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Hoffmann Foto Seyss-Inquart Hitler Heldenplatz Wien ´38 Auction number: 0005708012 
End of auction: 12/16/25  at  12:37 PM a o clock    2 d. 18 h. 42 min. 43 sec.  
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Article Place: 83454 Anger (Deutschland)
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Condition: Used
Start of auction: 12/02/25  at  12:37 PM a o clock
Price: 49.95 €
Quantity: 1
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      City: 83454 Anger
      Country: Deutschland
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DESCRIPTION
Der Weg ins Reich.
Originaldruck vom März 1938 zum Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich.
Mit Fotoabbildung in Kupfertiefdruck nach einer Aufnahme von Heinrich Hoffmann:
 
Ein Händedruck von weltgeschichtlicher Bedeutung (5. März 1938). Das Land Österreich begrüßt durch seinen letzten Bundeskanzler und ersten Reichsstatthalter (Dr. Arthur Seyss-Inquart) den Gründer Großdeutschlands auf dem Heldenplatz in Wien.
Sehr gute Bildqualität!
Großformatiger originaler Journalausschnitt.
Größe 235 x 340 mm.
Mit minimalen Gebrauchsspuren, sonst sehr guter Zustand.
 
Stichworte: 30er – Jahre, Zeitgeschichte, Persönlichkeiten, Deutsches Reich, Drittes Reich, Politik, Ostmark
 
Versand nur per Einwurf-Einschreiben (auf Wunsch auch Übergabe-Einschreiben und/oder auch versichert).
Versandkosten für diesen Artikel: 
Deutschland: 2,00 Euro
Europa: 6,00 Euro
Welt: 6,00 Euro
  

 

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Bücher und Alben sind, wenn nicht ausdrücklich erwähnt, nicht auf Vollständigkeit geprüft. Normale Alters- und Gebrauchsspuren, Unterstreichungen usw. werden nicht erwähnt, sind aber im Preis berücksichtigt.
 
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Der Kaufpreis wird sofort zurücküberwiesen.
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Verkauf und Lieferung von Gegenständen des Zeitraumes 1933 - 1945 erfolgt gemäss § 86 Abs. 3 u. § 86 a StGB. Der Käufer Verpflichtet sich Gegenstände die mit Emblemen des Dritten Reiches sowie derer Organisationen versehen sind nur für historisch & wissenschaftliche Zwecke zu erwerben und sie in keiner Art u. Weise propagandistisch zu nutzen. Verkauf erfolgt nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungsfeindlicher- u. widriger Bestrebungen, der wissenschaftlich & zeitgenössischen Aufklärung sowie zur militärhistorischen Forschung. Der Besteller verpflichtet sich mit der Bestellung zur absoluten Einhaltung dieser gesetzlichen Vorschriften.

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Versand:
Versand nach Zahlungseingang (des Gesamtbetrages) innerhalb eines Werktages. Das Angebot ist freibleibend, Zwischenverkauf vorbehalten. Lieferzwang besteht nicht.
Versand ausschließlich per Einschreiben, bzw. versichertem Paket.
 
Historische Informationen zum Artikel selbst:
 
Arthur Seyß-Inquart (* 22. Juli 1892 in Stannern; † 16. Oktober 1946 in Nürnberg) war ein österreichischer Jurist, der in der Zeit des Nationalsozialismus in unterschiedlichen Funktionen politisch Karriere gemacht hatte.
Seyß-Inquart gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Personen und wurde am 1. Oktober 1946 in drei von vier Anklagepunkten schuldig gesprochen und als Kriegsverbrecher hingerichtet.
Familie
Arthur Seyß-Inquart kam als Sohn des Pädagogen Emíl Seyß-Inquart (* 29. November 1841 Jaroslau, Lehrer am k.k. Staats-Gymnasium in Villach, 1882–1888 Professor am Gymnasium in Iglau, danach Direktor des k.k. Deutschen Staats-Gymnasiums in Olmütz; † 17. Oktober 1920 Wien) und dessen Frau Auguste, geb. Hyrenbach, in Südmähren als jüngstes von sechs Geschwistern zur Welt. 1907 übersiedelte die Familie nach Wien. 1911 lernte Arthur Gertrud Maschka kennen, die er im Dezember 1916 heiratete. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.
In Eintragungen der englischen, polnischen, slowenischen und finnischen Wikipedia wird mitgeteilt, Arthurs Familie habe den Namen Zajtich geführt und ihn erst 1907, nach der Übersiedlung nach Wien, auf Seyß-Inquart geändert. Dagegen sprechen Schulpublikationen, die Arthurs Vater Emil Seyß ab den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts unter diesem Namen veröffentlicht hat. Die Führung des Namens Zajtich ist nicht durch Primärquellen nachgewiesen und scheint in der deutschsprachigen Literatur nicht auf.
Politischer Werdegang bis 1939
Seyß-Inquart promovierte 1917 in Wien zum Dr. jur. Er war zunächst als Rechtsanwalt tätig. Seit 1931 engagierte er sich in österreichischen Organisationen, die der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) nahe standen. 1937 wurde er in den Staatsrat berufen, um die Verbindung zur - wie es hieß - "nationalen Opposition" herzustellen. 1938 trat er der NSDAP bei. Auf Druck von Adolf Hitler, der im Berchtesgadener Abkommen vom 15. Februar 1938 ultimativ die Beteiligung der NSDAP an Regierungsämtern gefordert hatte, überließ der damalige österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg Seyß-Inquart am darauffolgende Tag das Amt des Innen- und Sicherheitsministers.
In dieser Funktion begann er Überlegungen dazu, ein nationalsozialistisches Österreich nicht sofort voll in das Deutsche Reich zu integrieren, sondern vorerst nur die Personalunion des Staatsoberhauptes herzustellen. Dies hätte seiner eigenen Karriere genützt und Skrupel in Bezug auf seinen österreichischen Amtseid vermieden. Wie er allerdings in den Anschlusstagen selbst zugeben musste, wurde er von den treibenden Kräften des „Anschlusses“ nur vor- − und wie sich bald zeigte – beiseite geschoben. So versuchte Seyß-Inquart noch in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938, Stunden vor dem Einmarsch der Wehrmacht, über die zuständigen Stellen in Berlin Hitler davon zu überzeugen, von einem Grenzübertritt abzusehen. Dieser, noch wenige Stunden zuvor schwankend in seinem Entschluss, wurde daraufhin geweckt, erklärte jedoch, dass der Einmarsch nicht mehr aufzuhalten sei.
Seyß-Inquart österreichischer Bundeskanzler
Schuschnigg musste sein Vorhaben, eine Volksbefragung über Österreichs Unabhängigkeit abzuhalten, unter dem Druck Hitlers aufgeben und trat am 11. März 1938 zurück. Darauf hin wurde Seyß-Inquart von Bundespräsident Wilhelm Miklas nach mehrstündigem Zögern und nach telefonischen Drohungen Hermann Görings noch am späten Abend zum Bundeskanzler bestellt und am darauffolgenden Morgen vereidigt. Er übte dieses Amt bis zum 13. März 1938, dem Tag des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich aus. Seyß-Inquart war aber nicht der am kürzesten amtierende Kanzler Österreichs, Walter Breisky leitete nur einen Tag das Kanzleramt.
Seyß-Inquart in der Funktion des Bundespräsidenten
Am 13. März 1938 wurde der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich staatsrechtlich vollzogen. Das entsprechende, von der NS-Bundesregierung beschlossene Bundesgesetz musste, den Regeln der Ständestaatsverfassung entsprechend, vom Bundespräsidenten unterzeichnet werden, um in Kraft treten zu können. Wilhelm Miklas weigerte sich und trat zurück.
Seine Funktionen gingen damit verfassungsgemäß auf Bundeskanzler Seyß-Inquart über. Dieser unterschrieb den Beschluss nunmehr in seiner Doppelfunktion als amtierendes Staatsoberhaupt und als Bundeskanzler. Seine Unterschrift gab dem Anschlussgesetz Rechtskraft; da damit der Staat Österreich zu bestehen aufhörte, endete mit dieser Unterschrift auch Seyß' Funktion als amtierendes Staatsoberhaupt.
Wie die gesamte Gesetzgebung der Ständestaatsdiktatur wurde auch dieser Vorgang bei der Wiedererrichtung der Republik Österreich 1945 als verfassungswidrig aufgehoben.
Weitere Funktionen
Mit der Gleichschaltung der österreichischen und deutschen alpinen Vereine im Jahr 1938 wurde Seyß-Inquart zum „Führer des Deutschen Alpenvereins (DAV)“ bestellt.
Von 15. März 1938 bis 30. April 1939 war Seyß-Inquart dann von Hitler zum Leiter der österreichischen Landesregierung (mit dem Titel Reichsstatthalter, im Rang eines SS-Obergruppenführers), bestellt. Die Landesregierung wurde im Mai 1938 verkleinert und hatte unter der Aufsicht des Reichskommissars für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich, Josef Bürckel, die Liquidation der österreichischen Zentralstellen durchzuführen. Als Reichsstatthalter in Österreich führte Seyß-Inquart die Beschlagnahme jüdischen Eigentums durch. ... wurden politische Gegner der Nazis durch die Gestapo in Konzentrationslager geschafft, misshandelt und in vielen Fällen getötet (Urteil, s.u., S. 246).
Mit Inkrafttreten des Ostmarkgesetzes am 1. Mai 1939 wurde die Landesregierung aufgelöst. Seyß-Inquart war 1939–1945 Reichsminister ohne Geschäftsbereich. 1939 wurde Seyß-Inquart Stellvertreter des Generalgouverneurs Hans Frank in den besetzten polnischen Gebieten.
Reichskommissar für die Niederlande
Am 29. Mai 1940 ernannte Hitler ihn zum Reichskommissar für die besetzten Niederlande. Dort war Seyß-Inquart verantwortlich für die Einführung von Zwangsarbeit, Deportationen von über 100.000 niederländischer Juden in Vernichtungslager, Niederschlagung des Februarstreiks und Erschießung von Widerstandskämpfern. Für die niederländische Hauptstadt Amsterdam war ihm Hans Böhmcker unterstellt.
Im Urteil des Nürnberger Internationalen Militärgerichtshofes wird Seyß-Inquarts Verhalten beschrieben (Auszug):
Als Reichskommissar … übte Seyß-Inquart unbarmherzigen Terror zur Unterdrückung allen Widerstandes gegen die deutsche Besatzung, ein Programm, das er selbst als „Vernichtung“ der Gegner bezeichnete. … Die wirtschaftliche Verwaltung der Niederlande führte Seyß-Inquart durch, ohne die Regeln der Haager Konvention… zu beachten. … Öffentlicher und privater Besitz wurde in großem Stil geplündert … Sofort … begann er, Sklavenarbeiter nach Deutschland zu schicken. … Während der Besetzung wurden 500.000 Menschen von den Niederlanden nach dem Reich als Arbeiter gesandt, und nur ein ganz geringer Bruchteil davon waren tatsächlich Freiwillige (Urteil, s.u., S. 247).
Eine der ersten Maßnahmen … war der Erlass einer Reihe von Gesetzen, die die wirtschaftliche Schlechterstellung der Juden erzwang. … … Es ist … wahr, dass in gewissen Fällen Seyß-Inquart gegen besonders scharfe Maßnahmen, die von anderen Dienststellen getroffen wurden, protestierte … Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass Seyß-Inquart ein wissender und freiwilliger Teilnehmer an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit war, die während der Besetzung der Niederlande begangen wurden (Urteil, s.u., S. 248).
Adolf Hitler ernannte Seyß-Inquart in seinem Testament zum Außenminister.
Mitglieder der letzten Bundesregierung vor dem sogenannten Anschluss
Bundeskanzler: Arthur Seyß-Inquart
Vizekanzler: Edmund Glaise-Horstenau
Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten: Wilhelm Wolff
Bundesminister für Justiz: Franz Hueber
Bundesminister für Unterricht: Oswald Menghin
Bundesminister für soziale Verwaltung: Hugo Jury
Bundesminister für Finanzen: Rudolf Neumayer
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft: Anton Reinthaller
Bundesminister für Handel und Verkehr: Hans Fischböck
mit der Leitung des Bundesministeriums für Landesverteidigung betraut: Seyß-Inquart als Bundeskanzler
Staatssekretär für Sicherheitswesen: Polizeipräsident Michael Skubl (trat zurück)
dem Bundeskanzler für Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit beigegeben: Ernst Kaltenbrunner (Führer der österreichischen SS)
für die Angelegenheiten der politischen Willensbildung: Major Hubert Klausner (Landesleiter der NSDAP Österreich)
Nürnberger Prozess
Im Sommer 1945 wurde Seyß-Inquart bis zu Überstellung nach Nürnberg im Kriegsgefangenenlager Nr. 32 (Camp Ashcan) im luxemburgischen Bad Mondorf mit einer Anzahl von NSDAP-Größen und hohen Wehrmachtsangehärigen interniert. Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess von 1946 wurde er in den Anklagepunkten 2, 3 und 4 (Planung, Entfesselung und Durchführung eines Angriffskrieges, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit) für schuldig gesprochen, zum Tod durch den Strang verurteilt und am 16. Oktober 1946 in Nürnberg hingerichtet. Sein Strafverteidiger war Gustav Steinbauer.
 
Mit Anschluss wird der Einmarsch deutscher Wehrmacht-, SS- und Polizeieinheiten in Österreich am 12. März 1938 und die darauffolgende De-facto-Annexion durch das nationalsozialistische Deutsche Reich bezeichnet. Der „Anschluss“, offiziell durch das am 13. März 1938 verabschiedete Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich vollzogen, markierte das Ende der Ära des Austrofaschismus, der eine Zeit des Nationalsozialismus in Österreich folgte.
Vorgeschichte
Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahr 1806, das die deutschsprachigen Erbländer Österreichs mit den anderen deutschen Staaten verbunden hatte, entstand 1815 auf dem Wiener Kongress als neue politische Verbindung der Deutsche Bund. Dieser lose Zusammenschluss von 41 deutschen Einzelstaaten wurde jedoch den Bestrebungen nach einem einheitlichen Staat nur unzureichend gerecht, sodass zur Erreichung dieses Zieles unterschiedliche Lösungsansätze entstanden: einerseits die Großdeutsche Lösung, ein neuer deutscher Gesamtstaat, einschließlich der deutschsprachigen Länder des Kaisertums Österreich (was allerdings keine Aussicht auf Erfolg hatte, da das österreichische Kaiserhaus nicht auf seine nicht-deutschsprachigen Gebiete verzichten wollte) und andererseits die Kleindeutsche Lösung, ohne Österreich.
Von einem Beitritt des deutschsprachigen Teils von Österreich in einen deutschen Nationalstaat war bereits in der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 die Rede. Georg Waitz richtete sich in seiner Rede vom 13. März 1849 gegen die Verbindung der deutschsprachigen mit den nicht-deutschsprachigen „Nationen“ in der Habsburgischen „Gesamtmonarchie“ und meinte, dass österreichische Deputierte es als ihre Aufgabe betrachten sollten, das Erbkaisertum zu hindern, damit wenigstens für die Zukunft ein Eintritt Österreichs möglich sei.
Die Kleindeutsche Lösung wurde nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg verwirklicht, so dass es zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches kam, dem Zusammenschluss von deutschen Fürstentümern und Königreichen unter Führung Preußens, aber ohne Österreich (auch ohne Liechtenstein, Luxemburg und anderer Gebiete mit deutschsprachiger Bevölkerung).
Deutung
Friedrich Heer führt Anschlusswünsche der deutschsprachigen Bevölkerung der ehemaligen Habsburgischen Erblande bereits auf die Zeit der Gegenreformation zurück und sieht sie eng verknüpft mit der jahrhundertelangen politischen und kulturellen Konfrontation zwischen protestantischem Norddeutschland und katholisch-barock geprägtem, vielsprachigem Österreich, die in Folge durch die europäischen Großmächte Preußen und die Habsburgermonarchie getragen wurde. Die Protestanten sahen im evangelischen Norden des „deutschen Reiches“ die Erlösung von der so empfundenen „Einkerkerung“ durch Papst und Kaiser. Erstes Zentrum eines eigenständigen österreichischen Nationalbewusstseins war laut Heer Wien, das von aufständischen Ländern, von Oberösterreich, Kärnten, der Steiermark, als die multikulturelle Residenz der übernationalen Habsburger bekämpft wurde. Diese These wird empirisch gestützt, indem nachgewiesen werden konnte, dass in Oberösterreich in den Hauptwiderstandsgebieten zur Zeit der Bauernkriege Jahrhunderte später zur Zeit des Juliputsches, dem ersten Versuch Hitlers, Österreich an das Deutsche Reich anzuschließen, besonders viele illegale Nationalsozialisten aktiv waren.
Anschlussbestrebungen nach dem Ersten Weltkrieg
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Auseinanderbrechen des k. u. k. Vielvölkerstaates war der Zusammenschluss der neuen Republik Österreich (1918/1919 Deutschösterreich) mit dem nun ebenfalls republikanischen Deutschen Reich, der Weimarer Republik, das erklärte Ziel einer Mehrheit der österreichischen Politiker. Er schien die logische Folge des Nationalismus zu sein, der bereits den Vielvölkerstaat in nach Nationen abgegrenzte Staaten zerbrechen hatte lassen. Auch erschien das verhältnismäßig kleine „Restösterreich“ vielen angesichts des Umstandes, dass wirtschaftlich bedeutende Regionen fortan nicht mehr zum Staatsgebiet gehörten, als nicht lebensfähig. Die Hungerwinter 1918/19 und 1919/20 verstärkten diesen Eindruck.
Es spielten aber durchaus nicht nur deutschnationale Gesinnungen eine Rolle. So fürchteten die Sozialdemokraten – wie sich später zeigte zurecht –, im vorwiegend ländlich-konservativ geprägten Deutschösterreich politisch in die Defensive gedrängt zu werden, und erhofften eine Umsetzung des Sozialismus im Rahmen der deutschen Republik. Bei den Christlichsozialen spielte hingegen die Abneigung gegen den so empfundenen Wiener Zentralismus eine nicht unmaßgebliche Rolle. Befürwortet wurde vielfach kein einseitiger Anschluss wie er schließlich 1938 vollzogen wurde, sondern ein Zusammenschluss gleichberechtigter Bundesstaaten.
Die Österreicher waren es jahrhundertelang gewohnt, in einem imperialen Reich zu leben und konnten sich mit dem neuen Kleinstaat nicht identifizieren. In dieser Situation wurde psychologisch geschickt die Legende lanciert und ständig genährt, dass das verhältnismäßig kleine Restösterreich wirtschaftlich nicht lebensfähig sei. Tatsächlich jedoch verblieben bedeutende Wirtschaftsbetriebe und -zweige im Land. Die Eindämmung der Nachkriegsinflation und die Stabilisierung der Wirtschaft wurden aber gerade deshalb nicht in Angriff genommen, weil man die Lösung der wirtschaftlichen Probleme im Anschluss sah und auf diesen verschob.
Mit Unterzeichnung der Verträge von Saint-Germain für Österreich und Versailles für das Deutsche Reich (mit dem darin statuierten Anschlussverbot) wurde das Ziel der Vereinigung von beiden Seiten politisch vorerst nicht mehr aktiv weiter verfolgt. Sie blieb aber, aus verschiedenen Gründen, weiterhin erklärtes Fernziel, vor allem für die Großdeutsche Volkspartei, die Deutschnationale Bewegung wie auch für die Sozialdemokraten („Anschluß an Deutschland ist Anschluß an den Sozialismus“, Parole der Arbeiterzeitung). Auch die Christlichsoziale Partei trat politisch dafür ein.
Auf Landesebene stimmten im Mai 1919 die alemannischen Vorarlberger mehrheitlich für den Anschluss ihres Bundeslandes an die alemannische Schweiz, was sowohl von der Schweizer Regierung als auch von der Bundesregierung in Wien abgelehnt wurde. Nach dem gescheiterten Restaurationsversuch des früheren Kaisers Karl I., der am 26. März 1921 nach Ungarn gereist war und versucht hatte, die ungarische Königskrone zu erringen, erstarkte vor allem in den noch monarchistisch-konservativ geprägten Bundesländern Widerstand gegen die republikanische Regierung in Wien. Mit Unterstützung aus dem benachbarten Bayern, wo die sozialistische Münchner Räterepublik zwei Jahre zuvor niedergekämpft worden war, bildeten sich in Salzburg und Tirol die ersten österreichischen Heimwehren. Diese setzten sich vehement für einen Zusammenschluss mit dem nun betont konservativ regierten Deutschland der Weimarer Zeit ein. Selbst Monarchisten, die den Zusammenschluss früher als „jüdische Erfindung“ abgelehnt hatten, strebten diesen gemeinsam mit den Deutschnationalen offen an.
Der Tiroler Landtag ließ im April 1921 eine Abstimmung durchführen, bei der sich eine Mehrheit von 98,8 % für den Zusammenschluss aussprach. Eine am 29. Mai 1921 in Salzburg durchgeführte Abstimmung ergab eine Zustimmung von 99,3 % der abgegebenen Stimmen. Weitere Abstimmungen wurden durch Proteste der alliierten Garantiemächte des Friedensvertrages, insbesondere der französischen Regierung, unterbunden. Für den Fall, dass weitere Bundesländer folgen sollten, wurde mit der Verhinderung von Auslandskrediten an das wirtschaftlich geschwächte Österreich gedroht. Bundeskanzler Michael Mayr (CS), der die Einstellung aller noch geplanten diesbezüglichen Abstimmungen gefordert hatte, trat am 1. Juni zurück, als der steirische Landtag ankündigte, dennoch abstimmen zu lassen. Sein Nachfolger wurde der deutschnational eingestellte parteilose Johann Schober (zugleich Polizeipräsident von Wien), der weitere Abstimmungen verhinderte und jene, die den Zusammenschluss anstrebten, auf einen späteren, dafür günstigeren Zeitpunkt verwies.
Positionen der Parteien
Alle österreichischen Parteien mit Ausnahme der KPÖ waren vor 1933 grundsätzlich für eine Vereinigung mit dem Deutschen Reich. Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAPÖ) zum Beispiel proklamierte noch 1926 im grundsätzlich marxistisch ausgerichteten Linzer Programm einen Anschluss „mit friedlichen Mitteln“ an die Deutsche Republik. Sie strich den entsprechende Passus jedoch „angesichts der durch den Nationalsozialismus im Deutschen Reich veränderten Lage“ auf ihrem Parteitag 1933. Die Christlichsoziale Partei (CS) wie auch die nach dem Verbot aller anderen Parteien aus jener hervorgegangene Vaterländische Front traten ebenfalls gegen einen Anschluss auf.
Österreichische Nationalsozialisten
Am 25. Juli 1934 versuchten österreichische Nationalsozialisten unter Führung der SS-Standarte 89 einen Putsch (Juliputsch), der jedoch scheiterte. Einigen Putschisten gelang es, bis in das Bundeskanzleramt in Wien vorzudringen, wo Engelbert Dollfuß durch Schüsse so schwer verletzt wurde, dass er den Verletzungen wenig später erlag. Hitler bestritt eine Beteiligung an dem Putschversuch von deutscher Seite. Die seit 1933 verbotene österreichische NSDAP wurde zwar weiterhin aus dem Deutschen Reich unterstützt, aber das deutsche Regime ging nun verstärkt dazu über, das politische System in Österreich mit Vertrauensleuten zu unterwandern. Dazu zählten, neben anderen, Edmund Glaise-Horstenau, Taras Borodajkewycz und Arthur Seyß-Inquart.
Italien begann am 3. Oktober 1935 die Eroberung des damaligen Abessinien (Italienisch-Äthiopischer Krieg (1935–1936)), woraufhin Großbritannien vor dem Völkerbund Sanktionen gegen Italien forderte und in der Folge die Auflösung der Stresa-Front und der Verträge von Locarno betrieb. Mussolini wurde damit international isoliert und an die Seite Hitlers gedrängt. Für die in Österreich regierende Vaterländische Front bedeutete das den Verlust eines wichtigen Verbündeten. Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, Nachfolger des ermordeten Dollfuß, musste nach Wegen suchen, das Verhältnis zum Deutschen Reich zu verbessern. Am 11. Juli 1936 schloss er mit Hitler das Juliabkommen. Das Deutsche Reich hob die in Folge des Verbots der NSDAP in Österreich 1933 verhängte Tausend-Mark-Sperre auf, in Österreich wurden inhaftierte Nationalsozialisten amnestiert und NS-Zeitungen wieder zugelassen. Darüber hinaus nahm Schuschnigg Vertrauensleute der Nationalsozialisten in die Regierung auf. Edmund Glaise-Horstenau wurde Bundesminister für nationale Angelegenheiten, Guido Schmidt Staatssekretär im Außenministerium und Arthur Seyß-Inquart in den Staatsrat aufgenommen. 1937 folgte die Öffnung der Vaterländischen Front für Nationalsozialisten. In neu eingerichteten „Volkspolitischen Referaten“, die meist unter der Leitung von Nationalsozialisten standen, konnte die NSDAP sich neu organisieren.
Einflussnahme Hitlers
Mit der „Machtergreifung“ des gebürtigen Oberösterreichers Adolf Hitler in Deutschland 1933, der 1925 seine österreichische Staatsbürgerschaft zurückgelegt hatte und 1932 im Alter von 43 Jahren deutscher Reichsbürger geworden war, änderten sich die Rahmenbedingungen grundlegend. Hitler hielt sich mit der Forderung „Deutschösterreich muß wieder zurück zum großen deutschen Mutterlande“, die er schon in seinem Buch Mein Kampf (1924/25) niedergeschrieben hatte, außenpolitisch in Sachen Österreichs zunächst zurück. Er wollte Benito Mussolini nicht verärgern, da er ein Bündnis mit ihm anstrebte.
Nach Festigung seines Bündnisses mit Mussolini, der Achse Berlin-Rom, gelangte Hitler zu der Ansicht, dass Mussolini es müde wurde, den Wächter der österreichischen Unabhängigkeit zu spielen. Als er am 5. November 1937 der Wehrmachtsführung seine militärischen Pläne erläuterte (Hoßbach-Niederschrift), nannte er als spätesten Zeitpunkt für die Annexion der Tschechoslowakei und Österreichs das Jahr 1943, unter günstigen Umständen könne dies schon 1938 erfolgen.
Am 12. Februar 1938 zitierte Hitler Bundeskanzler Schuschnigg zu einem Treffen auf den Berghof in Bayern. Hitler drohte mit dem Einmarsch der Wehrmacht, sollte das Parteiverbot für die österreichischen Nationalsozialisten nicht wieder aufgehoben und ihnen die volle Agitationsfreiheit gewährt werden. Auch forderte er ihre verstärkte Einbindung in die Regierung. Schuschnigg beugte sich den Drohungen und glaubte, mit dem Berchtesgadener Abkommen die Selbständigkeit Österreichs sichern zu können. Wie von Hitler gefordert, wurde Seyß-Inquart am 16. Februar zum Innenminister ernannt und erlangte damit die Kontrolle über die Polizei.
Ultimatum Hitlers
Als Schuschnigg erkannte, dass seine neuen Regierungspartner ihm innerhalb weniger Wochen den Boden unter den Füßen wegzogen und dabei waren, die Macht zu übernehmen, gab er am 9. März bekannt, am folgenden Sonntag, dem 13. März, eine Volksabstimmung zur Unabhängigkeit Österreichs abhalten zu wollen. Die Frage hierin sollte lauten, ob das Volk ein „freies und deutsches, unabhängiges und soziales, ein christliches und einiges Österreich“ wolle oder nicht. Hitler, der offenbar eine Ablehnung des Anschlusses an das Deutsche Reich befürchtete, quittierte das mit der Mobilmachung der für den Einmarsch vorgesehenen 8. Armee. Glaise-Horstenau, der zu diesem Zeitpunkt in Berlin gewesen war, überbrachte von dort das Ultimatum Hitlers, das von Hermann Göring zusätzlich in Telefonaten mit Schuschnigg bekräftigt wurde. Die Reichsregierung forderte die Verschiebung beziehungsweise die Absage der Volksbefragung. Am Nachmittag des 11. März willigte Schuschnigg ein. Noch am selben Abend erzwang Hitler den Rücktritt Schuschniggs zugunsten Arthur Seyß-Inquarts. Göring ließ daraufhin auf Befehl Hitlers ein Telegramm mit der Bitte um die Entsendung reichsdeutscher Truppen aufsetzen, das sich die Reichsregierung daraufhin im Namen des neuen Bundeskanzlers Seyß-Inquart selbst zusandte.
Carl Zuckmayer schrieb in Als wär’s ein Stück von mir über den 11. März 1938:
Vollzug des Anschlusses
Nachdem Hitler am 11. März 1938 die „Militärische Weisung für den Einmarsch in Österreich“ unter dem Decknamen „Unternehmen Otto“ ausgestellt hatte, ließ er am 12. März 1938 Soldaten der Wehrmacht und Polizisten – insgesamt rund 65.000 Mann mit teils schwerer Bewaffnung – in Österreich einmarschieren, die von der Bevölkerung vielfach mit Jubel empfangen wurden. In Wien traf am Flughafen Aspern der Reichsführer-SS Heinrich Himmler in Begleitung von SS- und Polizeibeamten ein, um die Übernahme der österreichischen Polizei durchzuführen. Noch am selben Abend trafen in Linz Hitler und Seyß-Inquart zusammen und vereinbarten die sofortige Durchführung der „Wiedervereinigung“ ohne die früher geplanten Übergangsfristen. Das Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich wurde am folgenden Tag in der zweiten Kabinettssitzung der Regierung Seyß-Inquart in Wien beschlossen; daher gilt allgemein der 13. März 1938 als eigentlicher Tag des Anschlusses.
Am 15. März verkündete Hitler auf dem Heldenplatz in Wien unter dem Jubel zehntausender Menschen „den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich”. Er bezeichnete Österreich als „älteste Ostmark des Deutschen Volkes“ und „jüngstes Bollwerk der Deutschen Nation und damit des Deutschen Reiches“.
Seyß-Inquart bildete eine nationalsozialistische Regierung und vollzog den Anschluss. Bereits in den ersten Tagen nach der Machtübernahme inhaftierten die neuen Machthaber, auch unter Mithilfe österreichischer Anhänger, rund 72.000 Menschen, insbesondere in Wien. Darunter waren viele Politiker und Intellektuelle der Ersten Republik und des Ständestaates sowie vor allem Juden. Auch der frühere Bundeskanzler Schuschnigg wurde zunächst unter Hausarrest gestellt und später wie die meisten anderen Häftlinge in das KZ Dachau deportiert. Die Polizei, die jetzt Himmler unterstellt war, unterband jeden nachhaltigen Widerstand. Am Brenner trafen sich schließlich deutsche und italienische Truppeneinheiten zu freundschaftlichen Zeremonien.
Volksabstimmung
Hitler ließ sich die Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich nachträglich durch eine Volksabstimmung am 10. April 1938 absegnen. Im Vorfeld waren prominente Persönlichkeiten wie der Wiener Kardinal Theodor Innitzer, der bereits am 18. März eine affirmative „Feierliche Erklärung“ der Bischöfe mit „und Heil Hitler“ unterzeichnete, der Präsident des evangelischen Oberkirchenrates Robert Kauer, Politiker wie der Sozialdemokrat und ehemalige österreichische Staatskanzler Karl Renner und der frühere Bundespräsident Michael Hainisch sowie Künstler wie Paula Wessely und Josef Weinheber öffentlich für ein Ja eingetreten. In mehreren Städten Österreichs fanden vor der Abstimmung penibel inszenierte Auftritte hoher Funktionäre der NSDAP statt, so von Goebbels, Göring, Hess und anderen. Hitler selbst hielt am 9. April in der Nordwestbahnhalle eine Ansprache.
Die Propaganda durchdrang alle Lebensbereiche: Fahnen, Banner und Plakate mit Parolen und dem Hakenkreuz-Symbol wurden in allen Städten, an Straßenbahnen, an Wänden und eigens errichteten Plakatständern und Säulen, angebracht; alleine in Wien fanden sich rund 200.000 Hitler-Portraits an öffentlichen Orten. Selbst in Poststempeln war zu lesen: „Am 10. April dem Führer Dein Ja“. Presse und Rundfunk waren fest in der Hand der neuen Machthaber, hatten kein anderes Thema als das Ja, so dass es keine öffentlichen Gegenstimmen gab. Rund acht Prozent der eigentlich Wahl- und Stimmberechtigten waren von der Abstimmung ausgeschlossen worden: etwa 200.000 Juden, rund 177.000 „Mischlinge“ und die bereits zuvor aus politischen oder rassistischen Gründen Verhafteten. Bei der Abstimmung selbst zogen viele es vor, nicht anonym in der Wahlzelle ihre Wahl zu treffen, sondern öffentlich vor den Wahlhelfern ihr Kreuz bei Ja zu machen, um nicht in den Verdacht zu geraten, gegen den Anschluss gestimmt zu haben und folglich als „Systemgegner“ möglichen Repressalien ausgesetzt zu sein.
Schon am 2. April wurde die Wilhelm Gustloff genutzt, um 2000 in England lebenden Deutschen und Österreichern drei Meilen vor der englischen Küste die Möglichkeit zur Abstimmung im „schwimmenden Wahllokal“ zu geben.
Auswirkungen
Am Abend des 10. April berichtete Gauleiter Bürckel aus dem Wiener Konzerthaus das Ergebnis der Abstimmung nach Berlin. Nach amtlichen Angaben hatte es eine Zustimmung von 99,73 % gegeben. Im Deutschen Reich, dem so genannten Altreich, stimmten 99,08 % für den Anschluss. Die Wahlbeteiligung in Österreich lag bei 99,71 %, im Altreich bei 99,60 %.
Zugleich bediente sich Deutschland bei den Gold- und Devisenreserven Österreichs, wo aufgrund der deflationistischen Wirtschaftspolitik der Regierungen in den 1930er Jahren beachtliche Mengen zusammengekommen waren, die nun in das devisenarme Deutsche Reich transferiert wurden. So gerieten mehr als 2,7 Milliarden Schilling an Gold und Devisen unter deutsche Kontrolle.
Im bald in Ostmark umbenannten Österreich hatte die NSDAP großen Zulauf. Auswertungen von Mitgliedskarteien zufolge war der prozentuale Anteil der NSDAP-Mitglieder an der Gesamtbevölkerung im vormaligen Österreich höher als in den meisten Teilen des übrigen Deutschen Reichs.
Die Westmächte Großbritannien und Frankreich, die 1919 den Beitritt Deutschösterreichs zu einem föderalen Deutschen Reich und 1931 auch eine Zollunion verboten hatten, übersandten jetzt lediglich diplomatische Protestnoten. Die London Times schrieb dazu, schließlich habe sich Schottland vor 200 Jahren auch England angeschlossen. Lediglich Mexiko und die Sowjetunion legten Protest ein; erstere durch Übermittlung einer Protestnote „gegen die ausländische Aggression gegen Österreich“ beim Völkerbund sowie die – erfolglose – Forderung der Einberufung einer Ratstagung durch den damaligen Außenminister Eduardo Hay, letztere durch Protestschreiben an die Westmächte.
Als Würdigung der mexikanischen Protestnote wurde am 27. Juni 1956 der Erzherzog-Karl-Platz in Wien in Mexikoplatz umbenannt. Seit 1985 steht dort ein Gedenkstein mit folgender Inschrift: „Mexiko war im März 1938 das einzige Land, das vor dem Völkerbund offiziellen Protest gegen den gewaltsamen Anschluß Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich einlegte. Zum Gedenken an diesen Akt hat die Stadt Wien diesem Platz den Namen Mexikoplatz verliehen.“ Ein 1988 gestiftetes weiteres Denkmal steht in Mexiko-Stadt.
Eingliederung in das „Großdeutsche Reich“
Die Österreicher wurden mit Verordnung vom 3. Juli 1938 zu Bürgern des Deutschen Reiches und teilten nun die nationalsozialistische Geschichte des nunmehr Großdeutschen Reiches bis zu dessen historischem Untergang 1945.
Am 1. Mai 1939 wurde das so genannte Ostmarkgesetz verabschiedet, mit dem die Befugnisse vom Reichsstatthalter an den Reichskommissar übergeben werden sollten. Die Umsetzung dieses Gesetzes war am 31. März 1940 beendet. Josef Bürckel wurde im April als „Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“ eingesetzt. Ihm folgte ab 1940 Baldur von Schirach. Das Staatsgebiet der ehemals souveränen Republik Österreich wurde in Reichsgaue (Kärnten, Niederdonau, Oberdonau, Salzburg, Steiermark, Tirol und Wien) aufgeteilt. Hitler ließ den von ihm ungeliebten Namen Österreich (nach seinen Worten eine „Mißgeburt der Geschichte“) anfangs durch Ostmark ersetzen, eine ab dem 19. Jahrhundert verbreitete Übersetzung für marcha orientalis, die damals auch für Gebiete im Osten Preußens verwendet wurde (siehe Deutscher Ostmarkenverein). In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft gab es daneben einen Gau Bayerische Ostmark.

Ab 1942 wurde die Benennung Ostmark durch Donau- und Alpenreichsgaue abgelöst. Der Historiker Karl Vocelka, Professor für österreichische Geschichte an der Universität Wien, sieht darin einen weiteren Schritt im Bestreben der nationalsozialistischen Machthaber, jeden Hinweis auf eine (historische) Eigenständigkeit Österreichs auszulöschen. Möglicher Grund für die Umbenennung ist auch, dass im Zuge der Eroberungen des Deutschen Reiches in Osteuropa das frühere Österreich keine „östliche Grenzmark“ mehr darstellte.

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