt wurde. Erst ab 1941 wurde die Zusammenarbeit zwischen Kriegsmarine und Luftwaffe vertieft. Beispielsweise konnten am 9. Februar 1941 mindestens fünf britische Schiffe mit insgesamt über 60.000 BRT versenkt werden. Die Flugzeuge des KG 40 wurden von deutschen U-Booten zum Ziel geleitet und brauchten so keinen Treibstoff auf der Suche nach den Schiffen zu verschwenden.

In den beiden Kriegsjahren 1941/1942 verlagerte sich das Zielgebiet der Luftwaffe von den Gewässern um Südengland ins Nordmeer, wo zahlreiche Konvois, welche die Sowjetunion versorgten, angegriffen wurden. Im Frühjahr und Sommer 1942 fand der Kampf um die Nordmeergeleitzüge PQ 13, PQ 15, PQ 16, PQ 17 und PQ 18 statt. Insgesamt versanken dabei 4100 Fahrzeuge, 580 Panzer und 270 Flugzeuge mit ihren Frachtschiffen, bevor sie die Sowjetunion erreichen konnten. Wieder waren es deutsche U-Boote, die Zielinformationen für die Flugzeuge lieferten und auch beim Angriff eng mit der Luftwaffe zusammenarbeiteten. Dieser Kampf war mehr oder weniger die erfolgreichste Aktion der Luftwaffe gegen Nordmeer-Geleitzüge.

In den darauf folgenden Jahren schützten die Alliierten ihre Geleitzüge mit immer mehr Zerstörern, sodass die stärkere Flugabwehr jeden Anflug deutscher Bomber verhinderte. Treibstoffknappheit und der Mangel an moderneren Flugzeugen führten zu einer Einstellung der Operationen im Nordmeer, die Marine mit ihren U-Booten war in den letzten Kriegsjahren auf sich allein gestellt.

Die viermotorige Focke-Wulf Fw 200 „Condor“ bewährte sich als Seeaufklärungsflugzeug im Atlantik, wo sie in Zusammenarbeit mit U-Boot-Einheiten durch die Versenkung von Frachtschiffen die Versorgung von Großbritannien mit Lebensmitteln, Waffen und anderen Gütern unterbrechen sollte.

Verteidigung gegen die Bombenoffensive der Alliierten

Die United States Army Air Forces (USAAF), deren Oberbefehlshaber General Henry H. Arnold war, stellten 1942 mit der 8. US Air Force in England ein Bomberkommando auf, dessen Zweck das Bombardieren von strategischen (industriellen) Zielen tief im Reichsgebiet war. Das gleiche Ziel verfolgte das britische RAF Bomber Command seit Kriegsbeginn.

Zu ihrem Schutz wurden die amerikanischen Bomber ab 1943 von Langstreckenjägern eskortiert – zunächst vor allem bis an die Reichsgrenze von der Republic P-47, über dem Reichsgebiet von der Lockheed P-38, bis ab Anfang 1944 schließlich der auch luftkampfmäßig überlegene Langstreckenjäger North American P-51 eingeführt wurde. Die P-38 erwies sich auf dem europäischen Kriegsschauplatz als ähnlich ungeeignet zum Begleitjäger wie zuvor die deutsche Bf 110 über England. Die P-47 wurde noch bis zum Ende des Krieges als Jagdbomber und als Erdkampfunterstützungsflugzeug eingesetzt.

Die nächtlichen Bombardierungen wurden von den britischen Bombern weitgehend ohne Jagdschutz geflogen. Das Bomber Command der RAF erlitt in der Nacht vom 30. auf den 31. März 1944 eine schwere Niederlage, als es den deutschen Nachtjagd-Piloten und den Flak-Einheiten gelang, 95 viermotorige Lancaster-Bomber, deren Aufgabe die Bombardierung von Nürnberg war, abzuschießen.

Unternehmen Steinbock

Zum Ende des Jahres 1943 arbeitete die Luftwaffe Pläne aus, wie der Kampf gegen Großbritannien wieder intensiviert werden könnte. Bis zu diesem Zeitpunkt fanden nur noch Störangriffe mit bis zu 30 Flugzeugen statt, die aber keine ernsthafte Bedrohung darstellten. Die Angriffe sollten den Charakter von Vergeltungsangriffen haben; d. h., dass es primär nicht darauf ankam, militärische Ziele zu treffen, sondern Verluste unter der Bevölkerung zu bewirken.

Um die erneute Offensive zu ermöglichen, wurden nun im IX. Fliegerkorps (Befehlshaber Oberst Dietrich Peltz) Kampffliegerverbände zusammengefasst, die vor allem aus dem Mittelmeerraum abgezogen wurden. Insgesamt waren zum 20. Januar 1944 524 Flugzeuge vorhanden, von denen 462 einsatzbereit waren. Es waren insgesamt 270 Junkers Ju 88, 121 Dornier Do 217, 35 Junkers Ju 188, 46 Heinkel He 177, 27 Messerschmitt Me 410 und 25 Focke Wulf Fw 190 die in den Kampfgeschwadern 2, 6, 30, 40, 54, 66, 76, 100 sowie im Schnellkampfgeschwader 10 vorhanden waren.

In der Nacht vom 21. Januar zum 22. Januar 1944 wurde der erste Angriff im Rahmen des Unternehmens Steinbock auf das britische Mutterland geflogen. Dabei griffen 447 deutsche Flugzeuge in zwei Wellen London an. Von den Besatzungen, deren Ausbildungsstand nicht mehr der gleiche wie 1940 war, konnten jedoch nur wenige die britische Hauptstadt erreichen und dabei nur 30 Tonnen Bomben abwerfen. Bei den nächsten Angriffen sah es nicht besser aus, und die deutschen Verluste waren immens. Bis zum 18. April wurden 14 Luftangriffe auf London, danach bis zum 29. Mai weitere auf küstennahe Städte wie Portsmouth, Bristol, Weymouth oder Falmouth geführt. Danach wurden die Luftangriffe aufgrund von Erfolglosigkeit beendet.

Ungefähr 1500 Menschen starben durch die Luftangriffe, während die Luftwaffe 329 ihrer 462 Flugzeuge verlor.

Schutz der Ölproduktion

Es gab auch einige Jagdeinheiten in Rumänien, die für den Schutz der strategisch wichtigen Erdölraffinerien der Stadt Ploesti verantwortlich waren. Zum Beispiel wurde 1942 die erste Gruppe eines späteren Jagdgeschwaders (die I./JG 4 mit vier Staffeln) in Rumänien zum Schutz von Ploesti aufgestellt. Sie entstand aus der früheren „Ölschutzstaffel Ploesti“. Von Ploesti aus wurde das Deutsche Reich mit Erdölprodukten beliefert, die es zur Aufrechterhaltung des Krieges benötigte.

Erste einsatzfähige Düsenflugzeuge

einsatzfähig, aber aus verschiedenen Gründen, besonders wegen auftretender Werkstoffprobleme, nicht zuverlässig.

Weitere eingesetzte Strahlflugzeuge waren die Arado Ar 234 „Blitz“ als zweistrahliger Schnellbomber und -aufklärer, die von einer einzelnen BMW-Turbine angetriebene, als Volksjäger bezeichnete Heinkel He 162 und die raketengetriebene Messerschmitt Me 163.

Beim Kriegsende im Mai 1945 war eine große Anzahl von anderen fortschrittlichen Flugzeugtypen entweder im Versuchsstadium oder auch in der Herstellung, beispielsweise der Nurflügler Horten Ho 229 (Horten Ho IX), die im Flugzeugwerk der Gothaer Waggonfabrik hergestellt werden sollte.

Neuartige Waffen

Für die Luftwaffe wurde auch eine neuartige Waffe entwickelt – die Fieseler Fi 103 (V1): der erste Marschflugkörper der Welt. Das Aggregat A4 (V2), die erste Langstrecken-Rakete, war hingegen unter Wernher von Braun beim Heer entwickelt worden, und die Produktion des A4 war wegen der Verwendung von auch für den Flugzeugbau wichtiger Rohstoffe nur auf Kosten der Flugzeugproduktion möglich.

Weiterhin wurde von der Luftwaffe der erste ferngelenkte Flugkörper (Fritz X) eingesetzt.

Unternehmen Bodenplatte

ausgleichen. So scheiterte mit dem Unternehmen Bodenplatte der letzte Versuch der Luftwaffe, lokal die Luftüberlegenheit zu erringen.

Niederlage

Die Niederlage der Luftwaffe war das Ergebnis eines Abnutzungskrieges. Ein wesentlicher Faktor für die Abnutzung war der Rohstoffmangel (besonders der Mangel an für den Bau von Flugzeugen wichtigem Aluminium), ab Ende 1944 auch der von den alliierten Luftangriffen herbeigeführte Treibstoffmangel. Auch an ausgebildeten Piloten fehlte es.

Am 1. März 1944 wurde vom Rüstungsministerium und dem Reichsluftfahrtministerium ein Krisenstab, der sogenannte „Jägerstab“ eingerichtet, der mit umfangreichen Vollmachten eine Produktionssteigerung im Flugzeugbau erreichen sollte. Die SS begann mit großen Bunker- und Stollenbauvorhaben, um die Flugzeugindustrie zum Schutz vor alliierten Luftangriffen unter die Erde zu verlegen (U-Verlagerung). Himmler plante, die Zahl der in der Luftrüstung schon eingesetzten KZ-Häftlinge von 36.000 auf 190.000 zu erhöhen, insbesondere ungarische Juden sollten herangezogen werden. Für die Wachmannschaften der Lager stellte die Luftwaffe ab Mai 1944 als erster Wehrmachtsteil Soldaten ab.

Waffengattungen

Fliegertruppe

Tagjäger

Die Tagjagdverbände waren zahlenmäßig nach den Kampffliegern die zweitstärkste Streitmacht der Fliegertruppe. Als Defensivwaffe stand sie bei der offensiv eingestellten Führung der Luftwaffe im Schatten der Kampfflieger und Sturzkampfflieger. Dies änderte sich erst 1944 unter dem Eindruck der schweren alliierten Luftangriffe.

Noch vor der offiziellen Enttarnung stellte die Luftwaffe am 1. April 1934 das erste Jagdgeschwader auf. Das anfangs noch Jagdgeschwader 132 (JG 132) genannte Geschwader wurde später in JG 2 Richthofen umbenannt.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges standen ungefähr 770 Jagdflugzeuge in acht Jagdgeschwadern bereit. Im Laufe des Krieges wurden weitere zwölf Jagdgeschwader aufgestellt, die aber nicht alle ihre volle Stärke erreichten und sich teilweise nach kurzer Zeit wieder auflösten. Der Höchststand an Jagdflugzeugen mit ungefähr 2500 Stück wurde im Jahre 1944 erreicht.

In den ersten Jahren des Krieges war die Messerschmitt Bf 109 in verschiedenen Versionen der Standardjäger der Tagjagdverbände. Später, ab 1941 kam die Focke-Wulf Fw 190 in verschiedenen Versionen hinzu. Beide Jagdflugzeuge bildeten das Rückgrat der Jägerverbände. Andere wie die Messerschmitt Me 262 kamen erst kurz vor Kriegsende und in geringen Stückzahlen an die Front.

Die Jägerverbände waren an allen Fronten der Luftwaffe eingesetzt, um die Luftherrschaft über dem Einsatzraum zu erkämpfen und zu verteidigen. Dazu streiften die Jäger in freier Jagd über dem Einsatzraum, das heißt, dass einzelne Rotten, Ketten oder Staffeln feindliche Flugzeuge dort bekämpften, wo sie sie antrafen. Häufig schützten die Jäger auch Kampf- oder Sturzkampfverbände, indem sie diese begleiteten. Spätestens ab 1943 mussten starke Verbände im Deutschen Reich stationiert werden, um die Einflüge US-amerikanischer Bomber am Tage zu stören.

Insgesamt gelang es der Jagdwaffe vom 1. September 1939 bis zum 8. Mai 1945 etwa 70.000 feindliche Flugzeuge in der Luft oder am Boden zu zerstören. Auf Seiten der Luftwaffe gingen 38.977 Jagdflugzeuge verloren. Dabei starben 8500 Flugzeugführer, 2700 gerieten in Gefangenschaft oder blieben vermisst.

Die erfahrensten und erfolgreichsten deutschen Jagdpiloten wurden im Luftwaffen-Jargon „Experten“ genannt. Der erfolgreichste Jagdflieger aller Zeiten war Erich „Bubi“ Hartmann mit 352 Luftsiegen, gefolgt von Gerhard Barkhorn mit 301 Luftsiegen (beide Ostfront). Die Abschusszahlen sind nicht miteinander vergleichbar, da es an jeder Front andere Bedingungen gab (Einsatzanzahl und Anzahl von feindlichen Flugzeugen). Insgesamt hatten in der Luftwaffe 104 Jagdflieger 100 oder mehr- und über 5000 Jagdflieger fünf oder mehr Abschüsse.

Die im Wehrmachtbericht genannten Abschusszahlen waren allerdings nach 1942 oft überhöht, da eine Prüfung der tatsächlichen Erfolge längere Zeit in Anspruch nahm und man versuchte, durch propagandistische Berichte die ständigen Rückzugsbewegungen zu kaschieren. Für genaue Zahlen gibt es bis heute keine zuverlässigen Quellen.

Erster, der 100 Luftsiege erzielte: Werner Mölders

Erster, der 150 Luftsiege erzielte: Gordon Gollob

Erster, der 200 Luftsiege erzielte: Hermann Graf

Erster, der 250 Luftsiege erzielte: Walter Nowotny

Erster, der 300 Luftsiege erzielte: Erich Hartmann

Erster, der 350 Luftsiege erzielte: Erich Hartmann

Die meisten Abschüsse während des Spanischen Bürgerkrieges: Werner Mölders 14 Luftsiege

Die meisten Abschüsse an der Ostfront: Erich Hartmann 352 Luftsiege

Die meisten Abschüsse an der Westfront: Hans-Joachim Marseille 158 Luftsiege

Die meisten Abschüsse mit dem Düsenjäger (Me 262): Kurt Welter 25 Luftsiege

Die meisten Abschüsse von Bombern (Tagjäger): Herbert Rollwage 102 Luftsiege (davon 44 Bomber)

Die meisten Abschüsse von Bombern (Nachtjäger): Heinz-Wolfgang Schnaufer 121 Luftsiege (davon 115 Bomber)

Die meisten Abschüsse bei einem Einsatz: Erich Rudorffer 13 Luftsiege

Die meisten Abschüsse an einem Tag: Emil Lang 18 Luftsiege

Bester Abschuss-Durchschnitt pro Einsatz: Günther Scheel 71 Luftsiege (bei 70 Einsätzen)

Dem gegenüber hatten die Alliierten nichts Vergleichbares aufzuweisen, da bei ihnen (außer bei der Roten Armee) die Piloten zyklisch ausgetauscht wurden, sodass die Maximalzahl der Feindflüge nicht zu hoch wurde und die erfolgreichsten Piloten langfristig als Ausbilder erhalten blieben. Der hohen Abschusszahl steht eine zunehmende Abnutzung der Piloten der Jagdwaffe durch ununterbrochenen Einsatz an allen Fronten gegenüber. Der erfolgreichste Jagdflieger der Alliierten war Iwan Nikitowitsch Koschedub mit 62 Luftsiegen.

Nachtjäger

Obwohl das Konzept der Nachtkampffliegerei schon im Ersten Weltkrieg in Grundzügen aufgestellt worden war, wurde die Taktik der „Nachtjagd“ erneut entwickelt, als die Bomber der Royal Air Force in großer Zahl von 1940 an bei Nacht industrielle und auch zivile Ziele in Deutschland angriffen. Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Luftwaffe nur zwei Versuchsstaffeln (10./JG 2 und 11./LG 2) der Nachtjagd.

Diese noch mehr experimentellen Einheiten, ausgerüstet mit normalen Bf-109- und Bf-110-Flugzeugen, wurden mit den ansteigenden Luftangriffen im Laufe des Krieges immer weiter ausgebaut.

Am 22. Juni 1940 wurde in Düsseldorf das Nachtjagdgeschwader 1 mit Hauptmann Wolfgang Falk als Kommodore aufgestellt. Ihm war es zuvor am 30. April 1940 als Erstem gelungen, in der Nacht mit Hilfe eines Freya-Funkmessgeräts, Koppelnavigation und Sprechfunk einen Bomber zu finden, den er aber nicht abschießen konnte.

oben genannten Verfahren der erste Nachtjagdabschuss.

Als dann ab Herbst 1940 die neuen Funkmessgeräte Würzburg eingeführt wurden, war auch die Dunkle Nachtjagd möglich, das heißt, die Nachtjäger konnten unabhängig von Scheinwerfern ihre Ziele finden. Dazu wurden sie mit der Messerschmitt Bf 110 und der Junkers Ju 88 mit in der Flugzeugnase eingebauten „Lichtenstein“-Radarsystem – ausgerüstet.

Ende 1940 waren 165 Nachtjagdflugzeuge einsatzbereit. Bis 1942 erhöhte sich dieser Wert auf 370.

Die 1943 eingeführte Heinkel He 219 „Uhu“ war einer der technisch besten und erfolgreichsten Nachtjäger der Luftwaffe. Allerdings verhinderte die militärische Führung die rechtzeitige und vor allem ausreichende Produktion und Auslieferung dieses Flugzeugtyps. Die gebauten Stückzahlen dieses Typs waren daher nicht ausreichend, um die Bomberströme aufzuhalten.

Um die immer wirkungsvoller werdende deutsche Nachtjagd zu stören, begannen alliierte Bomber, zuerst beim Angriff auf Hamburg am 24. Juli 1943, zur Störung der deutschen Funkmessgeräte, passend geschnittene Metallstreifen, sogenannte Düppel (das sind Aluminiumstreifen, engl. chaffs, Codename window) aus den Flugzeugen zu werfen. Bis gegen diese Störmaßnahmen eine technische Lösung gefunden werden konnte, wurde das Verfahren der Wilden Sau eingeführt. Dabei wurde der Luftraum mittels Flakscheinwerfern erleuchtet, um den eingesetzten einmotorigen Tagjagdflugzeugen ähnliche Sichtbedingungen wie am Tage zu gewähren. Später gelang es den Nachtjägern, durch Einführung anderer Radargeräten in den Flugzeugen, wieder konventionell die anfliegenden Bomber zu finden.

Eine wirksame Waffe der Nachtjäger war die 1943 erprobte und ab 1944 serienmäßig eingeführte sogenannte „schräge Musik“. So bezeichneten die Kampfflieger eine Schnellfeuerkanone, die schräg nach oben schoss. Damit ausgerüstete Nachtjäger unterflogen die feindlichen Verbände und manövrierten im toten Winkel der Bordschützen. Ausgelöst wurde die Waffe entweder manuell oder auch durch optische Sensoren.

Der erfolgreichste Nachtjäger war Heinz-Wolfgang Schnaufer, der über 120 feindliche Bomber abschoss. Ihm gelang es als einzelnem Piloten, einen britischen Luftangriff auf seine Heimatstadt Stuttgart zu verhindern. Schnaufer schoss den sogenannten „Zeremonienmeister“ aus dem feindlichen Verband heraus, der für die Zielmarkierung zuständig war. Ohne diesen mussten die übrigen Bomber ihre Last im sogenannten Notwurf wahllos ins Gelände fallen lassen. Ein weiterer militärisch erfolgreicher Nachtjäger war Helmut Lent, der 110 alliierte Flugzeuge abschoss, bis er im Oktober 1944 bei einem Landeunfall starb.

Nahkampfflieger

Nahkampfflieger wurden in der Luftwaffe die Sturzkampf-, später Schlachtgeschwader und Nachtschlachtgruppen genannt.

wurden die Schlachtgeschwader 4, 9 und 10 aufgestellt. Im Schlachtgeschwader 9 waren Panzerjagdstaffeln zusammengefasst worden. Diese seit 1942 an der Ostfront vorhandenen Verbände konnten mit ihren Henschel Hs 129 und Junkers Ju 87 aufgrund der 3,7-cm-Kanonen unter den Tragflächen gegnerische Panzer aus der Luft abschießen.

Ab November 1942 wurden an der Ostfront sogenannte Störkampfstaffeln und -gruppen aufgestellt, deren Aufgabe es war, zur Nachtzeit an der Front feindliche Truppen anzugreifen. Vorbild waren die seit Kriegsbeginn auf sowjetischer Seite eingesetzten Doppeldeckerflugzeuge U-2, die zur Nachtzeit deutsche Truppen angriffen. Am 18. Oktober 1943 wurden all diese Verbände zusammengefasst und in Nachtschlachtgruppen umbenannt. Geflogen wurden Flugzeuge, die für den Tageinsatz über der Front veraltet waren (Arado Ar 66, Gotha Go 145, Focke-Wulf Fw 58, Heinkel He 46, Arado Ar 96, Heinkel He 50 u. a.).

Aufklärungsflieger[

Die Zahl der Aufklärungsflieger war gegenüber den Jagdfliegern und Kampffliegern seit dem Aufbau der Luftwaffe deutlich geringer. Die Luftwaffe unterschied zwischen Fern-, Nah- und Seeaufklärern sowie Wettererkundungsflugzeugen. Deren Hauptaufgabe war die Beobachtung des zugewiesenen Einsatzraumes und das schnelle Weiterleiten relevanter Sichtungen über Funk.

Die Fernaufklärer setzten Luftbildgeräte zum Fotografieren ein. Anhand der Bilder konnten zum Beispiel Angriffe der Kampfflieger vor- oder nachbereitet werden. Auch für die höhere und mittlere Führung in Heer und Luftwaffe waren Aufklärungsergebnisse tief aus dem Hinterland des Gegners wichtig, um operative Entschlüsse fassen zu können. Fernaufklärer waren meist in Staffeln zu zwölf Flugzeugen den Luftflotten direkt unterstellt. Ausgerüstet waren die Fernaufklärer mit der Junkers Ju 290, Dornier Do 215, Heinkel He 111, Dornier Do 17, Junkers Ju 88 und Junkers Ju 188.

Die Aufgabe der Nahaufklärer war es hauptsächlich für das Heer im unmittelbaren Kampfgebiet das Gelände, den Aufmarsch und Kräfteverteilung des Feindes, über Vorbereitung, Verlauf und Abbruch von Kampfhandlungen, sowie über Bewegungen und Anlagen, aufzuklären. Dazu wurden Aufklärungsstaffeln zu je zwölf Flugzeugen gebildet, die den Heeresgruppen, Armeen, Panzerkorps und selbst einzelnen Panzerdivisionen taktisch unterstellt wurden. Geflogen wurden am Anfang die Henschel Hs 126, Messerschmitt Me 110, Donier Do 17, Junkers Ju 88, Focke-Wulf Fw 189 und Junkers Ju 290, später nur einsitzige Flugzeuge.

Die Seeaufklärer gliederten sich in Küstenfliegerstaffeln und -gruppen. Ihre Aufgabe war die Aufklärung der Meere mit mehreren Flugzeugen in sogenannter Fächeraufklärung um feindliche Flottenverbände oder Konvois aufzuspüren und so lange Fühlung zu halten, bis eigene Luft- oder Seestreitkräfte eingreifen konnten. Oft wurden auch bewaffnete Aufklärungseinsätze geflogen; das heißt, der aufgespürte Konvoi wurde durch das Aufklärungsflugzeug selbst mit Bomben oder Bordwaffen, später auch Torpedos angegriffen. Es wurden zum Teil Flugboote wie die Dornier Do 18, Blohm & Voss BV 138 oder Wasserflugzeuge wie die Heinkel He 60, Heinkel He 115 aber auch Landflugzeuge eingesetzt.

Die genaue Vorhersage des Wetters konnte beträchtlichen Einfluss auf den Verlauf militärischer Operationen haben. Um das Wetter vorhersagen zu können, brauchte man allerdings viele Wetterdaten von verschiedenen Wetterstationen und einen internationalen Austausch darüber. Da dies im Krieg nicht möglich war, stellte die Luftwaffe spezielle Wettererkundungsstaffeln (Wekusta) mit meteorologischem Fachpersonal an Bord auf.

Transportflieger

griechischen Insel Kreta aus der Luft. Anfang 1942 musste das Heer im Kessel von Demjansk an der Ostfront vollständig aus der Luft versorgt werden. Die größten Verluste hatten die Transportflieger bei der Versorgung der eingeschlossenen Soldaten im Kessel von Stalingrad. Innerhalb von zwei Monaten gingen 266 Junkers Ju 52 verloren.

Flakartillerie[

Flugzeuge im eigenen Luftraum. Die meisten dieser Batterien waren in der Heimatluftverteidigung eingesetzt, deshalb ortsfest und nicht motorisiert.

Im Jahr 1941 wuchs die Flakwaffe wegen des bevorstehenden Angriffs auf die Sowjetunion erneut an. Die schweren Batterien begann man von vier auf sechs Geschütze, die leichten von zwölf auf 15 Geschütze und die Scheinwerferbatterien auf zwölf Scheinwerfer zu vergrößern. Die beiden motorisierten Flakkorps wurden erneut an der Erdfront eingesetzt und waren mit ihren schweren Geschützen oftmals der letzte Rückhalt gegen die schweren russischen Panzerkampfwagen.

Das Hauptproblem der Flak war 1942 immer noch die mangelhafte elektronische Ortung gegnerischer Flugzeuge und der daraus resultierende hohe Munitionsverbrauch. Ab Juni wurden sogenannte Heimat- und Alarmflakbatterien aufgestellt, die nur aus wenigen Soldaten bestanden und im Angriffsfalle mit Zivilisten (beispielsweise Industriearbeiter des zu schützenden Betriebs) besetzt wurden. Auch durch solche Aushilfsmaßnahmen wurde die Flak 1942 weiter verstärkt.

1943 wurde die Anzahl der Flakgeschütze in den schweren Flakbatterien von sechs auf acht erhöht. Die weitere Verstärkung der Flakwaffe stieß personell an ihre Grenzen. Deshalb behalf man sich, indem man sogenannte Flakhelfer einsetzte. Das waren Angehörige der Hitlerjugend, des BDM, des RAD oder Kriegsgefangene, die als sogenannte Hilfswillige eingesetzt wurden. Im November waren zum Beispiel 400.000 Flakhelfer eingesetzt, davon 80.000 Schüler. Durch dieses ungenügend ausgebildete Personal und eine technische Unterlegenheit bei der Flugzeugortung waren Ende 1943 ungefähr 6500 Schuss der leichten und 4000 Schuss der schweren Flak für einen Flugzeugabschuss notwendig.

Ab 1944 wurden verstärkt Flakkräfte von der Reichsluftverteidigung an die Erdfronten verlegt, sobald diese sich den deutschen Reichsgrenzen näherten. In der Flugzeugbekämpfung kämpfte die Flak immer noch mit den Störungen der Funkmessgeräte und der zunehmenden Munitionsknappheit. Auch die personelle Situation verschlechterte sich weiter. Bei Kriegsende befanden sich in den Flakbatterien nur noch zehn Prozent ausgebildete Soldaten, der Rest waren Flakhelfer-/innen.

Nach dem Krieg teilten die United States Army Air Forces (USAAF) mit, dass die deutsche Flak 5400 US-Flugzeuge abgeschossen hatte. An der Ostfront wurden etwa 17.000 gegnerische Flugzeuge durch Flak abgeschossen.

Jahr leichte und mittlere Batterien schwere Batterien Scheinwerferbatterien

1939 369 988 177

1940  

1941 863 1369 263

1942 1237 1568 363

1943 1586 2236 490

Luftnachrichtentruppe

Funknavigation der eigenen Flugzeuge. Ein weiteres Betätigungsfeld war die Funkaufklärung des Gegners mittels Funkhorch- und Funkmessaufklärung und daraus resultierende Stör- und Täuschungsmaßnahmen.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges waren in der Luftnachrichtentruppe ungefähr 70.000 Soldaten im Dienst. Dieser Wert erhöhte sich bis zum 20. Mai 1941 auf 243.000 und bis zum Sommer 1944 auf 500.000 Soldaten. Es wurden insbesondere innerhalb Deutschlands, zum Beispiel bei den Jägerleitdienststellen, auch Frauen zum Dienst verpflichtet.

Zu den Leistungen der Luftnachrichtentruppe zählte unter anderem die Funkaufklärung der polnischen Luftwaffe zu Beginn des Polenfeldzuges. Nach der Besetzung Norwegens wurde durch sie ein Funknetz für die Verbindungen innerhalb und nach außen aufgebaut. Im Funkmessverfahren wurde 1942 der deutsche Kanaldurchbruch unterstützt (durch Störung der britischen Radargeräte) und die alliierte Landung in Dieppe aufgeklärt. In den besetzten Gebieten der Sowjetunion wurde ein Drahtfernmeldenetz (Drehkreuz-Telegrafenachsen mit Trägerfrequenz und Wechselstromtelegrafie) aufgebaut und betrieben. Bei den Kesseln von Demjansk, Stalingrad oder Tunis und zu besetzten Inseln mussten Richtfunkverbindungen erstellt werden.

Die offizielle Waffenfarbe der Luftnachrichtentruppe war Braun.

Erdkampfverbände

Fallschirmjäger

eingesetzt. Vor allem wurde die Verteidigung des Klosters von Monte Cassino durch deutsche Fallschirmjäger bekannt.

Fallschirmpanzerkorps Hermann Göring

Propagandagründen eingeführt, da ein Sprungeinsatz nicht möglich war.

Luftwaffen-Felddivisionen

innerhalb eines Jahres ungefähr 90.000 als Gefallene, Verwundete oder Vermisste aus.

Verluste

Die Luftwaffe verlor vom 1. September 1939 bis zum 31. Januar 1945 insgesamt 138.596 (davon 9.409 Offiziere) Soldaten als Gefallene, 216.579 (9.367) Soldaten als Verwundete und 156.132 (7.816) Soldaten als Vermisste.

Flugzeugverluste 1939 1940 1941 1942 1943

Totalverluste 625 4543 4280 5026

nicht mehr instandsetzungsfähig 501 2273 2991 2288

Gesamtverluste 1126 6816 7271 7314 17 495

Zu den Totalverlusten zählten Abschüsse durch den Feind, Abstürze ohne Feindeinwirkung an der Front oder während der Ausbildung. Zum Beispiel waren 1942 ungefähr 40 Prozent der Flugzeugtotalverluste ohne Feindeinwirkung.

„Der Adler“

Die Luftwaffe verfügte über eine eigene Propaganda-Illustrierte mit dem Titel Der Adler.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die deutsche Luftfahrt sehr eingeschränkt, die militärische Luftfahrt ganz verboten. Erst 1956 wurden in beiden deutschen Staaten wieder Luftstreitkräfte aufgestellt:

Nachdem die Bundesrepublik Deutschland 1955 teilsouverän und Mitglied der NATO geworden war, erfolgte 1955 die von einem heftigen öffentlichen Diskurs begleitete Aufstellung der Bundeswehr. Als Teilstreitkraft entstand 1956 die Luftwaffe.

Die Deutsche Demokratische Republik gründete 1956 offiziell die Nationale Volksarmee und als deren Teilstreitkraft die Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) der NVA.

Am 18. November 1962 wurde im bayerischen Fürstenfeldbruck das Ehrenmal der Luftwaffe feierlich eröffnet.

(Aus wikipedia).

 

Die Firma Junkers & Co. Warmwasser-Apparatefabrik wurde 1895 von Hugo Junkers in Dessau gegründet. Gasbadeöfen, Heizgeräte und andere Erfindungen des Gründers wurden in der Firma produziert. Heute ist Junkers eine Marke der Bosch-Gruppe.

1915 entwickelte Hugo Junkers das erste Ganzmetallflugzeug, die Junkers J 1, nach dem Ersten Weltkrieg entstand 1919 die, das erste Verkehrsflugzeug der Welt. 1925 war der Bau des ersten dreimotorigen Flugzeugs, der Junkers G23/24. 1928 überquerten Hermann Köhl, Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld und James Fitzmaurice mit einer Junkers W 33 als erste den Atlantik von Ost nach West. 1929 entstand die Junkers G 38, das erste Großraumflugzeug der Luftfahrtgeschichte, viermotorig, mit Passagierkabinen in den Tragfügeln. Die bekanntesten Flugzeuge von Junkers sind sicherlich die Junkers Ju 52/3m (auch "Tante Ju" genannt) und die Junkers Ju 87 "Stuka", wobei letztere nur dem Namen nach zu seinen Konstruktionen gehörte, da er bereits in der ersten Hälfte der 1930er Jahre von den Nationalsozialisten enteignet worden war. Junkers starb am 3. Februar 1935, an seinem 76. Geburtstag.

Die ersten Flugdieselmotoren, Bauart als 6-Zylinder-Zweitakt-Gegenkolbenmotoren waren Im Zweiten Weltkrieg die Jumo 213 und Jumo 222, die zu den besten Hochleistungstriebwerken zählten. Ab 1937 folgte die Entwicklung des ersten serienreifen Strahltriebwerks Jumo 004, welches später in die Messerschmitt Me 262 eingebaut wurde.

Während der Zeit von 1919 bis 1934 war den deutschen Flugzeugwerken der Bau von Militärflugzeugen in Folge des Versailler Vertrags verboten. Dieses Verbot wurde durch die Gründung von Ausweichbetrieben umgangen.

Die Junkers-Flugzeugwerke AG, Dessau gründete die Ausweichbetriebe A.B. Flygindustri, Linhamn und Werk Moskau-Fili.

Mit dem Namen Junkers werden heute hauptsächlich Flugzeuge der Firma Junkers Flugzeug- und Motorenwerke in Verbindung gebracht.

(Aus wikipedia).

 

Die Junkers Motorenbau GmbH und die Junkers Flugzeugwerke AG waren Betriebe des deutschen Unternehmers, Erfinders, Konstrukteurs und Pionier des Flugzeugbaues Hugo Junkers, der die Junkers Flugzeugwerk AG 1919 in Dessau gründete. In Magdeburg eröffnete er 1913 eine Motorenfabrik, die nur bis 1915 existierte. Die Junkers Motorenbau GmbH mit Sitz Dessau wurde 1923 gegründet.

In der Zeit des N. wurden Mitte 1936 Junkers-Flugzeugwerk und -Motorenbau zur Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG vereinigt.

Erster Weltkrieg und Anfang der 1920er Jahre

Schon 1915 entwickelte er mit der Junkers J 1 das erste Ganzmetallflugzeug, das in seinem 1895 gegründeten Unternehmen Junkers & Co., Fabrik für Warmwasser- und Heizapparate hergestellt wurde. Da dieses Flugzeug allerdings ziemlich schwer war und es daher als Jagdflugzeug kein großer Erfolg wurde, wurde als Infanterieflugzeug der Ganzmetall-Anderthalbdecker Junkers J 4 dann auch in größerer Stückzahl gebaut. Im Oktober 1917 wurde unter dem Druck der Militärbehörden die Flugzeugsparte von Junkers & Co. zwangsweise mit dem Fokker Aeroplanbau in Schwerin zur Junkers-Fokker Werke AG (Jfa) mit Sitz Dessau fusioniert.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Verlegung von Anthony Fokkers Flugzeugwerk in die Niederlande wurden die Jfa im April 1919 in Junkers Flugzeugwerke AG umfirmiert. Diese bauten im selben Jahr die Junkers F 13, das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt. Da der Friedensvertrag von Versailles zunächst ein Bauverbot für Flugzeuge vorsah, das auch nach der Lockerung 1922 noch Leistungsbeschränkungen beinhaltete, versuchte Junkers, wie andere deutsche Flugzeugfirmen auch, im Ausland den Flugzeugbau in Zweigbetrieben oder durch Kooperationen fortzuführen. Die Junkers Flugzeugwerke gründeten daher 1922 in Fili bei Moskau den Zweigbetrieb „Junkers-Werke Dessau, Zentrale für Russland“ und 1924 in Schweden die AB Flygindustri. In Russland wurden die Junkers Ju 20 und Junkers Ju 21 entwickelt und gebaut. Der Vertrag mit Sowjetrussland war auf dreißig Jahre ausgelegt, wurde jedoch bereits nach vier Jahren von Seiten der UdSSR beendet und Junkers musste 1926 mit einem Verlust von 10 Millionen Reichsmark die Kooperation beenden.

Junkers Luftverkehr AG

1921 wurde eine eigene Fluggesellschaft gegründet, die Junkers Luftverkehr AG, mit Flugstrecken z.B. in die Türkei, nach Persien und Südamerika. Die Junkers-Flugzeuge bewährten sich dabei durch ihre Robustheit und Flugstabilität in vielen Gebieten. So sollte z.B. der persische Kronschatz in London ausgestellt werden, und es wurde ein Transportmittel gebraucht. Eine durchgehende Eisenbahnverbindung stand nicht zur Verfügung, auf den Straßen drohten vielfach Raubüberfälle, weshalb der Schah persönlich den Transport in zwei Junkers F 13 von Teheran nach London und zurück befahl, der auch ohne Probleme durchgeführt wurde. Ebenfalls überquerten während dieser Zeit zwei F 13 als erste Flugzeuge die Anden. Die Junkers Luftverkehr AG war damals die bedeutendste Fluggesellschaft der Welt.

Allerdings war das Flugverkehrsgeschäft wegen der wenigen Passagierplätze (4 in einer F 13) unwirtschaftlich, weshalb die Junkers Luftverkehr AG immer abhängiger von staatlichen Subventionen wurde. Nach dem missglückten Russland-Geschäft verlangte das Deutsche Reich gegen die Übernahme der Schulden die Abtretung der Aktien der Junkers Luftverkehr AG. Junkers musste dieser Forderung nachkommen und so wurde die Junkers Luftverkehr AG im Januar 1926 mit dem Deutschen Aero Lloyd zur Deutschen Luft Hansa zusammengeschlossen.

Die späten 1920er und die 1930er Jahre

Das erste dreimotorige Flugzeug war die Junkers G 23 von 1925. 1929 entstand die viermotorige Junkers G 38, die über Passagierkabinen in den Tragflächen verfügte. Die bekanntesten Flugzeuge von Junkers sind die Junkers F 13 und die Junkers Ju 52/3m (auch „Tante Ju“ genannt).

Im April 1928 gelang Hermann Köhl, Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld und James Fitzmaurice in einer Junkers W 33 die erste Nonstop-Atlantiküberquerung von Ost nach West.

Der Junkers Motorenbau entwickelte in den 1920er Jahren die ersten Flugdieselmotoren. Es handelte sich um 6-Zylinder-Zweitakt-Gegenkolbenmotoren.

Anfang der 1930er Jahre gerieten die Junkers-Werke in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die 1932 in der Insolvenz mündeten. Nach der n. M. war 1933 Hugo Junkers gezwungen worden, die privat gehaltenen Patente auf seine Unternehmen zu überschreiben und 51 % seiner Firmenanteile an das Reichsluftfahrtministerium (RLM) entschädigungslos abzugeben. Die Verwaltung der Beteiligung erfolgte durch die vom RLM als Tarngesellschaft extra gegründete Luftfahrtkontor GmbH. Gleichzeitig bekam Hugo Junkers Hausverbot in seinen Werken und wurde in seinem Sommersitz in Bayrischzell unter Hausarrest gestellt. Nach Junkers' Tod 1935 überließ seine Witwe und Erbin Therese Junkers die restlichen Anteile gegen eine Zahlung von etwa 30 Millionen RM ebenfalls der Luftfahrtkontor GmbH. Unter der Führung des neuen Junkers-Generaldirektors Heinrich Koppenberg wurden Junkers Motorenbau GmbH und Junkers Flugzeugwerk AG am 5. Juli 1936 zur Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG fusioniert und im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht zu einem der größten Rüstungskonzerne des Deutschen Reiches ausgebaut.

(Aus wikipedia).

 

Die Junkers Ju 87 war ein einmotoriges Kampfflugzeug der Zeit des Z. W. aus deutscher Produktion. Der von der Junkers Flugzeugwerk AG entwickelte Tiefdecker mit Knickflügeln, starrem Fahrgestell und zwei Mann Besatzung wurde von der deutschen Luftwaffe und den Luftstreitkräften verbündeter Länder eingesetzt. Seine Hauptaufgabe bestand in präzisen Bombenangriffen bei Tage im Rahmen taktischer Einsätze als Sturzkampfflugzeug (Stuka). Spätere Varianten der D-Serie wurden vorwiegend als Schlachtflugzeuge eingesetzt.

Geschichte

Entwicklung

Im April 1934 gab die Abteilung Flugtechnik im Heereswaffenamt (ab 1935: Technisches Amt im Reichsluftfahrtministerium) eine Ausschreibung an die Luftfahrtindustrie heraus. Wegen der für den Horizontalflug unzureichenden Bombenzielgeräte sollte die neue Maschine Punktziele im Sturzflug angreifen können, eine Konstruktionsidee, die damals in Deutschland wie in den USA verfolgt wurde. Neben der von Dipl.-Ing. Pohlmann bei Junkers entwickelten Ju 87 entstanden auf die Ausschreibung hin noch die Heinkel He 118 sowie die Arado Ar 81. Das Vergleichsfliegen im Jahr 1936 gewann die Ju 87. Die nahezu gleichzeitig, aber völlig unabhängig davon laufende Ausschreibung für ein leichtes Sturzkampfflugzeug, für welche die Blohm & Voss Ha 137, Fieseler Fi 98 und die Henschel Hs 123 entwickelt wurden, hat hiermit nichts zu tun. Beide Vorgänge werden aber in der Literatur häufig durcheinandergeworfen.

Typisch für diese Maschine, die vor allem durch ihren Einsatz als Sturzkampfflugzeug (Stuka) bekannt wurde, waren die ausgeprägten Knickflügel und der demoralisierende Heulton ihrer Sirene („Jericho-Trompete“) beim Sturzangriff.

Das erste Versuchsmuster hatte ein Doppelleitwerk, als Triebwerk kam ein britischer Zwölfzylinder-V-Motor vom Typ Rolls-Royce Kestrel zum Einsatz. Der Erstflug der Ju 87 V1 erfolgte am 17. September 1935. Am 24. Januar 1936 führte ein Abriss des Doppelleitwerks bei Sturzflugversuchen zum Absturz der V1 bei Kleutsch. Der Pilot Willy Neuenhofen und sein Versuchsingenieur Heinrich Kreft kamen ums Leben.

Beim zweiten Prototyp Ju 87 V2, der Vorserie A-0 und den Baureihen A-1 und A-2 wurden Vergaser-Flugmotoren des Typs Junkers Jumo 210 mit Leistungen von 600 bis 700 PS verwendet. Ein Teil der Baureihe A-2 und alle restlichen Ausführungen wurden von leistungsstärkeren Junkers Jumo 211 mit Benzindirekteinspritzung und Leistungen von 1000 bis 1500 PS angetrieben.

Einsatz

Ein Dutzend der zu diesem Zeitpunkt hochgeheimen Ju 87 A und B wurden ab 1938 im Spanischen Bürgerkrieg bei der 5. Staffel der Jagdgruppe 88 (5. J/88) der L. Condor unter anderem von Calamocha und La Sénia aus eingesetzt.

Bei Beginn des Zweiten Weltkrieges waren die etwa 200 gebauten Ju 87A bereits an Schuleinheiten abgegeben und von den stark modifizierten und leistungsstärkeren Ju 87 B-1 abgelöst worden. Die 366 bei Kriegsausbruch einsatzbereiten Flugzeuge verfügten über ein größeres Seitenleitwerk, eine neue Fahrwerksverkleidung und eine verbesserte Kabine. Daneben stand eine kleine Anzahl von Ju 87 C-0 zur Verfügung, die mit Fanghaken, Klappflügeln und Seezusatzausrüstungen als Trägerflugzeuge für den geplanten Flugzeugträger Graf Zeppelin ausgerüstet, an landgestützte Einheiten abgegeben wurden. Außerdem war bereits eine Langstreckenversion Ju 87R in Planung.

Am 15. August 1939 ereignete sich das Neuhammer Stuka-Unglück, die schwerste Katastrophe der deutschen Luftwaffe vor dem Z. W. Auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer (Schlesien) stürzten 13 Ju 87 des Sturzkampfgeschwaders 76 bei einer Sturzflugvorführung aus zu geringer Höhe in den Boden, wobei alle 26 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.

Die Ju 87 wurde dank der deutschen Luftüberlegenheit zunächst erfolgreich als Luftnahunterstützungsflugzeug für die vorrückenden Heerestruppen 1939 beim Polenf. und dann 1940 beim Frankreichfeldzug eingesetzt. Aus dieser Zeit rührt die Ju 87 als Symbol der B.krieg-Taktik.

Bei der L. um England wurden im August 1940 mit ihr Angriffe gegen Ziele in Südengland geflogen. Hier führte der Einsatz der Ju 87 als Bomber zu hohen Verlusten. Die Ursachen hierfür waren die niedrige Geschwindigkeit und die zu schwache Abwehrbewaffnung. Das Flugzeug konnte außerhalb der unmittelbaren Kampfunterstützung von Bodentruppen nur effektiv eingesetzt werden, wenn der Geleitschutz durch Jagdflugzeuge gewährleistet war, was der Luftwaffe gegen die Royal Air Force jedoch nicht gelang.

Danach blieb der Ju 87 vor allem der Versionen D und G der Einsatz als Sturzkampfflugzeug und Schlachtflugzeug zur Luftnahunterstützung und Panzerbekämpfung über dem Mittelmeer, in Afrika und an der Ostfront vorbehalten. Eine besondere Panzerjäger-Version war anstatt der Bomben mit zwei 37-mm-Kanonen bewaffnet. Dieser Panzerjäger, die Ju 87G, wurde zuerst von der von Hans-Ulrich R. geführten Einheit eingesetzt. Rudel war nach Hermann G. der höchstdekorierte Soldat der W. und zerstörte unter anderem 519 alliierte Panzer. Von den sowjetischen Soldaten wurde die Ju 87 wegen des starren Fahrwerks als Lapotnik (Bastschuhbauer) bezeichnet.

Die letzten schlachtentscheidenden Einsätze im Mittelmeerraum hatten die Ju 87 beim Kampf gegen die italienischen Truppen auf Kefalonia und Korfu im September 1943 und beim Einsatz gegen britische Land- und Seestreitkräfte im Oktober und November 1943 in der Ägäis, insbesondere bei der Schlacht um Leros vom 12. bis zum 16. November 1943.

Auch die italienische, bulgarische und rumänische Luftwaffe setzten Ju 87 ein. Die Ju 87 wurde in den Versionen D-3 und D-5 von Rumänien ab 1943 sowohl gegen die Sowjetunion als auch - nach dem Ende des Bündnisses mit Deutschland - gegen Truppen der Wehrmacht eingesetzt.

Trotz aller Schwächen war die Ju 87 das erfolgreichste Sturzkampfflugzeug des Zweiten Weltkriegs. Besonders 1939 und 1940 war sie eine äußerst wirksame Waffe, die ihren Ruf nicht zuletzt der n. Propaganda zu verdanken hatte. Ein bezeichnendes Beispiel hierfür war – abseits der Wochenschauen – der 1941 von der UFA produzierte P.film Stukas (Regie: Karl Ritter).

Produktion

Die Ju 87 wurde von den Junkers-Flugzeugwerken in Dessau und der Weserflug in Bremen und Berlin-Tempelhof hergestellt. Ab 1941 wurden in Zweigwerken in Bunzlau, Kalisch, Rabstein und Königswald und Biskupice zahlreiche Teile gefertigt. Bei Weserflug erfolgte ein Umbau von 40 Ju 87 D-3 zur G-2. 100 Flugzeuge wurden im Jahre 1944 bei Blohm & Voss zum Nachtschlachtflugzeug umgebaut.

Für den Export war die Ju 87 vor dem Krieg nicht freigegeben. Lediglich ein Flugzeug wurde 1937 nach Japan exportiert. Nach dem Kriegseintritt Italiens erhielt dieses Land 1940/41 insgesamt 97 Ju 87. An Ungarn wurden 1940 vier Flugzeuge zur Erprobung geliefert.

Bauzahlen der Ju 87 bis 30. November 1944

Version Junkers WFG SUMME BAUZEIT

A 192 70 262 Juli 1937 – September 1938

B-1 311 386 697 September 1938 – Mai 1940

B-2 56 169 225 Februar 1940 – Oktober 1940

R-1   105 105 Januar 1940 – Mai 1940

R-2   472 472 Juni 1940 – Juli 1941

R-4   144 144 Mai 1941 – Oktober 1941

D-1   592 592 August 1941 – Juli 1942

D-3   1.559 1.559 Mai 1942 – November 1943

D-5   1.488 1.488 Mai 1943 – September 1944

G-2   208 208 Dezember 1943 – Juli 1944

SUMME 559 5.193 5.752

Versionen

erste Serienversion, Junkers-Jumo-210-Motoren mit 640 und 680 PS

Bewaffnung: ein MG 17 in der rechten Tragfläche, ein bewegliches MG 15 im Heckstand, Bombenlast maximal 500 kg

erste Großserienversion, Junkers-Jumo-211-Motoren mit 1100, später 1200 PS

Bewaffnung: zwei MG 17 in den Tragflächen, ein bewegliches MG 15 im Heckstand, Bombenlast maximal 500 kg

Ju 87 B mit Ausrüstung für den Einsatz auf dem Flugzeugträger „Graf Zeppelin“. Zwischen April und Oktober 1941 wurden die bestellten fünf Flugzeuge von Junkers abgeliefert.

nach dem Scheitern des Trägerprojekts wieder auf Stand Ju 87 B zurückgebaut

Ju 87 R

„R“ wie Reichweite, eine Ju 87 B mit einer 250-kg-Bombe, größerer interner Treibstoffkapazität, Zusatztank unter jeder Tragfläche für doppelte Reichweite

oft eingesetzt gegen Schiffsverkehr im Ärmelkanal oder im Mittelmeer

Ju 87 D

meistgebaute Modellreihe

aerodynamische Überarbeitung, ab D-5 mit größerer Spannweite (15 m statt 13,80 m)

die Panzerung wurde verbessert und das Maximalgewicht auf ≈6500 kg erhöht

Motoren von 1300 bis 1500 PS und mehr Treibstoffkapazität für ≈1400 km Reichweite

Erhöhung der Bombenlast auf bis zu 1800 kg, Ersatz des beweglichen MG 15 im Heckstand durch ein bewegliches Zwillings-MG MG 81 Z

Schlachtfliegerversionen ab D-5 mit zwei 20-mm-Kanonen MG 151/20 statt der MG 17 in den Tragflächenknicken, Wegfall der Sturzflugbremsen

Schlachtflieger und Panzerjäger, auch bekannt als „Kanonenvogel“ und „Panzerknacker“

G-1 Umbau aus älteren Ju 87 D, G-2 Umbau und Neubau mit vergrößerten Tragflächen der D-5.

Bewaffnung: zwei 37-mm-Kanonen FlaK 18 unter den Tragflächen und das bewegliche MG 81Z im Heckstand, keine Bombenmitnahme

Reichweite mit ~1200 km leicht unterhalb der Ju 87 D

Ju 87 H

Schulungsflugzeug mit Doppelsteuerung, aus der Ju 87 D hervorgegangen

Ju 87 T

Trägerversion für die Graf Zeppelin auf Basis Ju 87 D, nur Planungsstadium

Erhaltene Maschinen

Heute existieren insgesamt nur noch zwei vollständige Ju 87.

Ein Exemplar befindet sich im Museum of Science and Industry in Chicago[3]. Die letzte vollständig erhaltene Ju 87 in Europa befindet sich im Royal Air Force Museum Hendon, Großbritannien.[4]

In Deutschland ist eine beschädigte Ju 87 im Auto- und Technikmuseum in Sinsheim zu sehen, die bei St. Tropez aus 90 Metern Wassertiefe geborgen wurde.[5] Außerdem besaß das Deutsche Technikmuseum Berlin zwei Ju-87-Wracks, die in der russischen Tundra gefunden wurden. Eines wurde an einen Privatmann verkauft, das andere ist weiterhin öffentlich ausgestellt.

Das Deutsche Reich unterstützte Finnland in der Schlacht von Tali-Ihantala (25. Juni bis zum 9. Juli 1944; sie endete mit einem finnischen Sieg): es entsandte

den Gefechtsverband Kuhlmey (Oberstleutnant Kurt Kuhlmey), kam am 16. Juni mit 23-43 Focke-Wulf Fw 190, 24-30 Ju 87 und 1-8 Messerschmitt Bf 109 G-6 nach Finnland.

die Sturmgeschütz-Brigade 303 (Hauptmann Hans-Wilhelm Cardeneo), traf am 22. Juni mit 22 StuG III Ausf. G und 9 Sturmhaubitzen 42 in Finnland ein.

Technische Besonderheiten

Sturzflugautomatik

Damit ein sicheres Abfangen auch bei durch die hohen G-Kräfte verursachter kurzzeitiger Bewusstlosigkeit des Piloten gewährleistet werden konnte, war in allen Ju 87 eine Sturzflug- und Abfangautomatik eingebaut, die dem Flugzeugführer das Anvisieren, das Anfliegen des Zieles und das anschließende Abfangen enorm erleichterte. Durch Betätigen der Automatik wurden die Sturzflugbremsen ausgefahren, worauf eine Trimmklappe am Höhenruder die Maschine in einen kopflastigen Flugzustand brachte. Außerdem wurde der Steuerknüppel auf einen Ausschlag von 5 ° begrenzt. Beim Erreichen einer vorberechneten Abwurfhöhe löste der Pilot die Bombe(n) aus, wodurch die Automatik die Trimmklappe wieder zurückfuhr, das Flugzeug schwanzlastig wurde und der Abfangvorgang eingeleitet wurde. Damit die Bombe unter dem Rumpf nach dem Auslösen nicht in die Luftschraube geraten konnte, führte sie eine Abweisergabel aus dem Propellerbereich. In der Regel wurde der Sturz in einem Winkel von 70–90 ° geflogen.

Sirene

An beiden Fahrgestellverkleidungen waren bei den frühen Versionen der Ju 87 Lärmgeräte eingebaut, deren Luftschrauben durch den Fahrtwind angetrieben wurden. Diese sogenannten Jericho-Trompeten dienten zur Verstärkung des Heultons beim Sturzangriff. Als Teil der psychologischen Kriegsführung sollten sie den Gegner demoralisieren. Ferner gab es Bomben mit Geräuscherzeugern an den Leitwerksflossen.

Technische Daten (Ju 87 B und D)

Länge: 11,00 m

Höhe: 3,77 m (Mastspitze bis Boden)

Flügelspannweite: 13,80 m (B-1), 15,00 m (ab D-5, G-2)

Tragflügelfläche: 31,9 m², 33,60 m² (ab D-5, G-2)

Gewicht: leer: ca. 2.750 kg (B-1, D-1), mit Zuladung 4.250 kg (B-1), 5.720 kg (D-1), 6.585 kg (D-5).

Triebwerk: ein flüssigkeitsgekühlter Junkers-Jumo-211-V12-Motor mit hängenden Zylindern

Ju 87 B-1: Jumo 211A mit 1.000 PS (736 kW) Startleistung

Ju 87 B-2: Jumo 211D mit 1.200 PS (883 kW) Startleistung

Ju 87 D-/G-Serie: Jumo 211J mit 1.420 PS (1.044 kW) Startleistung

Höchstgeschwindigkeit: 390 km/h (B-1), 408 km/h (D-1), 402 km/h (D-5)

Dienstgipfelhöhe: 8.000 m (B-1), 7.320 m (D-1, D-5)

Reichweite: mit typischer Bombenzuladung 550 km (B-1), 820 km (D-1,D-5)

Bewaffnung Ju 87B:

zwei 7,92-mm-MG 17 starr in den Tragflächenknicken

ein 7,92-mm-MG 15 beweglich im Heckstand

Bombenlast:

eine einzelne Bombe von bis zu 500 kg unter dem Rumpf (Überlast: bis 1.000 kg)

typisch eine 250-kg-Bombe unter dem Rumpf und vier 50-kg-Bomben unter den Tragflächen

Bewaffnung Ju 87D:

zwei 7,92-mm-MG 17 (D-5: zwei 20-mm-Kanonen MG 151/20) starr in den Tragflächenknicken

ein 7,92-mm-Zwillings-MG MG 81 Z beweglich im Heckstand

Bombenlast:

eine einzelne Bombe von bis zu 1.400 kg unter dem Rumpf (D-5 Überlast: bis 1.800 kg)

typisch eine 500- oder 1.000-kg-Bombe unter dem Rumpf, vier 50- oder 70-kg-Bomben unter den Tragflügeln

diverse Sonderbewaffnungen wie 2-kg-Splitterbomben oder Behälter mit mehreren Maschinengewehren möglich

(Aus wikipedia).

 

Ernst Udet (* 26. April 1896 in Frankfurt am Main; † 17. November 1941 in Berlin) war während des Ersten Weltkriegs Jagdflieger in der Fliegertruppe des Deutschen Heeres. Nach Manfred von Richthofen erzielte er die zweithöchste Zahl von Abschüssen unter den deutschen Jagdpiloten. Während der N. Diktatur war Udet im Reichsluftfahrtministerium verantwortlich für die technische Ausrüstung der Luftwaffe und bekleidete ab 1939, zuletzt im Rang eines Generalobersten, das Amt des Generalluftzeugmeisters der W.

Leben

Ernst Udets Eltern waren der Ingenieur Adolf Udet und dessen Ehefrau Paula, geborene Krüger. Er wuchs in München auf und besuchte dort die Volksschule Stielerstraße und ab 1906 das Theresien-Gymnasium München.

Udet begeisterte sich schon früh für das noch junge Flugwesen. 1909 wurde er Mitglied eines Modellflugzeugclubs, 1910 unternahm er Gleitflugversuche. Daneben arbeitete er in der väterlichen Heizkessel-Werkstatt und erwarb 1913 das Einjährigen-Zeugnis.

Erster Weltkrieg

Nach seinem eher durchschnittlichen Abschneiden in der Schule trat er zu Beginn des Ersten Weltkrieges freiwillig dem Militär bei. Nach einer kurzen Phase als Motorradmelder in der 26. Württembergischen Reservedivision an der Westfront finanzierte er sich eine Pilotenausbildung an der Flugschule der Gustav Otto Flugmaschinenwerke in München. Im April 1915 erwarb er den Zivilflugschein, was dazu führte, dass er zur Fliegertruppe des Heeres versetzt wurde. Ab Juni 1915 diente er in der Bodenkompanie der Fliegerersatzabteilung Darmstadt-Griesheim. In einem Zweisitzer flog er nach der Feldpilotenprüfung bis 1916 Beobachtungsflüge über der Westfront.

Nach mehreren riskanten Flugmanövern und einem Absturz erlitt er einen Nervenzusammenbruch. Im März 1916 versetzte man ihn in die bei Colmar stationierte Artilleriefliegerabteilung 206, die mit den berühmten Fokker-E.III-Jagdflugzeugen ausgerüstet war. Udet schien zu Beginn ein eher ungeeigneter Kampfpilot zu sein, da er sich nicht überwinden konnte, feindliche Maschinen abzuschießen. Nachdem er sich jedoch der Tatsache bewusst wurde, dass seine Zurückhaltung die eigenen Kameraden gefährdete, entschloss er sich, aktiv an Luftkämpfen teilzunehmen. Am 18. März 1916 schoss er den ersten Bomber ab.

Nach seinem dritten Luftsieg am 24. Dezember 1916 wurde er mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. 1917 erhielt er das Kommando über die Jagdstaffel 37 (Jasta 37), die er bis zum März 1918 führte. Im März wurde er von Manfred von Richthofen zur Führung der Jagdstaffel 11 angefordert. Im April 1918 wurde ihm der Pour le Mérite verliehen.

Nachdem Richthofen gefallen war, übernahm Udet die Führung von Jasta 4. Im August 1918 gelang ihm der Abschuss von 20 feindlichen Flugzeugen. Seine letzten beiden Luftsiege erzielte er einen Monat später. Ernst Udet überlebte den Krieg als Oberleutnant und zweiterfolgreichster deutscher Jagdpilot; er konnte insgesamt 62 Abschüsse für sich verbuchen.

Weimarer Republik

Nach dem Ersten Weltkrieg verdiente Udet seinen Lebensunterhalt mit Schauflügen. Im Sommer 1921 gründete er, trotz der Einschränkungen des Versailler Vertrags, mit Mitteln des amerikanischen Geldgebers William Pohl die Udet Flugzeugbau GmbH, die er jedoch schon 1925 verließ. Danach widmete er sich vermehrt Kunst- und Schauflügen, in denen er oftmals spektakuläre Flugmanöver vollbrachte. 1925 gründete er die Udet-Werbeflug GmbH, 1927 die Udet Schleppschrift-GmbH. Im Jahre 1929 wirkte Udet in den Stummfilmen des Bergfilm-Regisseurs Arnold Fanck Die weiße Hölle vom Piz Palü und 1930 in Stürme über dem Mont Blanc als Bergpilot mit. Weitere Spielfilmeinsätze bekam er 1930-32 in Fliehende Schatten, 1932/33 in SOS Eisberg und 1935 in Wunder des Fliegens. Stets spielte er den Retter in der Not, der andere Menschen durch seine Flugkünste aus dramatischen Situationen befreit.

Udet konnte in den frühen 1930er Jahren in den Vereinigten Staaten der Vorführung der sturzflugfähigen Curtiss Hawk beiwohnen und erreichte, dass die Luftwaffe ihm den Erwerb zweier Exemplare für den privaten Gebrauch unter der Bedingung finanzierte, dass diese nach der Lieferung eingehend studiert werden durften. Er war von der Effektivität des Konzeptes des Sturzkampfbombers derart beeindruckt, dass er später alle Bomberprojekte zurückstellen ließ, die nicht sturzkampftauglich waren.

Im April 1933 erhielt er die Ernennung zum Fliegervizekommodore des Deutschen Luftsportverbandes und am 1. Mai 1933 trat Udet, von H. G. überredet, der N. bei. Auf Betreiben G.s trat Udet am 1. Juni 1935 im Rang eines Oberst in die neu gegründete Luftwaffe ein. Am 1. September 1935 wurde er Inspekteur der Jagd- und Sturzkampfflieger. Als Nachfolger von General Wimmer wurde er Chef des Technischen Amtes des Reichsluftfahrtministeriums. Weiterhin veranstaltete er Schauflüge, unter anderem im Rahmen der Olympischen Spiele 1936. Am 20. April 1937 wurde Ernst Udet zum Generalmajor ernannt und am 1. November 1938 zum Generalleutnant befördert.

ZW

Udet gilt als mitverantwortlich für die fehlgesteuerte deutsche Luftrüstung während der ersten Kriegsjahre, die vor allem an ihrer gewaltigen Ineffizienz und der Tatsache litt, dass die politischen Zielvorgaben und der tatsächliche Kriegsverlauf völlig konträr waren. G. übertrug ihm am 1. Februar 1939 das neue Amt eines Generalluftzeugmeisters. Udet war in dieser Funktion dem Staatssekretär des Reichsluftfahrtministeriums und Generalinspekteur der Luftwaffe Erhard Milch unterstellt. Die damit einhergehende Kompetenzerweiterung des nun von Udet geleiteten Technischen Amtes, das nun neben der gesamten Flugzeugentwicklung und -produktion auch für Beschaffung, Nachschub und Versorgung zuständig wurde, potenzierte die Fehlentscheidung, Udet dieses Amt leiten zu lassen, da er ja schon vorher Probleme hatte, den Posten adäquat auszufüllen. Nun unterstanden ihm 26 Abteilungen mit 4000 Offizieren, Beamten und Ingenieuren, die zwar für alles zuständig, jedoch für nichts selbst verantwortlich waren. Das Amt des Generalluftzeugmeisters bedeutete eine weitere Kompetenzbeschneidung für Erhard Milch, der resigniert feststellte: „In Udets Händen wird alles zu Staub." Udet, Kunst- und Flugschauflieger, Filmemacher und Propagandafigur des Staates, besaß zwar hervorragende Flugerfahrung, aber keinerlei technische oder organisatorische Fähigkeiten. Obwohl er diese Schwächen selbst eingestand, setzte G. sich durch und sagte ihm alle erforderliche personelle Hilfe für die Amtsführung zu. Udets eigentlicher Auftrag war, die Flugzeughersteller auf eine gemeinsame Linie einzuschwören, Synergien herzustellen und Redundanzen in Entwicklung zu vermeiden, um so die Luftrüstung zu optimieren. Stattdessen wurde er zum Spielball der Partikularinteressen von Messerschmitt, Heinkel und Junkers, denen es immer wieder gelang, ihn unabhängig vom eigentlichen Nutzen und den Kosten für ihre Projekte zu begeistern, so dass dieser seiner eigentlichen Aufgabe nur unzureichend nachkam.

In seiner Funktion als Generalluftzeugmeister gab Udet am 4. April 1940 den schriftlichen Befehl zur Verschrottung der letzten beiden Starrluftschiffe LZ 127 Graf Zeppelin und LZ 130 Graf Zeppelin II sowie zur Sprengung der Luftschiffhallen auf dem Flugplatz Rhein-Main. Am 19. Juli 1940, nach der Auszeichnung mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, wurde er zum Generaloberst befördert.

Udet konsumierte in seinen letzten Lebensjahren immer exzessiver zahlreiche Genuss- und Rauschmittel wie Tabak, Alkohol und Pervitin. Er zeichnete mit ätzendem Spott zahlreiche Karikaturen seiner Dienstherren und seiner selbst. Unter anderem karikierte er sich als einen an seinen Schreibtisch im Reichsluftfahrtministerium geketteten Flieger.

Nach den Misserfolgen in der Luftschlacht um England und den damit verbundenen Anfeindungen durch G. und einige andere Größen erschoss sich Udet am 17. November 1941. An die Stirnwand seines Bettes schrieb er zuvor den an G. gerichteten Vorwurf „Eiserner, Du hast mich verlassen!“.

H. veranlasste ein Staatsbegräbnis. Der Suizid wurde geheim gehalten. Für die Öffentlichkeit starb Udet an den Folgen einer bei der Erprobung einer neuen Waffe erlittenen schweren Verletzung. Er wurde auf dem Berliner Invalidenfriedhof beigesetzt. Auf der Reise zur Bestattung Udets kam Werner Mölders in Breslau bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er fand daraufhin ebenfalls auf dem Invalidenfriedhof, gegenüber Udets Grab, seine letzte Ruhestätte. Kurz darauf wurde dem Jagdgeschwader 3 der Traditionsname „Udet“ verliehen.

Sonstiges

Vorbild für Film, Belletristik und Theater

Der Titelheld General Harras des Theaterstücks Des Teufels General ist Ernst Udet nachempfunden, mit dem der Autor Carl Zuckmayer befreundet war (sie hatten sich während des ersten Weltkriegs kennengelernt). Das Stück wurde 1955 mit Curd Jürgens in der Hauptrolle verfilmt.

In dem amerikanischen Spielfilm The Great Waldo Pepper (Tollkühne Flieger) mit Robert Redford basiert die Rolle des deutschen Fliegerasses „Ernst Kessler“ auf Udet.

Ernst Udet diente auch als Vorbild des Titelhelden „Erich Landt“ im 1945 erschienenen Roman Die den Wind säen der Amerikanerin Martha Dodd (Originaltitel „Sowing the wind“).

Udets Kampf gegen Georges Guynemer

Udet schilderte als Beispiel für die im Ersten Weltkrieg manchmal ausgeübte Ritterlichkeit seinen Kampf gegen das französische Fliegerass Georges Guynemer. Nach Udets Bericht kämpfte Guynemer im Juni des Jahres 1917 verbissen mit dem Deutschen, schoss ihn jedoch trotz seiner Überlegenheit nicht ab, als er bemerkte, dass Udet eine Ladehemmung hatte. Also flog Guynemer auf Udets Maschine zu, warf ihm einen ritterlichen Gruß zu und verschwand dann wieder über alliiertes Gebiet.

Die wohl auch von Udet bevorzugte Interpretation war, dass die Jagdflieger sich als moderne Ritter der Lüfte sahen. Diese wollten es auch im Kampf mit dem Feind an Fairness und Ritterlichkeit nicht fehlen lassen. Nach dem ungeschriebenen Ehrenkodex der Piloten galt auch das Bekämpfen eines wehrlos gewordenen Feindes als unehrenhaft. Es gibt jedoch keine Schilderung dieses Vorfalls durch Udets Gegner Georges Guynemer. Dieser angebliche Vorfall hat durch spätere Filme das Klischee der Ritterlichkeit der Flieger des Ersten Weltkriegs populär gemacht.

Privates

Udet war mit dem Schauspieler Heinz Rühmann eng befreundet. Er teilte mit Rühmann seine Liebe zur Fliegerei. Von 1919 bis zur Scheidung 1923 war er mit Lo Zink verheiratet. Aus einer Liaison mit der Schauspielerin Ehmi Bessel stammt eine Tochter, die Schauspielerin Dinah Hinz (*1934).

Auszeichnungen

Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse

Preußisches Militär-Flugzeugführer-Abzeichen

Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf

Württembergisches Wilhelmskreuz mit Schwertern

Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern

Hanseatenkreuz der Hansestädte Lübeck und Hamburg

Verwundetenabzeichen (1918) in Silber

Pour le Mérite am 9. April 1918

W.t-Dienstauszeichnung IV. Klasse

Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 4. Juli 1940

Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten

Bulgarischer Militär-Verdienstorden, Großoffizierskreuz mit Schwertern

(Aus wikipedia).

 

Erhard Milch (* 30. März 1892 in Wilhelmshaven; † 25. Januar 1972 in Wuppertal) war deutscher Heeres- und Luftwaffenoffizier (ab 1940 Generalfeldmarschall) und in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 Staatssekretär des Reichsluftfahrtministeriums (RLM), zugleich Generalinspekteur der Luftwaffe und nach Ernst Udets Suizid im November 1941 bis Juli 1944 Generalluftzeugmeister. Im Nürnberger Milch-Prozess vom 2. Januar bis 17. April 1947 vor dem amerikanischen Militärgerichtshof wurde Milch als Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt.

Leben

Kaiserreich und Erster Weltkrieg

Milch war Sohn eines Marinebeamten und trat im Februar 1910 nach bestandenem Abitur als Fahnenjunker in das „Fußartillerieregiment von Linger (Ostpreußisches) Nr. 1“ ein und wurde 1911 Leutnant. Er entwickelte schon früh ein Interesse für die Fliegerei, jedoch blieb ihm eine Versetzung zunächst verwehrt, und so zog er im September 1914 als Adjutant im II. Reserve-Bataillon des Fußartillerie-Regiments „von Dieskau“ (Schlesisches) Nr. 6 in den Ersten Weltkrieg.

Ab 1. Juli 1915 wurde er als Flugzeugbeobachter ausgebildet und eingesetzt. Hierbei wurde ihm auch das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. Im Spätherbst 1916 war Milch Oberleutnant und Adjutant des Schulkommandeurs der Fliegerschule Alt-Autz in Kurland (und direkter Vorgesetzter Kurt Tucholskys). Kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs erhielt der inzwischen zum Hauptmann beförderte Milch noch das Kommando über die „Jagdgruppe 6“.

Weimarer Republik

Nach Kriegsende war Milch Führer der „Freiwilligen Fliegerabteilung 412“ beim Grenzschutz Ost, bis er am 31. Januar 1920 Führer der „Polizeifliegerstaffel Königsberg“ wurde. Nachdem auch die Polizeifliegerei durch den Versailler Vertrag untersagt wurde, quittierte Milch den Polizeidienst und wurde Geschäftsführer der u.a. von Hugo Junkers gegründeten Danziger Luftpost GmbH.

Erhard Milch (links) mit Theodor Osterkamp im Jahre 1934

Milch war anschließend Technischer Direktor und Vorstandsmitglied der 1926 gegründeten Deutschen Luft Hansa, ab 1942 deren Aufsichtsratsvorsitzender und Präsident.

Zeit des Nationalsozialismus

Vorkriegszeit

Er wurde umgehend nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten von Hermann Göring angeworben und trat der NSDAP bei. Er war als Görings Staatssekretär in den 1930er Jahren für den Aufbau der Luftwaffe zuständig, gleichzeitig Reaktivierung als Oberst, dann 1934 Generalmajor, 1935 Generalleutnant, 1937 General der Flieger und Generalinspekteur der Luftwaffe als Vertreter des Oberbefehlshabers (Göring), 1938 Generaloberst.

Zweiter Weltkrieg

Am 19. Juli 1940 wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt und ab 1941 wurde er als Generalluftzeugmeister der eigentliche Leiter der technischen Entwicklung und der Rüstungsproduktion der Luftwaffe. In dieser Funktion war er auch verantwortlich für die Menschenversuche der Luftwaffe im Konzentrationslager Dachau. Nach dem Suizid von Ernst Udet, der das Amt des Generalluftzeugmeister vor Milch innehatte, fiel ihm die Aufgabe zu, die Versäumnisse seines Vorgängers hinsichtlich der Luftrüstung aufzuarbeiten. Udet hatte die technische Entwicklung der Luftwaffe vernachlässigt und die Produktionszyklen neuer Typen verkürzt, indem er sie vor der Serienreife zur Fertigung freigab. Beispiele hierfür sind die Projekte He 177, Me 210 und auch die Ju 188. Neben Albert Speer war Milch der zentrale Akteur der deutschen Rüstungsproduktion, insbesondere der Luftrüstung, die er bis August 1944 als Generalluftzeugmeister leitete. 1942 erhielt er von Adolf Hitler eine Dotation über 250.000 Reichsmark.

Im Januar 1943 wurde Milch von Hitler durch einen Führerbefehl direkt beauftragt, die Versorgung der eingeschlossenen Verbände der 6. Armee in Stalingrad durch die Luft zu gewährleisten. Hierzu reiste Milch mit engen Mitarbeitern aus dem Reichsluftfahrtministerium (RLM) direkt an die Front. Die Aufgabe erwies sich jedoch als unerfüllbar: es gab zu wenig fliegendes Personal, zu wenige Flugzeuge und insbesondere keine geeigneten Flug- und Landeplätze in Reichweite Stalingrads.

Milch hatte zu dieser Zeit den Zenit seiner Karriere überschritten. Die immer stärker werdenden Luftangriffe der Alliierten ab Sommer 1943 auf das Reichsgebiet und der damit einhergehende Verlust der Lufthoheit führten letztendlich zu einem Vertrauensverlust bei Göring und auch Hitler. Dieser Machtverlust verstärkte sich, als Milch die Jägerproduktion, also den Großteil der deutschen Luftrüstung, Anfang 1944 nach verheerenden Angriffen der Alliierten (Big Week) auf deutsche Städte und Rüstungsziele an den so genannten Jägerstab – sprich das Rüstungsministerium – abgeben musste.

Im Juli/August 1944 wurde er schließlich entmachtet, als das Reichsluftfahrtministerium umstrukturiert und die Luftrüstung vom Rüstungsministerium übernommen wurde. Milch selbst wurde zwar noch zu einem Stellvertreter Speers ernannt, trat aber bis Kriegsende nicht mehr in Erscheinung.

Abstammung als Karriere-Kriterium im NS-Staat

Als Milch 1933 von Göring zum Staatssekretär im Luftfahrtministerium ernannt worden war, wurde von Neidern verbreitet, Milchs Mutter sei mit einem konvertierten Juden verheiratet. Milch bestritt offenbar, aus dieser Verbindung zu stammen; Göring übernahm diese Version und ließ möglicherweise sogar Dokumente entsprechend manipulieren. Im Kreuzverhör, dem Milch sich 1946 als Entlastungszeuge im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher stellte, ließ er weiterhin durchblicken, dass er außerehelich gezeugt worden sei.

Ob Erhard Milch wirklich einen jüdischen Vater hatte und damit nach den später erlassenen Nürnberger Gesetzen als „jüdischer Mischling“ zu gelten hatte, war längere Zeit umstritten. Milch hatte 1967 David Irving erzählt, seine Mutter Clara hätte eine intime Beziehung zu ihrem Onkel unterhalten, welcher der tatsächliche Vater ihrer Kinder gewesen sei. Seine Mutter und sein offizieller Vater Anton Milch hätten diesen Sachverhalt 1933 bestätigt. Irving übernahm diese Geschichte in seine 1970 erschienene Biographie Milchs, Die Tragödie der Deutschen Luftwaffe. Der Historiker Horst Boog wiederum folgte dieser Darstellung 1994 in seinem Artikel zu Milch in der Neuen Deutschen Biographie. Angesichts neuerer Forschungsergebnisse rückte Boog allerdings wenig später davon ab: Eine lückenlose väterliche Ahnenreihe ergebe eindeutig Milchs jüdische Herkunft. Erhard Milch „war der leibliche Sohn von Anton Milch und Clara Milch geb. Vetter, die zusammen sechs Kinder, drei Söhne und drei Töchter hatten“. Die von Milch und Irving verbreitete Herkunftsversion sei eine reine Schutzbehauptung gewesen. Der US-amerikanische Historiker Bryan Mark Rigg vertritt die These, dass Erhard Milch neben einer nennenswerten Anzahl weiterer Offiziere und Mannschaften ranghöchster „jüdischer“ (im Sinne der nationalsozialistischen Rassenideologie) Soldat in der Wehrmacht war. Grundlagen seiner Thesen sind unter anderem verschiedene in den 1990er Jahren geführte Interviews und auch Material des Bundesarchivs.

Nachkriegszeit

Verurteilung in den Nürnberger Prozessen

Milch war ein glühender Verfechter des Nationalsozialismus. Die Frage, ob er von Menschenversuchen im Konzentrationslager Dachau gewusst hatte, konnte während der Nürnberger Prozesse im sogenannten Milch-Prozess nicht geklärt werden, so dass er in diesem Punkt freigesprochen wurde. Milch war aber für Einsatz von Zwangs- und Fremdarbeitern in der Rüstungswirtschaft des Dritten Reichs mitverantwortlich. In dem Strafprozess vor einem US-amerikanischen Militärgericht gehörte zu seinen Verteidigern auch sein Bruder, der Jurist und ehemalige Offizier der Wehrmacht Werner Milch. Am 17. April 1947 wurde Erhard Milch von dem Gericht wegen Förderung der Zwangsarbeit und der Ausbeutung von Zwangsarbeitern in den NS-Flugzeugfabriken zu lebenslanger Haft verurteilt.

Begnadigung und Entlassung aus der Haft

Am 31. Januar 1951 gab der amerikanische Hochkommissar John Jay McCloy einem Gnadengesuch nach Absprache mit einem beratenden Ausschuss statt und setzte die Strafe von lebenslänglich auf 15 Jahre Haft herab. Sein Gnadengesuch berief sich auf die Unausgeglichenheit des Temperaments von Erhard Milch, die auf eine verschärfte Überreizung der Nerven durch eine Kopfverletzung zurückzuführen sei.

Am 28. Juni 1954 wurde Milch vorzeitig aus der Haft in Landsberg/Lech entlassen. Er nahm seinen Wohnsitz im rheinisch-westfälischen Industrierevier und fand später Arbeit als Industrieberater.

Er verstarb im Alter von 79 Jahren und wurde auf eigenen Wunsch in aller Stille auf dem Zentralfriedhof Lüneburg beigesetzt.

Auszeichnungen

Hier sind einige wesentliche Auszeichnungen angegeben. Eine umfangreichere Aufstellung ist in der Liste der Auszeichnungen, Ehrungen und Mitgliedschaften von Erhard Milch zu finden.

Öffentliche Belobigung. Nennung des Unterprimaners Erhard Milch im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stralsund für Lebensrettungstat am 10. Dezember 1908 (erste Auszeichnung).

Eisernes Kreuz (1914) II. Klasse am 4. Oktober 1914 und I. Klasse am 19. Oktober 1915

Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP am 30. Januar 1937

Chinesischer Jade-Orden, I. Klasse im Juni 1938

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 4. Mai 1940

Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten

(Aus wikipedia).

 

Erich Gritzbach (* 12. Juli 1896 in Forst (Lausitz); † 29. März 1968 in Erlangen) war ein deutscher Staatsbeamter und SS-Führer. Gritzbach wurde vor allem bekannt als die „rechte Hand“ des NS-Politikers Hermann Göring.

Leben und Wirken

In seiner Jugend besuchte Gritzbach die Realschule in Forst in der Lausitz. Anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs trat Gritzbach am 1. August 1914 in die Preußische Armee ein, mit der er bis 1918 an der Westfront kämpfte. Während des Krieges wurde er zum Leutnant der Reserve befördert und mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen sowie der Österreichischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

Am 19. April 1919 legte Gritzbach die Reifeprüfung am Königstädtischen Oberrealschule in Berlin ab. Anschließend meldete er sich als Freiwilliger zum Grenzschutz Ost, mit dem er bis Mai 1920 als Kompanieführer einer Maschinengewehrkompagnie im Reichswehrschützenregiment 9 und später dem Reichswehrschützenregiment 93 an den Grenzschutzkämpfen in Schlesien teilnahm.

Von 1920 bis 1922 betätigte Gritzbach sich praktisch als Direktionsassistent im Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken. Parallel zu dieser Tätigkeit studierte er an der Universität Berlin bzw. der Universität Tübingen Rechts- und Staatswissenschaften. 1924 legte er seine Dissertation zum Dr sc. pol. an der Universität Tübingen vor (mit Promotionsdatum vom 16. Februar 1924). Politisch betätigte Gritzbach sich in den frühen 1920er Jahren in der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), die er um 1924 wieder verließ.

Am 17. April 1924 trat Gritzbach in die Reichszentrale für Heimatdienst ein. Dort wurde er am 1. Januar 1931 zum Regierungsrat ernannt. Am 20. Juli 1932 wurde er ins Preußische Staatsministerium berufen und dort zum 1. Oktober 1932 zum Ministerialrat befördert.

Zeit des Nationalsozialismus

Im Februar 1933, unmittelbar nach dem Antritt der Regierung Hitler, wurde Gritzbach zum Leiter des persönlichen Büros des neuen Reichskommissars für Preußen (de facto preußischer Ministerpräsident) Franz von Papen ernannt. Diese Stellung behielt er auch bei, als Papen seinen Posten wenige Wochen später – im April 1933 – an Hermann Göring abgeben musste, der fortan als preußischer Ministerpräsident amtierte. Mit offiziellem Ernennungsdatum vom 24. März 1934 wurde Gritzbach zum persönlichen Referenten Görings als Ministerpräsident sowie – als Nachfolger von Martin Sommerfeldt – zum Pressechef des Preußischen Staatsministeriums ernannt.

In den Jahren 1933 bis 1945 fungierte Gritzbach, der zum 1. Mai 1933 in die NSDAP eintrat (Mitgliedsnummer 3.473.289) praktisch als die „rechte Hand“ Görings, dessen besonderes Vertrauen er genoss: Als Chef des Ministerbüros im Preußischen Staatsministerium (1933 bis 1938) und „Chef des Stabsamtes des Preußischen Ministerpräsidenten“ beziehungsweise des „Stabsamtes des Reichsmarschalls des Deutschen Reiches“ (1936 bis 1945), oblag Gritzbach die organisatorische und sekretärische Wahrnehmung der Amtsgeschäfte Görings als preußischer Ministerpräsident. Ergänzend dazu fungierte er in den Jahren 1933 bis 1936 als Hauptkommissar für die Olympischen Spiele: In dieser Eigenschaft war er für die organisatorische Vorbereitung der Olympischen Spiele von 1936 in Berlin verantwortlich.

Auf Veranlassung Görings gehörte Gritzbach, der 1936 zum Ministerialdirigenten befördert wurde, seit 1933 der NSDAP sowie der Schutzstaffel (SS) an, in der 1938 den Rang eines SS-Oberführers erreichte. Ab 1938 war er im Stab des Reichsführers SS Heinrich Himmler und außerdem Mitglied des Preußischen Staatsrates.

Um 1937 verfasste Gritzbach im Auftrag Görings eine Biographie (Hermann Göring. Werk und Mensch) über diesen. Dieses Werk, das 1938 veröffentlicht wurde, ist über weite Strecken hagiographischer Natur. Insgesamt erschien Gritzbachs Buch in mehr als zwanzig Auflagen und setzte mehrere hunderttausend Exemplare ab, wobei Göring den Großteil der Tantieme für sich selbst beanspruchte.

Seit 1939 sind Anzeichen für eine zögerliche innere Distanzierung Gritzbachs vom NS-Staat feststellbar. Diese ging jedoch niemals so weit, dass Gritzbach, der dem Regime letztlich bis zum Ende diente, sich aktiv gegen dieses positioniert hätte: So beließ er es bei einigen laschen Versuchen, Göring dazu zu veranlassen, Hitler dazu zu veranlassen, in der Außenpolitik einen weniger riskanten Kurs zu steuern. Zudem intensivierte er seit 1939 seine Kontakte zu konservativen Regimekritikern wie Erwin Planck. Hintergrund dieses vorsichtigen (aber nicht-opponierenden) Abrückens Gritzbachs vom nationalsozialistischen System war vor allem eine skeptische Einschätzung der Fähigkeit des Deutschen Reiches, einen erneuten Krieg gegen die anderen europäischen Großmächte - der sich zu dieser Zeit abzuzeichnen begann - erfolgreich bestehen zu können und das Bestreben sich für ein konservatives Nach-Hitler-Regime in Position zu bringen bzw. abzusichern. Dementsprechend wurde Gritzbach - den die Planck-Biographin Pufendorf "zu den eher vernünftigen Leuten" in der damaligen Staatsführung rechnet - zu seiner Distanzierung vom NS-System nach Lage der Quellen also keineswegs von moralischen Bedenken gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie und Politik oder aufgrund von grundsätzlicher Ablehnung einer Politik militärischer Aggression motiviert, sondern viel mehr bestimmte eine realistische Einschätzung der Situation und der Möglichkeiten des deutschen Staates ihn hierzu. D.h. Gritzbachs Bedenken gegenüber dem außenpolitischen Kurs der deutschen Staatsführung waren vor allem von der Einsicht bestimmt, dass dieser Kurs langfristig letztendlich in einer vollständigen Katastrophe in Form eines vollständigen staatlichen Zusammenbruches kulminieren müsste, wobei die Befürchtung entscheidend war, dass die große Katastrophe, die wahrscheinlich eintreten würde, wenn es zu keinem Wechsel in der Staatsführung und/oder ihrem Kurs käme, wahrscheinlich auch für sein persönliches Schicksal (als einer hochgestellten Persönlichkeit innerhalb des bestehenden Systems) fatale Folgen haben würde.

Dementsprechend erklärte Gritzbach, laut den Tagebüchern des Diplomaten Ulrich von Hassel, bereits im November 1939 gegenüber dem preußischen Finanzminister Johannes Popitz, dass er Hitler für „einfach geisteskrank“ halte und dass dieser „ausgeschaltet“ werden müsse. Laut den Goebbels-Tagebüchern fällte der Diktator selbst seinerseits ebenfalls „schärfste Urteile“ über Gritzbach.

Die Literatur sieht die vor diesem Hintergrund vor allem Opportunismus, konkret den Ehrgeiz eine „große“ persönliche Karriere zu machen, und nicht eine innerer Durchdrungenheit und Identifikation von bzw. mit der NS-Ideologie als das Hauptmotiv aus dem Gritzbach sich den Nationalsozialisten zur Verfügung stellte und im NS-Staat mitarbeitete.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Gritzbach kurzzeitig von den Amerikanern interniert. Um 1947 erhielt er eine Anstellung als Büroleiter in dem von Hugo Scholz geleiteten Pressesekretariat der North German Iron and Steel Control in Düsseldorf. Scholz und Gritzbach kannten sich bereits aus dem Jahr 1932: Damals hatte Scholz als Leiter eines von der Firma Otto Wolff und dem Flick-Konzern gemeinsam geleiteten Pressebüros eng mit dem Reichskommissar im Preußischen Innenministerium Bracht, dem Gritzbach als Referent zugeteilt war, zusammengearbeitet. Eine Zeitungsnotiz aus den 1950er Jahren behauptete außerdem, dass Gritzbach damals bei der Internationalen Montanunion beschäftigt gewesen sei.

Später lebte er Gritzbach, der als ehemaliger leitender Beamter eine Pension von mehr als 1500 DM pro Monat bezog, einige Jahre in Martinsweiler im Schwarzwald.

Beförderung

Beförderungen im Staatsdienst:

1. Januar 1931: Regierungsrat

1. Oktober 1932: Ministerialrat

1936: Ministerialdirigent

Beförderungen in der SS:

25. September 1933: SS-Untersturmführer

4. Juli 1934: SS-Obersturmführer

1. Januar 1935: SS-Hauptsturmführer

20. April 1936: SS-Sturmbannführer

9. November 1936: SS-Obersturmbannführer

9. November 1937: SS-Standartenführer

20. April 1938: SS-Oberführer

(Aus wikipedia).

 

Hugo Sperrle (* 7. Februar 1885 in Ludwigsburg; † 2. April 1953 in München) war ein deutscher Luftwaffenoffizier, zuletzt Generalfeldmarschall, und während des Zweiten Weltkrieges Oberbefehlshaber verschiedener Luftflotten.

Leben

Kaiserreich und Erster Weltkrieg

Sperrles militärische Laufbahn begann 1903 mit dem Eintritt als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment „Großherzog Friedrich von Baden“ (8. Württembergisches) Nr. 126. Nach verschiedenen Verwendungen und Beförderungen meldete sich Sperrle bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges zur Fliegerausbildung.

Gegen Ende 1914 wurde er zum Hauptmann befördert. Ein Jahr später, im Dezember 1915, wurde er Führer der Feldfliegerabteilung 42. Im Februar 1916 stürzte Sperrle mit seinem Flugzeug ab und wurde schwer verletzt. Bereits zwei Monate später meldete er sich wieder zum Dienst, doch erst im Juli bekam Sperrle ein neues Kommando. Im weiteren Verlauf des Ersten Weltkrieges wurde er Kommandeur der Flieger der 7. Armee. Sperrle wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes und mit dem Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern.

Weimarer Republik

Hugo Sperrle (mit Hut) 1936 in Spanien während des Spanischen Bürgerkrieges

Nach dem Krieg wurde Sperrle von der Reichswehr übernommen und ab 1. März 1925 im Reichswehrministerium verwendet, wo er bis zum 15. August 1927 in der Luftschutzgruppe (auch Fliegergruppe genannt) als Leiter des Referats I (als Nachfolger von Helmut Wilberg) und anschließend bis 31. Januar 1929 als Gruppenleiter (wiederum als Nachfolger von Wilberg; als Gruppenleiter folgte ihm Hellmuth Felmy) an der Aufstellungsplanung der noch getarnten Luftwaffe entscheidend mitwirkte. Dabei wurde er am 1. Oktober 1926 zum Major, am 1. Februar 1931 zum Oberstleutnant und schließlich Ende 1933 zum Oberst befördert. Am 28. Februar 1934 schied er aus dem Reichsheer aus und trat in das Reichsluftfahrtministerium über.

Zeit des Nationalsozialismus

Vorkriegszeit

Bereits Anfang 1934 wurde mit dem verdeckten Aufbau einer neuen deutschen Luftwaffe begonnen; Sperrles Fähigkeiten und Kenntnisse auf diesem Gebiet wurden genutzt, indem er zum Kommandeur der 1. Flieger-Division ernannt wurde. Mit dem 1. Oktober 1935 wurde Sperrle zum Generalmajor befördert und als Kommandierender General und Befehlshaber im Luftkreis V nach München versetzt.

Am Spanischen Bürgerkrieg nahm Sperrle als erster Kommandeur der Legion Condor teil. Nach der Rückkehr aus Spanien wurde Sperrle am 1. November 1937 zum General der Flieger befördert. Am 1. April 1938 übernahm er den Befehl über das Luftwaffen-Gruppenkommando III in München, dem erhebliche Kräfte unterstanden.

Zweiter Weltkrieg

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde aus dem Luftwaffen-Gruppenkommando III die Luftflotte 3, die ausschließlich im Westen eingesetzt wurde. Nach dem Sieg über Frankreich gehörte Sperrle zu jenen Offizieren, die am 19. Juli 1940 zu Generalfeldmarschällen befördert wurden. Nach dem Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion verblieben im Westen nur noch relativ schwache Luftstreitkräfte, die Sperrles Luftflotte 3 unterstellt waren.

Am D-Day der alliierten Invasion am 6. Juni 1944 unterstanden Sperrle ca. 400 Flugzeuge, von denen aber weniger als die Hälfte einsatzfähig war. Entsprechend gering waren Sperrles Möglichkeiten, den alliierten Luftstreitkräften etwas entgegenzusetzen. Er fiel deshalb bei Hitler in Ungnade, wurde im August 1944 entlassen und bis Kriegsende nicht wieder verwendet.

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg war Sperrle unter den Angeklagten im Prozess gegen das Oberkommando der Wehrmacht. Als einer von zwei unter den 14 Angeklagten wurde er freigesprochen.

Nach seinem Tod am 2. April 1953 wurde er zunächst in Thaining begraben, auf Intervention der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger dann auf dem Soldatenfriedhof Schwabstadl nahe dem Fliegerhorst Lechfeld umgebettet.

Auszeichnungen

Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse

Ritterkreuz II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen mit Eichenlaub und Schwertern am 18. Mai 1915

Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern am 31. März 1917

Preußisches Militär-Flugzeugführer-Abzeichen

Ritterkreuz des Württembergischen Militärverdienstordens

Ritterkreuz I. Klasse des Friedrichs-Ordens mit Schwertern

Reußisches Ehrenkreuz III. Klasse mit Schwertern

Spanische Medalla de la Campaña Española

Spanisches Cruz de Guerra

Spanisches Flugzeugführerabzeichen

Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten am 19. November 1937

Spanienkreuz in Gold mit Brillanten

Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 17. Mai 1940

(Aus wikipedia).

 

Albert Kesselring (* 30. November 1885 in Marktsteft; † 16. Juli 1960 in Bad Nauheim) war ein deutscher Heeres- und Luftwaffenoffizier (seit 1940 Generalfeldmarschall), der während des Zweiten Weltkrieges verschiedene Führungspositionen innehatte.

Leben

Bayerische Armee

Kesselring wuchs als Sohn eines Lehrers und späteren Stadtschulrates in Bayreuth auf. Nach bestandenem Abitur am Gymnasium Christian-Ernestinum trat er am 20. Juli 1904 in das in Metz stationierte 2. Fußartillerie-Regiment der Bayerischen Armee ein. Am 8. März 1906 erfolgte seine Ernennung zum Leutnant. Nachdem er am 29. März 1910 seine Frau Pauline geheiratet hatte, adoptierte das Paar 1913 einen Jungen (Rainer).

Im Juni 1912 absolvierte er einen Ballonbeobachter-Kurs in einer Luftschiffabteilung (bevor es Aufklärungsflugzeuge gab, verwendete man Fesselballone). Am 25. Oktober wurde er zum Oberleutnant befördert.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges diente Kesselring als Bataillonsadjutant bei der Artillerie. Am 5. Dezember 1914 wurde er zum Hauptquartier der Fußartillerie-Brigade versetzt. 1916 zum Hauptmann befördert, war er dann als Generalstabsoffizier bei Divisions- und Korpsstäben tätig. Seine Leistungen während des Krieges wurden durch die Verleihung beider Klassen des Eisernen Kreuzes, des Militärverdienstordens IV. Klasse mit Schwertern und mit Krone sowie des Ritterkreuzes II. Klasse des Albrechts-Ordens mit Schwertern gewürdigt.

Weimarer Republik

Nach dem Krieg wurde Kesselring 1919 in die Reichswehr übernommen und zunächst als Batteriechef verwendet. 1922 wurde er ins Reichswehrministerium versetzt, wo er unter anderem in der Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) und im Stab des Chefs der Heeresleitung verwendet wurde. Nach Tätigkeiten als Generalstabsoffizier in verschiedenen Divisionsstäben übernahm Kesselring von 1931 bis 1933 als Oberstleutnant die Funktion des Kommandeurs der III. Abteilung im 4. Artillerie-Regiment in Dresden.

Zeit des Nationalsozialismus

Vorkriegszeit

1933 wechselte Kesselring, inzwischen Oberst, in das neugebildete Reichsluftfahrtministerium, wo er die Leitung des Amtes D (später Luftwaffenverwaltungsamt) übernahm. Sein Aufgabengebiet umfasste hierbei den Aufbau der späteren Luftwaffe. Er schied 1934 auch formal aus dem Heer aus und legte die Flugzeugführerprüfung ab. 1936 erfolgte die Beförderung Kesselrings zum Generalleutnant, im Juni dieses Jahres wurde er als Nachfolger des verunglückten Walther Wever zum Chef des Generalstabs der Luftwaffe ernannt. Im Juni 1937 übernahm er unter Beförderung zum General der Flieger den Befehl im Luftkreis III (Dresden). Zu Beginn des folgenden Jahres wurde er Befehlshaber des Luftwaffengruppenkommandos 1 in Berlin, das später in die Luftflotte 1 umgewandelt wurde. Ihm unterstand zu dieser Zeit der deutsche Luftraum von Berlin und Mitteldeutschland nach Osten.

Zweiter Weltkrieg

Erste Feldzüge

Als Hitler am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg begann, kommandierte Kesselring die Luftflotte 1; sie war während des Polenfeldzugs für die Luftunterstützung der Heeresgruppe Nord zuständig. Nach der Kapitulation Warschaus, das zuvor schwer bombardiert worden war, wurde ihm am 30. September 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Januar 1940 übernahm er den Befehl über die Luftflotte 2 im Westen, die während des Westfeldzugs die Heeresgruppe B unterstützte. Verbände unter seinem Befehl führten am 14. Mai einen verheerenden Luftangriff auf Rotterdam aus, um die Kapitulation der Niederlande zu erzwingen. Am 19. Juli 1940, nach Beendigung der Kampfhandlungen in Frankreich, wurde Kesselring unter Überspringen des Ranges Generaloberst zum Generalfeldmarschall befördert (zeitgleich mit elf weiteren Generälen). Während der anschließenden Luftschlacht um England war seine Luftflotte für die Angriffe auf Südostengland und ab September 1940 auch auf London (The Blitz) zuständig.

In Vorbereitung des Angriffs auf die Sowjetunion wurde Kesselrings Luftflotte im Juni 1941 nach Polen verlegt. Ihre Aufgabe war die Unterstützung der Heeresgruppe Mitte bei deren Vormarsch auf Moskau. Sie hatte einen entscheidenden Anteil bei den erfolgreichen Kesselschlachten in den ersten Monaten der Invasion. Im November 1941 erhielten der Stab und mehrere unterstellte Verbände den Befehl zur Verlegung nach Italien.

Mittelmeerraum und Italien

Kesselring bezog sein Hauptquartier in Frascati bei Rom. Er erhielt zusätzlich den Titel „Oberbefehlshaber Süd beim italienischen Oberkommando“. Seine Aufgabe war die Bekämpfung der britischen Truppen auf Malta und die Sicherung des deutschen Nachschubs über See, insbesondere nach Nordafrika. Dort standen bzw. kämpften im Rahmen des Afrikafeldzuges (9. September 1940 bis 13. Mai 1943) deutsche Truppen.

Als Anerkennung für seine Führung und die Leistung der Truppe wurden Kesselring am 25. Februar 1942 das Eichenlaub und am 18. Juli desselben Jahres die Schwerter zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Für seinen 200. Frontflug erhielt er 1942 die goldene Frontflugspange. Im Oktober 1942 wurde seine Befehlsgewalt auf alle nominell unter italienischem Oberbefehl stehenden Wehrmachtverbände im Mittelmeerraum mit Ausnahme von Erwin Rommels Panzerarmee Afrika ausgedehnt, Anfang 1943 erhielt er den Gesamtbefehl über den Brückenkopf Tunesien (Tunesienfeldzug Februar bis Mai 1943). Seine überoptimistischen Lagebeurteilungen trugen zum Untergang der Heeresgruppe Afrika im Tunesienfeldzug bei.

Nach der Landung der Alliierten auf Sizilien (ab 10. Juli 1943) und der Absetzung Mussolinis im Juli 1943 wurde Kesselring mit der Vorbereitung der im süditalienischen Raum einzuleitenden Maßnahmen bei einem Abfall Italiens beauftragt (Fall Achse). Nach der Landung der Alliierten in Italien wurde Kesselring am 21. November zum Oberbefehlshaber Südwest und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe C ernannt. Zudem wurde ihm die Vollziehende Gewalt in den italienischen Operationsgebieten übertragen.

Geiselerschießungen in Italien

Kesselring war Hitler stets loyal ergeben und äußerte sich zum NS-Regime nie konkret. Als Oberbefehlshaber in Italien war er für mehrere sogenannte „Sühnemaßnahmen“ der Wehrmacht gegen die italienische Zivilbevölkerung im Zusammenhang mit Angriffen der italienischen Resistenza gegen Angehörige der Wehrmacht verantwortlich.

So ließ Kesselring nach einem Attentat in der Via Rasella in Rom am 23. März 1944, dem 33 Mitglieder des Polizeiregimentes Bozen zum Opfer fielen, 335 völlig unbeteiligte italienische Zivilisten in den Ardeatinischen Höhlen erschießen.

Ab April 1944 leitete Kesselring auch die gesamte „Bandenbekämpfung“ in den italienischen Operationsgebieten. Der Höchste SS- und Polizeiführer wurde ihm persönlich unterstellt und erhielt von Kesselring die Richtlinien.

Ein logistisches Problem beim deutschen Rückzug war Rom mit seinen unschätzbaren Denkmälern und unersetzlichen Gebäuden. Die Alliierten hatten angefangen, San Lorenzo, einen vorwiegend von Arbeitern bewohnten Stadtteil Roms zu bombardieren, da sich dort angeblich deutsche Truppen und Nachschubzentren befanden. Um ein zweites Monte Cassino oder gar Stalingrad zu verhindern, weigerte sich Papst Pius XII. die Stadt zu verlassen und bemühte sich um eine allseitige Erklärung Rom als offene, militärfreie Stadt. Viele halfen ihm dabei, auf vatikanischer Seite Pankratius Pfeiffer, Domenico Tardini, Otto Faller, auf deutscher Seite Ernst von Weizsäcker und SS-General Karl Wolff.

Anfang Juni 1944 erklärte Kesselring Rom zur „offenen Stadt“ und zog bis auf eine Nachhut alle Truppen ab. Am 4. Juni 1944 marschierten Truppen der 5. US-Armee in Rom ein.

Kesselring bekam am 19. Juli 1944, einen Tag vor seinem vierzigjährigen Dienstjubiläum, die Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. Er war einer von 27 Trägern dieser Auszeichnung.

Gegen Ende einer der schwersten Abwehrschlachten in Italien, am Nordhang des Apennin, wurde Kesselring am 23. Oktober 1944 bei einem seiner täglichen Truppenbesuche schwer verwundet. Stellvertretend für ihn übernahm Generaloberst Heinrich von Vietinghoff bis Mitte Januar den Oberbefehl in Italien. Am 5. Januar 1945 empfing Adolf Hitler Kesselring im Führerhauptquartier Adlerhorst.

Kriegsende

Kesselring wurde am 8. März 1945, einen Tag nach der Einnahme der Ludendorff-Brücke bei Remagen, erneut ins Führerhauptquartier einbestellt und dort zum Nachfolger Gerd von Rundstedts als Oberbefehlshaber West ernannt. Am 11. März übernahm er den Befehl über die Westfront. Einen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Krieges hatte er infolge der nicht mehr zu stoppenden Rheinüberschreitung durch die Alliierten (sie bauten im März einige Pontonbrücken, siehe Abschnitt Pontonbrücken im Zweiten Weltkrieg im Artikel Liste der Rheinbrücken) praktisch nicht mehr. Für den Fall einer Zerschneidung der Heeresfronten und Kesselbildung wurde er von Hitler zum Oberbefehlshaber im Südkessel bestimmt. Ende April 1945 wurden ihm auch die bis dahin unabhängigen Oberbefehlshaber Südwest und Südost unterstellt.

Der Nachfolger Kesselrings als OB Südwest, Heinrich von Vietinghoff-Scheel, und dessen Stabschef Hans Röttiger bahnten Ende April 1945 die Kapitulation in Italien an. Kesselring wollte sie standrechtlich erschießen lassen, konnte aber nicht verhindern, dass am 2. Mai die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Italien unterzeichnet wurde. Die militärische Lage der Wehrmacht war aussichtslos; ihr fehlte es an allem (Waffen, Munition, Treibstoff, Nahrung, Transportkapazitäten / Fahrzeuge). Am 30. April hissten sowjetische Soldaten eine Flagge auf dem Reichstag; die Schlacht um Berlin ging zu Ende (Suizid von Hitler, Goebbels und anderen). Am 15. Mai – eine Woche nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht – geriet Kesselring selbst in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Die Alliierten internierten ihn nebst anderen hohen Offizieren und NSDAP-Funktionären im Camp Ashcan im luxemburgischen Bad Mondorf.

Nachkriegszeit

Am 6. Mai 1947 wurde er von einem britischen Militärgericht in Mestre bei Venedig wegen Kenntnis und Duldung von Geisel-Erschießungen sowie seiner Befehle zur „Bandenbekämpfung“ nach 57 Verhandlungstagen zum Tod durch Erschießen verurteilt, im Juli jedoch zu lebenslanger Haft begnadigt und in Werl ins Militärgefängnis verlegt. Kesselrings Verteidiger war Hans Laternser. 1948 wurde die Haftstrafe auf 21 Jahre verkürzt. 1952 kam es jedoch bereits zu seiner vorzeitigen Entlassung, auch aufgrund seiner durch eine Krebserkrankung schlechten gesundheitlichen Verfassung.

Von 1952 bis 1960 war Kesselring dann Bundesführer des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, eine Neugründung des Stahlhelm der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs. 1953 und 1955 veröffentlichte Kesselring seine Memoiren Soldat bis zum letzten Tag und Gedanken zum Zweiten Weltkrieg. Eine Distanzierung von seinen Taten oder seiner bedingungslosen Loyalität zu Adolf Hitler erfolgte nicht. Am 16. Juli 1960 starb er in einem Sanatorium in Bad Nauheim an einem Herzinfarkt und wurde auf dem Bergfriedhof in Bad Wiessee beigesetzt. Die Grabrede hielt der damalige Inspekteur der Luftwaffe und frühere Wehrmachtgeneral Josef Kammhuber.

Rezeption

In der 2004 erschienenen knapp 400-seitigen Monographie Kesselrings letzte Schlacht. Kriegsverbrecherprozesse, Vergangenheitspolitik und Wiederbewaffnung von Kerstin von Lingen wird dargestellt, dass die Nachkriegsöffentlichkeit in Deutschland die moralische Bewertung Kesselrings weitgehend einseitig zu seinen Gunsten vorgenommen hat.

Sie beschreibt im Detail, wie eine regelrechte Pressekampagne „Freiheit für Kesselring!“ für seine Begnadigung stattfand. Die FAZ etwa titelte: „Unschuldige kann man nicht amnestieren.“ Höhepunkt war eine Serie der Illustrierten Stern, die 1951 mit dem Titel aufmachte „Nicht Gnade, sondern Recht“. Zugutegehalten wurden ihm vor allem die Sicherung von Kunstschätzen und die Deklaration Roms zur „Offenen Stadt“.

Verdrängt bzw. ignoriert wurde die Auslöschung ganzer italienischer Dörfer einschließlich Frauen, Kindern und Greisen, die auf den „Bandenbefehl“ vom 17. Juni 1944 hin begangen wurden. Im Deutschland Adenauers war das „Kraftfeld von Antikommunismus und Kaltem Krieg“ ihrer Ansicht nach wirksam zur Umdeutung „des Kriegsverbrechers zum Ehrenmann, der im Kerker schmachtete“.

Das begnadigende Entgegenkommen der alliierten Justiz, so ihr Befund, erzeugte den falschen Eindruck, eine „Siegerjustiz“ werde nun korrigiert. Der Rezensent der Frankfurter Rundschau urteilte, von Lingens Buch sei eine detailreiche, „hochdifferenzierte Studie, die dem Generalfeldmarschall historische Gerechtigkeit widerfahren lässt, ohne dem Kriegsverbrecher Kesselring das Geringste zu schenken“.

Sonstiges

Kesselring lächelte aufgrund eines Nervenleidens nahezu ununterbrochen. Bei englischsprachigen Soldaten hatte er den Spitznamen „Smiling Albert“ und lange Zeit einen erstaunlich positiven Ruf.

Auszeichnungen

Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse

Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938

Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse

Ärmelband Afrika

Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten

Frontflugspange für Zerstörer in Gold mit Anhänger Einsatzzahl „400“

Großkreuz des Ordens der Krone von Italien

Italienisches Flugzeugführer-Abzeichen

(Aus wikipedia).

 

Karl-Heinrich Bodenschatz (10 December 1890 – 25 August 1979) was a German general who was the adjutant to Manfred von Richthofen in World War I and the liaison officer between Hermann Göring and Adolf Hitler in World War II.

Biography

Early life and First World War

Bodenschatz was born in Rehau, Bavaria and in 1910 he enlisted in the 8th Bavarian Infantry Regiment and was a cadet at the War Academy in Metz until 1912. Following the outbreak of the First World War he saw active infantry service and participated in the Battle of Verdun. After being wounded four times, in 1916 he transferred to the Deutsche Luftstreitkräfte as adjutant to Jagdgeschwader 2 and then Jagdgeschwader 1 as the adjutant to Manfred von Richthofen based at Avesnes-le-sac. In June 1918 Hermann Göring took over command of the squadron after von Richthofen's death.

Between the wars

After the war he joined the Reichswehr as a regular officer and served in the 21st infantry regiment from 1919 until April 1933, he had maintained a friendship with Göring and joined the Luftwaffe as his military adjutant and served in this capacity until 1938.

Second World War

During World War II he was the liaison officer between Hitler’s headquarters and the Commander-in-Chief of the Luftwaffe until he was seriously injured in 1944 by the 20 July plot bomb at the Wolf's Lair headquarters in Rastenburg, East Prussia. He was fortunate to survive the explosion as two officers immediately to his left and one to his right were killed.

Post-war

He was captured at Reichenhall on 5 May 1945 and in 1946 was called as a witness at the Nuremberg Trials of major war criminals and served two years in prison. He died at Erlangen, Germany in 1979 aged 88.

Medals and Honours

Iron Cross (1914) 2nd and 1st class

Wound Badge (1918) in Silver

Aviator badge (Prussia)

Gallipoli Star ("Iron Crescent", Ottoman Empire)

Knight's Cross Second Class of the Order of the Zähringer Lion with Swords

Military Merit Order, 4th Class with swords (Bavaria)

Golden Party Badge (10 December 1940)

German Cross in Silver on 30 May 1942 as General der Flieger and chief of Ministeramt in the Reichsluftfahrtministerium with the Oberbefehlshaber der Luftwaffe

Wound Badge 20 July 1944

Wehrmacht Long Service Award, 4th to 1st class

War Merit Cross (1939), 1st class with Swords

Order of Liberty Cross First Class with Oak Leaves and Swords (Finland)

(Aus wikipedia).

 

Bruno Loerzer (* 22. Januar 1891 in Berlin; † 22. August 1960 in Hamburg) war ein Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und Generaloberst der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Leben

Loerzer trat am 13. September 1911 in das preußische Heer ein und wurde während des Ersten Weltkrieges zum Piloten ausgebildet. Er war bis Mitte 1915 zusammen mit Hermann Göring zunächst als Aufklärer im Einsatz. Bis Januar 1917 war er bei drei verschiedenen Jagdstaffeln eingesetzt. In dieser Zeit erzielte er die ersten beiden Luftsiege über französische Flieger. Nach seinem 20. Abschuss im Oktober 1917 und der Verleihung des Pour le Mérite im Februar 1918 wurde er zum Kommandeur des neu formierten Jagdgeschwaders III ernannt. Zu den mit 11 Luftsiegen erfolgreichsten Fliegern gehörte unter seinem Kommando auch sein Bruder Fritz (1893–1952).

Als Führer der Jasta 26 und dreier anderer Jagdstaffeln war er sehr erfolgreich. Seine mit den technisch hochwertigen Fokker D.VII – einem der besten Flugzeuge des Ersten Weltkriegs  – ausgestatteten Einheiten fügten den Alliierten schwere Verluste zu und waren deshalb besonders gefürchtet. Loerzer selbst erzielte im gesamten Krieg 44 Abschüsse und war damit einer der erfolgreichsten deutschen Jagdpiloten.

Nach 1918 kämpfte Loerzer in verschiedenen Freikorps im Baltikum, ehe er am 31. März 1920 als Hauptmann aus der Reichswehr entlassen wurde. In der Weimarer Republik war er Leiter des Reichsverbandes der deutschen Luftfahrzeughalter, einer zivilen Pilotenvereinigung.

1925 siegte er beim Deutschlandflug in der Gruppe A mit einer Klemm-Daimler L 21.

Unter den Nationalsozialisten profitierte seine Karriere vor allem von seiner Freundschaft mit Hermann Göring. 1933 wurde er zunächst Präsident einer militärischen Tarnorganisation, des Deutschen Luftsportverbandes und Reichsluftsportführer, ehe er 1935 - mit der offiziellen Gründung der zuvor von den Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages verbotenen Luftwaffe - als Oberst reaktiviert und 1937 zum Kommodore eines Jagdgeschwaders ernannt wurde. Ab 1938 wurde er Inspekteur der Jagdflieger.

Bei Kriegsbeginn war Loerzer Generalmajor und Kommandeur der 2. Fliegerdivision. Im Oktober 1939 zum Kommandierenden General des II. Fliegerkorps ernannt, wurde er am 1. Januar 1940 Generalleutnant und schon am 19. Juli desselben Jahres zum General der Flieger befördert. Im Februar 1943 wurde er dann von Göring unter Beförderung zum Generaloberst zum Chef des Luftwaffenpersonalamts und der personellen Rüstung ernannt, eine Stellung, mit deren Pflichten Loerzer weit überfordert war. Am 20. Dezember 1944 wurde er daher seines Kommandos enthoben, in die Führerreserve versetzt und schließlich am 29. April 1945 entlassen.

Auszeichnungen

Ehrenbecher für den Sieger im Luftkampf

Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse

Königlicher Hausorden von Hohenzollern Ritterkreuz mit Schwertern

Pour le Mérite am 12. Februar 1918

Orden vom Zähringer Löwen Ritterkreuz II. Klasse mit Schwertern am 27. April 1915

Militär-Karl-Friedrich-Verdienstorden Ritterkreuz am 8. August 1918

Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. und III. Klasse

Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange Prager Burg

Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 29. Mai 1940

(Aus wikipedia).

 

Hans Jeschonnek (* 9. April 1899 in Hohensalza; † 18. August 1943 im Lager Robinson, Ostpreußen) war Generalstabschef der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Leben

Hans Jeschonnek war Sohn eines Studienrats, sein Bruder war der spätere Inspekteur der Marine Vizeadmiral Gert Jeschonnek.

Hans Jeschonnek meldete sich mit 15½ Jahren von der Kadettenanstalt Lichterfelde an die Front des Ersten Weltkriegs, wo er im 3. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 50 diente und im September 1914 zum Leutnant befördert wurde. Im Sommer 1917 wechselte zur Fliegertruppe, mit der er nach Kriegsende an den Grenzkämpfen in Oberschlesien teilnahm.

Nach der Übernahme in die Reichswehr tat er Dienst als Kavallerieoffizier und beendete als Jahrgangsbester die Generalstabsausbildung.

Danach arbeitete er in einer Abteilung des Reichswehrministeriums, die für den geheimen Aufbau einer nach dem Krieg verbotenen Luftwaffe verantwortlich war. 1933 wurde Jeschonnek Adjutant des Staatssekretärs im Reichsluftfahrtministerium Erhard Milch.

1935 wurde er zur Fliegergruppe Greifswald versetzt und übernahm im Oktober 1936 als Kommodore das dort aufgestellte Lehrgeschwader der Luftwaffe. 1937 kehrte Jeschonnek als Abteilungsleiter ins Reichsluftfahrtministerium zurück, wo er im Februar 1938 zum Chef des Luftwaffenführungsstabes ernannt und im November 1938 zum Oberst befördert wurde.

Vom 1. Februar 1939 bis zu seinem Tod war er Generalstabschef der Luftwaffe, ab August 1939 als Generalmajor. Nach den Erfolgen der Luftwaffe im Polenfeldzug 1939 und im Westfeldzug 1940 wurde er bereits im Juli 1940 unter Überspringung des Rangs Generalleutnant zum General der Flieger befördert.

Die Luftrüstung erwies sich (mit Blick auf das Blitzkrieg-Konzept) letztlich als zu knapp geplant. Dies zeigte sich bereits in der Luftschlacht um England 1940, später angesichts hoher Verluste im Krieg gegen die Sowjetunion und im Mittelmeerraum, wo es der Luftwaffe nicht gelang, die Luftüberlegenheit herzustellen und somit die Versorgung des Afrikakorps zu sichern.

Jeschonnek hatte vor dem Krieg als einziger Amtschef des Reichsluftfahrtministeriums das völlig überzogene, wegen fehlender Rüstungskapazitäten wie Finanzen nicht umzusetzende Luftrüstungskonzept Adolf Hitlers gutgeheißen, so dass Hermann Göring es nicht wagte, Hitler ein realistisches, verkleinertes Programm vorzuschlagen. Das schließlich realisierte Rüstungsprogramm blieb weit hinter den Vorgaben Hitlers zurück.

Jeschonnek wurde noch im Frühjahr 1942 zum Generaloberst befördert.

Nach den schweren Luftangriffen auf Hamburg im Juli und August 1943 wurde in der Luftwaffenführung bereits die Ablösung Jeschonneks und Görings diskutiert. Hitler war seit dem Scheitern der Luftversorgung des Kessels von Stalingrad schlecht auf Göring zu sprechen und richtete seinen Zorn über die Hilflosigkeit der Luftwaffe gegenüber britisch-amerikanischen Angriffen wie der Battle of the Ruhr zunehmend auch gegen Jeschonnek, wobei Göring seinen Generalstabschef im Stich ließ.

Nach dem ersten schweren Luftangriff gegen Peenemünde in der Nacht von 17. auf den 18. August 1943 beging Jeschonnek am nächsten Morgen Suizid. Göring verfälschte den Todestag auf den 19. August, um keinen Zusammenhang zu dem Bombenangriff aufkommen zu lassen, und bestimmte Magenbluten als Todesursache. Joseph Goebbels kommentierte das in seinem Tagebuch am 20. August 1943: Göring teilt mir mit, daß Generaloberst Jeschonnek plötzlich an einer Magenblutung verstorben sei. Diese Magenblutung entspricht natürlich nicht den Tatsachen. Jeschonnek hat sich erschossen, genau wie Udet. Bis heute hält sich der falsche Todestag in der Literatur über Jeschonneks Tod.

Auszeichnungen

Eisernes Kreuz II. und I. Klasse (1914)

Preußisches Militär-Flugzeugführer-Abzeichen

Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz

Wehrmacht-Dienstauszeichnung IV. bis I. Klasse

Spange zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes

Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten

Rumänischer Militärorden Michael der Tapfere III. und II. Klasse

Finnisches Freiheitskreuz I. Klasse mit Stern und Schwertern

(Aus wikipedia).

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